Donnerstag, 01. Dezember 2022

Kripo bestätigt Kontrolle

Gerüchte um Schulverweis und Drogen am CBG ohne Basis

Ladenburg, 16. April 2013. (red/pro) Mehrere Eltern von Schülern des Carl-Benz-Gymnasiums hatten sich in den vergangenen zwei Wochen an die Redaktion gewandt: Angeblich soll ein 14-jähriger Heddesheimer Cannabis-Produkte in der Schule gedealt haben. Dieser sei daraufhin „von der Schule geflogen“. Außerdem habe man verdächtige Personen im Umfeld des Schulgeländes bemerkt. [Weiterlesen…]

Drogen und Alkohol bei Jugendlichen: Ignoranz löst keine Probleme


Guten Tag!

Ladenburg, 18. Februar 2011. Nur 28 Eltern von CBG-Schülern haben die Chance genutzt, sich vom Drogen-Experten der Mannheimer Polizei informieren zu lassen. Von einem „Interesse“ kann also keine Rede sein – eher von Ingnoranz. „Drogen oder Alkohol? Bei meinen Kindern? Nein“, mögen viele Eltern „Probleme“ von sich weisen. Die Realität ist nicht „nüchterner“, sondern bedenklich zugedröhnt.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Zahlen sprechen für sich: 28 anwesende Eltern sind bei 1.150 Schülern gerade mal 2,5 Prozent. Geht man davon aus, dass alle Schüler zwei Eltern haben, sind es noch 1,25 Prozent der Eltern, die sich für den Aufklärungsvortrag des Polizeihauptkommissars Willi Stier interessierten.

Vielleicht sind das auch nur die Eltern, die sich noch nicht informiert haben und die restlichen rund 98 Prozent wissen schon Bescheid, „was so alles geht“. Und vielleicht ist es auch so, dass es am CBG keine Drogen- und Alkoholprobleme bei Schülern gibt.

143 Prozent mehr Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen. Stand: 2007

Damit wäre das Ladenburger CBG die rühmlichste Ausnahme der Republik. Bundesweit sehen die Zahlen anders aus, wie der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2009 ausweist:

„Im Jahr 2007 wurden 23.165 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aufgrund einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt. Das ist die höchste Zahl seit der Ersterhebung im Jahr 2000 und entspricht einer Zunahme um 143 %.“

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Eltern informieren sich über Drogen- und Alkoholmissbrauch bei einer Informationsveranstaltung im CBG.

Das sind nur die „statistisch“ erfassten Fälle. Wie viele Kinder und Jugendliche sich die „Seele aus dem Leib gekotzt“ oder sich mit Drogen vergiftet haben und am Krankenhaus gerade nochmal vorbei gekommen sind, ist und bleibt eine Dunkelziffer.

Bei der Einnahme von Cannabis-Produkten liegen die Zahlen bei einer Zunahme von sechs bis zwölf Prozent. Diese Daten stammen aus dem Jahr 2007. Seither sind keine neuen Daten veröffentlicht worden. Wie die Entwicklung 2008-2010 war? Das ist nicht zu belegen.

Wer denkt, dass sein(e) Kind(er) nicht betroffen sind, verschließt die Augen. Drogen- und Alkoholmissbrauch finden nicht erst statt, wenn es eine amtliche Erfassung gibt, sondern haben meist eine lange „Karriere“ hinter sich. Immer wieder, immer häufiger, immer exzessiver – bis der „Extremfall“ eingetreten ist und man die Augen nicht mehr verschließen kann.

Und machmal ist das sehr bitter: Immer häufiger, so Willi Stier, werden „k.o.“-Tropfen eingesetzt und die Opfer, meist junge Frauen, vergewaltigt. Die Dunkelziffer ist hoch: „Die Mädchen können sich an nichts erinnern und schämen sich.“

Keine Frage der Schule oder der Milieus.

