Freitag, 30. September 2022

Entwicklungsminister Niebel

Sexismus gibt es auch gegen Männer Рmeint Niebel

Heidelberg/Rhein-Neckar, 04. Februar 2013. (red/cm) Im Zuge der aktuellen Sexismus-Debatte hat sich Dirk Niebel (FDP, Wahlkreis Heidelberg-Weinheim), Bundesminister f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in einem Gespr√§ch mit der „Welt“ ge√§u√üert. Hinsichtlich der aktuell laufenden Debatte betonte der Minister, dass es Sexismus auch gegen M√§nner geben w√ľrde. Im Gegensatz zu Sexismus gegen Frauen werde dar√ľber aber kaum gesprochen.

Von Christian M√ľhlbauer

Dirk Niebel (FDP) meint, auch M√§nner seien von Sexismus betroffen und das werden nur „versch√§mt“ behandelt. Archivbild: hirschbergblog.de

Die aktuelle Sexismus-Debatte f√ľhrt zu vielf√§ltigen Meinungen, nicht nur unter dem Twitter-Hastag #aufschrei. Auch Dirk Niebel, Bundesminister und FDP-Abgeordneter des Wahlkreis Heidelberg-Weinheim, hat sich gegen√ľber der „Welt“ zur aktuellen Sexismus-Debatte ge√§u√üert. Gegen√ľber der Zeitung brachte er die Forderung zum Ausdruck, dass es auch eine Debatte √ľber „Sexismus gegen M√§nner“ geben m√ľsse.

Diese Art Sexismus existiere n√§mlich ebenfalls, gleichwohl werde dar√ľber jedoch „kaum gesprochen“. Insgesamt werde dieser Themenkomplex „extrem versch√§mt behandelt“, so Niebel gegen√ľber der „Welt“. Er selbst habe bereits erste Ma√ünahmen nach den Sexismus-Vorw√ľrfen gegen den Rainer Br√ľderle, Fraktionschef der FDP, getroffen.

Bei Interviews mit Journalistinnen sei nicht mehr nur sein Pressesprecher, sondern auch eine weibliche Mitarbeiterin anwesend. Wie Niebel gegen√ľber der „Welt“ betonte, wolle er an diesem Vorgehen vorerst auch nichts √§ndern. Ein Interview mit der Journalistin Laura Himmelreich, welche die Sexismus-Debatte durch Ihren Artikel √ľber Rainer Br√ľderle angesto√üen hatte, habe er aufgrund mangelnder Vertrauensbasis abgesagt.

Gegen√ľber der „Welt“ warnte der Bundesminister vor einer Situation, die vergleichbar zu den USA werde. Dort k√∂nne man als Mann einen Fahrstuhl nicht betreten, wenn eine Frau darin allein unterwegs ist. Eine √§hnliche Entwicklung bef√ľrchtet Niebel offenbar in Deutschland. Man bek√§me es mit „einer anderen Republik zu tun“, wenn man an einer Bar, abends nach einem Parteitag, aus einem freien Gespr√§ch Konsequenzen f√ľrchten m√ľsse. Schlie√ülich werde dort nicht alles „druckreif formuliert“ und das Gesagte k√∂nne „falsch verstanden werden“.

Hinweis: Lesen Sie auch unseren Gastbeitrag der Mainpost-Journalistin Gisela Rauch zum Thema.

Mariettas Kolumne: Zwischen Wechseljahren und Midlife Crisis – oder einfach nur in der Lebensmitte?


Rhein-Neckar, 24. Juli 2011 (red) Marietta berichtet aus ihrem bewegten Alltag. Ihre Geschichten kosten keinen Eintritt und sind mitten aus dem Leben Рmanchmal geht die Phantasie mit ihr durch, aber vielleicht auch nur wegen der Realität. Doch was ist real, was phantastisch? Bei Marietta mischen sich da manchmal die Sphären. Und wie ist das mit den Wechseljahren, der Midlife Crisis und mit den Männern? Kompliziert. Soviel steht fest.

Von Marietta Herzberger

Schwaches Geschlecht?

Mit ungefähr Mitte vierzig ist es erstrebenswert, persönliche Ziele, soweit vorhanden, annähernd erreicht zu haben oder sich zumindest in einem gewissen Zustand der Zufriedenheit zu befinden.

Gehen wir davon aus, das Projekt „Zielerreichung“ oder „angenehmer Zufriedensheitspegel“ wurde in weiten Teilen umgesetzt, so lehnt man sich zur√ľck, schaut sich das Ganze bewusst an und res√ľmiert: Alles wunderbar. Kann so bleiben.

Dann erwischt sie dich, die Erkenntnis, dass du massiv auf die Wechseljahre zusteuerst oder schon direkt drin bist. So genau kann das keiner sagen, weil diese individuellen Befindlichkeiten bei Frauen gut 15 Jahre dauern k√∂nnen. Die Grenzen zwischen Beginn und Ende sind flie√üend und k√∂nnen nicht mal hundertprozentig √ľber einen Hormontest fixiert werden. Je nach Tageszeit, Laune, Fett- und Antibiotikumgehalt der Vortagesmahlzeit.

Mal ehrlich: Haben wir als Frau nicht sowieso schon, und v√∂llig ungerechtfertigterweise, den Stempel des schwachen Geschlechtes? Kurz aufgelacht. Wir pubertieren im Laufe eines weiblichen Lebens gleich zweimal und zwischendrin bekommen wir im schlimmsten Fall einmal im Monat schreckliche Bauchkr√§mpfe, welche sich immer den besten Zeitpunkt, wie zum Beispiel den j√§hrlichen Urlaub, aussuchen. In jungen Jahren werden wir schlagartig mit √Ėstrogenen zugesch√ľttet, die Br√ľste wachsen, die H√ľften werden rund, die Pickel sprie√üen. Nach einer Weile lichtet sich das Hormonchaos und wir haben uns daran gew√∂hnt, mehr oder weniger.

Totale Fehlplanung

Knappe drei√üig bis f√ľnfunddrei√üig Jahre sp√§ter spult der Film r√ľckw√§rts. Das √Ėstrogen hat keine Lust mehr und zieht sich zur√ľck. Der langsame R√ľcklauf jedoch funktioniert nicht in allen Bereichen so wie wir es gerne h√§tten. Ich gebe zu, die Zeit ohne diesen monatlichen Dorn stelle ich mir recht angenehm vor. Die d√§mlichen Begleiterscheinungen jedoch m√ľssten nicht sein. Hat das √Ėstrogen damals Brust und H√ľften wachsen lassen, l√§uft das jetzt nicht unbedingt umgekehrt. Bl√∂de Sache. Der Br√ľste schrumpfen zwar, das Gewebe aber bleibt und zieht nicht nur deine Selbstachtung nach unten. Die H√ľften schrumpfen allerdings nicht. Sch√∂n w√§re es. Nein, sie wachsen weiter, weil der sich der Stoffwechsel ohne sein √Ėstrogen auch nicht mehr so frisch f√ľhlt und in aktive Altersteilzeit wechselt. Er ist zwar noch da, arbeitet jedoch nur noch anteilig. Wir setzen mehr Fett um die K√∂rpermitte an, um das in kalten Wintern zu sch√ľtzen, was wir dann sowieso nicht mehr brauchen. Totale Fehlplanung.

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Kathrin Sinnreich: "Kommen Sie doch mal bei casa-elements in Ladenburg vorbei. Ich freue mich auf Sie. Klicken Sie bitte auf das Foto, um mehr zu erfahren."

K√∂nnten wir nicht auf die letzten Meter noch mal sch√∂n schlank, glatt und gestrafft sein? Nein, k√∂nnen wir nicht, weil die Natur vorsieht, nur die Geb√§rfreudigen und -f√§higen ins Beuteschema fallen zu lassen. Verabschiedet sich bei uns das letzte Ei, k√∂nnen die Herrschaften noch so lange Nachwuchs zeugen, bis sie tot √ľberm Pissoir h√§ngen. Das ist der Gipfel der Evolutionsunversch√§mtheiten. Wenn dann kein finanzielles Polster zur besonderen Verf√ľgung tr√§ge auf dem Konto liegt, um die Vielfalt der Sch√∂nheitschirurgie auszutesten, wird man sich weise und erhaben dem ganz nat√ľrlichen Prozess √ľberlassen m√ľssen. Wenn ich es mir so recht √ľberlege, ich das angesichts der zuhauf in den Medien vertretenen Botox-Monster sicher nicht das Falscheste.

