Sonntag, 20. Juni 2021

Fortuna f√ľhrt im Internet 2:0

Guten Tag!

Heddesheim, 13. August 2010. Die Fortuna Heddesheim verst√§rkt ihre √Ėffentlichkeitsarbeit und setzt dabei stark auf das Internet. Seit rund vier Wochen „bloggt“ die Fortuna und ist auch im weltweit gr√∂√üten „sozialen Netzwerk“, Facebook, aktiv.

Von Hardy Prothmann

fortunablog

Die Fortuna bloggt, mal lustig, mal informativ.

Die Fortuna Heddesheim muss man ausdr√ľcklich f√ľr das Fortuna-Blog und den Facebook-Auftritt loben. Das Fortuna-Blog hat ein frisches, offenes Layout und macht Spa√ü durch humorvolle Beitr√§ge, aber auch solide Hintergrundinformationen, Fotos von Spielen und Portr√§ts von Spielern und Trainern.

„Wir gehen dahin, wo die Menschen sind.“ Ralf Volkmer

fortunavolkmer

Ralf Volkmer macht √Ėffentlichkeitsarbeit f√ľr die Fortuna: "Dahin gehen, wo die Menschen sind."

Seit zwei Monaten ist Ralf Volkmer – selbst begeisterer (fr√ľherer) Fu√üballer und Torwarttrainer bei der Fortuna – verantwortlich f√ľr die √Ėffentlichkeitsarbeit der „Blau-Wei√üen“: „Das Internet ist nicht mehr statisch, sondern dynamisch. Ein moderner Verein muss dahin gehen, wo die Menschen und vor allem die Jugend sind. Ich habe dem Vorstand die Idee vorgeschlagen und bekam das „Go“: Mach mal.“

Und Volkmer hat gemacht. Unterst√ľtzt von ortsans√§ssigen Sponsoren und vor allem der Neustadter Agentur „Alternative 3„, die das Blog gestaltet hat und zur Zeit an einer neuen Homepage f√ľr den Verein arbeitet. Die neue Homepage soll im Oktober online gehen. Volkmer ist mit dessen Inhaber Matthias Fenz befreundet, „das macht seine Arbeit sehr g√ľnstig“, sagt Ralf Volmer, der nat√ľrlich ehrenamtlich das Fortuna-Blog und die Facebook-Seite betreibt.

Der Experte f√ľr Erwachsenbildung kennt sich mit Kommunikation aus und ist seit den Btx-Zeiten im Internet aktiv – also quasi von Anfang an.

Fotos, Infos, Spaß Рder Fortuna-Blog ist unterhaltsam und informativ.

Auf dem offiziellen Facebook-Profil www.facebook.com/fortuna.heddesheim sind – nicht immer ganz erstgemeinte – aktuelle News, zahlreiche Bilder, Serien wie z.B. „Was haben Sie sich dabei gedacht?“, sowie Informationen von den Bambini bis hin zur AH-Mannschaft zu finden. Schon 165 „Freunde“ hat das Profil in nur vier Wochen gewonnen. Ein toller Erfolg. Die Freunde der Fortuna k√∂nnen sich dort mit Gleichgesinnten austauschen und miteinander in Kontakt treten und √ľber dies und das „diskutieren“.

Sowohl dieser Fortuna-Blog, als auch das offizielle Facebook-Profil der Fortuna sind Teil der „neuen Strategie“ des Vorstandes um der Fortuna ein neues Au√üenbild und letztlich auch mehr √Ėffentlichkeit zu verschaffen. „Wir wollen auch √ľber die Grenzen von Heddesheim hinaus √ľber die Arbeit der vielen Ehernamtlichen informieren und auf die Fortuna aufmerksam machen“, sagt Ralf Volkmer.

fortunafacebook

Bereits 165 Personen sind in nur vier Wochen Freunde der Fortunaseite bei Facebook geworden.

„Aber nicht nur die „neuen Medien“ sind Teil der √Ėffentlichkeitsarbeit! Selbstverst√§ndlich werden wir ab der Runde 2010/2011 mit Heimspielplakaten auf die Partien im Stadion am Ahornweg aufmerksam machen“, sagt Volkmer. Es komme auf den richtigen Mix an.

