Mittwoch, 22. September 2021

19. bis 22. Oktober 2012

Hellesema Kerwe 2012

Kerwe 2012. Bild: Heimat- und Traditionsverein.

Heddesheim, 01. Oktober 2012. (red/pm) Der Heimat- und Traditionsverein lädt ein zur Kerwe 2012 vom 19. bis zum 22. Oktober 2012.

Information des Heddesheimer Kunstvereins:

„Der Heimat- und Traditionsverein l√§dt ein zur Kerwe 2012. Hier das Programm:

Am Freitag: 19.10.2012 um 18:00 Uhr Kerweeröffnung, Kerwebaum stellen auf dem Dorfplatz, anschließend Kerwehock im Luftschiff.

Samstag: 20.10.2012 um 20:00 Uhr, Kerweparty mit „DJ Thommy“ im B√ľrgerhaus
Einlaß um 19:00 Uhr, Eintritt frei.

Sonntag: 21.10.2012 um 15:00 Uhr, Kerweumzug ans B√ľrgerhaus, 15:30 Uhr Kerweredd und Hochzeit der Schlumpel im B√ľrgerhaus mit Kaffee und Kuchen.

Montag: 22.10.2012 um 18:00 Uhr, Kerwebeerdigung auf dem Dorfplatz mit Abschlußfeuerwerk.

Messerstecher-Prozess mit vielen Unbekannten

„Heddesheim fickt alles“

Gerichtssaal im Landgericht Mannheim.

Mannheim/Schriesheim/Heddesheim, 18. April 2012. (red/cr) Ob eine Beleidigung, der Schlachtruf „Heddesheim fickt alles“ oder einfach nur sinnlose Streitlust die Ursachen f√ľr die Pr√ľgelei auf der Schriesheimer Kerwe 2011 waren, konnte auch der dritte Prozesstag nicht kl√§ren. Bei der Schl√§gerei wurde ein Schriesheimer von einem Heddesheimer niedergestochen. Viele Zeugenaussagen waren ungenau und l√ľckenhaft. Sicher scheint bisher nur zu sein, dass der gest√§ndige Patrick N. den Gesch√§digten Evren D. am 04. September 2011 mit einem Einhandmesser niedergestochen hat. Und es ist nicht die erste Messerstecherei, an der der Heddesheimer beteiligt war.

Von Christian Ruser

Evren D. wurde durch die Messerattacke lebensgefährlich verletzt.

Verteidiger Ulrich Neumann wartet auf die Ankunft seines Mandanten Patrick N.. Ihm gegen√ľber Staatsanwalt Dresel, Anwalt des Nebenkl√§gers Rechtsanwalt Franz, Nebenkl√§ger Evren D., die Jugendgerichtshilfe und eine Expertin der Gerichtsmedizin. Als die Vorsitzende Richterin Frau Krenz mit den Beisitzerinnen Frau Beck und Frau Becker, so wie zwei Sch√∂ffen erscheinen, erhebt sich das Publikum.

Mit leichter Versp√§tung beginnt der dritte Prozesstag. Verhandelt wird eine gef√§hrliche K√∂rperverletzung mit bedingtem T√∂tungsvorsatz. Ein Streit zwischen einer Gruppe Jugendlicher aus Heddesheim und einer anderen Gruppe eskalierte in einer Schl√§gerei mit rund 10 beteiligten Personen. Hierbei verletzte Patrick N. den Nebenkl√§ger Evren D. mit einem Messer schwer. Er stach ihm die Klinge f√ľnf Zentimer tief in den Bauch und verletzte die Leber. Evren D. musste notoperiert werden.

3.000 Euro Schmerzensgeld gefordert

Zun√§chst reicht der Anwalt des Nebenkl√§gers Herr Franz einen Adh√§sionsantrag ein. Er fordert von Patrick N. 3.000 Euro Schmerzensgeld. Auch soll er die Kosten des Adh√§sionsverfahrens tragen. Im Adh√§sionsverfahren¬† werden im laufenden Strafprozess zivilrechtliche Anspr√ľche, die aus der Straftat erwachsen geltend gemacht. Die erspart ein zivilrechtliches Verfahren im Anschluss. Patrick N. stimmt, nach kurzer Absprache mit seinem Anwalt, der Forderung zu.

