Dienstag, 28. MĂ€rz 2023

Geprothmannt: Sie wollen Klartext reden? Kein Problem! Wie Thilo Sarrazin das Dumme in manchen Deutschen reaktioniert


Mannheim/Rhein-Neckar, 04. Juli 2011. (red) Die Wirtschaftsjunioren in der Metropolregion wollten unbedingt an Thilo Sarrazin als Redner festhalten. Angeblich, weil es Ihnen um einen „offenen Meinungsaustausch“ geht. Diesen Meinungsaustausch können die verantwortlichen Personen haben – mit einem „Klartext“. Einem offenen Brief an Thomas Steckenborn, Vorstand der Cema AG, an die Wirtschaftsjunioren in der Region Rhein-Neckar und an die Industrie- und Handelskammern.

Von Hardy Prothmann

Sehr geehrter Herr Steckenborn,
sehr geehrte Wirtschaftsjunioren,
sehr geehrte Mitglieder der Industrie- und Handelskammern,

ich schreibe Ihnen diesen offenen Brief, weil ich davon ĂŒberzeugt bin, dass Sie einen großen Fehler gemacht haben, der das Ansehen Ihrer Personen, das Ansehen Ihrer Unternehmen und das Ansehen Deutschlands enorm beschĂ€digt hat.

Analytisch betrachtet, haben Sie sich blenden lassen. Sie vermuten, dass der Autor des Buchs „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, einen „latenten Diskussionsbedarf aufgegriffen und thematisiert hat“. Zumindest schreiben Sie das in Ihrer Pressemitteilung.

Sie vermuten das, weil sich das Buch des Herrn Sarrazin bislang 1,3 Millionen Mal verkauft hat. Sie schreiben: „Wenn wir Herrn Dr. Sarrazin und seine Gedanken ignorieren wĂŒrden, dann wĂŒrden wir einem, wie die Verkaufszahlen seines Buches zeigen, großen gesellschaftlichen Thema nicht gerecht“, erklĂ€rt Michael Sittek, Mitglied im GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Ausschuss der Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen dazu.“

Denkfehler fĂŒhren zu falschen SchlĂŒssen

Sie erliegen leider einem eklatanten, mehrfachen Denkfehler, weil Sie, wie viele „Wirtschaftsmenschen“ zu eindimensional denken.

Ihr Denkfehler ist einer der Ausbildung. Ethik gehört nicht zu den StandardfĂ€chern der BWL, VWL oder Ingenieurswissenschaften. Und Sie bewegen sich nur zum Teil auf einem Produktmarkt (Buch) – der grĂ¶ĂŸere Teil ist der Meinungsmarkt (Inhalt).

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Wie viele Kinder haben wohl diese Unternehmerdeutschen gezeugt? 1,3 im Durschnitt?

Sie fragen, „wie es um unsere Diskussionskultur und Demokratie steht, wenn Zensur gewĂŒnscht ist“? Auch hier verstehen Sie etwas falsch. Artikel 5 Grundgesetz sagt: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Damit ist staatliche Zensur gemeint und Herr Sarrazin ist von keiner Behörde zensiert worden. Ganz im Gegenteil haben sich von der linken taz bis hin zur konservativen FAZ alle wesentlichen Medien mit seinen Thesen beschĂ€ftigt. Das Ergebnis ist eindeutig vernichtend.

Das Grundgesetz garantiert, dass Menschen ihre Meinung frei Ă€ußern können. Auch hier ist Ihre Auffassungsgabe beschrĂ€nkt. Sie machen daraus die Selbstverpflichtung, rassistische Meinungen zu befördern. Angeblich, um sich einer gesellschaftlich notwendigen Debatte zu stellen. Dabei haben Sie ausnahmsweise gar nicht mal so unrecht: Viele Deutsche haben latent rassistische Einstellungen.

Sie können so viel ĂŒber falsche ZusammenhĂ€nge und falsche Tatsachenbehauptungen diskutieren wie Sie wollen – die Falschheiten werden dadurch nicht richtiger.

Sie rufen zu Kritik und Diskussion auf. Haben Sie die Begriffe in ihrer Bedeutung verstanden. Obwohl Sie angeblich dazu eingeladen, fand dies nicht statt. Herr Sarrazin konnte lang und breit seine kruden Thesen und langweiligen Alltagsanekdoten ausbreiten, ohne sich einer Kritik und Diskussion stellen zu mĂŒssen. DafĂŒr hĂ€tte es eines Podiums bedurft. Einen jungen Mann, der sich kritisch Ă€ußerte, haben Sie durch Ordner aus dem Saal entfernen lassen.

Faszinierender Erfolg?

Sie sind fasziniert vom „Erfolg“ des Buches. Erfolg ist in Ihren Augen Masse, ist Absatz, ist Umsatz.

Doch wie verhĂ€lt sich das im „Buchmarkt“? Gelten hier die gleichen Gesetze wie fĂŒr Katzenfutter?

Warum sollte auch nur einer der rund 400 GĂ€ste im Rosengarten den Vortrag besuchen, in dem Herr Sarrazin die „Kernthesen“ des Buches vorstellte, wenn man das Buch schon gelesen hat? WĂ€re das nicht Zeitverschwendung? Oder erhofft man sich neue „Erkenntnisse“, weil man das Buch irgendwie nicht verstanden hat?

