Samstag, 25. September 2021

Fotostrecke: Der Abriss

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar. 25. Januar 2010. Das heddesheimblog dokumentiert in seiner Fotostrecke die Abrissarbeiten der Brücke Viernheim-Heddesheim (L631) über die A659.

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Jurassic Park: Betonzangen erinnern an Dinosaurier. Bild: hblog

Nach der ersten Planung sollten die Arbeiten bis gegen 13:00 Uhr erledigt sein – tatsächlich dauerten die Arbeiten aber bis weit nach 17:00 Uhr. Die offizielle Erklärung: Weil man gut vorangekommen sei, wurden die Abbrucharbeiten auf die äußeren Brückenpfeiler ausgeweitet.

Mittlerweile ist die Autobahn A659 zwischen Mannheim und Weinheim wieder für den Verkehr freigegeben.

Unsere Bilder zeigen die beeindruckende Arbeit des „schweren Geräts“. 30-Tonnen-Bagger bissen und bohrten sich in die Betonstahlbrücke. Was in einer Nacht abgerissen wurde, wird bis Ende des Jahres wieder aufgebaut. Im Dezember soll die neue Brückenverbindung fertig sein.

Fotos: heddesheimblog / Horst Pölitz

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Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Der Abbruch: Erste Videos vom Brückenabriss Viernheim-Heddesheim

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Monströse Maschinen zerkleinern die Brücke auf der L631 Viernheim-Heddesheim. Bild: hblog

Guten Tag

Heddesheim, 24. Januar 2010. Das heddesheimblog war gestern bei den Abrissarbeiten der Brücke Viernheim-Heddesheim auf der L631 dabei. Für die Abrissarbeiten wurde die A659 in diesem Bereich voll gesperrt. Die beauftragte Firma Engelhorn rückte mit schwerem Gerät an. Bis gegen Mittag am heutigen Sonntag sollen die Abriss- und Aufräumarbeiten erledigt sein.

Trotz des Zeitdrucks hatte Firmenchef Rolf Engelhorn Zeit, dem heddesheimblog spontan ein Interview zu geben, dass wir ungekürzt zeigen:

Die Abrissarbeiten sind beeindruckend. Bagger mit einer Art „Riesen-Hilti“ bohren sich in die Brücke, andere haben Greifwerkzeuge, deren „Gebiss“ an „Jurassic Park“ erinnert. Scheinbar spielend leicht bedienen die Mitarbeiter der Firma Engelhorn die „Monstermaschinen“.

Sie arbeiten unter Zeitdruck, denn sie haben nur rund fünfzehn Stunden Zeit, die Brücke abzureißen. 1.400 Tonnen Material müssen abgeräumt werden. 600 Kubikmeter Sand wurden aufgeschüttet, um die Fahrbahndecke der Autobahn A659 zu schützen. Die müssen wieder entfernt werden. Macht unterm Strich 2.500 Kubikmeter Material, das bewegt wird.

Eine „gewaltige“ Aufgabe also. Das Problem: Es handelt sich um eine Spannbetonbrücke – die sehr hochwertig gebaut wurde. Das macht es nicht gerade einfach, die Brücke zu zerkleinern.

Die Redaktion zeigt erste Videobilder.

Der Dank der Redaktion gilt dem Hessischen Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Bensheim, den Firmen Heberger und Engelhorn und der Polizei für die unbürokratische Erlaubnis, dass wir uns während der Abbrucharbeiten auf dem Gelände aufhalten konnten.

Weitere Videos von heddesheimblog-tv.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Der Bürgermeister, die Verkehrsproblematik und das Chaos der Beschilderung

Guten Tag!

Heddesheim, 19. Januar 2010. Seit dem 07. Januar 2010 ist die Brücke zwischen Heddesheim und Viernheim gesperrt. In Viernheim stand die Umleitungsbeschilderung binnen Tagesfrist, ebenso in Ladenburg – in Heddesheim fehlen an der Ringstraße bis heute noch viele notwendige Beschilderungen. Bei unserer Recherche schoben sich die beteiligten Behörden gegenseitig den schwarzen Peter zu.
Da auf der hessischen Seite alles „seine Ordnung“ hat, muss man davon ausgehen, dass die Koordination zwischen der Gemeinde und dem Kreis nicht funktioniert.

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Der Verkehr ist eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Thema in Heddesheim. Immer wieder. Auch bei der vergangenen Gemeinderatssitzung vom 17. Dezember 2009. Da forderte ein Bürger in der „Fragezeit“ die Gemeinde auf, mehr für die Verkehrsberuhigung im Ortskern zu tun.