Nachdem das geklärt ist, wird der erste Zeuge in den Sitzungssaal gerufen. Herr S. war bereits vergangene Woche geladen worden, aber zum festgesetzten Termin nicht erschienen. Auf Nachfragen meint er, er habe Fieber gehabt und vergessen, dem Gericht seine Krankheit mitzuteilen. Richterin Krenz ist sehr verstimmt. Sie belehrt ihn, dass er ein Attest vorzulegen habe, sonst droht ein Ordnungsgeld.

M√ľhselige Vernehmung

Die folgende Vernehmung gestaltet sich als √§u√üerst m√ľhselig. Der Zeuge berichtet vom Tatabend, kann sich aber kaum an die Namen seiner Begleiter erinnern. Die vielen Unbekannten korrespondieren mit viele L√ľcken in den Aussagen. Von elf Jugendlichen mit denen er unterwegs war, behauptet er nur zwei namentlich gekannt zu haben. Im Protokoll der Polizei spricht er jedoch mehrmals von Freunden. Da Herr S. sich wohl nicht mehr so ganz an die Geschehnisse des 04. September 2011 erinnern kann oder will, beschlie√üt Richterin Krenz die Aussage im Polizeiprotokoll laut zu verlesen und vom Zeugen auf seine Richtigkeit best√§tigen zu lassen.

Auch wenn sich der Zeuge vor allem bei den beteiligten Personen unsicher ist, weder den Angeklagten, noch das Opfer erkennt er wieder, sieht er die Anstifter deutlich in den Jugendlichen aus Heddesheim. Sie sollen einen, wiederum nicht n√§her bekannten, aus der anderen Gruppe beschimpft haben. Der Schlachtruf „Heddesheim fickt alles“ soll mehrfach gefallen sein. Als die Gruppe die Heddesheimer zur Rede stellen will, greifen diese an. Bei tieferem Nachfragen gibt der Zeuge an, den eigentlichen Stich nicht gesehen zu haben. Seine eigene Motivation und Beteiligung an dem Vorfall bleiben unklar.

Messer und Canabis

Erfrischend informativ hingegen ist die Aussage des Polizeihauptmeisters Hilmar F.. Routiniert gibt er seine Personalien an und schildert die Festnahme von Patrick N. Der Angeklagte hatte schon geschlafen, als die Beamten an der Haust√ľr klingelten. Die Eltern des Angeklagten waren sichtlich √ľberrascht, er selbst gestand seinem Vater gegen√ľber aber bereits ein, dass die Polizisten wegen der Messerstiche in Schriesheim gekommen waren. Widerstandslos lies er sich verhaften.

In Patrick N.s Zimmer wurden drei Messer und Cannabis sichergestellt. Anders, als¬† im Protokoll angegeben, handelte es sich hierbei aber nicht um Sprung-, sondern um Einhandmesser. Dies wird noch einmal nach Ansicht der Beweisst√ľcke deutlich. Ein Irrtum, der an den Tatumst√§nden nicht wirklich etwas √§ndert.

Unklare Zeugenaussagen

Rechtsanwalt Franz, Anwalt des Opfers und Nebenklägers.

Anschließend wird der Zeuge Björn M. gehört. Er hat selbst mit einem Verfahren zu rechnen und könnte deshalb von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen. Er verzichtet und schildert den Tathergang.  Nach eigenen Angaben, ist er mit seinem Bruder und zwei Freunden auf der Schriesheimer Kerwe gewesen. An der Grundschule hatten sie sich gelangweilt und beschlossen zu gehen. Auf dem Weg zur OEG Haltestelle kamen sie an den Jugendlichen aus Heddesheim vorbei. Diese beschimpften Björn M. und seine Begleiter.

