Dienstag, 16. August 2022

Gabis Kolumne

Freunde und Familie sind die besten Zutaten

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Heddesheim, 31. Mai 2010. Grillen ist in Gemeinschaft am schönsten – meint Gabi. Denn Grillen ist ein Event. Grillen ist Familie, Freunde, Fest – frĂŒher wie heute. Nur schade, dass das Wetter dabei noch nicht richtig mitspielen will.

Schon als ich Kind war, und das ist schon eine Weile her, haben meine Großeltern und Eltern gerne gegrillt.

Mein Großvater war dafĂŒr zustĂ€ndig, er hatte eine GrillschĂŒrze, Grillhandschuhe und eine Grillzange. Auf den Grill wurden Steaks und WĂŒrstchen gelegt und manchmal gab es Schaschlikspieße, vielleicht auch mal Cevapcici.

Meine Oma machte dazu einen grĂŒnen und einen Kartoffelsalat und es gab Senf, Ketchup und manchmal sogar eine Zigeunersoße.

Grillen ist auch heute noch total angesagt. Zugegebenermaßen dieses Jahr mussten wir ziemlich lange warten, ein paar Tage im April, aber nur fĂŒr die Hardcore-Griller, denn abends war es noch Ă€ußerst frisch, und dann wochenlang ein verregneter Mai, da kam die Glut nicht richtig zum GlĂŒhen.

Kennen Sie das, man steht im Garten und plötzlich flattert dieser spezielle Geruch von Kohle herbei, da krieg’ ich sofort Appetit.

Also zieht man los in den nĂ€chsten Supermarkt und schon ist man im Grillparadies. Schauen Sie in die Regale, die Saucenauswahl ist gigantisch. Da reihen sich neben Ketchup-Variationen, asiatische, afrikanische und amerikanische Saucen-Kreationen fĂŒr deren Vielfalt ein ganzes Grillleben nicht ausreicht.

Weiter geht’s zur Fleischtheke: Hier finden wir eingelegte Steaks vom Schwein, Rind, Lamm, Huhn, neben exotischen Spießen und FleischbĂ€llchen. Die Fischliebhaber finden an der Fischtheke Garnelenspieße, Tintenfische, Makrelen und die Vegetarier eingelegte Tofu-Steaks und Sojabratlinge.

FĂŒr die Gourmets unter den Grillern gibt es in der Buchhandlung selbstverstĂ€ndlich ein breites Sortiment an Grill-KochbĂŒchern und seit neuestem gibt es auch die „Webber-Grill-Bibel“.

Und damit sind wir auch schon beim Mercedes der Grills angekommen, dem sogenannten Webber-Grill. Denn nur mit diesem amerikanischen MĂ€nnertraum kommt man in den Grill-Olymp. FĂŒr den schmaleren Geldbeutel gibt es den Kugelgrill natĂŒrlich inzwischen auch in preisgĂŒnstigen, sprich nachgebauten Varianten. Aber ehrlich, bekommt man dann immer noch das richtige Barbecue-Feeling?

Naja, und weil unsere Welt inzwischen ja so kommunikativ geworden ist, grillen wir jetzt alle gemeinsam mit SWR3 und Johann Lafer. Wochenlang wird per Radio ein großes Grill-Event angekĂŒndigt – „Ganz SWR3-Land grillt gemeinsam – zuletzt an Himmelfahrt – und schon geht’s los.

Ich habe das nicht weiter verfolgt, aber ich bin mir sicher, es hat funktioniert, zumindest bei Johann Lafer, der irgendwo im Studio saß und seiner Grillgemeinde anspruchsvolle Einkaufslisten und komplizierteste Zubereitungstechniken verkĂŒndete.

Was ich Ihnen damit sagen möchte? Die schönsten Grillabende hatten wir immer spontan. Das Wetter war herrlich, der Abend lau, wir riefen Freunde an, schauten, was im KĂŒhlschrank oder in der KĂŒhltruhe war, jeder brachte was mit.

Der Grill wurde entzĂŒndet und der Geruch strömte durch die GĂ€rten – das ist das GefĂŒhl von Sommer und dafĂŒr braucht es keine komplizierte Zutatenlisten, sondern Freude, Freunde und SpontanitĂ€t.

Denn das sind die Zutaten fĂŒr einen schönen Grillabend – und da freue ich mich jedes Mal wieder drauf.
gabi

Gabis Kolumne

Der Tag der Liebe war gestern. Und heute?

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Guten Tag!

Heddesheim, 15. Februar 2010. Gestern war der Tag der Liebe – heute ist ein neuer Tag. Ohne Liebe? Das wĂ€re aber sehr schade, meint zumindest Gabi. Und ĂŒberhaupt: Was ist das eigentlich? Nur ein Marketing-Schachzug der Floristen oder hat „Valentin“ tatsĂ€chlich eine Tradition? Gabi hat recherchiert und ihre Gedanken zum Ergebnis aufgeschrieben. Wie immer montags – den soviel ist sicher: Montag kommt Gabis Kolumne.

