Freitag, 19. August 2022

Zweites „Dialog“-GesprĂ€ch: Erregte Diskussion I

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Der zweite Teil des „Dialog“-Kreises um die geplante Pfenning-Ansiedlung hatte es in sich. Erst wurde das Programm zwei Mal verĂ€ndert, dann wurde das Objekt aus Sicht des Planers vorgestellt und dann ging es in der Diskussion hart zur Sache.

Zum Ende der Vorstellung des Planers GĂŒnter KrĂŒger entwickelte sich eine Diskussion zwischen dem Heddesheimer BĂŒrger Heinz Franke und dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer der KMP-Holding GmbH (Pfenning-Gruppe), Uwe Nitzinger.


Herr Franke wollte beharrlich wissen, warum Herr Nitzinger eigentlich nichts klar sagen könne, sondern immer von Möglichkeiten spreche. Herr Nitzinger sagte, dass er sich Möglichkeiten sichern wolle, aber noch nichts entschieden sei.

Beispielsweise wunderte Herrn Franke, dass „Pfenning“ doch seine Standorte im Gebiet in Heddesheim zusammenziehen wolle: „Dann mĂŒssen Sie doch wissen, was Sie dort lagern wollen.“ Darauf antwortete Herr Nitzinger: „Davon können Sie ausgehen.“ Darauf Herr Franke: „Brauchen Sie also die 18 Meter hohen Hallen oder nicht?“

Herr Nitzinger: „Ich habe den Eindruck, Sie verstehen das nicht.“
Heinz Franke:  „Sie können davon ausgehen, dass ich das verstehe.“
Herr Nitzinger: „Sich Ă€ußern sich aber nicht so.“

Die Diskussion musste vom Moderator, Andreas Ingerfeld, unterbrochen werden.

Kurz darauf ging es wieder los: „Sie können mit mir deutsch sprechen“, sagte Herr Nitzinger zu Herrn Franke.
Herr Franke: „So wie Sie das darstellen, bauen Sie Schritt fĂŒr Schritt ein bisschen mehr und wenn es nicht lĂ€uft, dann warten Sie eben und die Gemeinde auf die angebliche Gewerbesteuer.“
Herr Nitzinger: „Wir werden in dem Maße bauen, wie es sein wird.“

Der „Dialog“ endet unbefriedigend fĂŒr beide Seiten. Der Moderator reicht an den nĂ€chsten Fragesteller weiter.

Das „Dialog“-Mitglied Frank Hasselbring will wissen: „So wie das auf den Fotos aussieht, ist das schon auffĂ€llig weiß. Könnte man das nicht auch grĂŒn streichen, damit es nicht so auffĂ€llig ist?“

Es folgt eine ErlĂ€uterung, dass das GebĂ€ude nicht auffĂ€llig ist, durch den „BegrĂŒnungswall“.

Dann gibt es eine Frage zum „Schallschutz“: „Wieso wird das so gebaut? Ist das tatsĂ€chlich ein Schallschutz?“

Der Planer KrĂŒger erklĂ€rt: „NatĂŒrlich. Wirtschaftlich gesehen ist das aber nicht optimal. Besser wĂ€re es, die Hallen von zwei Seiten anfahren zu können. Wir haben uns aber nach den Schallschutz-Gutachten dafĂŒr entschieden.“

„Dialog“-Mitglied Hardy Prothmann will wissen: „Gab es also eine andere Planung? Mir ist nur diese bekannt?“
Planer KrĂŒger: „Ja, aber wir haben uns frĂŒhzeitig darauf festgelegt.“
Herr Prothmann: „Nach dem Schallschutzgutachten oder vorher schon?“
Planer KrĂŒger: „Nach dem Gutachten.“
Herr Prothmann: „Also, war das Gutachten nachteilig?“
Planer KrĂŒger: „Nein, wir haben vorausschauend bereits im Dezember diese Variante vorgestellt.“

Jetzt schaltet sich der „Pfenning“-Vertriebschef Gerhard Wollnitz ein.