Wir Frauen m√ľssen irgendwann mal w√§hrend der Sch√∂pfung ganz laut „Hier!“ geschrien haben. Hier, wir nehmen das k√ľnftige Leid aller Menschen auf uns, sind einmal im Monat unrein und geb√§ren unter Schmerzen unsere Kinder – so wurde es zumindest – und wird es manchmal auch immer noch, von den verschiedenen Religionen gepredigt. Ein gut funktionierendes Modell? Nach dem Motto: „Never change a running system“?
Und die M√§nner? Das starke Geschlecht? Meine lieben Damen, liebe M√ľtter und Verb√ľndete. Mal ehrlich, wie vielen M√§nnern gebt ihr die Chance eine Geburt zu √ľberleben? Richtig. Keine. Die Menschheit w√§re ausgestorben, w√ľrden wir diesen Part dem starken Geschlecht √ľberlassen!

Wechseljahre oder Midlife Crisis. Was ist besser?

In der Jugend kämpfen sie ebenfalls mit der Pubertät, den sprießenden Pickeln und Рdavor bleiben wir verschont Рdem einhergehenden Stimmbruch. Kommen wir in die Wechseljahre, kommen sie in die Midlife Crisis. Das klingt besser. Ist es auch.

Haben wir Schwei√üausbr√ľche, weil die Hormone versuchen, sich auf Teufel komm raus gegenseitig zu ersetzen, haben sie Schwei√üausbr√ľche, wenn die nette junge Nachbarin ein zartes, junges „Hallo“ haucht. Haben wir Schwindelanf√§lle, weil der K√∂rper sich umstellt, ist ihnen schwindelig, wenn sie zu viel trinken oder sich mit Mitte f√ľnfzig noch mal ins Cabrio setzen (das sie sich erst jetzt leisten k√∂nnen) und zu schnell fahren.

Was f√ľr uns der T√∂pferkurs zur Selbstfindung, ist f√ľr sie die neue junge Frau mit der Wahnsinnsfigur. Ist die Midlife Crisis nichts anderes, als der verzweifelte Versuch eines alternden Mannes, seine Samen nochmals erfolgreich in die Welt zu streuen? Das Res√ľmee in der Lebensmitte? Reichen ihm Frau und Kinder? Ist der Job der richtige? Hat er alles getan, was er tun konnte? War es das jetzt? Er stellt seine Erfolge in Frage und sich in Szene. Einige setzen dann noch mal ganz neu auf.

Wenn ich detailliert dar√ľber nachdenke, dann haben wir Frauen nicht nur die Wechseljahre sondern zu allem √ÉŇďberfluss die Midlife Crisis gratis dazu. Auch wir ziehen Res√ľmee und so manche fragt sich, ob es das jetzt war, mit dem ehemaligen Adonis, der inzwischen gesch√§tzte 120 Kilos auf die Waage bringt, auf dem Sofa sitzt und weder seinen Geist noch seinen Hintern hochbekommt.

Wir versuchen, uns zu erhalten. Sie versuchen, sich zu vermehren. Ganz simpel eigentlich, wenn man es schwarz-wei√ü sieht. Tun wir aber nicht, daf√ľr sind wir Frauen. Wir sind verst√§ndnisvoll und beleuchten immer alles von allen Seiten, um es allen anderen und uns selbst Recht zu machen. Wir sind stolz darauf, was wir sind und insgeheim wissen wir, dass das vermeintlich „starke Geschlecht“ unterhalb von Weicheiern begrenzt ist. Und trotzdem lieben wir es!

Warum erzähle ich das alles? Nun ja, mit Mitte vierzig ist man eben keine dreißig mehr.
In diesem Sinne

Eure Marietta

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen √ľber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos √ľberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer k√§mpft, kann verlieren. Wer nicht k√§mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir w√ľnschen unseren Lesern viel Lesespa√ü mit ihren Texten!

Wer, wen, wo anfasste? Das ist doch nur Spaß :-)


Heddesheim, 25. Januar 2011. Die Hellesema Grumbe haben am vergangenen Samstag wieder zur bew√§hrten „Lady Dinner Night“ ins Heddesheimer B√ľrgerhaus eingeladen. Und auch wenn leider einige Pl√§tze leer blieben, die Stimmung war fantastisch, eben so wie es ist, wenn Frauen ganz unter sich feiern. M√§nner sind willkommen – nur nicht die eigenen.

Von Sabine Prothmann

Der H√∂hepunkt des Abends war der Auftritt der „Sexy Boys“ – in den vergangenen Jahren waren es die „American Dream Men“ -, die erstmalig in Heddesheim vor weiblichem Publikum die H√ľllen fallen lie√üen.

Zun√§chst musste sich die Damenwelt bis zu deren Auftritt fast drei Stunden gedulden, doch die Hellesema Grumbe hatten ein gutes und kurzweiliges Programm zusammengestellt. Der 1. Vorsitzende und Elferratspr√§sident Rudi G√∂hner f√ľhrte mit Unterst√ľtzung von Manuela Sch√∂ner, Prinzessin der Kampagne 2008/2009, durch das Programm.

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Frivole Spiele - viel Spa√ü bei der Ladys Night im B√ľrgerhaus.

Erster Programmpunkt war der Auftritt der Grumbe-Gugge-Noddeschisser. In bunten, fantasievollen Kost√ľmen und mit lauter Guggemusik heizten sie die Stimmung der Zuschauerinnen an.

Der bekannte Heddesheimer „Allein“-Unterhalter Ralf Siegel machte Stimmung f√ľr alle in den Pausen ab dem ersten Schlagertitel und traf die Stimmung des weiblichen Publikums. Vor allem mit den Songs der „Deutschen Welle“ lie√ü Nena nicht nur die Luftballons, sondern Siegel auch die Begeisterung des Publikums fliegen.

Tanzmariechen Alina Bernhard wirbelte quirlig und mit bekannt gro√üem K√∂nnen √ľber die B√ľhne. Sie wird trainiert von Manuela Sch√∂ner und Livia K√§rtner und betreut von Birgit Sch√∂ner.

Anschlie√üend unterhielt Sabrina Zahn flott-frech das weibliche Publikum in der B√ľtt.

Einen „Vorgeschmack“ auf die „Sexy Boys“ gab der Tanz des M√§nnerballetts Gugge. Hier konnte das weibliche Publikum sehen, wie „sexy“ die Heddesheimer M√§nner sein k√∂nnen und wie gedrillt sie sich, dank dem Training von Livia K√§rtner, bewegen.

Und dann kam er, der „Halbgott des Schlager“ alias Dieter J√ľrgens. Der „dicke Mann“, wie er von sich selbst sagte, brachte knapp zwei Meter und gesch√§tzte 130 Kilogramm geballte Energie, Stimmung und Sexappeal auf die B√ľhne und in den Saal.

Von „Ein Bett im Kornfeld“, „Griechischer Wein“, „T√ľr an T√ľr mir Alice“ √ľber „Ich war noch niemals in New York“ bis zu „Hol das Lasso raus“ schmetterte er tats√§chlich stimmgewaltig die Highlights des Deutschen Schlagers durchs Heddesheimer B√ľrgerhaus.

Wen es noch auf den St√ľhlen hielt, lief Gefahr mit seiner Manneskraft frontal, sprich auf dem Tisch, konfrontiert zu werden. Eine Zuschauerin lie√ü es sich nicht nehmen, erst mit Rosen, dann pers√∂nlich die B√ľhne zu st√ľrmen und ihm das Hemd vom Leib zu rei√üen. Denn „Stufe 4“ der Stimmung hei√üt beim „Halbgott des Schlagers“: „Exstase“.

