Donnerstag, 29. Juli 2021

Feuerwehr fĂŒr Website ausgezeichnet: „Das sind wir mĂ€chtig stolz drauf.“


Heddesheim, 12. Mai 2011 (red) Der Internet-Auftritt der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim ist in einem bundesweiten Wettbewerb als eine der besten im Land prĂ€miert worden. Platz 16 von 1.267 eingereichten Websites ist ein toller Erfolg – vor allem, weil die Heddesheimer zum ersten Mal am Wettbewerb teilgenommen haben. Im Interview erklĂ€ren zwei der „Macher“, was die Website leisten soll, warum sie so ist, wie sie ist und was die Zukunft bringt.

Interview: Hardy Prothmann

Robin Birr und Stephan Koschel vom Webteam der Feuerwehr Heddesheim. Bild: Feuerwehr

Robin, Stephan, erstmal herzlichen GlĂŒckwunsch fĂŒr den Preis, auch wenn es „nur“ fĂŒr Platz 16 gereicht hat.

Stephan Koschel: „Hey, aber unter 1.267 Einreichungen. Da sind wir mĂ€chtig stolz drauf.“

War nur ein kleiner Scherz. Ist ein klasse Erfolg. Was denkt Ihr, weshalb?

Robin Birr: „Also, ich nehme mal an, wegen der guten Gestaltung und der schnellen Einsatzberichte.“

Wer ist fĂŒr was zustĂ€ndig?

Birr: „Ich fĂŒr die Technik. Also das CMS, die Programmierung und Gestaltung. Und die Fotos.“

Koschel: „Ich mache die Berichte, zusammen mit Tobias Kielmayer. Und Steffen Weber unterstĂŒtzt uns noch dabei.“

Wie habt Ihr die Website entworfen? Gab’s ein Pflichtenheft?

Birr: „Nicht wirklich. Wir haben einfach gemacht und vom Kommandanten das „ok“ gehabt, einfach mal auszuprobieren. Wobei eher klar war, was wir nicht dĂŒrfen, als was wir dĂŒrfen.“

Was dĂŒrft Ihr nicht?

Robin: „Dabei geht es vor allem um Persönlichkeitsrechte, als persönliche Daten ĂŒbermitteln oder sensible Fotos von Opfern. Aber das ist fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich. Wir pixeln Nummernschilder und Gesichter beispielsweise.“

Welchen Zweck hat die Seite?

Koschel: „Die schnelle Information der Bevölkerung. Die hören die Sirenen, wissen, wir sind im Einsatz, wissen aber nicht wo und wegen was. Wir bemĂŒhen uns um schnelle Einsatzberichte, damit die Menschen wissen, was los war. Das wird sehr gut angenommen.“

Ja, guter Ansatz. Gibt’s noch mehr Funktionen?

Birr: „Aber sicher. Beispielsweise stellen wir Technik und AusrĂŒstung der Feuerwehr vor. Da kommen so viele SpezialgerĂ€te zum Einsatz und darĂŒber informieren wir die Menschen auch.“

Koschel: „Und wir geben Sicherheitstipps ĂŒber das richtige Verhalten im Notfall. Ganz wichtig sind beim ersten Kontakt genaue Angaben.“

Wieviel Zeit braucht Ihr fĂŒr die Pflege?

Birr: „Der Aufbau hat alles in allem so 70 Stunden Zeit gekostet. Jetzt, wo alles steht, bin ich in der Woche vielleicht eine Stunde damit beschĂ€ftigt. Viel Zeit verbringen ich gerade mit dem Aufbau der Seite fĂŒr die Jugendfeuerwehr.“

Koschel: „Bei mir ist das abhĂ€ngig von den EinsĂ€tzen – ich und die anderen sind dann gefordert, wenn wir ausrĂŒcken, um dann die Meldungen zu schreiben.“

Bleibt die Seite jetzt erst mal so oder sind Neuerungen geplant?

