Donnerstag, 05. August 2021

Werkrealschule Hirschberg/Heddesheim heißt nun Karl-Drais-Schule


Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 18. Februar 2011. Die Martin-Stöhr-Grund- und Hauptschule und die Johannes-Kepler-Schule werden nach der Zusammenlegung zur Grund- und Werkrealschule Hirschberg/Heddesheim kĂŒnftig „Karl-Drais-Schule“ heißen. Der Beschluss fiel nicht einstimmig.

Die beiden BĂŒrgermeister Manuel Just (Hirschberg) und Michael Kessler (Heddesheim) stellten in der gestrigen Sitzung des Schulzweckverbands die Beratungen in den GemeinderĂ€ten dar.

Aus Sicht der Drais-BefĂŒrworter wurde argumentiert: Ein Erfinder passe besser zu einer Werkrealschule, Drais sei auch bei SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern bekannt, es gebe einen Bezug zur Region und zum Aspekt Technik. Peter Johe (Freie WĂ€hler Hirschberg) fand den Namen Domin eher passend fĂŒr ein Gymnasium.

Die Heddesheimer GrĂŒnen Kurt Klemm, Andreas Schuster, sowie die GLH-GemeinderĂ€tin Birgit Knoblauch und die Heddesheimer SPD-GemeinderĂ€tin Karin Hoffmeister-Bugla argumentierten und stimmten hingegen fĂŒr Hilde Domin: Eine Frau wĂ€re gut um, die Rolle der Frauen zu stĂ€rken. Außerdem wĂ€re ein Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus und der Verfolgung von Menschen gegeben, ein Thema, dass derzeit in der Region eher stiefmĂŒtterlich behandelt werde. Drais hingegen sei hĂ€ufig vertreten und deshalb etwas abgegriffe und zu naheliegend.

Der Hirschberger Gemeinderat hatte sich vor dem Heddesheimer Gemeinderat auf den Namen Drais in nicht-öffentlicher Sitzung festgelegt, wĂ€hrend der Heddesheimer Gemeinderat mehrheitlich den Namen Domin prĂ€feriert hat, aber auch Drais aufgeschlossen gegenĂŒber stand.

Acht GemeinderĂ€te stimmten dann fĂŒr Drais, vier fĂŒr Domin. Die BĂŒrgermeister, die nur „einig“ Entscheidungen fĂŒr den Verband treffen können, stimmten dann fĂŒr die Benennung in Karl-Drais-Schule.

Insgesamt gab es 85 NamensvorschlĂ€ge aus der Bevölkerung. Die „Namensgeber“ fĂŒr Drais dĂŒrfen sich ĂŒber einen 100-Euro-Einkaufsgutschein freuen, fĂŒr Hilde Domin gibt es einen Gutschein im Wert von 75 Euro und fĂŒr den drittplatzierten Namen „Loki-Schmidt-Schule“ einen im Wert von 50 Euro.

Auch eingesandt Logo-VorschlĂ€ge werden prĂ€miert – auch wenn sie nicht zum Einsatz kommen.

Karl Drais. Quelle: wikipedia

Zur Person:
Wikipedia: Karl Drais wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe geboren und ist dort auch am 10. Dezember 1851 gestorben.

Neben seiner TĂ€tigkeit als „Erfinder“ gibt es auch „politische Verwicklungen“, wie man im Online-Lexikon nachlesen kann:
„Zu Drais’ Erfindungen gehören ein Klavierrekorder, der TastendrĂŒcke auf Papierband aufzeichnet; 1821 die erste Tastenschreibmaschine fĂŒr 25 Buchstaben (1829 weiterentwickelt zur Schnellschreibmaschine mit 16 Tasten sowie erstmals mit Lochstreifen); ein Holzsparherd mit frĂŒhester Kochkiste.

Drais’ bedeutendste Erfindung ist der VorlĂ€ufer des Fahrrads die Laufmaschine oder Draisine. Mit ihr wurde zum ersten Mal das Zweiradprinzip, die Bewegung eines Fahrzeugs mit zwei RĂ€dern auf einer Spur, verwirklicht.“

„Nachdem das Oberhofgericht Mannheim unter Vorsitz von Drais’ Vater den Burschenschafter und Kotzebue-Mörder Karl Ludwig Sand zum Tode verurteilt hatte, begannen die AnhĂ€nger des kurz darauf Hingerichteten, Drais wegen des Urteils des Vaters zu verfolgen. Deshalb wanderte er fĂŒr ein paar Jahre als Geometer nach Brasilien aus.

Nach seiner RĂŒckkehr und dem Tod des Vaters wollte man ihm seine Erfinderpension kĂŒrzen, wogegen er erfolgreich prozessierte. Darauf wurde er das Opfer von Privatrache des unterlegenen gegnerischen Anwalts. Man inszenierte eine KneipenschlĂ€gerei mit Konsequenzen.

Daraufhin verlor er seinen Kammerherrenstatus, das heißt, er wurde bei Hofe nicht mehr vorgelassen. Nachdem er sich öffentlich als Demokrat geĂ€ußert hatte, entging er 1838 nur knapp einem Mordanschlag und zog nach Waldkatzenbach im Odenwald.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Die Redaktion

Hinweis der Redaktion:
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