Freitag, 20. Mai 2022

"Pfenning"-Bau geht - naja - voran

Neues von der Baustelle: Folge 6 – Es entwickelt sich

Hinter den Zäunen wird ein wenig gebaggert.

Heddesheim, 11. Januar 2012. (red) Auf dem „Pfenning“-Gel√§nde geht es voran. Es ist eingez√§unt, ein paar Baucontainer stehen herum, ein paar Bagger baggern. Glaubt man „Pfenning“ – soll hier schon 2012 ein „Multicube“ stehen – nur fraglich, ob das bei dem Tempo klappen wird. 2013 soll sogar der Gleisanschluss schon in Betrieb sein.

Von Hardy Prothmann

In „Neues von der Baustelle“ haben wir in Folge 5 dar√ľber berichtet, dass der gute Nachbar „Pfenning“ sich einz√§unt. Diese fundamentalen Arbeiten sind abgeschlossen.

Gro√üe Teile des ehemals besten Heddesheimer Ackergel√§ndes sind abgeschoben und damit zerst√∂rt. Wer sich dieser Tage das k√ľnftige „Pfenning“-Gel√§nde anschaut, sieht nur Schlamm. Und wundert sich √ľber den Zaun. Kein vern√ľnftiger Mensch w√ľrde dieses Gel√§nde betreten, au√üer f√ľr eine Schlammschlacht.

Der „gute Nachbar“ hatte zum November den Beginn der Bauarbeiten per Pressemitteilung angek√ľndigt. Diese hat der B√ľrgermeister Kessler sofort an den Gemeinderat weitergeleitet, denn Kessler war unter Druck, geschah doch lange nichts. Dabei ist „Pfenning“ doch die Zukunftsrettung Heddesheims.

Nach fast zwei Monaten Beginn der Bauarbeiten ist, sagen wir mal, erstaunlich wenig passiert. Wenn „Pfenning“ in dem Tempo „weiterbaut“, wird das eine Dauerbaustelle f√ľr die n√§chsten zehn Jahre.

Nach eigener (spärlicher) Darstellung will Pfenning aber schon dieses Jahr loslegen und 2013 soll sogar Schienenlogistik Realität sein.

Wer genau hinschaut, sieht, dass das Gel√§nde vorbereitet wird. Es wird „entwickelt“, sprich, die wichtigen Versorgungsleitungen werden gelegt.

Und es gibt vermehrt Vermutungen, dass das halt einfach (nur) so ist. „Pfenning“, also Karl-Martin Pfenning und der Viernheimer Immobilien-Mensch Johann Georg Adler III (der nennt sich tats√§chlich so), haben zusammen eine Gesellschaft des b√ľrgerlichen Rechts bebildet und sind die alleinigen Investoren f√ľr das angebliche „100-Millionen-Euro-Projekt“.

Nach zwei Monaten "Bauaktivität" ist das Ergebnis erstaunlich.

Nach au√üen ist es „Pfenning“ als Unternehmen, tats√§chlich sind es zwei Viernheimer Einzelinvestoren – zumindest ist der der letzte bekannte Stand.

Es gibt Vermutungen, dass die beiden gerade ein gro√ües Gesch√§ft machen. Sie haben einen (bislang) g√ľltigen Bebauungsplan, haben f√ľr l√§cherliche 47 Euro pro Quadratmeter ein Filetst√ľck gekauft, bereiten das jetzt vor und verkaufen das dann deutlich teurer zu einer traumhaften Rendite. So die Vermutungen.

Die Vermutungen fu√üen auf Indizien. Hatte „Pfenning“ zun√§chst davon gesprochen, regionale Lager zu konzentrieren und hatten B√ľrgermeister Michael Kessler, sein Organ Joseph Doll (CDU) und der willf√§hrige SPD-Sprecher J√ľrgen Merx immer wieder den Erhalt der Arbeitspl√§tze in der Region hervorgehoben, hat „Pfenning“ vor kurzem Tacheles geredet: Es gehe um Neugesch√§ft. Die alten Standorte bleiben, wo sie sind.

FDP-Vertreter Frank Hasselbring fand alles immer einfach „gut“ und stimmte voll zu.

Der gute Nachbar „Pfenning“ ist seit der entscheidenden Abstimmung zum Bebauungsplan ein Fremder in Heddesheim. Hat ihn jemand gesehen? Ist er pr√§sent? Informiert er √ľber das, was passiert auf der Baustelle? Pr√§sentiert er sich als guter Nachbar? Informiert er? Entschuldigt er sich f√ľr Belastungen?

Nein. Warum auch?

Politisch ist sein „Ding“ entschieden.

Man darf gespannt sein, wie sich die „Dinge“ entwickeln.

Man darf auf die Schlammschlacht gespannt sein.

 

 

 

Einwohnerzahl stagniert oder hält sich - abhängig von der Interpretation

Neub√ľrgerempfang im Pflug

B√ľrgermeister Kessler (links) empf√§ngt stellvertretend f√ľr die Gemeinde Neub√ľrger.

Heddesheim, 10. Januar 2012. Zum Jahresanfang werden die Neub√ľrgerinnen und -b√ľrger im Pflug empfangen, um die Gemeinde vorzustellen. Knapp 40 Personen fanden sich ein. B√ľrgermeister Michael Kessler begr√ľ√üte zusammen mit Gemeindebediensteten und einigen Gemeinder√§ten den „Zuwachs“ – Seit zehn Jahren stagniert allerdings die Bev√∂lkerungszahl.

B√ľrgerinnen und B√ľrger sind nicht einfach nur „Bewohner“ – sie tragen viel zur Gemeinde bei. Zun√§chst mal als Mensch, der sie sind. Aber auch als Steuerzahler, als m√∂gliches Vereinsmitglied oder ehrenamtlicher Helfer oder kulturelle Bereicherung. Und nat√ľrlich gibt es dar√ľber Statistiken.

Bis zum Ende des zweiten Quartals 2011 gab es (Stand 31.12.2011) 549 Zuz√ľge und 526 Wegz√ľge, au√üerdem 116 Sterbef√§lle und 91 Geburten. Die Bilanz: Ein „Minus“ von zwei B√ľrgern.

In den vergangenen zehn Jahren war der bisher h√∂chste Einwohnerstand zum Ende des zweiten Quartals 2005 erreicht: 11.673 B√ľrgerinnen und B√ľrger, also 124 mehr als aktuell.

Nach den Zahlen von 2010 sind insgesamt 3.537 Menschen in Heddesheim √ľber 65 Jahre alt – genau 30 Prozent der Bev√∂lkerung. Die Frauen sind mit 52 Prozent in der „√úberzahl“.

Und Heddesheim wird „internationaler“: Gem√§√ü den statistischen Zahlen gibt es im Vergleich des vierten Quartals 2000/2010 insgesamt einen Zuwachs von 56 B√ľrgerinnen und B√ľrger ausl√§ndischer Herkunft, Ende 2010 sind es 734.

Der niedrigste Bevölkerungsstand war Ende des ersten Quartals 2001 zu verzeichnen: 11.517. Im ersten Quartal 2009 gab es einen ähnlich niedrigen Stand: 11.518.

Die Tendenz ist also… schwankend. Je nach Interpretation h√§lt sich sich oder stagniert. Heddesheim h√§lt die Einwohnerzahl und freut sich √ľber Neub√ľrger – als Mensch, als Steuerzahler, als m√∂gliches Vereinsmitglied oder ehrenamtlicher Helfer oder als Bereicherung der Kultur.

Spannend d√ľrfte es ab diesem Jahr werden. Denn ab 2012 will das Viernheimer Speditionsunternehmen „Pfenning“ angeblich bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze in Heddesheim bieten – bislang arbeiten aber nur Fremdfirmen auf dem Gel√§nde.

Die Bef√ľrworter der Ansiedlung, allen voran der B√ľrgermeister, die CDU, SPD und FDP erhoffen sich nach Fertigstellung des Hallenkomplexes einen deutlichen „Schub“ bei den Einwohnerzahlen. Hinzu kommt die geplante Edeka-Erweiterung, ebenfalls ein Logistik-Projekt.

Sp√§testens 2014 werden die Zahlen vorliegen – dann sind B√ľrgermeister- und Kommunalwahlen.

Die Neub√ľrgerinnen und -b√ľrger sind √ľbrigens herzlich eingeladen, sich auch f√ľr die Kommunalpolitik zu interessieren und sich einzubringen. Am Ende des Monats sind die Gemeinderatssitzungen, aktuelle politische Informationen finden Sie auf dem Heddesheimblog und Sie k√∂nnen sich hier mit Kommentaren und Gastbeitr√§gen beteiligen.

Politische PR-Berichterstattung – RNZ schweigt

"Mens agitat molem" hat die RNZ als Leitspruch - "der Geist bewegt die Materie". Fragt sich nur, welche Art von Geist gemeinst ist.

Rhein-Neckar, 22. November 2011. (red) Am 17. November 2011 hat die Redaktion auf dem Rheinneckarblog.de aufgedeckt, dass die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) politische PR-Propaganda f√ľr die CDU und Stuttgart 21 macht. Ein Text des CDU-Landtagsabgeordneten Georg Wacker war als redaktioneller Text getarnt in weiten Teilen inhaltlich und sogar wortgleich √ľbernommen worden. Wir haben die Chefredaktion damit konfrontiert und um Auskunft gebeten, ob sich die RNZ noch als unabh√§ngige Zeitung oder als Propaganda-Organ sieht. Die Frage scheint beantwortet.

Von Hardy Prothmann

Angeblich hatte den Text der Redakteur Stefan Hagen geschrieben – schlie√ülich war der Artikel mit seinem Namen gekennzeichnet. Auf R√ľckfrage bei Herrn Hagen hat dieser den Text als seinen eigenen ausgegeben. Zu dumm nur, dass am Tag vor Erscheinen der Ausgabe der mehr oder weniger gleiche Text schon beim CDU-Politiker und fr√ľheren Staatssekret√§r Georg Wacker auf dessen Homepage erschienen war.

Wir haben die Chefredaktion der RNZ um Antwort gebeten, wie es dazu kommen konnte. Seit dem 17. November hatte die RNZ Zeit, zu der brisanten Frage Stellung zu beziehen, ob sich die Zeitung als unabh√§ngig oder als parteipolitisches Propaganda-Blatt begreift. Oder, ob Herr Hagen gar als „Ghostwriter“ f√ľr Herrn Wacker arbeitet und damit tats√§chlich „seine eigenen“ Texte in der Zeitung nochmals ver√∂ffentlicht? Immerhin beharrte er darauf, dass der abgedruckte „sein Text“ sei.

Eine Antwort fehlt bis heute und wird vermutlich auch nicht mehr kommen. Doch auch eine Nicht-Antwort ist eine Antwort. Jede anst√§ndige Redaktion, die sich einem unabh√§ngigen Journalismus verpflichtet f√ľhlt, h√§tte geantwortet und diese vermeintlich unhaltbaren Vorw√ľrfe zur√ľckgewiesen oder im Falle eines Fehlers diesen eingestanden, korrigiert und die n√∂tigen Konsequenzen gezogen.

Nicht so die RNZ-Chefredaktion. Die beiden Chefredakteure schweigen. Kein Dementi, kein Eingeständnis eines Fehlers, keine Erklärung. Nur ein schwaches Wegducken.

Tats√§chlich ist es unerheblich, ob die Zeitung Parteipropaganda f√ľr die CDU oder eine andere Partei macht. Propaganda bleibt Propaganda und hat mit seri√∂sem Journalismus nichts zu tun. Da kann die Zeitung noch so stolz sein, als erste Zeitung 1945 in W√ľrttemberg-Baden gegr√ľndet worden zu sein – mit solchen miesen Methoden rangiert man sich aufs journalistische Abstellgleis ohne Chance auf Anschluss.

M√∂glicherweise versteht man aber unsere Anfrage auch nicht, weil diese Art „zu arbeiten“ mittlerweile der „publizistische Standard“ bei der RNZ ist.

Immerhin: CDU-Mann Georg Wacker „steht zu seiner Interpretation“ und hat auf einen weiteren Bericht von uns reagiert, in dem wir der CDU Weinheim unredliche Stimmungsmache vorwerfen.

Lesen Sie zum Thema:

Nachgefragt: Wie wird aus einer politischen PR-Meldung ein redaktioneller Text in der RNZ?

Wacker steht zu Interpretation der Herrmann-Antwort

Offener Brief an die CDU Weinheim: Unredlich ist, wer falsch Zeugnis ablegt

Transparente Politik: Wie die kleine Gemeinde Seelbach anderen zeigt, was die Zukunft ist

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Seelbach, 16. November 2011.¬†W√§hrend sich die Bundesregierung seit kurzem scheinbar transparent gibt, gibt es sie bereits seit langem: Die echte Transparenz. Ein kleiner Ort im Schwarzwald macht vor, was andere nur vorgeben zu tun: transparente Politik. Die Gemeinde Seelbach √ľbertr√§gt, als w√§re das eine Selbstverst√§ndlichkeit, die Gemeinderatssitzungen √ľbers Internet. Einfach so. Und alle sind zufrieden.

Kommunalpolitik zuhause √ľber den Bildschirm des Computers im Internet verfolgen – was vor zehn Jahren schier undenkbar schien, ist heutzutage kein Problem mehr. Zumindest technisch gesehen – in vielen K√∂pfen hingegen ist das noch eine „unerh√∂rte“ Sache.

Weniger Zuschauer im Saal können es nicht werden.

Dabei ist die Zuschauerresonanz bei den Gemeinderats- und Ausschusssitzungen meist mehr als √ľberschaubar. H√§ufig kommen gar keine G√§ste.

Dabei ist das politische Interesse der Bev√∂lkerung durchaus gegeben – aber zwei, drei Stunden, manchmal noch l√§nger zum Schweigen verurteilt im Raum zu sitzen, daf√ľr haben nur wenige Zeit. Dabei interessieren sich die Menschen f√ľr die Ortspolitik. Reden auf der Stra√üe, in der Kneipe, im Freundeskreis √ľber das, was sie aus zweiter, dritter, vierter Hand haben.

Viele Themen sind nicht wirklich spannend – andere daf√ľr aber von gro√üer Bedeutung.

Wer noch arbeitet, gerade m√ľde nach Hause gekommen ist oder sich um die Kinder k√ľmmern muss, kann eventuell den Sitzungstermin nicht wahrnehmen, w√ľrde sich aber gerne sp√§ter anschauen, was verhandelt worden ist.

Transparenz gibt Antworten und vermeidet Spekulationen.

Wer will es aber dem eigentlich interessierten B√ľrger ver√ľbeln, sich den Weg ins Rathaus zu sparen, wenn Entscheidungen und Beschl√ľsse in den Medien nachzulesen sind? Aber berichten diese Medien wirklich vorbehaltlos? Haben sie wirklich alle wichtigen Informationen richtig √ľbermittelt? Oder wird gerne was vergessen, was nicht „in den Bericht passt“?

Wer wirklich informiert sein will, kennt das Original und vergleicht das mit der „√úbermittlung“ durch andere.

Wird jemand falsch oder nicht zutreffend zitiert? Wie soll man das wissen, wenn man nicht dabei war?¬†Was sagen B√ľrgermeister und Gemeinder√§te in den √∂ffentlichen Sitzungen tats√§chlich? Wer sagt was? Wor√ľber und wie wird abgestimmt?

Alles live oder im Archiv abrufbar: Die Seelbacher Gemeinderatssitzungen werden bereits seit 2004 im Internet √ľbertragen.

Eine Live-Berichterstattung kann den B√ľrgern all diese Fragen beantworten, ohne dass diese das Haus verlassen m√ľssen – beispielsweise auch √§ltere Menschen, von denen immer mehr das Internet als Anschluss zur Welt sch√§tzen lernen.

Widerstand kommt vor allem von den Gemeinderäten.

Die Betreiber lokaler Blogs und Internet-Lokalzeitungen k√§mpfen gegen¬†viel Widerstand¬†– gegen verstaubte Hauptsatzungen und viele¬†Vorurteile lokaler Politiker. Einen (vorerst) weiteren, bedingt erfolgreichen Versuch, Lokalpolitik live ins Netz zu √ľbertragen, gab es im September in Passau, wo einiger Wirbel um das Thema entstand.

Vor allem die SPD machte die Modernisierung zur Provinzposse – die SPD-Mitglieder wollten sich auf keinen Fall aufnehmen und zeigen lassen. So h√§tte die √úbertragung mit jeder SPD-Wortmeldung unterbrochen werden m√ľssen. Nachdem sich die SPD in Passau der L√§cherlichkeit preisgegeben hat, hat man sich besonnen und ist nun doch „auf Probe“ einverstanden, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Engagierte Sch√ľler und 5.000 Euro Budget f√ľrs B√ľrgerfernsehen.

Es geht aber auch anders, wie eine kleine Gemeinde im Schwarzwald¬†zeigt. Unter dem Titel¬†Seelbach-TV¬†√ľbertr√§gt die Gemeinde Seelbach¬†bereits seit 2004 alle Gemeinderatssitzungen ins Netz und bietet sie anschlie√üend l√ľckenlos zum Download¬†√ľbers Internet an.

Das Gesamtbudget daf√ľr betr√§gt vergleichsweise g√ľnstige 5.000 Euro pro Jahr. Acht bis neun Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der √∂rtlichen Realschule f√ľhren in wechselnden Teams zwei Kameras und bedienen die sonstige Technik. Die Fachhochschule Kehl betreut das Projekt als Partner.

In den Sitzungen haben wir nie so viele Zuschauer, sagt Pascal Weber.

Hauptamtsleiter Pascal Weber ist begeistert: „Aus unserer Sicht ist das Projekt ein toller Erfolg.“¬†Das zeigen die „Einschaltquoten“ der 5.000-Einwohner Gemeinde: mehrere Dutzend bis weit √ľber 100 „Zuschauer“ hat das B√ľrger-TV in Seelbach. Regelm√§√üig.

Rechnet man diese Zahlen hoch, w√§ren das beispielsweise f√ľr Hirschberg an der Bergstra√üe 60-180 Besucher pro Sitzung, f√ľr Ladenburg 70-200, f√ľr Weinheim 250-720 Besucher. Tats√§chlich nimmt in Hirschberg oft niemand, manchmal wenige und sehr selten vielleicht ein Dutzend Besucher teil. Der aktuelle Besucherrekord in Weinheim war 2011 im Oktober mit rund 130 Zuschauern zum Aufregerthema „Breitwiesen“ – sonst sind ein paar bis h√∂chstens ein Dutzend Zuschauer die „H√∂chstgrenze“ an Interesse.

SeelbachTV.de - Transparenz als Normalzustand.