Als Bj√∂rn M. auf Patrick N. aufmerksam gemacht wurde, rief dieser den Freund Dani J. auf dem Schulhof der Grundschule zu Hilfe. Bj√∂rn M. glaubte durch zahlenm√§√üige √úberlegenheit eine Eskalation verhindern zu k√∂nnen. Kaum war die Verst√§rkung erschienen, st√ľrzten sich die Heddesheimer willk√ľrlich auf den Gesch√§digten Evren D.. Bei der resultierenden Pr√ľgelei sollen sich sieben Heddesheimer mit zwei bis drei anderen Jugendlichen geschlagen haben. Nach Patrick N.s Messerstich hatte Bj√∂rn M. mit dem Verwundeten noch bis zum Eintreffen der Rettungssanit√§ter gewartet und war dann gefl√ľchtet.

Staatsanwalt Dresel befragte den Zeugen vor allem hinsichtlich seines eigenen Antriebs. So kam die Frage auf, ob Bj√∂rn M. nicht gezielt Streit gesucht habe und durch seinen Anruf mehr M√§nner f√ľr die Schl√§gerei mobilisieren wollte. Bj√∂rn M. verneint dies. Er habe weder Streit gesucht, noch habe er sich an der Schl√§gerei beteiligt.

Verteidiger Ulrich Neumann.

Richterin Krenz hakt auch bei der polizeilichen Aussage nach. So hat Björn M. ausgesagt, Patrick N. habe mit einem Springmesser zugestochen. Dieses habe er aus der Hosentasche geholt. Wie der Zeuge jedoch einräumt, hat er den Stich selbst nicht wirklich gesehen.

Direkt im Anschluss wird der Bruder, Sven M., geh√∂rt. Dieser best√§tigt das Vorhaben die Kerwe verlassen zu wollen. Selbst als es zu Beschimpfungen durch die Heddesheimer kommt, r√§t er zum Gehen, wir aber ignoriert. Die Gr√ľnde f√ľr sein eigenes Bleiben sind unklar. Vielleicht geschah es Loyalit√§t zu seinem Bruder und den Freunden.

Bewährungsstrafe in Aussicht

Die Richter und Schöffen stehen nun vor der Aufgabe ein Urteil zu fällen. Patrick N. ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2010 war er in eine Messerstecherei verwickelt. Wegen Körperverletzung wurden ihm bereits Sozialstunden auferlegt. In der Haft mache er, ebenso wie bei der Verhaftung, einen kooperativen Eindruck und verhalte sich unauffällig.

Die Gerichtsmedizin konnte anhand der Blutuntersuchung und des Drogenkonsums keine verminderte Schuldf√§higkeit feststellen. Die Jugendgerichtshilfe r√§t im Fall einer Bew√§hrungsstrafe zu klaren Auflagen. Durch Sozialstunden k√∂nnte er an einen geregelten Arbeitsalltag herangef√ľhrt werden. Auch sollte er sich in ambulante Drogentherapie begeben. Gegen seine Gewaltbereitschaft wird ein Anti-Aggressionstraining von mindestens sechs Monaten dringend angeraten.

 

 

„Die Kerwe ist unser“ – aber leider nicht im Ort


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Die Kerwe ist eröffnet - vier Tage Tradition aus dem Ort, aber nicht im Ort.

Heddesheim, 15. Oktober 2011. (red) Geht es nach dem Heimat- und Traditionsverein, geh√∂rt die Kerwe in den Ort. Doch das ist „irgendwie nicht m√∂glich“. Trotzdem startete die Kerwe in der Ortsmitte mit dem Aufstellen des Kerwebaums und zog dann an den Rand von Heddesheim ins Luftschiff.

Das Spektakel zog rund 300 Zuschauer in die Ortsmitte – die Kerweborscht stellen den Kerwe-Baum, mit Kranz und Schweinsblasen. Der Kerweparre Sebastian Teubert hielt seine aufmunternde Rede. Der „Schlachtruf“ ist immer derselbe: „Wem geh√∂rt die Kerwe?“ – die obligatorische Antwort ist ganz einfach: „Unser.“

Bis Montag geht das traditionelle Treiben, veranstaltet vom Heimat- und Traditionsverein Heddesheim (HTV). Am Freitagabend wurde der Kerwebr√§utigam bei der Kerwehock im Luftschiff gek√ľrt. Am Samstagabend ist Party im B√ľrgerhaus, Sonntag folgt der Umzug und die Hochzeit. Am Montag wird die Kerwe beerdigt – auf dem Dorfplatz. (Programm hier in unserem Kalender.)

Video vom Start der Kerwe 2011:

Interview mit Karl-Heinz Göhner, 2. Vorsitzender des HTV, zur Tradition der Kerwe:

Viel Freude mit den Fotos:

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Die Kerwe und was sie nicht mehr ist

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Oktober 2010. Der Heimat- und Traditionsverein HTV hält das Brauchtum der Kerwe hoch. Trotz aller Widrigkeiten. Und davon gibt es jede Menge.

Kommentar: Hardy Prothmann

„Die Kerwe geh√∂rt ins Ort“, sagt jeder, dem das Brauchtum wichtig ist. Seit gut einem Vierteljahrhundert ist das Brauchtum im Ort Geschichte, hat der „politische Wille“ entschieden.

Die Mitglieder des Heimat- und Traditionsverein trotzen dem, bei allen Widrigkeiten. Das Aufstellen des Kerwebaums am alten Rathaus hat nichts Feierliches mehr, sondern ist gehetzt. Gerade mal 20 Minuten wird die Kreuzung gesperrt, dann rollte der Verkehr. Das Publikum ist auf die engen B√ľrgersteiger verbannt. Gem√ľtlichkeit und Beisammensein geht anders.

Immerhin darf die Prozession durch ein paar Stra√üen f√ľhren – das hat man noch nicht verboten, sonst w√ľrde sicherlich auch der Sommertagszug sofort zur Debatte stehen.

Die Kerwe leidet auch darunter, dass es immer weniger Wirtschaften mit deutscher Kost gibt – fr√ľher war es selbstverst√§ndlich, dass das Wellfleischessen dort stattfand. „Die Veranstaltung in der Nordbadenhalle ist ein gro√ües Fressen, dass nur f√ľr die Politik stattfindet. Da pr√§sentieren sich der B√ľrgermeister und andere Politiker. Mit unserer Tradition hat das nichts zu tun“, sagt ein HTV-ler. Deswegen geh√∂rt das aus Sicht vieler Mitglieder auch nicht zur Kerwe – da kann der Mannheimer Morgen Hofberichterstattung machen, wie er will.

Ebenso die Fahrgesch√§fte auf dem Noigent-Le-Roi-Platz: „Die Leute gehen da nicht so hin, als w√§re die Kerwe im Ort“, h√∂rt man allenthalben.“

Dieses Jahr hat man sich entschlossen, die Kerwe auf dem Dorfplatz zu begraben. Aus Kostengr√ľnden. Denn bislang fand das im B√ľrgerhaus statt. Zuletzt mit vielleicht 40-50 Personen. Zu teuer ist da die Miete. Auf den Dorfplatz kamen rund 80 Personen. Wie es in Zukunft gehabt wird, muss beim HTV noch beraten werden – keine Mietkosten und mehr Zuspruch sprechen f√ľr den Dorfplatz.

Auch wenn der B√ľrgermeister in der Dorfsch√§nke bei der Suche nach dem „Br√§utigam“ mitmachte, unterst√ľtzt f√ľhlt sich der 125 Mitglieder z√§hlende Verein von ihm nicht. Eher das Gegenteil: „Der wollte gute Stimmung machen, was ihm keiner glaubt.“

Niemand versteht, warum in anderen Orten Stra√üen gesperrt werden und die Tradition unterst√ľtzt wird und in Heddesheim nicht. Da gibt sich die Gemeinde ausgerechnet im letzten Jahr des Tabakanbaus in Heddesheim anhand von Tabakscheunen ein neues „Corporate Design“ und l√§sst 2010 eine neue Brosch√ľre im Tabakscheunen-Layout drucken, w√§hrend es immer weniger dieser Scheuen gibt und hat auf der anderen Seite weder Willen noch Sinn, den Heimat- und Traditionsverein tats√§chlich zu unterst√ľtzen. Klingt paradox? Ist aber so.