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Der singenden Halbgott - klasse Stimme, Dynamit im Körper.

Im Schautanz der Gro√üen Garde zeigten die jungen M√§dchen unter dem Motto „Gute Puppen, schlechte Puppen“ sinnliche Bewegungen und eine tolle K√∂rperbeherrschung. Was durch die Kost√ľme und eine spannende Choreografie noch unterstrichen wurde. Das Publikum war begeistert. Trainiert werden die T√§nzerinnen von Sabrina Zahn, betreut werden sie von Angelika Eckert.

Mit „sie sind allesamt lecker und haben meinen G√ľtesiegel“ k√ľndigte Manuela Sch√∂ner den H√∂hepunkt des Abends an.

Und dann kamen sie endlich, die „Sexy Boys“, die mit ihren gest√§hlten K√∂rpern eine perfekte B√ľhnenshow von muskul√∂ser Strahlung, Tanz und Gesang zeigten.

Bereitwillig wurden Klischees bedient. Wildes martialisches Macho-Gehabe gehörte da genauso dazu, wie der charmante Schwarze mit dem Adonis-Körper.

Wer auf die B√ľhne geholt wurde, durfte nicht zimperlich sein, denn hier wurde nicht nur geschaut, sondern die Damen mussten oder durften schon auch mal anfassen und wurden angefasst.

Wer wann wen wo anfasste, fällt an dieser Stelle unter den Datenschutz. Nur soviel: Aus gutem Grund.

Das war eindeutig mehr als Striptease, was auf der B√ľhne des B√ľrgerhauses gezeigt wurde, das war Erotik pur.

Vielleicht auch das ein und andere Mal „unter der G√ľrtellinie“. Aber so sollte es ja auch sein, denn die Frauen waren ja unter sich und wollten und sollten ihren Spa√ü mit ihren „Sexy Boys“ haben. Und den hatten sie auch.

Es wurde gemeinsam getanzt, gelacht und kräftig mitgesungen.

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Tanzeinlage.

Die Lady Dinner Night der Hellesema Grumbe war sicherlich wieder ein Highlight der Faschingskampagne 2011.

Schade, dass in gegen√ľber dem vergangenen Jahr nicht nur „einige“ Pl√§tze leer geblieben sind.

Vielleicht sollte man im n√§chsten Jahr etwas mehr die Werbetrommel r√ľhren.

Denn die „Ladys Night“ ist ein echter Spa√ü!

Viel Freude mit den Fotos ūüôā

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Mariettas Kolumne: Vom „Isch m√§hn doch nur“ und „So isser halt, de Dieter!“


Guten Tag!

Heddesheim, 24. Januar 2011. Marietta ist noch jung und unerfahren, als sie mit ihrem zuk√ľnftigen Mann die erste Wohnung beziehen will. Dort wird sie mit Dieter konfrontiert, ihrem heutigen Schwiegervater, und es wird eine ganz besondere Begegnung. Lesen Sie selbst.

Von Marietta Herzberger

Kennen Sie Heinz Beckers „Ich saans jo nur√Ę‚ā¨¬¶“?
Die entnervten Antworten seines Sohnes Stefan: „Jooo, Vadder!“ und Hildes resigniertes „Ach, Heinz, des kansch doch so net√Ę‚ā¨¬¶“?

Ist Ihnen Knallinger√ā¬īs „Ja, guten Tach, ich h√§b do mol √§ Froog√Ę‚ā¨¬¶.“, nicht ganz unbekannt?
Dann kennen Sie möglicherweise auch Dieter. Wenn nicht, dann stellen Sie sich eine ungewollt komische Mischung der beiden vor und Sie haben ihn vor Augen.

Heiner Knalliger war gestern. Ebenso Gerd Dudenhöfer alias Heinz Becker. Denn es gibt Dieter. Aber das wissen nur wenige Auserwählte. Beispielsweise ich, mein Mann, dessen Familie, sowie wenige eingeweihte Freunde, denen ich gelegentlich mein Leid klage.

Jetzt kommt Dieter – mein Schwiegervater!

Jetzt kommt Dieter: Der Vater meines Mannes, Großvater unserer Tochter. Mein Schwiegervater!

Dieter ist der verbal zerst√∂rende Faktor jeder Familienzusammenkunft und der Alptraum eines jeden Telefongespr√§ches. Dieter ist nicht nur Brillen-, sondern auch Bedenkentr√§ger und sieht √ľberall die Saat des B√∂sen. Dieter ist der evolutionstechnisch gescheiterte Versuch, aus Knallinger und Dudenh√∂fer einen Mordsbr√ľller entstehen zu lassen.

Da bleibt nur noch Sabbatical oder Valium!

Meine Geschichte mit Dieter beginnt vor ungef√§hr f√ľnfzehn Jahren. Mein Freund – heutiger Ehemann – und ich bezogen stolz unsere erste, total verfallene Wohnung. Seine Eltern erkl√§rten sich bereit, uns bei den umfangreichen Renovierungsarbeiten zu helfen.

Damals freute ich mich noch – √ľber die segensreiche Hilfe. Mit dem heutigen Wissen allerdings w√ľrde ich mir ein dreimonatiges Sabbatical nehmen, um die Bude auf Vordermann zu bringen; Alternativ zwei: Valium einwerfen.

Ach, was waren wir stolz auf unser erstes Domizil. Klein, ein wenig Schimmel hier und da. Mit zugigen Holzfenstern und modrigem Keller, aber unser. Wie schön!

Der Profi bei der Arbeit: Der guude Tipp.

Dieter schlich bei der Erstbesichtigung mit Mundschutz und Werkzeugkoffer im Anschlag durch jedes Zimmer, klopfte die Wände ab, rubbelte an den Aufputz-Rohren, wischte, trat, saugte und blies. Sein Weib Traudl folgte ihm wortlos mit bedeutungsschwerer Miene.

Weise und erfahren grummelte er wiederholt unter dem Rand seiner schwarzger√§nderten Brille „Hm, Hm, oh je, ach Gott n√§√§…“, wobei er seine Augenbrauen abwechselnd hoch- und zusammenzog.

Ich warf einen irritierten Blick zu meinem Mann „Was soll das?“ Er antwortete mit m√ľrbem Gesichtsausdruck: „Das macht er immer so.“

Dann kam der Moment, in dem ich zum ersten Mal die Worte vernahm, die mir den Rest meines Schwiegertochterlebens in regelmäßigen Abständen begegnen sollten:
„Horsche mol zu√Ę‚ā¨¬¶.!“ Dann folgt eine bedeutungsschwangere Pause: „Wenn ich eisch mol√ā¬īn guuude Tipp gewwe derf√Ę‚ā¨¬¶“

Dieter stand vor uns, ich hing ahnungslos und wissbegierig an seinen Lippen, w√§hrend er mahnend seinen Zeigefinger vor unsere Nasen hob: „Isch h√§dd des net gemacht, mit dere Wohnung do. Also, des iss jo√ā¬īn hauffe √É‚Äěrwed. Ihr wissd gar net, wasser eisch domit aduht!“

Kopfsch√ľttelnd wandte er sich ab, zog seinen Mundschutz herunter und murmelte scheinbar fassungslos so etwas wie „Was des koscht! N√§√§, n√§√§.“

Restlos verschuldet bis ans Lebensende?

