Donnerstag, 26. Mai 2022

Gabi√ā¬īs Kolumne: Fasnacht – oink, oink!

Guten Tag!

Heddesheim, 23. November 2009.

Die Schweinegrippe macht vor niemandem Halt – au√üer den Geimpften nat√ľrlich. Und Gabi macht sich Sorgen. Denn es gibt eine besonders gef√§hrdete Person. Wenn die sich ansteckt – m√ľssen viele andere darunter leiden. Gemein w√§re das, findet Gabi. Und sie wei√ü wovon sie redet: sie hatte sie bereits.

Vor ein paar Tagen habe ich die Inthronisation einer Faschingsprinzessin im Fernsehen gesehen und mir wurde schlagartig klar, die darf sich keine Schweinegrippe leisten. Was da umarmt und gebusselt wurde, ließ alle Hygienemaßnahmen außer Acht. Da stellt sich mir die Frage: Werden eigentlich alle Faschingsprinzessinen qua Inthronisation zur Impfung verpfichtet?

√ÉŇďberhaupt ist das mit der Schweinegrippe so eine Sache.

Die Pandemie – ein Ausdruck, der unbedingt zum Unwort 2009 gek√ľrt werden sollte und den ich bis vor ein paar Monaten noch nicht kannte – schl√§gt immer wieder neue Kapriolen. Die Verwirrung ist komplett. Seit dem 14. November ist der H1N1-Virus nicht mehr meldepflichtig, getestet wird nicht mehr und der Impfstoff ist knapp.

Dieser Tage las ich in einer Zeitung, es handle sich hierbei eindeutig um eine Jugendseuche. Wie muss ich das jetzt verstehen, nur oder vor allem junge Menschen sind davon betroffen oder nur oder vor allem junge Menschen geben den Virus weiter?

Risikogruppen sollten sich impfen lassen, sagen die Gesundheits√§mter, doch, was hilft‚Äôs, wenn der Virus mutiert, war das ganze Impfen umsonst. Zudem liest man so einiges √ľber Impfsch√§den.

Jetzt aber der Reihe nach. Wenn mein Kind √ľber Kopf- und Bauchschmerzen klagt, pl√∂tzlich Fieber auftritt, soll ich den Arzt anrufen und keinesfalls einfach die Praxis aufsuchen – klar, wegen der Ansteckungsgefahr. Der Arzt wird den Patienten dann au√üerhalb der normalen Sprechzeiten zu sich bestellen, um dann nach eingehender Befragung und Untersuchung die Symptome der Schweinegrippe festzustellen.

Testen oder w√ľrfeln?

Getestet wird nur noch bei Risikopatienten! Was da hei√üt, bei Leuten mit chronischen Erkrankungen, Herzinfaktgef√§hrdung etc. Wer unbedingt getestet werden will, muss ordentlich in die Tasche greifen. Manche √É‚Äěrzte lassen sich daf√ľr gut bezahlen, wie mir eine Kollegin berichtete: 170 Euro wollte der Arzt, der f√ľr mich ein Halunke ist.

Das Testergebnis erh√§lt man dann nach 3-4 Tagen. Das ist der gr√∂√üte Witz. Denn dann ist die Grippe ja eigentlich auch schon fast wieder rum. Deutlich g√ľnstiger sind die Schnelltests, doch dann k√∂nne man auch gleich w√ľrfeln, wie mir ein befreundeter Mediziner anvertraute, denn die Wahrscheinlichkeit ein richtiges Ergebnis zu bekommen, l√§ge bei etwa 50 Prozent.

Ist nun die Diagnose anhand der Symptome festgestellt, gibt es die Möglichkeit, der Virus mit Paracetamol und Bettruhe auszukurieren oder das Wundermittel Tamiflu zu verabreichen. Was, wie könnte es anders sein, nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt wird und zudem Рvertraut man den Google-Funden Рstark umstritten ist, zum einen weil es nicht sicher gegen den Virus wirkt und zum anderen, weil die Nebenwirkungen beachtlich sind.

K√ľssen verboten – erst recht auf dem Schulhof.

Bei meinem Sohn in der Klasse sind zehn Kinder krank, bei meiner Tochter acht – alles Schweinegrippe? Was ist mit den Geschwisterkindern, was mit den Eltern? M√ľssen wir jetzt alle in Quarant√§ne? In Hessen wurden Schulen geschlossen, auch in N√ľrnberg und Stuttgart. Die Sch√ľler in der Schule meiner Kinder werden sonst von ihrem Direktor jeden Morgen mit Handschlag begr√ľ√üt – das wurde jetzt vorsorglich eingestellt. Eine Mutter fragte mich k√ľrzlich besorgt, ob sie jetzt erst Mal sicherheitshalber den Gutenachtkuss weglassen sollte.

Darf ich als Arbeitnehmer zuhause bleiben, wenn in meiner Familie ein Schweinegrippenfall aufgetreten ist? Laut Internet-Recherche wäre das Arbeitsverweigerung! Andererseits soll mein Arbeitgeber verlangen können, dass ich mit Mundschutz arbeite? Wäre demnach die Lösung zunächst alle Schulen zu schließen, die Kinder alle in Quarantäne zu nehmen und die Erwachsenen mit Mundschutz auf die Straße zu schicken? Soweit kommts noch.

Wie viel Prozent der aktuell diagnostizierten Schweinegrippeerkrankungen sind stinknormale grippale Infekte, die jedes Jahr um diese Zeit auftreten? Aber vielleicht versteckt sich hinter einem „normalen“ Infekt ja dann doch der Virus. Keiner wei√ü nichts Genaues.

