Donnerstag, 26. Mai 2022

ZurĂŒck ins Glied

Guten Tag!

Heddesheim, 23. Juli 2009. BĂŒrgermeister Michael Kessler zeigt Bescheidenheit. Er stellt sich in allem zurĂŒck und tut so, als hĂ€tte er mit allem nichts zu tun. Ist das so?

Kommentar: Hardy Prothmann

Der BĂŒrgermeister Michael Kessler ist ein Profi. Das bescheinigen ihm Fans wie Kritiker.

„Kompetent als Verwaltungsfachmann“, hört man, wenn man nachfragt – aus beiden Lagern.

„Wirtschaftlich eher unsicher“, hört man aber auch, wenn man nachfragt – da schweigen die Fans und die Kritiker melden sich zu Wort.

„Er hat ein richtig großes Image-Problem zur Zeit“, mit dieser Aussage sind sich Fans und Kritiker wieder einig.

BĂŒrgermeister Michael Kessler geht in Deckung.

Das tut jeder, der im Feuer der Kritik steht. Aber nicht jeder hat deutliche Mittel zur VerfĂŒgung, um professionelle „Ausputzer“ wie die IFOK zu engagieren.

Michael Kessler bekommt allerdings eine solide UnterstĂŒtzung aus der AdV – der Allianz der Verlierer.

Hinter der versteckt er sich. Er hat zur Verpflichtung der neuen GemeinderÀte eine dem Wort nach gute Rede gehalten. Doch alles, was er darin gesagt hat, hat der Gemeinderat im Anschluss konterkariert.

Herrn Kessler ist das Recht. Denn er ĂŒbt sich in Buße. Er wird sich in fast allem in der kommenden Zeit den Entscheidungen des Gemeinderats unterordnen.

Damit klar ist, wer die Entscheidungen trifft und die Verantwortung ĂŒbernehmen soll: Der Gemeinderat und nicht er selbst.

Er spekuliert darauf, dass vergessen wird, wer den „Dialog“ mit Pfenning angefangen und das Projekt vorangetrieben hat. Er wird vergessen machen wollen, dass er der offizielle Drahtzieher ist, auch wenn im Kreis der FDP und der CDU und ihren „Bekannten“ die eigentlichen „Spin-Doctors“ zu vermuten sein dĂŒrften.

Das alles spielt zur Zeit keine Rolle.

Im Moment geht es weniger um Pfenning, als um das Image des Herrn Kessler. Denn das ist angeschlagen. Das weiß er, auch wenn er es nicht zugibt oder zugeben will.

Herr Kessler wird sich sehr bemĂŒhen mĂŒssen, vielleicht sogar soweit, einer BĂŒrgerbefragung aktiv das Wort zu reden.

Wird er dabei von der Allianz der Verlierer ĂŒberstimmt, hat er gewonnen. Dann kann er weiter behaupten, er sei der Meister fĂŒr alle BĂŒrger und musste sich dem Votum des Gemeinderats stellen.

Damit spĂŒlt der BĂŒrgermeister die Meinungen weich und seine Weste rein.

Die CDU hört auf Doll und da es nach deren Meinung (noch) genug Partei(ange)hörige gibt, beschwören Sie die Tradition und setzen auf stur.

Wohl wissend, dass die CDU sich am allerwenigsten auf „Tradition“ berufen kann, sondern sich ehemals aus allen möglichen, auch extremistischen Splittergruppen des ultra-konservativen Lagers gebildet hat.

Die SPD ist dumm genug, das Spiel mitzuspielen und verzockt dabei auch noch den letzten Rest ihrer politischen GlaubwĂŒrdigkeit.

Die letzte Chance hat die SPD in Heddesheim auf Jahre hinaus bei der Frage um den Antrag der GrĂŒnen auf BĂŒrgerbeteiligung.

Fraktions-Chef JĂŒrgen Merx hat den ersten Antrag abgelehnt und formale GrĂŒnde ins Feld gefĂŒht.

Gleichzeitig hat er aber „Zustimmung“ signalisiert, wenn die „dringenden Fragen“ ausgerĂ€umt seien.

