Dienstag, 16. August 2022

Gabis Kolumne

Frauen lieben hübsch, Männer die Funktion

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Guten Tag!

Heddesheim, 25. Januar 2010. Frauen lieben die Ästhetik, Männer wollen wissen, was „es“ kann. „Es“ ist beliebig zu ersetzen mit allem, was beispielsweise mit Technik zu tun hat. Sinn und Unsinn sind egal – solange die Farbe gefällt, sagt Gabi. Und das meint sie ernst. Denn beim Geschmack hört die Freundschaft auf.

Meine Kollegin erzählte mir vergangene Woche von ihrem neuen Auto. Und was war meine erste Frage? Richtig! „Welche Farbe hat es denn?“

Nicht die PS-Zahl oder die technischen Finessen (außer vielleicht der Sitzheizung und einem „Navi“) sind das, was uns Frauen interessiert. Uns interessiert die Ästhetik.

Meine Eltern haben sich einen neuen Flachbildschirm-Fernsehen gekauft. Während mein Vater mir die neuesten technischen Errungenschaften erklärt, bedauert meine Mutter die Farbe des Gehäuses. Sie hätte den Apparat lieber in „silber“ gehabt. Das hätte besser zur Einrichtung gepasst als das harte Schwarz.

Handys für Frauen müssen vor allem hübsch sein – die für Männer müssen viel können.

Ist uns die Form wichtiger als der Inhalt? Ein „Ja“ als Antwort wäre mir dann doch zu klischeehaft und stimmt auch nicht wirklich. Eine schöne Torte muss auch schmecken. Und keine von uns braucht einen schönen Mann, der nichts taugt.

So einfach gestrickt sind Frauen nun wirklich nicht. Sind die äußeren Bedingungen erst mal befriedigt, schauen wir genau auf den Inhalt beziehungsweise auf den Sinn.

Denn: Was brauche ich viele PS, wenn das nur unnötig Benzin verbraucht und ich auf deutschen Autobahnen meist nicht schneller als 120 Stundenkilometer fahren kann? Was nutzt alle Technik beim neuen Fernsehen, wenn keiner sie nutzen und bedienen kann? Was nützt mir ein Handy mit vielen Funktionen, wenn ich nur telefonieren will und ab und an vielleicht ein Bild schießen?

Frauen analysieren, was sie wirklich brauchen.

Während Männer über die Eventualitäten des Gebrauchs nachdenken, analysieren Frauen, was sie wirklich brauchen.

Mein Mann liebt Tools, das heißt: Wir haben einen Einhand-Nagler, einen Klappspaten, eine Doppelaxt usw.. Sicher, ich kann mir vorstellen, dass es Situationen in meinem Leben geben könnte, in denen ich so ein Spezialteil gebrauchen könnte. Aber die Wahrscheinlichkeit ist viel größer, dass ich nicht in diese Verlegenheit komme.

„Du wirst auch nie so viele Blumen auf einmal haben, dass alle Vasen, die wir im Haus haben, gebraucht werden“, entgegnet mein Mann. Da hat er sicherlich Recht.

Aber wir Frauen wissen auch, dass wir nie die richtige Vase für den Strauß und nie das richtige Kleid für den Anlass haben. Hier müssen wir für Eventualitäten sorgen. So einfach ist das.

Frauen sind ja auch – meist – einsichtig. Erklärt mir mein Mann, um wieder zum Beispiel Auto zurück zu kehren, dass ein paar mehr PS den Ãœberholvorgang erleichtern und somit meine und die Sicherheit unserer Kinder unterstützen, bin ich dafür schon zugänglich. Ich verstehe auch, warum wir unbedingt einen DVD-Rekorder brauchen, um all die Filme aufzunehmen. Auch, wenn wir sie wahrscheinlich nie sehen werden.

Im Gegenzug bleibt er milde, wenn ich bei Ikea die 20. Vase mitnehme, weil sie ja so hübsch ist und wir „in dieser Form“ noch keine besitzen.

Aber eines muss klar sein: Egal, wie viele Sitzheizungen ein Auto hat, wie viele PS und sonstige, vielleicht nützlichen Ausstattungen. Würde mein Mann mir ein orangefarbenes Auto vor die Tür stellen – ich ginge lieber zu Fuß, egal wohin.

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Gabi´s Kolumne: Was ist eine gute Ehefrau?


Gibt es das? Eine gute Ehefrau? Und ist es tatsächlich einfach, den Gatten glücklich zu machen? Fragen über Fragen, die Gabi beschäftigen.

Was ist eine gute Ehefrau …

…frage ich mich täglich aufs Neue. Meine Kollegin, zum Beispiel, betütelt ihren Göttergatten. Als er sich kürzlich das Bein brach, stellte sie überall in der Wohnungen Wasserflaschen und kleine Behältnisse mit Naschereien auf, damit der Arme während ihrer Arbeitszeit nie weit humpeln musste – ich gestehe, dieses Krankenschwester-Gen fehlt mir komplett.

Als ich mich kürzlich bei meiner Freundin über den unermüdlichen Arbeitseifer meines Mannes bitterlich beschwerte, dem sogar unser Urlaub zum Opfer fiel, tadelte sie mich mit den Worten: „Er macht das ja nicht nur für sich, da musst du ihn schon unterstützen. Ich musste für die Karriere meines Mannes auch schon auf einiges verzichten.“

Eine Freundin mit Zwillingen bekam verständlicherweise sehr wenig Schlaf in den ersten Jahren, bei ihr zu Besuch, erlebte ich, wie sie ihre Dreijährigen davon abhielt um 9 Uhr – sie war um 6 Uhr aufgestanden – den Vater zu wecken. „Papa hatte so eine anstrengende Woche, lasst ihn ausschlafen.
Ich schickte meine Kinder, als sie klein waren ins Schlafzimmer, damit sie ihren Vater aus dem Bett prügelten – und empfand dabei – ehrlich – Freude, wenn sie sich mit Gebrüll auf ihn stürzten.

„Du musst deinem Mann das Gefühl geben, dass du Verständnis für ihn hast und ihm natürlich eine gute Gesprächspartnerin sein… und lass dich niemals gehen, Männer wollen keine Frauen, die sich hängen lassen …“, riet mir eine gute Bekannte. „Man muss Männer bewundern, das brauchen sie für ihr Ego. Und Kritik solltest du die möglichst sparen.“

Okay, dann hatte ich wohl alles falsch verstanden und nahm mir vor in Zukunft alles besser zu machen.

Ich kochte ein fulminantes Mahl und wartete, hübsch gemacht, auf meinen Mann. Er kam, wie üblich, zu spät. Ich säuselte: „Mein armer Schatz, hattest du einen anstrengenden Tag, ich wärme gleich noch mal alles auf, setz’ dich nur schon hin, ich schenke dir ein Glas Wein ein.“

Sichtlich irritiert, gestand mir mein Gatte, dass er nach dem Abendessen noch mal an den Schreibtisch müsse. „Aber das macht doch gar nichts, dann bestell’ ich die Kinokarten wieder ab und bügle deine Hemden“, antwortete ich mit einem Lächeln.

„Du wolltest mit mir doch noch Mathe machen“, beschwert sich mein Sohn. „Aber Liebling, du hörst doch, dein Vater hat noch zu tun“, weise ich ihn zurecht.

Jetzt schauen mich auch die Kinder vollkommen verständnislos an.

Irgendwie gefalle ich mir in der Rolle ganz gut und fühle mich fast schon wie Mutter Theresa. „Lass nur den Teller stehen, ich mache das gerne für dich.“

„Was hast du heute denn Tolles gemacht?“, frage ich mit vollem Interesse. „Bestimmt war das sehr schwierig und du hast für alles fantastische Lösungen gefunden.“ Mein Mann strahlt.

So einfach ist es doch, einen Mann glücklich zu machen, denke ich.

Gute drei Stunden halte ich durch, kein kritisches Wort, nur Verständnis und Bewunderung.

Dann bricht es aus mir raus: „Kannst Du eigentlich mal deine Kaffeetassen aus dem Büro räumen und es nervt mich absolut, dass du nie pünktlich sein kannst und wenn du eh’ nie Zeit für mich hast, solltest du dir doch besser eine Haushälterin suchen als eine Ehefrau ….“

Upps, alle guten Vorsätze dahin.

Grinsend nimmt mich mein Mann in die Arme: „Gut, dass du wieder normal bist, ich habe mir schon Sorgen gemacht. Aber, wenn ich ehrlich bin, schön war’s schon, mal von dir verwöhnt und bewundert zu werden.“

Gabi´s Kolumne: Mit der Kommunikation ist das so eine Sache




Frauen wollen reden – Männer suchen Lösungen. Die Emanzipation hat immerhin die Männer dazu gebracht, auch mal Pflegeartikel zu kaufen. Und sonst? Darüber muss sie mit ihrer Freundin sprechen, sagt Gabi.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Frauen im Allgemeinen länger telefonieren als Männer? Ist doch klar: Sie tauschen sich aus, reden über ihre Gefühlrregungen und versuchen es mit Empathie.

Sie haben sich über ihren Chef geärgert, ihr Mann hat sie aufgeregt, mit den Kindern gab’s Krach, eine Bekannte hat sich bescheuert verhalten…
Was tun man da als Frau? Genau, Sie telefonieren mit Ihrer Freundin und was sagt die? Genau. Die sagt: Oh ja, das kenne ich, das kann ich so gut verstehen, so habe ich mich auch gefühlt…

Anderes Szenario: Sie beschließen abends mit Ihrem Mann über Ihr Problem zu sprechen. Was antwortet er? Richtig: „Hast du schon mal über diese Lösung nachgedacht, du solltest klare Absprachen treffen, du solltest dein Verhalten ändern …“

Aber das wollen Sie alles nicht hören. Und Sie fühlen sich unverstanden.

Der Mann sucht die Lösung – die Frau das Verständnis.

Das ist wie in der Steinzeit, während wir die Beeren sammelten und dabei kommunizierten, ging er als einsamer Jäger los, um den Bären zu erlegen.

Wenn Männer sich treffen, dann machen sie meistens was Sinnvolles, sie spielen Squash, Billard, Tennis, fahren Fahrrad, schauen sich ein Fußballspiel an – der Nebeneffekt ist, sie können sich dabei unterhalten.

Unsere Triebfeder ist das Quatschen und da wir nicht ständig Kaffee trinken und Frühstücken können, gehen wir joggen, treffen uns beim Yoga, im Fitnessstudio oder beim Stricken, so erhält der Kommunikationswunsch eine Legitimation.

Oder haben Sie schon mal von einem Männerfrühstück gehört, wahrscheinlich genauso wenig, wie von Frauen, die gemeinsam Skat spielen, denn das würde die Aufmerksamkeit zu sehr von dem eigentlich Wesentlichen, nämlich dem Austausch, abziehen.

Frauen reden über Kunst, Theater, Literatur, Männer über Politik, Wirtschaft und Sport. Bei den einen geht es um das Schönen und die Emotionalität, bei den anderen um Wettbewerb, Macht, und Sieg.

So, hier Schnitt mit den Betrachtungen. Denn Gott sei dank haben wir all diese Vorurteile mit Hilfe der Emanzipation überwunden. Männer benutzen inzwischen Pflegeprodukte, wechseln Windeln, kochen Drei-Gänge-Menüs und treffen ihre Freunde zum Quatschen.

Frauen wechseln Autoräder, werden Bundeskanzler, sind als Karrierefrauen knallhart und haben keine Zeit mehr zum Small Talk.

Aber eigentlich waren wir beim Telefonieren und bevor mein Mann nach Hause kommt, muss ich jetzt dringend meine Freundin anrufen und ihr dringend erzählen, was ich heute erlebt habe – denn sie versteht mich.

gabi

Gabi´s Kolumne: Matchingpoints


Die wahre Liebe zu finden, war noch nie leicht und wird bestimmt nicht leichter, wenn sie zur Jagd nach dem Highscore wird, sagt Gabi.

Als ein „Date“ noch Verabredung oder vielleicht Rendez-vous hieß, verliebte man sich auf den ersten oder zweiten Blick. Man ging immer wieder in das gleiche Café, auch wenn die Freundin schon längst die Nase voll hatte, hoffte den Auserwählten dort zu treffen und durch Blickkontakt auf sich aufmerksam zu machen.

Das sieht heute ganz anders aus, den Tummelplatz der Gefühle findet man im Internet: Parship und elitepartner versprechen die Liebe fürs Leben mit dem Akademiker und wenn nicht mit dem, dann zumindest auf hohem Niveau.

Und ausschlaggebend sind hierbei die Matchingpunkte und nicht zu verwechseln mit den Matchpoints auf dem Tennisplatz.

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100 Punkte sind ein Volltreffer, aber 80 auch schon sehr, sehr vielversprechend. Oder doch nicht?

Die Matchingpunkte zeigen inwieweit das eigene Profil und die Anforderungen mit dem möglichen Partner übereinstimmen, demnach wären 100 der Volltreffer, aber mit 80 Punkten kann man schon was anfangen.

Das System klingt einleuchtend und in Zeiten, in denen der Job immer mehr Zeit auffrisst, sprich, in der Mann oder Frau mehr Zeit in der Firma als mit Freunden verbringen, scheint es doch eine gute Möglichkeit zu sein, den Mann/die Frau fürs Leben zu finden.

Nach dreijähriger Singlezeit wollte so auch eine junge Freundin von mir das Glück im Netz finden. Noch keine Woche bei einer Partnervermittlung „mit Niveau“ angemeldet, hatte sie schon ihren „Favoriten“ ausgemacht: Zwar nur 70 Matchingpunkte, aber ansonsten alles, was das Herz begehrt, promovierter Mediziner, gut aussehend, interessiert an Reisen und: an ihr.

Man mailte höflichst hin und her, pro Tag zwei Mails, erzählte sich die Alltäglichkeiten, Vorlieben, Wochenenddienste, geplante Reisen …

„Ja und dann“, fragte ich meine Freundin neugierig, „wie ging es dann weiter?“

Seit Wochen passiert nichts. Warum nur?

Nichts, war die niederschmetternde Antwort, nichts passiert seit Wochen, keiner fragt nach der Telefonnummer oder ob man sich mal treffen könnte.

Vielleicht wisse man sich am Telefon auch nichts zu erzählen oder ein Treffen würde in einem Fiasko ändern, wie es kürzlich einer ihrer Freundinnen passiert sei.

Diese habe nämlich ein fünf Jahre altes Bild – sie noch mit langem Haar und gut 15 Kilo leichter – ins Internet gestellt und traf sich dann mit ihrem Auserwählten im Café in Heidelberg.

Mal ganz ehrlich, dass hieraus nicht die Liebe fürs Leben werden konnte, leuchtet ein.

Vielleicht hätte er ihr ja auch den Kurzhaarschnitt und die Kilos zuviel verziehen, aber die Unehrlichkeit ein altes Bild aus „besseren“ Zeiten zu verwenden und dann der fehlende Mut vor dem Treffen zu sagen: „Ich habe mich inzwischen ein bisschen verändert“, hält vielleicht eine virtuelle, aber bestimmt keine tatsächliche Zuneigung aus.

„Aber was hat das denn mit dir zu tun“, frage ich meine Freundin. „Du hast doch eher ab als zu genommen, deine Haare sind noch lang, das Bild ist neu.“ Sie sagt: „Ja, aber weiß ich, ob er ein altes Bild geschickt hat, ob seine Angaben stimmen, ob er von mir enttäuscht ist…?“

„Denk nicht weiter nach, ruf ihn an“, rate ich ihr.

„Nur Mut“, möchte ich ihr weiter sagen, bestimmte Dinge kann man nun mal nicht per Internet klären, man muss sich riechen, fühlen, man muss die Stimme und das Lachen hören.

Denn, und da bin ich mir sicher, hätten mein Mann und ich uns nach Matchingpoints gesucht – wir hätten uns nie kennengelernt.

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Gabi´s Kolumne: Vom Suchen und Finden

Männer lieben die Ordnung und Frauen müssen sie halten. Zumindest macht Gabi diese Lebenserfahrung eigentlich täglich. Bestimmt auch heute. Denn heute ist Montag – Zeit für Gabi´s Kolumne.

Welche Frau kennt das nicht: „Schatz, hast du meinen Geldbeutel (hier ist beliebig alles einsetzbar: Schlüssel, Papiere, Briefe, Feuerzeuge, etc.) gesehen?“

„Nein, habe ich nicht“, denke ich – und dennoch kann ich mich nicht erwehren, sofort in das hektische Suchchaos miteinbezogen zu werden. Denn schwang in der Frage nicht der Unterton mit, „du hast ihn bestimmt weggeräumt?“

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Wo ist das rote Hemd? Er kann es einfach nicht finden... Bild: hblog

Weggeräumt und nicht aufgeräumt, ist der Vorwurf. Denn räumt mann was auf, kommt es genau da hin, wo mann es auch wiederfinden kann, räumt frau es weg, ist es aus den Augen, aus dem Sinn – eben weg.

Das Geschlechterverhalten ist demnach klar: Wenn mann sucht, ist frau verantwortlich. Und demnach muss mann sich gar keine große Mühe geben, sprich er sucht nicht, sondern lässt suchen.

So steht er auch vorm Kleiderschrank und fragt: „Wo ist mein rotes Hemd, ich kann es wirklich nicht finden?“ Kommt die Frau herbeigeeilt, denkt sie, es muss sich um ein kurzzeitiges Erblinden handeln, denn direkt vor ihren und damit auch seinen Augen ist das ROTE Hemd.


Er erklärt ihr dann, dass er das Hemd nicht habe sehen können, weil sie alle Hemden so chaotisch in den Schrank hängt – also nicht so, wie mann sich das vorstellt, erst die weißen, dann die grauen, die blauen usw. Von hell nach dunkel eben.

Verschärft wird die Situation in der Urlaubszeit, denn dann erweitert sich das Finden und Suchen auf das Packen.

Während sie tagelang richtet und die Familie antreibt, besteht er auf seiner Urlaubsliste, die er ihr schon hundert Mal angeraten hat. Doch wie kann es anders sein? Selbige Liste ist verschwunden und wer hat sie weggeräumt? Richtig! Und wer muss sie suchen? Genau.

gabi

Gabi´s Kolumne: Die Sache mit dem Kino

Frauen lieben Liebesfilme, Männer stehen auf Action – so weit so gut, darin sind wir uns alle einig.

Vollbild anzeigenHand auf’s Herz meine Damen, wie viele James Bond Filme haben Sie schon verschlafen? Zugegebenermaßen sieht Daniel Craig in Badehose sehr knackig aus, Sean Connery hatte Sexappeal – aber doch eher für unsere Mütter. Naja, und die Gespielin möchte man ja auch nicht sein, aber erst die Handlung – da steigt man doch gar nicht durch und das Auto braucht man schon gar nicht.

Da gibt es doch ganz andere Helden: Richard Gere für die etwas Älteren, Brad Pitt für alle und Zac Efron für die junge Generation.

Was habe ich geweint, als Richard Gere in Sommersby für Ehre und Liebe aufs Schafott gegangen ist und war Brad Pitt in „Troja“ nicht einfach ein Prachtkerl.

Und klar können wir mit unseren Töchtern fühlen, wenn sie Vanessa Hudgens in „High School Musical“ glühend beneiden, dass sie Zac Efron küssen darf.

Doch was geht über einen gemeinsamen Kinoabend?

Wir haben alles ausprobiert: Immer schön abwechselnd, einen Film suchst du aus, einen ich – kein großer Erfolg.

Dann suchten wir den Kompromiss:

Wir haben Mafiafilme mit Liebesgeschichte probiert – zwischen brutal und kompliziert. Der Erfolg war mäßig.

Dann versuchten wir die bewährte amerikanische Komödie – leider vergisst man Titel, Story und Personen, kaum hat man den Kinosessel verlassen.

Der letzte Versuch war das anspruchsvolle Kino – meist französisch oder deutsch und leider schrecklich deprimierend.

Und heute? Totalverzicht? Nein.

Keine Sorge, wir gehen immer noch ins Kino: ich mit meinen Freundinnen in Liebesfilme, mein Mann mit seinen Freunden in Actionfilme – aber den Tatort am Sonntagabend, den schauen wir zusammen.

gabi

gabi (at) heddesheimblog.de

Gabi´s Kolumne: „Was? Du tust es noch?“

Ich wusste schon immer, dass ich etwas falsch mache – ich bügle noch Hemden.

Meine Freundin erklärte mir ganz stolz vor einigen Tagen, dieses Drama habe sie schon längst abgeschafft. „Und das Schöne ist, mein Mann glaubt, er könne es viel besser.“

Auch Freundin Nummer zwei ist vollkommen entsetzt: „Was, du tust es noch?“

Als Single-Frau und alleinerziehende Mutter, streicht Freundin Nummer drei höchstens die T-Shirts ihrer Kinder glatt, wenn diese nicht gar selbst bügeln.

Bin ich denn die einzige, die sich bei 30 Grad im Schatten eine Soap nach der anderen am Nachmittag vor Fernsehen und Bügelbrett reinzieht?

Ist die Emanzipation vollkommen an mir vorüber gegangen?

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Bügeln oder kochen, das ist hier die Frage, meint Gabi.

Ich bin beschämt, welch’ schlechtes Beispiel gebe ich meiner Tochter. Festgefahren im Machismo des 21. Jahrhunderts habe ich den Zahn der Zeit nicht gespürt, mich weder gewehrt noch meinem Gatten das Selbstvertrauen vermittelt, dass er eigentlich viel besser bügelt als ich.

Nach und nach verlassen meine Freundinnen hektisch den Nachmittagskaffee – ich gestehe, eine Flasche Prosecco haben wir auch gekillt – dann, so Freundin Nummer eins: „Ich muss jetzt schnell nach Hause, mein Mann wartet auf’s Abendessen“.
„Stimmt, ich muss auch noch kochen“, ergänzt Freundin Nummer zwei und „oh Gott, ich habe ganz vergessen, Brot einzukaufen …“, fällt es der alleinerziehenden Mutter ein.

Nur mal gut, dass mein Mann glaubt, er könne besser kochen.

gabi

gabi (at) heddesheimblog.de

P.S. Wer sich nicht wehrt, endet am Herd.