Schenkt man den Medien Glauben, verl√§uft die Erkrankung meist sehr harmlos, aber immer wieder werden wir dann doch mit Todesf√§llen aufger√ľttelt.

Mundschutz statt Orden.

Nach all‚Äô diesen √ÉŇďberlegungen kann ich den Faschingsprinzessinen nur raten, sich schleunigst impfen zu lassen oder anstelle von Orden in der diesj√§hrigen Kampagne an jeden einen Mundschutz zu verteilen. Denn sonst hei√üt es: Fasnacht – oink, oink!

gabi

Datenlage zu Schweinegrippe un√ľbersichtlich – viele „erk√§ltete“ Kinder in Heddesheim

Guten Tag!

Heddesheim, 23. November 2009. Die Schweinegrippewelle rollt weiter – verl√§ssliche Daten sind aber nicht zu bekommen. Da die Meldepflicht eingestellt ist, ist die Datenlage vollkommen un√ľbersichtlich.

In den Evangelischen Kinderg√§rten in Heddesheim sind zur Zeit keine offiziellen Schweinegrippef√§lle gemeldet. Tats√§chlich sind aber viele Kinder erkrankt, wobei es sich hierbei auch um „normale“ Erk√§ltungen handeln kann.

Der kommunale Kindergarten gab auf Anfrage des heddesheimblogs keine Auskunft.

Bei Sch√ľlern der Johannes-Kepler-Schule gibt es momentan f√ľnf Verdachtsf√§lle, zwei Schweinegrippeerkrankungen sind best√§tigt.

Da die Schweinegrippe nicht mehr der Meldepflicht unterliegt, sind genaue Zahlen nicht zu recherchieren.

Nach Informationen des heddesheimblogs geben aber auch viel Eltern einfach nur an, dass ein Kind erkrankt sei. „Viele geben die Erkrankung aus Scham nicht bekannt oder weil sie unsicher sind, wie sie sich verhalten sollen“, sagte ein Arzt, der nicht namentlich genannt werden will, auf Anfrage der Redaktion.

Gegen Nachmittag werden wir den Artikel aktualisieren.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

„Ich empfehle chronisch Kranken dringend eine Impfung.“

Guten Tag!

Heddesheim, 10. November 2009. Der Heddesheimer Arzt Wolfram Str√∂ck empfiehlt chronisch kranken Personen dringend eine Impfung gegen die „Schweinegrippe“. Er selbst hat zumindest f√ľr diese Woche noch genug Impfstoff vorr√§tig – anders als Kollegen und Apotheken, die auf die Lieferung ihrer Bestellungen noch warten. Im Interview mit dem heddesheimblog erkl√§rt der Allgemeinmediziner Wolfram Str√∂ck, warum er eine Impfung empfiehlt und wie man sich beim Verdacht auf eine Ansteckung verhalten sollte.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Ströck, es heißt in verschiedenen Meldungen, die Infektionen nähmen dramatisch zu. Wie beurteilen Sie die Lage?
Wolfram Str√∂ck: „Die Anzahl der Erkrankungen mit Schweinegrippe hat in den vergangenen zwei bis drei Wochen stark zugenommen , aber auch die Schwere der Erkrankung hat sich bis dato ver√§ndert. Erkrankungen verlaufen deutlich schwerer als bisher , betroffen sind derzeit vor allem j√ľngere Patienten.
Bis vor etwa drei Wochen waren die Verl√§ufe ausgesprochen harmlos, dies ist jetzt nicht mehr unbedingt der Fall. Ansteckungen finden derzeit nach meinen Erfahrungen immer weniger im Ausland statt, sondern vermehrt vor allem bei gr√∂√üeren Menschenansammlungen im Inland.“

Viele Kollegen warten noch auf die Impfstofflieferung.

Es heißt, es gäbe zu wenig Impfstoff. Können Sie das bestätigen?
Str√∂ck: „Es gibt eindeutig derzeit zu wenig Impfstoff, sowohl die chronisch Kranken als auch die anderen Impfwilligen. Ich bin erfreulicherweise in der Lage, derzeit noch ausreichend Impfstoff f√ľr diese Woche zu Verf√ľgung zu haben, aber es gab schon im Vorfeld bei meinem Apotheker vor Auslieferung eines bestellten Impfstoffes zahlreiche Nachfragen von umliegenden Apotheken , die Teile oder alles abnehmen wollten , da diese nicht beliefert worden sind. Auch von zahlreichen Kollegen ist mir mitgeteilt worden, dass diese zu wenig oder keinen Impfstoff bekommen haben.“

stroeck

Der Heddesheimer Arzt Wolfram Ströck empfiehlt chronisch kranken und anderen Risikopatienten dringend eine Impfung. Bild: hblog

Wie wird eine Erkrankung mit dem H1N1-Virus behandelt?
Str√∂ck: „Eine Behandlung der Schweinegrippeerkrankung muss sofort , das hei√üt innerhalb des 1.-2. Tages mit Tamiflu oder Relenza erfolgen. Diese sollte allerdings erst nach Feststellung der Erkrankung √ľber eine Blutentnahme durchgef√ľhrt werden. Die Crux ist , dass alleine diese Bestimmung 1-2 Tage dauert , sodass ich oft auf das Ergebnis nicht warten kann, sondern sofort behandeln muss.“

Kann man eine Erkrankung nicht einfach zu Hause auskurieren?
Str√∂ck: „Eine Erkrankung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen – im Zweifel kann das lebensgef√§hrlich werden.“

Haben Sie bei ihren Patienten schon Schweinegrippe diagnostiziert?
Str√∂ck: „Ja, ich habe in meiner Praxis auch schon bei einigen Patienten die Schweinegrippe diagnosiziert und behandelt.“

Es nicht gefährlicher in eine Arztpraxis zu gehen, als in einen Supermarkt.
Beim Arzt bekommen Sie aber geholfen.

