Samstag, 13. August 2022

19. bis 25. März 2012

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine für den 19. bis 25. März 2012. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im Menü Nachbarschaft unter „Termine“.

*****

Der Froschkönig. Szenenfoto.

Mittwoch, 21. März 2012, 15:00 Uhr, Stadthalle Weinheim

Weinheim. Die Kulturgemeinde Weinheim zeigt das Theatermärchen „Der Froschkönig“ nach den Brüdern Grimm mit Froschgesang und Palastmusik und mit dem „theater mimikri“.

Der arme Frosch! Eigentlich ist er ja ein …, na?, genau! Aber das weiß ja niemand. Er kann einem wirklich leid tun. Aber Prinzessin Anna hat es auch nicht leicht. Sie ekelt sich fürchterlich vor dem grüngoldglitschigen Riesenkerl. Auch der König, die Dienerschaft und die Palastkapelle drehen durch. Wird der Frosch es schaffen, Annas Freundschaft zu gewinnen? Nur sie kann ihn erlösen und retten. Doch bis dahin gibt es im prunkvollen Palast und im verzauberten Garten noch viel Musik und viel Aufregung.

Zauberhaft geht es zu im Märchen und märchenhaft zaubert theater mimikri diese Geschichte auf die Bühne. Ein pralles, fröhliches Theatererlebnis für die ganze Familie.

Nach dem famosen Erfolg mit „Das tapfere Schneiderlein“ aus dem Vorjahr gastiert das großartige theater mimikri auf vielfachen Wunsch erneut bei der Kulturgemeinde. Ohne Übertreibung: Spannender, fantasievoller und schöner kann man Kindertheater kaum gestalten.

Ort: Birkenauertalstr. 2, Weinheim.
Karten: Karten gibt es bei der Kulturgemeinde unter 06201-12282, Montag bis Freitag 9:00 bis 12:00 und 15:00 bis 18:00 Uhr.

*****

Mittwoch, 21. März 2012, 20:00 Uhr, Olympia-Kino

Weinheim.Das Tourneetheater „Kleine Komödie“ zeigt am Mittwoch, 21. März 2012, „Loriots heile Welt“ im Olympia-Kino in Leutershausen.

„Wer kennt sie nicht, die großen und kleinen Helden von Loriot: Frau Hoppenstedt und ihr Jodeldiplom – den Lottogewinner Lindemann – Berta, die das Ei nach Gefühl kocht – und all die vielen Müller-Lüdenscheids dieser Welt …

Das Tourneetheater „Kleine Komödie“ – das sind die Schauspieler Isabella und Ferdinand von Prondzynski – versteht es, mit vielen altbekannten Kabinettstückchen aus der Schatztruhe des hintersinnigen Meisters des klugen Humors dem Publikum einen höchst vergnüglichen Abend zu bereiten.“

Ort: Hölderlinstraße 2, Hirschberg-Leutershausen.
Karten: Der Eintritt kostet 14 Euro und für Förderkreis-Mitglieder 12 Euro. Vorverkauf: Postagentur Leutershausen (Tel. 06201/590028), Schreibwaren Schuhmann in Großsachsen (Tel. 06201/53012), Opus in Schriesheim (Tel. 06203/937684). Reservierungen unter: foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder Telefon 06201 – 53600.

*****

Foto: Figurentheater Pantaleon.

Donnerstag, 22. März 2012, 16:00 Uhr, Stadtbücherei Ladenburg

Ladenburg. Das Figurentheater Pantaleon zeigt in der Stadtbücherei Ladenburg das Stück „Die Perle“.

Günter geht baden, an seinem Steg am Biberweiher. Er stellt ein Schild auf, da steht geschrieben: „Hier badet Günter!”, genau wie immer. Er steckt schon seinen großen Zeh ins Wasser, da findet er doch glatt eine seltene Flussperlmuschel. Er will sie öffnen, vielleicht ist ja eine Perle drin, da hört er plötzlich eine Stimme: „Mensch, tu das bloß nicht!” Das ist der Biber, der ihn beobachtet hat. Und der erzählt ihm die Geschichte, wie er auch mal so eine Muschel gefunden hat und wie er geträumt hat, dass er sie öffnet und wie eine wunderschöne Perle drin war und was dann alles passiert ist, mit ihm und seinen Freunden, dem Bär, dem Elch und dem Hasen und wie am Ende alles ganz schlimm ausgegangen ist, – im Traum.

