Donnerstag, 05. August 2021

„Die Kerwe ist unser“ – aber leider nicht im Ort


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Die Kerwe ist eröffnet - vier Tage Tradition aus dem Ort, aber nicht im Ort.

Heddesheim, 15. Oktober 2011. (red) Geht es nach dem Heimat- und Traditionsverein, gehört die Kerwe in den Ort. Doch das ist „irgendwie nicht möglich“. Trotzdem startete die Kerwe in der Ortsmitte mit dem Aufstellen des Kerwebaums und zog dann an den Rand von Heddesheim ins Luftschiff.

Das Spektakel zog rund 300 Zuschauer in die Ortsmitte – die Kerweborscht stellen den Kerwe-Baum, mit Kranz und Schweinsblasen. Der Kerweparre Sebastian Teubert hielt seine aufmunternde Rede. Der „Schlachtruf“ ist immer derselbe: „Wem gehört die Kerwe?“ – die obligatorische Antwort ist ganz einfach: „Unser.“

Bis Montag geht das traditionelle Treiben, veranstaltet vom Heimat- und Traditionsverein Heddesheim (HTV). Am Freitagabend wurde der KerwebrĂ€utigam bei der Kerwehock im Luftschiff gekĂŒrt. Am Samstagabend ist Party im BĂŒrgerhaus, Sonntag folgt der Umzug und die Hochzeit. Am Montag wird die Kerwe beerdigt – auf dem Dorfplatz. (Programm hier in unserem Kalender.)

Video vom Start der Kerwe 2011:

Interview mit Karl-Heinz Göhner, 2. Vorsitzender des HTV, zur Tradition der Kerwe:

Viel Freude mit den Fotos:

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Die Kerwe und was sie nicht mehr ist

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Oktober 2010. Der Heimat- und Traditionsverein HTV hÀlt das Brauchtum der Kerwe hoch. Trotz aller Widrigkeiten. Und davon gibt es jede Menge.

Kommentar: Hardy Prothmann

„Die Kerwe gehört ins Ort“, sagt jeder, dem das Brauchtum wichtig ist. Seit gut einem Vierteljahrhundert ist das Brauchtum im Ort Geschichte, hat der „politische Wille“ entschieden.

Die Mitglieder des Heimat- und Traditionsverein trotzen dem, bei allen Widrigkeiten. Das Aufstellen des Kerwebaums am alten Rathaus hat nichts Feierliches mehr, sondern ist gehetzt. Gerade mal 20 Minuten wird die Kreuzung gesperrt, dann rollte der Verkehr. Das Publikum ist auf die engen BĂŒrgersteiger verbannt. GemĂŒtlichkeit und Beisammensein geht anders.

Immerhin darf die Prozession durch ein paar Straßen fĂŒhren – das hat man noch nicht verboten, sonst wĂŒrde sicherlich auch der Sommertagszug sofort zur Debatte stehen.

Die Kerwe leidet auch darunter, dass es immer weniger Wirtschaften mit deutscher Kost gibt – frĂŒher war es selbstverstĂ€ndlich, dass das Wellfleischessen dort stattfand. „Die Veranstaltung in der Nordbadenhalle ist ein großes Fressen, dass nur fĂŒr die Politik stattfindet. Da prĂ€sentieren sich der BĂŒrgermeister und andere Politiker. Mit unserer Tradition hat das nichts zu tun“, sagt ein HTV-ler. Deswegen gehört das aus Sicht vieler Mitglieder auch nicht zur Kerwe – da kann der Mannheimer Morgen Hofberichterstattung machen, wie er will.

Ebenso die FahrgeschĂ€fte auf dem Noigent-Le-Roi-Platz: „Die Leute gehen da nicht so hin, als wĂ€re die Kerwe im Ort“, hört man allenthalben.“

Dieses Jahr hat man sich entschlossen, die Kerwe auf dem Dorfplatz zu begraben. Aus KostengrĂŒnden. Denn bislang fand das im BĂŒrgerhaus statt. Zuletzt mit vielleicht 40-50 Personen. Zu teuer ist da die Miete. Auf den Dorfplatz kamen rund 80 Personen. Wie es in Zukunft gehabt wird, muss beim HTV noch beraten werden – keine Mietkosten und mehr Zuspruch sprechen fĂŒr den Dorfplatz.

Auch wenn der BĂŒrgermeister in der DorfschĂ€nke bei der Suche nach dem „BrĂ€utigam“ mitmachte, unterstĂŒtzt fĂŒhlt sich der 125 Mitglieder zĂ€hlende Verein von ihm nicht. Eher das Gegenteil: „Der wollte gute Stimmung machen, was ihm keiner glaubt.“

Niemand versteht, warum in anderen Orten Straßen gesperrt werden und die Tradition unterstĂŒtzt wird und in Heddesheim nicht. Da gibt sich die Gemeinde ausgerechnet im letzten Jahr des Tabakanbaus in Heddesheim anhand von Tabakscheunen ein neues „Corporate Design“ und lĂ€sst 2010 eine neue BroschĂŒre im Tabakscheunen-Layout drucken, wĂ€hrend es immer weniger dieser Scheuen gibt und hat auf der anderen Seite weder Willen noch Sinn, den Heimat- und Traditionsverein tatsĂ€chlich zu unterstĂŒtzen. Klingt paradox? Ist aber so.

Die Kerwe, die aus der Kirchweih entstanden ist, hat vielleicht zu viel Volkeswillen in ihrer Tradition: „Wem gehört die Kerwe?“, wird gerufen, die Antwort: „Unser!“

Die Kirchen und auch die Politik waren schon nachweislich im 16. Jahrhundert oft gar nicht einverstanden mit diesem Fest – wegen der Völlerei. Und der Veralberei. „Kerweparre“, „Kerweredd“, „Schlumbl“ und eine feucht-fröhliche Dorfgemeinschaft – da fehlte dem Klerus der Humor und die Kontrolle. Da hat sich bis heute nicht viel dran geĂ€ndert, so scheints.

Der kleine Verein HTV hĂ€lt die Tradition trotzdem hoch, so gut es eben geht. UnterstĂŒtzung kommt vom Fischerverein und den Grumbe – es sind also weit mehr Menschen an der Kerwe interessiert als nur der HTV.

Ganz klar, der Kerwe fehlt der Grund, aus dem sie entstanden ist: Nach einer Kirchweihe auf einem weltlichen Fest nochmal mit eigenen Zeremonien zu feiern. HĂ€ufig am Ende des Sommers, wenn die Ernte eingefahren war und man die Strapazen beim Feiern vergessen wollte und sich den Bauch vollgeschlagen hat. Die Kerwe war auch Anlass, familiĂ€re ZusammenkĂŒnfte zu begehen und eine Art Heiratsmarkt – die jungen „Kerweborscht“ suchten sich ihre MĂ€dchen. Im Rahmen einer feuchtfröhlichen Feier war mehr erlaubt, als sonst, in der damaligen Gesellschaft.

Sicher ist das heute alles anders, könnte man argumentieren, es braucht keine Kerwe mehr. Dann mĂŒsste man aber viele andere Fest wie Sommertagszug oder Martinszug ebenfalls abschaffen. Auch deren Grundlagen sind heute weitgehend irrelevant.

Das Schicksal der Kerwe ist ungewiss. Soviel ist klar: Unter BĂŒrgermeister Michael Kessler kommt die Kerwe nicht „ins Ort“. Doch es wird auch eine Zeit nach diesem BĂŒrgermeister geben und damit Hoffnung, dass die Kerwe wieder dahin kommt, woher sie stammt und wohin sie gehört: „Ins Ort.“

Fotostrecke: Die Kerwe 2010

Guten Tag!

Heddesheim, 20. Oktober 2010. Die diesjĂ€hrige Kerwe brachte eine kleine VerĂ€nderung – ansonsten wurde die Tradition hochgehalten, denn dafĂŒr steht der Heimat- und Traditionsverein.

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De Parre un Àn Borscht.