Die Skepsis war schnell vorbei.

Gab es keine Bedenken? „Doch“, sagt Hauptamtsleiter Weber:

Zu Beginn waren rund ein Drittel unserer 18 Gemeinderäte skeptisch. Was wenn ich stammle oder blöd wirke, so in der Art waren die Bedenken. Aber nach den ersten paar Sitzungen hat sich die Skepsis gelegt und seitdem achtet keiner mehr auf die Kameras. Die gehören dazu.

Wer denkt, Seelbach ist vielleicht ein Ort, den „Aktivisten“ √ľbernommen haben, irrt. Seelbach ist eine absolut typische Gemeinde. Die CDU stellt sieben, eine Freie W√§hlerliste sechs und die SPD f√ľnf Gemeinder√§te – die meisten sind zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Rechtlich abgesichert.

Rechtlich ist die √úbertragung abgesichert: Alle Gemeinder√§te und Verwaltungsangestellte haben ihre Zustimmung erkl√§rt und B√ľrger werden in der Fragestunde um Erlaubnis gebeten: „Da hat noch nie einer widersprochen“, sagt Pascal Weber. Und laufen die Sitzungen anders als sonst? „√úberhaupt nicht, die Gemeinder√§te sprechen ihr breites Badisch und diskutieren die Themen wie immer.“

Seelbach ist insgesamt ein anschauliches Beispiel, wie transparente Lokalpolitik aussehen kann. Auf der Gemeindeseite werden die Beschlussvorlagen zu den Gemeinderatssitzung schon im Vorfeld ver√∂ffentlicht (inkl. aller Zahlen und Fakten) und auch die Sitzungsprotokolle stehen nach den Sitzungen schnell und dauerhaft online zur Verf√ľgung.

Das sind traumhaft transparente Zustände Рim Vergleich zu dem Großteil der Kommunen im Land ist Seelbach hier Spitzenreiter. Universitätsstädte wie Heidelberg sind dagegen altbacken Рhier wurde Ende 2009 eine Live-Übertragung aus dem Gemeinderat per Beschluss verhindert.

Teilhabe erfodert auch mehr Transparenz der Entscheidungen.

Und wie traurig sind die Zust√§nde in Nordbaden, unserem Berichtsgebiet: Pfenning¬†in Heddesheim, der Sterzwinkel in Hirschberg und aktuell „Breitwiesen“ in Weinheim sind drei absolute Negativbeispiele. Intransparente Entscheidungen am B√ľrger vorbei pr√§g(t)en diese „Vorhaben“. Vieles wurde im Hinterzimmer entschieden, nicht-√∂ffentlich und es ist kein Wunder, dass die Menschen alle Formen von Kl√ľngel mutma√üen.

Der Forderung nach Transparenz und B√ľrgerbeteiligung steht die Realit√§t gegen√ľber. Hier vor Ort werden so viele Themen wie m√∂glich sogar bevorzugt „nicht-√∂ffentlich“ verhandelt.

Wer das √§ndern m√∂chte, kann sich an den Gemeinderat seines Vertrauens wenden und nachfragen, wie lange das noch mit der Geheimniskr√§merei weitergehen soll und ob man nicht endlich bereit ist, im 21. Jahrhundert anzukommen und sich das Interesses und die Kompetenz der B√ľrgerinnen und B√ľrger zunutze zu machen.

Mehr zum Thema gibt es auf dem Politblog [x Politics]. Dort geht es um Trends und Bewegungen, die fernab der parteipolitischen Tagesagenda die gesellschaftliche Zukunft gestalten und verändern.

Anmerkung der Redaktion:
Der vorliegende Artikel ist eine √ľberarbeitete Fassung. Das Original wurde von der Tegernseer Stimme im bayerischen Gmund ver√∂ffentlicht, die ein √§hnliches Lokalzeitungsnetzwerk betreibt wie unser Angebot. Der Gesch√§ftsf√ľhrer der Lokalen Stimme, Peter Posztos und Hardy Prothmann, verantwortlich f√ľr dieses Blog, betreiben zusammen die Firma istlokal Medienservice UG (haftungsbeschr√§nkt), deren Gesch√§ftsziel der Aufbau von unabh√§ngigen Lokalredaktionen zur F√∂rderung der Meinungsvielfalt und Demokratie ist.

Unter istlokal.de sind bislang rund 50 lokaljournalistische Angebote in einer Arbeitsgemeinschaft organisiert. Die Lokaljournalisten tauschen √ľber weite Strecken hinweg Themen und Erfahrungen aus, die woanders vor Ort ebenfalls wichtig sind. Dabei nutzen sie das „weltweite Netz“ hei√üt, um vor Ort kompetent, interessant, aktuell und hintergr√ľndig zu informieren.

Der Widerstand gegen die Breitwiesen-Bebauung geht weiter – Gegner planen „kassierendes“ B√ľrgerbegehren – die Zeit tickt

Darum gehts: Links in rot liegt das Gewann Breitwiesen. Hier soll Amazon ein riesiges Logistikzentrum planen. Rechts daneben liegt das Gewann Hammelsbrunnen, dessen Flächentausch der Gemeinderat am 19. Oktober 2011 beschlossen hatte. Bild: blogspot.breitwiesen.com

Weinheim, 04. November 2011. (red) Am 19. Oktober 2011 hat der Gemeinderat mehrheitlich den Fl√§chentausch Hammelsbrunnen-Breitwiesen beschlossen. Die Gegner der Bebauung lassen nicht locker und haben nun ein B√ľrgerbegehren gestartet. Eine schwierige Aufgabe. Zudem ist unklar, ob √ľberhaupt ein B√ľrgerbegehren m√∂glich ist – spannend wird hierzu die Haltung der Verwaltung sein. Sie m√ľssen innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntgabe des Beschlusses genau 2.500 Stimmen sammeln. Es gibt viele Ger√ľchte – hier sind die Fakten.

Auf einer Pressekonferenz am Freitagmorgen gaben die Vorsitzenden des Bauernverbands, Fritz Pfrang und Karl B√§r, sowie die Stadtr√§tinnen Elisabeth Kramer (GAL) und Susanne Tr√∂scher (CDU) und der Stadtrat und Landtagsabgeordnete Uli Sckerl (B√ľndnis90/Die Gr√ľnen) ihre Entscheidung bekannt.

Der Text des B√ľrgerbegehrens lautet:

B√ľrgerbegehren „Sch√ľtzt die Weinheimer Breitwiesen“
Antrag:
Die Unterzeichnenden beantragen einen B√ľrgerentscheid √ľber die Frage:
Sind Sie daf√ľr, dass im Bereich „Breitwiesen“ die Ausweisung von Gewerbefl√§chen unterbleibt?
Begr√ľndung:
Der Gemeinderat der Stadt Weinheim hat sich am 19. Oktober 2011 f√ľr eine √É‚Äěnderung des Fl√§chennutzungsplans ausgesprochen. Dadurch sollen im Bereich „Breitwiesen“ im Wege der Verschiebung von Gewerbefl√§chen wertvolle landwirtschaftliche Anbaufl√§chen in Baugel√§nde f√ľr gewerbliche Ansiedlungen umgewandelt werden. Die Entscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf die st√§dtebauliche Entwicklung, auf Stadtbild, Umwelt und Klima sowie f√ľr die Zukunft unserer Landwirte. Wegen dieser erheblichen Bedeutung soll die Entscheidung mittels eines B√ľrgerentscheids von den B√ľrgerinnen und B√ľrgern der Stadt Weinheim getroffen werden.
Kostendeckung gem. √ā¬ß 21 Abs. 3 Satz 4 GemO: entf√§llt. Die Unterzeichnenden berechtigen die unten genannten Vertrauenspersonen, das benannte B√ľrgerbegehren zu vertreten und im Falle eines Kompromisses zur√ľckzunehmen oder abzu√§ndern, soweit dies f√ľr die Zul√§ssigkeit erforderlich ist. Des Weiteren werden alle zuk√ľnftigen Unterzeichner des B√ľrgerbegehrens berechtigt, die auf dieser Liste bereits eingeschriebenen Daten einzusehen.

Das B√ľndnis gegen die Breitwiesen-Bebauung ist also √ľberparteilich besetzt und wird von den Juristinnen Ingrid Hagenbruch und Andrea Reister unterst√ľtzt (bekannt aus dem „B√ľndnis f√ľr Weinheim“).

In einer ersten Unterschriftenaktion hatten die Breitwiesen-Gegner bereits knapp 2.000 Unterschriften als Protestnote gesammelt. Diese gelten nicht mehr – die erforderlichen 2.500 Unterschriften m√ľssen neu auf den Listen zum B√ľrgerbegehren geleistet werden.

Sollte dies gelingen, kommt das B√ľrgerbegehren als Tagesordnungspunkt in den Gemeinderat. Der entscheidet √ľber die Zul√§ssigkeit. Wird diese best√§tigt folgt ein B√ľrgerentscheid, bei dem 25 Prozent der wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner ihre Stimme abgeben m√ľssen. Ist dies der Fall, entscheidet die jeweilige Mehrheit √ľber das Ergebnis auf eine „Ja/Nein“-Frage. Wird die Mehrheit nicht erreicht, trifft der Gemeinderat die letztg√ľltige Entscheidung.

√ÉŇďberschrift der Unterschriftenliste f√ľr das B√ľrgerbegehren gegen die Breitwiesen-Bebauung

Fraglich ist, ob das B√ľrgerbegehren zul√§ssig ist. W√ľrde es es sich um einen „klassischen“ Aufstellungsbeschluss handeln, w√§re die Frage entschieden. Gegen einen solchen kann nach Auffassung des VGH Mannheim (Urteil „Rheinstetten“) nach der Gesetzeslage kein B√ľrgerbegehren und auch kein B√ľrgerentscheid stattfinden.

Hier gilt eine so genannte „Negativliste“.

√ā¬ß 21
B√ľrgerentscheid, B√ľrgerbegehren

(1) Der Gemeinderat kann mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen aller Mitglieder beschlie√üen, dass eine Angelegenheit des Wirkungskreises der Gemeinde, f√ľr die der Gemeinderat zust√§ndig ist, der Entscheidung der B√ľrger unterstellt wird (B√ľrgerentscheid).

(2) Ein B√ľrgerentscheid findet nicht statt √ľber

1. Weisungsaufgaben und Angelegenheiten, die kraft Gesetzes dem B√ľrgermeister obliegen,
2. Fragen der inneren Organisation der Gemeindeverwaltung,
3. die Rechtsverh√§ltnisse der Gemeinder√§te, des B√ľrgermeisters und der Gemeindebediensteten,
4. die Haushaltssatzung einschließlich der Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe sowie die Kommunalabgaben, Tarife und Entgelte,
5. die Feststellung des Jahresabschlusses und des Gesamtabschlusses der Gemeinde und der Jahresabschl√ľsse der Eigenbetriebe,
6. Bauleitpl√§ne und √∂rtliche Bauvorschriften sowie √ľber
7. Entscheidungen in Rechtsmittelverfahren.

Man darf gespannt auf die Haltung von Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard sein. Der hatte die Unterschriftenleister als „schlecht informierte B√ľrger“ betitelt, die „gar nicht gewusst haben, was sie da unterschreiben“ – aus Sicht der Gegner eine „Unerh√∂rtheit“, wie Elisabeth Kramer betont.

Sicherlich wird rechtlich von der Stadt gepr√ľft werden, ob der „Aufstellungsbeschluss“ zu einer √É‚Äěnderung des Fl√§chennutzungsplans gleichbedeutend mit einer „Bauleitplanung“ ist. In der Zusammenfassung nennt die Stadt den Beschluss „Aufstellungsverfahren“ und stellt den Sachverhalt so dar:

4. 8. √É‚Äěnderung des Fl√§chennutzungsplans zur Vollziehung einer fl√§chengleichen
Verschiebung gewerblicher Baufl√§chen vom Gewann „Hammelsbrunnen“ am
Kreiskrankenhaus in das Gewann „Breitwiesen“ nord√∂stlich des Autobahnkreuzes
Weinheim
hier: Aufstellungsbeschluss
Der Gemeinderat beschließt mehrheitlich:
F√ľr die in der Anlage der Sitzungsvorlage gekennzeichneten Bereiche im Gewann „Hammelsbrunnen“ zwischen B 38, Westtangente und Mannheimer Stra√üe sowie im Gewann „Breitwiesen“ nord√∂stlich des Autobahnkreuzes Weinheim und s√ľdlich des Brunnwegs wird die Aufstellung der 8. √É‚Äěnderung des Fl√§chennutzungsplans f√ľr den Bereich „Hammelsbrunnen / Breitwiesen“ beschlossen. Ziel der Planung ist eine Verschiebung der gewerblichen Baufl√§chen vom Gewann „Hammelsbrunnen“ in das Gewann „Breitwiesen“. Eine sich aus st√§dtebaulichen Erfordernissen ergebende Anpassung des des r√§umlichen Umgriffs der Fl√§chennutzungsplan√§nderung bleibt vorbehalten.

Noch hat die Natur die Breitwiesen in der Hand - k√ľnftig soll hier ein riesiges Logistikzentrum f√ľr Amazon.de entstehen. Bild: breitwiesen.blogspot.com

Sollte die Stadt die Auffassung vertreten, dass es sich auch hierbei um einen „bauleitplanerischen“ Aufstellungsbeschluss handelt, w√ľrde es brenzlig f√ľr Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard. Der hatte mehrmals gegen√ľber dem Gemeinderat klar betont: „Durch diesen Beschluss ist noch gar nichts entschieden.“ Sollte dem nicht so sein, w√§re das eine glatte L√ľge in aller √Ėffentlichkeit gewesen.

Fest steht, dass der OB den Fl√§chentausch unter Druck durchbekommen wollte – eine mehr als fragw√ľrdige Entscheidung.

Die B√ľrgerinitiative jedenfalls gibt sich entschlossen und klagebereit: „Rheinstetten ist ein anderer Fall, sagen unsere juristischen Berater. Wir sind guter Hoffnung, dass wir mit einer Klage durchkommen. Aber darum geht es jetzt nicht – sondern um 2.500 Stimmen f√ľr ein B√ľrgerbegehren. Das ist ein demokratisches Verfahren und wir sind sehr gespannt, wie die Verwaltung darauf reagiert“, sagte Elisabeth Kramer auf unsere Anfrage hin.

Eine erste Stellungnahme kam sehr flott kurz vor 13:00 Uhr:

„Die Stadtverwaltung Weinheim respektiert selbstverst√§ndlich die Bem√ľhungen, √ľber ein B√ľrgerbegehren einen B√ľrgerentscheid herbeizuf√ľhren. Ein solcher Weg ist ja ausdr√ľcklich in der Gemeindeordnung vorgesehen und daher auch das gute Recht jedes B√ľrgers. Da die Zulassung eines solchen B√ľrgerentscheides im Gesetz genau geregelt ist, wird es die Aufgabe der Stadtverwaltung sein, diese Kriterien auch genau zu pr√ľfen. Das kann aber erst geschehen, wenn das B√ľrgerbegehren vorliegt, bzw. wenn die erforderliche Zahl von Unterschriften erreicht ist.“

Unverständlich ist, wieso die Initiatoren sich selbst angesichts der in der Verfassung genannten sehr kurzen Frist von sechs Wochen selbst beschränken:

“ richtet es sich gegen einen Beschluss des Gemeinderats, muss es innerhalb von sechs Wochen nach der Bekanntgabe des Beschlusses eingereicht sein. „

Sechs Wochen sind genau sechs Wochen. Kein Tag mehr, keiner weniger. Das ist die Frist, die gilt, bis zum Ablauftag 24:oo Uhr nachts. Der Beschluss wurde am 19. Oktober gefasst. W√§re er am 20. Oktober 2011 verk√ľndet worden, w√§re das der „Starttag“ laut „Bekanntmachungssatzung“ der Stadt Weinheim:

„√ā¬ß 1
Form der öffentlichen Bekanntmachungen
1. √Ėffentliche Bekanntmachungen der Stadt Weinheim ergehen, soweit gesetzliche Vorschriften nichts anderes bestimmen, durch einmaliges Einr√ľcken des vollen Wortlautes der Bekanntmachungen in den „Weinheimer Nachrichten“.
2. Als Tag der Bekanntmachung gilt der jeweilige Ausgabetag der „Weinheimer Nachrichten“.“

Der „Zieltag“ w√§re demnach Donnerstag, der 1. Dezember 2011, 24 Uhr nachts. Die Initiatoren rufen aber zur Stimmabgabe bis zum 28. November 2011 auf und „verschenken“ damit volle drei Tage der insgesamt sehr kurzen Frist.

Nach unserer vorl√§ufigen Recherche ist der Beschluss noch nicht ver√∂ffentlicht worden. Dies konnten wir aber nur nicht gesichert feststellen – sobald wir genaue Kenntnis einer eventuell bereits vorgenommenen Ver√∂ffentlichung haben, korrigieren wir diese Stelle. Sollte es zutreffen, dass es noch keine Ver√∂ffentlichung gegeben hat, w√ľrde die Frist mindestens bis 17. Dezember 2011 laufen.

Dem Weinheimblog.de gegen√ľber best√§tigte Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard vor kurzem, dass das amerikanische Versandhaus Amazon.de Interesse angemeldet habe. Die Rede ist von einem 20 Hektar gro√üen Logistikzentrum.

Durch den Fl√§chentausch w√ľrden im Gewann Breitwiesen rund 42,5 Hektor Gewerbegebiet entstehen k√∂nnen. Die Landwirte um Fritz Pfrang und Karl B√§r geben sich k√§mpferisch: Rund 7,8 Hektar verstreutes Gel√§nde im Gewann geh√∂rt Bauern, die angeblich nicht verkaufen wollen. Das dautet auf eine schwierige und lange Auseinandersetzung hin.

Unsere Anfrage bei Amazon und eine Gesprächsbitte vom 25. Oktober 2011, beantwortete die Pressestelle heute, elf Tage später, spartanisch kurz:

„Amazon hat zu diesem Thema keinerlei Ver√∂ffentlichung vorgenommen, daher kann ich Sie hier leider nicht unterst√ľtzen. Wir bitten um Verst√§ndnis, dass wir zu Spekulationen keine Stellung nehmen.“

Spekuliert wird unter anderem auch, ob Amazon eventuell Interesse an dem unter gro√üem Widerstand mittlerweile entwickelten Heddesheimer „Pfenning“-Gebiet haben k√∂nnte (siehe aktuell 366 Artikel dazu auf dem heddesheimblog.de).