Haben Sie gestern etwas zum Valentinstag bekommen? Vielleicht einen Strauß Rosen oder ein Schokoladenherz oder gar einen Gutschein fĂŒr Schuhe, denn die halten ja bekanntlich lĂ€nger als Blumen, wie ich vor ein paar Tagen gerade in der Werbung gehört habe. Dann freue ich mich fĂŒr Sie, ehrlich.

Ich habe nichts bekommen – und das ist auch gut so, denn mich verbindet nichts mit dem „Tag der Liebe“, den in meiner Jugend noch niemand zelebrierte. Ich freue mich auch an anderen Tagen ĂŒber die Aufmerksamkeiten meines Liebsten.

Marketing oder Tradition?

„Ist das nach dem „Muttertag“ wieder eine gutgemachte PR-Kampagne der BlumengeschĂ€fte oder steckt mehr dahinter?“, fragte ich mich und fing an zu googlen.

teaserherzAls erstes fand ich heraus, dass dieser Tage der Film „Valentinstag“ angelaufen ist. Shortcuts rund um den „Tag der Liebe“ mit vielen Hollywoodstars. Hier dreht sich alles darum, ob und wie man diesen Tag begeht, ob man ein Geschenk oder einen Heiratsantrag bekommt oder vergessen wird.

Auch in einer bekannten deutschen Daily Soap stand der Valentinstag in dieser Woche im Mittelpunkt. Ganz klar, bei den jungen Leuten ist dieser Tag angekommen.

„Aha!“, denke ich: Fleurop macht an diesem Tag zehn Prozent des Jahresumsatzes.

In Mannheimer Schulen konnte man in dieser Woche auch Rosen verschicken, die nach den Ferien auch ĂŒber die Grenzen der eigenen Schule verteilt werden – schlecht, wenn man keine bekommt. Es geht um Liebe und Anerkennung – das kann bei Jugendlichen leicht zur Hysterie fĂŒhren.

Liebe ist gut fĂŒrs GeschĂ€ft.

Ob Blumen, Schmuck oder Pralinen der „Valentinstag“ kurbelt eindeutig das GeschĂ€ftsleben an – und das können wir ja gebrauchen, denke ich, vor allem in Krisenzeiten.

Aber ist der Valentinstag jetzt wirklich nur eine gute GeschÀftsidee?

Ich googelte weiter und fand Bischof Valentin auf den dieser Tag namentlich zurĂŒckgehen soll.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni. Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt.

Der arme Valentin wurde geköpft.

Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der ÃƓberlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Aber ich finde noch mehr: Eine andere Legende bringt das Datum in Zusammenhang mit dem römischen Fest Lupercalia, die Nacht vom 14. auf 15. Februar. Es ist das Fest der großen Göttin er Göttin des „Liebesfiebers“.: Römische junge MĂ€nner zogen die Namen von römischen jungen Frauen aus einer Urne, um mit diesen eine Partnerschaft zu bilden.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre EhemĂ€nner, mĂ€nnliche Kollegen, Chefs usw. mit Schokolade. DafĂŒr dĂŒrfen sie dann einen Monat spĂ€ter am „White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten.

YstĂ€vĂ€npĂ€ivĂ€ – so heißt Valentin auf finnisch.

Nicht ganz so romantisch ist der Valentinstag in Finnland („YstĂ€vĂ€npĂ€ivĂ€“). Dort ist er ein Freundschaftstag, an dem gute Freunde sich gegenseitig mit Valentinskarten und Valentinsgeschenken bedenken.

Die PopularitĂ€t des Datums im angelsĂ€chsischen Bereich beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“, das 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jeder einen Partner finde.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurĂŒckgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf Pepys‘ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Valentin gibt es bei uns in Deutschland seit 1950.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“, die USA – und die US-Soldaten brachten nach dem Zweiten Weltkrieg diesen Brauch mit nach Deutschland. So veranstaltete man 1950 in NĂŒrnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingefĂŒhrt.

Was ich gefunden habe, hat mich erstaunt: Dann ist dieser „Tag der Verliebten“ doch mehr als eine PR-Kampagne der BlumenlĂ€den, Juweliere und Geschenkeproduzenten.

Wie schon gesagt: Ich habe noch nie etwas zum Valentinstag bekommen und das stört mich auch gar nicht. Aber ich freue mich fĂŒr all’ die Jungverliebten, die sich gestern beschenkt haben.

Und „Ich denk’ an Dich“ zu sagen, ob mit Gedichten, Blumen oder kleinen Geschenken ist an jedem Tag im Jahr schön, ĂŒberall auf der Welt – auch am Valentinstag.
gabi

P.S. Hier noch eine „herzige“ Geschichte auf dem KopfschĂŒttel-Blog