Aktion2011 zum „Hundertj√§hrigen.

Im kommenden Jahr feiert die Fortuna ihren 100j√§hrigen Geburtstag und startet deshalb die „Aktion2011“. „Mit dieser Aktion wollen wir es schaffen 2011 Freunde auf unserem Facebook-Profil zu bekommen. Wer will kann also schon heute der Fortuna ein Geschenk machen und Freund der Fortuna auf Facebook werden“, sagt Ralf Volkmer.

Die Fortuna pr√§sentiert sich damit als moderner Verein auf der H√∂he der Zeit. Nach Angaben von Volkmer ist die Fortuna in der Region der einzige Fu√üballverein, der ein Blog betreibt und bei Facebook aktiv ist, also das macht, was man heutzutage „Web 2.0“ nennt, das „Mitmach-Internet“. Und mit Sicherheit setzt die Fortuna andere Vereine damit unter Druck – durch den Vorsto√ü f√ľhrt die Fortuna klar mit 2:0.

Die Fortuna zeigt aber auch anderen Vereinen, dass die Zeit der statischen Homepage vorbei ist. Wer in Zukunft Aufmerksamkeit will, muss mehr leisten, als eine spröde Homepage zu besitzen.

Die Fortuna kann man f√ľr diese Aktivit√§t nur begl√ľckw√ľnschen und hoffen, dass es auch fu√üballerisch nach oben geht, aber auch da zeigt sich Pressemann Volkmer optimistisch: „Das wird eine erfolgreiche Runde.“

Volles B√ľrgerhaus – Heddesheimer informieren sich √ľber Argumente gegen die Pfenning-Ansiedlung


Guten Tag!

Heddesheim, 17. September 2009. Rund 350 G√§ste informierten sich gestern auf der Informationsveranstaltung vom Bund f√ľr Umwelt- und Naturschutz im B√ľrgerhaus. Gastredner der IG neinzupfenning und dem Ortsverband der Gr√ľnen waren geladen. Aus verschiedenen Perspektiven kritisierten die Pfenning-Gegner das Projekt unter heftigem Applaus der G√§ste.

Dr. Kurt Fleckenstein informierte aus der Sicht des Landschaftsarchitekt √ľber die geplante „Pfenning“-Ansiedlung: „Wir k√∂nnen dieses geplante Projekt nur im Zusammenhang mit den bereits bestehenden Belastungen sehen – und die sind enorm. Wenn wir den Ort weiter mit Verkehr belasten, unsere organisch gewachsene Siedlungsstruktur und den Landschaftsraum mit diesem Projekt massiv einschr√§nken, werden immer mehr B√ľrger unser Heddesheim verlassen. Wer es sich leisten kann, wird wegziehen, also die einkommensstarken B√ľrger. Damit wird ein Wertverfall von H√§usern und Wohnungen einhergehen. Und der Gemeinde werden die Steuereink√ľnfte und Umlagen dieser Haushalte fehlen.“

„Der Charakter der Wohngemeinde wird sich zur Industriegemeinde wandeln.“ Kurt Fleckenstein

„Eines der wichtigsten Argumente f√ľr Pfenning sind die Gewerbesteuereinnahmen. Dabei wei√ü der B√ľrgermeister selbst, dass die Gewerbesteuer nur einen Anteil von 10-15 Prozent an den Einnahmen der Gemeinde ausmacht. Zum Vergleich: der Gewerbesteueranteil liegt bei 120 Euro, der Einkommenssteueranteil je Einwohner liegt bei 500 Euro – ohne die zus√§tzlichen Abgaben, die die Einwohner noch in die Gemeindekasse zahlen. Die Gemeinde ist also gerade nicht von m√∂glichst hohen Gewerbesteuereinnahmen abh√§ngig, sondern von m√∂glichst vielen Einwohnern mit guten oder sehr guten Einkommensverh√§ltnissen. Um diese Steuerquelle sollten wir uns vor allem bem√ľhen.“

