Donnerstag, 26. Mai 2022

Ehrungsabend im Schützenhaus der SG Heddesheim

Guten Tag!

Heddesheim, 11. November 2010. Der diesjährige Ehrungsabend der Schützen war ein langer Termin: Es gab viele Medaillen zu verteilen. Im „Familienkreis“ trafen sich die Schützen am 30. Oktober 2010 im Vereinshaus am Bundesbahnhof. Die neue Jugendschützenkönigin heißt Lea Riedinger. Erster Ritter ist Nadine Monique und zweiter Ritter Laura Lüdke. Neuer Schützenkönig wurde August Gerstner. Seine beiden Ritter sind Johann Speckert und Elke Embach.

Von Andreas Laske

Mehr als 50 Gäste konnte Oberschützenmeister Roland Embach zum diesjährigen Ehrungsabend im Schützenhaus begrüßen. Besonders begrüßte er die Ehrenmitglieder Walter Maier und Richard Embach, wie auch den Ehrenoberschützenmeister Heinrich Noll.

Auch in diesem Jahr wurde wieder ein Buffet von der direkt benachbarten Bundeskegelbahn bestellt. Es gab Wildschweinbraten mit Knödel und Preiselbeeren, wie auch Jägerschnitzel mit Spätzle mit Gemüse. Die Schützengesellschaft bedankt sich daher bei den Gaststättenbetreibern Familie Klinger und Team.

Schützenkönig

Schützenkönige und Ritter. Bild: privat

Nach dem Essen, wurden die Vereinsjubilare von OSM Roland Embach und SM Andreas Laske geehrt. Für 25 Jahre Vereinstreue erhielten Karl Volk und Horst Pölitz die silbernen Nadeln vom DSB, BSV und Verein mit Urkunden und einer Plakette. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Hermann Karg mit goldenen Nadeln vom DSB, BSV und Verein mit Urkunden und Plakette geehrt.

Für 50 Jahre im DSB bekam Horst Mathews eine goldene Ehrennadel mit Urkunde.

Zu dieser Feier war auch Dr. Axel Manke vom Sportschützenkreis 7 eingeladen, der zusammen mit OSM Embach die Ehrungen der Schützen vornahm, welche sich für besondere Verdienste im Schützenwesen hervorgetan haben. Vom Schützenkreis 7 wurde Birgit Lüdke mit der silbernen Ehrennadel und Stefan Schuhmacher mit der bronzenen Ehrennadel ausgezeichnet. Vom BSV wurde Hiltrud Boguslawski mit der bronzenen Ehrennadel und Johann Speckert mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Das große DSB- Ehrenzeichen in Silber erhielten Gerhard Sprigode und Bernd Menz.

OSL Fred Riedinger und SM Andreas Laske ehrten die Vereinsmeister 2010. Die drei Erstplatzierten erhielten in den einzelnen Schießdisziplinen und Altersklassen Silbermünzen in drei Größen (Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft 2010 unter www.sgh.heddesheim.net ).

Im Anschluss folgten die Pokalverleihungen: Den Luftgewehrpokal sicherte sich August Gerstner. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten Monika Engemann und Tanja Embach.

Den Pokal Luftgewehr-Auflage erhielt Günter Thamm vor Bernd Menz und Manfred Heller. Der Bachmann-Pokal ging an Peter Leßle vor Tanja Embach und Monika Engemann. Den KK-Pokal erhielt August Gerstner.

Den Sportpistolenpokal erzielte Sabine Zeiß-Stahl vor Fred Riedinger.

Der Höhepunkt des Abends war die Bekanntgabe des Schützenkönigs u. Jugendschützenkönig. Sie erhielten einen Pokal und einen Orden. Zudem wurde ihnen die Schützenkette umgehängt, welche nach alter Tradition vom alten Schützenkönig zum neuen Schützenkönig weitergereicht wird.

Die neue Jugendschützenkönigin heißt Lea Riedinger. Erster Ritter ist Nadine Monique und zweiter Ritter Laura Lüdke. Neuer Schützenkönig wurde August Gerstner. Seine beiden Ritter sind Johann Speckert und Elke Embach.

Viel Freude mit den Fotos:
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Anmerkung der Redaktion:
Andreas Laske ist Pressewart der Heddesheimer Schützen.

Schützen präsentieren sich

Kanone, Magnum und Schwedenkuss

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Guten Tag!

Heddesheim, 09. Juni 2010. Im Aktionfilm springen die Helden durch die Szenen und feuern, was das „Zeug“ hält. Das hat wenig mit der Realität zu tun. Die Heddesheimer Sportschützen haben zum Tag der offenen Tür eingeladen und die Realität präsentiert – die ist trotzdem spannend.

Von Hardy Prothmann

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Selbstversuch mit einer „44-Magnum“ – danach weiß man, warum es „Kanone“ heißt. Bild: heddesheimblog

Der Rückschlag ist gewaltig: Die 44-er Magnum „Smith&Wesson“ haut es beim Schuss nach oben. Obwohl ich sie mit Kraft festhalte.