Das sind sie. Die GrĂŒnen werden einen ordentlichen Antrag vorlegen. Soweit man hört, werden zwei bis drei SPDler zustimmen. Andere nicht.

Herr Merx wird dann sagen: „Bei uns gibt es keinen Fraktionszwang. Wir treffen Entscheidungen demokratisch. Wenn nur Teile der SPD dafĂŒr sind, dann ist das gelebte Demokratie.“

Nur komisch, dass diese Teile zĂ€hlerisch genau ausreichen werden, um eine BĂŒrgerbefragung zu verhindern.

Nur komisch, dass bei der ersten Ablehnung alle SPDler dabei waren… Ach so, sorry, dass kann ja auch vorkommen, dass selbst ohne Fraktionszwang alle einer Meinung sind.

Wie konnte man das vergessen?

Der BĂŒrgermeister lĂ€sst das alles laufen. Denn solange die Allianz der Verlierer richtig sauer ist, ziehen diese alle negative Aufmerksamkeit auf sich, indem sie ihn unterstĂŒtzen.

Er redet ĂŒber „umfassende Informationen“ und keiner widerspricht ihm.

Und er benennt auch selbst das Spiel, wenn man genau hinhört: „Der Gemeinderat ist am schwĂ€chsten, wenn er sich mit sich selbst beschĂ€ftigt.“

Das hat BĂŒrgermeister Kessler heute wortwörtlich gesagt und er weiß, warum das fĂŒr ihn gut ist.

Denkt jemand in der Allianz der Verlierer darĂŒber nach? Bestimmt nicht. Die suchen nur SelbstbestĂ€tigung und auf keinen Fall einen Kompromiss, wie die erste Sitzung des neuen Gemeinderats zweifelsfrei bewiesen hat.

Die Heddesheimer CDU muss dringend zur Vernunft zurĂŒckkehren

Der Heddesheimer CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Josef Doll informiert die Öffentlichkeit nachweislich und fortwĂ€hrend falsch, wie hier auf dem heddesheimblog nachzulesen ist.
Gleichzeitig „fĂŒhlen“ er und mit ihm seine Partei sich im Recht.
Dieses Recht begrĂŒnden er und die Partei vermutlich darauf, dass die CDU ĂŒber Jahre hinweg die stĂ€rkste Fraktion war und noch ist.
Werden die Weichen nicht neu gestellt, muss sich die CDU damit abfinden, weiter zu verlieren und wird spĂ€testens bei der nĂ€chsten Wahl feststellen, dass ihre FĂŒhrung versagt hat und ihre WĂ€hler getĂ€uscht wurden.

Kommentar: Hardy Prothmann

Vernunft ist eine anstrengende Sache. Unvernunft ist noch anstrengender. Die fĂŒhrt zu Problemen, die man nicht hĂ€tte, wĂ€re man vernĂŒnftig.

Warum ein studierter Mann, der wie Herr Josef Doll sogar noch einen Doktor-Titel erworben hat, alles daran setzt, sich selbst zu demontieren, ist nicht nachvollziehbar.

Es ist ebenso wenig nachvollziehbar, wieso sich dieser Mann, der sich so gerne mit der Brille auf der Mitte seiner Nase prÀsentiert, als wÀre er vielleicht sogar habilitiert, ohne Not in immer neue Schwierigkeiten bringt.

Herr Doll behauptet in der Öffentlichkeit Zahlen und Fakten, die er bei aufmerksamem Zuhören und anschließender ÃƓberprĂŒfung um die Ohren gehauen bekommt.

Herr Doll stellt bei der UnternehmensprĂ€sentation der Pfenning-Gruppe vor den neu gewĂ€hlten GemeinderĂ€ten fest, „dass am Ende wir, also der Gemeinderat, entscheidet“. Viel mehr hat er nicht zu sagen und nicht zu fragen. Außer, dass „wir entscheiden“.

Dabei ist das doch eine Binse. NatĂŒrlich entscheidet der Gemeinderat. DafĂŒr wurde er gewĂ€hlt und dazu gibt es eine Verfassung, Gesetze, Ordnungen und Satzungen.

Stellt sich die Frage, wer „wir“ ist. Wahrscheinlich meint Herr Doll damit sich selbst und einige andere im Ort, die wissen, was fĂŒr den Rest gut ist.