Kurt Fleckenstein analysierte die Situation Heddesheims dabei aus verschiedenen Perspektiven: „Heddesheim ist √ľberwiegend kleinteilig entwickelt und hat kaum st√§dtebauliche S√ľnden bis auf das S√ľba- und das Hirschhochhaus. Sollte Pfenning kommen, kommt eine vollst√§ndig unpassende, unma√üst√§bliche Ansiedlung und die Wohngemeinde Heddesheim wird sich schlagartig in eine Industriegemeinde verwandeln. Der Charakter des Ortes wird ins Gegenteil verkehrt.“

Weiter kritisierte Kurt Fleckenstein: „Wenn Pfenning kommt, setzen wir alles auf eine Karte. Wir verzichten auf unsere letzte gro√üe Entwicklungsfl√§che und machen die Entwicklung unseres Gewerbegebiets von einem Betrieb abh√§ngig. Das wird noch verst√§rkt, wenn Pfenning den zweiten Bauabschnitt realisiert. Und wenn Pfenning dort nichts realisiert, wird auch niemand anders sich dort ansiedeln, in direkter Nachbarschaft eines riesigen Logistikzentrums. Nicht nur der Ort, auch das Gewerbegebiet wird durch Pfenning dominiert werden. Die Frage ist, ob wir das wirklich wollen.“

„Wo wollen wir eigentlich hin? Was ist unser Leitbild?“ Michael Bowien

SPD-Gemeinderat Michael Bowien kritisierte in seinem Vortrag, dass „die geplante Pfenning-Ansiedlung im Schweinsgalopp durchgezogen werden soll“. „Anstatt dar√ľber nachzudenken, wo man als Gemeinde hin will, hat man nach der Edeka-Absage f√ľr das Fleischwerk den erstbesten Bewerber genommen.“

Der Gemeinde „fehlt es an einem Leitbild, wie sie sich wohin entwickeln will“, sagte Michael Bowien. Dabei wies er darauf hin, dass es doch eine Art Leitbild g√§be, aber eines, √ľber das man keine Kontrolle habe: „18 Gemeinden haben ihre hoheitlichen Rechte der Fl√§chennutzung in die H√§nde des Regionalverbands Rhein-Neckar abgegeben. Der entscheidet nun, wie unsere Fl√§chen ausgewiesen werden.“

Im Fl√§chennutzungsplan sei eine Art Leitbild zu erkennen, sagte Michael Bowien und zitierte: „Der Boden ist in unserem Verbandsgebiet zu einem knappen Gut geworden. Vor allem, wenn man die Artenvielfalt entlang der Bergstra√üe und des Neckars sowie der weiteren Gew√§sser erhalten will. Sichtbeziehungen aus den Wohngebieten und von der Bergstra√üe erfordern die Vernetzung von Freir√§umen. Das ist ein wesentliches Element der Landschafts-√É‚Äěsthetik in unserem Gebiet. Hierf√ľr ist ein Fl√§chenbewusstsein zu entwickeln und zu kommunizieren.“

Weiter verwies Michael Bowien darauf, dass der Fl√§chennutzungsplan expliziert sagt: „In Mannheim und Heidelberg aber auch in Schwetzingen bestehen erhebliche Wiedernutzunspotentiale, mit denen eine breite Palette von Entwicklungsm√∂glichkeiten geboten wird.“

„Hohe Konflikte bei Boden – Klima – Landschaft.“ Fl√§chennutzungsplan

Die Gemeinde wiederum beziehe sich immer wieder auf den Fl√§chennutzungsplan und argumentiere, dass das Gewerbegebiet dort als „besonders f√ľr Logistik geeignet“ definiert werde: „Genauso steht aber im Fl√§chennutzungsplan folgendes: Konflikt zu Boden: Hoch. Konflikt zu Klima / Luft: Hoch. Konflikt zu Landschaft: Hoch.“

Weiter zitierte Michael Bowien den B√ľrgermeister Michael Kessler aus der RNF-Sendung vom August 2009: „Wir k√∂nnen nicht bei uns Gewerbeansiedlungen in einer Gr√∂√üe umsetzen, die unseren Ort erdr√ľcken. Das w√§re sicherlich falsch, es muss passen zu unserem Ort.“

Michael Bowien pl√§dierte f√ľr ein Nein zu Pfenning und ein Leitbild f√ľr die Gemeinde: „Heddesheim versteht sich in erster Linie als Wohngemeinde, familienfreundlich mit breit gef√§chertem Sport-Angebot. Gewerbefl√§chen sollen im Sinne echter Nachhaltigkeit entwickelt werden. Das k√∂nnten Unternehmen sein, die sich erneuerbaren Energien widmen oder auch die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen.“

Der BUND-Gesch√§ftsf√ľhrer Rhein-Neckar-Odenwald, Matthias Weyland, war als Ersatzredner f√ľr Richard Landenberger eingesprungen, der erk√§ltungsbedingt nicht sprechen konnte.

Matthias Weyland forderte eine nachhaltige Entwicklung der Heddesheimer Gewerbegebiete: „Voraussetzung daf√ľr ist eine Analyse unserer gegenw√§rtigen Situation: Welche Betriebe, Gewerke, Dienstleistungen gibt es? Dabei m√ľssen wir nicht einzelne Betriebe betrachten, sondern auch das gesamte Gewerbegebiet – sonst kann man keine nachhaltigen Entwicklungen f√∂rdern.“

„Wir brauchen ein Fl√§chenmanagement, das brach liegende Fl√§chen reaktiviert.“ Matthias Weyland

Wichtig sei es, die Vernetzung im Gewerbegebiet zu f√∂rdern und zu erg√§nzen: „Wir werden damit niemals ein geschlossenes Roh- und Werkstoffsystem erreichen k√∂nnen, aber wir werden die gegenw√§rtige Situation enorm verbessern. Das ist ein konkretes Ziel f√ľr eine nachhaltige Entwicklung.“

Vor allem der Bereich Energiegewinnung – und bezug stehe im Vordergrund: „Woher wird welche Art von Energie bezogen? Welche und wie viel Energie wird bei der Produktion verbraucht? Welche Energieeinsparpotenziale gibt es? Wie k√∂nnen diese gef√∂rdert werden?“

F√ľr den Fl√§chenverbrauch appellierte Matthias Weyland, nicht einfach weitere Fl√§chen zu versiegeln, sondern vorhandene, brach liegende Fl√§chen neu zu nutzen: „Wir brauchen ein Fl√§chenmanagement, das vor allem fr√ľher genutzte Fl√§chen im Blick hat, die reaktiviert werden k√∂nnen. Das ist sicher nicht der einfache Weg – aber mit Sicherheit der richtige.“

Weiter f√ľhrte Matthias Weyland den Wasserverbrauch, die Schadstoffemissionen sowie die Verkehrsstr√∂me an: „Es gibt zu viele Fragen zu diesen zentralen Themen, die noch nicht beantwortet werden k√∂nnen, weil sich niemand ausreichend um die damit verbundenen Probleme und m√∂glichst nachhaltige L√∂sungen gek√ľmmert hat. Das muss sich √§ndern.“

„Der t√§gliche Verkehrskollaps ist mit Pfenning programmiert.“ G√ľnther Heinisch

Der Gr√ľnen-Gemeinderat G√ľnther Heinisch stellte die Verkehrsproblematik anhand eines konkreten Beispiels zur Diskussion: die Belastungen der Heddesheimer Stra√üen und Kreisverkehre.

G√ľnther Heinisch griff dabei das Verkehrsgutachten an: „Der Edeka-Kreisverkehr im Gewerbegebiet kann angeblich den Pfenning-Verkehr locker verkraften. Doch bei einer Mehrbelastung von durchschnittlich 600 Lkw-Fahrten allein durch die Firma Pfenning und dem weiteren neuen Verkehr werden sich schnell die strukturbedingten M√§ngel des hier realisierten Kreisverkehres in seiner Funktionalit√§t auftun.“

Weiter betonte G√ľnther Heinisch, dass der Kreisel nicht isoliert betrachtet werden d√ľrfen: „Wir m√ľssen die Wechselwirkungen zwischen dem Kreisel im Hirschberger Gewerbegebiet, unserem Kreisverkehr und eventuell zwei neuen Kreisverkehren betrachten: Die Abst√§nde dazwischen sind viel zu gering und die Dimension der Kreisel ist zu klein. Der t√§gliche Kollaps zu Sto√üzeiten ist hier programmiert.“

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
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