Und Günter soll sich das bloß gut überlegen, mit dem Öffnen von der Muschel. Das macht Günter dann auch. Eine Geschichte darüber, dass man die wirklich großen Schätze nicht in Muscheln findet.

Das Figurentheater nach dem Kinderbuch von Helme Heine ist für Kinder ab vier Jahren geeignet. Es dauert ca. 50 Minuten.

Eintritt: Kinder 3,50 Euro, Erwachsene 5 Euro.
Ort: Hauptstraße 8, Ladenburg.

*****

-Anzeige-

*****

Die Volkssternwarte in Schriesheim.

Samstag, 24. März 2012, ab 14 Uhr, Volkssternwarte Schriesheim

Schriesheim. Der Astronomietag findet dieses Jahr am Samstag, 24. März 2012, statt. Wie jedes Jahr beteiligt sich auch die Volkssternwarte Schriesheim an diesem Deutschlandweiten Ereignis und wird ihre Pforten von 14 Uhr bis 22 Uhr für die Öffentlichkeit öffnen; bei klarem Himmel auch länger. Der Eintritt ist frei.

Zwischen 14 Uhr und 17 Uhr bieten wir ein Kinderprogramm rund um die Planeten an. Für die Erwachsenen wird Herr Dr. Oliver Dreissigacker unter anderem Vorträge zu dem Thema „Weltraumwetter – was Sonnenstürme anrichten und woher wir wissen, wann sie kommen“ und „Mythos 2012 – kommt der Weltuntergang?“ halten.

Bei klarem Himmel gibt es tagsüber auch wieder die Möglichkeit zur Beobachtung der Sonne. Mit Hilfe eines speziellen Sonnenfilters lassen sich Sonnenflecken am Teleskop und mit einem H-alpha Teleskop Sonnenprotuberanzen beobachten. Nach Einbruch der Nacht können bei klarem Himmel auch verschiedene Objekte beobachtet werden, darunter die am Abendhimmel sichtbaren Planeten Merkur, Venus und Jupiter.

Ort: Ladenburger Fußweg 4, 69198 Schriesheim.
Eintritt: frei.

*****

Andrés Godoy.

Donnerstag, 22. März 2012, 20:00 Uhr, Kulturbühne Max

Hemsbach. Andrés Godoy und Tim Sparks sind am Donnerstag, 22. März,  auf der Kulturbühne Max zu sehen und zu hören.

Der in San Antonio geborene Künstler Andrés Godoy, der seit seiner Kindheit Gitarre spielt, verlor als 14-Jähriger durch einen Autounfall seinen rechten Arm. Er stellte sich diesem Schicksalsschlag, indem er eine eigene Spieltechnik erfand: Mit nur einer Hand – und mit Leidenschaft, Phantasie, Ausdauer und Kreativität – schafft er Rhythmen, Harmonien und Liedermittels spezieller Schlagfolgen, eine Art Ziehen, Kratzen und Zittern. Diese Technik taufte Andrés „Tatap“.

Die Konzerte von Andrés Godoy sind gekennzeichnet durch eine hohe musikalische Intensität und einen ganz besonderen Sound, den seine fünf Finger entwickeln: einzigartig und voller Spielfreude.

Tim Sparks zählt zu den ganz großen Namen der US-amerikanischen Akustik-Gitarrenszene. Sparks begann als Jugendlichermit dem Gitarre-Spiel mit traditionellem Country Blues und Gospel. Sein Repertoire ist sehr vielseitig und innovativ. Keiner vermag es so wie er verschiedene Musikstile, von Country Blues, Ragtime und Jazz bis hin zu Klassik oder Weltmusik, zu interpretieren.

Ort: Hildastraße 8, Hemsbach.
Eintritt: Karten im Vorverkauf (16 Euro, Abendkasse 18 Euro) gibt es im Bürgerbüro der Stadt Hemsbach, Schlossgasse 41; bei Schreibwaren Pöstges, Hemsbach, Bachgasse 66, und im Kartenshop der Diesbach Medien, Weinheim, Friedrichstraße 24.

*****

Sommertagszug im Luisenpark. Foto: Luisenpark.

