Donnerstag, 05. August 2021

„Pfenning“ verdirbt Merx den Abschied – Bowien beratendes Mitglied – Gimber ist Vorstand

Guten Tag!

Heddesheim, 29. MÀrz 2010. (red/pöl) Der SPD-Ortsverband Heddesheim traf sich am Freitag, den 26. MÀrz 2010 zur Jahreshauptversammlung in den RÀumen der Feuerwehr Heddesheim.

Nur 22 der nach eigenen SPD-Angaben rund 100 Parteimitglieder in Heddesheim trugen sich als stimmberechtigte Mitglieder in die Anwesenheitsliste ein.

Merx kĂŒndigt zum wiederholten Male seinen RĂŒcktritt vom 1. Vorsitz an.

Der 1. Vorsitzende JĂŒrgen Merx verlas seinen Rechenschaftsbericht. Merx wies (wie schon mehrmals zuvor) darauf hin, dass er schon vor zwei Jahren den Entschluss gefasst habe, nach insgesamt fast 10 Jahren Amtszeit, zunĂ€chst als 2., dann 1. Vorsitzender nicht mehr fĂŒr das Amt kandidieren zu wollen: „Was aber nicht heißt, dass ich mich ganz aus dem Vorstand zurĂŒckziehen werde.“

Es folgten der Bericht des Kassierers Ahmed El Manschawi: Durch die Wahlkampf-AufwĂ€ndungen wurde im vergangenen Jahr ein leichtes Minus gemacht. Die KassenprĂŒfer bescheinigten ihm eine durchweg korrekte KassenfĂŒhrung.

Michael Bowien eröffnet die Aussprache.

Die Aussprache eröffnete Michael Bowien. UnabhĂ€ngig davon, ob man fĂŒr oder gegen Pfenning sei, dĂŒrfe das, was den Genossen im letzten Jahr unterlaufen sei, sich nicht mehr wiederholen: Man könne ein Projekt dieser Art und GrĂ¶ĂŸenordnung nicht ohne interne Diskussion begleiten, sagte Bowien.

Und weiter: Man könne auf keinen Fall eine Liste von 22 Kandidaten aufstellen, ohne diese mit dem Thema vertraut zu machen und schließlich könne man sich dann nicht auf einer Kandidatenvorstellung hinstellen und versuchen, ein solches Thema einfach auszuklammern.

„Die GrĂŒnen haben uns im Marketing Einiges voraus.“ JĂŒrgen Merx

Dazu gab es zustimmende, aber auch entschuldigende Äußerungen. „Wir brauchen mehr Kommunikation nach innen“, sagte ein „Genosse“.

JĂŒrgen Merx sagte: „Sicher waren wir der Gegenseite marketingtechnisch unterlegen. Man muss anerkennen, dass uns die GrĂŒnen da Einiges voraushaben.“

Auch sei es schwierig, 22 Personen in kurzer Zeit zu schulen und schließlich sei man von der rasanten Entwicklung doch irgendwie ĂŒberrascht worden, waren andere vorgetragene Argumente.

Danach wurden Kassenwart und Vorstand entlastet.

Beim Bericht des Fraktionsvorsitzenden aus dem Gemeinderat wurde es wieder lebhaft.

Wir brauchen mehr Kommunikation. SPD-Mitglied

Wieder war JĂŒrgen Merx an der Reihe. Zur Kommunalwahl, bei der die SPD wieder einen (und nur mit GlĂŒck keinen zweiten) Gemeinderatssitz abgeben musste: Eigentlich sei man davon ausgegangen, mit der Kandidatenliste gut aufgestellt gewesen zu sein und habe gehofft, einen oder zwei Sitze dazugewinnen zu können. Leider sei es anders gekommen, schlimmer, man habe soger einen Sitz verloren.

Merx verteidigte nochmals die Position der Fraktionsmehrheit, die in der Pfenning-Ansiedlung Vorteile fĂŒr die Gemeinde sehe.

Auch in der hier folgenden Aussprache meldete sich Michael Bowien zu Wort. „Ich kann natĂŒrlich nicht anders, als die Gelegenheit wahrzunehmen, hier nochmals meine anderslautende Meinung darzustellen“, sagte Bowien.

Austauschbare Dienstleistung.

Bowien begrĂŒndete seine Ablehnung vor allem damit, dass man ein wertvolles Gewerbegebiet fĂŒr eine Branche hergebe, die in den nĂ€chsten Jahren nur unter Druck stehen werde: „Logistik ist eine austauschbare Dienstleistung, damit verdient man in Zukunft kein Geld“, sagte Bowien.

Logistik-Betriebe stĂŒnden unter enormem Kostendruck durch steigende MautgebĂŒhren, steigende Spritkosten und steigende Fahrzeugkosten wegen erhöhter Umwelt-Standards bei gleichzeitigem Druck auf die Erlöse wegen heftigen Wettbewerbs, der sich durch die neuen EU-Richtlinien (Liberalisierung, Öffnung nach Ost-Europa) weiter verschĂ€rfen werde, sagte Bowien.

Ein SPD-Mitglied sagte: „Ich muss dem Michael Bowien vollkommen recht geben. Ich arbeite seit 20 Jahren in der Logistik-Branche und kann die Aussagen nur bestĂ€tigen. Wir haben sogar schon AuftrĂ€ge zurĂŒckgegeben, weil wir damit nur noch Verluste eingefahren hĂ€tten.“

Die Äußerungen Bowiens erhielten auch Widerspruch. Insgesamt waren die Debatten aber erkennbar um Harmonie bemĂŒht. Wenngleich sich eine „Einigung“ nicht abzeichnete.

Im Anschluss an die „Debatte“ folgten Neuwahlen.