Unverz√ľglich wollte ich ein Stockwerk tiefer zum Vermieter st√ľrzen, um den Mietvertrag r√ľckg√§ngig zu machen. Wie konnten wir nur so blind sein. H√§tten wir doch vorher√Ę‚ā¨¬¶ Wenn wir eher den Dieter gefragt h√§tten. Wenn, wenn, wenn√Ę‚ā¨¬¶

Was sollten wir jetzt tun? Verschulden w√ľrden wir uns! Restlos! Bis an unser Lebensende w√ľrde die por√∂se Badewanne des Nachts unsere Tr√§ume heimsuchen und vorwurfsvoll die Ein-Hebel-Mischgarnitur schwenken. T√§glich w√ľrden wir uns bei kargem Fr√ľhst√ľck, Wasser und Brot, gegenseitig anklagen: „Ach, h√§tten wir doch Dieter gefragt!“

Bl√∂dsinn. Ich war nicht bereit, mir „unser“ kaputter machen zu lassen, als es war. Gerade wollte ich zum Sprung ansetzen, da riss mich die beschwichtigende, jedoch leicht genervte Stimme meines Mannes j√§h zur√ľck: „Mensch, Vadder!“

„So schlimm isses doch net.“

Dann vernahm ich die eher zur√ľckhaltende Wortmeldung meiner zuk√ľnftigen Schwiegermutter: „Ach Dieter, komm. So schlimm isses doch net.“

Wie? So schlimm ist es gar nicht? Mein gequ√§lter Blick prallte an der m√§nnlichen Pr√§senz meines Schwiegervaters ab, der unerwartet ausdruckslos den Mundschutz wieder hochzog, den Werkzeugkoffer absetzte, ihn √∂ffnete und dabei nuschelte: „Isch m√§hn jo nur√Ę‚ā¨¬¶“

Gehetzt sah ich zu meinem Mann hin√ľber, der erst die Augen verdrehte und mir dann zuzwinkerte. „Alles halb so schlimm, lass dich nicht verunsichern“, sagte mir seine Geste. „Okay√Ę‚ā¨¬¶ Verstanden“, sagte ich.

Traudl begann, Fenster zu putzen. Es kam mir zu dem Zeitpunkt nicht in den Sinn, sie zu fragen, warum sie das tat, wenn doch erst die Tapeten herunter mussten. Ich war jung und unwissend. Wahrscheinlich m√ľssen M√ľtter das tun, sagte ich mir. Erst einmal Fenster putzen. Dann sieht man „weiter“. Irgendwie.

Dieter war unterdessen dabei, irgendwo ein Loch hineinzubohren. Wahrscheinlich wollte er testen, ob das Fundament das aushalten oder gleich alles einst√ľrzen w√ľrde. Mein Mann pulte Tapeten ab. Ich beschloss, die Situation nun auch f√ľr mich zu entsch√§rfen und tat es ihm gleich.

„Sind wir hier in den 50er Jahren?!“

Dann kam Dieter auf mich zu, dr√ľckte mir Schippe und Besen in die H√§nde und fuchtelte wild mit dem Zeigefinger in Richtung frisch gebohrtes Loch: „Do, mache mol Fraue√§rwed. Mach des mol weg do.“

Und schon bohrte er an anderer Stelle männlich qualifiziert weiter.

Da stand ich nun mit Schippe und Besen – ich Frau – und fing an zu hyperventilieren. Mein Mann lie√ü alle Tapetenreste aus seinen H√§nden fallen und hechtete auf mich zu. Er kannte mich schon verdammt gut. Traudl erstarrte mitten in ihrer schwungvollen Fensterpolieraktion und schaute blutleer zu mir her√ľber.

Doch es war zu spät. Der Schaum stand mir bereits in den Mundwinkeln, meine Hände zuckten unkontrolliert und die Schippe hielt sich verzweifelt an meinem Finger fest.
„Sind wir hier in den 50er Jahren?!“, bl√§ffte ich barsch: „Mach doch deinen Dreck selber weg!“

„So isser halt, de Dieter!“

„Ganz ruhig…,“ tr√∂stend und gleichzeitig nerv√∂s nahm mein Mann mich in den Arm, w√§hrend er mir vorsichtig den Besen aus den verkrampften Fingern l√∂ste.

Traudl stellte sich sch√ľtzend vor ihren Ern√§hrer, Vater ihres einzigen Sohnes, und versuchte, die Situation zu retten. Verlegenen Blickes und sichtlich peinlich ber√ľhrt sagte sie diesen Satz, den ich in Zukunft noch √∂fter h√∂ren durfte: „Ach, der Dieter meint das doch nicht so.“

Der bohrt weiter L√∂cher in die Wand und murmelt: „Isch m√§hn doch nur√Ę‚ā¨¬¶.“

Entschuldigendes Schulterzucken in unsere Richtung von Traudl: „So isser halt, de Dieter!“

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen √ľber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos √ľberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer k√§mpft, kann verlieren. Wer nicht k√§mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir begr√ľ√üen sie herzlich und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Wir w√ľnschen unseren Lesern viel Lesespa√ü mit ihren Texten!

Gabis Kolumne

Frauen lieben Fußball

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Guten Tag!

Heddesheim, 04. Juli 2010. Frauen lieben Fu√üball. Wussten Sie das schon? Zumindest, wenn es um die WM geht. Und dann werden sogar Frauen zu Fu√üball-Kennerinnen. Gabi meint: Die WM wird f√ľr die Frauen gemacht. Die Bundesliga f√ľr die M√§nner.

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Fu√üball-WM sorgt f√ľr gute Laune. Bild: heddesheimblog

Meine Freundin hasst es, wenn ihr Mann samstags die Sportschau guckt, aber während der WM-Zeit ist sie der größte Fan unserer Nationalmannschaft.

W√§hrend meiner Studienzeit fand die WM in Italien statt und meine Freundinnen und ich waren komplett begeistert von der italienischen Mannschaft – dabei interessierten uns nicht die Spielz√ľge, sondern die Spieler und die italienischen waren eindeutig die h√ľbschesten. Zudem schw√§rmten wir f√ľr Kamerun, den Au√üenseiter, der sich mit Spielfreude und Einsatz ins Viertelfinale spielte.

Spätestens die WM vor vier Jahren in Deutschland wurde zum nationalen Event. Public Viewings, Corsos Рdas ganze Land war in Feierlaune. Erstmals war wieder an allen Ecken die Nationalflagge zu sehen. Partystimmung auf jedem Balkon, in jedem Garten, auf öffentlichen Plätzen, in Kneipen Рein Sommermärchen.

Das konnte kaum vier Jahre später noch einmal wiederholt werden. Schon im Vorfeld der WM war klar, unsere Mannschaft ist jung und unerfahren, große Chancen rechneten wir uns nicht aus.

Nichts desto trotz H√§user und Autos wurden wieder mit schwarz-rot-gold geschm√ľckt und Lokale und Zelte wurden mit Gro√übildleinw√§nden ausgestattet.

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Das erste Spiel Deutschland gegen Australien sahen wir mit Freunden bei einem Public Viewing in einem großen Festzelt. Ich begegnete einer Bekannten im perfekten WM-Outfit: Nationalmannschaftstrikot, Samthut in schwarz-rot-gold, eine Sonnenbrille mit TOOR, eine Aloha-Kette und Pulswärmer in den deutschen Farben. Und die Deutschlandflagge auf die Wangen gemalt. Ich war schwer beeindruckt.

„Mensch“, sagte ich, „ich wusste gar nicht, dass du auf Fu√üball stehst“. „Tu ich auch gar nicht, aber die Stimmung ist super und ich feier‚Äô gern“, entgegnete sie mir.

Anderer Ort, anderes Spiel: Deutschland gegen Ghana. W√ľrden wir ins Achtelfinale einziehen? Perfektes Styling im ganzen Partyzelt. Aloha-Ketten und Vuvuzelas wurden verkauft, WM-Songs ert√∂nten bei jedem Tor, junge Frauen tanzten auf den Tischen.

Das Spiel Deutschland gegen England haben wir in gro√üer Runde bei Freunden geschaut. Das Deutschlandtrikot als Dresscode war anscheinend ungeschriebenes Gesetz. Ich habe mich in meinem Sommerkleid nicht wirklich wohl gef√ľhlt. „Ich hoffe nur, dass Klose wieder gut in Form ist“, sagte eine Bekannte. „Also Thomas M√ľller ist f√ľr mich der beste Spieler, hast du gesehen, wie er die Tore geschossen hat“, sagte eine andere. Fu√üball-Kennerinnen unter sich.

„Hast du Maradonnas Gesicht beim Viertelfinale beobachtet?“, fragte mich eine Freundin nach der Niederlage Argentiniens 0:4 gegen Deutschland. „Das war das reine Drama, ich glaube, er musste sogar weinen.“

Da wurde mir schlagartig klar, die WM wird f√ľr die Frauen gemacht. Die Bundesliga f√ľr die M√§nner.