Sonntag, 25. März 2012, 14:30 und 15:15 Uhr, Luisenpark

Mannheim. Wenn die Sonne den Äquator auf ihrem Weg in Richtung Norden überschreitet und die Bäume ihre Triebe mit frischem Grün zeigen, wird im Luisenpark dem Winter der Garaus gemacht. Immer dann finden die traditionellen und bunt geschmückten Sommertagszüge statt, die an der Seebühne mit einem bunten Programm und der symbolischen Verbrennung der kalten Jahreszeit enden.

Außerdem gesellt sich heuer bayerisches „Aperschnalzen“ hinzu. Eine brauchtümliche Eigenart aus dem Rupertiwinkel, die zur Sparte Lärmbrauchtum zählt und die Winterdämonen und Frühlingsgeister wecken soll. Geschnalzt wird in Gruppen bis zu neun Leuten jeweils mit einer Peitsche. Die Vorführung findet auf der Wiese vor der Seebühne statt.

Wenn das Wetter mitspielt wird es wegen des erfahrungsgemäß starken Besucherandrangs auch in diesem Jahr wieder zweimal „Winter ade“ heißen. Ein erster Umzug startet ab 14:30 Uhr am Haupteingang Friedensplatz/ Fahnenhügel, ein zweiter ab etwa 15:15 Uhr am Eingang „Unterer Luisenpark“. Beide enden an der Seebühne, wo der Winter mit einem bunten Programm und als Höhepunkt mit der Verbrennung eines Schneemanns ausgetrieben wird.

Bei ungünstiger Witterung wird es nur einen Zug geben. Dieser startet dann ab dem Haupteingang, sobald die am Eingang Unterer Luisenpark wartenden Gäste dazugestoßen sind.

Ort: Luisenpark, Mannheim.
Eintritt: Nur der Parkeintritt ist zu entrichten, die Veranstaltung selbst ist kostenfrei!

*****

Chansonfestival in Heidelberg.

Bis 24. März 2012, Opernzelt Heidelberg

Heidelberg. Unter dem Titel „schöner lügen“ findet ab dem 04. Februar 2012 das 12. Festival für neue deutsche Chansons im Heidelberger Opernzelt statt.

Neue deutsche Chansons und Lieder mit intelligentem Humor präsentieren die „Macher“ von „schöner lügen“ im zwölften Jahr. Alle Liebhaber des Chanson dürfen sich auf poetische, freche, skurrile Abende im Kulturfenster in Heidelberg-Bergheim und im Opernzelt in Heidelberg freuen.

„schöner lügen“ ist nach Berlin das älteste und noch vor Berlin sogar das größte Chansonfestival der Republik.

Infos: www.schoenerluegen.de

Ort: Opernzelt Heidelberg, Emil-Maier-Straße 16, 69115 Heidelberg.

*****

Montags gibt es Tipps und Termine aus unseren Orten für die wir Blogs betreiben und der Region.

Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion.

Wir übernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewählte Termine in unsere Übersicht „Tipps und Termine: Diese Woche“:

Beispielsweise an: Termine Rheinneckarblog.de – oder termine@derortsnameblog.de. Oben im Menü sehen Sie unter Nachbarschaft die elf Kommunen, für die wir eigene Blogs anbieten.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können bei uns auch gerne für sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Wir bieten ein modernes Medium, eine höchst interessierte Leserschaft eine hohe Reichweite bei fairen Preisen und viel mehr, als Printanzeigen zu leisten in der Lage sind. Wir beraten Sie gerne unverbindlich: 🙂

„Das sind aufregende Zeiten“ – Lesung mit Wolfgang Burger


Guten Tag!

Ladenburg, 01. Juli 2011. Es ist sehr heiß. Doch gut hundert Menschen haben sich am Dienstag, 28. Juni, im Obsthof Schuhmann in Ladenburg eingefunden um der Lesung des Karlsruher Autors Wolfgang Burger zu lauschen. Dessen siebter „Heidelberg-Krimi“ ist vor kurzem erschienen.

Von Sabine Prothmann

Zwischen Apfelbäumen liegt der Verkaufsraum des Obsthofes. Drinnen sind Stühle aufgestellt, davor Bierbänke. Alle sind voll besetzt. Die Leiterin der Stadtbücherei Ladenburg, Antje Kietzmann, begrüßt die rund 100 Gäste – gemeinsam mit der Inhaberin des Bücherladens „Seitenweise – Bücher am Markt“, Ulrike Zieher-Schneider und Frau Schuhmann vom Obsthof zur 5. Ladenburger Kriminacht. Wolfgang Burger liest bereits zum zweiten Mal in Ladenburg.