Dort wurde 2009 die Planung f√ľr ein 20 Hektar gro√ües Logistikgel√§nde bekannt. Der Streit darum hat den Ort in zwei Lager gespalten. Versprochen wurden Arbeitspl√§tze und erhebliche Gewerbesteuerzahlungen. Im Herbst 2010 wurde der Bebauungsplan verabschiedet. Bislang gibt es allerdings keinerlei Anzeichen von Bauaktivit√§ten.

Im Gegensatz zu Weinheim hatten Heddesheimer Bauern und Bauernfamilien ihre Grundst√ľcke dort klaglos√ā¬†f√ľr 47 Euro/Quadratmeter an die „Phoenix 2010 GbR“ der Viernheimer Unternehmer Karl-Martin Pfenning („pfenning logistics“) und Johann Georg Adler (Immobilien) verkauft. Das Gel√§nde soll laut Heddesheimer Landwirten „einer der besten B√∂den“ sein.

Weitere Infos:

Die Initiative informiert auf einem Blog.

Der BUND auf seiner Homepage.

Unterschriftenlisten liegen hier aus:
Fritz Pfrang auf dem Bauernmarkt
Café Wolf am Rodensteiner Brunnen
Buchhandlung Hukelum am Rodensteiner Brunnen, Hauptstraße 21
Bauernhof Raffl / Törggelestube
Bauernladen Rauch, Bertleinsbr√ľcke

Jeden Samstag vom 05. bis zum 26. November 2011 will die Initiative zudem an der Reiterin Unterschriften sammeln.

Faktencheck: RNF zeigte nicht nur einmal Leichenbilder als „Rohmaterial“


Mannheim/Rhein-Neckar, 12. September 2011. (red) Am Freitag haben wir das Rhein-Neckar-Fernsehen kritisiert, weil der√ā¬†Regionalsender unbearbeitete Aufnahmen von einer Leichenbergung nach einem Unfall auf der A5 im Online-Portal rnf.de ver√∂ffentlicht hat. RNF-Projektleiter Ralph K√ľhnl hat sich umfassend durch Kommentare dazu ge√§u√üert und behauptet, es handle sich um einen Fehler. Unsere Recherche zeigt, dass es wohl kein Fehler war. Die Ver√∂ffentlichung wurde sogar angek√ľndigt. Und es ist kein Einzelfall.

Von Hardy Prothmann

Am Donnerstag hat der Regionalsender Rhein-Neckar-Fernsehen „Rohmaterial“ von fast 12 Minuten L√§nge im Internet ver√∂ffentlicht. Also die Bilder, die ein Kameramann vor Ort nach einem Unfall auf der A5 aufgenommen hat.

In einer Szene, die fast zwei Minuten dauert, sieht man, wie die Bestatter die Leiche eines Unfallopfers in einen Sarg hieven. Der nachrichtliche Aussagegehalt ist gleich Null – kein seri√∂ser Sender w√ľrde eine solche Szene in dieser L√§nge ausstrahlen, wenn √ľberhaupt nur ein „Schnittbild“ von ein paar Sekunden L√§nge.

Wir haben daraufhin einen kritischen Kommentar geschrieben und diesen Vorgang als eine Art Trash-TV bezeichnet Рweil es gegen jeden journalistischen Standard verstößt, unbearbeitetes Material, egal, ob Ton, Text oder (Bewegt-)Bild zu veröffentlichen.

Erhebliche Zweifel an der Glaubw√ľrdigkeit der Darstellung

F√ľr den Sender hat Projektleiter Ralph K√ľhnl den Vorgang umfangreich kommentiert (siehe Kommentare hier am Ende des Artikels) und hat uns wiederum vorgeworfen, wir h√§tten unzureichend journalistisch gearbeitet – eine einfache R√ľckfrage h√§tte die Vermutung entkr√§ftet, dass das Rhein-Neckar-Fernsehen das „rohe“ Material absichtlich ins Netz gestellt h√§tte. Es liege ein Fehler vor. Ein nicht-redaktioneller Mitarbeiter habe eine „Nummer“ vertauscht, dadurch sei das Material ohne Absicht ver√∂ffentlicht worden und zudem nur f√ľr rund 2,5 Stunden sichtbar gewesen.

Wir haben erhebliche Zweifel an dieser Darstellung, denn die von uns recherchierten Fakten ergeben ein anderes Bild.

Rekonstruktion des Ablaufs:

Wir schildern den Ablauf, soweit wir diesen rekonstruieren können:

Am 08. September kommt es gegen 05:00 Uhr auf der A5 zu einem Unfall (siehe Bericht auf unserem Rheinneckarblog.de). Irgendwann sp√§ter treffen Reporter ein. Auch das RNF ist vor Ort und macht Aufnahmen. Der Kameramann kehrt in den Sender nach Mannheim zur√ľck und √ľberspielt die Aufnahmen von der Kamera ins Redaktionssystem.

Am 08. September 2011 „sendet“ RNF eine erste Meldung auf Facebook:

Erste Hinweis auf das "Rohmaterial" auf der Facebook-Seite vom RNF.

Ein knappe Stunde sp√§ter schreibt Ralph K√ľhnl selbst, erkennbar am K√ľrzel ^rk, einen Beitrag, mit dem Hinweis:

„Die Fakten vom Unfall√ā¬† auf der A5 haben wir bereits auf rnf.de gestellt.“

"Fakten zum Unfall"?

Die „Fakten“ zum Unfall also. Was meint er damit wohl? Hat er nichts von den „ersten Bildern bei rnf.de“ gewusst? Soll man ihm das glauben?

Hatte die Redaktion keine Kenntnis von dem Rohmaterial?

Um 12:46 Uhr schreibt Andreas Etzold, wie K√ľhnl „Projektleiter“ und zudem Jugendschutzbeauftragter (sic!) einen Hinweis auf den „Sendebeitrag“, der in der Abendsendung ausgestrahlt werden soll. Hat auch er √ľbersehen, dass das Rohmaterial online auch f√ľr Kinder und Jugendliche (es ist Ferienzeit) einsehbar ist?

Ralph K√ľhnel kommentiert sp√§ter unseren Bericht, am 10. September 2011 um 00:30 Uhr:

„Das Material, das im obigen Artikel beschrieben ist, stand am Donnerstag Morgen f√ľr ca. zweieinhalb Stunden auf der Startseite von rnf.de. Das h√§tte nicht passieren d√ľrfen.“

Diese Information konnten wir nicht √ľberpr√ľfen. Denn wir erfahren erst am Abend des 08. September 2011 durch einen Hinweis vom „Rohmaterial“, klicken auf den Link und sehen uns das Material an.

Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache: Redaktionell unbearbeitetes Material wird uns gezeigt – wir sehen die Leichenszenen, pr√ľfen die Erreichbarkeit und gehen von der Homepage auf das Videoportal bei rnf.de und k√∂nnen den Beitrag dort aufrufen. Wir leeren den Cache unseres Computer und machen den Versuch an einem zweiten Computer – tats√§chlich l√§sst sich der Beitrag hier wie dort abrufen.

Stellt sich eine Recherchefrage wie Herr K√ľhnl das einfordert? Und ob wir gegen 21:00 Uhr abends noch jemandem im Sender erreicht h√§tten, wissen wir nicht. Wir meinen nicht, dass eine „Recherche“ notwendig ist – der Vorgang ist eindeutig, wir stellen diesen dar und ordnen ihn als das ein, was er ist, skandal√∂s. Am 9. September 2011, um 00:21 Uhr geht unser Text online.

Unser Artikel zu den „Leichenbildern“ bei RNF findet immer mehr Interesse

Am folgenden Tag wird unser Beitrag von Bildblog.de verlinkt – die Zugriffe steigen rasant an. Bundesweit lesen medieninteressierte Menschen unseren Artikel. Am Vormittag ist das „Rohmaterial“ immer noch bei rnf.de zu finden, auch am Nachmittag. Wir wundern uns √ľber die Kaltbl√ľtigkeit des Senders. Sp√§ter best√§tigen uns Leserinnen und Leser, dass der Film auch noch am fr√ľhen Freitagabend an diesem 09. September zu sehen war, ein Leser sah ihn auf seinem Handy.

Am 10. September, um 12:02 Uhr kommentiert Herr K√ľhnl: „H√§tten wir, wie uns in dem Hauptartikel vorgeworfen wird, mit dem langen Video einen Effekt erzielen wollen, dann h√§tten wir es entsprechend promoted und es nicht im Video-Portal versteckt. Dann h√§tten wir vielleicht in Hauptsendung „RNF Life“ in der Moderation gesagt: „Wenn Sie mehr spektakul√§re Bilder von dem Unfall bei Heppenheim sehen wollen, dann klicken Sie jetzt ins Video-Portal auf rnf.de. Dort haben wir den gesamten Rohschnitt f√ľr Sie hinterlegt.“ Das haben wir aber nicht.“

RNF weist Sensationslust zur√ľck

Anscheinend wei√ü Herr K√ľhnl nicht mehr, was er selbst noch vor Fertigstellung des „Sendebeitrags“ in Facebook gepostet hat: „Die Fakten zum Unfall haben wir bereits auf rnf.de gestellt. ^rk“

Herr K√ľhnl erkl√§rt weiter irgendwas von „im Cache-Speicher“ und anderes Zeugs. Tatsache ist, dass wir und alle unsere Kontakte den Film nicht bei youtube oder √ľber Google gesehen haben, sondern direkt √ľber die rnf.de-Seite.

Es entwickelt sich eine lange Debatte mit vielen Kommentaren zu unserem Artikel.

Behauptungen werden aufgestellt

Darin behauptet Ralph K√ľhnl erst einen technischen Fehler, dann soll ein „nicht-redaktioneller Mitarbeiter“ im √ÉŇďbereifer das „Rohmaterial“ online gestellt haben. Sehr schnell versucht sich Herr K√ľhnl darin, unsere Arbeit zu kritisieren, um vom eigentlichen Thema, dem skandal√∂sen Zur-Schau-Stellung eines Unfalltoten abzulenken.

Auch auf direkten Weg nimmt er Kontakt zu uns auf und teilt uns mit, dass ein Mitarbeiter den Fehler gemacht hat. Die sehr lange email, in der es auch um andere Dinge geht, sollen wir aber „vertraulich“ behandeln.

Wir sichern keine Vertraulichkeit zu, beantworten die email und damit war der Fall f√ľr uns erledigt.

Am folgenden Tag, den 11. September 2011, erhebt Herr K√ľhnl wieder massive Vorw√ľrfe gegen unsere Arbeit. Wir antworten entsprechend.

Rohes Material: Beitr√§ge mit „(no comment)“ sind Originalaufnahmen

Dann surfen wir nochmals auf der Seite von rnf.de, um eine Information zu √ľberpr√ľfen.

Wir trauen unseren Augen nicht. Im Videoportal von rnf.de stehen zwei weitere Beitr√§ge direkt untereinander, wieder ist einer mit „(no comment)“ gekennzeichnet. Der erste Beitrag ist ein Sendebeitrag vom 07. September 2011, wenn auch durch Amateurvideoaufnahmen von schlechter Qualit√§t.

F√ľr jeden Geschmack etwas: Sendebeitrag und "Rohmaterial" stehen untereinander.

Der zweite Film zeigt wiederum in der L√§nge von 01:34 Minuten nichts anderes als Bestatter, die in ein Haus gehen, mit der Leiche wieder herauskommen, diese verfrachten und davonfahren. Man h√∂rt vermutlich den Kameramann, der vermutlich telefoniert, als die Leiche aus dem Haus getragen wird: „Moment, jetzt kommen sie gerade. Ich kann nicht.“

„Moment, jetzt kommen sie gerade. Ich kann nicht.“

Angeblich dient dieses „Rohmaterial“ als Angebot an andere Sender, die dem Rhein-Neckar-Fernsehen die Bilder abkaufen k√∂nnen. Tats√§chlich verwendet das RNF im Beitrag zu dem t√∂dlichen Schusswechsel im Mannheimer Stadtteil Neckarau selbst gerade mal zehn Sekunden. Und auch diese wohl entweder in Ermangelung anderen Bildmaterials oder eben in vollem Bewusstsein, so etwas der √Ėffentlichkeit zeigen zu wollen. Beides ist journalistisch eine Bankrotterkl√§rung.

(Siehe unseren Beitrag dazu hier.)

Klicken Sie auf das Bild, um den Film zu sehen.

Angeblich kann man dieses „Rohmaterial“ nicht sehen – vermutlich, folgt man Herrn K√ľhnl, hat der „nicht-redaktionelle Mitarbeiter“ auch hier eine „Zahl verwechselt“. Eventuell hat sich auch dieser Beitrag in irgendeinem „Cache“ (Zwischenspeicher) verfangen und ist nun in den unendlichen Untiefen des Internet noch erreichbar. Ob Herrn K√ľhnl wohl noch eine andere Erkl√§rung einf√§llt?

F√ľr unseren Geschmack ist das ein wenig viel „angeblich, vermutlich, eventuell“.

„Das versendet sich.“ – Aber nicht mehr in Zeiten des Internet

Fr√ľher, also vor dem Internet, sagten TV- und Radio-Journalisten bei solchen „Fehlern“: „Das versendet sich.“ Man rechnete damit, dass nur wenige Menschen einen Beitrag speichern konnten, am n√§chsten Tag neue Themen das Interesse bestimmten und man somit fein raus war, weil die fehlerbehaftete Arbeit vergessen wurde.

Das Internet bietet aber gute Kontrollm√∂glichkeiten. Und die werden Herrn K√ľhnl und seinen Aussagen nun zum Verh√§ngnis – denn durch unsere Recherche gibt es begr√ľndete Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen.

Mal untertellt, dass der Sender diese Beitr√§ge nicht absichtlich ver√∂ffentlicht, dann ist es ein Schlamperladen, dem zu viele Fehler passieren. Tats√§chlich muss man davon ausgehen, dass es absichtlich „passiert“ – wieso sonst w√ľrden die Redakteure „Bilder und Fakten“ anpreisen, bevor der Sendebeitrag fertig ist?

Wir werden den Sender wiederum nicht dazu befragen – wir sparen uns die M√ľhe, denn wir gehen davon aus, dass wir keine vertrauensw√ľrdigen Antworten erhalten.

Die Verwendung der Leichenbilder im Beitrag √ľber die Schie√üerei in Neckarau zeigt, dass der Sender selbst keine Skrupel hat, solches „Material“ zu verwenden und auch im Fernsehen in ungeb√ľhrlicher L√§nge √ľber die absolut notwendige „Dokumentation“ hinaus zu zeigen. Einen Nachrichtenwert haben solche Bilder nicht. In der l√§nge auch keinen dokumentarischen. Sie dienen einzig und allein dazu, die Sensationsgier zu stillen.

Bedauerlich ist, dass das Rhein-Neckar-Fernsehen vermutlich davon ausgeht, dass dessen Zuschauerinnen und Zuschauer solche Bilder sehen wollen.

Was das Rhein-Neckar-Fernsehen vom eigenen Publikum denkt – dar√ľber kann sich jeder selbst seine Meinung bilden.

 

Offene Fragen an den B√ľrgermeister

Heddesheim, 16. Juli 2011. (red) Eins der Hauptargumente f√ľr die in Heddesheim geplante „Pfenning“-Ansiedlung, der Erhalt und die Schaffung von Arbeitspl√§tzen, ist obsolet. „Pfenning“ wird nicht, wie angek√ľndigt, seine regionalen Lagerstandorte zentrieren, sondern „Neugesch√§ft“ ansiedeln. Das ist ein absoluter Wortbruch der urspr√ľnglichen Ank√ľndigungen, mit denen das „Pfenning“-Projekt beworben worden ist. Es ist notwendig, den B√ľrgermeister Michael Kessler zu befragen, welche Heddesheimer Interessen √ľberhaupt noch eine Rolle spielen – und welche Rolle der B√ľrgermeister in dieser Angelegenheit „spielt“.

Dokumentation unserer email-Anfrage vom 15. Juli 2011:

Sehr geehrter Herr Kessler,

laut heutiger Berichterstattung im MM sehen Sie die Entwicklung des „Pfenning“-Projekts als „positiv f√ľr das Unternehmen“.

Weiter werden Sie zitiert, man m√ľsse einem Unternehmen „zugestehen, solche Optimierungsm√∂glichkeiten zu nutzen“.

Desweiteren verweisen Sie auf Genehmigungen, die erst vorliegen m√ľssten. Als Beleg verweisen Sie auf den „Planfeststellungsbeschluss“ zum Gleisantrag, der erst im Mai 2011 vorgelegen habe und ein Einspruch gegen die Baugenehmigung erst vor einigen Wochen abgelehnt worden sei: „Ich kann nachvollziehen, dass ein Investor da erstmal Sicherheit haben will.“

Tatsächlich wirft die Entwicklung Fragen auf, um deren Beantwortung wir bitten:

Haben Sie nicht die Bauleitplanung von der Genehmigung des Gleisanschlusses immer getrennt gesehen und dies verwaltungstechnisch auch getrennt?

Haben Sie keine Kenntnis davon, das „Pfenning“ das Gleis zur Zeit nicht braucht, da man den Gro√ükunden Henkel verloren hat?

Und hat auch nicht „Pfenning“ immer behauptet, man brauche erst den Bebauungsplan und k√∂nne dann den Gleisantrag stellen, der sicher positiv ausfalle?

Seit wann ist Ihnen bekannt, dass „Pfenning“ seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b√ľndeln m√∂chte?

Wann haben Sie vor, den Gemeinderat davon in Kenntnis zu setzen? Oder ist der Weg √ľber die Presse Ihre Form von „in Kenntnis setzen“?

War die B√ľndelung der Regionallager und die Verlagerung von zun√§chst 650 „Pfenning“-Arbeitspl√§tzen nach Heddesheim nicht eins der absolut entscheidenden Argumente f√ľr das Ansiedlungsvorhaben?

Halten Sie das f√ľr einen Wortbruch durch Pfenning?

Haben Sie Regelungen versäumt, das Unternehmen so zu verpflichten, dass es seinen Versprechungen auch nachkommen muss?

Inwieweit stehen Sie pers√∂nlich in der Verantwortung – schlie√ülich haben Sie immer die Seriosit√§t und Verl√§sslichkeit des „Partners Pfenning“ betont?

Da es das Unternehmen anscheinend nicht eilig hat, die Bebauung umzusetzen – ab wann rechnen Sie mit „Gewerbesteuerzahlungen“ f√ľr Heddesheim?

Da „Pfenning“ anscheinend „Neugesch√§ft“ plant und seine Regionallager nicht mehr in Heddesheim b√ľndeln will, ist auch ein Umzug des Firmensitzes zweifelhaft, der erfolgen sollte, wenn die Regionallager geb√ľndelt sind. Was bedeutet das f√ľr die Gemeinde in Sachen „Gewerbesteuerzahlungen“ und Einkommenssteueranteil?