Die Kerwe, die aus der Kirchweih entstanden ist, hat vielleicht zu viel Volkeswillen in ihrer Tradition: „Wem geh√∂rt die Kerwe?“, wird gerufen, die Antwort: „Unser!“

Die Kirchen und auch die Politik waren schon nachweislich im 16. Jahrhundert oft gar nicht einverstanden mit diesem Fest – wegen der V√∂llerei. Und der Veralberei. „Kerweparre“, „Kerweredd“, „Schlumbl“ und eine feucht-fr√∂hliche Dorfgemeinschaft – da fehlte dem Klerus der Humor und die Kontrolle. Da hat sich bis heute nicht viel dran ge√§ndert, so scheints.

Der kleine Verein HTV h√§lt die Tradition trotzdem hoch, so gut es eben geht. Unterst√ľtzung kommt vom Fischerverein und den Grumbe – es sind also weit mehr Menschen an der Kerwe interessiert als nur der HTV.

Ganz klar, der Kerwe fehlt der Grund, aus dem sie entstanden ist: Nach einer Kirchweihe auf einem weltlichen Fest nochmal mit eigenen Zeremonien zu feiern. H√§ufig am Ende des Sommers, wenn die Ernte eingefahren war und man die Strapazen beim Feiern vergessen wollte und sich den Bauch vollgeschlagen hat. Die Kerwe war auch Anlass, famili√§re Zusammenk√ľnfte zu begehen und eine Art Heiratsmarkt – die jungen „Kerweborscht“ suchten sich ihre M√§dchen. Im Rahmen einer feuchtfr√∂hlichen Feier war mehr erlaubt, als sonst, in der damaligen Gesellschaft.

Sicher ist das heute alles anders, k√∂nnte man argumentieren, es braucht keine Kerwe mehr. Dann m√ľsste man aber viele andere Fest wie Sommertagszug oder Martinszug ebenfalls abschaffen. Auch deren Grundlagen sind heute weitgehend irrelevant.

Das Schicksal der Kerwe ist ungewiss. Soviel ist klar: Unter B√ľrgermeister Michael Kessler kommt die Kerwe nicht „ins Ort“. Doch es wird auch eine Zeit nach diesem B√ľrgermeister geben und damit Hoffnung, dass die Kerwe wieder dahin kommt, woher sie stammt und wohin sie geh√∂rt: „Ins Ort.“

Fotostrecke: Die Kerwe 2010

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Oktober 2010. Die diesj√§hrige Kerwe brachte eine kleine Ver√§nderung – ansonsten wurde die Tradition hochgehalten, denn daf√ľr steht der Heimat- und Traditionsverein.

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De Parre un än Borscht.

Am Freitag wurde der Kerwebaum aufgestellt, die Kerweredd (Sebastian Teubert) gehalten, danach ging es durchs Dorf in die Kerwewirtschaft, der Kerwebräutigam wurde gewählt, die Kerwehock folgte, am Montag stand Wellfleischessen auf dem Programm und am Abend wurde die Schlumbl auf dem Dorfplatz begraben.

Der diesj√§hrige Kerwebr√§utigam wohnt in Darmstadt, arbeitet aber in Heddesheim: Hans Rudolf Bendrich. Nur drei Tage durfte er sein Gl√ľck mit der Schlumbl genie√üen, wobei die „Fischer-Schotten“ ihm diese geklaut hatten und er sie f√ľr viel Fl√ľssiges wieder ausl√∂sen musste. L√§nger h√§lt das aber kaum jemand aus, weil m√§chtig viel gefeiert wird.

Viel Spaß mit den Bildern.
Anmerkung der Redaktion: Leider fehlen uns von der Beerdigung Fotos – falls Sie uns welche zur Verf√ľgung stellen m√∂chten, gerne.
redaktion (at) heddesheimblog.de

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Acht Monate heddesheimblog. Das war 2009 РTeil III Sport, Jubiläen, Feste

Guten Tag!

Heddesheim, 31. Dezember 2009. Das letzte gro√üe Ereignis f√ľr das Jahr 2009 war heute gegen 16:30 Uhr vorbei. 860 L√§uferinnen und L√§ufer traten zum 20. Heddesheimer Silvesterlauf des Ski-Club Heddesheim an. Das mit Abstand gr√∂√üte Ereignis des Jahres aber war das S√§ngerfest.

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Oberflockenbach räumt beim Sängerfest ab. Bild: hblog

Drei Tage dauerte das S√§ngerfest 2009 – der H√∂hepunkt im Jubil√§umsjahr von S√§ngervereinigung und S√§ngerbund in Heddesheim. Die S√§ngervereinigung feiert ihren „100-j√§hrigen Geburtstag“, der S√§ngerbund seinen 140-ten. √ÉŇďber 90 Vereine mit mehr als 3600 Aktiven nehmen am Programm teil. Der Frauenchor aus Oberflockenbach gewinnt mit einer sensationellen Punktzahl und erreicht 209 von 210 m√∂glichen Punkten.

Der 7. Harder German Junior Masters des Heddesheimer Golf-Clubs findet bei bestem Wetter statt. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal die Turnierserie „World Junior Golf Series“ (WJGS) gespielt. Der „Ma√üstab“, nach dem diese neue Serie ausgerichtet wird, ist Heddesheim. „Dieses Jahr werden vier Turniere dieser neuen Serie gespielt“, sagt J√ľrgen Schr√∂der, Pressesprecher des Golfclubs Heddesheim. „Das Ziel sind aber etwa zehn Turniere.“


Sehr aktiv waren der Hundesportverein und der Reitverein. Jede Menge Turniere auf hohem Niveau fanden hier statt. Im Herbst stand das 33. Internationale Schwimmfest der TG mit beachtlichen sportlichen Leistungen an.

Ordentlich verlief das diesj√§hrige Stra√üenfest. Viel Polizei war pr√§sent, weil es im vergangenen Jahr zu viel √É‚Äěrger gegeben hatte, der dieses Jahr aber ausblieb. Die Kerwe war wie zu erwarten turbulent. Und zum ersten Mal gab es den Weihnachtsmarkt auf dem neuen Heddesheimer Dorfplatz.

2010 wird der Verein der Vogelfreunde hervortreten Рdas 50-jährige Jubiläum steht an.

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Wer braucht die Kerwe?

Guten Tag!

22. Oktober 2009

Kommentar: Hardy Prothmann

Wir haben intensiv √ľber die „Kerwe“ berichtet, die aus mehr besteht, als einem „Fahrgesch√§ft“ und Preisen f√ľr Wurst, Pommes und gebrannte Mandeln. Die Kerwe hat eine lange und wichtige Tradition – und damit ist eine kritische Betrachtung auch berechtigt. Ein Kommentator kommt zu dem Schluss: „Die Kerwe ist tot“. Ist sie das?

Die vielen feierenden Menschen belegen das Gegenteil. Die vielen, die nicht daran Teil genommen haben, bestätigen die These.

Die Kerwe hatte fr√ľher etwas mit Religion zu tun. Sie war geschichtlich betrachtet ein wichtiges soziales und auch politisches Ereignis. Das Kirchweihfest. Am Ende der Ernte. Wenn alles getan war – vor der besinnlichen Zeit.

Die Krise der Kerwe hat ausnahmsweise nichts mit der Globalisierung zu tun – sondern nur mit uns selbst.

Die Frage, ob wir noch „Kirchweih“ feiern wollen √ā¬†hat sich erledigt, betrachtet man die sinkenden Zahlen der Mitglieder der Kirchen – und der aktiven Kirchg√§nger.

Was bleibt? Der Rummel. Der ist woanders größer Рmit ziemlicher Sicherheit in Fußballstadien und im Fernsehen.

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Fahrendes Volk brachte fr√ľher neue Nachrichten und spannende Momente ins Dorf. Heutzutage wei√ü man Monate im voraus, wann die Buden kommen und die Karussellbremser, die es schon lange nicht mehr gibt.

Die Kerwe als Kerwe hat also nur noch ein Chance in der Tradition. Das bedeutet aktive Gestaltung der Vergangenheit mit dem Willen auf deren Zukunft.

Der Mannheimer Morgen berichtet: „Liebesgl√ľck war nur von kurzer Dauer“.

Vordergr√ľndig beschreibt dessen Bericht eine Binse. Liebesgl√ľck ist immer nur von kurzer Dauer, wenn man nur den Moment betrachtet.

Die Kerwe und die Anstrengungen des Heimat- und Traditionsvereins und der Kerweborscht sind mehr. Es geht um Traditionen, um den Jahreslauf, um die Chance, nach getaner Arbeit einfach mal die „Sau raus zu lassen“ und die sp√§ter zu verlosen.

Menschen brauchen Feste, in denen sie sich wieder finden. Insofern war die Kerwe ein wichtiger Beitrag f√ľr viele Heddesheimer ein St√ľck Gesellschaft herzustellen.

Doch das wird in der Tradition der Kirchweih immer schwerer – vor allem, weil die Kirchen und ihre Vertreter eine immer geringere Rolle im Leben der Menschen spielen.

Die Kerwe verliert Teilnehmer – ebenso wie das „traditionelle Wellfleischessen„. Warum?

Weil heute keine Kirchen mehr eingeweiht werden und sich niemand Speck vor dem (harten) Winter anfressen muss.

Wer heute Kerwe feiert oder Wellfleisch isst, bekennt sich zu √ľberkommenen Traditionen.

Wenn diese Traditionen geeignet sind, die Menschen zusammen zu f√ľhren, sind sie zu begr√ľ√üen.

Wenn sie nur aus Routine veranstaltet werden, kann man getrost auf sie verzichten.

Die Redaktion des heddesheimblogs hatte deswegen viel Freude an der Begleitung der Veranstaltungen des Heimat- und Traditionsvereins.

Ein wenig mehr „Routine“ w√§re aus Planungsgr√ľnden w√ľnschenswert gewesen – aber die Gaudi hat das aufgewogen.

Die Kerwe soll wieder „in den Ort kommen“ fordern viele.

Die Forderung ist berechtigt, wenn es um das Bewusstsein und die Tradition geht. Die hat nichts mit „Fahrgesch√§ften“ zu tun, sondern mit dem Leben der Menschen und dem Rhythmus der Jahreszeiten.

Eine solche Kerwe, als Veranstaltung der Menschen – und nicht nur als Rummel ist sicherlich m√∂glich „in den Ort zu holen“.

Wenn alle mitmachen – auch f√ľr die, die Kerwe als Entweihung verstehen.

Hildegard Göhner gewinnt die Kerwesau


Heddesheim, 20. Oktober 2009

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Oktober 2009. Die Kerwesau geht dieses Jahr an Hildgard G√∂hner: „Ich wollte die Sau schon immer gewinnen – das haut mich um, dass ich gewonnen habe. Das wird ein Riesenfest.“

Sie hatte alle Hoffnung schon aufgegeben – aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt. Gerade waren die Schlumbel beerdigt und zehn Obstk√∂rbe verlost vom Heimat- und Traditionsverein Heddesheim, dann wurde ihr Los gezogen. Hildegard G√∂hner: „Das gibt es nicht. Ich freu mich riesig und ich werde ein gro√ües Fest machen.“
Das wird sie machen m√ľssen – immerhin hat sie 100 Kilo Fleisch gewonnen.

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Wellfleischessen nur mäßig besucht


Guten Tag!

Heddesheim, 20. Oktober 2009. Das traditionelle Wellfleischessen in der Nordbadenhalle wurde nur mäßig angenommen.

Vielleicht ist Wellfleischessen in Zeiten mediterraner K√ľche und einem fettarmen Ern√§hrungsbewusstsein nicht mehr unbedingt der Renner. Jedenfalls kamen zur Veranstaltung des M√§nnergesangsvereins 1847 e.V. „Kerwe 2009“ sicher weniger G√§ste als erhofft.

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Schlumbel geklaut Рausgelöst РKerwe beerdigt


Heddesheim, 20. Oktober 2009

Guten Tag!

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Alle Fotos: heddesheimblog, hp

Was f√ľr eine Aufregung: Die „Mannheimer Motorradfahrer Vereinigung“ hatte die „Schlumbel“ geklaut und erst gegen ein 30 Liter-Fass Bier und einen Kasten Bier wieder hergegeben. Br√§utigam Rainer Schmitt war entsetzt. Auch √ľber die erste Forderung – zwei Mal 30 Liter wollten die unversch√§mten R√§uber – die als zus√§tzliche Dem√ľtigung noch ein Entf√ľhrerbild angefertigt hatten.
Doch die Schlumbel wurde gut behandelt – die Tortur hat sie trotzdem nicht √ľberlebt. Deswegen musste sie beerdigt werden – wie traditionell die Kerwe: Unter gro√üem Heulen und Schluchzen der Kerweborscht und mit einer engagierten Grabesrede vom Kerweparre Sebastian T√§ubert – der dem Teufel Alkohol die Schuld gab und einen Trinkspruch nach dem anderen brachte.
Und dann passierte noch ein „Ungl√ľck“. Eigentlich wollten die trauernden Kerweborscht mit der Schlumbel ins Grab abfahren – doch die Technik streikte. Skandal: Die Schlumbel musste zum Seiteneingang hinausgetragen werden. Das hat Sie wirklich nicht verdient.
Ralf Siegel begleitete die frohen und traurigen Momente mit stimmungsvoller Musik. Die Kerweborscht traten noch einmal – herausragend trainiert von Sabrina Mayer – auf und gaben alles, vor allem Kleidungsst√ľcke von sich.
Gegen 23:00 Uhr wurde dann endlich die Kerwesau verlost – nachdem vorher zehn gesunde Obstk√∂rbe verlost worden waren. Die Kerwesau-Gewinnerin Hildegard G√∂hner freute sich riesig: „Ich wollte schon immer die Sau gewinnen – ich kanns gar nicht fassen, dass ich sie jetzt habe. Das gibt ein Riesenfest.“

Auch f√ľr den Heimat- und Traditionsverein Heddesheim, der das Kerwebrauchtum f√∂rdert, war es ein gro√ües Fest von Freitag bis Montag.

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Der Umzug, der Einmarsch, die „Parreredd“, die Schlumbel und die Borscht


Heddesheim, 18. Oktober 2009

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In Heddesheim war was geboten am Sonntag: Umzug vom „Parrehaus“ zum B√ľrgerhaus – Einmarsch – „Kerweredd vum Kerweparrer (Sebastian T√§ubert)“ – Verm√§hlung des „Kerwebr√§utigams (Rainer Schmitt) mit seiner Schlumbel (Schlumbel)“, Abschied von der „Schlumbel“ und Auftritt von sechs der acht „Borscht“ – trainiert von Rock‘ n Roll-Meisterin Sabrina Mayer. Und dann war doch noch… genau, die Kerwe.

Der Umzug

Teilnehmer: Guggemusik-Gruppe Nodeschisser, die Brass Band aus Mannheim-Wallstadt, Prinzessin Manuela I vom TG Restaurant, die√ā¬†Garde der Grumbe sowie die Ehren- und Festdamen des S√§ngerbundes und der S√§ngervereinigung und jede Menge Heddesheimer.
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Der Einmarsch und die „Parreredd“
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Die Schlumbel
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Die Borscht
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Mitarbeit: Horst Pölitz

De Roiner hott sei Schlumbel


Heddesheim, 18. Oktober 2009

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Auf der Kerwehock in der Dorfsch√§nke wurde der diesj√§hrige Kerwebr√§utigam gefunden: Rainer Schmitt hat jetzt die Schlumbel, auf die er gut aufpassen muss. Das Ereignis wurde – wie zu erwarten war – ausgiebigst gefeiert. Die gute Stimmung hatte viele Gr√ľnde – einer davon war die Musik von Ralf Siegel.

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Tolle Party mit Showduo „Horst & Peter“ im B√ľrgerhaus


Heddesheim, 17. Oktober 2009

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So macht ein Kerwestart Spa√ü: Musikexpress und Showduo „Horst & Peter“ heizten dem Party-Publikum im B√ľrgerhaus ordentlich ein und die G√§ste gingen mit. Ein tolles Programm traf auf ein tolles Publikum. Das Resultat: Eine tolle Party. Eingeladen hatte der Heimat- und Traditionsverein.

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Der Kerwebaum steht


Heddesheim, 16. Oktober 2009

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