Obwohl ich einen Gehörschutz trage, ist der Knall beim Schuss aus dieser schweren, kraftvollen Waffe laut und intensiv.

Nach dem Schuss drehe ich den Revolver in der Hand zur Seite, immer den Lauf nach vorne gerichtet, entriegele mit dem Daumen die Trommel und drücke mit der anderen Hand einen Stift, der wirft die Patrone aus. Dann lege ich die Waffe ab. Die Waffe liegt vor mir, die Trommel ist sichtbar leer, die Übung ist zu Ende.

Scharf geschossen

„Gut gemacht, Sie haben den Ablauf genau beachtet“, lobt mich Stefan Schuhmacher.

Der Jugendtrainer der Heddesheimer Schützengesellschaft hat mir zuvor genau erklärt, wie ich mit den Waffen umgehen muss. Erst bei einer „Trockenübung“ ohne Munition, dann mit der „scharfen“ Partronen.

Ruhig, bestimmt und klar. Immer mit Augenkontakt – immer aufmerksam, ob ich auch alles verstanden habe. Schon bei der ersten Waffe, einem schwedischen Militärgewehr von 1909 – in das Schuhmacher dann eine riesige Patrone einlegt.

Auf die genauen Anweisungen konzentriert, konnte ich keinen Fehler machen. Ein Satz war unmissverständlich: „Ich erkläre Ihnen den Ablauf und wir üben das. Sollten Sie etwas nicht genau beachten, unterbreche ich sofort.“

Schwedenkuss

Das Gewehr ist schwer und wuchtig. Beim Schuss gibt es einen ordentlichen Rückschlag auf die Schulter. Auch darauf war ich vorbereitet worden, trotzdem hat mich die Wucht überrascht: „Na, das war mal ein echter Schwedenkuss“, sage ich, weil mir das gerade so einfällt. Die anderen Schützen lachen.

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Gesicherte Sportpistolen. Bild: heddesheimblog

Bevor es zu den Pistolen geht, schieße ich noch mit einer Art „Winchester“, einem Repetiergewehr. Leichter, einfacher zu handhaben, aber auch das eine gefährliche Waffe außerhalb einer sportlichen Anwendung. Herr Schuhmacher, ein Bär von einem Mann, steht immer in meiner Nähe und ist immer sehr aufmerksam.

Das muss er sein. Er kennt mich nicht, weiß, dass ich das erste Mal mit solchen Waffen schieße und macht das heute schon seit Stunden – Bürger begleiten, die sich für den Schießsport interessieren und selbst mal ausprobieren wollen, wie das so ist, mit Gewehren und Handfeuerwaffen zu schießen.

Ganz ehrlich bin ich froh um die intensive Begleitung. Denn nicht nur der Anblick, sondern auch das Halten einer Waffe flößt mir Respekt ein. Schon beim „Trockentraining“. Wenn dann die Waffe geladen ist, bin ich gut darauf vorbereitet worden, dass es „ernst“ wird.

Stopp

Dann mache ich einen Fehler – Herr Schuhmacher bleibt freundlich, konzentriert und bestimmt. Die Pistole ist geladen, ich will zum Schuss ansetzen. „Stop, bitte nehmen Sie die Waffe herunter, legen Sie sie ab und setzen Ihren Hörschutz auf“, sagt Herr Schuhmacher. Ich folge. „Nehmen Sie die Waffe wieder auf“, höre ich jetzt gedämmt. Dann schieße ich. Vier Mal. Ein Schuss geht an den Rand der Scheibe, zwei gehen in die Ringe fünf und sechs, ein Schuss trifft die Neun.

Insgesamt habe ich elf Schuss abgegeben und weiß nun: Schießen ist sehr anspruchs- und verantwortungsvoll. Atmung, Haltung, Konzentration – ohne eine richtige Technik, ohne eine gute Ausbildung gewinnt man hier keinen Blumentopf. Wie in jedem Sport.

Beim Ostereierschießen habe ich mich am Luftgewehr probiert – dafür gilt dasselbe.

Waffen üben auf viele Menschen eine gewisse Faszination aus. Irgendwie geht es dabei sicherlich auch um Macht. Ganz klar. Auch ich nehme mich da nicht aus, wenngleich mir Waffen immer suspekt waren.

Als Sport betrieben, geht es sicherlich darum, über sich selbst die Macht zu gewinnen. Sich derer bewusst zu sein, sie zu kontrollieren und sie sportlich um- und einzusetzen.

Herr Schuhmacher hat mir eine sehr gute Anleitung gegeben und ist wie der Rest der Schützen ein sehr freundlicher, umgänglicher Typ Mensch.

Drückendes Thema

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Jugend beim Luftdruckschießen. Bild: privat

Als ich die „Waffenamnestie“ anspreche, werden alle sehr konzentriert und die Stimmung ist eindeutig: „Das ist absolut in unserem Sinne“, sagt Roland Embach, der Vereinsvorsitzende.

