Montag, 10. Mai 2021

Gemeinde Hirschberg sieht Verkehrslenkungsvertr├Ąge zu ihren Lasten

Gute Nachbarschaft?

Die Edeka soll um ein zentrales Getr├Ąnkelager der Tochter "Kempf" erweitert werden. Quelle: Edeka

 

Hirschberg, 22. Juni 2012. (red) Zwischen den Gemeinden Hirschbeg und Heddesheim knirscht es gewaltig. B├╝rgermeister Manuel Just ├╝bt deutliche Kritik an der Nachbargemeinde – grunds├Ątzlich steht er Gewerbeentwicklungen positiv gegen├╝ber, aber nicht, wenn seine Gemeinde darunter zu leiden hat. Ein eigenes Verkehrsgutachten soll pr├╝fen, ob Hirschberg den schwarzen Peter zieht, wenn in Heddesheim mit der Pfenning-Ansiedlung nun auch noch die Edeka-Erweiterung kommen sollte. Die M├Âglichkeiten der Gemeinde Hirschberg sind begrenzt – mittlerweile ist es aber vorbei mit H├Âflichkeiten. Gemeinderat Werner Volk bezeichnete unl├Ąngst die Verkehrslenkungsvertr├Ąge als „nahezu b├Âsartig“. Grund genug, den Verwaltungschef nach seiner Sicht der Dinge zu fragen.

Im unserem Interview bringt Bürgermeister Manuel Just deutlich seinen Ärger zum Ausdrück:

Die Verkehrslenkungsvertr├Ąge sind zu Lasten Dritter geschlossen worden.

Mit „Dritten“ meint er die Gemeinde Hirschberg – denn bei Staus auf der A5 werden die Lkw ├╝ber die B3 durch Hirschberg geleitet. Weiter sieht der Hirschberger B├╝rgermeister eigene Entwicklungen gef├Ąhrdet. Immerhin ist er zuversichtlich, dass es einen weiteren Kreisel zur Verkehrsentlastung geben wird – die Ert├╝chtigung des bestehendes Kreisels vor dem Hirschberger Gewerbegebiet ist aber die aus seiner Sicht wichtigste Entlastungsma├čname.

Grunds├Ątzlich zeigt sich der junge Hirschberger B├╝rgermeister Just positiv gegen├╝ber Gewerbeentwicklungen – ganz klar ├Ąrgert er sich aber auch, weil Heddesheim ohne R├╝cksicht auf den Nachbarn plant. Aktuell hat der Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt in Hirschberg beschlossen, ein eigenes Verkehrsgutachten anfertigen zu lassen. Der Grund: Gemeinderat und B├╝rgermeister sehen „erhebliche Plausibilit├Ątsprobleme“bei den bestehenden Gutachten, die die Gemeinde Heddesheim eingeholt hat.

Das Verh├Ąltnis der beiden B├╝rgermeister bezeichnet Just als „professionell“ – mehr nicht.

Das ausf├╝hrliche Interview lesen Sie hier auf dem Hirschbergblog.de

 

Heftige Diskussion im ATU ├╝ber Erweiterung der Edeka in Heddesheim

Hirschberg beauftragt neues Verkehrsgutachten

Hier soll die neue Edeka-Erweiterung enstehen.

Hirschberg/Heddesheim, 14. Juni 2012. (red/sap) Im Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt (ATU) in Hirschberg wurde gestern heftig diskutiert – wegen der in Heddesheim geplanten Erweiterung der Edeka. Schlie├člich beschloss der Ausschuss eine Stellungnahme, nach der Hirschberg von „allen zust├Ąndigen Stellen“ verlangt, dass „verkehrsmindernde Ma├čnahmen zugesagt werden“. Zudem wird Hirschberg ein eigenes Verkehrgutachten beauftragen.

Von Sabine Prothmann

Der Antrag der Gemeinde Heddesheim auf Zulassung von Abweichungen von Zielen des Regionalplans „Unterer Neckar“ des Verbandes Region Rhein-Neckar f├╝r eine gewerbliche Baufl├Ąche im Bereich „Unteres B├Ąumelgewann“ in Heddesheim – dabei geht es um die Erweiterung der Edeka – wurde im ATU der Gemeinde Hirschberg heftigst diskutiert.

B├╝rgermeister Manuel Just betonte ausdr├╝cklich, dass er einer Wirtschafsf├Ârderung und einer Arbeitsplatzsicherung┬á positiv gegen├╝ber stehe, dass aber die Verkehrsentwicklung nicht zu Lasten der Gemeinde Hirschberg gehen d├╝rfe.

Die Kapazit├Ąten der Autobahn und der Autobahnanschl├╝sse betrachtete Just sehr kritisch. Schon bei der Erschlie├čung des Hirschberger Gewerbeparks habe einVerkehrsgutachten bescheinigt, die Verkehrssituation sei „gerade noch ausk├Âmmlich“. Und auch jetzt nach der Pfenning-Erschlie├čung und mit dem Ausbau des Edeka -Gel├Ąndes wurde wieder „mit gerade noch ausk├Âmmlich“ argumentiert.

„Wirtschaftsf├Ârderung ist gut, aber wir brauchen eine technische L├Âsung f├╝r die Autobahnanschl├╝sse“, argumentierte der B├╝rgermeister.

Bypass-L├Âsung nicht notwendig?

Ein weiterer Kreisverkehr sei vom Regierungspr├Ąsidium in Aussicht gestellt worden, aber eine Bypass-L├Âsung empfinde man dort als nicht notwendig.