Der Verkehrslenkungsvertrag ist auf Pfenning zugeschnitten. Gilt dieser Vertrag auf f√ľr „Neugesch√§ft“-Ansiedlungen, die nichts mit „Pfenning“ zu tun haben?

K√∂nnen Sie versichern, dass k√ľnftig keine √ľber 18t-Lkw von und zu diesem (noch zu bauenden) Logistikzentrum durch Heddesheim rollen?

Was ist auch Ihrer Sicht noch „positiv“ f√ľr die Gemeinde Heddesheim an dieser Ansiedlung?

Welche „Zugest√§ndnisse“ sind Sie noch bereit in Richtung von „Pfenning“ zu machen?

Mit freundlichen Gr√ľ√üen

Redaktion heddesheimblog

Vergurkte Berichterstattung – Panikmache made by „Qualit√§tsjournalismus“


Mannheim/Weinheim/Heidelberg/Rhein-Neckar, 28. Mai 2011. (red) Die Erregung √ľber Erreger hat zwei Ursachen – einerseits ein Qualit√§tsproblem bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Andererseits ein Qualit√§tsproblem bei der Erzeugung von Nachrichten. Die Verbraucher sind verunsichert – als Konsumenten von Nahrungsmitteln. Dabei sollten sie als Konsumenten von Informationen viel vorsichtiger sein. W√§hrend man dem Darmkeim auf der Spur ist und erkrankte Patienten behandelt, zeigt sich, dass der Journalismus als Massenprodukt chronisch krank ist und vielleicht auch chronisch krank macht.

Von Hardy Prothmann

Bildblog.de listet die millionenfach gelesenen falschen Schlagzeilen auf. Quelle: bildblog.de

Viele Spiegel-Leser fangen hinten an: „Dem R√ľcken die Stirn bieten“ (√Ėffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach), „Ehrliche Personen gesucht, auch Akademiker“ (Kleinanzeige Rheinpfalz), „Senioren sind mit 35 noch sehr r√ľstig“ (Rhein-Zeitung) und andere Kuriosit√§ten gibt es im „Hohlspiegel“ zu lesen. Die Patzer, ob im Redaktionellen oder im Anzeigenteil sind teils wirklich am√ľsant bis saukomisch.

Gar nicht am√ľsiert sind die Verbraucher √ľber kontaminiertes Gem√ľse, das beim Verzehr zur Infektion mit dem EHEC-Keim f√ľhren kann, woraus sich ein lebensbedrohliches h√§molytisch-ur√§mischen Syndrom (HUS) ergeben kann.

Ebenfalls nicht am√ľsiert, sondern stinksauer sind Landwirte und Handel.

Kaninchen, Kommunalpolitik, Killerkeime

In den meisten Redaktionen arbeiten keine kenntnisreichen Mediziner, die alles √ľber EHEC und HUS wissen. Vor allem in Lokal- und Regionalmedien arbeiten √ľberwiegend Journalisten, die von der Kaninchenz√ľchterschau bis zur Kommunalpolitik √ľber alle m√∂glichen Themen berichten m√ľssen. Sie sind aber meist auch keine kenntnisreichen Kaninchenz√ľchter oder Kommunalpolitiker.

Das m√ľssen sie auch nicht sein. Die einfache L√∂sung, um die Welt zu verstehen, ist der gesunde Menschenverstand. Und den kann man durch Recherche erweitern, wenn es um Spezialwissen geht. Eine einfache Regel lautet: Informationen immer durch eine zweite Quelle √ľberpr√ľfen.

Die Weinheimer Nachrichten warnen vor Salat und Tomaten "aus" Norddeutschland - wer warnt die Leser vor falschen Informationen? Quelle: WNOZ

Es gibt aber noch eine andere L√∂sung und die f√ľhrt zum Dauerd√ľnnpfiff vieler Redaktionen: Man l√§sst das mit dem √ľberpr√ľfen weg und verl√§sst sich lieber auf andere. Im „gro√üen“ Teil der Zeitung, also Politik, Wirtschaft und Sport werden Informationen der Nachrichtenagenturen ungepr√ľft √ľbernommen. Der Glaube an die Korrektheit dieser Informationen ist immer noch sehr hoch. Dazu kommen Zeit- und Arbeitsdruck – eine √ÉŇďberpr√ľfungsrecherche findet nicht mehr statt.

Krankheitsverlauf einer Meldung

Am Mittwochabend, den 25. Mai 2011, schickt die Deutsche Presseagentur eine Meldung zu EHEC an die Redaktionen. Diese Meldung wird am nächsten Tag landauf, landab in millionenfach verteilten Zeitungen stehen. Darin werden die Experten vom Robert-Koch-Institut (RPI) (angeblich) zitiert:

„Vorsorglich sollte man auf rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland komplett verzichten.“

Tats√§chlich ist das Zitat falsch. Nicht vor dem Verzehr von Gem√ľse „aus Norddeutschland“, sondern vor dem Verzehr „in Norddeutschland“ wurde in der Pressemitteilung des RKI gewarnt:

(…) empfehlen RKI und BfR √ľber die √ľblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gem√ľse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.

Millionenfach verbreitete "D√ľnnpfiff"-Meldung - auch der MM warnt vor Gem√ľse "aus" Norddeutschland. Quelle: MM

Die Worte „in“ und „aus“ sind klein. Man k√∂nnte jetzt sagen: „Darum so ein Aufheben zu machen, ist doch dibbelschisserig.“ Tats√§chlich ist der vom Mediensystem erzeugte Schaden aber maximal. Verbraucher in ganz Deutschland sind verunsichert und die deutsche Landwirtschaft sowie der Handel haben einen massiven √∂konomischen Schaden, weil Tomaten, Salat und Gurken kaum noch gekauft werden. Diese Produkte sind frisch und verderblich – was nicht verkauft wurde, muss entsorgt werden.

Vergurkte Berichterstattung

Auch in der Metropolregion ver√∂ffentlichen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung die verseuchte inhaltlich falsche dpa-Meldung ohne Qualit√§tskontrolle. Dabei w√§re die denkbar einfach: Ein Klick auf Robert-Koch-Institut f√ľhrt direkt zur Quelle.

Doch daf√ľr muss man wachsam sein und Informationen aufmerksam „verarbeiten“. Bei einem Redakteur muss die Alarmglocke anspringen, wenn er „rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland“ liest. Kann das sein? Denn die Konsequenz ist weitreichend. Dieses Gem√ľse wird sich nicht mehr verkaufen lassen. Auch andernorts wird sich Gem√ľse nicht mehr verkaufen lassen, wenn nicht klipp und klar feststeht „woher“ dieses stammt.

Kaum Herkunftsnachweise – kaum Kennzeichnungen

Leider nutzen viele Menschen das „geistige Nahrungsmittel“ Zeitung nicht mit derselben Aufmerksamkeit. Sie w√ľrden dann n√§mlich viel h√§ufiger fragen, „woher“ die Informationen stammen, die ihnen da vorgesetzt werden.

Aufmerksame Leser wissen l√§ngst, dass gro√üe Teile im „gro√üen Teil“ der Zeitung nicht gegenrecherchierte Agentur- oder PR-Meldungen sind. Und selbst wenn es eigenst√§ndig verfasste Artikel sind, gibt es h√§ufig nur eine Quelle und die ist ebenfalls h√§ufig auch noch tendenzi√∂s.

Auch die Lokal- und Regionalteile der Zeitungen sind voll von Informationen unbekannter Herkunft. Oft werden sie gar nicht angegeben oder verschleiert. Das K√ľrzel „zg“ beispielsweise steht f√ľr „zugeschickt“.

Zeitungsartikel als „C“-Ware

Was die Zeitungen gerne als „1A-Ware“ verkaufen, ist in wirklich nur „B“- oder „C“-Ware, ein wenig umverpackt und aufgeh√ľbscht, aber im Kern einfach nur ein Massenprodukt nicht lokaler oder regionaler Herkunft. Die Zeitungen k√∂nnen diese Agenturmeldungen billiger einkaufen, als wenn sie selbst Redakteure recherchieren lie√üen oder sogar ganz umsonst, wenn sie Pressemitteilungen ver√∂ffentlichen. Oder sogar noch etwas verdienen, wenn sie als Artikel getarnte „PR-„Meldungen abdrucken.

Teuer bezahlen muss das der Kunde.

Die medienkritische und immer wieder lesenswerte Internetseite „Bildblog“ berichtete, dass die dpa und andere Agenturen klammheimlich in weiteren Meldungen das Wort „aus“ durch die korrekte Zitierung „in“ ersetzt haben. Ein deutlicher Hinweis an die Leserinnen und Leser fehlt im Mannheimer Morgen, in den Weinheimer Nachrichten und der Rhein-Neckar-Zeitung sowie vermutlich in allen deutschen Zeitungen.

Denn im „Fehler unterstellen“ sind deutsche Medien f√ľhrend – im Fehler eingestehen sind sie Schlusslicht. Qualit√§t geht anders. Doch vor einer Darmspiegelung hat das System Angst – man sp√ľrt die Geschw√ľre und will gar nicht genau wissen, wie schlimm es um den Patienten Zeitung schon steht.

Der Gurkenskandal wird vor√ľbergehen, der mediale D√ľnnpfiff wird bleiben. Die Ansteckungsgefahr innerhalb des Mediensystems ist enorm hoch.

Die RNZ berichtet am 26. Mai 2011 die falsche Information "aus Norddeutschland". Quelle: RNZ

Einen Tag später heißt es korrekt "in" - eine Klarstellung an die Leser fehlt. Quelle: RNZ

Bislang keine besondere Infektionslage durch EHEC-Bakterium


Rhein-Neckar/Stuttgart, 24. Mai 2011. (red/pm) Vor allem in Norddeutschland besch√§ftigt die Beh√∂rden eine gro√üe Fallzahl von mehreren Dutzend schwer erkrankter Menschen, die sich eine EHEC-Infektion (Darmbakterium) zugezogen haben. In Niedersachsen ist ein 83-j√§hriger Mann an der Infektion gestorben. In Baden-W√ľrttemberg gibt es zur Zeit drei schwere F√§lle – einer k√∂nnte mit den in Norddeutschland aufgetretenen Erregern stehen. Experten raten zur Vorsicht – aber keinesfalls zur Panik.

Im Verdacht soll rohes Gem√ľse stehen – m√∂glicherweise wegen einer D√ľngung mit Mist. Experten raten, Obst und Gem√ľse sorgf√§ltig zu waschen oder besser nur gegart oder gekocht zu sich zu nehmen. Auch rohes Fleisch wie „Tartar“ oder „Hackepeter“ ist ein √ÉŇďbertragungsweg, wird aber bei den aktuellen F√§llen nicht als Ursache gesehen.

Einzelne EHEC-Infektionen sind nicht ungew√∂hnlich – die h√§ufige Fallzahl in Norddeutschland deutet aber auf konterminierte Nahrungsmittel hin. Ein ordentliche Hygiene in der K√ľche ist der beste Schutz. Grunds√§tzlich gilt: Gem√ľse ordentlich unter flie√üendem Wasser zu waschen, eventuell mit einer Gem√ľseb√ľrste. Messer und Brettchen sollten nicht f√ľr alle Arbeitsg√§nge verwendet werden, sondern entweder mehrere oder nach jedem Arbeitsgang sorgf√§ltig gereinigt werden. Auch das gr√ľndliche Handewaschen vor, w√§hrend und nach der Mahlzeitzubereitung sollte selbstverst√§ndlich sein. Bis zur Kl√§rung der Ursachen sollte man auf Rohkost verzichten – insbesondere Salat sollte zun√§chst in einem Wasserbad und dann unter flie√üendem Wasser gereingt werden.

In Deutschland sind der Verdacht oder Nachweis einer EHEC-Infektion nach √ā¬ß 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) meldepflichtig, wenn entweder a) ein HUS vorliegt, b) zwei oder mehr Personen erkrankt sind, oder c) ein Erkrankter im Lebensmittel- oder Gastst√§ttengewerbe t√§tig ist. Labor√§rzte m√ľssen jeden Nachweis eines EHEC-Stammes bei der zust√§ndigen Beh√∂rde (Gesundheitsamt) unverz√ľglich melden. (Quelle: Wikipedia)

Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums:

„Bisher verzeichnet Baden-W√ľrttemberg keine erh√∂hte Zahl von EHEC-Infektionen. „Nat√ľrlich beobachten wir das Krankheitsgeschehen genau“, erkl√§rte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter am Dienstag (24.5.) „und informieren selbstverst√§ndlich die Bev√∂lkerung, wenn Ver√§nderungen eintreten sollten.“

Sowohl das Ministerium, als auch das Landesgesundheitsamt und die √∂rtlichen Gesundheits√§mter seien entsprechend sensibilisiert. Das Robert Koch Institut (RKI) verzeichnet f√ľr Baden-W√ľrttemberg seit Jahresanfang 14 EHEC-F√§lle (enteroh√§morrhagischen Escherichia coli). Weitere sieben F√§lle werden aktuell gepr√ľft und sind vom Landesgesundheitsamt bereits dem RKI gemeldet worden. Weiter sind f√ľr Baden-W√ľrttemberg drei F√§lle des so genannten h√§molytisch-ur√§mischen Syndrom (HUS) zu verzeichnen. Bei einem Fall werde ein Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen in Norddeutschland gepr√ľft.

Das HUS ist eine schwere, unter Umst√§nden t√∂dliche Komplikation, die bei bakteriellen Darminfektionen mit sogenannten enteroh√§morrhagischen Escherichia coli (EHEC) auftreten kann. Pro Jahr werden dem RKI etwa 1.000 EHEC-F√§lle √ľbermittelt. Das Vollbild des HUS ist charakterisiert durch akutes Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutk√∂rperchen und einen Mangel an Blutpl√§ttchen.

Abh√§ngig vom weiteren Geschehen (Entwicklung der Fallzahlen) wird das Sozialministerium t√§glich ab 15 Uhr (Zeitpunkt der Meldung an das RKI) informieren.“

Weitere Informationen:

Robert-Koch-Institut

Scheunenbrand: Vermutlich defekte Schaltanlage – „optimale Einsatzbedingungen“ bei der „Spritzparty“


scheunenbrand_heddesheim_069

Heddesheim, 16. April 2011. (red) Die Brandursache f√ľr den Scheunenbrand war laut Polizeipr√§sidium ein defekter Schaltkasten. Bei den L√∂scharbeiten kamen 149 Feuerwehrkr√§fte zum Einsatz. Der Einsatz war erfolgreich – trotzdem bleiben Fragen.

Von Hardy Prothmann

Die Ermittler der Polizei gehen als Brandursache von einem defekten elektrischen Schaltkasten aus. Die „Luftzufuhr“ und das gut brennbare Material h√§tten dann ihren Teil dazu beigetragen, dass es zu einem Gro√üfeuer und dem Totalverlust der Scheune gekommen sei.

Doch es bleiben Fragen: Immerhin waren in dieser Scheue ausländische Erntehelfer untergebracht. Was, wenn das Feuer einige Wochen später ausgebrochen wäre und vielleicht zunächst unbemerkt mitten in der Nacht? Es hätte zu einer schlimmen Katastrophe kommen können.

Irgendwie ist niemand f√ľr die Frage zust√§ndig, wer denn einen ausreichenden Brandschutz kontrolliert? Weder die Polizei noch die Feuerwehr tun dies. Kontrollen solcher Unterk√ľnfte schauen oft nur nach hygienischen Verh√§ltnissen, nicht aber auf die Sicherheit. Das sind unhaltbare Zust√§nde. √ÉŇďberall wird auf Arbeitssicherheit geachtet – diese Sorgfalt gilt offensichtlich nicht f√ľr Saisonarbeiter.

Immerhin, das Wohnhaus konnte „gehalten“ werden. Aber mit welchem Einsatz? Drei Drehleitern und 149 Feuerwehrleute waren an diesem Sonntag im Einsatz. Muss man da nicht die Frage stellen, wieviele Einsatzkr√§fte und Fahrzeuge man braucht, wenn man was „Gro√ües“ brennt?

F√ľr Axel Schuh, stellvertretender Kreisbrandmeister, ist das keine Frage: „Wir hatten optimale Bedingungen und konnten aus dem vollen sch√∂pfen.“

Aus Feuerwehrkreisen wurden uns andere Aussagen zugetragen: „Die haben ne Spritzparty gefeiert. Schlie√ülich muss man den Leuten ja auch mal was bieten und so konnte jeder mal ran.“ Hei√üt: Ein solcher Brandeinsatz ist selten geworden und zur Motivation der freiwilligen Feuerwehrleute nutzte man die Gelegenheit, um mal richtig „Action“ zu haben. Und die drei Drehleitern h√§tten „Ballett“ getanzt.

Axel Schuh rechnet anders: „Das ist relativ. Klar h√§tte man das auch mit der H√§lfte geschafft – dann h√§tte es halt nicht drei, sondern f√ľnf oder sechs Stunden gedauert. Wir konnten die Kr√§fte schonen. Durch die drei Leitern mussten wir nicht umsetzen.“

Und er rechnet vor, dass ein Atemschutzger√§ttr√§ger nach 20-30 Minuten „fertig“ sei. Trotzdem kommt auch er nur auf 50-60 Mann – erkl√§rt die deutliche √ÉŇďberzahl aber wieder mit der Beschleunigung des Einsatzes.

Und was, wenn es zeitgleich woanders gebrannt h√§tte, w√§ren dann noch genug Kapazit√§ten frei gewesen? Die n√§chsten Drehleitern sind in Ilvesheim (18 Meter), Edingen („schon √∂fter Schwierigkeiten gemacht“) und Weinheim (Freundenberg Werksfeuerwehr): „Es bestand zu keiner Zeit eine Reservel√ľcke“, hei√üt die lapidare Antwort.

Und der Einsatz war billig: Da Sonntag war, m√ľssen keine Arbeitsausf√§lle an Unternehmen gezahlt werden. Und nat√ľrlich hatten viele Feuerwehrleute Zeit.

Ebenfalls hinter vorgehaltener Hand sagen Feuerwehrleute: „Unter der Woche am Vormittag w√§re das mit „Sicherheit“ ganz anders abgelaufen.“

„Pfenning“ wirbt mit Online-Prospekt und Rehen auf Kr√§uterwiesen

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 13. April 2011. (red) Die KMP Holding, Muttergesellschaft von „pfenning logistics“, wirbt im Internet mit einer aufw√§ndigen Pr√§sentation des geplanten Logistikzentrums. Die hat sicherlich viel Geld geskostet – und das, obwohl „Pfenning“ heftig sparen muss. Denn der Umsatz 2009 ist abermals eingebrochen – um 7,3 Prozent. Das Unternehmen, das laut B√ľrgermeister Michael Kessler und der Mehrheit im Gemeinderat die Zukunft Heddesheims sichern soll, hat enorm zu k√§mpfen. Arbeitspl√§tze wurden abgebaut, die Umsatzrendite liegt bei 0,9 Prozent. Eine Aussicht auf Besserung ist nicht in Sicht.

Von Hardy Prothmann

Vorweg – Sie sollten mindestens √ľber DSL 3000 verf√ľgen, selbst dann wird der Aufruf dieser vollkommen unn√∂tigen Programmierung zum Geduldsspiel. „Pfenning“ pr√§sentiert unter http://www.bestplace-morespace.com einen Art „Online-Prospekt“ f√ľr das geplante Logistikzentrum.

Neu ist daran eigentlich nichts. So hat Pfenning seit Jahren exakt 1.850 Mitarbeiter und der Umsatz 2009 liegt nach Prospekt bei 204 Millionen Euro.

Ein kleiner Blick ins Handelsregister verrät, dass es 2008 insgesamt 1.852 Mitarbeiter waren und 2009 nur noch 1.810.

Nach „offiziellen“ Angaben behauptete „Pfenning“ im Jahr 2008 insgesamt 220 Millionen Euro Umsatz gemacht zu haben, in der Bilanz stehen nur 169,5 Millionen Euro. F√ľr 2009 behauptet „Pfenning“ insgesamt 204 Millionen Euro Umsatz gemacht zu haben, in der Bilanz stehen nur 157,1 Millionen Euro.

Zur Bilanz 2008 hatten wir bereits nachgefragt: Die Auskunft war, man habe noch andere Beteiligungen, die f√ľr die 50 Millionen Differenz beim Umsatz gesorgt h√§tten. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Deshalb kann man sich nur auf die vorhandenen Zahlen st√ľtzen und die sehen mies aus.

Zwar hat die Unternehmensgruppe 2009 laut Bilanz einen Gewinn von knapp 1,4 Millionen Euro gemacht (2008: 20.000 Euro), wer sich aber die Zahlen etwas genauer anschaut, erkennt, dass rund 1,1 Millionen Euro weniger f√ľrs Personal ausgegeben wurden – und das bei einer Firma, die versprochen hat, neue Arbeitspl√§tze nach Heddesheim zu bringen. Was noch nicht mal falsch sein muss, vielleicht werden die neuen Arbeitspl√§tze ja so schlecht bezahlt, dass unterm Strich hier nochmals gespart werden kann. Beispielsweise wurde die Aufwendungen f√ľr die Altersvorsorge um das Doppelte oder eine halbe Million Euro zur√ľckgefahren.

Bei den Aufwendungen f√ľr Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden ganze sieben Millionen Euro eingespart – ein Hinweis, dass hier Ausgaben nicht get√§tigt wurden und der Sparstrumpf ganz eng gezogen wurde. Lapidar √ľbersetzt: Man schiebt den √Ėlwechsel halt ein bisschen raus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass fast alle „Vorr√§te“ teils bis um ein Drittel zur√ľckgefahren wurden.

Auch der Aufwand f√ľr bezogene Leistungen ging um gut zehn Prozent oder drei Millionen Euro zur√ľck – sprich. Firmen, die „Pfenning“ als Kunden haben, mussten den G√ľrtel auch enger schnallen. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen um 2,4 Millionen Euro oder ebenfalls knapp 10 Prozent zur√ľck. Und es wurden rund eine Million Euro weniger Zinsen gezahlt. Vielleicht, weil weniger Schulden da sind, kann aber auch gut sein, dass man die Bank gebeten hat, die Zinsen sp√§ter zu zahlen.

Insgesamt darf man die Zahlen durchaus so interpretieren, dass sparen, sparen, sparen angesagt war. „Pfenning“ nennt das „Konsolidierung“.

Ein interessanter Satz steht unter „Preisdumping“:

„Parallel zu unserer eigenen Flotte bedienen wir uns schon immer bei entsprechenden Transportunternehmen, um unsere ben√∂tigten Spitzenkapazit√§ten abdecken zu k√∂nnen.“

√ÉŇďbersetzt hei√üt das, Pfenning f√§hrt einen Grundfahrzeugpark und bedient sich anderer Logistiker, um „Spitzen“ zu bedienen. Die Heddesheimer B√ľrgerinnen und B√ľrger erinnern sich, dass es laut Pfenning√ā¬† mindestens zwei Spitzen im Jahr gibt: im Fr√ľhjahr und vor Weihnachten. Dann fahren also vermehrt nicht-„Pfenning“-Lkw √ľber die Ringstra√üe und „vielleicht“ auch durch den Ort. Das ist die Zeit f√ľr die Aufpasser, die sich dann Kennzeichen notieren, um feststellen zu lassen, ob „Pfenning“ den „Verkehrslenkungsvertrag“ bricht. Die Gemeindekasse f√ľr soziale Zwecke wird sich dann √ľber 20 Euro je Versto√ü freuen, sofern diese „festgestellt“ werden.

Gr√ľne Wiese als "Ausstiegsperspektive" - sollte "Pfenning" pleite gehen, k√∂nnten Rehe k√ľnftig regengesch√ľtzt in hochmodernen Hallen weiden. Quelle: KMP Holding

Ebenfalls interessant ist auch dieser Satz zum Personal:

„Aufgrund des Konjunktureinbruches ist jedoch eine Entspannung am Arbeitsmarkt beim gewerblichen Fahrpersonal zu verzeichnen.“

Hei√üt, die Leute suchen Arbeit und schaffen sicherlich auch f√ľr wenig Geld.

Als Prognose erwartet der Konzern laut Bilanzbericht f√ľr 2010 eine „Konsolidierung“ auf dem Niveau von 2009 – sprich, der Umsatz wird nicht wachsen. Da „Pfenning“ den Gro√ükunden Henkel verloren hat, darf man gespannt sein, wie die tats√§chlichen Zahlen aussehen werden.

Mit einer Umsatzrendite von 0,9 Prozent ist Pfenning, naja, nicht gerade das, was man ein „erfolgreiches Unternehmen“ nennt. Anders ausgedr√ľckt, von 100 Euro Umsatz bleiben nach Abszug aller Ausgaben 90 Cent „Gewinn“ in der Tasche.

Zur√ľck zur Pr√§sentation: Geht es nach Pfenning, k√∂nnten die Hallen im Notfall auch als „Renaturierungsgebiet“ genutzt werden – aber vielleicht ist das einfach wieder nur eine Fehlinterpretation.

Plagiator-Formel: Dreist, dreister, Journalist – wie Tageszeitungen tagt√§glich „beschei√üen“


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 12. April 2011. (red) Wenn Tageszeitungen √ľber die Plagiatsaff√§ren „zu Guttenberg“ und aktuell Koch-Mehrin berichten, sollten sie allergr√∂√üte Zur√ľckhaltung √ľben. Denn gerade Zeitungsredaktionen plagieren t√§glich in gro√üem Umfang. Das Schm√ľcken mit „fremden Federn“ geh√∂rt zum Tagesgesch√§ft. Ein Unrechtsbewusstsein darf als „nicht-vorhanden“ bewertet werden.

Von Hardy Prothmann

Dem Betr√ľger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist zu recht die Doktorw√ľrde aberkannt worden. Er hat schamlos und vermutlich vors√§tzlich fremdes geistiges Eigentum anderer Autoren als sein eigenes ausgegeben.

Aktuell steht die FDP-Spitzenpolitikerin Silvana Koch-Mehrin in der Kritik. Auch sie soll sich bei anderen „bedient“ haben. Die Plattrom „Vroniblog Wiki“ hat schon auf 32 von 207 Seiten ihrer Doktorarbeit Plagiate entdeckt. Auch Veronica Sa√ü, Tochter von Edmund Stoiber, soll gnadenlos abgeschrieben haben. Und man kann davon ausgehen, dass weitere prominente Namen folgen werden.

Die größten und systematischen Plagiatoren sind die Tageszeitungen

Bei der Suche nach „skrupellosen Abkupferern“ wird √ľbersehen, dass t√§glich massenhaft Plagiate „unters Volk“ gebracht werden – durch Tageszeitungen. Denn die allermeisten Redakteure und freien Mitarbeiter haben √ľberhaupt keine Probleme damit, fremde Texte als ihre eigenen auszugeben.

Ein Beispiel gef√§llig? Heute haben die Weinheimer Nachrichten einen sehr umfangreichen Text auf Seite 11 ver√∂ffentlicht: „Wer versiegelt, der zahlt k√ľnftig mehr.“ Es handelt sich dabei zu fast 100 Prozent um eine Pressemitteilung der Stadt Weinheim, die kostenfrei zur Verf√ľgung gestellt worden ist. Zwar steht am Anfang des Artikels, dass die Verwaltung etwas „mitgeteilt“ hat und auch am Ende steht: „…hei√üt es abschlie√üend in der Pressemitteilung.“

Tagt√§gliches Plagiieren: Die Weinheimer Nachrichten √ľbernehmen mehr oder weniger 1:1 Pressemitteilungen, ohne diese korrekt als solche auszuzeichnen. Klicken Sie auf die Grafik, um den gesamten Text als PDF anzuzeigen.

Reichen diese „Hinweise“ aber aus, um klar zu erkennen, dass er komplette Text eine Pressemitteilung ist? Weder ein Durchschnittsleser noch ein Textprofi kann unmissverst√§ndlich erkennen, wer der wahre Urheber ist.

Kennzeichnungspflicht? Fehlanzeige!

Urheber ist in diesem Fall der Pressesprecher der Stadt Weinheim, Roland Kern – ein gelernter Journalist, der sehr flei√üig und kompetent √ľber die Aktivit√§ten der Stadtverwaltung und das Geschehen in der Stadt schreibt. Das ist sein Job und den macht er hervorragend.

Das kann man von der Redaktion der Weinheimer Nachrichten nicht behaupten. Nicht nur heute, sondern st√§ndig druckt das Blatt die Texte aus der Feder von Roland Kern oder anderen Urheber mehr oder weniger 1:1 ab. Das allein ist noch nicht „ehrenr√ľhrig“, wohl aber das Fehlen einer korrekten Quellenangabe.

Der Pressekodex des Deutschen Presserats verlangt unmissverständlich, Ziffer 1, Richtlinie 1.3:

Pressemitteilungen m√ľssen als solche gekennzeichnet werden, wenn sie ohne Bearbeitung durch die Redaktion ver√∂ffentlicht werden.

Warum steht nicht einfach am Anfang oder Ende des Textes: „Pressemitteilung der Stadt Weinheim“? Ganz einfach, weil die Redaktion so tut, als handle es sich um einen redaktionellen Text. Denn schlie√ülich zahlt der Abonnent nicht f√ľr abgedruckte Pressemitteilungen, sondern f√ľr eigene redaktionelle Inhalte. Die Art und Weise, wie die Weinheimer Nachrichten eine vermeintliche „Kennzeichnung“ vornehmen, darf eindeutig als unzureichend bezeichnet werden.

Blaue Markierungen sind Streichungen, gr√ľne Einf√ľgungen - mit minimalsten Bearbeitungen "eignen sich Redaktionen" Texte an und ver√∂ffentlichen sie als redaktionell-journalistische Leistung.

Korrekt kennzeichnen hei√üt glaubw√ľrdig sein

Auch wir veröffentlichen Pressemeldungen der Stadt Weinheim, die von Roland Kern geschrieben worden sind. Im Unterschied zu den Weinheimer Nachrichten kennzeichnen wir die Texte aber korrekt und unmissverständlich und täuschen den Lesern nicht eine redaktionell-journalistische Leistung vor.

Im Vorspann findet sich bei uns ein K√ľrzel „pm“ – das steht ausweislich unseres Impressums f√ľr „Pressemitteilung“. Weiter stellen wir √ÉŇďbernahmen in voller L√§nge eine unmissverst√§ndliche Zusatzinformatoin voran: Entweder steht „Pressemitteilung von…“ oder „Information von…“ vor einem solchen Artikel.

Manchmal ver√∂ffentlichen wir auch Texte unter dem Namen des jeweiligen Autoren. „Von Roland Kern“, steht dann vor dem Text und am Ende des Artikels informieren wir die Leserinnen und Leser dar√ľber, wer der Autor ist. „Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim“, steht dann da.

Warum wir das tun? Der erste Grund hei√üt Ehrlichkeit. Wir geben nicht etwas als unsere Leistung aus, was nicht unsere Leistung ist. Der zweite Grund: Durch die Nennung der Quelle wird deutlich, welche Interessen hier ver√∂ffentlicht werden. Der dritte Grund ist Anerkennung: Wir nennen selbstverst√§ndlich den geistigen Urheber. Der vierte Grund ist ein gesundes Misstrauen: Wir √ľbermitteln eine fremde Botschaft in Treu und Glauben – sollte ein Fehler oder gar eine T√§uschung vorliegen, ist der Urheber klar benannt.

So wie der MM-Redakteur Hans-J√ľrgen Emmerich „arbeiten“ viele: Eine Pressemitteilung wird ein wenig umgestellt und umformuliert und schwubsdiwups wird daraus ein „Redakteursbericht“. Quelle: MM

„zg“ ist ein Vielschreiber

Die Weinheimer Nachrichten stehen mit dieser Plagiatspraxis nicht alleine da. Besonders dreist sind auch Mitarbeiter des Mannheimer Morgens. Hier werden „umformulierte“ Pressemitteilungen gerne mal als „Redakteursbericht“ ver√∂ffentlicht (siehe dazu: „Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?„)

Einer der flei√üigsten „Mitarbeiter“ des Mannheimer Morgens ist ein Autor, der das K√ľrzel „zg“ benutzt. Das sieht auf den ersten Blick aus wie ein Autorenk√ľrzel, steht aber schlicht und ergreifend f√ľr „zugeschickt“. Das hei√üt, jeder dieser „zg“-Texte ist keine redaktionell-journalistische Leistung, sondern nur eine Text√ľbernahme. Nirgendwo weist die Zeitung darauf hin, welche Art von Urheber sich hinter „zg“ verbirgt. Andere Zeitungen verwenden andere K√ľrzel.

Patchwork-Journalismus РCopy&Paste ist Alltagsgeschäft

Gerne werden auch „Agenturberichte“ zusammengefasst. Das hei√üt, der Journalist bedient sich mehrerer „Quellen“ von Agenturtexten, kopiert die Inhalte irgendwie zu einem Patchwork-Artikel zusammen und schreibt seinen eigenen Namen √ľber den Text. Als „ehrlich“ kann schon gelten, wer wenigstens „Mit Material von…“ ans Ende des Artikels schreibt. Welche Teile der Texte aus welchem „Material“ stammen, ob es 10 oder 90 Prozent des Inhalts sind, ist f√ľr den Leser nicht erkennbar. H√§ufig wird die Nennung des „Materials“ auch gerne mal vergessen.

Und es sind alle Ressorts betroffen: Politik, Wirtschaft, Sport, Lokales, Kultur. Nicht nur Profis können Plagiate relativ leicht erkennen, wenn man auf folgendes achtet: Je weniger Quellen explizit genannt sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Text in Teilen oder komplett plagiiert wurde. So einfach ist das. Denn seriöse Journalisten achten sehr sorgfältig darauf, die Quellen zu benennen.

„Beispiele f√ľr Plagiate in Wissenschaft und Medien gibt es viele“, schreiben die Soziologen der Uni Bielefeld, Sebastian Sattler und Floris van Veen, in ihrem Text „Ver√∂ffentliche oder stirb“ f√ľr die Medienfachzeitschrift „Message“:

„Auffallend rar hingegen ist die Forschung zum Textklau im Journalismus. Das verwundert, f√ľhrt man sich den Schaden vor Augen: Leser werden nicht authentisch und transparent informiert, aber trotzdem zur Kasse gebeten.“

Textklau ist kaum erforscht – kein Wunder

Die Forscher wundern sich, dass es kaum Forschung zu dem Thema „Textklau im Journalismus“ gibt. Das aber ist nicht verwunderlich, wenn man wei√ü, dass viele Medien-Professuren eng mit Medien-Verb√§nden und -Verlagen verbunden sind. Wer also sollte an einem solchen Forschungsvorhaben interessiert sein? Oder anders gefragt: Wer w√ľrde ein niederschmetterndes Ergebnis ver√∂ffentlichen? Die, die es selbst betrifft? Wohl kaum.

Die Forscher folgern, dass dies der Glaubw√ľrdigkeit von Journalismus schadet. Umgekehrt gilt: Der Ehrliche ist der dumme. Wer dreist kopiert und abschreibt ist vermeintlich erfolgreicher, als derjenige, der sich nicht mit fremden Federn schm√ľckt. Und da eine Kr√§he der anderen kein Auge aushakt, wird diese Praxis des institutionalisierten Textklaus schaarenweise und vollst√§ndig unversch√§mt betrieben.

Plagiat = Raub der Seele

So werden tagt√§glich in Deutschland Zeitungen und andere Medien von „Journalisten“ gef√ľllt und von Redakteuren verantwortet, die entweder nie einen Funken Berufsehre in sich hatten oder diese im Lauf der Zeit „verloren“ haben. Ganz im Gegenteil handelt es sich um Banditen, um R√§uber, wie sich anhand der Definition von „Plagiat“ bei Wikipedia nachlesen l√§sst:

Ein Plagiat (von lat. plagium, „Menschenraub“, „Raub der Seele“[1]) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Dies kann sich auf eine wortw√∂rtliche √ÉŇďbernahme, eine Bearbeitung, oder auch die Darstellung von Ideen oder Argumenten beziehen.

Anmerkung:
Zur√ľck zur „Wissenschaft“: Die Arbeit an diesem Text wurde kurz von 15:00 Uhr begonnen. Zu diesem Zeitpunkt waren 32 m√∂gliche Plagiatsstellen in der Arbeit von Frau Koch-Mehrin martkiert worden. Um 17:30 Uhr fanden sich bereits 37 Stellen. ūüėČ

Dokumentation: Jede Menge EU-Subventionen auch f√ľr Heddesheimer Bauern


Heddesheim, 06. April 2011. (red) Aufgrund unserer Berichterstattung hat uns eine Leserin Archivmaterial zukommen lassen. Diese Informationen waren bis Oktober 2010 √ľber das Internet f√ľr jedermann einsehbar. Wir dokumentieren Subventionszahlungen an Heddesheimer Landwirte aus dem Jahr 2009.