Ist es gefährlich in eine Arztpraxis zu gehen?
Str√∂ck: „Es ist nicht gef√§hrlicher als im n√§chsten Supermarkt oder bei einer Familienfeier angesteckt zu werden. Im Gegensatz zu diesen Orten wird Ihnen beim Arzt aber geholfen.“

Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe sollten zuhause bleiben
und telefonisch Kontakt mit einer Arztpraxis aufnehmen.

Was passiert wenn ein Patient mit Verdacht auf eine H1N1-Infektion in Ihre Praxis kommt?
Str√∂ck: „Ein Patient, der glaubt eine Schweinegrippeinfektion zu haben, sollte sich korrekt verhalten und am besten zuhause bleiben. Er sollte aber bei seinem Arzt anrufen und einen Termin oder Hausbesuch vereinbaren. Sollte ein Patient ohne Anmeldung in unsere Praxis kommen, wird er sofort isoliert. Das dient dem Schutz der anderen Patienten und des Personals. Gegebenenfalls erfolgt eine Klinikeinweisung, je nach Erkrankungszustand.“

Wer ist besonders gefährdet und sollte sich dringend mit seinem Hausarzt wegen einer Impfung beraten?
Str√∂ck: „Impfen sollte sich nach meiner Auffassung prinzipiell jeder, aber Hochrisiko- und Risiko-Patienten mit chronischen Erkrankungen auf jeden Fall. Fast alle Todesf√§lle in dieser Sache waren chronisch kranke Personen.
Es gibt keine Impfpflicht, jeder darf, keiner muss sich impfen lassen!“

Patienten mit einer H√ľhnereiwei√ü-Allergie m√ľssen mit allergischen Reaktionen rechnen.

Es mehren sich die Meldungen schwerer Unverträglichkeit des Impfstoffs bis hin zu anaphalytischen Schocks (allergische Reaktion mit schwerer Störung des Herz-Kreislaufsystems)? Impfen ist also auch risikobehaftet?
Str√∂ck: „Es gab ganz vereinzelt tats√§chlich starke Nebenwirkungen nach einer Impfung. Wenn bespielsweise eine Allergie gegen H√ľhnereiwei√ü bekannt ist, muss man mit Komplikationen rechnen. Dieser Impfstoff basiert n√§mlich auf einer H√ľhnereiwei√übasis, sodass starke allergische Reaktionen bis zum Schock prinzipiell auftreten k√∂nnen . Diese Allergie sollte deswegen vor jeder geplanten Impfung abgefragt werden.“

Muss man den Impfstoff selbst bezahlen?
Str√∂ck: „Die Impfleistung wird generell von den Krankenkassen √ľbernommen. Den Patienten entstehen keine Kosten au√üer der Praxisgeb√ľhr, wenn sie diese f√ľr das betreffende Quartal noch nicht entrichtet haben.“

Wie informieren Sie sich als Arzt √ľber den Stand der Dinge?
Str√∂ck: „Ich selbst versuche, so gut als irgendwie m√∂glich, auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben √ľber meine Standesorganisationen, das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsamt Heidelberg, das Landesgesundheitsamt Karlsruhe und anderen Quellen.
Die Informationspolitik war in den letzten Monaten sehr d√ľrftig , wir niedergelassenen √É‚Äěrzte waren ziemlich auf uns alleine gestellt. Seit zwei bis drei Wochen hat sich die Qualit√§t der Informationen erfreulicherweise verbessert.“

Es mehren sich Panikanzeichen. Dagegen hilft nur eine gute Informationspolitik.

Wie beurteilen Sie die Meldungen in den Medien und die Stimmung der Menschen?
Str√∂ck: „Derzeit ist die Lage bez√ľglich der Schweinegrippe noch halbwegs √ľberschaubar, jedoch gibt es unterschiedliche Tendenzen zu beobachten.
In der Presse wird viel Negatives bez√ľglich der Impfung ver√∂ffentlicht und damit der Impfwille der Bev√∂lkerung nicht unbedingt unterst√ľtzt.
Durch die H√§ufung von Schweinegrippef√§llen auch bei uns in der Region m√∂chten sich vermehrt Patienten mit einer Impfung davor sch√ľtzen.
In der √É‚Äěrzteschaft gibt es unterschiedliche Auffassungen, deswegen impfen einige Kollegen gar nicht und stellen ihren Patienten diesen Impfstoff auch nicht zur Verf√ľgung. Andere w√ľrden gerne impfen, bekommen aber den√ā¬†Impfstoff wegen der Kapazit√§tsengp√§sse nicht geliefert. Es gibt vermehrte Panikanzeichen durch Erkrankungen von Sch√ľlern und die Schlie√üungen von Schulen.“

Hotline zur Schweinegrippe

Guten Tag!

Heddesheim, 07. November 2009. Die Zahl der Infektionen mit der so genannten Schweinegrippe steigt auch im Rhein-Neckar-Kreis. Das Gesundheitsamt schaltet ab Montag ein Infotelefon frei.

Wegen zahlreicher telefonischer Anfragen besorgter B√ľrger richtet das Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis eine Hotline zur „Schweinegrippe“ oder neue Influenza A/H1N1, wie sie wissenschaftlich hei√üt, ein.

B√ľrger k√∂nnen in der Zeit montags bis freitags von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr anrufen:

Infotelefon „Schweinegrippe“: 06221/ 522 – 1891

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine kostenlose Hotline unter der Telefonnummer 030 – 346 465 100 eingerichtet, die von Montag bis Freitag zwischen 8 bis 18 Uhr besetzt ist.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Deutsche sind „immunologisch naiv“

Guten Tag!

Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem H1N1-Virus ist in den vergangenen Tagen sehr stark angestiegen.
Wie das Bundesministerium des Innern (BMI) feststellt, zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) zwischen dem 23. Juli und 27. Juli 2009 rund 1.000 neue Fälle in Deutschland.

Ein Viertel der in Deutschland registrierten Fälle hat sich nach Einschätzung
des RKI in Deutschland angesteckt. Der Großteil der Fälle geht weiterhin auf
Reiser√ľckkehrer aus Spanien zur√ľck.

Risikoland Spanien

Das RKI rechnet mit einer weiteren Steigerung der Fallzahlen in Deutschland, weil immer mehr Menschen in den n√§chsten Tagen und Wochen aus dem Auslandsurlaub zur√ľckkehren werden.

Im Rahmen eines Presse-Briefings wies das RKI am 27.07. auf die hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit der Pandemie hin.

h1n1

H1N1-Infektionen nach Informationen des RKI. Quelle: BMI/RKI. Klicken Sie auf die Grafik f√ľr eine gr√∂√üere Darstellung.

Das Virus habe sich innerhalb von zwei Monaten so schnell wie noch nie √ľber die ganze Welt verbreitet. Auf der S√ľdhalbkugel der Erde, auf der gerade Winter ist, habe demnach das H1N1-Virus das „normale“ Influenza-Virus verdr√§ngt, hei√üt es in einem „Lage“-Papier des BMI.


Das RKI geht aufgrund der unterschiedlichen nationalen Gesundheitssysteme und der unterschiedlichen Laborausstattungen in den Ländern weltweit von einer hohen Dunkelziffer an Infizierten aus.

Eine seri√∂se Prognose, wie sich die Situation in Deutschland entwickeln wird,√ā¬†kann nach Angabe des RKI aber noch nicht getroffen werden.

Deutsche sind „immunologisch naiv“

Bei Experten√ā¬†herrscht aber Einigkeit dar√ľber, dass es zum Winter hin mehr F√§lle geben√ā¬†werde. Das Virus trifft in Deutschland auf eine „immunologisch naive Bev√∂lkerung“. Selbst eine Infektion mit dem derzeit umlaufenden H1N1-Virus w√ľrde√ā¬†nicht vor einer vielleicht entstehenden aggressiveren Variante sch√ľtzen.

Wegen der aktuellen Pandemielage beginnen in vielen Schulen die Sommerferien eher als geplant.

In Pfullingen wurde am 27.07.2009 eine Realschule geschlossen, weil sich bei√ā¬†einer Klassenfahrt nach Gro√übritannien 13 Sch√ľler angesteckt hatten. Auch√ā¬†an einer Waldorfschule in Mannheim begannen die Ferien drei Tage fr√ľher, nachdem sich drei Sch√ľler bei einer Reise nach Barcelona mit dem√ā¬†Virus infiziert hatten. In T√ľbingen wurde das neue H1N1-Virus bei zwei Sch√ľlern einer Realschule nachgewiesen. Die Schule wurde ebenfalls geschlossen.

30 Todesfälle in Großbritannien infolge einer H1N1-Infektion

Die größte Anzahl der Infektionen wurden aus Großbritannien (11.159 Fälle),
aus Deutschland (3.810 F√§lle) und aus Spanien (1.538 F√§lle) gemeldet. Aus√ā¬†Gro√übritannien wurden bislang nachgewiesene 30 Todesf√§lle gemeldet, aus Spanien vier und einer√ā¬†aus Ungarn.

Auch die deutsche Wirtschaft – darunter namhafte Unternehmen wie die Deutsche Telekom AG, der Sportartikel-Hersteller adidas, der Technologiekonzern√ā¬†Schott und der Kosmetikhersteller Beiersdorf AG – haben Medienberichten zufolge eigene Pandemiepl√§ne entwickelt, die in Teilen noch auf den Ausbruch√ā¬†der Vogelgrippe in 2006 zur√ľckgehen.

Die in den jeweiligen Unternehmen beschlossenen Ma√ünahmen reichen von der Aufstellung von „Hygieneboxen“ zur√ā¬†Desinfektion der H√§nde in der Kantine, h√§ufigeren Reinigungen von Sanit√§ranlagen, Ausgabe von Laptops f√ľr den Fall notwendiger Heimarbeit bis hin zu√ā¬†der Bevorratung von Medikamenten und Schutzkleidung.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Schweinegrippe verbreitet sich immer schneller

Guten Tag!

Nachdem vor einem Monat im Rhein-Neckar-Kreis gerade einmal zw√∂lf Infektionen mit dem als „Schweinegrippe“ bezeichnete Influenza-Virus H1N1 registriert waren, sind es aktuell rund 80 F√§lle.

Auf Anfrage des heddesheimblogs gibt sich das Sozialministerium Baden-W√ľrttemberg gelassen: „Alle Experten haben mit einem Anstieg der Zahlen gerechnet. Wir sind aber gut ger√ľstet“, sagte die Pressesprecherin Susanne Keller.


Das Bundesland Th√ľringen habe als zur Zeit vorsitzendes Land der Gesundheitsministerkonferenz etwa f√ľr 30 Prozent der Bev√∂lkerung Impfschutz bestellt: „Wir haben Vertr√§ge mit den Herstellern, die uns f√ľr 100 Prozent der Bev√∂lkerung bis Ende September 160 Millionen Dosierungen garantieren“, sagte Frau Keller.

Besonders viele Infizierte kommen zur Zeit aus Spanien aus dem Urlaub zur√ľck. Auch in Gro√übritannien sind die Fallzahlen immer noch sehr hoch.