Deswegen pl├Ądierte Just daf├╝r, dem Verwaltungsvorschlag zuzustimmen, dass der ATU erst unter der Voraussetzung, dass das Regierungspr├Ąsisium Karlsruhe verkehrsmindernde Ma├čnahmen f├╝r den Bereich des Kreisverkehrs und des Autobahnanschlussse Hirschberg in Aussicht stelle, dem Antrag der Gemeinde Heddesheim zustimme.

Unter den ATU-Mitgliedern herrschte schnell Einigkeit, dass die Formulierung „in Aussicht stelle“ noch zu „weich“ sei.

Karin Kunz (CDU) bezeichnete das Pfenning-Geb├Ąude und die Entwicklung als „Katastrophe“, „da muss verkehrstechnisch etwas passieren, das geht nicht mehr“.

Und auch B├╝rgermeister Just musste einr├Ąumen, die Gemeinde Hirschberg sei durch den Ausweichverkehr stark betroffen, was nat├╝rlich auch aus dem Verkehrslenkungsvertrag resultiere, den Heddesheim mit Pfenning abgeschlossen habe.

„Wir haben dieses Thema oft behandelt und nichts erreicht“, meinte Fritz Bletzer (FW) und weiter:

Stimmen wir nicht zu, sind wir Arbeitsplatzvernichter, stimmen wir zu, baut die Gemeinde Heddesheim, ohne dass die Verkehrsprobleme gel├Âst werden.

„Wenn wir ablehnen, hei├čt das noch lange nicht, dass nicht gebaut wird“, kl├Ąrte der B├╝rgermeister diese These. Das sei schlie├člich eine Sache des Regionalverbandes.

Hirschberg sei auch nicht gegen die Ausweitung des Gewerbegebietes, verdeutlichte B├╝rgermeister Just noch einmal seine Haltung, sondern f├╝r die Schaffung einer Infrastruktur. „Auch wir verursachen mit unserem Gewerbepark Verkehr“, machte er deutlich.

„Das h├Ârt sich jetzt sanft an“, kritisierte Karl Heinz Treiber (GLH). Im Januar habe die Aussage Just noch ganz anders geklungen. Treiber ziterte den B├╝rgermeister mit einem Satz aus der Rhein-Neckar-Zeitung:

Heddesheim muss seine Hausaufgaben machen.

„Wir haben hier einen Mords-Block von Industrieerweiterung“, sagte der Gr├╝nen-Gemeinderat. Ihm seien das eindeutig „zu wenig an gemachten Hausaufgaben“.

Just entgegnete:

Wir stimmen zu, um unseren guten Willen zu demonstrieren.

Die Formulierung sei zwar weicher und sanfter, aber das Resultat sei gleich.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sprach von einem „Wischiwaschi-Gutachten“. Es sei unlogisch einerseits von mehr Arbeitspl├Ątzen zu sprechen und andererseits zu versichern, es g├Ąbe nicht mehr Verkehr und LKWs.

Auch Karl Schnell (CDU) sagte:

Das Verkehrsgutachten ist eine Katastrophe und das Regierungspr├Ąsidium springt darauf ein.

Dem m├╝sse bei der Formulierung des Beschlussvorschlags Rechnung getragen werden, so Schnell.

Mit der Formulierung habe man Heddesheim aus der Pflicht genommen, kritisierte Treiber.

Es kam der Vorschlag auf, dass auch Hirschberg einen Verkehrslenkungsvertrag mit der Firma Pfenning abschlie├čen sollte.

Dem hielt der B├╝rgermeister entgegen, die B3 sei eine Ausweichstra├če. Zudem

Heddesheim hat den Hebel in der Hand, Heddesheim hat die Fl├Ąche und den Bebauungsplan.

Werner Volk (FW) sagte: „Der Verkehrslenkungsvertrag ist schon b├Âsartig“, und:

Ich versteh die Welt nicht und ich versteh auch Heddesheim nicht. Der Verkehrslenkungsvertrag ist ein Unding.

„Wir werden wieder verlieren und das ├Ąrgert mich ma├člos“, erkl├Ąrte Karin Kunz:

…denn ob wir ablehnen oder nicht, spielt keine Rolle.

„Wir sind mit der Entwicklung nicht zufrieden“, sagte der B├╝rgermeister und schlug vor ,die zur├╝ckgestellten 10.000 Euro f├╝r ein Verkehrsgutachten jetzt einzusetzen.

Sein Vorschlag, dass die Gemeindeverwaltung ein Verkehrsgutachten beauftragen sollte, um die Haltung Hirschbergs auf Plausibilit├Ąt zu ├╝berpr├╝fen und die Stellungsnahme zu flankieren, wurde einstimmig angenommen.

Der ge├Ąnderte Beschlussvorschlag lautete schlie├člich, dass Hirschberg seine Zustimmung davon abh├Ąngig mache, dass von allen zust├Ąndigen Stellen verkehrsmindernde Ma├čnahmen f├╝r den Bereich des Kreisverkehrs und des Autobahnanschlusses Hirschberg zugesagt werden.

Bei zwei Gegenstimmen (GLH) wurde dem zugestimmt.

„Mitten im Feld“

Auch zu dem Bebauungsplan „Mitten im Feld“ der Nachbargemeinde Heddesheim sollte Hirschberg eine Stellungnahme abgeben.

Die meisten Ausschussmitglieder hatten mit dem geplanten Neubaugebiet keine Probleme.

Eva-Marie Pfefferle freute sich ├╝ber die bunte Mischung der Bauformen, die hier vorgesehen seien, w├Ąhrend Oliver Reisig (FDP) die „Unordnung“ eher kritisch betrachtete.