Besitzer von „illegalen Waffen“ waren aufgefordert, diese straffrei abzugeben. Viele hundert Waffen konnten seitdem „aus dem Verkehr“ gezogen werden.

Die Haltung der Sportschützen ist klar: Sie wollen ihren Sport verantwortlich und mit Freude betreiben – schlechte Nachrichten beim Einsatz von Waffen außerhalb des Sports sind auch schlecht für die Schützengesellschaften, noch schlechter, wenn „Schützen“ darin verwickelt sind.

„Offensiver“ Umgang

Deshalb macht ein Tag der offenen Tür wie am Sonntag sehr viel Sinn. Die Besucher können sich davon überzeugen, dass die Heddesheimer Schützen ein Verein sind, der seine Verantwortung ernst nimmt und sicher keine Trendsportart anbietet, aber eine, bei der man sehr viel mehr über sich selbst lernt, als bei manch einem anderem Sport.

Wer Lust und Zeit hatte, konnte sich historische Waffen anschauen, sich diese erklären lassen, selbst schießen oder Vorführungen beobachten.

Ein neues Mitglied hat der Tag gebracht, rund 30 Personen haben sich teils sehr interessiert. Mit der Resonanz ist der Verein zufrieden. Die Heddesheimer Schützen wissen, dass sie keine Massensportart anbieten, sondern einen ausgefallenen Sport. Wer sich dafür interessiert, ist bei den Sportschützen gut aufgehoben.

Und ich weiß eins, was ich schon vorher vermutet habe: Was man in Actionfilmen sieht, hat mit der Realität wenig zu tun.

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Zufriedene Sportschützen: Ãœber 7.000 Eier geschossen

Guten Tag!

Heddesheim, 06. April 2010. Das diesjährige Ostereierschießen bei der Schützengesellschaft 1894 e.V. Heddesheim war aus Sicht des Vereins wieder ein Erfolg – auch aus Sicht der Gäste, die sich rund 7.100 Eier und Dutzende von Schoko-Osterhasen für ihre Treffer mit nach Hause nehmen konnten.

Die Regeln sind einfach: Gewehr öffnen, Diabolo-Projektil einlegen, Gewehr schließen, anlegen, anvisieren und Schuss. Wer den schwarzen Bereich in der zehn Meter entfernten Scheibe trifft, erhält ein Osterei, wer die Mitte trifft sogar zwei.

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Es kommt vor allem auf die Konzentration an. Bild: hblog

Also wurden für 7.100 erfolgreich geschossene Ostereier mindestens 3.500 Schuss abgegeben und höchstens 7.100 Schuss – vorausgesetzt, jeder Schuss war ein Treffer. Vier Schuss kosteten zwei Euro.

„Wie oft ist geschossen worden?“ Andreas Laske, Pressewart bei den Sportschützen lacht und sagt: „Keine Ahnung. Aber ziemlich viel und auch ziemlich erfolgreich. Gerade Karfreitag haben die Gäste teilweise Schlange gestanden.“

Viele Gäste kamen mit dem Fahrrad – verbanden einen Ausflug mit einem Sporterlebnis. „Schießen erfordert viel Ãœbung. Die Hauptsache ist die Konzentration“, sagt Laske: „Natürlich auch die Bewegung, die Haltung, der Atem. Da gibt es jede Menge zu beachten.“

Was ist ein richtig erfolgreicher Schütze? „Einer unserer Senioren hat schon mal 298 von 300 möglichen Punkten geschossen“, sagt Laske. Das bedeutet 28 Mal zehn Punkte für einen Treffer genau in der Mitte der Scheibe und zwei mal nur neun Punkte, weil die Mitte knapp verfehlt wurde. Respekt.

Respekt aber auch für all die Schützen, die stolz eine Palette mit 30 Eier vor sich stehen haben. Ab 30 „erschossenen“ Eiern gabs einen Schoko-Hasen als Belohnung obendrauf.

Die Jugend durfte mit speziellen Luftgewehren schießen, die etwas kürzer und leichter sind. Drei Stück hat der Verein, jedes kostet um die 1.500 Euro. „Das sind Präzisionssportgeräte, die wenig mit den Gewehren auf dem Jahrmarkt zu tun haben“, sagt Laske.

Im normalen Sportbetrieb ist das Auflegen der Waffen nicht erlaubt – die Gäste durften allerdings die Stützen als Hilfe verwenden: „Ohne die wäre es sehr viel schwerer“, sagt Andreas Laske.

Die Schützen sind bis auf wenige Resteier fast alle 7.200 vorhandenen Ostereier losgeworden. Für den Verein ein wichtiger Beitrag für die Vereinskasse, aber auch für die Imagewerbung: „Schießen ist ein verantwortungsvoller Sport, der viel Spaß macht“, sagt Laske, der immer gut gelaunt ist.

Vielleicht hat das Ostereierschießen das ein oder andere neue Mitglied gebracht: „Anfragen gabs, jetzt schaun wir mal, ob was draus wird“, sagte Laske.

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Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog