Donnerstag, 26. Mai 2022

Die Grumbe sind schon wieder aktiv: „Manege frei fĂŒr die Grumbe-Narretei?“

Guten Tag!

Heddesheim, 23. MĂ€rz 2010. Vor gut einem Monat wurde die Fasnacht beerdigt. Aus-vorbei-fĂŒr-immer? NatĂŒrlich nicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause organisieren die „Grumbe“ die nĂ€chste Kampagne. Soviel Zeit muss sein.

Interview: Hardy Prothmann

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Grumbe-Vorsitzender Rudi Göhner beim Einzug in die Residenz. Bild: hblog

Herr Göhner, die Fasnacht ist beerdigt. Waren Sie mit der Kampagne zufrieden?
Rudi Göhner: „Insgesamt sehr. Es gibt aber viele Dinge, die wir noch verbessern mĂŒssen.“

Was zum Beispiel?
Göhner: „Vor allem die Kommunikation und die Abstimmung. Die war manchmal nicht optimal. Auch die Freundschaftspflege zu den anderen Vereinen wollen wir ausbauen. Der Mannheimer Stadtprinz hat ganz richtig gesagt: Wir Fasnachter mĂŒssen mehr zusammenrĂŒcken.“

Klasse Erfolge

Sie die Veranstaltungen insgesamt so gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt haben?
Göhner: „Ganz klar ja. Die Lady-Dinner-Night war wieder ein Riesenerfolg, die Schlagerparty lief super und auch mit der Prunksitzung bin ich zufrieden gewesen – es hĂ€tten aber schon ein paar mehr GĂ€ste sein können.“

Da gab es noch einiges an Platz.
Göhner: „Die Prunksitzung ist absolut wichtig. FrĂŒher waren das ja todernste Veranstaltungen. Heute ist das lockerer, was ich gut finde. Die Leute erwarten heute ein anderes Programm, was wir nur bedingt anbieten können. Zwischen der Tradition und der Moderne liegt die Antwort. Das weiß ich.“

„Ich bin ein Fan des Gardetanzes.“ Rudi Göhner

Was gefÀllt Ihnen besonders?
Göhner: „Ich bin ein absoluter Fan des Gardetanzes. Das sind fĂŒr mich Höhepunkte der Fasnacht. Ich bin froh, dass wir Sabrina Mayer als Tanzmariechen haben, weil sie sehr ungewöhnlich, aber spitzenmĂ€ĂŸig tanzt. Und die Schwestern Alina und Alicia sind mit ihrem hohen Können eine große Bereicherung fĂŒr uns.“

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Grumbe-Garde: Die "MĂ€dels" trainieren schon wieder. Bild: hblog

Die beiden heben sich deutlich von den anderen TĂ€nzerinnen ab. Ist da nicht Zoff vorprogrammiert?
Göhner: „Die Sorge stand im Raum. Ich habe fĂŒr die MĂ€dchen geworben – aber auch klar gemacht, dass ich kein Konkurrenzdenken will, das allen schadet. Das ist nicht eingetreten. Die beiden haben sich gut eingefĂŒgt.“

Braucht der 1. KVH denn drei Tanzmariechen?
Göhner: „Große Vereine wie der Feurio in Mannheim haben sogar acht Mariechen. Wieso sollen wir dann nicht drei oder vier haben?“

Sie haben an Aschermittwoch gesagt, „Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht“. Das heißt?
Göhner: „Wir, also der Vorstand, der Elferrat und andere Organisationsgruppen schauen uns die Kampagne genau an, analysieren, wo wir besser werden können und verteilen dann Aufgaben fĂŒr die neue Kampagne. Wenn Sie so wollen, ist das ganze Jahr fĂŒr uns Fasnacht. Neue Monate Vorbereitung ist die Pflicht, drei Monate Kampagne ist die KĂŒr.“

Fasnacht heißt auch, Pflichten zu erfĂŒllen.

Ist es schwer, eine Prinzessin zu finden?
Göhner: „Ja. Denn auf die Prinzessin kommt viel Arbeit zu und auch Bianca I. musste lernen, dass Sie uns reprĂ€sentiert, aber nicht regiert. Sie steht im Mittelpunkt, aber sie ist nicht der Mittelpunkt. Das hat dann auch geklappt. WĂ€hrend der Kampagne gibt es einen straffen Zeitplan, der eingehalten werden muss. Da mĂŒssen alle zusammen funktionieren.“

Klingt gar nicht lustig.
Göhner: „Das ist die ernste Seite hinter der Fasnacht. Man muss seine „Verpflichtungen“ erfĂŒllen. Das gilt fĂŒr alle. Wenn die Truppe aber gut zusammenwirkt, macht das einen Riesenspaß. Anderen Freude zu bereiten ist eine einzige Freude.“

Wie lÀufts mit der Guggemusik?
Göhner: „Da bin ich sehr zufrieden. Die organisisieren sich weitestgehend selbst und machen das klasse. Außerdem holen sie mit dem Guggemusikfest das Geld rein, das sie brauchen und kosten den Verein fast nichts extra.“

KostĂŒme und Orden kosten ordentlich.

A propos Kosten. Was kostet richtig viel Geld?
Göhner: „NatĂŒrlich die KostĂŒme. Hier haben wir Einsparungen vorgenommen, weil jetzt die Garden alle diesselbe Uniform haben, so ist gewĂ€hrleistet, dass die MĂ€dels, wenn sie „aufsteigen“ ein passendes KostĂŒm finden. Außerdem wird viel NĂ€harbeit investiert. Einer der grĂ¶ĂŸten Posten sind aber die Orden. Wir haben in dieser Kampagne 350 StĂŒck zu 8 Euro machen lassen, also 2.800 Euro ausgegeben.“

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Die Guggemusiker der Grumbe, angefĂŒhrt von "Muli" Matthias Schulz machen nicht nur Grumbe-Chef Rudi Göhner Freude. Bild: hblog

Wie ist die wirtschaftliche Bilanz?
Göhner: „Das steht noch nicht ganz fest, aber unterm Strich sind wir gut weggekommen mit den Einnahmen aus den Veranstaltungen.“

Wissen Sie schon das Motto fĂŒr die neue Kampagne?
Göhner: „Wir habe es noch nicht festgelegt, aber voraussichtlich „Manege frei fĂŒr die Grumbe-Narretei“.“

Info:
Der 1. Karnevalsverein Heddesheim „Grumbe“:
Der Verein besteht seit 1996 und hat rund 300 Mitglieder. In den Garden tanzen rund 30 MĂ€dchen, die von mehreren Personen trainiert und betreut werden.
WĂ€hrend der Kampagne besuchen „Abordnungen“ und die Prinzessin rund 50 Veranstaltungen. Die wichtigsten eigenen Veranstaltungen sind das Ordensfest, die Inthronisation der Prinzessin, die Lady-Dinner-Night, die Prunksitzung und die Schlagerparty.

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