Während es bei der WM um Emotionen geht, geht es bei der Bundesliga um die Fachsimpelei und die Tabellenplätze. Die WM ist großes Kino und das mögen wir Frauen halt РClose Ups auf die Gesichter der Freude und der Tränen.

Wir haben uns √ľber die Franzosen ge√§rgert und ihnen geg√∂nnt, dass sie schon in der Vorrunde heim fliegen mussten und zu gerne h√§tten wir die quirligen Spieler aus Ghana im Halbfinale gesehen.

Fußballweltmeisterschaften, das sind große Emotionen, das ist Party, das ist Styling Рdas sind Events die Spaß machen, den Männern und den Frauen. Schön, wenn die Deutschen so hervorragend spielen wie in diesem Jahr, noch schöner, wenn sie Weltmeister werden.

Auf alle Fälle hat die WM 2010 wieder das Zeug zu einem Sommermärchen.
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Gabis Kolumne

Uns Frauen fehlt die Gelassenheit – na und?

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Guten Tag!

Heddesheim, 28. Juni 2010. Harmonische Beziehungen? Die gibt es, vielleicht, meint Gabi. Doch dazu gehören immer zwei.

Vielleicht geh√∂ren Sie ja zu den Menschen, die immer eine harmonische Beziehung f√ľhren, „Ja, Schatz, aber gern, Schatz, schon erledigt, Schatz“, ist bei Ihnen an der Tagesordnung. Bei Ihnen werden keine T√ľren geknallt und Sie sind noch nie v√∂llig zerstritten zu einer Einladung von Bekannten gefahren. Beneidenswert. Sie verstehen sich blind.

Diese Art von Harmonie ist mir nicht verg√∂nnt und wenn ich ehrlich bin, kenne ich auch kaum eine Beziehung an der ich dies beobachten konnte. Und wenn doch, denke ich mir meist: „Gut gespielt.“

Es ist ja nicht so, dass ich mir nicht täglich vornehme, verständnisvoll und tolerant zu sein und das geht auch oft einige Tage, manchmal sogar Wochen (eher selten) ganz gut und dann passiert es. Meist ist es nur ein Satz, ein Wort im falschen Moment und schon ist der Streit da.

Es ist ja auch nicht so, dass es nicht vorhersehbar w√§re, denn gebrodelt hat es schon eine ganze Weile und Mann/Frau wei√ü ganz genau: „Wenn ich jetzt ausspreche, was ich denke…“ und dann bricht der Vulkan aus. Die S√§tze beginnen meist mit „K√∂nntest du nicht einmal √Ę‚ā¨¬¶, du h√§ttest doch√Ę‚ā¨¬¶, warum sagst du nie √Ę‚ā¨¬¶, immer musst du, ich habe doch schon so oft√Ę‚ā¨¬¶“

Männer nennen das zänkisch sein oder auch schlicht die weibliche Vorwurfskultur.

Gegenst√§nde des Streits sind meist ganz allt√§gliche Dinge: der nicht raus gebrachte M√ľll, der Besuch der Schwiegermutter, ungeb√ľgelte Hemden, der vergessene Hochzeitstag. Die Liste ist beliebig verl√§ngerbar. „Beliebte“ Streitthemen sind nat√ľrlich auch die Kindererziehung und die ewigen √ÉŇďberstunden in der Firma.

„Kaum habe ich den Satz „du h√§ttest doch einmal√Ę‚ā¨¬¶“ ausgesprochen, m√∂chte ich ihn am liebsten zur√ľcknehmen“, sagte mir k√ľrzlich eine Freundin: „Denn dann geht der Streit los und ich wei√ü, dass wir die n√§chsten Tage kein Wort miteinander reden werden.“

Ja, das kenne ich nur zu gut, die neuralgischen Sätze, die es wahrscheinlich in den meisten Beziehungen gibt und die fast immer in einer Auseinandersetzung enden.

„Mein Mann hilft mir nie, wenn wir Besuch bekommen“, beschwerte sich eine Freundin bei mir √ľber ihren Herzallerliebsten. „Ich schleppe die Getr√§nkekisten herbei, putze das Haus und stehe tagelang in der K√ľche. Er spielt dann den perfekten Gastgeber, wenn die G√§ste ankommen, w√§hrend ich vollkommen abgek√§mpft mir ein L√§cheln abringe. Wenn er dann abends noch sagt, was f√ľr ein sch√∂nes Fest es war und wie schade es sei, dass ich so schlecht drauf war, explodiere ich.“

Das wirkliche Problem, und da geben Sie mir sicher Recht, sind die eingefahren Rollen und Positionen. W√ľrde meine Freundin weder Getr√§nke besorgen, noch putzen und Essen vorbereiten, m√ľsste es ihr Mann √ľbernehmen oder er k√∂nnte am Abend nicht stolz von dem sch√∂nen Fest schw√§rmen. Vielleicht w√ľrde er aber auch nur Bier und Chips von der Tankstelle besorgen und es w√§re dennoch eine tolle Party.

Das gr√∂√üte Problem ist hierbei die Gelassenheit, die den meisten Frauen, und ich gebe es zu, auch mir, vollkommen fehlt. Ich bin gestresst, wenn wir in Urlaub fahren, G√§ste bekommen, die Kinder viele Arbeiten schreiben und, und, und √Ę‚ā¨¬¶ Und je angestrengter ich werde, um so mehr l√§sst mein Mann den Stress an sich abperlen, was nat√ľrlich meinen im Gegenzug erh√∂rt, das wiederum dazu f√ľhrt, dass er mir meine schlechte Laune und meine Gereiztheit vorwirft.

Dilemmata werden erzeugt. Wie denkt Frau? Richtig, warum kann er nicht einmal√Ę‚ā¨¬¶Wie denkt Mann? Tja, wie denkt Mann? Ich vermute, er denkt: „Warum kann sie nicht einmal entspannter daran gehen?“

Wo habe ich angefangen. Ja, richtig, bei harmonischen Beziehungen.

Wenn Harmonie nur zu erreichen ist, wenn ich stets meinen Mund halte, dann kann mir Harmonie gestohlen bleiben.

Was ich dagegen erstrebenswert finde, ist die eingefahrenen Rollen zu verlassen, aber dazu gehören ja schließlich zwei.
gabi

Gabis Kolumne

Was an Frauenabenden toll ist!

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Guten Tag!

Heddesheim, 14. Juni 2010.

Mein Mann war vergangene Woche verreist Рgeschäftlich. Hat man als Jugendlicher drei Tage sturmfreie Bude, was macht man? Richtig, man feiert Party. Mit Mitte Vierzig sieht das anders aus, man lädt ein zum Mädelsabend.

Bei Mädelsabenden fließt bekanntlich viel Prosecco, das Essen fällt spärlicher aus Рschließlich ist die Hälfte meist auf Diät Рund, und das ist das Wichtigste, es wird gequatscht, was das Zeug hält.

Wenn Sie nun zum weiblichen Teil der Bev√∂lkerung geh√∂ren, k√∂nnen Sie den n√§chsten Teil getrost √ľberspringen. Denn Sie wissen schlie√ülich, was hier thematisch auf dem Programm steht.

Der erste Unterschied zu M√§nnerabenden: Es geht selten um den Job, beziehungsweise, selten um Verdienst und Inhalte. Wenn wir √ľber Jobs sprechen, erz√§hlen wir von Ungerechtigkeiten oder erstaunlichen Erlebnissen. √ÉŇďber Kolleginnen und Chefs und NIE davon, wie toll wir sind.

Dann geht es nat√ľrlich auch um M√§nner, aber dem Alter entsprechend, gibt es wenig √ľber Dates und tolle Typen zu berichten, sondern eher √ľber die Unzul√§nglichkeiten im Alltag mit der besseren H√§lfte. Aber keine Sorge, meine Herren, diese Themen nehmen nur wenig Raum ein und wird es ernster, sind dazu bilaterale Gespr√§che, also unter vier Augen, erforderlich.

