Donnerstag, 29. Juli 2021

Krippenerweiterung beschlossen – 10 neue PlĂ€tze

Guten Tag!

Heddesheim, 19. Dezember 2009. Neben der neuen Kinderkrippe in der Nordbadenhalle entsteht im kommenden Jahr eine Erweiterung fĂŒr eine zweite Gruppe. Die Gesamtkosten fĂŒr das Projekt liegen jenseits von 500.000 Euro, weil gleichzeitig ein neuer Gymnastikraum durch den Umbau des ehemaligen Kraftraums geschaffen wird.

Die Kinderkrippe an der Nordbadenhalle wird im kommenden Jahr um zehn PlĂ€tze erweitert werden. Der Planungsauftrag geht an die Heidelberger Architekten Reichel & Benkeser. Das beschloss der Gemeinderat am Donnerstag, den 17. Dezember 2009. DafĂŒr wird die Gymnastikhalle umgebaut, die an die im September in Betrieb genommene Krippe angrenzt. Die Kosten hierfĂŒr sind nach den Planungen 308.000 Euro veranschlagt.

Gleichzeitig mit dieser Umbaumaßnahme soll der bisherige Kraftraum der Nordbadenhalle in einen neuen Turn- und Gymnastikraum umgewandelt werden. Die Kosten hierfĂŒr liegen bei rund 142.000 Euro.

Obwohl es sich um zwei verschiedene Maßnahmen handelt, „mĂŒsse man die zusammen sehen“, sagte BĂŒrgermeister Michael Kessler. Die BegrĂŒndung: Dadurch, dass die bisher von Vereinen genutzte Gymnastikhalle wegfalle, mĂŒsse Ersatz geschaffen werden. Das geschehe ĂŒber die Sanierung des frĂŒheren Kraftraums, der seit 20 Jahren nicht mehr genutzt werde.

Umbaukosten von 500.000 Euro plus.

Die Verwaltung rechnet mit einem Zuschuss von 70.000 Euro fĂŒr die Kosten von gut 450.000 Euro. Hinzu kommen das Architektenhonorar von 40.000 Euro sowie bislang noch unbekannte Kosten fĂŒr die Installation eines KĂŒhlaggregats der KĂŒche auf dem Dach der Halle, das bislang fĂŒr eine „enervierendes GerĂ€usch“ in der Kinderkrippe sorge, wie Gemeinderat GĂŒnter Heinisch (GrĂŒne) kritisch anmerkte.

Die Kosten fĂŒr den Außenbereich wurden nicht vorgestellt.

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Der graue Teil in der Bildmitte ist die alte Gymnastikhalle, die an die neue Krippe links (rot) angrenzt und umgebaut wird. Der Außenbereich ist zum Teil schon gestaltet. Archivbild: hblog

Insgesamt steigen die Kosten damit auf ĂŒber 500.000 Euro. Eine nĂ€here ErlĂ€uterung auf Nachfrage des Gemeinderats Hardy Prothmann (verantwortlich fĂŒr das heddesheimblog, Anm. d. Red.) brach BĂŒrgermeister Kessler aus unbekannten GrĂŒnden ab: „Ich habe jetzt keine Lust mehr, das nĂ€her auszufĂŒhren.“

Gemeinderat Kurt Klemm fragte nach der erneuten energetischen Sanierung der Decke: „Soweit ich mich erinnere, ist das doch erst vor fĂŒnf Jahren gemacht worden?“ Die Architekten sagten bei der PrĂ€sentation des Projekts: „Das entspricht aber nicht mehr den Anforderungen.“

Der Umbau soll am 17. Mai starten und bis 17. September 2010 fertig gestellt sein. Der neue Gymnastikraum soll bereits im August zur VerfĂŒgung stehen.

In der zweiten Krippe werden ein Gruppenraum, ein Schlafraum, ein kleines Bad und ein kleiner Besprechungsraum zur VerfĂŒgung stehen sowie ein fĂŒr beide Gruppen nutzbarer Bewegungsraum im hinteren Teil. Weil die Schallsituation durch die fast vier Meter Raumhöhe problematisch werden könnte, wir eine Schall-absorbierende Decke eingezogen. Mit Licht wird der Raum durch zwei Oberlichter versorgt.