Birr: „Wir haben jetzt die ersten Erfahrungen gemacht und planen eine Verbesserung. DafĂŒr holen wir VorschlĂ€ge innerhalb der Feuerwehr ein, von Freunden und wenn BĂŒrger sich melden wollen, können die auch gerne.“

Koschel: „Da ist Robin stark gefordert – aber wir arbeiten mit unseren Ideen alle mit und wie man sieht mit Erfolg!“

Info:
Robin Birr (17) ist SchĂŒler und Mitglied der Jugendfeuerwehr. In seiner Freizeit beschĂ€ftigt er sich viel mit Computern und Medien und fotografiert leidenschaftlich gerne. Seit einem schulbegleitenden Praktikum 2010 ist er auch fĂŒr das heddesheimblog als Fotograf tĂ€tig. Er ist seit 8 Jahren bei der Feuerwehr.

Stephan Koschel (21) ist Baumaschinenmechaniker und seit elf Jahren bei der Feuerwehr. Zusammen mit Robin, Tobias Kielmayer (20) und Steffen Weber (19) ist er fĂŒr die Inhalte verantwortlich. Sein Dienstgrad ist „Feuerwehrmann“.

Internet:

Feuerwehr Heddesheim

Der „DrĂ€ger-Preis

Feuerwehr berichtet zeitnah – jedes Foto muss auf den PrĂŒfstand

Guten Tag!

Heddesheim, 07. Mai 2010. Die Feuerwehr Heddesheim berichtet zeitnah im Internet ĂŒber ihre EinsĂ€tze. Dabei veröffentlicht sie Fotos und Texte. Die mĂŒssen auf den PrĂŒfstand, damit es keinen Ärger gibt.

Von Hardy Prothmann

Vor ein paar Tagen erreichte uns ein Leserhinweis: Darf die Feuerwehr eigentlich Fotos von EinsÀtzen veröffentlichen?

internet

Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim.

Wir haben uns die Veröffentlichungen der Feuerwehr angeschaut – tatsĂ€chlich finden sich darunter Fotos, die das Innere von GebĂ€uden zeigen. Das ist eigentlich nicht erlaubt – außer, es wurde erlaubt.

Beispielsweise beim Einsatz in einer Halle der Edeka, bei der Anfang der Woche ein LadegerĂ€t fĂŒr Stapler-Batterien durchgeschmort war. Die Feuerwehr war schnell vor Ort und der Schmorbrand schnell gelöscht – auf Anfrage teilte die Edeka mit, dass der Schaden sehr gering geblieben war.

Kommandant Dieter Kielmayer sagte uns auf Anfrage: „Wir achten sehr sorgfĂ€ltig darauf, was wir veröffentlichen. Ganz klar wird es bei uns keine Fotos von verunfallten Personen zu sehen geben oder andere Bilder, die ĂŒber die Dokumentation eines Einsatzes hinausgehen. Bei der Edeka haben wir selbstverstĂ€ndlich das EinverstĂ€ndnis eingeholt.“

Hintergrund: Im vergangenen Jahr wurden Bilder eines Unfallopfers durch eine Feuerwehr im Kreis veröffentlicht. Kreisbrandmeister Peter Michels (Ladenburg): „Das hat jede Menge Ärger gegeben. Ich habe daraufhin die Feuerwehren darĂŒber informiert, dass diese darauf achten sollten, keine Fotos zu veröffentlichen, auf denen Opfer zu sehen sind, Nummernschilder zu pixeln und aus GebĂ€uden nur Fotos zu zeigen, wenn dafĂŒr eine Erlaubnis vorliegt. Berichte und Fotos mĂŒssen die Persönlichkeitsrechte berĂŒcksichtigen. Das gilt besonders fĂŒr Personen in AusnahmezustĂ€nden.“

kommandant

Kommandant Kielmayer. Bild: hblog

Verantwortlich fĂŒr die Berichterstattung ist die jeweilige Feuerwehr selbst, der Hinweis des Kreisbrandmeisters ist nur eine „Empfehlung“.

„Bei uns koordiniert Stefan Koschel die Berichte. Mein Sohn Tobias ist fĂŒr die Texte zustĂ€ndig, Robin Birr fĂŒr die Fotos“, sagt Kommandant Kielmayer: „Meist haben wir bereits eine Stunde nach dem Einsatz einen Bericht fertig im Internet.“

Das Mehr-Augen-Prinzip soll gewĂ€hrleisten, dass die Berichte und Fotos „in Ordnung“ sind: „Meine Leute und ich nehmen das sehr ernst und wissen um unsere Verantwortung“, sagt Dieter Kielmayer.