In Deutschland sind mit Stand von heute rund 3800 Personen infiziert worden. Anfang Mai waren es noch keine zehn Fälle.

Im Rhein-Neckar-Kreis sind zuletzt Mannheim und Viernheim mit einer Vielzahl neuer Infektionen aufgefallen. In Mannheim sind sechs Sch√ľler einer Walldorf-Schule und eventuell ein Lehrer erkrankt, die in Spanien eine Freizeit verbracht hatten. In Viernheim gab es gestern f√ľnf neue F√§lle. Auch in B√ľrstadt, Lampertheim und Bensheim wurden seit dem Wochenende je zwei Erkrankungen gez√§hlt.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Lesen Sie auch:
Interview mit Susanne Keller, Pressesprecherin Sozial-Ministerium Baden-W√ľrttemberg: Wir m√ľssen uns an das Virus gew√∂hnen

Service: Reiseapotheke II – Impfungen, Viagra, Zoll
Service: Reiseapotheke I – Magen, Darm, √É‚Äěrzte, Schmerzmittel

Link:
Robert-Koch-Institut: Wir gegen Viren

Was in jede Reiseapotheke gehört II

Wolfram Ströck ist Allgemeinmediziner. Der Arzt hat seine Praxis in Heddesheim und erklärt im Interview mit dem heddesheimblog, was Urlauber auf einer Reise unbedingt an Medikamenten dabei haben sollten.
Welche Vorbereitungen zu treffen sind und wie man sich im Fall der Fälle richtig verhält.

Teil 2: Impfungen, Viagra, Zoll

Verstanden. An welche Impfungen sollten Urlauber denken?
„Ganz sicher diese drei: Tetanus, Diphterie, Kinderl√§hmung. Die sind ein Muss. Je nach Reisegebiet, vor allem im asiatischen Raum kommen hinzu: Typhus, Hepatitis A, eventuell auch B. F√ľr Afrika und S√ľdamerika sollte gegen Gelbfieber geimpft werden.“

Was ist mit einer Malaria-Prophylaxe?
„Die ist wichtig, h√§ngt aber vom jeweiligen Reiseland ab. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt dazu beraten, er wei√ü, welche Mittel wo wirksam sind. Das h√§ngt von der Risikolage vor Ort ab. Viele Menschen denken beispielsweise, dass Malaria √ľberall in Asien auftritt oder nur im „Dschungel“. Beides ist falsch. Deshalb, fragen Sie rechtzeitig ihren Arzt. Das gilt auch f√ľr die Impfungen, die meist eine gewisse Vorlaufzeit brauchen, damit ein Schutz gegeben ist.“

Kann man sich auch gegen die Schweinegrippe impfen?
„Bislang noch nicht. Eventuell gibt es Ende des Jahres bereits einen Impfstoff. Vorsorglich kann man eine Grippeschutzimpfung vornehmen, die ich sowieso empfehle. Ob diese bei der Schweinegrippe hilft, ist aber nicht sicher. Wenn Sie nach einer Amerika-Reise Grippesymptome feststellen, m√ľssen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.“


Woher weiß ich im Ausland, zu welchem Arzt ich gehen soll?
„Schauen Sie ins Internet. Hier finden Sie viele Ausk√ľnfte zur medizinischen Versorgung an ihrem Urlaubsziel. In beliebten Urlaubsorten finden Sie heute auch deutsche √É‚Äěrzte oder zumindest deutsch sprechende. Und erkundigen Sie sich gleich zu Beginn des Urlaubs im Hotel, wo Sie im Fall der F√§lle medizinische Hilfe bekommen. Und manchmal ist es besser, sofort einen Krankenr√ľcktransport einzuleiten, wenn die medizinische Versorgung vor Ort nicht ausreichend ist.“

„Sonnenschutz ist extrem wichtig f√ľr Kinder.“

Auch das ist also eine Art Vorsorge. Woran muss ich noch denken?
„An einen ausreichenden Sonnenschutz. Gerade f√ľr Babys und Kleinkinder ist der enorm wichtig. Ich empfehle Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 20-40, je nach Reiseziel und den dortigen Sonnenverh√§ltnissen. Ich sehe Jahr f√ľr Jahr die teils massiven Verbrennungen. Jedem muss klar sein, dass Sonnenbr√§nde das Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken enorm ansteigen lassen.“

Was tue ich, wenn ich mir trotzdem einen Sonnenbrand eingefangen habe? Ich will ja schließlich braun werden und habe nur zehn Tage gebucht?
„Seien Sie vern√ľnftig und meiden Sie die Sonne je nach Schwere des Sonnenbrands zwei bis drei Tage. Verzichten Sie lieber auf die Br√§une und erhalten Sie sich Ihre Gesundheit.“

Viele Urlauber machen Sport im Urlaub, beispielsweise Tauchen. Worauf kommt es hier an?
„Die Deutschen sind die Nation mit den meisten Tauchunf√§llen – aus Unvernunft. Taucher m√ľssen sich, egal wie fit sie sich f√ľhlen, unbedingt jedes Jahr checken lassen. Dazu geh√∂rt ein Belastungs-EKG, die √ÉŇďberpr√ľfung der Herz-Lungen-Funktion sowie eine Ohrenspiegelung. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder √ÉŇďbergewicht sollten erst gar nicht tauchen. Tauchen mag faszinierend sein, aber es ist auch eine extreme Belastung. Auch das Bergsteigen ist an und f√ľr sich eine tolle Sache, doch ohne √ÉŇďbung und ohne Gesundheitscheck rate ich davon ab.“