Ein gro√üem Raum nehmen, erwartungsgem√§√ü, die Kinder ein. Bei mir trafen sich vergangene Woche 8 Frauen und zusammen haben wir 13 Kinder zwischen 8 und 17 Jahren. Also kein Wunder, dass hier gro√üer Redebedarf besteht. Und die Inhalte wachsen dabei mit dem Alter der lieben „Kleinen“. Adieu schlaflose N√§chte, Kindergartensorgen und Betreuungsprobleme. Willkommen Schulstress und Konflikte mit pubert√§ren Teenagern. Aber auch hier gilt, droht der Rauswurf aus der Schule oder bef√ľrchtet die Tochter schwanger zu sein, wird man das nicht in gro√üer Runde besprechen.

Nun, werden Sie sich fragen, war das schon alles, was ist so toll an diesen Frauenabenden? Wir reden √ľber die Banalit√§ten des Alltags: √ÉŇďber neue Schuhe, Friseure, Figurprobleme, sch√∂ne Liebesfilme, Romane, Urlaube, Falten- und Anti-Cellulitiscremes – √ľber all‚Äô die Dinge, √ľber die wir mit unseren M√§nnern nicht reden k√∂nnen oder wollen.

Letzte Woche war es also so weit, wir trafen uns gegen 20 Uhr auf meiner Terrasse, tranken Sekt mit Aperol, a√üen Salat und Rohkost mit verschiedenen Dips und quatschten, was das Zeug hielt. Wir lie√üen nichts aus, weder das Finale von „Germany‚Äôs next Topmodel“, noch den neuen Film von „Sex and the City“. Wir er√∂rterten ernsthaft die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Methoden der Haarentfernung, das F√ľr und Wider des T√∂nens und die Frage, ob sich die weibliche Figur ab dem 40. Geburtstag ver√§ndert.

„Mein Mann steht kurz vor einem Burn-Out“, beschwerte sich eine Freundin. „Sind wir am Wochenende irgendwo eingeladen, fallen ihm ab 22 Uhr die Augen zu, aber montags fr√ľh ist er wieder fit und ab geht‚Äôs in die Firma.“ „Ach, das kenne ich nur zu gut“, best√§tigt eine andere Freundin, „Urlaube und Wochenende benutzen die M√§nner zur Regeneration. Im Beruf sind sie fit und zuhause schlapp.“ Allseitige Best√§tigung.

„Meine Tochter ist total schlampig, dauernd verliert sie etwas und das Zimmer kann man kaum betreten, so viel liegt auf dem Boden rum“, jammerte ich. „Ich wei√ü, wovon du redest. Letzte Woche habe ich bei meinem Sohn Bananenschalen unterm Bett und f√ľnf Paar alte Socken in der Schreibtischschublade gefunden“, sagt mitf√ľhlend eine der Damen. Drei weitere nicken wissend.

Und damit n√§hern wir uns dem Geheimnis, warum man diese Abende gut gestimmt und bestens ger√ľstet f√ľr die n√§chsten kleinen und gr√∂√üeren Dramen des Alltags verl√§sst. Denn auch, wenn man am n√§chsten Morgen eine Aspirin gegen das Gl√§schen zu viel nehmen muss – hier finden wir Verst√§ndnis und Anteilnahme. Und zudem k√∂nnen wir √ľber uns so richtig lachen.
gabi

Gabis Kolumne

Die Schönheit des männlichen Geschlechts

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Kosmetik Kretschmer

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Mai 2010. Sch√∂nheit und M√§nner? Geht das zusammen? Aber ja, meint Gabi und fordert weniger den bewegten, daf√ľr aber gepflegten Mann.

Dass wir Frauen mit diversen Cremes, Di√§ten und Haarfarbe versuchen, gegen die √§u√üeren Anzeichen des √É‚Äělterwerdens anzuk√§mpfen, habe ich hier schon h√§ufiger thematisiert. Doch wie sieht es bei dem m√§nnlichen Geschlecht aus?

Wir alle wissen aus den bunten Bl√§ttchen, dass David Beckham seine Fingern√§gel manik√ľrt und lackiert, dass er sich zumindest die Achselhaare rasiert und Anti-Falten-Creme benutzt. Kann er auch, immerhin hat er ja auch den Begriff des metrosexuellen Mannes mit gepr√§gt.

Michael Douglas besucht, zumindest laut der Yellow Press, des √Ėfteren seinen Sch√∂nheitschirurgen und alle vermuten, dass Altbundeskanzler Gerhard Schr√∂der sein Haupthaar f√§rbt, auch wenn er das laut richterlicher Verf√ľgung untersagt haben will.

Joschka Fischer hat sich in seiner Glanzzeit per Marathon fit und schlank gemacht und der schöne George Clooney hilft angeblich seinen schön gesträhnten grauen Schläfen per Coloration nach.

So weit so gut – das ist die Welt der Reichen, Ber√ľhmten, Sch√∂nen und M√§chtigen. Doch wie schaut‚Äôs mit dem Otto Normalverbraucher aus? Reicht heute noch Old Spice, t√§glich ein frisches Hemd und die Nivea Creme, dass Mann attraktiv bleibt?

W√§hrend wir Frauen unabl√§sslich √ľber unsere Pfunde zuviel auf der H√ľfte jammern, hat es der m√§nnliche Teil der Bev√∂lkerung √ľber Jahrzehnte hervorragend verstanden, den Bauch als m√§nnliches Statussymbol zu etablieren. Die Glatze als ein Zuviel an Testosteron und den Dreitagesbart als besonders m√§nnlich zu deklarieren.

Doch Vorsicht, diese Zeiten sind vorbei! L√§ngst hat zumindest die Werbung erkannt, dass hier ein gro√ües Potential an Neukunden verborgen liegt. Der Markt f√ľr Sch√∂nheitsproduktserien f√ľr den Mann boomt. Wellness-Hotels werben mit Behandlungen, die gezielt auf den Mann von heute abgestimmt sind.

Eitelkeit bei M√§nnern wurde in den letzten Jahrzehnten oft der L√§cherlichkeit preis gegeben, gar als unm√§nnlich angesehen. Dabei war das nicht immer so. Schaut man weit zur√ľck in die Vergangenheit, finden wir M√§nnerbilder, die sehr wohl der Eitelkeit fr√∂nten. Zum Beispiel im Rokoko trugen die Herren Lackschuhe mit Schnallen, R√ľschenhemden, opulente Ringe, Samt und Seide, Lockenper√ľcken und schminkten sich. Dies alles war ein Zeichen von Macht und Reichtum. Damit hoben sich die Adligen ab von dem gemeinen Volk, den Bauern.

Daraus kann man folgern, nur wer reich war, hatte Zeit und Geld um sich zu schm√ľcken.

Diese Zeiten sind Gott sei dank vorbei. Auf sein √É‚Äěu√üeres zu achten, ist nicht mehr eine Frage des Standes. Und auch nicht mehr eine Frage der Unm√§nnlichkeit.

Frau liebt den gepflegten Mann. Aber das hei√üt noch lange nicht, dass wir k√ľnftig mit unserem Herzallerliebsten √ľber die neueste Brigitte-Di√§t oder die beste Anti-Falten-Creme sprechen wollen, das machen wir doch lieber mit unserer Freundin.

Und sorry, die Vorstellung, dass mein Mann vorm Fernsehen seine Gurkenmaske auflegt, fände ich dann doch eher unmännlich.

gabi

Gabi: „Warum ich mittelbraun genommen habe.“

Guten Tag!

Heddesheim, 26. April 2010. Haare sind nicht erst seit „Hair“ ein Thema. Haare sind wichtiger als manches andere, meint Gabi. Zumindest, wenn man bedenkt, wie oft Frauen √ľber Haare reden.

Erinnern Sie sich noch daran, wie es war als Sie Ihr erstes graues Haar entdeckt haben? Ich weiß es noch genau, ich war fassungslos. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her und lange passierte gar nichts. Hier und da ein graues Haar, das ich mit der Pinzette herauszog, während viele Freundinnen schon tönten oder färbten.