Bei zwei Gegenstimmen der Gr├╝nen Liste Hirschberg wurde dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, Hirschberg habe keine Bedenken gegen den Bebauungsplanentwurf entsprochen.

An Karl Heinz Treiber gewandt, meinte der B├╝rgermeister:

Ich w├Ąre pers├Ânlich beleidigt, wenn Sie hier zugestimmt h├Ątten, nachdem Sie gegen meinen Sterzwinkel gestimmt haben.

„Es wurde deutlich, wie schwach und ungen├╝gend s├Ąmtliche Gutachten sind.“

Guten Tag!

Heddesheim, 19. Dezember 2010. Am 09. Dezember 2010 fand im B├╝rgerhaus ein Er├Ârterungstermin zum Planfeststellungsverfahren „Gleisanschluss Pfenning“ statt.

G├╝nther Heinisch, Gr├╝nen-Gemeinderat, sieht seine Zweifel am „Pfenning“-Projekt best├Ątigt: „Unterm Strich bleiben Belastungen und summieren sich vielleicht zu untragbaren Situationen“, sagt er und kritisiert im Interview, dass eine ordentliche Pr├╝fung im Gemeinderat nicht stattgefunden hat.

Geleitet wurde die Sitzung von Thorsten Maiwald vom Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe. Anwesend waren zudem – zeitweise – B├╝rgermeister Kessler, Mitarbeiter des Bauamts, Vertreter der „Pfenning“-Gruppe mit zwei Anw├Ąlten, Rolf Breitwieser als Anwohner samt Anwalt und die Einwender G├╝nther Heinisch und Kurt Klemm, stellvertretend f├╝r den Naturschutzbund e.V.. Au├čerdem Vertreter des Verbands Region Rhein-Neckar und des Verkehrsverbunds.

Zun├Ąchst sollte die Sitzung nicht-├Âffentlich sein, wurde dann aber als ├Âffentlich freigegeben, da keine Einw├Ąnde bestanden, Zuschauer zuzulassen. Rund ein halbes Dutzend B├╝rgerInnen verfolgten deshalb die Er├Ârtertung, die von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr dauerte.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Heinisch, Sie haben am Er├Ârterungstermin teilgenommen. Warum?

G├╝nther Heinisch: „Weil ich als B├╝rger eine Einwendung gegen den Gleisanschluss gemacht habe.“

Moment, sind die Gr├╝nen nicht f├╝r das Gleis?

Heinisch: „Aber selbstverst├Ąndlich. Jedoch ist Gleis nicht gleich Gleis, was man auch bei Stuttgart 21 sieht. Uns ist ein sinnvolles S-Bahn-Projekt lieber, als das Wohl einer einzelnen Firma. Meine Eingaben umfassen insgesamt 48 Seiten und kritisieren auch beim Gleisanschluss mangelhafte Gutachten und eine ungen├╝gende Debatte zum Thema und den Folgen einer solchen baulichen Ma├čnahme im Gemeinderat.“

Was meinen Sie beispielsweise?

heinisch

Gr├╝nen-Verkehrsexperte G├╝nther Heinisch. Foto: privat

Heinisch: „Ganz klar das L├Ąrmschutz-Gutachten. Hier wurde beispielsweise deutlich, dass der Gutachter seine Berechnungen auf falschen Angaben erstellt hat.“

Woher wissen Sie das?

Heinisch: „Das wurde w├Ąhrend der Anh├Ârung deutlich. Der Gutachter musste sich wie andere auch auf Angaben von Pfenning als Grundlage seiner Arbeit verlassen. Danach hie├č es, es g├Ąbe drei Zugbewegungen pro Tag. Tats├Ąchlich wurde festgestellt, dass diese Z├╝ge nat├╝rlich wieder wegfahren und dazwischen rangiert werden mu├č. Insgesamt ergeben sich pro Tag mindestens 12 Fahrten bei t├Ąglich drei Z├╝gen. Den Gutachter trifft keine Schuld bei der falschen Bewertung, er wurde falsch informiert. W├Ârtlich sagte er: „Das ist das erste, was ich h├Âre.“ Und er fand die neuen Informationen sehr interessant.“

Und weiter?

Heinisch: „Auch das Artenschutzgutachten musste ja bereitsnachgebessert werden. Interessant war der Zynismus, der an den Tag gelegt wurde. Kurt Klemm war als Umweltsch├╝tzer anwesend und hat seine Erkenntnisse zum Feldhamstervorkommen vorgetragen. Er musste sich von Pfenning-Anw├Ąlten fragen lassen, ob er „Hamster-Experte“ sei. Die Antwort war eine Gegenfrage: Ob der Gutachter, im Hauptberuf ein Physiotherapeut, ein Hamster-Experte sei. Das hatte schon fast einen Kreuzverh├Âr-Charakter einer Gerichtsverhandlung“.

Kam auch das Feinstaub-Gutachten zur Sprache?

Heinisch: „Aber sicher. Hier stellte sich nachtr├Ąglich heraus, da├č nur die Werte der Autobahn ber├╝cksichtigt worden sind, der Pfenning-Verkehr und die Feinstauberzeugung durch die Zuglieferungen und die Rangiert├Ątigkeiten blieben au├čen vor. Ebenso der Feinstaub, den die Bahnlinie selbst erzeugt.

Gab es ein Ergebnis?