Burger sieht schlanker aus, als man ihn von Fotos kennt und ist eindeutig besser gestimmt als bei seiner Lesung im Februar in Heddesheim. Die Location gefällt ihm, „ich kann sogar den Ladenburger Kirchturm sehen“, sagt er.

„Der Fünfte Mörder“ ist Burgers siebter „Heidelberg-Krimi“

Der „Fünfte Mörder“ ist sein siebter Krimi um den Heidelberger Ermittler Alexander Gerlach. Mit 315 Seiten ist es sein bisher „dickster“ Roman. Das hat ihm sein Verlag Piper, wie er später erzählen wird, inzwischen zugestanden. Und der nächste „Die falsche Frau“ wird noch mehr Seiten haben, verrät er.

img_3552

In Heidelberg "passt es" und in Hamburg liest man Wolfgang Burger jetzt auch.

Burger beginnt zu lesen, er fängt auf der ersten Seite an. Die Zuhörer begegnen dem schon vertrauten Alexander Gerlach, Kriminaloberrat in Heidelberg, alleinerziehender Vater, Geliebter der Frau seines Chefs – er ist der Antiheld, menschlich und unspektakulär. Vielleicht ein wenig wie Burger, denn, wie er später verraten wird, man erkennt doch immer wieder autobiografische Züge in den Protagonisten, so sagt er zumindest über Autorenkollegen.

Das Verbrechen ist in Ladenburg angekommen

Burger ist kein begnadeter Leser. Er kann den Karlsruher Tonfall nicht verbergen, aber gerade das menschelt, macht die Lesung authentisch. Das Publikum geht mit, lacht, ist gespannt – gerade erzählt er von der Leiche, die am Ladenburger Fähranleger im Neckar geborgen wird. Der Krimi ist vor Ort angekommen.

Die Geschichte ist gut strukturiert, der Protagonist ist sympathisch. Wer in der Region lebt, kann Alexander Gerlach von Tatort zu Tatort begleiten bis zum dramatischen Show-down im Rhein-Neckar-Zentrum. Das macht er geschickt, manches muss er nur andeuten, das restliche Lokalkolorit ergänzt der Leser im Kopf, das weiß Burger.

Manchmal driftet die Sprache ins Klischee ab, ist zu blumig, zu vorhersehbar. Die Adjektive sind selten überraschend. Doch das fällt eher bei einer Lesung als beim Lesen auf, denn im Roman gelingt es ihm, den Leser im Spannungsbogen fest zu halten.

Geschickt hat er die Buchstellen ausgewählt, die die Handlung vorantreiben und verrät doch nichts, da ist er ganz der promovierte Ingenieur, der am KIT in Karlsruhe arbeitet. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Pubertäre Töchter und Schwierigkeiten mit der Geliebten

Er streift die Handlung, bringt Tatverdächtige ins Spiel, verweilt ein wenig bei den pubertären Zwillingstöchtern, lässt den Protagonisten in schwierigen Gesprächen mit der Geliebten auf dem Philosophenweg flanieren, genau so, dass die Zuhörer viel erfahren und doch nichts wissen. Dazu müssen sie den Roman lesen und auch kaufen. Denn Burger ist auch Geschäftsmann und freut sich an seinem Erfolg und seinen guten Verkaufszahlen.

Nach einer Pause, in der man den Autor im entspannten Gespräch mit seinen Lesern beobachten kann, liest er noch zwei oder drei Szenen vor und ist dann offen für Fragen.

Die sind wenig überraschend: Wieso er als Karlsruher die Region in und um Heidelberg so gut kennt, wie seine Bücher entstehen, wie lange er für ein Buch braucht, wann sein nächster Krimi rauskommt …

Die Handlungsorte schaue er sich zunächst über Google Earth an, dann fahre er hin und „gucke mir die Sachen vor Ort an“.

Die Leserinnen sind aufmerksam: „Im Rhein-Neckar-Zentrum gibt es nirgends Bratwurst mit Pommes“, sagt eine Zuhörerin leise neben mir – nicht immer stimmen die Details in Burgers Büchern.

img_3569

Trotz Hitze kommen über 100 Burger-Fans zur Lesung zum Obsthof Schuhmann.