Herr Doll wĂ€re sehr gut beraten, wenn er sich erstmal Gedanken zu den ÃƓberresten der aktuellen Wahl machen wĂŒrde. Die CDU hat einen erdrutschartigen Verlust erlitten. Nicht einfach nur 20 Prozent ihrer Sitze.

Jeder der sieben „wiedergewĂ€hlten“ GemeinderĂ€te wurde massiv abgestraft. Minus 20 bis Minus 37 Prozent haben sie verloren, um genau zu sein.

Wie man dann noch die Chuzpe haben kann, mit falschen Zahlen „richtig“ informieren zu wollen, ist nicht mehr nachvollziehbar.

Ebenso wenig wie das Verhalten des Bruders von Herrn Doll, der dem grĂ¶ĂŸten Verein in Heddesheim vorsitzt und sich, seinen Bruder, die Partei und den Verein massiv schĂ€digt.

Ebenso wenig wie die Motivation des Sohnes dieses Bruders, der emails mit versteckten Drohungen an Medien verschickt.

Ebenso wenig wie das Verhalten einer Parteifreundin und GemeinderĂ€tin, die einem anderen Gemeinderat vor Zeugen Hand und Gruß verweigert.

Ebenso wenig wie die jĂŒngste unvernĂŒnftige „Tat“ aus den Reihen der CDU, ĂŒbelste GerĂŒchte ĂŒber „braune“ Verstrickungen der Pfenning-Gegner in der Gemeinde zu streuen.

Herr Doll kann so viele nicht-existierende Studien mit falschen Zahlen zitieren wie er will. Das tut niemandem weh.

Wenn aber Herr Doll noch einen Hauch von Verantwortungsbewußtsein in sich trĂ€gt, sollte er sich weniger um das Zitieren falscher Zahlen kĂŒmmern, als darum, die Ordnung – zumindest in den eigenen Reihen – aufrecht zu erhalten.

Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Herr Doll hat die Wahl, den Dingen ihren absehbar unschönen Lauf zu lassen oder korrigierend einzugreifen.

Das nennt sich Verantwortung.

Was Herr Doll lieber nicht zitiert…

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Juli 2009. Der Heddesheimer CDU-Fraktionsvorsitzende macht Werbung fĂŒr die Ansiedlung der Pfenning-Gruppe, wo er kann. Dabei zeigt er sich belesen und verweist auf „Studien“.
Nach diesen „Studien“ droht Heddesheim der Kollaps, wenn Pfenning mit seinen angeblichen Gewerbesteuerzahlungen nicht nach Heddesheim kommt.
Das
heddesheimblog hat sich diese „Studien“ angeschaut und festgestellt: Darin steht genau das Gegenteil von dem, was Herr Doll behauptet.

Das heddesheimblog

„Herr Doll ist ein Meister des Wortes“, sagte sein Parteifreund Rainer Hege voller Bewunderung auf einer CDU-Veranstaltung. Und: „Er kommt der Wahrheit am nĂ€chsten.“

Herr Doll begrĂŒndet seine Wahrheit gerne auf „Studien“. Mal zitiert er Studien, die es nicht gibt, mal zitiert er Studien, die nicht der gemacht hat, den Herr Doll als Urheber nennt und aktuell zitiert Herr Doll im Mitteilungsblatt aus einer Studie, die keine ist und verschweigt, dass es zu seinen zitierten Zahlen auch einen „Demographie-Bericht“ gibt.

Die von Herrn Doll genannten Zahlen gehören zu den „unsichersten“.

Dieser Bericht ordnet beispielsweise die von Herrn Doll (falsch) genannte Zahl von -16,4 % bei der „Arbeitsplatzentwicklung der vergangenen fĂŒnf Jahre 2006“ in den „methodischen ErlĂ€uterungen“ so ein: „SelbstverstĂ€ndlich bleiben Ungewissheiten. Sie sind umso grĂ¶ĂŸer , je kleiner die betrachtete Gebietseinheit ist. Betriebserweiterungen oder – schließungen …. wirken sich in kleinen Orten relativ viel stĂ€rker aus als in den grĂ¶ĂŸeren Gebietseinheiten.“

wegweiser

Jeder kann sich selbst ĂŒber die Daten zu Heddesheim bei "Wegweiser Kommune" informieren. Doch Vorsicht ist geboten, weil die Daten nicht vollstĂ€ndig erscheinen. Noch mehr Vorsicht ist geboten, wenn Herr Doll sie "interpretiert". Bild: hblog

Nach der Internet-Seite „Wegweiser Kommune“ gehört Heddesheim zum „Demographietyp 3“. Diesem Typ sind 361 Gemeinden zugeordnet.