Vertriebschef Wollnitz: „Wir haben diesen Plan Ende 2008 veröffentlicht.“
Herr Prothmann: „Der Plan stand also schon im Dezember fest, obwohl angeblich erst im Februar die Entscheidung fĂŒr Heddesheim fiel?“
Planer KrĂŒger: „Wir haben mehrere PlĂ€ne gehabt.“
Herr Prothmann: „Was jetzt? “
Vertriebschef Wollnitz: „Wir haben den Plan Ende 2008 gefasst und veröffentlicht.“
Herr Prothmann: „Die Öffentlichkeit kennt diesen Plan nicht. Wo ist der veröffentlicht worden?“
Herr Nitzinger: „Der ist nicht veröffentlicht worden, sondern der, den Sie kennen. Das war nur eine Vorplanung.“
Herr Prothmann: „Also, wenn ich das richtig verstehe, planen Sie schon seit zwei Jahren mit Heddesheim, obwohl mir mitgeteilt wurde, dass sie erst vor einem Jahr Kontakt zu Gemeinde aufgenommen haben? Wie ist das Herr BĂŒrgermeister?“
BĂŒrgermeister Michael Kessler: „Das ist so richtig, wir haben erst seit FrĂŒhsommer 2008 Kontakt.“
Herr Nitzinger: „Wir planen das langfristig mit Varianten.“
Herr Prothmann: „Und Sie wollen uns hier klar machen, dass Sie im Februar die Entscheidung treffen und zwei Monate spĂ€ter schon detaillierte PlĂ€ne aufweisen können?“
Herr Nitzinger: „Wir haben das BĂŒro KrĂŒger sehr stark beschĂ€ftigt.“

Die Moderation unterbricht die Diskussion, um ĂŒber  die Zukunftsperspektiven Heddesheims zu sprechen.

Lesen Sie unsere Fortsetzung am Donnerstag, 30. Juli 2009, ab 13:00 Uhr

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Der „Offene Brief“ des BĂŒrgermeisters an die IG neinzupfenning

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BĂŒrgermeister Kessler reagiert mit „Offenem Brief“ auf Absage der IG neinzupfenning

BĂŒrgermeister Michael Kessler hat mit einem offenen Brief auf die Absage der IG neinzupfenning zu einem von der PR-Firma IFOK moderierten Dialog reagiert. In dem ausfĂŒhrlichen Schreiben „appelliert“ der BĂŒrgermeister „dringend“ diesem geplanten Dialogverfahren eine Chance zu geben.

Die Reaktion kam prompt. Gestern Abend warf die IG neinzupfenning ihren Brief mit der Absage beim Rathaus ein, am heutigen frĂŒhen Abend folgte der „Offene Brief“ des BĂŒrgermeisters ebenfalls per Einwurf (der Postweg dauert zu lang) an die Interessengemeinschaft:

„Ich möchte daher den dringenden Appell an Sie richten, dem auch von Ihnen geforderten moderierten Dialog eine Chance zu geben und an den GesprĂ€chen teilzunehmen“, schreibt der BĂŒrgermeister.

Weiter fĂŒhrt Herr Kessler insgesamt fĂŒnf Punkte auf, um diesen Appell zu stĂŒtzen. Abschließend schreibt er, die IG habe eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung ĂŒbernommen und bittet, sich dieser Verantwortung zu stellen.

Nach Recherchen des heddesheimblogs ist die IG neinzupfenning nach wie vor bereit, sich diesem Dialog zu stellen, nur nicht unter FĂŒhrung der PR-Firma IFOK. Nach Auffassung der IG wird damit ein Rahmen geschaffen, der einen „offenen Dialog“ eben nicht zulĂ€ĂŸt.

Der BĂŒrgermeister hat kurzfristig fĂŒr Dienstag, den 23. Juni 2009, um 19:30 Uhr der IG einen GesprĂ€chstermin angeboten, um „Fragen und Antworten zum Verfahren direkt mit dem Moderator zu besprechen“.

Nach Informationen des heddesheimblogs will die IG auch dieses Angebot nicht annehmen, sondern dem BĂŒrgermeister selbst ein Angebot unterbreiten.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Lesen Sie auch diesen Bericht im MM: Kessler schreibt an die IG