Heinisch: „Aus meiner Sicht schon: Es wurde deutlich, wie schwach und ungen├╝gend s├Ąmtliche Gutachten sind, mit denen Pfenning hier durchgedr├╝ckt werden soll. Und etwas anderes hat die Anh├Ârung gezeigt, das erschreckende Unverm├Âgen und/oder die Unwilligkeit des Heddesheimer Gemeinderates in seiner 12:9 Mehrheit, das zu erkennen und danach zu handeln.“

Wie meinen Sie das?

Heinisch: „Die Gutachten wurden einfach durchgewunken. Weder die CDU, noch die SPD oder FDP hatten auch nur eine Frage dazu. Und das Regierungspr├Ąsidium ging davon aus, dass der Gleisanschluss im Gemeinerat diskutiert worden sei.“

Er war Thema.

Heinisch: „Das hat B├╝rgermeister Michael Kessler auch so geantwortet. Es ist dar├╝ber geredet worden, dass er geplant sei und mittlerweile ein Antragsverfahren er├Âffnet wurde. Inhaltlich, in den Details und welche Auswirkungen in Sachen L├Ąrm und Feinstaub das haben wird, dar├╝ber wurde aber nicht informiert und debattiert. Eine ernstzunehmende Abw├Ągung hat nicht stattgefunden.“

Wie war die Reaktion?

Heinisch: „Zumindest der Anwalt von Herrn Breitwieser fand diesen Punkt sehr interessant.“

Was wollen Sie damit andeuten?

Heinisch: „Ganz sicher suchen die Anw├Ąlte, die die Mitglieder der der IG neinzupfenning vertreten, nach Verfahrensfehlern. Vielleicht handelt es sich hier um einen.“

Nochmal zur├╝ck zum Anfang: Ist es nicht ein wenig paradox, dass Sie als Gr├╝ner 48 Seiten Einw├Ąndungen gegen einen Schienentransport schreiben?

Heinisch: „Grunds├Ątzlich sind wir f├╝r die Schiene, aber wir sind auch f├╝r sinnvolle Schienenprojekte. Um ein solches handelt es sich hier nicht, denn es gef├Ąhrdeit die S-Bahn. Dar├╝ber hinaus muss man das jeweilige Projekt im gesamten sehen. Auch beim angeblich geplanten Gleis basieren die Gutachten auf teils unzureichenden Daten, das hatten wir auch schon beim Planfestellungsverfahren zum Logistikzentrum. Unterm Strich bleiben Belastungen und summieren sich vielleicht zu untragbaren Situationen. Die Gr├╝nen verlangen eine ordentliche Pr├╝fung und klare und durchschaubare Informationen.“

Sie trennen nicht zwischen Gleis und Logistikzentrum?

Heinisch: „Wieso sollte ich? Ohne Logistikzentrum braucht es kein Gleis. Diese k├╝nstliche Trennung haben der B├╝rgermeister und seine Mehrheit vorgenommen. Es ist aber ein Projekt. Ich erinnere da an die CDU, die ganz klar gesagt hat: Pfenning nur mit Gleis. Es handelt sich nicht um zwei Projekte, sondern klar um ein Gesamtprojekt. Der Gleisanschluss muss ebenfalls ordentlich auf seine Vor- und Nachteile und auf m├Âgliche Alternativen abgewogen werden. Im Heddesheimer Gemeinderat hat dies leider nicht stattgefunden.“

Zur Person:
G├╝nther Heinisch ist ein Sprecher des B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen-Ortsverbands Heddesheim und Mitglied der Gr├╝nen-Gemeinderatsfraktion. Er hat sich f├╝r die Fraktion umfangreich mit dem Thema Verkehr befasst und bereits das Verkehrsgutachten als „ungen├╝gend“ und „gesch├Ânt“ bewertet.

Hintergrund:
Die Gemeinde Hirschberg an der Bergstra├če pr├╝ft ein Normenkontrollverfahren gegen den „Pfenning„-Bebauungsplan, unter anderem, weil der „Verkehrslenkungsvertrag“ zu Lasten der Gemeinde Hirschberg gehe. Aber auch, weil im Jahr 2000 ein Verkehrsgutachten dem Hirschberger Kreisel am Gewerbegebiet den „Kollaps“ voraussagt und derselbe Gutachter zehn Jahre sp├Ąter diesem Kreisel auch mit „Pfenning“-Verkehr noch ein ausreichend attestiert.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog und au├čerdem partei- und fraktionsfreier Gemeinderat.

Vorabmeldung: Verkehrsgutachten widersprechen sich

Guten Tag!

Heddesheim, 15. April 2010. Wir werden gegen 18:00 Uhr das Verkehrsgutachten ver├Âffentlichen, das das B├╝ro Koehler, Leutwein und Partner im Jahre 2000 zum „Hirschberger Kreisel“ erstellt hat. Brisant: Das Gutachten prognostiziert vor zehn Jahren die Leistungsstufe E wenn ├╝ber das Hirschberger Gewerbegebiet hinaus weiterer Verkehr hinzukommen sollte. Die Folge: Kollaps des Kreisels und des Verkehrs.

Von Hardy Prothmann

Sind die beiden aktuellen Verkehrsgutachten des B├╝ros Koehler, Leutwein und Partner glaubw├╝rdig? Die Gr├╝nen bezeichneten schon das erste Gutachten als „Gef├Ąlligkeitsgutachten“, weil die „Verkehrsbeziehung“ zwischen dem Heddesheimer Kreisel und dem Hirschberger Kreisel nicht betrachtet wurde.

Daraufhin wurde ein „erweitertes“ Gutachten nachgeschoben. Das stellte fest, dass auch der Hirschberger Kreisel den Verkehr noch aushalten k├Ânne. Wenngleich sich in Spitzenzeiten die Qualit├Ąt der Leistungsstufe von B auf D verschlechtern w├╝rde.