Man darf davon ausgehen, dass sowohl das CBG, als auch die Merian-Realschule oder die Sickingenschule und andere Schulen in anderen Orten ungefähr gleich von all diesen „Entwicklungen“ betroffen sind. „Drogen-Willi“, wie sich Polizeihauptkommissar Stier selbst scherzhaft nennt, sagt: „Es ist keine Frage der Schule oder der Milieus. Es ist ein allgemeines Problem.“

Und es ist ein Problem in den Familien. Wo sonst? Sind es immer nur die anderen Kinder – nie die eigenen?

Alle Eltern, die mit übermäßigem Alkoholkonsum ihrer Kinder konfrontiert werden oder gar mit Drogen, werden zunächst mit Schutzreflexen reagieren. Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Es muss ein „Ausrutscher“ sein, eine „Jugendsünde“ und wie die Schutzbehauptungen auch heißen mögen.

Der Reflex zu Scham, Sorge und es „wieder gut haben zu wollen“, ist verständlich und nachvollziehbar – aber leider wenig hilfreich zur Lösung der Probleme.

Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung hat die Redaktion im November 2009 von zwei alkoholisierten Mädchen auf der Heddesheimer Eisbahn erfahren. Beide waren zwölf Jahre alt und wurden in einer Weinheimer Klinik behandelt. Ein Mädchen ist aus Ladenburg, wo das andere Mädchen wohnt, haben wir nicht erfahren.

Nichts sehen. Nichts hören. Nichts sagen.

Die Reaktion der Gemeinde Heddesheim war bezeichnend: Der Vorfall wurde verschwiegen. Durch hartnäckiges Nachfragen bekamen wir nur die Informationen bestätigt, die wir schon wussten. Andere Medien haben darüber nicht berichtet. Auch die Stadt Ladenburg hat sich unserer Kenntnis nach nicht dazu geäußert – vielleicht, weil es dort keine „Erkenntnisse“ gab.

Der „Affenreflex“, „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“, ist verbreitet.

Seither sind die Kontrollen angeblich verstärkt worden. Und selbst wenn. Willi Stier schilderte, wie es abläuft. Bei „Adler“-Spielen wird eben schon vorher „geschluckt“, „Aufreißer“ in den Taschen enthalten hochprozentiges und schmecken süß. Selbst geschulte „Türsteher“ können diese „Mitbringsel“ nur schwer entdecken.

Woran es fehlt, ist der Wille zur Aufklärung. Sowohl bei Eltern, als auch bei Behörden. Und der Wille zur echten Prävention. Ein paar Unterrichtseinheiten, wie sie der MM „lobend“ in seinem Bericht erwähnt, dienen nur den „Formalitäten“, nichts sonst: „Alles ok bei uns, keine „bekannten“ Probleme.“

Wie passen aber eine bundesweite Zunahme von 147 Prozent „mehr“ stationär behandelter Alkoholvergiftungen mit dieser „Realität“ zusammen? Wohl eher gar nicht.

Solche Zahlen muss man nicht „künstlich“ dramatisieren, wie man das dann der „Presse“ gerne vorwirft – sie sind dramatisch (auch wenn die Kritik an der Presse oft berechtigt ist – wir sparen ja auch nicht damit).

Wo gedeckelt wird, gibt es keine Probleme. Nur woanders.

Gehören die Saufgelage auf der Neckarwiese und das zertrümmerte Rundklo nicht zu diesem Thema? Sind Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum in Ladenburg, Heddesheim und anderswo nicht bekannt? Ist das so?

Solange man es irgendwie „deckeln“ kann, ist das so. Denn dann gibt es keine Probleme.

Auch nicht zu anderen „Problemfeldern“.

Unser Bericht über SchülerInnen des CBG, die sich mit „Hitlerscherzen“ die Zeit vertreiben, hatte genau keine „Nachwirkungen“ – bis auf Anfeindungen und Drohungen und üble Nachreden gegen unsere Redaktion.

Obwohl – das stimmt nicht ganz.