Aufgrund einer Klage hessischer Landwirte pr√ľft die EU, inwieweit solche Daten weiter ver√∂ffentlicht werden d√ľrfen. Auch das ist wieder ein Fall (√ľber-)staatlicher Absurdit√§t und Intransparenz.

Erkleckliche Summen aus EU-T√∂pfen f√ľr Heddesheimer Landwirte. Klicken Sie auf die Grafik, um das komplette PDF-Dokument zu √∂ffnen. Quelle: Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung

Erkleckliche Beträge auch nach Heddesheim

√ÉŇďber 500.000 Euro haben demnach Heddesheimer Landwirte an Subventionsgeldern im Jahr 2009 erhalten. Darunter auch zwei Gemeinder√§te der CDU mit erklecklichen Betr√§gen. Normale Angestellte reiben sich bei solchen Summen die Augen.

Das Wirtschaftsmagazin Impulse hatte √ľber die Klage im Februar berichtet:

„Schecke hat daf√ľr gesorgt, dass seit Ende 2010 keine Subventionsdaten von Landwirten mehr im Internet ver√∂ffentlicht werden. Der EuGH hat auf seine Klage hin eine Klausel gekippt, die die umfassende Information √ľber alle Agrarbeihilfen vorschrieb (Az.: C-92/09). Die Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner lie√ü sofort alle entsprechenden Daten sperren. Ab dem Fr√ľhjahr sollen zwar gr√∂√üere Aktiengesellschaften, GmbHs oder Genossenschaften, die Agrarzahlungen erhalten, wieder im Netz aufgelistet werden. Die Daten kleiner Familienbetriebe und mittelst√§ndischer Unternehmen hingegen bleiben geheim, bis die EU-Kommission eine Neuregelung f√ľr alle 27 EU-Mitgliedsstaaten gefunden hat.“

Es geht um Transparenz. Nach der Informationsfreiheitsrichtlinie d√ľrfen sich B√ľrger, Firmen und Journalisten erkundigen, wof√ľr welche Summen an Steuergeldern verwendet werden.

Doch diese ist beispielsweise in Baden-W√ľrttemberg noch nicht umgesetzt – kein Wunder, sind doch Landwirte eine traditionelle W√§hler-Klientel der CDU und die hatte ja bis vor kurzem das Sagen im L√§ndle.

Die taz aus Berlin hatte im November nach dem Urteil geschrieben:

„Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat die √∂ffentliche Internetdatenbank mit den Namen der Empf√§nger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland sperren lassen. Der Europ√§ische Gerichtshof (EuGH) habe ihre Bedenken gegen die Ver√∂ffentlichung best√§tigt, teilte die CSU-Politikerin am Dienstag mit. Die Luxemburger Richter hatten wenige Stunden zuvor geurteilt, dass die Beh√∂rden aus Datenschutzgr√ľnden k√ľnftig nicht alle Empf√§nger ver√∂ffentlichen d√ľrften.“

Von au√üen betrachtet, fragt man sich: Moment mal, Ilse Aigner ist bayerische CSU-Politikerin, sieht „ihre Sicht best√§tigt“, geklagt haben aber zwei Bauern aus Hessen. Man k√∂nnte jetzt vermuten, dass das irgendwie miteinander zusammenh√§ngt.

6.000.000.000 Euro

Vermutlich tut es das auch. Nur kurze Zeit waren die Daten √∂ffentlich. Und das Schweigen sowie die Intransparenz haben Gr√ľnde. Anfang 2006 schreibt das „Greepeace-Journal“ √ľber das „Schweige-Kartell“:

„6.000.000.000 – sechs Milliarden Euro: Diese stattliche Summe flie√üt jedes Jahr als EU-Subventionen in die Taschen der deutschen Agrarbetriebe. Das ist bekannt. Wer aber wof√ľr wie viel dieses Geldsegens aus Br√ľssel einstreicht – dar√ľber breitet sich der Mantel des Schweigens.“

Download des Dokuments √ľber Subventionszahlungen an Heddesheimer Landwirte 2009.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Wahlanalyse: Gr√ľne und SPD mit absoluter Mehrheit, CDU schwach, FDP raus


Guten Tag!

Heddesheim, 28. M√§rz 2011. (red) Georg Wacker (CDU) hat in Heddesheim -8,1 Prozentpunkte eingefahren und erreichen nur noch 33,5 Prozent. B√ľndnis90/Die Gr√ľnen haben mit Uli Sckerl 15 Prozentpunkte gewonnen und kommen auf 24 Prozent. Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) verliert 2 Prozentpunkte und die SPD kommt nur noch auf 29,8 Prozent, bleibt aber zweitst√§rkste Kraft. Die FDP erreicht abgeschlagen nur 4,8 Prozent.

Von Hardy Prothmann

B√ľndnis90/Die Gr√ľnen mit dem Kandidaten Uli Sckerl haben in Heddesheim √ľber Landesdurchschnitt (12,5) insgesamt 15 Prozentpunkte dazugewonnen und k√∂nnen sich √ľber das beste Ergebnis aller Zeiten freuen.

Die CDU hat es in Heddesheim ganz kalt erwischt. -8,1 Prozentpunkte liegen deutlich √ľber dem durchschnittlichen Verlust von -5,2 Prozentpunkten. Zwar bleibt die CDU mit 33,5 Prozent st√§rkste Partei, aber freuen kann sie sich dar√ľber sicherlich nur bedingt.

Gerhard Kleinböck (SPD) kann nicht zufrieden sein, er verliert ähnlich dem Landesdurchschnitt -2 Prozentpunkte (-2,1).

Die FDP hält sich im Vergleich zum Landesdurchschnitt mit -4,4 Prozentpunkten (-5,4) noch einigermaßen, rutscht aber auf 4,8 Prozent ab. Aber ihre Vertretung verlieren sie. Birgit Arnold muss ihr Landtagsmandat abgeben.

Die Linke verliert ebenfalls und kommt auf 2,9 Prozent, die Piraten erreichen beachtliche 2,1 Prozent. Republikaner und NPD erreichen zusammen immerhin 2 Prozent.

In Heddesheim erreichen SPD und Gr√ľne die absolute Mehrheit mit 49,8 Prozent gegen√ľber CDU 33,5 Prozent – die FDP w√§re hier an der f√ľnf-Prozent-H√ľrde gescheitert.

Inwieweit dieser „Landeswert“ sich im Bewusstsein der kommunalpolitischen Arbeit wiederfinden wird, bleibt abzuwarten.

So hat Heddesheim gew√§hlt: 49,8 Prozent f√ľr Rot-Gr√ľn, 33,5 Prozent f√ľr die CDU. FDP fliegt raus. Grafik: Heddesheimblog.de, Quelle: Statistisches Landesamt

Analyse zur Landtagswahl: Die Farbenlehre der Kommunen im Wahlkreis Weinheim (39)


Guten Tag!

Rhein-Neckar/Weinheim, 25. M√§rz 2011. Geht es nach „The Trend is your friend“ – sieht es f√ľr die SPD im Wahlkreis Weinheim (39) schlimm aus. Die Gr√ľnen d√ľrfen sich wie die FDP √ľber weitere Zuw√§chse freuen und die CDU kann sich ausruhen. Doch das wird nicht so sein. Die Landtagswahl 2011 ist selten spannend und offen. Wir geben einen √ÉŇďberblick √ľber die vergangene Wahl und was man daraus f√ľr die Zukunft die Wahl am Sonntag schlie√üen kann.

Bei der Landtagswahl 2006 war die CDU ist mit 42,6 Prozent (+/-0) st√§rkste Partei. Die SPD holte nur noch 27,2 Prozent (-10,7). Drittst√§rkste Partei sind B√ľndnis90/Die Gr√ľnen mit 12,6 Prozent (+4,4). Dann folgt die FDP mit 10,2 Prozent (+2,8).

Der √ÉŇďberblick aus Sicht der Parteien:

CDU
Schriesheim ist die „neue“ CDU-Hochburg. 45,9 Prozent (+1,2) schaffte die Partei hier als bestes Gesamtergebnis. Danach folgt Laudenbach mit 45,6 Prozent, aber -2,3 Prozentpunkten Verlust. Edingen-Neckarhausen ist die einzige Gemeinde, wo die CDU nicht √ľber 40 Prozent kommt: Trotz Zuwachs sind es nur 39,7 Prozent (+2,3).

SPD
In Ilvesheim hat die SPD das beste Ergebnis: 32,9 Prozent (-11,5). Danach folgt Heddesheim mit 31,8 Prozent (-8,3). Zusammen mit Laudenbach (-9,4) sind das die einzigen Gemeinden, in denen die SPD bei der vergangenen Wahl weniger als 10 Prozentpunkte verliert.

B√ľndnis90/Die Gr√ľnen
Dossenheim ist die Gr√ľnen-Hochburg. 18,7 Prozent (+4,9) holt die Partei hier. Gefolgt von Schriesheim mit 15,7 Prozent (+5,4) und Ladenburg mit 14,3 Prozent, wo die Gr√ľnen mit +6,3 Prozentpunkten am meisten zulegen.

FDP
In Hirschberg ist die FDP am erfolgreichsten. Auf 13,2 Prozent (+4) folgt Schriesheim mit 12,2 (+5,3), wo sie am meisten zulegt. Schw√§chste Gemeinde ist Laudenbach mit 7,8 Prozent, wo sich die FDP hier um 2,8 Prozentpunkte verbessert hat. Nur in Edingen-Neckarhausen verliert die FDP 0,7 Prozentpunkte, bleibt aber mit 11,5 Prozent √ľber dem Durchschnitt von 10,2 Prozent im Wahlkreis.

Wollen Sie wissen, wie Sie w√§hlen "sollten"? Machen Sie den Test mit dem Wahl-o-mat der Landeszentrale f√ľr politissche Bildung.

Klarer Verlierer der Landtagswahl 2006 war die SPD, die in Dossenheim (22,3), Hirschberg (22,7) und Schriesheim (22) nur noch knapp √ľber der 20 Prozentmarke liegt.

Die Gr√ľnen legten im Vergleich am meisten zu und k√∂nnen in Dosssenheim (18,7), Hirschberg (14,2), Ladenburg (14,3) und Schriesheim (15,7) hingegen hoffen, die 20 Prozentmarke zu erreichen oder zu √ľberwinden.

Die FDP hat zwar nach den Gr√ľnen als einzige Partei hinzugewonnen, aber angesichts der Wahlumfragen muss sie Verluste f√ľrchten. Besonders in Ilvesheim (7,9) konnte sie nur leicht mit 1,3 Prozentpunkten zulegen, in Laudenbach hatte sie zwar das Durchschnittsplus von 2,8 Prozentpunkten erreicht, bleibt aber hier am schw√§chsten. Die einzige Kommune, in der die FDP (9,2) knapp vor den Gr√ľnen (9,0) liegt, ist Heddesheim.

Die CDU hat in sechs der zehn Kommunen verloren – kein gutes Omen f√ľr die bevorstehende Wahl. Zwar sind die Verluste mit -2,3 Prozentpunkten in Laudenbach bis -0,1 Prozentpunkte in Weinheim vergleichsweise niedrig, aber unterm Strich hat die Partei mit insgesamt -3.200 Stimmen nur Gl√ľck gehabt, das Ergebnis von 2001 halten zu k√∂nnen.

Das „Gl√ľck“ lag damals an den verlorenen Stimmen und der geringen Wahlbeteiligung. Die damalige WASG (3,8) (heute mit PDS zu Die Linke fusioniert) hatte zusammen mit den Grauen (1,4) insgesamt 5,2 Prozent der Stimmen auf sich gezogen, die f√ľr die anderen Partein „verloren“ waren. Die Grauen sind seit 2008 aufgel√∂st.

Traditionell sind CDU-W√§hler bislang immer noch „pflichtbewusster“ beim Wahlgang. Das wirft auch ein anderes Licht auf die leichten Verluste – trotz der Wahldisziplin hat die CDU bereits 2006 „verloren“.

Folgt man den Umfragen zu Gesamtwahl, k√∂nnte der CDU-Kandidat Georg Wacker f√ľnf bis sieben Prozent verlieren, bleibt aber als Gewinner des Direktmandats im Parlament. Die FDP-Kandidatin Birgit Arnold k√∂nnte knapp sechs Prozent verlieren – ihr erneuter Einzug ins Parlament w√§re damit gef√§hrdet.

Gerhard Kleinb√∂ck w√ľrde demnach ebenfalls nochmals rund drei Prozent verlieren, d√ľrfte aber wieder ins Parlament einziehen.

Der „Wahlsieger“ d√ľrfte Uli Sckerl werden – geht es nach den Umfragen. Er w√ľrde gro√üe Teile der Verluste der anderen einsammeln und k√∂nnte es nahe oder sogar √ľber 20 Prozent schaffen.

Die prognostizierten Wahlergebnisse wären damit nicht nur im Land, sondern auch im Wahlkreis Weinheim eine Sensation.

Doch das sind alles „Annahmen“ vor der Wahl. Nach der Wahl ist am Sonntag, ab 18:00 Uhr – dann wird ausgez√§hlt. ūüėČ

Heddesheims Hauptamtsleiter Julien Christof ist Freizeitjournalist, Blogger, Wahlkämpfer. Mit dem Segen seines Chefs


Heddesheim/Osterburken, 24. M√§rz 2011. (red) B√ľrgermeister Michael Kessler hat ein Problem mit neuen Medien: „Twitterei“ und Blogs sind ihm suspekt. Auch Journalisten sind im suspekt. Journalisten, die neue Medien benutzen, findet er gar „ekelhaft„. Sein Hauptamtsleiter Julien Christof hingegen ist ein Experte. Er nutzt die neuen Medien rege – als √ľberzeugter CDU-Parteimann, Mitglied des Kreisvorstands, Pressesprecher, Internetbeauftragter und aktiver Wahlk√§mpfer im Landtagswahlkampf. Und bet√§tigt sich dann und wann auch noch als Journalist. Das macht er selbstverst√§ndlich alles in seiner Freizeit.

Julien Christof findet es gut, die Gr√ľnen als "Dagegen-Partei" zu benennen. Quelle: JU NOK Facebook

Als Hauptamtsleiter gibt Julien Christof immer den neutralen Beamten in Diensten der Gemeinde. Sobald er Freizeit hat, ist er aber ein gl√ľhender Parteisoldat in Diensten der CDU.

Nicht einfach ein Mitglied, auch nicht einfach ein aktives Mitglied√ā¬† – nein, Julien Christof mischt ganz vorne mit.

Ausgef√ľllte Freizeit als Journalist und Blogger

In seinem Heimatort Osterburken ist er stellvertretender Vorsitzender, er ist im Vorstand der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis aktiv und Pressesprecher der agilen Truppe. Die betreiben verschiedene CDU-Blogs, inklusive Twitter und Facebook. Herr Christof benutzt beim Twittern auch gerne mal Pseudonyme, „Mephjizzo“ beispielsweise.

Au√üerdem ist er im Kreisvorstand der CDU Neckar-Odenwald-Kreis, dort als „Beauftragter f√ľr Presse und √Ėffentlichkeitsarbeit.“

Die erledigt er flei√üig. So schreibt er unter anderem f√ľr die Rhein-Neckar-Zeitung und f√ľr die Fr√§nkischen Nachrichten. Die Fr√§nkischen Nachrichten wiederum geh√∂ren zur Dr. Haas-Gruppe, zu der auch der Mannheimer Morgen geh√∂rt. Und sogar in der S√ľdwestpresse Ulm ist ein „Julien Christof“ mit journalistischen T√§tigkeiten zu finden – vielleicht gibt es aber auch mehrere „Julien Christof“, die zuf√§llig in der selben Gegend als Journalisten t√§tig sind.

Herr Christof beschreibt seine journalistische Tätigkeit auf Anfrage so:

„Ich habe im Jahr 2001 als 16-J√§hriger ein gymnasiales Schulpraktikum bei der
Lokalredaktion Buchen der Rhein-Neckar-Zeitung absolviert. Seitdem bin ich
dort unregelm√§√üig als freier Mitarbeiter t√§tig. Dabei war ich bereits f√ľr
den Lokalteil, die Jugendseite und die Fußballberichterstattung im Einsatz.

Mit Aufnahme meines Studiums an der FH Kehl im Jahr 2005 habe ich die
journalistische Tätigkeit reduziert. Momentan schreibe ich gelegentlich
Artikel f√ľr die Lokalteile des Bereichs Buchen. Es gibt f√ľr meinen Heimatort
Osterburken einen freien Mitarbeiter, den ich ab und an vertrete. Der
neueste Artikel war vergangene Woche √ľber die Vereinsehrungen der Stadt
Osterburken, insgesamt hat die T√§tigkeit nat√ľrlich auch aus Zeitgr√ľnden
geringen Umfang.“

Wahlkämpfer Julien Christof (3. von links) am Parteistand in Sennfeld. Quelle: JU NOK Facebook

Einen „geringen Umfang“ also. Also so eine Art kleiner Nebenjob. Den erledigt er trefflich – als Pressesprecher der CDU schreibt er gleichzeitig auch gerne als Journalist √ľber die CDU. Die frohen Botschaften erscheinen dann in der Zeitung. In diesem Fall aber unter dem K√ľrzel JC.

Christof ist mal Pressesprecher, mal Journalist, mal beides.

Eventuell k√∂nnte es sein, dass man als Leser einfach nicht verwundert sein soll, wenn Julien Christof √ľber sich selbst und seine CDU und deren Erfolge in einem „journalistischen“ Medium schreibt. Denn √ľber die CDU schreibt Herr Christof dann doch schon h√§ufiger, was er aber als „geringen Umfang“ versteht.

Eine solche T√§tigkeit muss genehmigt werden, wenn beispielsweise nach √ā¬ß62 Absatz 2, Nr. 2 des Landesbeamtengesetz folgendes zu bef√ľrchten ist:

(2) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn zu besorgen ist, dass durch die Nebentätigkeit dienstliche Interessen beeinträchtigt werden. Ein solcher Versagungsgrund liegt insbesondere vor, wenn die Nebentätigkeit

  1. die Beamtin oder den Beamten in einen Widerstreit mit den dienstlichen Pflichten bringen kann oder
  2. die Unparteilichkeit oder Unbefangenheit der Beamtin oder des Beamten beeinflussen kann oder

Herr Christof beantwortet und Anfrage aber mit einem anderen Paragrafen und best√§tigt, dass B√ľrgermeister Michael Kessler √ľber die journalistischen Nebent√§tigkeiten informiert ist und diese genehmigt hat (sonst d√ľrfte er diese ja nicht aus√ľben).

Eine journalistische T√§tigkeit muss nach √ā¬ß 63 Abs. 1 und 2 des Landesbeamtengesetzes angezeigt werden, in bestimmten F√§llen nach Abs. 3 auch nicht. Diese ist meinem Dienstvorgesetzten bekannt.