Schlechter als D ist die Leistungsstufe E, die man auch mit „Kollaps“ ├╝bersetzen kann.

Brisant: Bereits vor zehn Jahren begutachtete das B├╝ro Koehler Leutwein und Partner den Hirschberger Kreisel in Verbindung mit der Entwicklung des Hirschberger Gewerbegebiets S├╝d (ca. 12 Hektar Fl├Ąche). Die Prognose: Sollte auch das Gewerbegebiet Hirschberg Nord (ca. 9 Hektar Fl├Ąche) entwickelt werden, w├╝rde die Leistungsstufe des Kreisels nur noch E betragen. Der Verkehrskollaps w├Ąre programmiert.

Zehn Jahr sp├Ąter prognostiziert dasselbe B├╝ro f├╝r eine doppelt so gro├če Ansiedlung (19,5 Hektar) mit viel mehr Verkehr noch die Leistungsstufe D.

Das Ingenieurb├╝ro Koehler, Leutwein und Partner d├╝rfte damit in gro├če Erkl├Ąrungsn├Âte kommen, was die Qualit├Ąt und Aussagekraft dieser widerspr├╝chlichen Gutachten angeht.

B├╝rger, Betroffene und Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange k├Ânnen noch bis morgen, also Freitag, 16. April 2010, 12:00 Uhr Einw├Ąnde im Rathaus vorbringen.

Hirschbergs B├╝rgermeister Just hat „erhebliche Bedenken“ beim Verkehrsgutachten

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 07. April 2010. Der Hirschberger B├╝rgermeister Manuel Just hat in einem Interview mit dem hirschbergblog „erhebliche Bedenken“ zum Verkehrsgutachten ge├Ąu├čert. Die Gemeinde Hirschberg wird deshalb einen Einwand zum ausgelegten Bebauungsplan abgeben.

Zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung gibt es nicht nur zwei Verkehrsgutachten in Heddesheim, sondern auch eines in Hirschberg. Das wurde vor zehn Jahren angefertigt und besagt, dass der Hirschberger Kreisel bei einer Entwicklung des Hirschberger Gewerbegebiets Nord (ca. 9 Hektar) den Verkehr nicht mehr aufnehmen kann: Stufe E.

In einem ersten Gutachten zum geplanten „Pfenning“-Projekt war der Hirschberger Kreisel zun├Ąchst nicht bewertet worden, in einem „erweiterten“ Gutachten wird die Leistungsf├Ąhigkeit mit Stufe D, also noch leistungsf├Ąhig, eingesch├Ątzt.

Pikant: Die widerspr├╝chlichen Gutachten kommen von denselben Gutachtern, Koehler, Leutwein & Partner aus Karlsruhe.

Der Hirschberger B├╝rgermeister Manuel Just will eine Antwort auf die Frage, wie es zu den unterschiedlichen Aussagen kommt. Den „Pfenning-Bef├╝rwortern“ d├╝rfte das nicht gefallen. Au├čerdem ist Hirschberg nicht mit zus├Ątzlichem Verehr durch Pfenning einverstanden.

In einem Interview mit dem hirschbergblog sagte B├╝rgermeister Just auf die Frage nach den Verkehrsgutachten: „Mit den Nachteilen meine ich ganz klar eine zus├Ątzliche Verkehrsbelastung f├╝r Hirschberg. Erhebliche Bedenken habe ich, was das Verkehrsgutachten angeht.“

Im Hirschberger Gemeinderat bezeichnete der SPD-Gemeinderat Dr. Horst Metzler den Heddesheimer „Verkehrslenkungsvertrag“ als „unfreundlichen Akt“ gegen├╝ber Hirschberg.

Im Gemeinderat wurde die Forderung laut, dass entweder Hirschberg auch einen solchen Vertrag bekommen solle oder Heddesheim seinen k├╝ndigen muss, weil sonst der Heddesheimer „Pfenning“-Verkehr auch ├╝ber die B3 rollen w├╝rde.

Nach intensiver Debatte hat sich der Hirschberger Gemeinderat auf einen Einwand geeinigt, dessen vier Punkte erf├╝llt sein m├╝ssen, damit Hirschberg dem Bebauungsplan zustimmt.

„Pfenning“ hat sich unterdessen geweigert, mit Hirschberg einen „Verkehrslenkungsvertrag“ zu schlie├čen. Somit bleibt der Gemeinde Hirschberg der Klageweg offen.

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Der kreiselnde Gutachter

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 25. Februar 2010. Heute wird in der ├Âffentlichen Gemeinderatssitzung ├╝ber den „Bebauungsplan N├Ârdlich der Benzstra├če“ (Pfenning) entschieden. Dem Entwurf ist ein weiteres Verkehrsgutachten beigelegt, dass die Leistungsf├Ąhigkeit des Hirschberger Kreisels als „noch ausreichend“ bezeichnet.

Von Hardy Prothmann

„Noch ausreichend“ w├Ąre als Schulnote eine 4-. Damit ist ein Sch├╝ler versetzungsgef├Ąhrdet, kommt aber noch durch.

Die Leistungsf├Ąhigkeit des Hirschberger Kreisels (Knoten L 541/A5/Gewerbepark), die Verkehrsgutachter Burkhard Leutwein als „noch ausreichend“ bezeichnet, erreicht in den morgendlichen Spitzenstunden die „Verkehrsqualit├Ątsstufe D“ – ├╝ber die Herr Leutwein in der IFOK-Gespr├Ąchsrunde zur geplanten „Pfenning„-Ansiedlung sagte, dass diese eine wirklich schlechte sei. Herr Leutwein sagte dies, um die aus seiner Sicht durchaus gute „Stufe B“ des Heddesheimer Kreisels an der Edeka hervorzuheben.