Seither erhalten wir durch die Schulleitung fast keine Termineinladungen oder andere Informationen mehr zum CBG. Rektor Günter Keller und sicher auch andere haben unsere Redaktion offensichtlich als „Problem“ identifiziert.

Das Problem sind nicht die Berichte, sondern die Haltung dazu.

Ganz sicher werden „interessierte Kreise“ nach unserem Bericht und diesem Kommentar sich in ihrer Haltung bestärkt fühlen. Unseren „Blogs“ werden dann gerne die abstrusesten Motive unterstellt, warum wir „negativ“ berichten.

Wer sich nüchtern zurücklehnt, wird feststellen, dass wir einfach nur „informieren“, anstatt eine Schönwetter-„Berichterstattung“ zu betreiben und alles zu ignorieren, was „nicht ins Bild passt“. Wir berichten nicht „negativ“, sondern kritisch. Das ist ein bedeutender Unterschied.

Die Tageszeitung „Die Welt“ schreibt:
„Es gab Zeiten, da war Lokalzeitungen jeder Jugendliche eine Meldung wert, der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Heute sind die Koma-Mädchen und Koma-Jungs verschwunden – aus den Nachrichtenspalten; denn ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren in einer Weise explodiert, die eine tägliche Berichterstattung unmöglich macht.“

Nicht die Zahl der Fälle verhindert eine Berichterstattung, sondern die Ignoranz. Und die löst keine Probleme, sondern hofft, dass sie vorbeigehen.

Wir gehen nicht vorbei, sondern halten an, schauen hin, recherchieren und schreiben auf. Ob das nun „gefällt“ oder nicht.

„Gefallen zu wollen“ hat mit Journalismus nichts zu tun.

Drogenexperte Willi Stier: „Cannabis ist nicht am Kommen, sondern am Explodieren.“


Guten Tag!

Ladenburg, 18. Februar 2011. Polizeihauptkommissar Willi Stier sparte nicht mit drastischen Schilderungen, harten Fakten über „harten Drogenmissbrauch“ und krassen Bildern am Dienstag, den 15. Februar 2010, zum Thema: „Drogengefährdung bei Jugendlichen, Infoabend am CBG.“ Nur 28 Gäste waren gekommen, überwiegend Mütter, aber auch ein paar Väter. Der Vortrag Stier war eindringlich und informativ und schonungslos.

Von Hardy Prothmann

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Polizeihauptkommissar Willi Stier beim Vortrag - im Fordergrund seine "Mitbringsel" in Sachen Drogen.

Willi Stier nimmt kein Blatt vor den Mund: „Cannabis ist nicht am Kommen, sondern am Explodieren“, so der Drogenexperte des Polizeipräsidiums Mannheim.

Er erzählt Geschichten aus dem Alltag der Polizei – also wahre Begebenheiten, angezeigte und aufgenommen Fälle, Realitäten, die sich nicht leugnen lassen. Alkoholmissbrauch und Vollsuff sind längst kein „Jungsproblem“ mehr. Willi Stier hat die Fakten. Ãœber ein 12-jähriges Mädchen mit 2,16 Promille Blutalkohol und sagt: „Mädchen zwischen vierzehn- und sechzehn Jahren mit mehr als zwei Promille sind längst keine Seltenheit mehr.“

Hauptsache, es wirkt.

Es wird alles gesoffen, geschnupft, gespritzt, sonstwie dem Körper zugeführt, „Hauptsache, es wirkt.“ Da wird giftiges Sekret von Kröten abgeschleckt, Gartenblumen „veredelt“, Küchenkräuter zu Drogen umgewandelt oder auch Dünger geschluckt: „Es wird gebacken, gekocht, aufgelöst. Es gibt eine große Fantasie“, sagt Stier und belegt seine drastischen Beispiele mit Statistiken und Fotos.

Die 28 Eltern im Raum sind sehr still, sehr konzentriert.

Warum sind sie hier? Weil zuhause bei den eigenen Kindern alles in Ordnung ist und sie sich nur über die Gefahren informieren wollen? Oder gibt es hier und da schon ein Problem bei den eigenen Kindern?