Harry Gimber neuer Vorstand: „Ich bin unerfahren.“

Der alte Vorstand hatte sich auf Harry Gimber, 48 Jahre, Industriemeister, als Kandidaten fĂŒr die Nachfolge von Merx geeinigt.

Gimber, nach eigener Aussage bislang in politischen FĂŒhrungsĂ€mtern unerfahren, wurde einstimmig gewĂ€hlt.

Zum 2. Vorsitzenden kandidierte JĂŒrgen Merx, der bei 4 Enthaltungen gewĂ€hlt wurde.

Neuer SchriftfĂŒhrer ist Wolfgang Nase. Carmen Urbach ĂŒbernimmt ab sofort die Pressearbeit. Ahmad El Menschawi bleibt Kassierer.

Beisitzer sind: Dominic Brenneisen, Michael Holler, Reiner Lang, Jochen Neundörfer, Michael Rei und Thomas Werkhausen.

Michael Bowien wurde zusÀtzlich als beratendes Mitglied in den Vorstand gewÀhlt.

Roland Raiser und Heinz Seeger nehmen weiterhin ihre Aufgabe als KassenprĂŒfer wahr.

Leonhard Schneider: Seit 60 Jahren in „der Partei“.

Es folgten noch die Wahlen von Kreisparteitagsdelegierten sowie Delegierten fĂŒr die Konferenz zur Nominierung des Landtagskandidaten.

Im Anschluss ehrte der Ortsverband Leonhard Schneider fĂŒr seine 60-jĂ€hrige Parteizugehörigkeit.

Zur Gratulation kamen Lothar Bindung (MdB) und Gerhard Kleinböck (MdL). „Bei so langer Zugehörigkeit muss man ja fast fragen: wieso bist Du eigenlich noch in der Partei?“, sagte Binding und zeigte Humor.

Pfenning, Demenz, WRS, BlĂŒmenkĂŒbel und hochwertige Feuerzangenbowle

Guten Tag!

Heddesheim, 04. Dezember 2009. Im Mitteilungsblatt stehen mitunter kuriose „Informationen“. Auch im aktuellen. Besonders lesenswert: Die BeitrĂ€ge der Parteien.

Von Helle Sema

Die beste Nachricht zuerst: Der CDU ist nichts eingefallen oder sie hat schlicht und ergreifend den Redaktionsschluss verbummelt oder vergessen (siehe SPD)?. Vielleicht hat der Leitartikelverfasser auch eine Schreibblockade – dann wĂŒnsche ich gute Besserung.

Die Knallernachricht kommt von den Jusos in der SPD: „Wir dĂŒrfen nicht zulassen, dass der „Schavansinn“ weitergefĂŒhrt wird.“ Dem Jungsozialisten Michael Holler reicht diese Kreation aber noch nicht, deswegen spielt er das Wort weiter und hollert ein „raues Klima“ im Bereich der Bildung hervor. Damit zeigt er Kultusminister Rau, wo der Hammer hĂ€ngt, denn Holler fordert nichts anderes als „die MachtverhĂ€ltnisse in unserem Land zu Ă€ndern“. 2011 – denn dann sind Landtagswahlen.

Die zweite Knallernachricht kommt ebenfalls von Jusos in der SPD: Sie erteilen dem Werkrealschulkonzept des Landes Baden-WĂŒrttemberg knallhart eine Absage und verpassen damit den großen, also der SPD, einen Tritt vors Schienbein. Denn die Heddesheimer SPD will die Werkrealsschule – anders als die Landes-SPD, die ebenso wie die Jusos mit der „Reform“ nicht einverstanden ist.

BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen berichten aus dem Gemeinderat und wundern sich, dass die Vertreter der „großen Volksparteien“ (nimmt man 30 Prozent plus als Definition an, gibt es nur noch eine) ĂŒblicherweise „jeden BlĂŒmenkĂŒbel (oder KĂŒbel voller Dreck und Unrat, Anm. d. Red.) vor dem Rathaus intensiver diskutieren“ als die geplante „Pfenning“-Ansiedlung.

Außerdem berichten die GrĂŒnen von einer Zusammenkunft der „Pfenning“-Gegner und kĂŒndigen an: „Der Widerstand gegen Pfenning geht weiter“. In der nĂ€chsten Zeit im Untergrund: Projektgruppen, Arbeitskreise und BĂŒrgerinitiativen erarbeiten Papiere, die Bedenken und Argumente sammeln. Die sollen dann „ihren Niederschlag“ im Bebauungsplan finden oder noch besser, ich versuch mal den Holler: „Pfenning niederschlagen.“

Die FDP sieht eine „zunehmende Bedeutung des Platzes fĂŒr unsere Gemeinde“. Gemeint ist der Dorfplatz. Sonst ein Ort der Ruhe und der inneren Einkehr, freut sich die FDP, dass sich „ihr Einsatz“ gelohnt hat und sie froh Kunde geben kann, dass der Weihnachtsmarkt, organisiert vom BDS (sic!), in der „Ortsmitte platziert“ worden ist und damit auch dort stattfindet. Und weil die FDP nicht nur fordert, sondern sich auch beteiligt, ist sie – ja, genau, mit dabei: „Dieses Jahr werden wir eine hochwertige Feuerzangenbowle anbieten“, schreibt Frank Hasselbring. Was heißt das nun wieder? Vielleicht: Das minderwertige Zeugs der Vorjahre kam halt nicht an.

Ach vergessen: Demenz. „Wir, der SPD-Ortsverein Heddesheim, erhielten von der AWO Rhein-Neckar eine Einladung zur Veranstaltung mit dem Thema „Ist es nur Vergesslichkeit oder ist es Demenz?“. Das steht da so. Warum? Das hat die SPD vergessen hinzuschreiben.