Im Gutachten steht weiter: „Dabei ist festzustellen, dass die Qualit├Ątsstufe D als die Qualit├Ątsstufe, die w├Ąhrend der ma├čgeblichen Spitzenstunde des Tages erreicht wird, als noch durchaus hinreichend angesehen werden muss und eine Verkehrssituation beschreibt, die zwar eine gegenseitige Beeinflussung von Fahrzeugen mit merkbaren Wartezeiten beinhaltet, jedoch ohne Gefahr eines Zusammenbruchs der Verkehrsabwicklung generell bef├╝rchten zu m├╝ssen.“

Die Definition der Stufe D lautet:
„Stufe D: Im Kraftfahrzeugverkehr ist st├Ąndiger R├╝ckstau vorhanden. Die Wartezeiten f├╝r alle Verkehrsteilnehmer sind betr├Ąchtlich. Der Verkehrszustand ist noch stabil.“

Das Gutachten musste angefertigt werden, weil die Gemeinde Hirschberg als „Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange“ ihre Bedenken angemeldet hat. Die Hirschberger Verwaltung bezweifelt, dass der Kreisel auf ihrer Gemarkung den „Pfenning“-Verkehr verkraften kann. Das neue Gutachten ist in Hirschberg noch nicht vorgelegt worden.

„Generell“ bef├╝rchtet Leutwein keinen „Zusammenbruch der Verkehrsabwicklung“ – best├Ątigt aber mit seiner Einsch├Ątzung „betr├Ąchtliche Wartezeiten“. „Generell“ also und partiell? Gerade zu den Spitzenzeiten?

Die „mittleren Wartezeiten“ liegen am Abend nach dem Gutachten bei 12 Sekunden, am Morgen aber bei 20 Sekunden – also fast doppelt so lange. Dabei handelt es sich um einen „Mittelwert“. Die tats├Ąchlichen Werte d├╝rften, wenn es „eng“ wird, betr├Ąchtlich dar├╝ber liegen.

Das kritisiert auch G├╝nther Heinisch, Gemeinderat B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen: „Das Gutachten versucht den Eindruck zu erwecken, dass alles noch in Ordnung ist – das ist es aber nicht. Der Gutachter selbst empfiehlt den Bau eines Bypasses, was zeigt, dass er von seiner eigenen Aussage, der Verkehr w├╝rde nicht zusammenbrechen.“

Heinisch hat sich intensiv mit den Kreisverkehren befasst und kommt zum Ergebnis: „Was das erste, h├Ąufig nachgebesserte und nun dieses neue Verkehrsgutachten ├╝berhaupt nicht untersucht haben, ist das Zusammenspiel der beiden Kreisverkehre. Die liegen so eng beieinander, dass die schlechte Qualit├Ątsstufe beim Hirschberger Kreisel automatisch auch den Heddesheimer Kreisel abwerten wird und der Verkehrskollaps programmiert ist.“

Heinisch erkennt im Gutachten „eine Tendenz zur wohlwollenden Begutachtung von Koehler, Leutwein und Partner“. Tats├Ąchlich werden die Aussagen des Gutachtens mit vielen Konjunktiven versehen und erscheinen sehr „schwammig“.

W├Ąhrend der IFOK-Veranstaltung in der Nordbadenhalle kam auch Gutachter Leutwein zu Wort. Wie „kreiselnd“ seine Darstellung war, sehen Sie in unserem Video. Leutwein redet ├╝ber den Heddesheimer Kreisel:

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Was Gutachten gut achten

Als Student bei einem Forschungsinstitut habe ich gelernt: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gef├Ąlscht hast. Warum sollte ich mich Gutachten, die ich nicht erstellt habe, anders umgehen?

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Pressemitteilung der IFOK wird uns folgenderma├čen informieren: „Er├Ârtert wurde die Verkehrsanalyse vom Juli diesen Jahres, bei dieser wurde der Knotenpunkt rund um das Gewerbegebiet untersucht. (…) Bei der Erschlie├čung der geplanten Fl├Ąche sind anhand bundesweit g├╝ltiger Regelwerte 3200 Verkehrsbewegungen (LKW und PKW) zu erwarten. Dieser Wert reduziert sich basierend├é┬áauf den Angaben der Firma Pfenning auf 2250 Bewegungen.“

Diese Botschaft ist f├╝r jeden klar denkenden Menschen klar, wie es klarer nicht sein kann: Pfenning bringt uns mehr Verkehr, aber immerhin ein Drittel weniger als wenn irgendwelche KFZ-Fuzzis oder Software-Pioniere sich hier kleinteilig ansiedeln w├╝rden. Die Botschaft habe ich verstanden.

Auch dass „Mittelwerte“ zustande kommen, weil Leiharbeiter nicht mit dem Auto, sondern per Bus angefahren werden, befriedigt mich. Das ist ├Âkologisch sinnvoll.

„Die Stichhaltigkeit dieser Angaben werden├é┬ávom Gutachter durch eine Stichprobenz├Ąhlung bei der Logistikfirma Dachser best├Ątigt. Laut Darstellung von├é┬áHerrn Nitzinger (Pfenning) handelt es sich bei den Angaben um obere Grenzwerte.“

Auch diese Botschaft habe ich verstanden. Herr Nitzinger geht immer vom Worst-case aus, also unbezahlten Ãœberstunden ohne Ende und Ausgleich. Da er der Chef ist, wird er schon dafür sorgen, so wie er sich um alles sorgt, dass das nicht kommt.