Willi Stier fragt das nicht und das ist auch in Ordnung. Sein Job ist Aufklärung. Sensibilisierung. Und nicht eine Adhoc-Beratung bei tatsächlichen Problemen. Als Polizist sagt er: „Wenn ich von illegalem Drogenkonsum erfahren, bin ich von Amts wegen verpflichtet zu handeln.“

Steigender Cannabis-Konsum – Koma-Saufen alarmierend.

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung von 2009 (2010 gab es keinen, der nächste soll im Mai 2011 vorgestellt werden), zeichnet sich angeblich eine leichte „Entspannung“ – tatsächlich war die Erhebungsmethoden fragwürdig und wurden bezweifelt. Stiers Aussage zu Cannabis liest sich in Zahlen so: Die Einnahme von Haschisch (+5,6 Prozent) und Marihuana (+12,7 Prozent) ist deutlich gestiegen und das „Koma“-Saufen bleibt nach wie vor ein alarmierendes Problem.

Die körperlichen, aber vor allem die psychischen Schäden können enorm sein: „Haben Sie schon mal was von Cannabis-Psychose gehört?“. Die Eltern schweigen. Dann fragt eine Mutter: „Was ist das?“ Willi Stier erklärt, dass der „Konsum“ von Cannabis zu massiven Persönlichkeitsstörungen führen kann.

Und erklärt auch, warum: „Das Cannabis von heute ist hochgezüchtet. Der Inhaltsstoff THC war vor zwanzig Jahren im Bereich von zwei bis drei Prozent, heute liegt er um das zehnfache höher.“ Das diene in erster Linie der „Gewinnmaximierung“ der Drogenhändler, die mit derselben Menge Cannabis nun mehr Gewinn machen könnten, dafür werde allerdings der „Stoff“ gestreckt. Im Einzelfall kann aber das THC um ein Vielfaches höher liegen als früher – „ein Joint“ sind dann fünf, sechs oder mehr.

„Schlumpfpisse“ und andere „Aufreißer“.

„Magic Mushrooms“, also Pilze mit psychedelischen Wirtstoffen seien sehr im Trend, aber auch andere Pflanzen, die wie auch immer wirken – auch tödlich.

Und Willi Stier informiert umfangreich über Alkohol, die Hauptdroge. Da wird „Schlumpfpisse“ getrunken – Wodka, in dem blaue Hustenbonbons aufgelöst werden: „Für Mädels ist Wodka oft zu scharf, die Bonbons machen den süß.“ Im Supermarkt gibt es „Aufreißer“ zu kaufen. Die sehen aus wie Süßigkeiten, der Inhalt ist hochprozentig.

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Willi Stier präsentiert eine Bierflasche mit "Stürzer2-Aufsatz: "Das batscht mehr."

„Die kleinen Päcken lassen sich gut verstecken und werden bei Kontrollen nicht so schnell gefunden“, sagt Stier. Beispielsweise bei „Adler“-Spielen. Flaschen sind nicht erlaubt: „Die Fantasie und die Möglichkeiten, Alkohol durch die Kontrollen zu schmuggeln sind vielfältig.“

Und die Statistik einer Befragung, die Willi Stier an die Wand wirft, ist alarmierend: 52 Prozent der Jugendlichen kommen schon „mit“ zu den Spielen, 36 Prozent trinken in der Halle – aus welcher Quelle auch immer.

„Beim Führerschein werden einige nachdenklich.“

Vor Jugendlichen hält Willi Stier einen anderen Vortrag: „Die hier gezeigten Bilder und Infos würde ich so nicht weitergeben“, sagt er. Er hat einen „Schlüssel“ zu den Jugendlichen gefunden, von dem er glaubt, dass er wirkt: „Die wollen alle den Führerschein machen. Und wenn ich denen erzähle, dass man den auch „abgenommen“ kriegt, wenn man ihn noch gar nicht hat, werden einige doch nachdenklich.“

Und: „Wenn ich frage, wer selbst schon Erfahrungen mit Drogen gemacht hat, gehen 20-30 Prozent der Hände hoch. Wenn ich wissen will, wer jemanden kennt, dann sind es schon manchmal mehr als die Hälfte.“

Eine Mutter fragt: „Kann es nicht sein, dass sich da manche wichtig machen wollen?“ Willi Stier will das für einzelne Schüler nicht ausschließen – die Zahlen bestätigen allerdings seine Erfahrung.

„Da wird einer mit Cannabis erwischt. Ist ein guter Schüler. Bislang noch nicht aufgefallen. Der Staatsanwalt verfolgt das nicht weiter. Was die meisten nicht wissen: Die Führerscheinstelle wird trotzdem benachrichtigt“, sagt Stier und weiter: „Eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU), auch Idiotentest genannt, dauert etwa ein Jahr und kostet rund 3.000 Euro.“

Volltreffer und Verdachtsfälle.

Dann zeigt Willi Stier Bilder von „Treffern“ – Frontalzusammenstößen, ausgebrannten Autos mit verkohlten Leichen junger Erwachsener und zitiert Pressemeldungen mit krassen Zahlen zu Alter und Promillewerten. Wer jetzt noch denkt: „Mein Gott, was es für schlimme Sachen gibt“, will nicht daran denken, dass es einen auch „selbst treffen“ kann.

Am Ende des Vortrags wollen die Eltern wissen, was die Schule tut. Es gebe Drogen- und Suchtaufklärung ab der fünften Klasse, sagt die CBG-Lehrerin Susanne Koch, die mit „Suchtvorbeugung“ beauftragt ist. Auch Rektor Günter Keller versichert, dass man der Aufklärung nachkomme. Aber die Hauptverantwortung liege bei den Eltern.

Bei Verdachtsfällen vermittle man an Drogenberatungsstellen. Willi Stier empfiehlt Dr. Diehl beim Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim – muss hier aber seinen Vortrag aktualisieren, denn nach unseren Informationen arbeitet Dr. Diehl seit über einem Jahr dort nicht mehr.

1.150 Schüler hat das CBG. Auf die Frage, wie viele Vermittlungen es im Jahr 2010 gegeben hat, antwortet Frau Koch: „Zwei.“

Lesen Sie zum Thema unseren Kommentar.

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Update: Die AWO-Diskussion, Spekulationen und Tatsachen

Guten Tag!

Heddesheim, 15. April 2010. Unser Bericht über den Saalverweis durch die AWO Heddesheim, die uns eine Teilnahme an einer „internen“ Hauptversammlung verwehrte, dem Mannheimer Morgen aber gestattete, hat für viel Aufregung gesorgt. Zu recht. Darüber hinaus gibt es viele Spekulationen – die wir aus Sicht der Redaktion nicht teilen.

Unser Bericht „AWO will nicht jeden“ hat die Gemüter erregt.

Absolut zu recht – denn das Verhalten des Vorstandes des AWO Ortsvereins Heddesheim war und ist undemokratisch und nicht zu akzeptieren.

Aus Sicht der Redaktion respektieren wir den geschützten Raum einer „internen“ Vereinsversammlung. Diesen geschützten Raum muss es geben, wenn „interne“ Dinge zu regeln sind.

Dies war aber nicht der Fall. Die „interne“ Versammlung war keine. Anwesend war ein freier Mitarbeiter des Mannheimer Morgen, der über die „interne“ Versammlung mit Datum vom 13. April 2010 unter der Ãœberschrift „Es fehlt an Nachwuchs“ berichtet hat.

Der Vorstand der AWO Heddesheim hat uns gegenüber also glatt gelogen, als behauptet wurde, unsere Teilnahme sei nicht erwünscht, weil es sich um eine „interne“ Veranstaltung handele.