Oder wurde das Buch am Ende nur von wenigen und nicht von vielen gelesen? Herr Sarrazin beschwert sich, dass kaum einer seiner Kritiker das Buch gelesen habe. Wie kommt er auf die Idee, dass die KĂ€ufer dies getan haben?

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Pseudowissenschaftlicher Erfolgsautor: Thilo Sarrazin.

Das Fetisch-Prinzip

Vielleicht erweitert diese Information Ihren Horizont. Sie wissen sicher nicht, dass die BĂŒcher der LiteraturnobelpreistrĂ€ger mit zu den gut bis sehr gut verkauften, aber am wenigsten gelesenen gehören. Man kauft sich diese BĂŒcher, um sie wie einen Fetisch ins Regal zu stellen: „Seht her, was ich fĂŒr Literatur lese.“ Oder man verschenkt sie an Leute, die auch Regale haben. Dieses Schicksal teilen diese Autoren mit den Menschen, die an der Bibel mitgeschrieben haben.

Ganz anders Heinz G. Konsalik. Der Autor (Der Arzt von Leningrad) ist einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftsteller mit einer Gesamtauflage von 80 Millionen BĂŒchern. Niemand ist je auf die Idee gekommen, ihm dafĂŒr den Nobel-Preis zu verleihen oder ihn in literarische Diskussionsrunden einzuladen. Der Gattungsbegriff fĂŒr seine BĂŒcher ist der Roman. Die Untergattung Trivialliteratur.

Auch er hat vor allem in den Nachkriegsjahren ein „großes gesellschaftliches Thema getroffen“: Die Sinnlosigkeit des Krieges.

Joanne K. Rowling hat von ihren „Zauber-BĂŒchern“ (Harry Potter) insgesamt mehr als 400 Millionen Exemplare verkauft. Auch sie trifft ein „großes gesellschaftliches Thema“ – in eine Welt der Fantasie und Zauberer, in den Kampf von Gut gegen Böse abtauchen zu wollen, aus der realen, anstrengenden Welt in eine der Fantasie. Man kann dem Alltag entfliehen.

Es ist ein Jugendbuch, das von vielen Erwachsene gelesen worden ist – das kann man aus der Auflage schließen. Sie wissen schon: Statistik. Wie viele Kinder gibt es im Alter zwischen 10 und 14 Jahren? Bei weitem nicht so viele, um diese Auflagen zu erreichen.

Sie als Wirtschaftsjunioren haben mit solchen BĂŒchern vermutlich nicht viel zu tun. Sie stehen auf „SachbĂŒcher“. Sie haben mit AuftrĂ€gen, mit Kostenrechnung, mit Gesetzeslagen, mit Normen mit all der BĂŒrokratie zu tun, die Ihnen das Leben schwer macht. Auch dazu gibt es viele BĂŒcher.

Und jetzt dieses „Sachbuch“ von Herrn Sarrazin, der sich ebenfalls als Zauberlehring betĂ€tigt: Er mixt Psycholgie, Neurobiologie, Gentechnik, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften zu einem Gifttrank. Er will niemanden aus dem Alltag entfĂŒhren, sondern er will vergiften.

Neue Dolchstoßlegende

Auch Herr Sarrazin bedient SehnsĂŒchte. Auch bei ihm geht es um den Kampf zwischen „Gut und Böse“. Zwischen den Intelligenten und den Dummen, zwischen denen, die aussterben und denen, die sich ungezĂŒgelt vermehren und die Intelligenten bedrohen.

Der Erfolg seines Buches zeigt, dass er ein BedĂŒrfnis befriedigt, das viele Deutsche in sich tragen. Das Ressentiment gegenĂŒber anderen. Eine tief sitzende, latente Fremdenfeindlichkeit. Die Lust an der Diffamierung. Die Neid-Neurose.

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Kann ein Herr Steckenborn seine Probleme, FachkrÀfte zu finden, mit den Sarrazinschen Thesen lösen?

Im Kern schafft er eine neue Dolchstoßlegende. Wenn es den Deutschen „schlecht geht“, muss irgendjemand anderes daran schuld sein.

In Ihrer Pressemitteilung schreiben Sie, Herr Steckenborn, die Veranstaltung sei „korrekt und mutig“. Merken Sie etwas?

So fĂŒhlen Sie sich. Mutig und korrekt. Und wenn Sie „mutig und korrekt“ sind, was sind dann die anderen?

Sie strampeln, sie mĂŒhen sich ab und es geht nicht voran.

Mit all den Instanzen von der Kapitalbeschaffung ĂŒber die politischen Kontakte, die Wissenschaft, diese verkorksten Gesetzte, diese Arbeitsvorschriften, Normen, Kontrollen – es ist zum Wahnsinnig werden.

Und dann lesen Sie ĂŒber einen, der sagt, was angeblich falsch ist und wer angeblich schuld hat. Und egal, was der sagt, der hat recht, denn es lĂ€uft so viel falsch.

Weil die Deutschen nicht daran schuld sein können, muss es eben jemand anderes sein.