Doch irgendwann hatte ich das Gef√ľhl, wenn ich so weiter mache, sieht man zwar kein graues Haar, aber daf√ľr werde ich kahl. Meine Friseurin meinte, das kriegen wir mit Str√§hnchen hin, denn dann fallen die ersten grauen Haare nicht mehr auf.

Die erste Tönung.

Vor ein paar Wochen war es nun so weit, ich entschloss mich zur ersten Tönung. Doch im Vorfeld wollte ich mich bei meinen Freundinnen erkundigen.

„Also, mit einer T√∂nung krieg‚Äô ich das schon lange nicht mehr hin, ich muss colorieren“, sagte meine Freundin. „Das Wichtigste ist, dass du den richtigen Farbton erwischst“, sagte sie fachkundig. Ich merke, die Grundfrage hei√üt: „T√∂nst du noch oder f√§rbst du schon?“

Eine Bekannte riet mir zu dreifarbigen Str√§hnen, „da f√§llt garantiert kein graues Haar mehr auf“, sagte sie verschw√∂rerisch. Aber irgendwie fand ich, war sie ziemlich bunt auf ihrem Kopf.

„Sieht aber gut aus.“

Eine andere Freundin war pl√∂tzlich dunkelbraun. „Eigentlich wollte ich hellbraun, aber ich hab‚Äô wohl den falschen Farbton genommen“, meinte sie. „Sieht aber gut aus“, beruhigte ich sie.

Und wie ist das beim männlichen Geschlecht?, fragte ich mich. Mutieren alle Männer mit grauen Schläfen zu George Clooney, denn der ist fraglos sexy und zwar noch mehr seit sich graue Strähnen durch sein Haupthaar ziehen.

Ein Bekannter schw√∂rt auf Re-Colour. Das soll angeblich den Haaren wieder den nat√ľrlichen Farbton zur√ľckgeben. Aber ehrlich, an den Schl√§fen ist er jetzt r√∂tlich, am Haaransatz hellbraun und am Nacken fast schwarz. Sexy geht eindeutig anders.

Colorierte Schnurrbärte.

„Ich stehe zu meinen grauen Haaren“, sagte ein guter Freund. Das mag schon sein, dachte ich, aber was ich √ľberhaupt nicht verstehe, warum er auf dem Kopf fast v√∂llig grau ist, w√§hrend man in seinem Schnurrbart nur dunkelbraune Haare findet.

Eindeutig gef√§rbt, davon bin ich √ľberzeugt. Aber, und das ist typisch f√ľr das m√§nnliche Geschlecht, man gibt nicht so gerne zu, wenn man der Natur etwas nachhilft.

Eine Verwandte von mir hat bzw. hatte nahezu schwarze Haare. Schon seit Jahren hat sie graue Haare und muss färben. Dummerweise ist der Ansatz am Scheitel dunkellila. Auch nicht wirklich gelungen.

Meine eine Gro√ümutter kannte ich nur mit wei√üen Haaren. Sie war fr√ľh grau, wei√ü meine Mutter zu berichten. Die andere Gro√ümutter hat immer nur blondiert und darauf bestanden, dass sie nur aufhellt und keinesfalls f√§rbt. Auch eine Variante.

Mit „mittelbraun“ konnte ich nichts falsch machen.

Nach vielen Gespr√§chen und dem Abw√§gen des F√ľr und Wider habe ich mir im Drogeriemarkt meine erste T√∂nung ausgesucht. Mittelbraun, damit konnte ich nichts falsch machen. Jetzt wollen Sie das Resultat wissen.

Die Farbe war sch√∂n, weder zu dunkel noch zu hell, aber leider waren auch die grauen Haare noch da. „Das h√§tte ich dir gleich sagen k√∂nnen“, sagte meine fachkundige Freundin. „Da musst du schon eine Intensivt√∂nung nehmen f√ľr die perfekte Grauabdeckung“, sagte sie.

Also stand ich schon bald darauf wieder vorm Regal des Drogeriemarktes und suchte im Bereich Intensivtönung nach meiner Farbe. Wieder Mittelbraun.

Und diesmal war ich zufrieden, denn siehe da, die grauen Haare waren verschwunden, zumindest f√ľr 24 Haarw√§schen, denn solange sollte laut Packungsbeilage die T√∂nung halten.

Ich war gl√ľcklich, immerhin hatte ich einen Kampf gegen das Alter, zumindest √§u√üerlich, gewonnen.

„Mama, darf ich mir nicht ein paar blonde Str√§hnen machen lassen, das machen auch viele Freundinnen?“, fragte mich dieser Tage meine pubertierende Tochter. „Aber Kind, daf√ľr hast du doch noch Zeit“, antwortete ich.

Aber ich glaube sie hat mich nicht wirklich verstanden.
gabi

„Fass! Mich! An!“ – Frauen haben Spa√ü mit den „American Dream Men“

Guten Tag!

Heddesheim, 25. Januar 2010. Am Samstagabend ging es hei√ü her im B√ľrgerhaus: Die American Dream Men lockten √ľber 200 Besucherinnen an. Die wollten nackte Haut und harte Muskeln sehen.

Kommentar: Sabine Prothmann

Männerstriptease? Das braucht eine emanzipierte Frau nun wirklich nicht.

Entfesselte Weiber, die wild kreischend halbnackten M√§nnern auf der B√ľhne ihre Slips und BHs zuwerfen? Sich auch noch betatschen lassen?

Soweit das Vorurteil. Ein wenig neugierig war ich schon: Was passiert da wirklich? Ziehen die M√§nner sich wirklich ganz aus?√ā¬†Hat das eine erotische Wirkung?

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Pralle Muskeln - pralle Freude: Frauen haben Spaß mit den American Dream Men. Foto: hblog

Ich rechnete also erstmal mit dem Schlimmsten. Aber ich rechnete nicht mit dem, was ich dann tatsächlich erlebt habe.

Gut 200 Frauen jeglichen Alters, die zusammen feierten, die ihren Spa√ü hatten, schon bevor die „Traumm√§nner“ auf die B√ľhne kamen.

Die Stimmung reichte schon w√§hrend des Vorprogramms der Grumbe von gel√∂st bis aufgekratzt. Die Frauen sangen und tanzten mit und am√ľsierten sich pr√§chtig – und brachten sich f√ľr den Auftritt der Muskelm√§nner in Fahrt.

Der Auftritt der tanzenden Stripper war spektakulär Рdie Reaktionen auch.

Denn das waren schon Adonis-Körper, die sich hier zur Schau stellten. Mal ganz ehrlich Рwer hat sowas schon zuhause?

Zumindest auf den ersten Blick. Bei kritischer Betrachtung – und wir Frauen, sind ja bekanntlich kritisch – ist der eine in der Taille vielleicht dann doch zu breit, beim anderen sind die Beine etwas zu kurz und ein dritter hat ein wenig Speck um des Leibes Mitte. Aber wer ist schon perfekt?

Es waren eindeutig nicht die inneren „edlen“ Werte, die hier die Stimmung aufheizten.

Und wer ist schon ganz normal? Vor allem in der närrischen Zeit?

Die Frauen werfen an diesem Abend ihre Hemmungen ab, so wie die T√§nzer ihre Kleidungsst√ľcke.

Es geht nicht darum, sich korrekt zu verhalten, darauf zu achten, „was man macht und was nicht“. Wie man sich benimmt und wie nicht.

Es sind eindeutig nicht die inneren „edlen“ Werte, die hier die Stimmung aufheizen. Bei jedem Show-Akt wird das K√∂rperliche und die fantasievolle Lust gefeiert.

Zum Sex kommt es selbstverständlich nicht Рaber der soll ja auch in Gedanken am besten sein.

Da werden Frauen mit Handschellen an den Stuhl gefesselt, mit dem Lasso eingefangen oder bekommen einen Knackarsch hingestreckt, mit der Einladung: „Fass mich an!“

Ist das sexistisch? Ja. Nur ist in diesem Fall das Objekt der Begierde der Mann. Und die Frauen machen begeistert mit.