Nicht gelogen hat der AWO-Vorstand auf die Frage, ob der MM erwünscht und das heddesheimblog „nicht erwünscht“ sei. Die Antwort war klar und eindeutig: „Ja.“

Die Motivation, diesen Termin „zu besetzen“ für die Redaktion war, über die Tätigkeiten des Vereins Bericht zu erstatten. Dieses wurde uns verwehrt. Darüber haben wir berichtet.

Mit 50 Kommentaren innerhalb von wenigen Tagen ist unser Text über diese „Begegnung“ aus Sicht der Redaktion ein herausragendes Thema.

Auch der Ex-AWO-Vorstand Günter Keller hat sich zu unserem Text als Kommentator explizit geäußert.

Alle geäußerten Kommentare zu unserem Text unterliegen der Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz.

Direkt im Anschluss an unseren Kommentar haben wir folgende Personen am 10. April 2004 per email über den Vorfall in dieser Reihenfolge zwischen 15:22 bis 15:29 Uhr informiert:

  • Manfred Weißkopf – Kreisgeschäftsführer AWO Rhein-Neckar
  • Christel Gerold – AWO Kreisverband Geschäftsstelle Ladenburg
  • Lothar Binding – Kooptiertes Vorstandsmitglied AWO Rhein-Neckar und Bundestagsabgeordneter für die SPD
  • Pressestelle des AWO Bundesverbands

Herr Weißkopf und Herr Binding wurden in den Kommentaren als AWO-Funktionsträger genannt. Außerdem wurde über deren Verhalten spekuliert.

Die Redaktion stellt fest, dass es von deren Seite bis heute keinerlei Reaktion zu dem Vorfall gegeben hat – trotz direkter Information dazu.

Am 12. April 2010 haben wir von folgender email Kenntnis erhalten, darüber aber nicht redaktionell berichtet, weil wir den Absender nicht kennen.

Ein Informant schickte uns die email mit dem Hinweis, dass es „Gerüchte“ gäbe, dass die Redaktion für den Inhalt verantwortlich sei.

Das heddesheimblog distanziert sich ausdrücklich gegenüber diesem Gerücht. Als journalistische Redaktion verbreiten wir keine Gerüchte, sondern veröffentlichen Artikel, Dokumentationen und Kommentare sowie andere journalistische Texte – transparent und nachvollziehbar.

„Gerüchte“ sind nicht unser Metier.

Im Sinne der Transparenz dokumentieren wir den Boykott-Aufruf, von dessen Inhalten wir uns distanzieren, weil wir dafür nicht verantwortlich sind.

Wir stellen fest:
Herr Peter Schwarz hat den Journalisten Hardy Prothmann nicht „hochkant aus der Jahreshauptversammlung werfen lassen“, sondern ihm die Teilnahme verweigert und ihn aufgefordert, den Raum zu verlassen.
Zutreffend ist, dass der freie Mitarbeiter des Mannheimer Morgen, Dietmar Thurecht, bleiben durfte und kein Wort zu dem Vorfall gesagt hat. (Siehe unseren Kommentar dazu.)

Der Rest der email betrifft nicht direkt unsere Redaktion und bleibt deswegen unkommentiert.

———–
„Von: awo boykott [mailto:awoboykott@yahoo.de]
Gesendet: Sonntag, 11. April 2010 15:37
An: undisclosed recipients:
Betreff: Aufruf zum vorläufigen Boykott der AWO Heddesheim

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Heddesheimer,

gestern ist etwas passiert, was uns als langjährige Unterstützer
der Heddesheimer Arbeiterwohlfahrt traurig und bestürzt macht.
Der örtliche AWO Vorstand Peter Schwarz hat einen
Berichterstatter der örtlichen Presse, Herrn Hardy Prothmann,
hochkant aus der Jahreshauptversammlung werfen lassen. Andere
Medien durften bleiben. Die Hintergründe und zahlreiche
Reaktionen finden Sie im bekannten Medium Heddesheimblog.