Mit dieser Rhetorik hat jeder Populist schon immer genau das Dumme in den Deutschen getroffen.

Kinder oder Leistung?

Und Ihnen geht das Messer im Sack auf, wenn sie daran denken, wie viele Leute es gibt, die „Kinder produzieren“ und dafĂŒr „UnterstĂŒtzung“ erhalten, wĂ€hrend die Leute mangels Zeit oder wegen zu viel Stress oder Karriere nicht in der Lage sind, Kinder zu machen, geschweige denn, sich um sie zu kĂŒmmern.

Und zwar so, wie man sich das vorstellt, mit glĂŒcklicher Miracoli-Familie:“Hm, ist das lecker“, Lachen, Freude, Beisammensein, ErfĂŒllung. Das alles in schmeichelweißes Licht getaucht, die Frau liebevoll, der Mann trainiert, die (1,3) Kinder liebreizend glĂŒcklich, gerne darf es auch etwas Rasen geben, ein Teich, mindestens einen Audi, gerne auch einen X5, wobei der Trend bei Unternehmer-Prolls eindeutig zu AMG-Mercedes-Modellen geht. Ein Golden Retriever passt immer gut ins Bild.

Wenn der Unsinn grassiert, wird es Zeit, „Tacheles“ zu reden. ZurĂŒck zu den „Fakten“. Und die sind hart. Die bildungsfernen TĂŒrken und die Araber produzieren zu viele „KopftuchmĂ€dchen“. Zocken alle die ab, die „Gas geben“, die Deutschland voranbringen wollen.

Deutsches Unternehmertum

Kein Wort ĂŒber Unternehmer, die ins Ausland abhauen, weil sie die BĂŒrokratie in Deutschland nicht mehr ertragen. Kein Wort ĂŒber deutsche, „geachtete“ Unternehmen, die sich lĂ€ngst aus jeder sozialen Verantwortung verabschiedet haben und billiger im Ausland produzieren lassen – zu teils menschenunwĂŒrdigen Bedingungen fĂŒr die dortigen Arbeiter. Ohne jeden Skrupel. Kein Wort ĂŒber beispielsweise den „Saubermann“-Konzern Siemens, der mit arabischen und anderen GeschĂ€ftemachern ein ausdifferenziertes „Schmiergeldsystem“ perfektioniert hat.

DafĂŒr aber viele Statistiken, die „eindeutige Fakten“ versprechen – von einem Mann, der sich anmaßt, multiple Wissenschaften zu verstehen. Und jeder, der ihm beipflichtet, ist mindestens ebenso „schlau“ und hĂ€tte eigentlich auch 1,3 Millionen Mal fĂŒr seine Ansichten verkauft werden können. (Sie erinnern sich – das Nobel-PreistrĂ€ger-Buch-im-Regal-Prinzip.)

Ist die griechische Staatspleite auch auf muslimische, integrationsunfĂ€hige Einwanderer zurĂŒckzufĂŒhren? Gilt das auch fĂŒr Spanien, Portugal, Irland? Oder die USA?

LeimgÀnger

Herr Steckenborn, Sie sind, wie viele andere auch, ein LeimgĂ€nger? Ihr tĂ€glicher Frust braucht ein Ventil. Das ist verstĂ€ndlich. Aber es ist fatal, wenn sich die Leistungselite, oder die, die sich dafĂŒr hĂ€lt, nicht den StĂ€rkeren, sondern den „Abschaum“ als Vergleichsbasis sucht. Wie „mutig und korrekt“ ist das?

Ist Ihnen das eigentlich klar? Ist Ihnen klar, dass Sie sich, wenn Sie Sarrazin folgen, nicht mehr an eigener Leistung, sondern an der Abgrenzung zur „Nicht-Leistung“ orientieren? Ist Ihr Selbstbewusstsein schon derart verformt?

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Diskussionswilliger "Störer" wird entfernt.

„Die Veranstaltung „Klartext der Wirtschaftjunioren der Metropolregion“ will gerade in solch umstrittenen ZusammenhĂ€ngen als Diskussionsplattform und nicht als Forum der Stimmungsmache oder der Agitation verstanden werden“, lassen Sie in der „Pressemitteilung“ schreiben.

Als erfahrener Journalist lese ich das Gegenteil heraus. Ihren Frust. Ihre Verzweiflung. Ganz klar wollen Sie Stimmung machen. Und das kann ich sogar verstehen. Es geht Ihnen schlecht – Sie mĂŒssen „Umsatzziele“ korrigieren, weil Sie keine „Fachleute“ finden.

Glauben Sie ihm Ernst, dass Ihre unternehmerische Notlage durch die kruden Thesen eines Thilo Sarrazin erklÀrt werden könnte? Oder Sie durch die Auseinandersetzung mit dessen Thesen einen Schritt vorankommen?

Die ostasiatische Endlösung

Wenn Sie logisch denken, ist Ihr Gebrauch der Begriffe „Toleranz und Respekt“ reichlich absurd. Herr Sarrazin toleriert keine Muslime und er hat keinen Respekt vor ihnen. Und er unterstellt ihnen, dass sie weder genetisch noch kulturell in der Lage sind, sich in unsere deutsche Gesellschaft zu integrieren.