Dass heddesheimblog fasst wichtige Kernaussagen in der Folge der Nennung in diesem Bericht zusammen.

Der Bericht „Suburbane Wohnorte mit rĂŒcklĂ€ufigen Wachstumserwartungen“ beschreibt zunĂ€chst die Ausgangslage: Die Mehrheit der betrachteten Orte liegen von Hessen abwĂ€rts im sĂŒddeutschen Raum. „Sie sind die typischen Gewinner der ersten Suburbanisierungswelle“. Im Bericht fĂ€llt negativ auf, dass gleich auf der zweiten Seite eine „positive Bevölkerungsentwicklung“ behauptet wird und einige Zeilen spĂ€ter kommt die Aussage „geringere BevölkerungszuwĂ€chse“.

„RĂŒcklĂ€ufige Wachstumserwartungen“ heißt ĂŒbrigens nicht, dass dies Gemeinden mit negativen Entwicklungen zu rechnen haben, sondern nur, dass viele positiv-sprunghafte Entwicklungen der Vergangenheit nicht mehr zu erwarten sind, also „rĂŒcklĂ€ufig“ sind. Insgesamt liest sich der Bericht sehr positiv fĂŒr die Zukunft der hier beschriebenen Gemeinden.

Das heddesheimblog will aber nicht die logischen Fehler des Berichts untersuchen, sondern darstellen, was drin steht. Denn die CDU und Herr Doll zitieren gerne aus dieser Quelle.

Nach dem Bericht wird die Bevölkerungsentwicklung in diesen Gemeinde positiv sein – sie wĂ€chst, mĂ€ĂŸig, aber positiv. Und die Bevölkerung ist im Vergleich gut gebildet und verfĂŒgt ĂŒber hohe Einkommen. Andererseits mangelt es an AttraktivitĂ€t fĂŒr die Jugend – bis zu 30 Prozent zwischen 18 und 24 Jahren wandern deswegen ab. NeubĂŒrger, die die Vorteile dieser Gemeinden suchen, gleichen das aber wieder mehr als aus.

Der Alterungsprozess nimmt zu. Im Vergleich aber weniger als in anderen Gemeinden. ArbeitsplĂ€tze gibt es vor allem im Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosenquote ist mit 8 Prozent unterproportional. Die Arbeitsplatzentwicklung verlĂ€uft ĂŒberwiegend positiv. Die durchschnittlichen steuerlichen Einnahmen je Einwohner sind leicht ĂŒberproportional.

Vor allem der Wohn- und Freizeitwert ist wichtig fĂŒr diese Gemeinden.

„Aufgrund ihrer außergewöhnlich guten Standortbedingungen haben sie die große Chance, sich mit ĂŒberdurchschnittlichen HandlungsspielrĂ€umen auf die demographischen Prozesse angemessen vorzubereiten.“

Wichtig ist:

  • die AttraktivitĂ€t als Wohn- und Lebensort zu erhalten
  • die StĂ€rkung der Innenentwicklung
  • Familie und Beruf zu vereinbaren
  • zukunftsorientierte Seniorenpolitik
  • IdentitĂ€t der Einwohner mit der Gemeinde stĂ€rken

Dabei sollen die Kommunen, was die Infrastruktur angeht, sich mit anderen Kommunen koordinieren. Alle haben eine nur geringe ArbeitsplatzzentralitÀt, was in Ordnung ist, da sie andere Schwerpunkte setzen.

Bislang gibt es kaum einen Problemdruck. Die Kommunen können besonnen und ohne Hektik ihre Zukunft steuern.