Am Freitag wurde der Kerwebaum aufgestellt, die Kerweredd (Sebastian Teubert) gehalten, danach ging es durchs Dorf in die Kerwewirtschaft, der KerwebrÀutigam wurde gewÀhlt, die Kerwehock folgte, am Montag stand Wellfleischessen auf dem Programm und am Abend wurde die Schlumbl auf dem Dorfplatz begraben.

Der diesjĂ€hrige KerwebrĂ€utigam wohnt in Darmstadt, arbeitet aber in Heddesheim: Hans Rudolf Bendrich. Nur drei Tage durfte er sein GlĂŒck mit der Schlumbl genießen, wobei die „Fischer-Schotten“ ihm diese geklaut hatten und er sie fĂŒr viel FlĂŒssiges wieder auslösen musste. LĂ€nger hĂ€lt das aber kaum jemand aus, weil mĂ€chtig viel gefeiert wird.

Viel Spaß mit den Bildern.
Anmerkung der Redaktion: Leider fehlen uns von der Beerdigung Fotos – falls Sie uns welche zur VerfĂŒgung stellen möchten, gerne.
redaktion (at) heddesheimblog.de

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Straßen- und Dorfplatzfest, Jugendferienprogramm, Sommertagszug

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Februar 2010. Rund 40 Vertreter von Vereinen und der Gemeinde haben am Montag im Sport- und Kulturausschuss Programminhalte und Organisation von Veranstaltungen besprochen.

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Straßenfest 2009. Bild: hblog

Sommertagszug
Am Sonntag, den 28. MĂ€rz 2010, beginnt die Aufstellung fĂŒr den Sommertagsumzug um 13:00 Uhr. Start ist um 14:00 Uhr in der Beind- und Schulstraße fĂŒr die Fußgruppen der KindergĂ€rten, Schulen und Vereine sowie den nach Jahreszeiten geschmĂŒckten Motivwagen: Den FrĂŒhling stellen die Gartenfreunde dar, die Landfrauen den Sommer, der Heimat-und Traditionsverein den Herbst und der Skiclub den Winter.

Die Reiterstaffel der Polizei aus Straßenheim nehmen ebenso wie der Reitverein mit seinen Ponys teil. Als Musikgruppen begleiten die Weinheimer Stadtkapelle, die Kolpingkapelle Viernheim und der evangelische Posaunenchor den Sommertagszug. Den Schluss bildet das DRK.

Der Zug endet am Nogent-le-Roi-Platz, wo der Winter in Form der Strohpuppe „Winter“ verbrannt wird. In der Nordbadenhalle bietet die ATB Bewirtung und Musik an.

Bislang haben sich acht weitere Wagen angemeldet. Pro Wagen gibt es 55 Euro Zuschuss von der Gemeinde. Der Anmeldeschluss ist der 16. MĂ€rz 2010.

Jugendferienprogramm
Insgesamt 26 Vereine haben im Jahr 2009 an 31 Tagen Angebote fĂŒr das Jugendferienprogramm gemacht. FĂŒr 2010 liegen bislang zehn Anmeldungen vor. Unter anderem bietet Reitverein wieder voltigieren an, die Sportfischer angeln am Badesee, die AWO ein Spielefest in der Fun-Arena, am 21. August 2010 wird das Vogelparkfest des diesjĂ€hrigen JubilĂ€umsvereins stattfinden.
(Erste Termine finden Sie schon jetzt in unserem Terminkalender. Die genauen Daten werden noch aktualisiert. Hinweis: Vereine können ihre Termine kostenlos bei uns eintragen: termine (at) heddesheimblog.de)

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Straßenfest
Das diesjĂ€hrige 29. Straßenfest findet am 12./13. Juni 2010 statt und beginnt mit dem Fassbieranstich des BĂŒrgermeisters um 14:00 Uhr. Von 17:00-19:00 Uhr wird ein Alleinunterhalter auftreten. Um 20:30 Uhr gibt es live-Musik mit der Living-Music-Family. Der Clown Filou soll wieder die Kinder unterhalten. Am Sonntag spielt von 10:00-12:00 Uhr die Staatsphilharmonie, von 11:30-14:00 Uhr gibt es einen FrĂŒhschoppen mit Blasmusik.