Hintergrund fĂŒr die Maßnahme: Die Gemeinde Heddesheim muss bis zum Jahr 2013 eine Kinderbetreuungsquote bei KrippenplĂ€tzen von 34 Prozent erreichen. Grundlage dafĂŒr sind das Kindertagesbetreuungsgesetz des Landes Baden-WĂŒrttemberg sowie das Kinder- und Jugendhilfegesetz des Bundes. Ab August 2013 gibt es darĂŒber hinaus einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz fĂŒr ein- bis dreijĂ€hrige Kinder. Zur Zeit erreicht die Gemeinde mit 77 BetreuungsplĂ€tzen eine Quote von 30 Prozent.

Der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu, bei einer Enthaltung durch Hardy Prothmann, der die „unzureichenden“ Information in der Beschlussvorlage kritisierte. Im Antrag ist bis auf das Architektenhonorar keine einzige Kostenzahl genannt. Auch ein Plan ist nicht vorhanden. Alle Zahlen wurden mĂŒndlich prĂ€sentiert.

Betreiber der Krippe soll wie auch bei der erste Gruppe Postillion e.V. sein.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Kinderkrippe an der Nordbadenhalle eröffnet

Guten Tag!

Heddesheim, 01. September 2009. Heute wurde die neue Kinderkrippe fĂŒr bis zu zehn Kinder unter drei Jahren offiziell in Betrieb genommen. Die PlĂ€tze sind bereits ausgebucht. 2010 sollen zehn weitere PlĂ€tze durch einen Ausbau hinzukommen.

Von Hardy Prothmann

Die Kinderkrippe wird vom gemeinnĂŒtzigen Verein Postillion e.V. betrieben. Die Abteilungsleiterin Kinderkrippen, Bettina Kiem, lobte die Zusammenarbeit mit der Gemeinde: „Dadurch, dass wir von Anfang an in den Bauprozess mit eingebunden waren, konnten wir viele VorschlĂ€ge einbringen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.“ Auch BĂŒrgermeister Michael Kessler bestĂ€tigte die gute Zusammenarbeit: „Der Verein ist sehr erfahren – fĂŒr uns ist das Thema Kinderkrippe neu. Insofern haben wir gerne auf die UnterstĂŒtzung zurĂŒckgegriffen.“ Baubeginn war MĂ€rz 2009.

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Minitoilette, aber ein riesiges Waschbecken. Kleinstgerecht eben. Bild: hblog

Die zehn BetreuungsplĂ€tze fĂŒr Kinder unter drei Jahren sind schon vergeben – zwei davon schon vor der offiziellen Eröffnung: „Bei diesen Kindern bestand ganz dringend ein Betreuungsbedarf, weswegen wir sie schon Mitte August aufgenommen haben“, sagte die Krippenleiterin Petra Lietz, die als SozialpĂ€dagogin zusammen mit zwei Erzieherinnen die Kinder betreut.

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Der Schlafraum in der neuen Kinderkrippe. Bild: hblog

Bis alle Kinder in der Betreuung sind, wird es allerdings Januar werden: „Alle Kinder brauchen eine Eingewöhnungsphase, manchmal nur zwei Wochen, manchmal lĂ€nger. Die Gruppe wird nach und nach wachsen. Wenn wir alle auf einmal nehmen wĂŒrden, wĂŒrde das die Kinder ĂŒberfordern“, sagte Bettina Kiem auf Nachfrage.

Die zehn Kinder sind in der Ganztagesbetreuung von 07:00-17:00 Uhr untergebracht: „Zur Zeit haben wir noch keine Halbtagsbetreuung. Sobald sich hier eine Gruppe bilden lĂ€sst, werden wir auch das anbieten“, sagte Bettina Kiem. Die Betreuung kostet 475 Euro im Monat pro Kind. Darin sind 50 Euro Essensgeld enthalten: Die Kinder erhalten drei Mahlzeiten, wobei das Mittagessen vom Wilhelmsfelder Gasthof Adler geliefert wird, der ein spezielles Catering „Kidsmeal“ anbietet: „Wir arbeiten schon lange mit dem Gasthof zusammen. Beispielsweise ist es wichtig, sehr salzarm zu kochen“, sagt Frau Kiem.