Es muss ein Bauland-Controlling geben
und so wenig GrĂŒndland wie möglich verbraucht werden.

Die Siedlungsentwicklung erfordert nach dem Bericht ein „Bauland-Controlling“.

„Die Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung“, sagt der Bericht. Viele lokale Akteure planen noch immer in Richtung Wachstum, was zukĂŒnftig falsch ist. Es soll weniger GrĂŒnland verbraucht werden und stattdessen auf Brachen und vorhandene, nicht genutzte FlĂ€chen zurĂŒckgegriffen werden.

Statt schnell, sollte sorgfĂ€ltig gehandelt werden. Die meisten Kommunen befinden sich noch in einer ordentlichen Verfassung und sollten eine „ausbalancierte Infrastruktur“ suchen. Dazu kann auch gehören, gewisse Infrastrukturen zu schließen oder umzuwidmen.

Wichtig ist die Balance zwischen Familie und Beruf.

Ganz wichtig ist der Erhalt und die Verbesserung der AttraktivitÀt der Ortskerne.

In Zahlen gesehen, steht Heddesheim nach einem Vergleich der Daten mit Ladenburg, Schriesheim oder Hembsbach durch das heddesheimblog gut da.

TatsĂ€chlich lassen sich einzelne Zahlen finden, die negativ im Vergleich ausfallen, aber es lassen sich viel mehr Zahlen finden, die dem Durchschnitt entsprechen oder im Gegenteil sogar ĂŒberdurchschnittlich sind.

Herr Doll zitiert lieber die negativen. Das ist gut zu wissen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

ÃƓber die Bertelsmann-Studie, ihre Inhalte und was Herr Doll daraus macht

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Juli 2009. Der Heddesheimer CDU-Fraktionschef Dr. Josef Doll zitiert gerne aus Studien. Eine davon ist eine angebliche Bertelsmann-Studie. Warum diese nur angeblich von Bertelsmann ist und warum Herr Doll mit den von ihm verwendeten Zahlen nicht umgehen kann oder will, lesen Sie in unserer Analyse.
Und Sie lesen auch, dass die Behauptung, die „CDU informiert die BĂŒrger/innen richtig“, falsch ist.

Das heddesheimblog

Herr Doll beruft sich in seinem Artikel im aktuellen Mitteilungsblatt Nr. 29 auf Seite 28 auf eine Studie: „Die Arbeitsplatzzahlen stammen aus der Studie „Demographische Entwicklung und sind unter www.aktion2050.de/wegweiser zu erthalten (Rechtschreibfehler wie im Original, d. Red.).“

Das heddesheimblog hat die von Herrn Doll empfohlene Internetseite besucht und musste feststellen, dass es dort keine Studie „Demographische Entwicklung“ zu lesen gibt. Es gibt dort eine Kategorie „Themen und Konzepte“, darunter eine Kategorie „Demographischer Wandel“ und darunter unter anderem eine Kategorie „Konzepte und Studien“.

Die Studie, auf die Herr Doll sich vermutlich berufen will, kommt aus dem Hause Bertelsmann und heißt „Demographischer Wandel“. Mit den von ihm zitierten Zahlen hat sie aber nicht unmittelbar zu tun.

Herr Doll veröffentlicht nachweisbar falsche „Informationen“.

Weiter schreibt Herr Doll im Mitteilungsblatt: „Im Vergleich fĂŒr den FĂŒnfjahreszeitraum bis 2006 nahmen in Heddesheim die ArbeitsplĂ€tze um 16,4 % und im Rhein-Neckar-Kreis um 1,9 % ab.“

Diese Information ist falsch.

arbeitsplatzzahlen

Herr Doll zitiert falsche Zahlen. Bild: hblog

In der zugehörigen Tabelle des „Wegweisers Kommune“ zu „Indikatoren des Politikfeldes „Wirtschaftsstruktur/Arbeitsmarkt“ fĂŒr Heddesheim 2006″ heißt die korrekte Zahl -16 %. Die andere Zahl, 1,9 %, ist richtig. Eine Vergleichszahl fĂŒr Baden-WĂŒrttemberg gibt es fĂŒr 2006 nicht.