Welche Infektionen treten sonst noch häufiger auf?
„Bindehautentz√ľndungen beispielsweise durch Schwimmbadwasser. Hier sollte man eine antibiotische Salbe verwenden. Die bekommt man bei Bedarf auch vor Ort. Und selbstverst√§ndlich sollte man an Allergie-Medikamente denken, vor allem, wenn man wei√ü, dass man beispielsweise auf Insektenstiche heftig reagiert.“

Also braucht man auch Calzium f√ľr Sonnenallergien?
„Calzium ist nachweislich wirkungslos bei Sonnenallergien, leider wissen das bis heute immer noch zu wenige Menschen. Hier hilft nur ein Antiallergicum. Bei Insektenstichen ist beispielsweise Fenistil oder Systral gut geeignet. Auch hier gilt: Fragen Sie Ihren Arzt.“

„Medikamente sind im Ausland g√ľnstiger. Aber Finger weg von Viagra und Co.“

A propos: Viele Medikamente, die hier sehr teuer sind, gibt es im Ausland zu Spottpreisen. Kann man getrost damit seine Hausapotheke auff√ľllen?
„Ja und nein. Alle Medikamente, die Sie in einer Apotheke kaufen und Standards sind, also vor allem Schmerzmittel wie Aspirin oder Paracetamol kann man getrost kaufen. Ich rate aber dringend davon ab, Mittel wie Viagra oder Cialis im Ausland zu kaufen. Das sind oft F√§lschungen und niemand wei√ü, was wirklich in den Pillen drin ist. Das kann schnell lebensgef√§hrlich werden.“

Wenn Sie gerade Viagra erw√§hnen… Geschlechtskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch. Wie sch√ľtzt Mann und Frau sich am besten?
„Kondome zu benutzen ist absolute Pflicht. Gerade Geschlechtskrankheiten haben nicht nur k√∂rperliche Folgen, sondern ganz besonders auch soziale. Krankheiten wie Tripper oder Syphilis sind heilbar, Aids hingegen nur „behandelbar“. Und wer sich eine solche Infektion zuzieht, riskiert oft den Zerfall der Familie und eine gesellschaftliche Stigmatisierung – auch wenn das falsch ist. Die Menschen sind aber so. Das gebe ich zu bedenken.“

Komme ich mit gekauften Medikamenten durch den Zoll?
„Auf alle F√§lle, wenn Sie diese nicht gerade kofferweise einf√ľhren wollen. Urlauber sollten daran denken, dass Fl√ľssigkeiten, Spritzen und Bet√§ubungsmittel, also Opiate, nur mit einer √§rztlichen Bescheinigung mit an Bord gebracht werden d√ľrfen. Im Koffer k√∂nnen Sie das aber transportieren.“

Was in jede Reiseapotheke gehört I

Wolfram Ströck ist Allgemeinmediziner. Der Arzt hat seine Praxis in Heddesheim und erklärt im Interview mit dem heddesheimblog, was Urlauber auf einer Reise unbedingt an Medikamenten dabei haben sollten.
Welche Vorbereitungen zu treffen sind und wie man sich im Fall der Fälle richtig verhält.

Teil I: Magen-Darm-Infektionen, Arztbesuch, Schmerzmittel

Interview: Hardy Prothmann

Herr Ströck: Was bringen Urlauber am häufigsten an Erkrankungen mit nach Hause?
Wolfram Str√∂ck: „Eindeutig Magen-Darm-Infektionen. Das h√§ngt damit zusammen, dass gerade in s√ľdlichen L√§ndern Keime im Essen zu finden sind, die die K√∂rper der Urlauber nicht gewohnt sind und damit nicht abwehren k√∂nnen.“

Was empfehlen Sie gegen „Montezumas Rache“?
„Ich arbeite gerne mit Kohle. Die f√§ngt die Gifte ein, die die Bakterien produzieren. Und Kohle hat absolut keine Nebenwirkungen. Auch Menschen, die unter Verstopfung leiden, k√∂nnen Kohle problemlos einnehmen.


Aber Achtung: Kohle sollte nur mit einem ausreichenden zeitlichen Abstand mit anderen Medikamenten eingenommen werden, beispielsweise der Anti-Baby-Pille.

Denn die Kohle bindet nicht nur bakterielle Abfälle, sondern eventuell auch die Wirkstoffe von anderen Medikamenten. Ich empfehle mindestens eine Stunde.

stroeck

Allgemeinmediziner Wolfram Ströck: "Urlaub ist eine schöne Sache, eine gute Gesundheit auch." Bild: pro

Gehören Schmerzmittel in die Reiseapotheke?
„Unbedingt. Jeder kennt das: Reisestress, lange Fl√ľge oder Autofahrten, ein ungewohntes Klima am Urlaubsort, eine Erk√§ltung durch die Kombination Hitze und Klimaanlagen… da treten schnell mal Kopfschmerzen oder auch fiebrige Zust√§nde √ā¬†auf. Paracetamol ist ein geeignetes Mittel dagegen.

Der Ruf des Medikaments hat zwar ein wenig gelitten und es ist dadurch rezeptpflichtig geworden, aber bei diesem Medikament sind immer noch die wenigsten Probleme bekannt und es ist recht gut vertr√§glich. Man sollte aber auf die richtige Dosierung achten.“

„Ich empfehle dringend einen Trombose-Schutz.“
Wolfram Ströck

Sie haben gerade Fl√ľge und Autofahrten angesprochen: Sollte man sich gegen Trombosen sch√ľtzen?
„Meiner Meinung nach eindeutig ja. Wer mit dem Auto f√§hrt, macht vern√ľnftigerweise sp√§testens alle zwei Stunden einen Halt und ein wenig Gymnastik. Aber alle Fl√ľge, die mehr als zwei bis drei Stunden dauern, sind eine extreme Belastung f√ľr den K√∂rper, auch wenn man „nichts“ tut.

Hier steigt selbst bei absolut gesunden Menschen die Trombosegefahr. Alle Menschen, die Herz-Lunge-Probleme oder Bluthochdruck haben oder √ľbergewichtig sind, sind sogar au√üerordentlich gef√§hrdet.“

Was hilft?
„Hier helfen Heparin-Spritzen √ľber einen Zeitraum von sechs bis acht Stunden. Die kann man sich selbst subkutan, also unter die Haut, spritzen. Das pikst ein wenig und gibt eventuell einen blauen Fleck, aber mehr auch nicht.

Das Medikament kostet nicht viel und es sind keinerlei Belastungen f√ľr den K√∂rper damit verbunden. Was ich immer betone: Durch die Klimaanlagen herrscht in Flugzeugen eine sehr trockene Luft. Ganz wichtig ist: Trinken Sie so viel wie m√∂glich – damit meine ich keine alkoholischen Getr√§nke, sondern am Besten Wasser.“

Was halten Sie von Kompressionsstr√ľmpfen?
„Die helfen nat√ľrlich auch, aber viele Menschen empfinden sie als unbequem und schwitzen darin. Und sie sind teuer.“

An welche weiteren Medikamente sollte man denken?
„Ich empfehle eine jodhaltige Salbe f√ľr kleinere Verletzungen, die beim Sport, beim Wandern oder einen Sturz auftreten k√∂nnen. Bei gro√üer Hitze steigt die Infektionsgefahr auch bei kleinen Wunden, da hilft eine solche Salbe. Nat√ľrlich sollte man auch etwas Verbandszeug und Pflaster dabei haben.“

„Bei Tierbissen m√ľssen Sie einen Arzt aufsuchen.“

Bei welchen Verletzungen sollte man vor Ort dringend den Arzt aufsuchen?
„Absolut unbedingt bei allen Tierbissen. Gerade Hundebisse sind h√§ufig und die Tiere haben einen Erreger-Cocktail im Maul, der hochinfekti√∂s ist. Solche Wunden m√ľssen von einem Arzt versorgt werden. Am Meer sind Muscheln und Seeigel eine Gefahr und ebenfalls hochinfekti√∂s. Die Menschen sollten Verletzungen, auch wenn sie „klein“ scheinen, unbedingt versorgen lassen, sonst droht beispielsweise eine Blutvergiftung.“

Das kostet aber Geld, weil die meisten Krankenversicherungen au√üerhalb Europas die Kosten nicht √ľbernehmen…
„Das ist richtig. Aber f√ľr zehn bis f√ľnfzehn Euro kann man eine Auslandskrankenversicherung abschlie√üen, die ordentliche bis sehr gute Leistungen bietet und meist ein Jahr lang gilt. Ich w√ľrde niemals ohne eine solche Versicherung mit meiner Familie in Urlaub fahren. Vor Ort m√ľssen Sie aber zun√§chst meist mit Bargeld die Leistungen bezahlen, die sie sp√§ter erstattet bekommen.“

Verdienen sich die Versicherer nicht eine goldene Nase daran?
„Sicherlich verdienen die Versicherer daran, sonst w√ľrden Sie es nicht anbieten. Aber rechnen Sie einfach gegen: Zehn Euro f√ľr eine Versicherung, die im Fall der F√§lle Kosten √ľbernimmt, die schnell mehrere tausend Euro umfassen k√∂nnen. Urlauber fahren gerne motorisierte Zweir√§der im Urlaub, teils ohne F√ľhrerschein, ganz oft ohne gen√ľgend √ÉŇďbung. Die Stra√üen sind schlechter, der Verkehr chaotisch. √ā¬†Gerade die Deutschen machen das gerne. Wenn es zum Unfall kommt, Knochenbr√ľche oder innere Verletzungen die Folge sind, brauchen Sie medizinische Hilfe und die zahlen Sie dann ohne Versicherung aus der eigenen Tasche…“

Lesen Sie hier weiter in Teil 2: Impfungen, Viagra, Zoll

„Wir m√ľssen uns an das Virus gew√∂hnen“

Die Zahl der mit dem als „Schweinegrippe“ im Volksmund bezeichneten Erkrankten steigt weiter an. Nach Einsch√§tzung des baden-w√ľrttembergischen Sozialministeriums m√ľssen sich die Menschen an dieses neue Influenza-Virus A H1N1 „gew√∂hnen“.
Im Interview mit dem
heddesheimblog erkl√§rt die Pressesprecherin des Ministeriums, Susanne Keller, die Hintergr√ľnde. Mit Stand von gestern wurden im Rhein-Neckar-Kreis 12 und in Baden-W√ľrttemberg 56 Erkrankungen gez√§hlt.