Denn, „was sie sehen, sehen sie in ihrem Kopf“, sagt er. Das sei auch dichterische Freiheit. Denn Burger möchte, „den Film im Kopf des Lesers auslösen“. In Hamburg wird sich darüber keiner Gedanken machen. Und da steht er inzwischen auch im Regal, das freut ihn.

Sein nächster Krimi kommt am 10. März 2012 raus und „ich darf jetzt auch dickere Bücher schreiben“, erklärt Wolfgang Burger mit sichtlicher Freude.

„Die Ãœberarbeitungen sind furchtbar.“ Wolfgang Burger

Ziemlich genau ein Jahr habe er Zeit für sein nächstes Buch. So sieht es der Vertrag vor. In einem drei- bis fünfseitigen Exposé stellt er die Idee für den nächsten Roman vor.

„Und am ersten November wird immer die erste Zeile geschrieben“, sagt Burger. Dann folge die erste, die dritte, die vierte, die fünfte Ãœberarbeitung. „Das ist ganz furchtbar“, berichtet er. Danach geht der Roman an die Testleser, „da fühle ich mich wieder ganz klein“.

Ende September ist dann der Abgabetermin und der Oktober ist arbeitsfrei.

Das Gefühl „diesmal ist alles richtig, so schön wie nie zuvor!“, ändert sich schlagartig, wenn der überarbeitete Krimi aus dem Lektorat zurückkommt. Dann müsse man nochmals ran und die Arbeit am neuen Roman ruht.

Die letzte Möglichkeit nochmals etwas zu verbessern, ist im Dezember, wenn die Druckfahnen zurückkommen – „und man findet immer wieder Fehler“, weiß Burger. Damit meint er nicht unbedingt „Bratwurst mit Pommes“.

Er arbeite meist in den frühen Morgenstunden so zwischen fünf und acht Uhr.

„Zeit des unbewussten Nachdenkens“

Und dann gibt es noch die „Zeit des unbewussten Nachdenkens“, in der man der Geschichte und der Figur die Freiheit geben müsse, sich zu entwickeln. Das könne man nicht rational erklären, da habe auch er als Ingenieur begreifen müssen.

Auch wenn es die meisten Autoren abstreiten, in den Protagonisten finde man doch immer wieder autobiografische Züge, erzählt Burger.

Seine ersten Krimis, die noch in Karlsruhe spielten, waren nicht erfolgreich. Der Ort war nicht der richtige und der Figur des Protagonisten habe er zu wenig Bedeutung zugemessen.

Mit Heidelberg hat’s dann gepasst und vor allem mit seinem Kriminaloberrat Alexander Gerlach. In den typischen Ermittler-Figuren finde man oft den kauzigen Einzelgänger, ohne Familie, ohne Kinder, gerne auch mit einem Alkoholproblem.

Burger ist mit Gerlach eine neuartige Figur gelungen. Der Heidelberger Kripochef ist ein verträglicher Zeitgenosse, trinkt gerne mal ein Glas Wein, aber nicht zu viel, versteht sich sowohl mit seinen Mitarbeitern wie auch mit seinem Chef, auch wenn er zu diesem noch mal ein ganz spezielles Verhältnis hat, und er hat Kinder und zwar Töchter, wie der Autor selbst. Es sind Zwillinge und Mitten in der Pubertät. Und die kleinen und großen Sorgen, die er mit ihnen hat, sind für die Leser gut nachzuvollziehen.

Der Heidelberger Kripochef ist ein Erfolgsmodell

Die Figur ist ein Erfolgsmodell und Heidelberg – und seine Region – sind es auch.

Und das freut den Autor und man merkt es ihm an, wenn er stolz davon berichtet, dass er jetzt auch, wie schon erwähnt, in den Buchhandlungen in Hamburg zu finden ist und sein Verlag ihn mit ganzen vier Seiten in seinem Lesermagazin beworben hat – „das sind aufregende Zeiten“.

Die Zuhörer im Obsthof Schuhmann sind begeistert, eine lange Schlange bildet sich, um sich Bücher signieren zu lassen, und der Autor ist glücklich. So müssen Lesungen sein, auch wenn es heiß ist.

Hier geht es zur Fotostrecke auf dem ladenburgblog.de.