Indem Sie sich damit gemein machen, teilen Sie diese Haltung und mĂŒssen verstehen, dass Sie unter den Muslimen keine der so dringend benötigten FachkrĂ€fte bekommen werden. Denn das ist die Aussage von Herrn Sarrazin.

Hardy Prothmann: "Ein Fehler ist vor allem dann fatal, wenn er wiederholt wird."

Nur Ostasiaten könnten Ihre Probleme lösen. Die sind, laut Sarrazin, klug und fleißig. Leider so klug, dass sie nach und nach die Macht ĂŒbernehmen werden. Sagt Herr Sarrazin am Beispiel USA. Das nur als Hinweis, wie viel „deutsche Gesellschaft“ es dann noch in einigen Jahrzehnten geben wird.

Wenn die Wirtschaftsjunioren all das glauben, sollten sie den ersten „Lösungsvorschlag“ von Herr Sarrazin sofort befolgen und mit einer intelligenten deutschen Frau zur Zeugung schreiten. Die Zeit drĂ€ngt. Denn, wer heute ein Kind zeugt, kann erst in 25 Jahren fĂŒr rund 15 Jahre die „Höchstleistung ernten“. Denn Herr Sarrazin hat eindeutig erklĂ€rt, dass es danach mit den „Intelligenz“-Leistungen bergab geht. Denn laut Sarrazin verdummt Deutschland auch mit den Alten.

Man sollte nicht schwul werden, was Herr Sarrazin ja auch als Gefahr angebracht hat, sondern es lieber auf die „arabische“ Art tun, also mit möglichst vielen Frauen viele Kinder machen.

Vielleicht habe ich mit meinem offenen Brief einen kleinen Erfolg. Ganz sicher kann ich nicht erwarten, dass Sie oder andere eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben.

Aber vielleicht trÀgt dieser Brief dazu bei, dass Sie diesen Fehler nicht wiederholen. Das wÀre, so meine ganz persönliche Meinung, ein bescheidener Gewinn.

Dokumentation:
Die Pressemitteilung der Wirtschaftsjunioren als PDF.

Das Drama der journalistischen Prostitution

Guten Tag!

Gegen diesen Kommentar hat Anja Görlitz ĂŒber ihren Anwalt Kurt Braun mit Schreiben vom 23. MĂ€rz 2010 eine UnterlassungserklĂ€rung von uns gefordert. Diese haben wir nicht unterschrieben.

TatsÀchlich haben wir öffentlich und transparent hier auf dem heddesheimblog und auf der privaten posterous-Seite von Hardy Prothmann dazu Stellung genommen.

Den Vorwurf, wir wollten Frau Görlitz „diffamieren“, weisen wir von uns. Es geht um eine, wenn auch zugespitzte Äußerung zur Sache: Einer in unseren Augen unkritischen und gefĂ€lligen Berichterstattung durch die Lokalredaktion des Mannheimer Morgens. Frau Görlitz ist mit der Berichterstattung ĂŒber Heddesheim betraut.

Der Text ist von vielen Seiten kritisiert worden. Diese Kritik nehmen wir ernst. Aus unserer Sicht haben wir nur eine Meinung geĂ€ußert – und damit unserer Recht nach Artikel 5 Grundgesetz Absatz 1 wahrgenommen. Eine MeinungsĂ€ußerung ist und bleibt eine MeinungsĂ€ußerung – unabhĂ€ngig, ob sie gefĂ€llt, stilistisch gelungen ist oder nicht.

Die Behauptung, wir hÀtten damit gezielt die Person Anja Görlitz diffamieren wollen, ist selbst eine bewusste Diffamierung.

Ob Frau Görlitz den nĂ€chsten Schritt geht und vor Gericht zieht – entscheidet die Dame selbst.

Wir haben uns entschieden, auf ihr anwaltliches Schreiben in dieser Form zu reagieren.

Hardy Prothmann, Redaktion heddesheimblog
Heddesheim, 03. April 2010

Heddesheim, 20. Februar 2010. Der Mannheimer Morgen veröffentlicht heute ein exklusives Interview mit dem BĂŒrgermeister Michael Kessler. Warum das Interview exklusiv ist? Ganz einfach: Der Mannheimer Morgen schreibt alles so auf, wie der Heddesheimer BĂŒrgermeister das will.

Kommentar: Hardy Prothmann

Aufgrund eines Rechtsstreits haben wir den Text zunÀchst gelöscht. 28. Mai 2010

Redaktion heddesheimblog

Kommentare, Meinungsfreiheit, Zensur – wie das heddesheimblog funktioniert

Guten Tag!

Heddesheim, 01. Oktober 2009. Das heddesheimblog ist innerhalb kĂŒrzester Zeit die zentrale Informationsplattform fĂŒr die Gemeinde Heddesheim geworden.
„Kritiker“ behaupten, sie wĂŒrden es nie lesen – sind aber immer bestens durch uns informiert.
Fans beschweren sich, wenn es mal nur ein oder zwei BeitrÀge am Tag gibt.
Tatsache ist: Statistisch gesehen, lesen inzwischen rund 1.600 Leserinnen und Leser jeden Tag etwa fĂŒnf bis sechs Artikel pro Tag auf dem heddesheimblog.

