Donnerstag, 29. Juli 2021

Update: „Pfenning“ wirbt fĂŒr „massgeschneidertes“ Gefahrgutlager

Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juni 2010. Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ bewirbt zur Zeit mit Aufwand die bislang weder genehmigten noch gebauten Hallen in Heddesheim. Pikant: In der Publikation „Gefahrgutlogistik“ wirbt Pfenning fĂŒr „maßgeschneiderte Lagerhallen fĂŒr Gefahrstoffe“ in Heddesheim.

Ob Schienenanschluss, ArbeitsplĂ€tze oder Gewerbesteuer kommen, ist unsicher. Sicher ist, dass Pfenning Gefahrstoffe in Heddesheim lagern wird – denn das verspricht das Unternehmen seinen Kunden.

Vollkommen unbekĂŒmmert aller Entscheidungen des Gemeinderats vermarktet das Unternehmen seine Hallen schon seit dem FrĂŒhjahr 2009 – vermutlich weiß „Pfenning“ besser als die Öffentlichkeit, dass alle notwendigen Entscheidungen schon vereinbart sind.

Hier finden Sie die Werbeanzeige fĂŒr „maßgeschneiderte Hallen fĂŒr Gefahrstoffe“.

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Das heddesheimblog

Leserbrief: SpektakulÀr-fantasieloses Ansinnen


Leserbrief: Erich Gottschalk

AltbĂŒrgermeister Fritz Kessler, der Vater des derzeit amtierenden BĂŒrgermeisters, pflegte vorrangig die Wohnkultur Heddesheims, ohne die organisch sinnvolle Besiedlung des Gewerbegebiets zu vernachlĂ€ssigen. Die Gestaltung des BadeseegelĂ€ndes beweist seine Umsicht beim Erhalt der unversehrten Landschaft.

Im krassen Gegensatz dazu steht das spektakulĂ€r-fantasielose Ansinnen weniger Verwaltungsverantwortlicher, ein aus allen Rahmen kippendes Mammutprojekt mit unĂŒbersehbarem Risikopotenzial und verhĂ€ngnisvoller Monowirtschaft aus der Taufe zu heben.

Die prekĂ€re Verkehrssituation erfĂ€hrt eine extrem belastende VerschĂ€rfung. Den „Vertrag“ ĂŒber Strafgeld fĂŒr ungehorsame Pfenning-Lkw-Fahrer könnte man als Verwaltungsscherz abtun, wenn nicht dahinter, ebenso wie beim albernen „wir freuen uns auf Heddesheim“, die miese Absicht stĂŒnde, den BĂŒrgern zu suggerieren, alles sei schon gelaufen. Inzwischen ist klargeworden, mit wem und mit was man es zu tun bekommt. Ein zwanzig Fußballfelder großes GelĂ€nde wird mit monströsen achtzehn Meter hohen Reihenhallen und zwei mehrere Tausend Quadratmeter großen Chemielagern zugebaut.

Die Wohnkultur Heddesheims kommt unter die RĂ€der

Die Chemielager wurden von Pfenning bereits im April 2009 in Chemie-FachblĂ€ttern beworben. Schon die als unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schockierenden Dimensionen stellen einen brutal-zerstörerischen Eingriff in das Landschaftsbild dar. Die Wohnkultur Heddesheims kommt im wahrsten Sinne des Wortes „unter die RĂ€der“.

Was passiert, wenn Pfenning die gemieteten Einheiten aus irgendwelchen GrĂŒnden aufgibt? Wer ĂŒbernimmt dann das Betonmonster? Sind ArbeitsplĂ€tze und Gewerbesteuer nur Luftnummern? Die inzwischen zugelassene BĂŒrgerbefragung enthĂ€lt zwei veralbernd-hinterhĂ€ltige Fragen. Trotzdem, mit dem Kreuz an der richtigen Stelle können die Heddesheimer dafĂŒr sorgen, dass die Pfenning-Gruppe da bleibt, wo sie ist.

Anmerkung der Redaktion: Leserbriefe geben die Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion. FĂŒr den Inhalt ist der Autor selbst verantwortlich.