FĂŒr das Jahr 2007 verbessert sich diese „dramatische“ Zahl aber um 6,6 Prozentpunkte auf nur noch -9,4 %. Herr Doll schreibt: „Die zweite Aussage betrifft den FĂŒnfjahreszeitraum bis 2007, hier nahmen in Heddesheim die ArbeitsplĂ€tze um 9,4 % und in Baden-WĂŒrttemberg um 1,2 % ab.“

Herr Doll „informiert“ unseriös.

In diesem Fall stimmen die von Herrn Doll nach der Tabelle zitierten Zahlen. Doch haben sie etwas zu bedeuten? FĂŒr das Jahr 2007 fehlt nĂ€mlich die Vergleichsangabe fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis. Wie kann das sein, dass 2006 zum Kreis eine Zahl vorliegt, zum Land aber nicht und 2007 zum Land eine Zahl, aber keine zum Kreis? Ein aufmerksamer Leser merkt sofort, dass vielleicht die Datenbasis der Studie zumindest fragwĂŒrdig ist. Wie auch immer, ein Vergleich ist in der Doll®schen Form unseriös.

Herrn Doll stört das nicht: „… der Trend stimmt.“ Bei der Schwarzmalerei, die Herr Doll betreibt, muss der Trend also negativ sein. Das ist er aber nicht. Ganz im Gegenteil.

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Die CDU informiert richtig... ist einfach eine falsche Behauptung. Bild: hblog

Doch Herr Doll schreibt virtuos weiter: „Diese Arbeitsplatzzahlen zeigen sich auch in der Entwicklung der Gewerbesteuer des Jahres 2008, wie sie in der Dezembersitzung des Gemeinderates als Vorschau dargestellt wurde.“

Wir analysieren: Der Gemeinderat stellt im Dezember 2008 eine Vorschau auf die Zukunft dar und darin zeigen sich die Arbeitsplatzzahlen aus den Jahren 2006 und 2007, die wiederum die Entwicklung der Gewerbesteuer in der Zukunft zeigen…

Das ist… verblĂŒffend.  Erstens, weil Herr Doll keine Zahlen, sondern nur Prozentwerte genannt hat und zweitens, weil in der Vorschau die RĂŒckschau liegt und drittens, weil die frĂŒheren Arbeitsplatzzahlen in der kĂŒnftigen Entwicklung der Gewerbesteuer zeugen.

Wie gesagt: Herr Doll hat den Anspruch, dass er und die Heddesheimer CDU die BĂŒrger/innen richtig informiert.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Herr Doll, sein Aufsatz und die Korrektur

Guten Tag,

das heddesheimblog steht fĂŒr professionellen Journalismus.

Das heißt – alle hier veröffentlichten Informationen werden gewissenhaft geprĂŒft und fĂŒr die Leser nachprĂŒfbar gemacht.

Das heddesheimblog fĂŒhlt sich dabei in besonderer Weise dem Artikel 5 unseres Grundgesetzes verpflichtet.

Das bedeutet: Nicht jeder ist mit veröffentlichten Informationen einverstanden, weil diese vielleicht nicht seiner Meinung entsprechen. Artikel 5 unseres Grundgesetzes garantiert aber, dass jede Meinung erlaubt ist, solange sie andere Rechte nicht verletzt – zum Beispiel die des Jugendschutzes und die der persönlichen Ehre.

Das heddesheimblog achtet dementsprechend darauf, dass „Persönliches“ auch „persönlich“ bleibt. Wer allerdings die Öffentlichkeit sucht, will sich einer Öffentlichkeit stellen – und verliert damit einen Teil seiner sonst geschĂŒtzten „privaten“ SphĂ€re.

Das gilt zum Beispiel fĂŒr politische Parteien und deren FunktionstrĂ€ger. Der CDU-Ortsverband Heddesheim hat sich aktuell im Mitteilungsblatt geĂ€ußert, namentlich durch Herrn Dr. Josef Doll.

Ein Leser hat sich mit dieser Veröffentlichung auseinandergesetzt und uns „seine Meinung“ – eine satirische Bewertung – zugesandt.

Wir dokumentieren diese Satire – in vollem Bewusstsein, dass diese von vielen im Ort nicht verstanden werden wird – allein schon deshalb, weil man „es“ nicht verstehen will.