Von Hardy Prothmann

Das heddesheimblog ist eine journalistische Informationsplattform.

Die Redaktion versucht, die wesentlichen Nachrichten fĂŒr den Ort abzubilden und einzuordnen – objektiv in der Berichterstattung, aber auch subjektiv und meinungsstark in der Einordnung.

Denn die Redaktion ist davon ĂŒberzeugt, dass der Artikel 5 unserer Verfassung ĂŒber die Meinungsfreiheit einer der wichtigsten fĂŒr eine demokratische Gesellschaft ist – ohne ein anderes Recht zu verletzen.

Seit Mai 2009 sind auf dem heddesheimblog ĂŒber 700 Artikel und fast 1400 Kommentare erschienen. Im Schnitt macht das 14 journalistische Texte und Kommentare pro Tag seit Mai 2009.

Das ist eine herausragende journalistische Leistung, die weder der Mannheimer Morgen, noch der SWR, noch die Rhein-Neckar-Zeitung, noch sonst ein Medium in der Region fĂŒr sich in Bezug auf Heddesheim beanspruchen kann. Und schon gar nicht das Mitteilungsblatt der Gemeinde.

Aktuell gibt es rund 400 Kommentatoren, von denen etwa 120 sehr aktiv sind.

Jeder der veröffentlichten Texte wird von der Redaktion gelesen und geprĂŒft.

Die Redaktion bemĂŒht sich um höchste QualitĂ€t der Berichterstattung.

Dabei passieren auch Fehler.

Fehler der Redaktion dokumentieren wir unter der Kategorie „Korrektur„. Aktuell haben wir eine Fehlerquote von 0,001 Prozent insgesamt und 0,003 Prozent bezogen auf die Gesamtzahl unserer Artikel, die wir korrigieren mussten.

Das heddesheimblog hat mit seiner Berichterstattung zur öffentlichen Meinungsbildung in der politischen Diskussion ĂŒber die geplante Ansiedlung der Unternehmensgruppe „Pfenning“ entscheidend beigetragen.

DarĂŒber hinaus bildet das heddesheimblog qualitativ weitere Aspekte des öffentlichen Lebens in Heddesheim exklusiver, aktueller und umfangreicher als jedes andere Medium in der Region ab – nicht jedoch quantitativ.

Denn die Gemeinde Heddesheim veröffentlicht beispielsweise das Programm der Volkshochschule in umfangreicher Weise nur im Mitteilungsblatt.

Das hat aber mit Journalismus nichts zu tun.

DarĂŒber hinaus gibt es die Informationen der Kirchen, der Vereine und anderer öffentlicher TrĂ€ger, die ĂŒberwiegend pflichtgemĂ€ĂŸ im Mitteilungsblatt stattfinden.

Auch das hat mit einem qualitativen Journalismus nichts zu tun.

Diese Dokumentationspflicht ist vertraglich oder gesetzlich geregelt und tangiert das heddesheimblog nicht.

Lokale und regionale Berichterstattung ist der Kern der journalistischen Informationsplattform „heddesheimblog.de“.

Berichte ĂŒber Feste und Veranstaltungen sind dabei fĂŒr uns „normales“ TagesgeschĂ€ft, das wir stĂ€ndig ausbauen.

DarĂŒber hinaus bietet das heddesheimblog investigative Informationen und exklusive Berichterstattung.

Echten Journalismus eben.

DarĂŒber hinaus beteiligt das heddesheimblog auch die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger durch eine „redaktionell gepflegte“ Kommentarfunktion am öffentlichen Geschehen – exklusiv. Kein anderes Medium in der Region kann diese öffentliche Beteiligung auch nur im Ansatz vorweisen.

FĂŒr die rege und verantwortliche Teilnahme daran bedankt sich die Redaktion bei allen Kommentatorinnen und Kommentatoren, die mit ihren fundierten BeitrĂ€gen die öffentliche Meinung mit gestalten.

Die meisten der Kommentatoren beachten die ungeschriebenen Regeln des Anstands und Respekts (und die lockeren Regeln des heddesheimblogs) und dĂŒrfen deswegen ihre BeitrĂ€ge ohne vorherige PrĂŒfung direkt online stellen.

Das ist ein großes Kompliment an alle Kommentatorinnen und Kommentatoren. Bei fast allen websites sind Registrierungen notwendig. Beim heddesheimblog nicht, da die BeitrĂ€ge unserer Leserinnen und Leser ĂŒberwiegend vernĂŒnftig sind und nicht reglementiert werden mĂŒssen. 🙂

NatĂŒrlich lesen wir trotzdem jeden dieser Texte.

Wir haben aber aktuell etwa zwei Dutzend Kommentatoren auf unserer „Beobachtungsliste„, die BeitrĂ€ge schreiben, die nur zum Teil einer Veröffentlichung zugĂ€nglich gemacht werden können, weil sie vorsĂ€tzlich oder aus Unkenntnis gegen unsere redaktionellen Regeln oder die des normalen Anstands verstoßen.

Das hat ĂŒberhaupt nichts mit „Zensur“ zu tun und zugleich genau damit.