Absatz 3 betrifft „schriftstellerische, wissenschaftliche, k√ľnstlerische oder Vortragst√§tigkeiten“, all das ist Journalismus nicht. Journalismus ist ein sogenannter freier Beruf, der nach √ā¬ß 63, Absatz 1, Nr. 1 a) genehmigungspflichtig ist.

Ausgef√ľllte Freizeit als engagierter Pro-Stuttgart21-Demonstrant und CDU-Wahlk√§mpfer

Als w√ľrde ihn der Job als junger und noch gar nicht so lange im Amt befindlicher Hauptamtsleiter kaum auslasten, reichen diese Freizeitbet√§tigungen aber noch lange nicht. Hauptamtsleiter Privatmann Julien Christof ist mitten im Landtagswahlkampf – als Mitglied des „AK Wahlkampf“ von Kandidat Peter Hauk, der im Neckar-Odenwald-Kreis antritt. Der Ex-Minister gilt mit seiner Funktion als CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag als Nummer 2 hinter Ministerpr√§sident Mappus und gilt als rabenschwarzer CDU-Hardliner.

Julien Christof (rechts vorne) vor einer Pro-Stuttgart21-Demo zusammen mit Peter Haus (2. von links). Quelle: JU NOK Facebook

Als aktiver Wahlk√§mpfer und Mitglied des „Team Hauk“ kommt Julien Christof in seiner Freizeit viel rum. Er f√§hrt zur Pro-Stuttgart21-Demo nach Stuttgart, hilft am Wahlkampfstand aus und plant mit anderen zusammen in der „Arbeitsgruppe Wahlkampf“ die Auftritte des „Schwarzen Peter“, wie sich Peter Hauk gerne nennen l√§sst.

Christof und der Schwarze Peter

Auch die Website „Der schwarze Peter“ wird durch die Junge Union Neckar-Odenwald-Kreis betrieben, bei dem Herr Christof im Vorstand t√§tig ist.

Der wiederum hatte im Herbst in Hirschberg verk√ľndet, dass es „dem Land Baden-W√ľrttemberg Wurscht sein kann, ob Stuttgart 21 jetzt zehn oder f√ľnfzehn Milliarden Euro kostet“ – damit ist er der Zeit voraus. Im Moment liegen die Sch√§tzungen bei sechs bis sieben Milliarden Euro, nachdem Stuttgart21 urspr√ľnglich mal zwei Milliarden kosten sollte.

Selbstverst√§ndlich muss man annehmen, dass Julien Christofs diverse Nebent√§tigkeiten und Engagements nicht die „Unparteilichkeit und Unbefangenheit des Beamten beeinflussen k√∂nnen“, denn sonst d√ľrfte er diese T√§tigkeiten ja nicht aus√ľben, m√ľsste also sein Dienstherr, Michael Kessler, ihm diese untersagen.

„Es ist nicht verboten, sich politisch zu engagieren“, sagt Christof.

Julien Christof sieht keine Befangenheit, ganz im Gegenteil antwortet er auf unsere Anfrage:

„Seit einigen Jahren bin ich Mitglied der Jungen Union Adelsheim/Osterburken im Neckar-Odenwald-Kreis. Dort bin ich stellvertretender Ortsvorsitzender sowie im Kreisvorstand. Einer meiner Beweggr√ľnde f√ľr die Mitgliedschaft war mein Interesse f√ľr die Kommunalpolitik und Politik allgemein. Generell halte ich es f√ľr gut, wenn sich junge Menschen f√ľr Politik interessieren und auch politisch engagieren, egal ob und in welcher (demokratischen) Partei; zum Auftrag der Parteien vgl. √ā¬ß 1 des Parteiengesetzes.

Nach den Beamtengesetzen ist es Beamten nicht verboten, sich politisch zu engagieren oder Parteimitglied zu sein, denn das Grundgesetz und hier speziell die Meinungsfreiheit gelten auch f√ľr Menschen, die im √∂ffentlichen Dienst t√§tig sind. Auch erstreckt sich die Mitgliedschaft nicht auf Heddesheim oder den Rhein-Neckar-Kreis, sondern den Nachbarkreis.“

Julien Christof (links) demonstriert in seiner Freizeit f√ľr Stuttgart21. Quelle: JU NOK Facebook

Engagement ist gut und richtig, ebenso die Sache mit der Meinungsfreiheit. Herr Christof verweist vollkommen zu recht auf das Grundgesetz – auch wenn er es sonst nicht so damit h√§lt und beispielsweise auf Anordnung oder freiwillig (das ist nicht bekannt) in √∂ffentlichen Gemeinderatssitzungen Gemeinder√§te observiert und aus seiner Sicht „problematische“ Meinungs√§u√üerungen sofort seinem Chef, dem B√ľrgermeister Kessler meldet, der sich dann jedesmal unter Verwendung von Worten wie „unanst√§ndig“, „w√ľrdelos“ und „respektlos“ ereifert.

Christof „gef√§llt“ die CDU-Seite: Die-dagegen-Partei

Vielleicht verstehen Herr Kessler und Herr Christof „Unparteilichkeit“ und „Unbefangenheit“ ja auch nur sehr eindimensional und nicht so ganz allgemein.

Wiederum vermutlich nur in seiner Freiheit ist Herr Christof auch bei Facebook aktiv. Hier kann man durch Klicken der Schaltfl√§che „Gef√§llt mir“ seine Stimmung zum Ausdruck bringen (siehe erstes Bild). Herrn Christof gef√§llt unter anderem ein Eintrag mit Hinweis auf die Website „Die-dagegen-Partei“ – eine Website die von der „CDU Deutschlands“ unter Vorsitz von Frau Bundeskanzelerin Merkel verantwortet wird.

Die Facebook-Seite wiederum ist eindeutig von der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis verantwortet und man darf vermuten, dass Herr Christoph hier in seiner Freizeit auch aktiv mitwirkt. Auf der CDU-eigenen-Seite „Die-dagegen-Partei“ schlie√üt sich dann der Kreis zu Heddesheim – auch hier wird ein Dagegen-Projekt der Gr√ľnen aufgef√ľhrt:

„Gewerbeansiedlung

In Heddesheim bei Mannheim sind die Gr√ľnen gegen die Ansiedlung eines Logistikunternehmens. Mit dem Projekt k√∂nnten bis zu 1.000 neue Arbeitspl√§tze entstehen. Bei einer B√ľrgerbefragung hatte sich eine Mehrheit f√ľr die Ansiedlung ausgesprochen.
(Demo-Aufruf der Gr√ľnen Heddesheim f√ľr den 06.11.2010)“

Jetzt k√∂nnte man vermuten, dass die Berliner CDU entweder sehr gute Rechercheure hat, um herauszubekommen, zu welcher Demo die „Gr√ľnen Heddesheim“ am 06. November 2010 aufgerufen haben. Oder man k√∂nnte vermuten, dass die CDU auch Rechercheure vor Ort hat – Herrn Christof ist das Recherchieren als Nebenerwerbsjournalist sicher nicht g√§nzlich fremd.

Ob den Heddesheimer Gr√ľnen dieses „Engagement“ gef√§llt und sie k√ľnftig glauben, Herr Christof sei „unparteilich“, ist mal dahin gestellt. Aber vielleicht hat ja auch ein anderer CDU-Mann, beispielsweise der Internet-Experte Reiner Hege oder gar die stellvertretende B√ľrgermeisterin Ursula Brechtel den Tipp gegeben.

Auch Heddesheim ist in der Dagegen-Kartei der CDU

Interessant ist der Konjunktiv „k√∂nnten entstehen“ und der Ausdruck „Mehrheit“ f√ľr einen Stimmenvorsprung von 40 Stimmen bei einer „B√ľrgerbefragung„. Auch so bringt man komplexe kommunalpolitische Vorg√§nge und „Interesse f√ľr Kommunalpolitik“ auf ein kurzes Karteikartenformat.

Gut vernetzte CDU - sogar Heddesheim hat es ins "Dagegen-Angebot" der "CDU Deutschlands" geschafft. Quelle: die-dagegen-partei.de

Offen ist nun die Frage, wie mit der Aussage umzugehen ist, dass Herr Christof sich nur „im Nachbarkreis“ politisch so massiv engagiert, wenn sein Kandidat auch in diesem Kreis auftritt – dazu noch in Hirschberg, dem Nachbarort von Heddesheim, der ebenfalls von einer „Gewerbeansiedlung“ betroffen sein wird.

Julien Christof als "Beauftragter f√ľr Presse und √Ėffentlichkeitsarbeit" des CDU-Kreisverbands Neckar-Odenwald. Quelle: CDU NOK

Und seine vielf√§ltigen Aktivit√§ten im Internet schlie√üen diese „Kreise“ oder heben sie vielmehr auf, weil diese Informationen nicht an Kreisgrenzen halt machen, sondern wie gezeigt selbst bis nach Berlin reichen und von dort wieder zur√ľck.

Parteiliche Freizeit vs. unparteiliche Arbeitszeit?

Herr B√ľrgermeister Michael Kessler wiederum wird sich die Frage gefallen lassen m√ľssen, ob er das „freizeitliche Treiben“ seines Hauptamtsleiters weiterhin so genehmigt oder nicht eventuell etwas „unversch√§mt“ und „respektlos“ findet – mal ganz abgesehen von der Frage, ob man tats√§chlich davon ausgehen kann, dass Herr Christof seine „Freizeitbesch√§ftigungen“ und seine Pflicht zur Unparteilichkeit als Beamter sauber trennen kann.

Insgesamt muss Herr Christof viel Freizeit haben, denn als Anschrift gibt er die Mauritiusstra√üe in Osterburken an. Zwischen seinem Wohnort und seinem Arbeitsort im Rathaus am Fritz-Kessler-Platz liegen je nach gew√§hlter Fahrtstrecke 105-120 Kilometer – die schnellste Strecke dauert einfach 1 Stunde 17 Minuten. Aber das ist theoretisch – denn es geht √ľber die A6 und die ist st√§ndig zu.

Wer vermutet, dieses „freizeitliche Engagement“ diene nur dem „Interesse f√ľr die Kommunalpolitik und Politik allgemein“, wie Herr Christof uns geschrieben hat, muss respektvoll anerkennen, welch „herausragenden“ Einsatz dieser junge Mann doch so bringt. Und das alles in der Freizeit.

Wer vermutet, dieses Engagement k√∂nne vielleicht der „Bef√∂rderung“ auf h√∂here Weihen dienen ebenso wie der Hauptamtsleiterposten, der nur ein Zwischenjob f√ľr den ehrgeizigen CDU-Mann sei, naja, der wird sich mit ziemlicher Sicherheit vom B√ľrgermeister Kessler sagen lassen m√ľssen, dass das eine „unerh√∂rte Vermutung“ ist.

Julien Christof (rechts) beim Gruppenbild. Quelle: JU NOK Facebook


Landtagswahl 2011: Mannheimer Morgen berichtet eindeutig parteiisch – f√ľr die CDU


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 15. M√§rz 2011. (red) W√§hler werden nicht nur durch Wahlplakate beeinflusst, sondern auch durch die Medien. Eine m√∂glichst ausgewogene Berichterstattung ist deshalb wichtig. Denn wer besonders h√§ufig in der Berichterstattung erw√§hnt wird, ist auch pr√§senter beim W√§hler. Mit der „Ausgewogenheit“ hat der Mannheimer Morgen jedoch ein Problem.

Dr. Birgit Arnold (FPD), Gerhard Kleinb√∂ck (SPD), Uli Sckerl (B√ľndnis90/Die Gr√ľnen), Georg Wacker (CDU) – so hei√üen, alphabetisch geordnet, die Spitzenkandidaten der „etablierten Parteien“.

Alle vier treten im Wahlkreis 39 Weinheim zur Landtagswahl 2011 in Baden-W√ľrttemberg an.

Allerdings mit unterschiedlichen Voraussetzungen, die nicht nur durch die Parteifarbe oder -kasse bestimmt werden. Sondern auch durch die Berichterstattung.

Gehen Sie mal in sich und denken nach:

  • Welcher Name ist Ihnen ein Begriff? Arnold, Kleinb√∂ck, Sckerl, Wacker?
  • Welchen Namen haben sie oft geh√∂rt, gelesen?
  • Welchen Namen eher weniger?
  • Und f√ľr was steht der jeweilige Kandidat?
  • An welches Bild der Kandidaten erinnern Sie sich?

Unausgewogene Berichterstattung

Halten Sie ruhig „Ihre“ Erinnerungen fest und vergleichen Sie diese mit unserer Auswertung. Sie werden √ľberrascht sein, wie genau das Ergebnis sein wird.

Wir haben uns nicht auf die Erinnerung verlassen, sondern die Berichterstattung des Mannheimer Morgens in den vergangenen Wochen genauer angesehen und ausgez√§hlt. Die Ergebnisse sind mehr als interessant – denn sie zeigen, wie unausgewogen berichtet wird und wie die „Erinnerung“ beeinflusst wird.

Zur Methode: Wir haben s√§mtliche Ausgaben des Mannheimer Morgens „Rhein-Neckar“ seit Januar 2011 bis einschlie√ülich 10. M√§rz 2011 nach den oben genannten Spitzenkandidaten durchsucht. Jede Erw√§hnung wurde als Treffer gez√§hlt.

Dar√ľber hinaus haben wir Unterscheidungen nach Gr√∂√üe des Berichts, Bild Ja/Nein sowie Gr√∂√üe des Bildes vorgenommen.

Unsere Ergebnisse nachfolgend im √ÉŇďberblick:

Einteilung nach Häufigkeit der Erwähnung:

Auf Platz 1 dieses „Rankings“ befindet sich der CDU-Spitzenkandidat Georg Wacker mit 38 Artikeln, in denen sein Name genannt wird.

Mit deutlichem Abstand folgt Gerhard Kleinböck (SPD) mit 27 Erwähnungen.

Ebenfalls deutlich ist der Abstand auf Dr. Birgit Arnold (FDP) und Uli Sckerl (Gr√ľne) mit je 21 Erw√§hnungen.

Einteilung nach Größe des Artikels:

Hier haben wir drei Einstufungsarten vorgenommen. Sehr kurze Artikel haben wir als „Nachricht“ gewertet, gefolgt von einem „Bericht“ bis hin zu einem „Gro√üen Bericht“. Anhand dieser Einteilungen ergibt sich folgende Rangabstufung:

Nachricht: Georg Wacker (CDU) fand insgesamt 19 namentliche Erw√§hnungen in einer „Nachricht“, Uli Sckerl (Gr√ľne) war 15-mal namentlich erw√§hnt worden. Dr. Birgit Arnold (FDP) erhielt 9 Erw√§hnungen in einer Nachricht. Das Schlusslicht bildet Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) mit 8 Nennungen in einer Nachricht.

Bericht: Diesen Bereich f√ľhrt Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) mit insgesamt 12 Erw√§hnungen. Dicht gefolgt wird er von Georg Wacker (CDU), der es hier auf 10 Erw√§hnungen bringt. Auf Platz 3 findet sich Dr. Birgit Arnold (FDP) mit 6 Nennungen wieder. Am Ende der Skala befindet sich hier Uli Sckerl mit 3 Erw√§hnungen in einem Bericht.

Gro√üer Bericht: Bei den gro√üen Berichten f√ľhrt abermals Georg Wacker (CDU) mit 9 Erw√§hnungen. Ihm folgt Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) mit 7 Nennungen. Am Ende der Skala finden sich erneut Dr. Birgit Arnold (FDP) mit 5 Erw√§hnungen sowie Uli Sckerl (Gr√ľne) mit gerade mal 3 Erw√§hnungen.

Au√üerhalb der Einteilung von Nachricht bis Bericht fand Dr. Birgit Arnold (FDP) im Rahmen eines Interviews Erw√§hnung und Uli Sckerl (Gr√ľne) wurde einmal im „Zitat des Tages“ genannt.

Einteilung nach Bild Ja/Nein:

Bei dieser Abstufung haben wir ausgewertet, ob im Zuge der Namenserw√§hnung auch ein Bild vorhanden war. Entscheidend hierf√ľr war jedoch nicht, ob es sich dabei um ein Portr√§tfoto handelte. Wir haben auch die Setzung eines „Symbolfotos“ gez√§hlt, da Bilder in journalistischen Texten einen besonderen Reiz darstellen.

Dieses „Ranking“ wird abermals von Georg Wacker (CDU) gef√ľhrt, der es auf stattliche 22 Bilder brachte, wenn sein Name in einem Artikel fiel.

Direkt dahinter befindet sich abermals Gerhard Kleinböck (SPD) mit 18 Bildern.

Im „zweitstelligen“ Bereich findet sich immerhin noch Dr. Birgit Arnold (FDP) mit 12 Bildern.

Gegen√ľber Georg Wacker erreicht Uli Sckerl (Gr√ľne) nur magere 7 Bilder und damit ein Drittel.

Einteilung nach Bildgröße:

Auch die Gr√∂√üe der Bilder ist ein interessantes Kriterium – je gr√∂√üer, desto besser „bemerkbar“. Hier unterschieden wir drei Varianten: Klein – Mittel – Gro√ü.

Kleine Bilder erhielten: Georg Wacker (CDU)√ā¬† 9 Bilder, Uli Sckerl (Gr√ľne) 4 Bilder, Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) 2 Bilder, Dr. Birgit Arnold (FDP) 2 Bilder.

Mittlere Bilder erhielten: Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) 8 Bilder, Georg Wacker (CDU) 6 Bilder, Dr. Birgit Arnold (FDP) 3 Bilder, Uli Sckerl (Gr√ľne) 1 Bild.

Gro√üe Bilder erhielten: Gerhard Kleinb√∂ck (SPD) 8 Bilder, Dr. Birgit Arnold (FDP) 7 Bilder, Georg Wacker (CDU) 7 Bilder, Uli Sckerl (Gr√ľne) 2 Bilder.

Gesamtergebnis:

Anhand der vier möglichen Rangplatzierungen und der acht Kriterien ergibt sich folgendes Bild:

Georg Wacker belegte: 5x den 1. Platz und 3x den 2. Platz

Gerhard Kleinböck belegte: 3x den 1. Platz, 3x den 2. Platz, 1x den 3. Platz und 1x den 4. Platz

Dr. Birgit Arnold belegte: 1x den 2. Platz, 6x den 3. Platz und 1x den 4. Platz

Uli Sckerl belegte: 2x den 2. Platz, 1x den 3. Platz und 5x den 4. Platz.