„Vertreter der Firma Pfenning erkl├Ąrten dar├╝ber hinaus, dass durch firmeninterne organisatorische Ma├čnahmen sichergestellt wird, dass kein zus├Ątzlicher Schwerlastverkehr ├╝ber die Ringstra├če gef├╝hrt wird. 100├é┬áProzent des Schwerlastverkehrs wird direkt auf die Autobahn geleitet. Zudem versicherte das Unternehmen, dass auch die Ortsmitte Heddesheim durch Pfenning mit Schwerlastverkehr nicht weiter belastet wird.├é┬áAllerdings wird aufgrund der zus├Ątzlichen Arbeitspl├Ątze der PKW-Verkehr in der Ortmitte zunehmen (laut├é┬áStudie ca. 13 Fahrzeuge pro Stunde mehr).“

Das ist doch mal eine Aussage, die jede Anstrengung des heddesheimblogs rechtfertigt: Zuvor wollte Pfenning noch jeweils 5 Prozent ├╝ber die Ringstra├če und durch den Ort lenken, also rund 80 Lkw-Fahrten pro Tag, die jetzt gestrichen sind. Leider bleiben 13 Fahrzeug mal, sagen wir 14 Stunden, das macht, grummelgrummel, 10×14=140 und 3×14=42, zusammen 182 Autos mehr pro Tag. Na das geht ja. Das sind ja nur… 182/14, genau: 13 Autos mehr pro Stunde. Oder anders 60/13, also nur ungef├Ąhr alle 4,5 Minuten ein Auto mehr – vorausgesetzt, die Prognose basierend auf den Zahlen von Pfenning stimmt. Ich habe schlie├člich aufgepasst.

„Auf die R├╝ckfrage von Teilnehmern wurde noch eingehender├é┬ádie Fragen er├Ârtert: Auf welche Kapazit├Ąt ist der Verkehrsknoten ausgelegt? Wie viel Verkehr herrscht aktuell? Wann sind wir an der Grenze? Der Gutachter betonte, dass die Verkehrssituation durch die Ansiedlung von Pfenning nicht besser, aber auch nicht wesentlich schlechter w├╝rde. Konkretes Beispiel: Die aktuell beim Gutachten festgestellte mittlere Wartezeit am Knoten betr├Ągt 7 Sekunden; die Experten haben├é┬áerrechnet, dass sich diese mittlere Wartezeit im Jahre 2012 auf 9 bis 10 Sekunden erh├Âhen wird.“

Dieser Abschnitt der Pressemitteilung ist sehr interessant. Der Gutachter sagt also, es wird nicht besser, aber auch nicht wesentlich schlechter. Da sind wir wieder bei der Statistik. Wenn ich bislang 7 Sekunden warten musste und in Zukunft 9 Sekunden, ist das eine Zunahme der Wartezeit um 28 Prozent, bei zehn Sekunden sind es sogar 30 Prozent.

In Bezug auf Sekunden ist das f├╝r uns klar denkende Menschen klar, dass Herr Leutwein sagt, das sei nicht wesentlich schlechter. In Bezug auf unser Gehalt w├╝rden wir das anders denken. Es kommt halt immer auf die Bezugsgr├Â├če an und wie man die versteht.

„Insgesamt├é┬ásei durch die Ansiedlung von Pfenning eine zentrale Steuerung der Verkehrsstr├Âme des neuen Gewerbegebiets gegeben. Damit seien die Grundbedingungen f├╝r die Gemeinde besser als bei einer kleinteiligen├é┬áErschlie├čung des Gel├Ąndes. Die Gesamtbelastung durch eine andere Nutzung des Gel├Ąndes w├Ąre somit├é┬ágr├Â├čer.“

Zentrale Steuerung klingt gut. „Bessere Grundbedingungen“ auch. Und eine „gr├Â├čere Gesamtbelastung durch eine andere Nutzung“ will niemand.

Puhh, wenn ich alles klar verstanden habe, ist Pfenning mit durchschnittlich 500 Lkw-Bewegungen am Tag und nur 800 am Tag in der Spitze ein Gl├╝cksfall f├╝r Heddesheim. Gott sei Dank ist niemand auf die Idee gekommen, das alles kleinteilig zu entwickeln.

Mit Pfenning wird also alles besser, dass habe ich klar verstanden. Was mich nur ein wenig gewundert hat, ist, dass der Gutachter, als ich ihn ein wenig zu den Zahlen gefragt habe, pl├Âtzlich in nicht-klare Erkl├Ąrungsn├Âte geriet und st├Ąndig etwas von Prognosen, Angaben, Plausibilit├Ąten, Annahmen usw. erz├Ąhlte und sich nicht festlegen wollte.

Glaubt er am Ende seiner eigenen Statistik nicht?

Oder hat es etwas damit zu tun, dass es nicht seine Statistik war, die er vorgestellt hat, sondern die von seinem Angestellten, Herrn Wammetsberger?

Auch der MM berichtet zum Thema:
Gutachter: Verkehrssituation am Kreisel zu bew├Ąltigen

Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch mit neuen Programmpunkten

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Die eigentlich geplante Vorstellung des Verkehrsgutachtens beim zweiten „Dialog“-Gespr├Ąch zur geplanten „Pfenning-Ansiedlung“ fiel aus – ebenso wie der Programmpunkt ├ľkologie. Daf├╝r gab es neue G├Ąste.