Manche Kommentatoren schießen regelmĂ€ĂŸig ĂŒbers Ziel hinaus. Dabei werden sie beleidigend und unsachlich. Oder sie stellen unhaltbare Behauptungen auf oder Ă€ußern sich verĂ€chtlich – gegenĂŒber wem auch immer.

Solche Kommentare „zensiert“ die Redaktion regelmĂ€ĂŸig – auch wenn es manchen der „zensierten“ Kommentatoren schwer fĂ€llt zu glauben, dass das „erlaubt“ ist. ÃƓberwiegend dient diese „Zensur“ deren eigenem Schutz – wĂŒrden wir diese unhaltbaren BeitrĂ€ge öffentlich zugĂ€nglich machen, wĂŒrde es Abmahnungen hageln.

Manchmal schreiben diese Leser dann wieder Kommentare, die nach ÃƓberzeugung der Redaktion zu veröffentlichen sind. Wir wĂ€gen hier ab und sind insgesamt – auch teilweise im persönlichen Kontakt mit den Kommentatoren – um eine möglichst große Meinungsvielfalt bemĂŒht.

„Pöbel“-Texte oder nicht haltbare Äußerungen in Kommentaren schalten wir nicht frei – unabhĂ€ngig  von der Frequenz der Forderung dazu oder eingehenden Drohungen.

Manche Kommentatoren denken, dass sie eine persönlich-intensive Betreuung fĂŒr sich beanspruchen können. Das ist leider nicht der Fall. Wir haben redaktionell keine Möglichkeit, uns mit jedem Kommentator ĂŒber jede Formulierung zu befassen.

Im Zweifel hilft bei ganz harten FĂ€llen ein Psychoanalytiker.

Fehlerhafte Kommentare schalten wir niemals frei – in den meisten FĂ€llen weisen wir auf die Fehler hin – in den meisten FĂ€llen werden diese nicht korrigiert.

Stattdessen wird moniert, dass wir BeitrĂ€ge nicht frei schalten und es wird irgendwas von „Zensur“ gekreischt. Auch das gehört zum AlltagsgeschĂ€ft.

Eine fehlerhafte redaktionelle Berichterstattung korrigieren wir sofort. Das gebietet unsere selbstverpflichtende Verantwortung gegenĂŒber der Öffentlichkeit.

Diese „Verantwortung“ wiederum definiert jede Redaktion selbst. Es gibt kein Gesetz darĂŒber, was und wie eine Redaktion berichtet. Es gibt aber Gesetze, was erlaubt ist und was nicht. Darauf bezieht sich der Begriff der „Verantwortung“.

Ein Beispiel:
Bei der Berichterstattung haben wir einen Fehler gegenĂŒber der Unternehmensgruppe „Pfenning“ aus eigenem Antrieb sofort korrigiert. Das hatte keine juristischen Folgen.

Auch gegenĂŒber der Gemeinde Heddesheim haben wir einen unbeabsichtigten Fehler in der Berichterstattung begangen, den wir auch vor einer Reaktion der Gemeinde insofern korrigiert haben, als wir der Gemeinde trotz Kritik einen absolut richtigen Umgang mit der Erfassung und Darstellung von Zahlen bestĂ€tigt haben.

Die Gemeinde, respektive der BĂŒrgermeister Michael Kessler, hat sich trotzdem entschlossen, ohne Vermittlung sogleich den Weg der juristischen Anklage zu wĂ€hlen.

Und das mit einem existenzbedrohendem Streitwert von 15.000 Euro. Dieser Wert ist lĂ€cherlich in Bezug auf große Unternehmen – er ist aber existenziell fĂŒr kleine in der Entwicklung befindlichen Unternehmen wie dem heddesheimblog.

Das ist sowohl der Anwaltskanzlei als auch dem BĂŒrgermeister Kessler bewusst.

Die journalistische Frage ist, ob Herr BĂŒrgermeister Kessler genau darauf abzielt.

Die Redaktion kann nur konstatieren, dass sie Formulierungsfehler bedauert und sofort Korrekturen umgesetzt hat, im Kern aber an ihrer journalistischen Bewertung festhÀlt.

Denn der Artikel 5 des Grundgesetzes ĂŒber die Meinungsfreiheit steht nach Auffassung der Redaktion vor jedem anderen Recht.

Eine Meinung haben zu dĂŒrfen, ist das wichtigste demokratische Gesetz.

Eine Meinung vertreten zu dĂŒrfen, ist die wesentliche Voraussetzung fĂŒr jede Demokratie.

Eine Äußerung korrigieren zu dĂŒrfen, wenn Sie Rechte anderer unbeabsichtigt verletzt haben sollte, muss jedem Menschen – auch Journalisten – erlaubt sein.

In einem Rechtsstaat ist es jedem erlaubt, „sein Recht“, egal ob es Sinn macht oder nicht, egal ob es existenzbedrohend ist oder nicht, gemĂ€ĂŸ aller geltenden Paragrafen durchzusetzen – auch BĂŒrgermeistern, die angeblich „ihre Angestellten und Beamten“ schĂŒtzen wollen – vor was auch immer.

Dann muss sich der Durchsetzer der Paragrafen aber auch zu Recht „Paragrafenreiter“ nennen lassen dĂŒrfen.