Anhand dieser Ergebnisse lassen sich folgende Querschnitte bilden. Je näher der Wert bei 1 ist, desto präsenter war der entsprechende Kandidat in der Berichterstattung des Mannheimer Morgen im Zeitraum Januar 2011 Р10. März 2011.

Geht es nach der quantitativen Auswertung der Berichterstattung im MM hat der Kandidat Georg Wacker (CDU) einen weiten Vorsprung vor den anderen. Quelle: rheinneckarblog

Der „klare“ Sieger in der Berichterstattung ist mit jeweils deutlichem Abstand Georg Wacker (CDU) – der „klarste“ Verlierer Uli Scklerl (Gr√ľne). Jedenfalls nach den „Pr√§ferenzen“ des Mannheimer Morgens.

Georg Wacker (CDU): 1,4
Gerhard Kleinböck (SPD): 2
Dr. Birgit Arnold (FDP): 3
Uli Sckerl (Gr√ľne): 3,1

Erinnern Sie sich noch an die Fragen oben?

Entspricht das Ihrer Wahrnehmung?

Werden Sie dementsprechend wählen?

Ganz sicher beeinflusst auch eine solche Analyse die Entscheidung, wer wo sein Kreuz macht.

Wahlentscheidungen basieren auf vielf√§ltigen Faktoren, fr√ľher vor allem auf dem „sozialen Stand“, der Bildung, des Verm√∂gens. Heute immer mehr auf Informationen.

Ganz sicher ist damals wie heute die Regel: Nur wer „wahr genommen“ wird, hat auch Chancen.

Nicht nur Argumente entscheiden, sondern auch „Gef√ľhle“. Erfahrungen und Erinnerungen.

Wer ist eher etabliert? Wer kann mit wem? Wer „scheint“ der bessere Kandidat zu sein? Wer ist am ehrlichsten?

Der innere „Abstimmungsprozess“ erfolgt vor dem Kreuz auf dem Wahlzettel.

Leserinnen und Leser, die „gr√ľn“ pr√§ferieren, m√ľssen massiv entt√§uscht sein und sich fragen, was sie von einer so eindeutig „parteiischen“ Berichterstattung halten sollen. Der vierte Platz f√ľr den Kandidaten Hans-Ulrich Sckerl ist eindeutig nicht der Platz, den der „Innenexperte“ und die Gr√ľnen im Land und im Kreis einnehmen – die „Pr√§senz“ in der Berichterstattung t√§uscht hier massiv.

Anmerkung der Redaktion:
Die Ergebnisse unserer Auswertung sind nicht repr√§sentativ f√ľr „alle Medien“ zu verstehen, da wir nur die Berichterstattung im Mannheimer Morgen untersucht haben.
Es handelt sich um eine quantitative Erhebung, nicht um eine qualit√§tive. Nicht bewertet wurden „negative“ oder „positive“ inhaltliche Text- oder Bildaussagen.

Recherche: Christian M√ľhlbauer, Paul Maa√ü

Dokumentation: Was der B√ľrgermeister „unanst√§ndig“ findet – die Tweets von GR Prothmann

Guten Tag!

Heddesheim, 24. Februar 2011. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler hat in der heutigen Sitzung das Verhalten des Gemeinderats Hardy Prothmann ger√ľgt. Dessen „Twittern“ sei eine Missachtung des Gemeinderats.

Dar√ľber hinaus monierte B√ľrgermeister Kessler, den „Tweet“ von 17:53 Uhr, in dem GR Prothmann schreibt: „SPD-Sprecher J√ľrgen Merx erinnert irgendwie an einen Leguan. Er macht immer dieselbe Kopfbewegung.“

B√ľrgermeister Michael Kessler bezeichnete das als „Beleidigung“ und kritisierte die „unangemessene Wortwahl“ des GR Prothmann. Weiter warf er GR Prothmann vor, die Sitzungen nicht ernst zu nehmen und die Aufgaben eines GR nicht zu verstehen. Zudem k√∂nne er nicht zwischen seiner Funktion als Gemeinderat und Journalist unterscheiden.

Vorbemerkung:
Twitter (englisch f√ľr „Gezwitscher“) ist eine Plattform im Internet, √ľber die Kurznachrichten in SMS-L√§nge ver√∂ffentlicht werden k√∂nnen. Wer „twittert“, schreibt eine Nachricht, die auf der Plattform Twitter erscheint.

Alle Personen, die einem bestimmten Twitterer „folgen“ (Follower), bekommen kurz nach dem Schreiben der Nachricht diese angezeigt. Solche Nachrichten k√∂nnen von den Followern weiter getwittert werden, √§hnlich einer email, die man weiterleitet. Die Follower dieser Follower erhalten die Nachricht dann ebenfalls.

Man kann aber auch nach Twitterern oder einzelne Tweet-Nachrichten suchen und diese weiterleiten. Selbst wer nicht bei Twitter angemeldet ist, kann Nachrichten und Twitter per Suchfunktion finden. Um zu twittern braucht man keinen Computer, sondern kann das √ľber internetf√§hige Handys wie das iPhone oder andere „Smartphones“ machen.

Auch das Landratsamt twittert

Twitter wird in Deutschland √ľberwiegend von internetaffinen Menschen genutzt. Aber auch von Journalisten, Politikern, Wissenschaftlern oder Institutionen. St√§dte wie Weinheim oder Mannheim nutzen Twitter, selbst das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises twittert seit einigen Wochen.
Twitter geh√∂rt zu den so genannten „Social Media“-Anwendungen.

Wir dokumentieren alle „Tweets“ des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann, die dieser in der heutigen Sitzung versendet hat.

Hinweis: Da die neuesten „Tweets“ sich vor die davor gesendete Nachricht setzen (√§hlich wie bei Blogs), m√ľssen Sie die „Tweets“ „von hinten“ lesen, wenn Sie sie chronologisch verfolgen m√∂chten. Also vom Ende der Seite bis zum Anfang. Sie erkennen das an der Urhzeit.

Nach 18:30 Uhr versendete „Tweets“ wurden nicht aus der Sitzung gesendet, da GR Hardy Prothmann durch Beschluss des Gemeinderats aus der Sitzung ausgeschlossen wurde.

Alle „Tweets“ von Hardy Prothmann k√∂nnen Sie finden, wenn Sie die Seite von http://twitter.com besuchen und im Suchfeld „prothmann“ eingeben. Dabei werden auch „Tweets“ angezeigt, die „retweetet“ wurden oder den Namen „prothmann“ enthalten.

Dokumentation:

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Pfenning-Lagerhallen ab August bezugsfertig?

Guten Tag!

Heddesheim/Viernheim, 27. Januar 2011. (update) Folgt man den Angaben einer Anzeige auf Immobilienscout24.de ist „Pfenning“ im August 2011 bezugsfertig. Zumindest preist das Unternehmen 98.000 Quadratmeter Logistikfl√§che an – provisionsfrei.

Anmerkung der Redaktion: Unsere flei√üigen LeserInnen bei „Pfenning“ haben den Artikel zum Anlass genommen, die Anzeige ratzfatz zu korrigieren. Die Lagerhallen werden jetzt laut Angebot „2012“ fertig sein. ūüôā

Von Hardy Prothmann

"Schnelle Erreichbarkeit von Verbrauchermärkten" und "gefahrguttauglich" - sow bewirbt "Pfenning" seine noch nicht gebauten Hallen. Quelle: immobilienscout24.de

Ist das seri√∂s? Ausweislich einer Vermietungsanzeige beim Internetportal „immobilienscout24.de“ sind ab August 2011 insgesamt 98.000 Quadratmeter Logistikfl√§che provisionsfrei zu mieten. Preise gibt es auf Anfrage.

Die Firmengruppe „Pfenning“ hatte bereits im Fr√ľhjahr 2009 mit der „Vermarktung“ des damals noch nicht genehmigten Gel√§ndes begonnen, wie das heddesheimblog durch Recherchen und nicht etwa die Firma selbst bekannt gemacht hatte.

Mit den Ergebnissen der Recherchen konfrontiert, √§u√üerte sich die Unternehmsleitung, dass sei „ein Gesch√§ft mit langem Vorlauf“. Man m√ľsse so fr√ľh beginnen.

Anscheinend l√§uft es nicht gut mit der Vermarktung, sonst w√ľrde ja nicht die Gesamtfl√§che zur Miete angeboten. Vielleicht ist die Anzeige auch schon √§lter – so alt kann sie aber noch nicht sein, da in fr√ľheren Anzeigen das Jahr 2010 als „bezugsfertig“ angepriesen wurde.

Vielleicht ist das Angebot auch √ľberholt – aber muss man nicht erwarten k√∂nnen, dass ein Logistikunternehmen Eigenanzeigen pflegt und im Griff hat?

Pikant ist die Beschreibung des Projekts:

„Nutzen f√ľr unsere Kunden

  • Vorhandener Gleisanschluss
  • Einbindung der Schiene in zukunftsf√§hige Logistikkonzepte Gute geographische Lage, erstklassige Infrastruktur
  • Schnelle Erreichbarkeit vieler Verbraucherm√§rkte Zukunftsweisendes Umweltkonzept („Green Logistics“)
  • Ressourcenschonendes Konzept bringt Kostenvorteile Flexibilit√§t und Synergieeffekte durch Multi-User-Konzept
  • Individuelle L√∂sungen zu marktf√§higen Konditionen Wertsch√∂pfung durch einen zuverl√§ssigen Logistikpartner“

„Pfenning“ hat immer betont: „Die Waren kommen aus der Ferne und gehen in die Ferne.“

Tats√§chlich wird angepriesen: „Schnelle Erreichbarkeit vieler Verbraucherm√§rkte.“

√ÉŇďbersetzt hei√üt das: Lieferung in der N√§he. Daf√ľr werden kleine Lkw als 18 Tonnen ben√∂tigt, die „Verbraucherm√§rkte“ anliefern. Zudem ist das Lager „gefahrguttaublich“.

„Pfenning“ hat mit der Gemeinde Heddesheim einen zweifelhaften „Verkehrslenkungsvertrag“ geschlossen, der Querungen des Orts von Lkw √ľber 18 Tonnen mit 20 Euro Bu√ügeld belegt.

Darf man nun vermuten, dass diese Regelung eine T√§uschung ist, weil „Verbraucherm√§rkte“ von unter 18-Tonnen-Lkw „schnell erreicht“ werden k√∂nnen?

Das angeblich so freundliche Unternehmen, das sich selbst als „guter Nachbar“ empfohlen hat, best√§tigt weiterhin seine intransparente √Ėffentlichkeitsarbeit. Nachdem das Ziel erreicht worden ist, ein verabschiedeter Bebauungsplan und superg√ľnstiger Erwerb einer 1A-Fl√§che, hat man vom „guten Nachbarn“ in Heddesheim nichts mehr gesehen, noch geh√∂rt.

Sollten die Angaben der Anzeige zutreffen, will „Pfenning“ innerhalb von sechs Monaten eine Fl√§che von 200.000 Quadratmetern bebauen. Die Anstrengung dazu muss enorm sein – die Belastung f√ľr Heddesheim ebenfalls.

„Pfenning“ bleibt weiterhin das Top-Politikum in Heddesheim. An dem auch das „Schicksal“ der „Ja-Sager“ h√§ngt, die auch nicht einen Zweifel an der Seriosit√§t des Vorhabens hatten, also B√ľrgermeister Michael Kessler, die CDU, die SPD und die FDP und allen voran deren Fraktionssprecher.

In der heutigen Gemeinderatssitzung wird interessant sein zu erfahren, wie denn der „Stand der Dinge“ ist.

Alle Texte zu „Pfenning“ lesen√ā¬† Sie hier: Pfenning.

Zweifache Gift-Spritzung gegen Disteln Рangeblich ohne Gefährdung

Guten Tag!

Heddesheim, 25. Oktober 2010. Die Gemeindeverwaltung Heddesheim erkl√§rt auf Nachfrage, dass auf einem f√ľr eine Wildblumenweise geplanten Gel√§nde in der N√§he des Badesees zwei Mal das Mittel U46-M fluid gespritzt wurde. Angeblich geht von dem Mittel keine Gef√§hrdung aus und angeblich wirkt es nur gezielt gegen Disteln.

gift2

Gespritzte "Blumenwiese". Bild: heddesheimblog

Die Gemeinde Heddesheim beantwortete unsere email vom 15. Oktober 2010 am 20. Oktober 2010 Рzunächst ohne Angabe des Namens des eingesetzten Produkts, schickte auf Nachfrage aber das Datenblatt zu U46-M Fluid.

Besonders interessant: Es handelt sich um ein g√ľnstiges Mittel, um Disteln in Getreidefeldern zu bek√§mpfen. Im vorliegenden Fall wurde aber ein Gel√§nde gespritzt, auf dem „Wildblumen“ angepflanzt werden sollen und keinesfalls Getreide.

Die Gemeindeverwaltung unterstellt, dass die Distel das Hochkommen der Blumen „erschweren, wenn nicht sogar verhindern“ w√ľrde. Dabei ist nicht die Distel der gr√∂√üte „Verhinderer“, sondern der Boden. Stark √ľberd√ľngte B√∂den werden von der Distel und auch der Brennessel bevorzugt – die allermeisten „Wildblumen“ lieben aber n√§hrstoffarme B√∂den und wachsen nur schlecht auf stickstoffhaltigen B√∂den. Disteln hin oder her.

Die Antwort lautete:
„Es handelt sich um ein zugelassenes Unkrautvernichtungsmittel zur Entfernung von Disteln, das in Abstimmung mit Fachleuten eingesetzt wird. Es ist zugelassen f√ľr alle Getreidearten und auf Gr√ľnland und wirkt speziell gegen Disteln.

Das Mittel wurde zwei Mal aufgebracht. Vor sechs Wochen war der Bauhof selbst dort. Da nun das Wetter noch gut war und der Distelbefall weiterhin stark war, wurde es ein zweites Mal aufgebracht. Dies geschah durch eine Fachfirma.
Insbesondere war die Ma√ünahme notwendig, um die Voraussetzungen f√ľr die Aussaat einer Wildblumenwiese auf dem betroffenen Grundst√ľck zu schaffen (Umpfl√ľgen). Ohne diese Ma√ünahme w√ľrde – selbst nach dem vorgesehen Umpfl√ľgen – die Distel erneut wachsen und w√ľrde die Aussaat der Wildblumenmischung erschweren, wenn nicht sogar verhindern.

Es liegt ein konkretes Datenblatt zur Verwendung des Mittels vor, darin sind Anwendungshinweise beschrieben. Ausweislich dieses Datenblattes gibt es keine Hinweise auf Gef√§hrdungen von Mensch und Tier beim Einsatz dieses Mittels. Es gibt im Datenblatt des Distelbek√§mpfungsmittels auch keinen Hinweis auf einen Einfluss auf Nutzorganismen wie Bienen. Es ist giftig f√ľr Algen und h√∂here Wasserpflanzen. Es gibt keine Auflagen f√ľr Wasserschutzgebiete.
Es handelt sich um ein in der Landwirtschaft gängiges Distelbekämpfungsmittel im Getreideanbau.

Der Einsatz kostet 200 Euro f√ľr das Ausbringen des Distelbek√§mpfungsmittels und 87 Euro f√ľr den Einkauf.“

Das Mittel wird speizell gegen die Ackerkratzdistel eingesetzt – eine Kulturfolgerpflanze, die durch die von Menschen geschaffenen √É‚Äěcker optimale Bedingungen gefunden hat. „Umpfl√ľgen“ ist kein geeignetes Mittel, um sie zu bek√§mpfen, sondern sogar eher kontraproduktiv: „Die vegetative Vermehrung dieser Art erfolgt durch Wurzelsprosse, die aus den tief im Boden liegenden, ann√§hernd waagerecht verlaufenden Ausl√§uferwurzeln hervorgehen. Es liegt demnach ein Wurzelpionier vor, der auf √É‚Äěcker und Weiden ein gef√ľrchtetes „Unkraut“ darstellt. Sogar aus kleinen abgehackten Wurzelst√ľckchen k√∂nnen neue Pflanzen austreiben.“ Die Wurzeln reichen bis zu 2,8 Meter tief.

Tats√§chlich sch√§digt das Mittel nicht nur die Ackerkratzdistel, sondern auch andere Pflanzen: „Gut bek√§mpfbar: Ackerdistel, Ackersenf, G√§nsefu√ü-Arten, Hederich, Hirtent√§schel, Melde, Wicke u.a.“, sowie “ Binsen, Hahnenfu√ü, Klappertopf, L√∂wenzahn, Sumpfschachtelhalm, Wegerich, Wiesen-Storchschnabel“.

Als weniger „gut bek√§mpfbar“, aber immerhin sch√§digend, wirkt das Mittel auch: „Ackerhohlzahn, Ackerwinde, Hahnenfu√ü, Hellerkraut (Pfennigkraut), Kornblume, Mohn, Sp√∂rgel, Taubnessel u. a., Ampfer, Disteln, Weinbergslauch“, sowie „nicht ausreichend bek√§mpfbar“, aber ebenfalls noch sch√§digend: „Ampfer, Ehrenpreis, Erdrauch, Hu√Į¬¨‚Äöattich, Kamille, Klettenlabkraut, Kn√∂terich, Vogelmiere und B√§renklau, Schafgarbe, Brennnessel, Wiesenkerbel, Hu√Į¬¨‚Äöattich, Wiesenkn√∂terich.“

Das Mittel ist giftig f√ľr Algen und h√∂here Wasserpflanzen. Eine Gew√§sserschutzauflage besteht aber nicht.

„Jeder Kontakt mit dem Mittel“ soll laut Datenblatt vermieden werden, denn sonst kann es „zu Gesundheitssch√§den“ kommen. Empfohlen wird Schutzkleidung.

W√§hrend und kurz nach der Spritzung des Gel√§ndes kann es also sehr wohl zu Hautreizungen und Gesundheitssch√§digungen beim Kontakt mit dem Mittel kommen. Denkbar bei Tieren (Hunde, Katzen, V√∂gel, Wildtiere), die sich im gespritzten Gel√§nde aufhalten, ebenso Spazierg√§nger oder auch „Pflanzensammler“.

Eine Aufstellung von Hinweisschildern √ľber eine aktuell erfolgte Spritzung muss also als sinnvoll erachtet werden.

Das Mittel wirkt, indem es den Stoffwechsel der Pflanzen anregt, sich also schneller wachsen lässt, als sie sich selbst versorgen können. Letztlich verhungert die Pflanze wegen des schnellen Wachstums und stirbt ab.

Man kann der Pflanze auch √∂kologisch ohne Gift zu Leibe r√ľcken, wie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen beschreibt – das erfordert allerdings den Willen, sich √∂kologischer Mittel zu bedienen.