Ab 17:00 Uhr wird die Freizeithalle fĂŒr das Public viewing der WM geöffnet.

BĂŒrgermeister Kessler und das Organisationskomitee appellierten an die Vereine, einen Mittagstisch anzubieten, da der „Engel“ geschlossen ist. DafĂŒr könnten die Vereine auch eine Catering-Firma beauftragen. Wichtig sei zudem, dass die Vereine an beiden Tagen teilnehmen, da sonst ein Defizit drohe, sagte Organisationsleiter Wolfgang Unverricht.

Im vergangenen Jahr fielen 6.340 Euro an Kosten an, 240 Euro weniger als in die Kasse kamen. Der grĂ¶ĂŸte Posten waren 1.060 Euro fĂŒr die Security-Firma: „Der Einsatz hat sich bewĂ€hrt.“ Das Polizeirevier Ladenburg hat wieder ausreichende KrĂ€fte zugesichert.

Bis Anfang Mai sollten die Angebote im Rathaus gemeldet werden.

Dorfplatzfest
Am 07./08. August 2010 wird das Dorfplatzfest veranstaltet. Am Samstagabend spielt „Just for Fun“ aus Mannheim. Die Vereine haben die Möglichkeit, sich am Sonntagmorgen auf der BĂŒhne zu prĂ€sentieren.

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Acht Monate heddesheimblog. Das war 2009 – Teil III Sport, JubilĂ€en, Feste

Guten Tag!

Heddesheim, 31. Dezember 2009. Das letzte große Ereignis fĂŒr das Jahr 2009 war heute gegen 16:30 Uhr vorbei. 860 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer traten zum 20. Heddesheimer Silvesterlauf des Ski-Club Heddesheim an. Das mit Abstand grĂ¶ĂŸte Ereignis des Jahres aber war das SĂ€ngerfest.

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Oberflockenbach rÀumt beim SÀngerfest ab. Bild: hblog

Drei Tage dauerte das SĂ€ngerfest 2009 – der Höhepunkt im JubilĂ€umsjahr von SĂ€ngervereinigung und SĂ€ngerbund in Heddesheim. Die SĂ€ngervereinigung feiert ihren „100-jĂ€hrigen Geburtstag“, der SĂ€ngerbund seinen 140-ten. ÃƓber 90 Vereine mit mehr als 3600 Aktiven nehmen am Programm teil. Der Frauenchor aus Oberflockenbach gewinnt mit einer sensationellen Punktzahl und erreicht 209 von 210 möglichen Punkten.

Der 7. Harder German Junior Masters des Heddesheimer Golf-Clubs findet bei bestem Wetter statt. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal die Turnierserie „World Junior Golf Series“ (WJGS) gespielt. Der „Maßstab“, nach dem diese neue Serie ausgerichtet wird, ist Heddesheim. „Dieses Jahr werden vier Turniere dieser neuen Serie gespielt“, sagt JĂŒrgen Schröder, Pressesprecher des Golfclubs Heddesheim. „Das Ziel sind aber etwa zehn Turniere.“


Sehr aktiv waren der Hundesportverein und der Reitverein. Jede Menge Turniere auf hohem Niveau fanden hier statt. Im Herbst stand das 33. Internationale Schwimmfest der TG mit beachtlichen sportlichen Leistungen an.

Ordentlich verlief das diesjĂ€hrige Straßenfest. Viel Polizei war prĂ€sent, weil es im vergangenen Jahr zu viel Ärger gegeben hatte, der dieses Jahr aber ausblieb. Die Kerwe war wie zu erwarten turbulent. Und zum ersten Mal gab es den Weihnachtsmarkt auf dem neuen Heddesheimer Dorfplatz.

2010 wird der Verein der Vogelfreunde hervortreten – das 50-jĂ€hrige JubilĂ€um steht an.

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