Denn das ist eine MeinungsĂ€ußerung, die durch Artikel 5 des Grundgesetzes unbedingt geschĂŒtzt ist.

Das heddesheimblog steht fĂŒr einen unabhĂ€ngigen Journalismus.

UnabhĂ€ngig von politischen Parteien, wirtschaftlichen Interessen oder Lobbyismus – egal von welcher Seite.

Das heddesheimblog hat aus eigenem Antrieb umfangreiche Korrekturen  der eigenen Berichterstattung vorgenommen – ohne Freude, sondern mit viel Ärger ĂŒber die eigene NachlĂ€ssigkeit, die diese Korrekturen in diesem Fall notwendig machten.

GegenĂŒber der beauftragten Anwaltskanzlei der Gemeinde hat sich die Redaktion zu Korrekturen einer „missglĂŒckten“ Formulierung bereit erklĂ€rt und damit auch zur ÃƓbernahme einer öffentlich wahrnehmbaren Korrektur der eigenen Berichterstattung.

Diese Form der eigenen „Schuldanerkennung“ in Bezug auf eine missglĂŒckte Formulierung muss aus Sicht der Redakton reichen.

Wozu die Redaktion nicht bereit ist, ist jegliche Form der Unterzeichnung einer „UnterlassungserklĂ€rung“ gleich welcher Art. Dazu muss die Redaktion „gezwungen“ werden.

Herr BĂŒrgermeister Kessler oder wer auch immer kann sich nun entscheiden, etwas erzwingen zu wollen, oder eine Entschuldigung zu akzeptieren.

Nicht akzeptabel fĂŒr die Redaktion des heddesheimblogs sind Äußerungen von wem auch immer, dass wir die Verwaltungsbeamten- und angestellten der Gemeinde in irgendeiner Weise schmĂ€hend oder ehrverletzend darstellen wĂŒrden.

Im Gegenteil hat die Redaktion des heddesheimblogs GerĂŒchte ĂŒber eine „mögliche Manipulation“ der BĂŒrgerbefragung sofort aktiv gegenrecherchiert und ĂŒber diese unhaltbaren „GerĂŒchte“ berichtet.

HĂ€tte die Redaktion einen Zweifel an der ordnungsgemĂ€ĂŸen DurchfĂŒhrung der BĂŒrgerbefragung gehabt – hĂ€tte sie umgehend darĂŒber berichtet – diese Zweifel gab es aber nicht.

Das heddesheimblog berichtet unabhÀngig, frei und ohne Vorbehalte.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Das Meinungskartell

Meinungsfreiheit braucht Transparenz. Informationen, die man erhÀlt, bilden die eigene Meinung genauso wie Informationen, die man nicht erhÀlt oder die den Menschen vorenthalten werden. In Heddesheim tobt lÀngst eine Propagandaschlacht mit unsauberen Mitteln.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Nussbaum-Mediengruppe ist ein mittelstĂ€ndiger Anzeigenverlag, der fĂŒr Gemeinden Amts- und MitteilungsblĂ€tter herstellt. Das ist eigentlich ein ganz unpolitisches GeschĂ€ft. Oder doch nicht?

„Derzeit werden am Standort Weil der Stadt 149 Amts- und MitteilungsblĂ€tter mit einer verbreiteten Auflage pro Woche von ĂŒber 500.000 Exemplaren produziert“, heißt es auf den Unternehmensseiten im Internet. Und weiter: „Der Anzeigenteil besteht aus privaten Kleinanzeigen und gewerblichen Anzeigen. Das Amtsblatt stellt ein geeignetes Medium fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden dar, um die BĂŒrger ausfĂŒhrlich ĂŒber örtliche Ereignisse informieren zu können. Viele lokale Informationen sind nur im Amtsblatt zu finden.“

Das bedeutet, der Verlag verfĂŒgt ĂŒber eine enorme publizistische Reichweite und damit auch Macht. Was hier gedruckt wird, informiert die BĂŒrger genauso wie das, was nicht gedruckt wird und die BĂŒrger dementsprechend uninformiert sein lĂ€sst.

WĂ€hrend der BĂŒrgermeister Michael Kessler als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts den Parteien erlaubt, Meinungsartikel abzudrucken, weigert sich der Verlag Gegendarstellungen zu veröffentlichen. Moment? Wie kann sich der Verlag weigern, wenn der BĂŒrgermeister zustĂ€ndig ist? Das ist eine gute Frage. Wir haben versucht, darauf eine Antwort zu erhalten – erfolglos.

Jetzt weigert sich der Verlag, eine Anzeige der IG neinzupfenning abzudrucken, weil man kein „Meinungsblatt“ sei. Anzeigen der „Pfenning-Gruppe“ hingegen werden veröffentlicht. Wie passt das zusammen?

Ganz einfach: Der BĂŒrgermeister weiß das Mitteilungsblatt sehr gut zu nutzen. Fast keine Ausgabe, in der er nicht mehrmals auf Fotos zu sehen ist, immer strahlend, immer gut gelaunt. Der allgegenwĂ€rtige BĂŒrgermeister nutzt das von der Gemeinde bezahlte Blatt also ausgiebig fĂŒr seine Eigendarstellung.