Wir meinen:
1. Demokratie braucht Pressefreiheit! Die AWO darf nicht nach
genehmen und nicht genehmen Journalisten selektieren.
2. Die AWO Heddesheim befindet sich in einer elementaren Krise.
Die Mitgliederzahlen sinken dramatisch. In dieser Situation die
Öffentlichkeit teilweise von Informationen abzuschneiden, ist
nicht nur unprofessionell. Es schadet der örtlichen AWO und ihren
zahlreichen wertvollen Projekten.
3. Diese intransparente, unfaire Verhalten verhöhnt und verrrät
viele Hedesheimer, die die AWO seit vielen Jahren gern
unterstützen, sei es finanziell oder durch ehrenamtliche
Mitarbeit.

Wir fordern euch daher auf, folgende Schritte in Erwägung zu
ziehen:
1. Lasst die AWO wissen, dass ihr das Vorgehen nicht gut findet.
Und schreibt es an Manfred Weißkopf vom AWO Kreisverband.
manfred.weisskopf@awo-rhein-neckar.de
2. Lasst Peter Schwarz wissen, wenn Ihr sein Vorgehen nicht gut
findet: Tel 062 03 – —— (Anschlussnummer durch die Redaktion gelöscht, Anm. d. Red.)
3. Stell jede Form der Unterstützung für die AWO ein, solange
Peter Schwarz bzw. die AWO sich zu diesem Vorfall nicht erklärt
haben
4. Verbreitet diese Mail weiter an andere Heddesheimer. Redet
drüber!

Um nicht missverstanden zu werden: Wir glauben dass die AWO in
Heddesheim seit langem gute Dienste leistet. Das gilt auch für
Peter Schwarz. Solches Verhalten dem wichtigsten Heddesheimer
Lokalmedium gegenüber sollten wir uns aber nicht gefallen lassen.

Diese Mail geht an ca. 80 Heddesheimer Bürger und Institutionen.

Danke für eure Unterstützung! Lasst uns die Heddesheimer AWO noch
besser machen!“
———–

Festzuhalten bleibt also:

Der geschilderte Vorgang bei der AWO ist zutreffend.
Der Vorgang hat für erregte Diskussionen gesorgt.
Es gab durch eine vermutlich einzelne Person einen „Boykott-Aufruf“.
Das Gerücht, das heddesheimblog „stecke dahinter“ ist unzutreffend.
Keiner der durch die Redaktion angeschriebenen Funktionsträger der AWO hat bis heute reagiert.

Rückschlüsse, dass dieser Vorgang der AWO „egal“ sei, unterliegen Artikel 5 Grundgesetz.

Weiter stellen wir fest:

Herr Peter Schwarz ist der Redaktion persönlich unbekannt.
Eine Verbindung von AWO und SPD ist uns nicht bekannt.
Zusammenhänge zwischen dem Bürgermeister Kessler und der AWO sind uns ebenfalls nicht bekannt.
Eine Berichterstattung über die AWO Heddesheim als Thema hat bis zu unserem Kommentar noch nicht stattgefunden.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Informationsabend des CBG gut besucht

Guten Tag!

Ladenburg/Heddesheim, 26. Februar 2010. Der Informationsabend des Carl-Benz-Gymnasium (CBG) am Mittwoch, den 24. Februar 2010, war wie gewohnt gut besucht. Ãœber 200 Eltern waren mit ihren Kindern gekommen, um sich über das Angebot der Schule zu informieren. Das CBG ist für viele Heddesheimer Schüler das bevorzugte Gymnasium.

Von Hardy Prothmann

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Weit über 200 Eltern informieren sich im CBG. Bild: hblog

Die Stühle reichten nicht aus, um allen Eltern eine Sitzgelegenheit zu bieten – also werden mehr Stühle rangeschafft. Weit über 200 Eltern wollen sich über das Angebot des CBG informieren.

Ab 17:30 Uhr führten Lehrer Kinder und Eltern durch die Schule, zeigten die Klassen- und Fachräume, führten Experimente vor und werben für einen Unterricht im Ladenburger Gymnasium.