Die männlichen Rollenbilder werden aufs Beste bedient. Ob Bauarbeiter mit eisernen Muskeln, Cowboy mit Lasso, Polizist mit Handschellen oder der Barbar mit Schwert, die Botschaft war klar: Hier werden verschiedene erotische Fantasien geweckt und befriedigt.

Vergessen Sie Kuschelsex, hier wird gefesselt. Das weibliche Publikum ist begeistert.

Die Zuschauerinnen, die auf die B√ľhne geholt werden, sehen den „amerikanischen Traum“ ganz nackt. Den √ľbrigen Frauen bleibt die Vorstellung – das reicht f√ľr das kribbelige Gef√ľhl.

Zwischen den einzelnen Show-Acts heizt Moderator Mike Hamilton die Stimmung auf. Er singt und tanzt √ľber B√ľhne und durch den Zuschauerraum und auch schon mal mit Prinzessin Bianca auf dem Tisch – das ist gekonnt, das ist sexy, was er zeigt.

Die Spiele zwischen den Auftritten erinnern an das Animations-Programm des Cluburlaubs, nur zotiger, eindeutig unter der „G√ľrtellinie“: Kondome werden √ľber Gurken gezogen, mit einem Blasebalg werden phallusgeformte Luftballons aufgeblasen. „Ihr wollt doch spielen“, sagt der Moderator und erh√§lt durch lautes Kreischen die Legitimation vom Publikum.

Nach dem letzten Auftritt darf man noch bleiben. Ralf Siegel spielt weiter. Die Erotik liegt noch in der Luft, doch die meisten Frauen verlassen den Saal.

Sie gehen mit ihren Fantasien nach Hause√Ę‚ā¨¬¶

Ist meine Frage nach dem Abend beantwortet? Brauche ich als emanzipierte Frau einen solchen Abend? Nicht wirklich. Aber Spaß brauchen wir alle. Und den hatten wir Frauen ganz sicher.

Unseren Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Gabis Kolumne

Das „starke“ Geschlecht

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Guten Tag!

Heddesheim, 07. Dezember 2009.

Die Weihnachtszeit erinnert neben all dem Kommerz den ein oder anderen auch an den eigentlichen Sinn der Feier: Als das „Fest der Liebe und der Andacht“ an den Mann, der dem Abendland als Sinn- und Religionsstifter das Christentum beschert hat. Unsere Kolumnistin Gabi l√§sst die Zeit Revue passieren und stellt sich die Frage, wie es ist mit der Liebe und dem Kampf steht und wie wir Menschen miteinander umgehen.

Die Weihnachtszeit ist eine gute Zeit, um √ľber alles noch einmal nachzudenken, findet Gabi. Und neben all dem Glitzer und Geblinke f√§llt ihr auf, dass es immer wieder um Frauen und M√§nner geht, um Liebe und Nachsicht, aber auch um Kampf und H√§rte. F√ľr Gabi ist klar, wer das wahre starke Geschlecht ist.

„Probier es doch mit reden…“

„Wehr dich! Schlag zur√ľck!“, „Gewalt ist keine L√∂sung“, „Das darfst du dir nicht gefallen lassen“, „Probier es doch mit reden, bevor du zur√ľck haust“ – kommen in Ihnen diese Ratschl√§ge bekannt vor? Wenn Sie eine Frau sind, sicher weniger, sind Sie m√§nnlich ist das Ihnen sicherlich vertraut.

Vor kurzem habe ich die Vorschau f√ľr eine von diesen deutschen Kom√∂dien gesehen – in die ich sicher nicht reingehen werde – in der es mal wieder um Mann und Frau und unser Rollenverst√§ndnis ging. In kurzen Sequenzen wurde zusammengeschnitten, wie kleine Jungs von Mutter und Vater gebrieft werden – wie immer mit diametral entgegen gesetzter Botschaft.

W√§hrend wir als M√§dchen in dem Bewusstsein aufwachsen, alle gro√üen und kleinen Probleme der Welt mit Kommunikation und Verst√§ndnis l√∂sen zu k√∂nnen, bekommen unsere kleinen und gro√üen Br√ľder, die Jungs aus der Nachbarschaft, unsere Ehem√§nner und S√∂hne zwei √ÉŇďberzeugungen vermittelt, die weibliche und die m√§nnliche.

Folgendes Szenario: Woran denken Sie bei kleinen Jungs und lange Gegenständen? Richtig, aus den langen Gegenständen (Stock) wird ein Schwert, aus dem Rohre eine Knarre. Das Ende der Geschichte sind meist Blessuren und Tränen des Schmerzes und der Wut, unterlegen zu sein oder des Triumphs, der Sieger zu sein.

„Jungs m√ľssen sich pr√ľgeln“, sagt der „Buddhist“.

„Jungs brauchen das, sie m√ľssen ihre Kr√§fte messen, sie m√ľssen sich pr√ľgeln“, sagte erst vor kurzem wieder der Mann einer Freundin, der sich normalerweise zu der friedlichen Weltanschauung des Buddhismus bekennt.

Ob beim Fu√üball oder beim Eishockey – Spieler und Fans scheuen weder vor k√∂rperlichen noch vor verbalen Attacken zur√ľck – ein m√§nnliches Ph√§nomen. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Damenfu√üball als Gegenbeispiel.

Jungs, die sich nicht wehren, sind Looser. Mädchen dagegen Opfer.

Vor zwei Jahren wurde mein Sohn von einem √§lteren, k√∂rperlich eindeutig √ľberlegenen Mitsch√ľler gepiesackt und auch k√∂rperlich angegangen. Mein Rat, „rede mit dem Lehrer, rede mit dem Jungen, bleib bei deinen Freunden“. „Ja, ja, alles richtig“, meinte mein Mann, „aber wenn das alles nichts hilft, musst du dich wehren, hau zur√ľck.“

Die kleinen M√§nner wachsen in ihrem Alltag, zu Hause, im Kindergarten, in der Grundschule zumeist – und das hat sich durch die Emanzipation wenig ge√§ndert – unter Frauen auf. Doch ihre Vorbilder suchen sie in der m√§nnlichen Welt: Im Sport, beim Vater-Sohn-Campen, in den Heldengeschichten in B√ľchern und Filmen.

Jungs m√ľssen sich mit ihren V√§tern kappeln, M√§dchen d√ľrfen schmusen. Schmusende Jungs sind ab einem bestimmten Alter Mutters√∂hnchen und d√ľrfen es dann erst wieder mit der Freundin, denn das ist ja dann m√§nnlich.

„Was ist Erfolg?“

Ganz schön viele Klischeés, meinen Sie? Denn es hat sich doch schon ganz schön viel verändert. Ist das so? Dann frage ich Sie ganz einfach: Wann hat ihr Mann zum letzten Mal mit ihrem Sohn so richtig nett gekuschelt? Oder, wann hat Dich Dein Vater mal so richtig lieb länger als zwei Sekunden in den Arm genommen? Oder einen jungen Mann: Wann bist Du das letzte Mal mit Deinem Freund Hand-in-Hand durch die Stadt gelaufen?

Merken Sie was?

Während meines Studiums- zugegebenermaßen ist das schon eine Weile her -war der Softie groß in Mode, mit ihm konnte man stundenlang quatschen, den Liebeskummer besprechen, er war perfekt beim Zusammenleben, weil er einkaufen ging und auch mal die Waschmaschine betätigte.

Doch die angesagten Typen waren schon immer nicht wirklich WG-tauglich. Die Alpha-M√§nner waren begehrt und verstr√∂mten Erfolg. Und f√ľr Erfolg muss man sich ja schlie√ülich durchsetzen k√∂nnen, man muss sich wehren. Verstehen Sie, was ich meine?

Nach diesen √ÉŇďberlegungen betrachte ich die kleinen und gro√üen M√§nner aus ganz neuen Augen, was m√ľssen sie sich doch beweisen, was m√ľssen sie sich messen.

Bleibt die Frage: F√ľr wen tun sie das alles?

Schließlich wissen wir Frauen: Das einzig wirklich starke Geschlecht sind wir.

Und diese Stärke sollten wir erfolgreicher durchsetzen.

gabi