Urspr├╝nglich waren f├╝r die zweite Sitzung des „Dialog“-Kreises zur geplanten Pfenning-Ansiedlung andere Programmpunkte geplant als gestern besprochen: 1. „Was ist Teil des Gutachtens Verkehrsbelastung?“ und 2. „Fragen zum Thema ├ľkologie“.


Am Freitag (24. Juli 2009) der vergangenen Woche k├╝ndigte der „Moderator“ des „Dialogs“, das PR-Unternehmen IFOK, die Vorstellung des „fr├╝hzeitig vorliegenden Verkehrsgutachten“ als neuen Tagungspunkt an.

Dar├╝ber berichtete das heddesheimblog am 26. Juli 2009.

Tats├Ąchlich war der Verkehrsgutachter Stefan Wammetsberger aber pl├Âtzlich unp├Ąsslich und konnte auch keine Vertretung schicken. Deswegen wurde dieser Programmpunkt gestrichen.

Auch der Tagungspunkt „Fragen zur ├ľkologie“ wurde gestrichen und durch die Vorstellung des Projekts durch den Planer G├╝nter Kr├╝ger ersetzt.

Zuvor wurde ein neuer Gast in der Runde vorgestellt: Pfarrer Dierk Rafflewski f├╝r die evangelische Kirchengemeinde.

Ein weiterer Gast hatte sich in den Zuschauerraum gesetzt: Christoph Schaefer, ein Heddesheimer B├╝rger. Der hatte durch die Berichterstattung verstanden, dass die Veranstaltung ├Âffentlich sei.

Nachdem festgestellt wurde, dass dies falsch verstanden worden sei wurde Herr Schaefer nach kurzer Diskussion trotzdem als B├╝rger mit an den Tisch gebeten.

Lesen Sie hier weiter: Das Pfenning-Projekt aus Sicht des Planers

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Verkehrsgutachten – wird der „Dialog“ vor dem Gemeinderat informiert?

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Juli 2009. In der Frage um das Verkehrsgutachten zeichnet sich eine zumindest „heikle“ Situation ab, wenn nicht dringender Handlungsbedarf.

Der Verkehrsgutachter Stefan Wammetsberger vom B├╝ro Koehler, Leutwein und Partner hat am Donnerstag, den 23. Juli 2009 vor dem Heddesheimer Gemeinderat seine vorl├Ąufigen Ergebnisse vorgestellt.

Diese unterschieden sich nur unwesentlich von seiner Pr├Ąsentation im B├╝rgerhaus der Gemeinde Heddesheim am 21. April 2009, also drei Monate zuvor.


Herr Wammetsberger gestand ein, dass die Zahlen sehr spekulativ seien: „Wir haben das nach Angaben von Pfenning berechnet.“

Am 24. Juli 2009, also einen Tag sp├Ąter, ├é┬áverschickt die IFOK eine Mitteilung, dass zum „2. Dialogkreis, 29. Juli 2009“, also knapp eine Woche sp├Ąter, die Tagesordnung ver├Ąndert werden solle, da „das in der letzten Sitzung am Rande behandelte Verkehrsgutachten fr├╝hzeitig vorliegt“.

Alles im Lot oder muss jemand gek├╝ndigt werden?

Die Frage ist nun, ob sich der Heddesheimer Gemeinderat einen solchen Affront bieten l├Ąsst.

Denn einen Tag sp├Ąter, nachdem der Gemeinderat auf dem Stand von vor drei Monaten unterrichtet worden ist, k├╝ndigt die vom Gemeinderat beauftragte PR-Firma IFOK an, dass das „Verkehrsgutachten fr├╝hzeitig vorliegt.“

So sehen die „geplante“ und die „ver├Ąnderte“ Sitzung aus:
Tagesordnung f├╝r die 2. Sitzung
Dialogkreis Heddesheim
am 29. Juli 2009, 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Gro├čer Sitzungssaal B├╝rgerhaus Heddesheim

TOP 1 Was ist Teil des Gutachtens zur Verkehrsbelastung?

TOP 2 Diskussion: Fragen zum Thema ├ľkologie

TOP 3 Diskussion: Zukunftsperspektive Heddesheim

Pause

TOP 4 Ma├čnahmen: Offenheit und B├╝rgerbeteiligung aus dem Dialogkreis heraus

TOP 5 Fragen zum Projekt an Pfenning

TOP 6 Sonstiges

Statt ├╝ber ├ľkologie soll ├╝ber ein „fr├╝hzeitig vorliegendes Verkehrsgutachten“ geredet werden. Der Gemeinderat hatte einen Tag zuvor die Information erhalten, dass fr├╝hestens in 14 Tagen echte Zahlen vorliegen w├╝rden.

Ver├Ąnderte Tagesordnung f├╝r die 2. Sitzung
Dialogkreis Heddesheim
am 29. Juli 2009, 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Gro├čer Sitzungssaal B├╝rgerhaus Heddesheim

TOP 1 Vorstellung des Gutachtens zur Verkehrsbelastung durch den Verkehrsplaner Herrn Wammetsberger (Ingenieurb├╝ro Koehler, Leutwein und Partner) mit anschlie├čender Diskussion

TOP 2 Fragen zum Projekt an Pfenning (anwesend ist u. a. der verantwortliche Architekt G├╝nter Kr├╝ger der Firma Kr├╝ger Consult GmbH)

TOP 3 Diskussion: Zukunftsperspektive Heddesheim

Pause

TOP 4 Ma├čnahmen: Offenheit und B├╝rgerbeteiligung aus dem Dialogkreis heraus

TOP 5 Sonstiges

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