„Noch vor einem Jahr lagen die Preise fast bei dem Doppelten“, sagte Bettina Kiem. Die Preise seien nun gefallen, da die ZuschĂŒsse durch Bund und LĂ€nder an die Kommunen höher geworden sind. Die Kommunen sind umgekehrt gesetzlich verpflichtet, bedarfsgerecht KinderbetreuungsplĂ€tze anzubieten. Die Gemeinde rechnet mit einem Bedarf von 60-70 PlĂ€tzen fĂŒr Kinder unter drei Jahren.

Die Ausbauarbeiten in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Nordbadenhalle sind abgeschlossen. In der Kinderkrippe mĂŒssen noch einzelne Einrichtungen vorgenommen werden oder Lampen an die Decke, wo bislang nur GlĂŒhbirnen an DrĂ€hten hĂ€ngen: „Die machen Licht und das ist die Hauptsache. FĂŒr uns ist die Betreuungsarbeit vorrangig, kleine Verschönerungen kommen in den nĂ€chsten Wochen“, sagt Krippenleiterin Petra Lietz.

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Ortstermin (von links): Andreas Ernst (Bauamt), Petra Lietz (Leiterin), Bettina Kiem (Postillion), BĂŒrgermeister Kessler. Bild: hblog

Noch nicht fertig gestellt ist der Außenbereich: „Drinnen war wichtiger und ich bin froh, dass das in der kurzen Zeit so gut gelungen ist“, sagte BĂŒrgermeister Kessler. Die Kosten waren ursprĂŒnglich auf 165.000 Euro veranschlagt, liegen jetzt aber bei 190.000 Euro wovon 70.000 Euro ĂŒber einen Zuschuss von Land und Bund beglichen werden: „Der Außenbereich war nicht in dieser Form ĂŒberplant, daher die Mehrkosten.“ Bauamtsmitarbeiter Andreas Ernst sagte: „Neu war fĂŒr uns, dass wir eine Unterstellmöglichkeit fĂŒr Kinderwagen brauchen, fĂŒr die in der Krippe kein Platz ist.“ Also braucht es noch einen „Kinderwagen-Carport“.

FĂŒr den Außenbereich ist ein 1,80 Meter hoher Zaun aus LĂ€rchenholz vorgesehen, der fast „blickdicht“ ist: „Wir wollen, dass die Kinder durch AußeneinflĂŒsse nicht gestört werden“, sagte Frau Kiem. Die Bodenbeschaffenheit ist unterschiedlich gestaltet, also Rasen, Pflaster oder Rindenmulch, damit die Kinder unterschiedliche UntergrĂŒnde kennenlernen. In der Betreuersprache heißt das „bodennahe BeschĂ€ftigung“. Zum Sandkasten geht es ein kleines HĂŒgelchen hinauf – damit die Kinder auch Ebenen kennen lernen.

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Außen ist noch Baustelle. Das soll sich bald Ă€ndern. Links (rot) ist die neue Kinderkrippe zu sehen, rechts daneben befindet sich der Gymnastikraum, der 2010 umgebaut werden soll. Bild: hblog

FĂŒr 2010 ist geplant, dass ein an die Krippe anschließender Gymnastikraum ebenfalls umgebaut wird. Dann gibt es Platz fĂŒr insgesamt 20 Kinder: „Wir realisieren jetzt noch den Außenbereich fĂŒr die erste Gruppe“, sagte BĂŒrgermeister Kessler auf Anfrage. Der andere Teil des Außenbereichs muss warten, bis die Gymnastikhalle umgebaut ist: „Denn sonst wĂŒrde ja durch die Bauarbeiten vieles wieder in Mitleidenschaft gezogen.“

Was wie gebaut wird, ist noch nicht entschieden: „Wir sind in der Planungsphase“, sagte BĂŒrgermeister Kessler. Mit Abschluss dieser Bauarbeiten wĂ€re dann zumindest fĂŒr die nĂ€chste Zeit der Betreuungsbedarf der Gemeinde fĂŒr KrippenplĂ€tze gedeckt.

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Der Entwurf fĂŒr den Außenbereich der Kinderkrippe. Klicken Sie auf das Bild fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung. Quelle: Gemeinde Heddesheim