Ebenso die Parteien, die hier wöchentlich ihre Artikel veröffentlichen – meistens sehr meinungslastig und ebenfalls von der Gemeinde bezahlt. Auch die IG Nein zu Pfenning hĂ€tte die Möglichkeit hier zu veröffentlichen – wĂ€re sie ein Verein. Ist sie aber nicht. Der BĂŒrgermeister könnte aber trotzdem entscheiden, dass die IG hier veröffentlichen kann – wenn er das wollte. Will er aber nicht.

Und der Nussbaum-Verlag verzichtet ganz gegen seine GeschĂ€ftsinteressen auf bezahlte Anzeigen, deren Inhalte gegen kein Gesetz verstoßen – außer dem, dass eine kritische Information der Heddesheimer Öffentlichkeit sowie anderen Orten an der Bergstraße nicht gewĂŒnscht ist.

Das ist kein Zufall – sondern hat Methode. Wie geschönte Artikel im Mannheimer Morgen, die frei von Recherche die geplante Pfenning-Ansiedlung bewerben, wĂ€hrend die „Pfenning-Gruppe“ teure Anzeigen beim MM schaltet.

Es ist auch kein Zufall, wenn das vermeintliche „Wirtchaftsmagazin Econo„, das im selben Verlag wie der MM erscheint, ein PortrĂ€t der Gemeinde Heddesheim veröffentlicht, in dem Heddesheim als Logistikstandort beworben wird. Inklusive großformatiger teurer Anzeigen von „Pfenning“.

Es ist auch kein Zufall, wenn das Rhein-Neckar-Fernsehen eine Diskussionsrunde zum Streit in Heddesheim ausstrahlt – freilich ohne einen Vertreter der IG Nein zu Pfenning.

Der Anzeigenverlag Nussbaum-Medien ist damit nicht lÀnger einfach ein Anzeigenverlag. Er ist Teil des Meinungskartells geworden.

Damit ist er nicht lĂ€nger einfach nur ein Anzeigenverlag, sondern ein politischer Mitspieler, der die Interessen bedient, die ihn bezahlen: Die der „Gemeinde“ Heddesheim, respektive des BĂŒrgermeisters und die der „Pfenning-Gruppe“, die fleißig Anzeigen schaltet.

Heddesheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern muss spĂ€testens jetzt klar werden, dass sie in einer desolaten Informationslage sind. Der örtliche Zeitungsmonopolist MM informiert die BĂŒrger nicht umfassend und nicht kritisch in der Sache. Das Rhein-Neckar-Fernsehen ebenfalls nicht. Und das Mitteilungsblatt schon gar nicht.

Eine unabhĂ€ngige Berichterstattung, die es den BĂŒrgerinnen und BĂŒrger erlaubt, sich ihre unabhĂ€ngige Meinung zu bilden, findet in diesen Medien nicht statt. Die BĂŒrger sollen gezielt nur ĂŒber das informiert werden, was den Verantwortlichen dieser Medien gefĂ€llt.

Das ist skandalös und nicht hinnehmbar. Die BĂŒrger haben allerdings eine gute Möglichkeit, darauf zu reagieren: Es zwingt sie niemand, die genannten Medien zu nutzen, zu kaufen oder zu abonnieren.

Zensur: Nussbaum-Medien verweigert Abdruck von Anzeigen der IG neinzupfenning

Guten Tag!

Heddesheim, 02. September 2009. Die Nussbaum-Mediengruppe, die als Verlag das „Mitteilungsblatt“ der Gemeinde Heddesheim herstellt, weigert sich nach Angaben der IG neinzupfenning deren Anzeigen abzudrucken.

„Man sei kein „Meinungsblatt““, sagte ein Nussbaum-Mitarbeiter nach Angaben des IG-Sprechers Hans Weber. Eine AnkĂŒndigung zu einer Veranstaltung wĂŒrde man drucken, jedoch keine Inhalte, die eine Meinung beinhalten. Auf Nachfrage, ob man diese Auskunft auch schriftlich erhalten könne, erhielt Hans Weber nach eigenen Angaben eine Absage: „Das reicht mĂŒndlich.“

Auf RĂŒckfrage des heddesheimblogs beim Nussbaum-Verlag kam bis jetzt keine Reaktion.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Nussbaum-Verlag sich geweigert, eine Gegendarstellung der IG abzudrucken und darauf verwiesen, dass der BĂŒrgermeister inhaltlich zustĂ€ndig sei.

Einen Tag nach Zusendung der Gegendarstellung erhielt die IG ein Anwaltsschreiben aus Stuttgart: Auftraggeber war die Nussbaum-Mediengruppe.

Auf Nachfrage des heddesheimblogs, wieso denn der Verlag einen Anwalt beauftragt, wenn doch die presserechtliche Verantwortung beim BĂŒrgermeister liege, bekamen wir zur Antwort: „Der Anwalt ist dauernd fĂŒr uns tĂ€tig, deswegen haben wir das an ihn weitergegeben.“ RĂŒckfrage: „Aber es betrifft Sie doch gar nicht?“ Antwort: „Nein, aber wir haben das so gemacht.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog