Dienstag, 11. Mai 2021

Lesung mit Marcus Imbsweiler in der Gemeindebücherei

Vom Laufen und vom Morden

Krimiautor Marcus Imbsweiler liest in der Gemeindebücherei. Foto: Heddesheimblog.

Heddesheim.10. November 2012. (red/sap) Der Autor Marcus Imbsweiler las am vergangenen Mittwoch in der Gemeindebücherei aus seinem 6. Heidelberg-Krimi „Glücksspiele“. Spannung, Humor, aber auch kritische Gedanken zu Sport und Politik sowie eine hervorragende Kurzgeschichte prägten diesen Abend.

Von Sabine Prothmann

Der Krimiautor Marcus Imbsweiler ist jung und sympathisch und er sieht aus wie ein Läufer. Er ist ein Läufer. Und vom Laufen handelt auch sein 6. Heidelberg-Krimi „Glücksspiele“. Ein weiterer Fall für den Privatermittler Max Koller.

Die Gemeindebücherei und die Bücherecke am Rathaus hatten am vergangenen Mittwoch zur Lesung eingeladen und kurz entschlossen den Veranstaltungsort vom „Pflug“ in die Gemeindebücherei verlegt, nach dem Motto:  „Lieber ein kleiner Saal voll als ein großer Saal leer“.  Und voll wurde es, es mussten sogar noch Stühle dazu gestellt werden, denn gut 40 Interessierte waren gekommen, um dem gebürtigen Saarländer Marcus Imbsweiler, der seit 1990 in Heidelberg lebt, zuzuhören.

Imbsweiler studierte Germanistik und Musikwissenschaft und arbeitet seit 1987 als freier Musikredakteur und Autor. 2007 startete er mit seinem Erstling „Bergfriedhof“ die Krimiserie um den Heidelberger Privatermittler Max Koller.

„Läufer mit 30, Papa mit 36, erstes Buch mit 40. Aktuell acht Marathons, fünf Töchter und dreizehn Bücher“, zitiert Buchhändler Manfred Zeiß bei der Begrüßung von der Internetseite des Autors. Zeiß erzählt, dass er Marcus Imbsweiler im Frühjahr dieses Jahres auf der Buchmesse in Neckarsteinach kennen gelernt habe und ihn für die Lesung in Heddesheim gewinnen konnte. Imbsweiler sei nun zum zweiten Mal in Heddesheim, beim ersten Mal habe er jedoch am Silvesterlauf teilgenommen.

Ein Läuferkrimi

Er habe schon lang über einen Läuferkrimi nachgedacht, erzählt Imbsweiler, „aber mir fiel nichts ein, außer den übliche Geschichten“.

Auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2010 habe ihm seine Lektorin einen Weihnachtskrimi mit dem Ermittler Max Koller vorgeschlagen. „Die gehen total gut“, habe sie gesagt.

„Ich saß auf dem Messegelände und mir fiel absolut nichts ein zu einem Weihnachtskrimi, aber ich erinnerte mich an meinen Frankfurtmarathon“ und da habe er gewusst es wird ein Läuferkrimi und er wurde gerade noch rechtzeitig zur Olympiade fertig

„Glücksspiele“ handelt von dem Läufertalent Kalinka Glück, die im Sommer 2012 zu den olympischen Spielen nach London fahren sollte – natürlich rein fiktiv.

Nach London reist sie nicht, dafür schickt Imbsweiler sie mit Privatermittler Max Koller – anders als beiden ersten fünf Krimis, die in Heidelberg und Umgebung spielten – quer durch Deutschland. Hier muss Koller quasi als Bodyguard die Sportlerin begleiten und beschützen und natürlich passiert auch ein Mord.

Die Textpassagen, die der Autor wählt, führen in den Plot und beschreiben den Protagonisten Max Koller. Von dem der Autor sagt:

Ich kenn‘ ihn inzwischen ganz gut, ich weiß wie er spricht und wie er reagiert.

Koller, wenn auch nicht unsportlich, begleitet seinen Schützling Kalinka lieber per Fahrrad beim Lauftraining.  Im norddeutschen Wald kommt es zu einer Begegnung mit einem Wildschwein. Das ist komisch und das Publikum amüsiert sich.

Stilistisch ganz anders sind die Traumsequenzen, hier begibt sich der Autor ins Surreale. In zwei Kapiteln wird Koller mit den Olympiaden 1936 in Berlin und 1972 in München konfrontiert.

„Es war mir wichtig, den Zusammenhang von Sport und Gesellschaft und Politik darzustellen, auch wenn es innerhalb eines Unterhaltungskrimis ist“, sagt Imbsweiler.

Der Autor liest aus dem Kapitel zur Berliner Olympiade 1936. Spiel und Sport als Vorstufe für die folgenden militärischen Auseinandersetzungen.

Nach einer kurzen Pause gibt Marcus Imbsweiler dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Gefragt nach seiner Arbeitsweise, erzählt er, dass am Anfang immer ein Auslöser stehe, wie für „Glücksspiele“ Olympia. Dann folge eine zwei- bis vierwöchige Phase des Sammelns und dann die Recherche, beispielsweise hier zu der Olympiade in Berlin 1936. Dann lege er das Handlungsschema fest. Nach einer langen Vorbereitungszeit, fange er an zu schreiben. Die Handlung wird durch Brückenpfeiler gegliedert, einzelne Szenen und das Milieu entstehen, Zwischenstationen bilden ein Gerüst. Nicht immer schreibe er chronologisch.

Ein „beamtenmäßiger Schreiballtag“

Sein „beamtenmäßiger Schreiballtag“ beginne morgens um 8:30 Uhr und ende am Nachmittag, wenn die Kinder wieder zu Hause seien. Die romantische Vorstellung vom nachts bei Kerzenschein schreibenden Schriftsteller passt da nicht hinein, sagt Imbsweiler und lacht.

Nachmittags gehe er oft Laufen, da kommen die Ideen für einen neuen Roman.

Ist schon ein nächstes Buchprojekt in Planung, möchte jemand wissen? Der Musikwissenschaftler Imbsweiler verrät, dass nach seinem Liszt-Roman im vergangenen Jahr, nun wahrscheinlich im Wagner-Jahr 2013 ein kleines Buch zu diesem Komponisten entstehen werde. Wahrscheinlich werde der Roman eher surreal, „ein Buch das keiner kauft und keiner wahrnimmt“.  Denn es werden sicherlich eine ganze Flut von Wagner-Bücher entstehen, „da geht man unter als kleiner Autor aus der Kurpfalz“.

Gefragt nach seiner schriftstellerischen Entwicklung, meint Imbsweiler, „ich schreibe inzwischen schneller und haben viel mehr Routine als bei meinem ersten Roman „Bergfriedhof“.

Zum Schluss liest er noch eine Kurzgeschichte aus „Heidelberg auf die kriminelle Tour“ , eine Anthologie mit 20 Kurzkrimis, die gerade erschienen ist. Die Story ist großartig, pointiert, überraschend und böse. Fast erinnert sie an die makabaren Geschichten von Roald Dahl.

Eine gelungene Lesung mit einem sympathischen Autor und kleinen Überraschungen.

 

"Welttag des Buches" in der KöB:

Simone Rau verschenkt 30 Bücher

Manfred Zeiß überreicht an Simone Rau die Bücher. Foto: Heddesheimblog.

Heddesheim, 20. April 2012. (red/sap) Zum „Welttag des Buches“ am 23. April werden in ganz Deutschland 1.000.000 Bücher verschenkt. Die Bücherecke am Rathaus in Heddesheim übergibt 3 Pakete an die Buchschenker der Aktion „Lesefreunde“. Eine davon ist Simone Rau, ehrenamtliche Leiterin der Katholischen öffentlichen Bücherei in Heddesheim.

Von Sabine Prothmann

33.333 Lesebegeisterte haben sich in ganz Deutschland online registriert und ihren Lieblingstitel aus 25 Büchern ausgewählt. Eine davon ist Simone Rau, die ehrenamtliche Leiterin der Katholischen öffentlichen Bücherei in Heddesheim.

„Ich war schnell und ich hatte Glück“, freut sich Simone Rau und konnte am heutigen Freitag, 20. April 2012, die 30 druckfrischen Exemplare von Buchhändler Manfred Zeiß in Emfang nehmen.

Im Buchhandel hat die Aktion „Lesefreunde“ ein engagiertes Echo gefunden: Mehr als 1700 Buchhandlungen haben sich deutschlandweit als Abholort für die Buchpakete zur Verfügung gestellt.

Auch die Bücherecke am Rathaus hatte sich registieren lassen und drei Heddesheimerinnen konnten hier ihre Buchpakete in Empfang nehmen, die sie dann am „Welttag des Buches“, am kommenden Montag, 23. April 2012, an Lesebegeisterte verschenken werden.

Unter 25 Buchtiteln von den Heddesheimer Buchschenkern ausgewählt. Foto: Heddesheimblog.

25 spannende Buchtitel standen zur Auswahl, darunter Bücher von Umberto Ecco, Nick Hornby, Charlotte Link, Stephenie Meyer, Hans Fallada, Jane Austen und Mascha Kaléko.

Die Heddesheimer Buchschenker haben „Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy, „Schneemann“ von Jo Nesbø und „Schneewittchen muss sterben“ von Nele Neuhaus ausgewählt.

30 Krimis werden verschenkt

Wer am Montag, 23. April 2012, zwischen 10:00 und 14:00 Uhr in die Katholische öffentliche Bücherei kommt, darf ein Exemplar des Krimis „Schneewittchen muss sterben“ mit nach Hause nehmen.

„Ich hoffe, es kommen am Montag viele Lesefreunde in die Bücherei, die restlichen Exemplare werde ich sonst im Notfall auf der Straße verschenken“, meinte Simone Rau.

Manfred Zeiß ist ganz begeistert von der Aktion „Lesefreunde“ und freut sich, die Buchpakete zu überreichen.

Die Stiftung Lesen, der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und 20 namhafte deutscher Verlag haben diese Aktion ins Leben gerufen und wurden unter anderen von der Deutschen Post, und der Thalia Buchhandelsgruppe unterstützt.

Ermöglicht wurde es aber auch dadurch, dass die Autoren und Übersetzer auf ihre Honorare verzichtet haben.

Aktion für junge Leser: „Ich schenk dir eine Geschichte“

Aber auch für die jungen Leser gibt es zum „Welttag des Buches“ wieder eine Aktion, zum 16. Mal werden unter dem Motto „Ich schenk die eine Geschichte“, Bücher an Schülerinnen und Schüler verteilt.

Christine Fehér hat mit “Die Kinder vom Brunnenplatz” einen Kurzroman in übersichtlichen Kapiteln für den Welttag geschrieben.

Drei Klassen aus der Hans-Thoma-Schule haben sich bei Manfred Zeiß angemeldet und werden sich nicht nur das Buch abholen, sondern auch an einer spannenden Schnitzeljagd rund um die Abenteuer der Kinder vom Brunnenplatz teilnehmen.  Wer die richtige Lösung findet, kann an einem Preisausschreiben teilnehmen und interessante Preise gewinnen.