Donnerstag, 26. Mai 2022

Feuerwehr: F├╝nfzehn Eins├Ątze zum Tag der offenen T├╝r

Guten Tag

Heddesheim, 20. September 2010. (red/p├Âl) Die Feuerwehr hatte dieses Jahr zum „Tag der offenen T├╝r“ eine besondere Attraktion zu bieten: In einer mobilen Brand├╝bungsanlage haben die Feuerwehrleute zuerst trainiert und dann gezeigt, unter welchen Bedingungen ein Brandeinsatz abl├Ąuft.

Von Horst P├Âlitz

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Gnadenlose Hitze in der Brandübungsanlage. Ãœbung, Demonstration, Erfahrung.

Angriff ├╝bers Dach. Dann ein Treppenbrand. Ein Bettbrand. Ein Schrankbrand. Ein Gasflanschbrand. Ein Elektroverteilerbrand. Die Freiwilligen Feuerwehren Ladenburg und Heddesheim demonstrierten mit der mobilen Brand├╝bungsanlage verschiedene Brandszenarien.

„F├╝nfzehn ├â┼ôbungen haben wir f├╝r heute eingeplant“, sagt Brandmeister Ralf Tiemann aus Ladenburg, der f├╝r die Eins├Ątze am mobilen Steuerstand verantwortlich zeichnet. Vierzehn Angeh├Ârige der freiwilligen Feuerwehr Ladenburg unterst├╝tzten die Wehr aus Heddesheim.

„F├╝r den ersten Einsatz mit Atemschutzger├Ąten m├╝ssen mindestens f├╝nfzig ├â┼ôbungen vorher absolviert werden. Dabei muss grunds├Ątzlich ein erfahrener Atemschutztr├Ąger sein“, so Hauptbrandmeister Josef Karlberger (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Ladenburg), der die ├â┼ôbungen koordinierte und dem Publikum den Einsatzablauf zeitnah als Moderator erkl├Ąrte.

Verschiedene Szenarien wurden gezeigt: Ein Hausbrand. Atemschutztr├Ąger kontrollieren zuerst gegenseitig die Ausr├╝stung. Dann folgt der „Angriff“ ├╝bers Dach. Die Treppenhausbrandl├Âschung erfolgt mittels eines „2-C-Rohrs“, gef├╝hrt durch Truppmann Benny Bucher. Begleitet wurde er durch Truppf├╝hrerin Christina Lang. Der Truppf├╝hrer ist grunds├Ątzlich verantwortlich f├╝r Kontrolle und Umfeld. Dann werden Bettbrand- und Schrankwandbrandl├Âschung gezeigt.

Im Keller angekommen, wurde ein Gasflanschbrand teilweise einged├Ąmmt, da r├╝ckseitig ein Elektroverteilerbrand ausgebrochen war. Nach zwanzig Minuten Einsatz hie├č es „Feuer aus“.

Die ├â┼ôbungen, die schon am Tag zuvor absolviert wurden und die Demonstrationen sind schwei├čtreibend: Bei Temperaturen zwischen 500 und 550 Grad Celsius, schwitzen die Feuerwehrleute pro Person ein Liter Wasser in wenigen Minuten. Das Ausr├╝stungsgewicht betr├Ągt auch ohne die Belastung schon insgesamt f├╝nfundzwanzig Kilogramm (Einsatzjacke, Helm, Hose, Stiefel, Handschuhe, Funkger├Ąt und Maske), das Atemschutzger├Ąt wiegt zw├Âlf Kilogramm. Bei einem richtigen Einsatz kommen noch Axt, W├Ąrmebildkamera und Schlauchtragekorb hinzu. Eine enorme Anstrengung also.

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Der stellvertretende Ladenburger Kommandant Karlberger beim "Show"-Teil. In der Brand├╝bungsanlage kann man angeblich auch W├╝rstchen grillen.

Der Heddesheimer Kommandant Dieter Kielmayer bedankt sich bei der EnBW f├╝r die mobile Brand├╝bungsanlage: „Wir k├Ânnen hier sehr gut unter realistischen Bedingungen trainieren.“ Als besonderer „Gag“, um die Hitze zu demonstrieren, wird um 16:00 Uhr eine Bratwurst im Innern der Anlage gegrillt – beim echten Einsatz w├Ąre statt einer ordentlich gegrillten Wurst nur schwarze Kohle ├╝brig geblieben.

Wer sich an den Wagen rantraute, bekam die enorme Hitze zu sp├╝ren, die ein Feuer ausl├Âsen kann: „Der Einsatz erfolgt deshalb immer bodennah, denn die gr├Â├čte Hitze ist oben“, sagt Kielmayer. In der Brand├╝bungsanlage ist auch ein sehr gef├Ąhrliches Szenario zu erleben: „Es brennt, dann macht jemand eine T├╝r auf, der Luftstrom gibt dem Feuer Kraft und es rollt eine Feuerwalze durch den Raum“, sagt Kielmayer. Dann m├╝ssen die Feuerwehrkameraden sich selbst sch├╝tzen und spr├╝hen von unten gegen diese „Hitzewelle“.

Kommandant Kielmayer sagt: „Die Belastungen sind unter solchen Bedingungen enorm. Deswegen wird auch regelm├Ą├čig die Einsatzf├Ąhigkeit der Leute ├Ąrztlich untersucht. Und ganz wesentlich ist die Teamarbeit, die eigene Absicherung, denn wenn einer ausf├Ąllt, haben alle Probleme.“

Die Feuerwehren Heddesheim und Ladenburg haben sich bei diesem Tag der offenen T├╝r gegenseitig unterst├╝tzt: „Wenn anderswo ├╝ber „kommunale Zusammenarbeit“ geredet wird, zeigen wir, dass wir das schon lange machen“, sagt ein Feuerwehrmann.

Viel Freude mit unseren Fotos.
Bilder: Robin Birr, Horst P├Âlitz

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