Gleichzeitig wissen wir aber, dass viele im Ort diese „inszenierte“ Satire sehr wohl als das verstehen, was sie ist: die Dokumentation einer tĂ€glich erlebten Realsatire.

Herr Dr. Doll hat im aktuellen Mitteilungsblatt einen Text veröffentlicht, der voll von Rechtschreib-, Grammatik- und Ausdrucksfehlern ist.

Fehler machen wir alle, jeder drĂŒckt mal die falsche Taste oder ist sich nicht sicher, wie „man“ was schreibt – vor allem nach der Rechtschreibreform. DarĂŒber kann man hinwegsehen.

Herr Doll hat diesen Text allerdings aus freiem Willen „veröffentlicht“ und muss sich daran messen lassen.

Wer im ersten Satz schreibt, er informiere „die BĂŒrger/innen richtig„, muss sich gefallen lassen, dass die „BĂŒrger/innen“ genau hinschauen, ob auch alles „richtig“ ist, wie behauptet.

Genau das versucht die uns zugesandte Satire.

Das heddesheimblog nimmt seine journalistische Verantwortung ernst und hat die Details der Satire ĂŒberprĂŒft. Keine der Anmerkungen ist ehrverletzend, keine der Anmerkungen behauptet unwahre Aussagen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„VHS“-Beurteilung: ungenĂŒgend

Guten Tag,

die „VHS“-PrĂŒfungsergebnisse fĂŒr den Kandidaten Doll finden Sie hier:

Arbeit Blatt 1

Arbeit Blatt 2

Bewertung

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Das heddesheimblog

Dokumentation: Das Schweigen der CDU

Guten Tag,

das heddesheimblog bemĂŒht sich seit Wochen, Antworten auf Fragen von der Heddesheimer CDU zu erhalten. Aber weder Fraktionsspitze, nach Parteivorstand, noch Pressesprecher Doll fĂŒhlen sich zustĂ€ndig.
DafĂŒr wird gerne behauptet, dass andere (das sind alle außer der CDU) „falsche“ Informationen verbreiten. Im Gegensatz zur CDU, die die „echten“ Informationen hat.
Das heddesheimblog hat diese Aussagen dokumentiert und sich per email nochmals an Herrn Doll gewandt. Herr Doll ist zwar offiziell Pressesprecher, sortiert aber genau, mit welcher Presse er spricht. GegenĂŒber dem heddesheimblog schweigt er lieber:

Presseanfrage vom 2. Juni 2009

„Sehr geehrter Herr Dr. Doll,

wie Sie vielleicht verfolgt haben, hat das heddesheimblog zur CDU-Veranstaltung am 22. Mai in Heddesheim berichtet.

Falls Sie die Berichterstattung nicht verfolgt haben, möchten wir Sie auf zentrale Aussagen aufmerksam machen:
„ÃƓber TĂ€uscher, die Wahrheit und Herrn Doll“

Im Bericht heißt es, dass Sie persönlich zwei Mal das Urheberrecht verletzen.
Außerdem heißt es darin, dass Sie öffentlich die Unwahrheit sagen.
Und, dass Sie das Publikum tÀuschen.

Dazu fragen wir um ihre Stellungnahme an. Denn sicherlich wollen Sie diese „Anschuldigungen“ nicht „auf sich sitzen lassen“.

Außerdem wĂŒrden wir gerne wissen, welche Studie des Regionalverbandes Sie öffentlich zitiert haben, nach der pro Arbeitsplatz durch Pfenning in Heddesheim 0,6-0,8 weitere ArbeitsplĂ€tze entstehen? Nach unseren Recherchen gibt es keine solche Studie. Aber es kann natĂŒrlich sein, dass wir etwas ĂŒbersehen haben.

Da Sie der Pressesprecher der CDU Heddesheim sind, bitten wir um eine zeitnahe Beantwortung unserer Fragen. Da keine Wahlkampftermine mehr anstehen, ist es sicherlich möglich, im Laufe des 3. Juni eine Antwort zu erteilen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Hardy Prothmann
Redaktion
das heddesheimblog“

Dokumentation: das heddesheimblog

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