Um 19:15 Uhr empfängt Rektor Günter Keller die Eltern um seine Schule und ihr Angebot den „Entscheidern“ vorzustellen. Günter Keller, der im zweiten Jahr Rektor des Gymnasiums ist und zuvor Stellvertretender Schulleiter am Mannheimer Karl-Friedrich-Gymnasium war, macht das gut.

Progressiv und mit Humor. Und immer wieder mit dem nötigen Ernst.

Das CBG beginnt mit Englisch als erster Fremdsprache und dann ab der 6. Klasse mit der zweiten gymnasialen Fremdsprache (Latein oder Französisch), ist auf dem Weg zur Ganztagschule, hat Förderprogramme und versucht etwas Neues: Die Rhythmisierung des Unterrichts.

„Zwischen der dritten und vierten Stunde gibt es keine Pause, dafür aber davor ein etwas längere. Der Vorteil ist, dass wir weniger Fächer pro Tag anbieten. Das bedeutet mehr Konzentration in der Schule und weniger Hausaufgaben für die Schüler, weil weniger Fächer an einem Tag unterrichtet werden. Das Ziel ist mehr Ruhe für die Schüler. Das ist ein Konzept, das voranschreitet“, sagt Günter Keller.

Und es gibt das „Ladenburger Modell“: Zwei gleichberechtige KlassenlehrerInnen leiten die „Verfügungsstunde“. Hier sollen die Schüler mit dem „Lion Quest Programm“ möglichst schnell zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen und unterstützt werden auf dem Weg, „erwachsen zu werden“.

Nach der Präsentation des Lehrplans, der Hausaufgabenbetreuung, Kooperationen mit ausländischen Schulen und anderen Angeboten kommen die Fragen der Eltern: Wie lang sind die Schultage, wie steht es mit dem Mittagsessen, wie viele Schüler sind in den Klassen, werden Ladenburger Schüler und Geschwisterkinder bevorzugt?

Günter Keller und seine Stellvertreterin Monika Richter geben Antworten auf die vielen Fragen.

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Neue Gymnasiasten: Werden es vier, werden es fünf Klassen? Bild: lblog

Vier bis fünf Klassen erwartet Keller: „Ich bin sicher, dass wir niemanden abweisen müssen.“ Ein paar Eltern wollen das nicht glauben: „Und wenn jetzt nur hundert Anmeldungen kommen, machen Sie dann auch fünf Klassen?“, wird gefragt. „Der Klassenteiler ist festgelegt“, sagt Keller. „Bei 100 Schülern wären es vier Klassen zu 25 Schülern.“ Aber damit rechnet er nicht. Eher mit fünf Klassen zu 33 Schülern, also 165 insgesamt.

Auch die „Klo-Frage“ wird gestellt. Keller: „Klar ist, dass wir Sanierungsbedarf haben. Klar ist auch, dass unabhängig davon alle Schüler und Eltern durch ihr Verhalten dazu beitragen, wie die Zustände an der Schule sind.“ Die Toilettensituation ist verbessert, die Sanierungsaufgabe bleibt.

„Ob ihre Kinder eine Generalsanierung erleben, kann ich nicht sagen“, sagt Keller. „Das wir unabhängig davon einen guten Unterricht anbieten, kann ich Ihnen zusagen.“

Günter Keller weiß, dass nicht alle Eltern sich für das CBG entscheiden werden. Andere Schulen haben andere Angebote, die Geschmäcker der Eltern und Schüler sind verschieden. Am CBG werden zur Zeit 1.116 Schüler von 98 Lehrkräften unterrichtet.

Wie viele neue Schüler Günter Keller im Schuljahr 2010/11 begrüßen wird, weiß er an diesem Abend auch noch nicht. Was er weiß ist, es werden vier bis fünf Klassen werden.

Einige Schüler werden aus Heddesheim oder anderen Gemeinden kommen. Im Zweifel gilt: Ladenburger Schüler werden bevorzugt angenommen.

Lesen Sie auch: Welche Schule ist die richtige für mein Kind?
Link: Homepage des CBG