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Dokumentation: Bürgermeister Kessler ist angeblich "intensiv" um "Verkehrsberuhigung bemüht". Klicken Sie für eine größere Darstellung. Quelle: Gemeinderatsprotokoll

Bürgermeister Michael Kessler versicherte den anwesenden Bürgern, die Gemeinde würde „seit Jahren versuchen, Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden. Dies scheitert aber an der Klassifizierung der durch den Ortskern verlaufenden Straßen immer wieder.“

Außerdem: „Es gab etliche Verkehrsgutachten, aber die Hoffnung durch einseitigen Beschluss des Gemeinderats oder durch Behördenregelungen hier eine Verbesserung zu erfahren ist fast unmöglich. Deshalb werden wir die Anstrengung zur Schaffung einer funktionierenden Ortsumgehung intensiv weiter betreiben.“

„Hoffnung auf Besserung fast unmöglich.“ Bürgermeister Kessler

Ob Bürgermeister Kessler die „Lösung der Verkehrsproblematik“ tatsächlich so „intensiv betreibt“, wie er behauptet, ist nach unseren Recherchen zumindest fraglich.

Am 15. Januar 2009 fand ein erster Besprechungstermin zur geplanten Brückenerneuerung und der damit einhergehenden Umleitung beim hessischen Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bensheim statt. Auch die Gemeinde Heddesheim war eingeladen: „Eine Teilnahme erfolgte seitens der Gemeinde nicht“, antwortet das ASV der Redaktion schriftlich.

Weiter steht in der email: „Seit dem 19.01.2009 findet mit der Gemeinde Heddesheim ein reger Schrift- und E-Mail-Verkehr statt. Es erfolgten verschiedene Ortstermine im Frühjahr und Sommer 2009, bei denen u.a. auch Herr Bürgermeister Kessler teilgenommen hat.“

Bürgermeister Kessler äußerte sich selbst öffentlich bei mehreren Gelegenheiten im vergangenen Jahr, dass im Zuge des Brückenabrisses und -neubaus „Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung“ bestünden – zumindest während des Zeitraums der Brückenarbeiten.

„Verwaltung war überrascht“, sagte Bürgermeister Kessler.

Zuletzt in der Gemeinderatssitzung vom 17. Dezember 2009. Bürgermeister Kessler informiert unter „Bekanntgaben und Anfragen“ über den „Brückenabriss L 631 Viernheim/Heddesheim“:

„Die Verwaltung war selbst überrascht, als in dieser Woche eine Pressemitteilung (des ASV, Anm. d. Red.) zu lesen war. Die Kommunikation, dass die Maßnahme so schnell beginnt, hatte nicht funktioniert. Am heutigen Vormittag gab es ein Gespräch mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, die ergänzende Beschilderungsmaßnahmen vornehmen will.“

„Ãœberrascht und reichlich verwundert“, sagt das Straßenverkehrsamt Bensheim.

Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Bensheim ist, mit dieser Aussage konfrontiert, ebenfalls „überrascht und reichlich verwundert“: „Die Gemeinde Heddesheim weiß seit Januar 2009 von der Maßnahme und ist umfangreich durch uns informiert worden. Anfang Dezember wurde die Gemeinde von uns über den Beginn der Maßnahme in Kenntnis gesetzt“, so die Auskunft gegenüber dem heddesheimblog. Also schon zwei Wochen vor dem Datum „heutiger Vormittag“, das der Bürgermeister Kessler in der öffentlichen Gemeinderatssitzung nannte.

Doch die Ãœberraschungen gehen weiter.

Obwohl die in Heddesheim „dringlich ersehnten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen“ seit dem 07. Januar 2010 möglich sind – fehlen trotz „intensiver Bemühungen“ bis heute Beschilderungen.

Wir fragen beim ASV nach. Das erklärt sich nicht für zuständig und fragt beim Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises nach. Das wiederum erklärt sich der Redaktion gegenüber nicht für zuständig und die Maßnahmen zur Sache des ASV. Das Straßenverkehrsamt nimmt sich schließlich der Sache an und vereinbart einen Vororttermin: „Die Ausschilderung ist tatsächlich unzureichend.“

Auf Nachfrage des heddesheimblogs bei der Gemeinde fühlte sich diese nicht zuständig und verweist schriftlich ebenfalls zum ASV: „Die Umleitungsbeschilderung im Bereich Kreuzung Muckensturmer Straße/Ringstraße wird auf Anordnung des Amts für Straßen und Verkehrswesens Bensheim geändert. Es handelt sich um Maßnahmen von dort. Für weitere Informationen bitten wir Sie, sich dorthin zu wenden.“

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Mitarbeit: Horst Pölitz