Interview: Hardy Prothmann

Welche Erwartungen hat das Sozialministerium, was weitere√ā¬†Influenza A H1N1 Infektionen angeht?
„Wir m√ľssen davon ausgehen, dass es zu weiteren Erkrankungen kommen wird. Wie hoch die Zahl sein wird, l√§sst sich schwer vorhersagen, da das von zu vielen Faktoren abh√§ngt. Ziel ist es daher, die Verbreitung zu verlangsamen, um Zeit f√ľr weitere Vorsorgema√ünahmen, wie beispielsweise die Impfstoffbereitstellung zu gewinnen. Dabei kommt – wie bereits bisher – der intensiven √ÉŇďberwachung des Krankheitsgeschehens durch √É‚Äěrzteschaft und √Ėffentlicher Gesundheitsdienst eine gro√üe Bedeutung zu.“

Gibt es Personen, die eher „anf√§llig“ f√ľr eine Infektion sind?
„Bei der saisonalen Influenza erkranken eher junge und √§ltere Personen. Bei diesem Subtyp scheinen Kinder und Jugendliche leicht zu erkranken. Aber aktuell verlaufen die meisten Erkrankungen moderat.“



Welcher Kontakt reicht aus, um sich zu infizieren?
„Influenzaviren werden vor allem durch Tr√∂pfcheninfektion √ľbertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten k√∂nnen Erreger auch auf die H√§nde gelangen und dann durch direkten Kontakt oder beispielsweise √ľber die H√§nde weiterverbreitet werden. Daher wird insbesondere h√§ufiges H√§ndewaschen empfohlen und das Husten in den √É‚Äěrmel statt in die Hand.“

Heißt infiziert, dass man auch sofort krank ist?
„Nein. Allerdings gibt es noch keine genauen Zahlen dar√ľber, welcher Prozentsatz der Infizierten erkranken. Diese k√∂nnen durch serologische Untersuchungen ermittelt werden.“

„Wir m√ľssen uns an das Virus gew√∂hnen“. Susanne Keller

Wie bemerkt man bei sich selbst, dass man vielleicht infiziert sein könnte?
„Die Infektion wird erst bemerkt, wenn die Krankheit zum Ausbruch kommt, das hei√üt die Symptome der „Neuen Grippe“ auftreten. Diese sind √§hnlich wie bei der normalen saisonalen Grippe. Also beispielsweise Husten, Fieber, Gliederschmerzen. Entscheidend ist aber, dass man in einem Verbreitungsgebiet der Neuen Grippe war oder mit einem Erkrankten intensiven Kontakt hatte.“

Welche Maßnahmen muss man in einem Verdachtsfall treffen?
„Es ist dann ratsam den Arzt aufzusuchen. Aber wenn ich die Vermutung habe, dass ich mich mit der „Neuen Grippe“ angesteckt habe, dann sollte dieser Verdacht auch gleich dem Arzt mitgeteilt werden. Dann k√∂nnen in der Arztpraxis entsprechende Vorsichtsma√ünahmen getroffen werden. Es sollte vorsorglich vermieden werden, dass m√∂gliche Infizierte l√§ngere Zeit im Wartezimmer sitzen und so mit anderen wartenden Patienten in Kontakt treten.“

Werden auch Kontaktpersonen eines infizierten Menschen in Quarantäne
„gesteckt“?

„Entscheidend ist der Einzelfall. Je nachdem wie eng der Kontakt zu einer Person war, die sich infiziert hat, kann sein, dass vor Ort angeraten wird, Kontakt zu weiteren Personen zu vermeiden.“

Erwarten Sie eine Entspannung der Situation oder ist dieses Virus nun √ā¬†Teil unseres Alltags?
„Aktuell m√ľssen wir uns wohl eher an dieses Virus gew√∂hnen.“

„Schweinegrippe“: 3 weitere Personen im Rhein-Neckar-Kreis erkrankt

Im Rhein-Neckar-Kreis gibt es drei weitere Erkrankungen mit der neuen Grippevariante Influenza A H1N1. Ein Ehepaar erkrankte auf der Hochzeitsreise, die sie in die USA gef√ľhrt hatte, schon auf ihrer Tour entlang der Ostk√ľste. In der Region sind damit 11 F√§lle bekannt, in ganz Baden-W√ľrttemberg 52.

Die beiden 32 Jahre alten Personen begaben sich gleich nach ihrer R√ľckkehr zum Arzt, der Test auf die neue Grippe war positiv.

Ebenfalls infiziert ist ein 10-jähriges Mädchen, das aus den USA zu Besuch bei Verwandten in den Rhein-Neckar-Kreis gekommen war.


Das Gesundheitsamt in Heidelberg hatte sofort die notwendigen Maßnahmen eingeleitet und auch die Kontaktpersonen ermittelt. Alle Patienten befinden sich in medizinischer Behandlung und unter Beachtung aller notwendigen Schutz- und Isolierungsmaßnahmen zu Hause.

Bis jetzt sind seit Ausbruch der Neuen Grippe in √ÉŇďbersee 11 F√§lle im Rhein-Neckar-Kreis aufgetreten, in Baden-W√ľrttemberg gibt es nun 52.

Nach wie vor besteht nach Aussagen des Gesundheitsamtes und beim allgemein „eher leichten Verlauf“ f√ľr die Bev√∂lkerung kein Grund zur Sorge. Doch „pers√∂nliche Hygienema√ünahmen werden immer wichtiger“, unterstreicht der Pressesprecher des Kreises, Berno M√ľller, auch angesichts der bundesweit steigenden Zahl auf nunmehr 332 Erkrankte.

Man sollte unn√∂tiges H√§ndesch√ľtteln und engen K√∂rperkontakt zu offensichtlich erk√§lteten Personen vermeiden. Vorsicht sei bei Kontakt zu Reiser√ľckkehrern, insbesondere aus Mexiko, den USA und Kanada, aber auch anderen Staaten.

Da Influenzaviren durch Tr√∂pfcheninfektion √ľbertragen werden, insbesondere beim Niesen oder Husten, k√∂nnen die Erreger auch auf die H√§nde gelangen und dann durch indirekten Kontakt oder √ľber die H√§nde weiterverbreitet werden.

Informationen zur Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) finden sich auf der Homepage des Rhein-Neckar-Kreises und auch auf der täglich aktualisierten Homepage des Robert-Koch-Institutes unter sowie zur Körperhygiene unter Wir gegen Viren.