Samstag, 28. Mai 2022

Gemeinderat billigte einstimmig mehrere Maßnahmen

Heddesheim saniert seine Infrastruktur

Heddesheim, 25. September 2012. (red/la) In der Vorstandstraße, Ahornstraße, Brunnenweg und Raiffeisenstraße laufen mehrere Infrastrukturprojekte an. Die entsprechenden Beschlüsse passierten in der vergangenen Sitzung einstimmig den Gemeinderat. 

Von Reinhard Lask

Der Gemeinderat beauftragte das Karlsruher Büro Miltner mit der Erneuerung der Wasserleitungen in der Vorstandstraße. Dazu gehört auch eine aus dem Jahr 1915 stammende Trinkwasserleitung. Die Maßnahme soll rund 37.000 Euro kosten und wurde einstimmig angenommen.

Die Versorgungswerke Heddesheim beginnen demnächst damit neue Strom- und Gasleitungen, Breitbandkabel sowie Leerrohre entlang der verlängerten Ahornstraße und des Brunnenwegs zu verlegen.

Zudem werden die Wasserleitungen erneuert, da die Leitungen aus bruchanfälligem PVC-Material bestehen, die in den 1990ern verwendet wurden und starke Beschädigungen aufweisen. Auch die enorme Steigerung von Gaslieferungen hätte diese Maßnahme nötig gemacht, sagte Bürgermeister Michael Kessler.

Nach den Maßnahmen wird das der beste infrastrukturell ausgestattete Bereich Heddesheims sein.

Ein zusätzlicher positiver Effekt sei, dass man dabei die Straßenoberfläche wiederherstellen könne.

Das ist ein fast 50 Jahre alter Weg, der eine Sanierung vertragen kann.

500.000 Euro kosten die Maßnahmen, die größtenteils von den Versorgungswerken Heddesheim getragen werden. Der Anteil der Gemeinde liege Kessler zufolge bei rund 25.000 Euro für einen Teil des Brunnenwegs zwischen der Einfahrt zum Areal Pfenning und dem neuen Trafohaus. Weitere 5.000 Euro übernehme die Gemeinde für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung.

Auch für landwirtschaftliche Situation bedeutet dies eine deutliche Verbesserung.

Frank Hasselbring bezeichnete die Maßnahme als „Glücksfall“, dem man mit großer Freude zustimme, da die Gemeinde hier mit wenigen Mitteln viel gewinne.

Bei der Anpassung der Infrastruktur in der Raiffeisenstraße hat die Firma HLT Baugesellschaft mit 73.271 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Das Unternehmen aus Neckargerach soll die Straßenkreuzung am neuen Standort des Raiffeisenmarktes verbessern. Die Baumaßnahmen haben bereits am 19. September begonnen.

Asphaltierung soll 60.000 Euro kosten / Streit über Nutzung durch Landwirtschaft

„Attraktive“ Fuß- und Radwegverbindung beschlossen

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Nördlich des Logistikzentrums will Heddesheim eine „attraktive“ Fuß- und Radwegverbindung bauen. Der Schotterweg, den das Logistikunternehmen Pfenning anlegen ließ, soll dabei für 60.000 Euro asphaltiert werden.

Von Reinhard Lask

Bürgermeister Michael Kessler sieht den Radweg als willkommene Alternative für die immer stärker befahrene Benzstraße, die durch das steigende Verkehrsaufkommen immer unattraktiver für den Radverkehr werde.

Wir sollten die Chance für Fußgänger und Radfahrer nutzen. Die Situation bietet sich an hier und jetzt einen Radweg zu schaffen.

Doch die Grünen und auch CDU-Gemeinderat Reiner Hege hatten Einwände. Während sich die Grünen vor allem an den hohen Kosten und ihrer Ansicht nach kaum vorhandenem Nutzen störten, wandte sich Hege strikt gegen die Wegsperrung für den landwirtschaftlichen Verkehr. Im Falle einer Sperrung müssten die Landwirte auch durch die viel von Lkws befahrene Benzstraße, fürchtete Hege.

Kurt Klemm (Grüne) bezweifelte die Notwendigkeit der Investition: Man besitze bereits tolle Radwege. Den Weg könne man ruhig der Landwirtschaft allein zugestehen. Zudem seien 60.000 Euro einfach zu viel Geld.

Man muss auch nicht überall hinkommen. Zudem ist Wegesituation auch jetzt schon gut.

Auch Jürgen Harbarth (SPD) störte sich an der hohen Summe von 60.000 Euro. „Außenrum fahren ist okay“, meinte er.

Kessler betonte jedoch, die Notwendigkeit der Asphaltierung:

Die Benzstraße ist stark als Radweg benutzt worden und wird nun stärker befahren sein.

Man solle diese Chance für Fußgänger und Radfahrer nicht verstreichen lassen. Da sich die Benzstraße nun mitten im Gewerbegebiet befinde, biete es sich nun geradezu an, den neuen Radweg zu schaffen.

Hege bestand jedoch vehement auf der Freigabe für die Landwirtschaft, gerade weil auf der Benzstraße mehr Verkehr herrsche. Der Widerstand lies Bürgermeister Kessler einlenken. Er schlug vor nur, über eine grundsätzliche Zustimmung zum Wegebau abzustimmen und kündigte an, mit der Landwirtschaft über eine Freigabe zu diskutieren.

Ulrich Kettner (Grüne) wandte jedoch ein, dass dann eine Asphaltierung unnötig sei:

Die brauchen Radfahrer nicht unbedingt. Belassen wir den Weg als Schotterweg für Spaziergänger.

Doch Hasselbring wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen, da der Unterbau quasi bereits von Pfennig „kostenlos“ erstellt worden sei.

Nun gaben sich einige SPD-Räte bei den Befürwortern ein. Man habe nun die Möglichkeit das Radwegenetz auszubauen, sagte Karin Hoffmeister-Bugla. Sie könne nicht nachvollziehen, dass man da „Nein“ sagen kann. Schließlich sei heute schon klar sei, dass der neue Weg stark von Radfahrern genutzt werde.

Auch Jürgen Merx (SPD) widersprach den Grünen. Der Radweg sei eine notwendige Verbesserung für die Verbindung nach Hirschberg und zum Badeseegebiet. Zudem sei die Asphaltierung dringend notwendig:

Auf dem bisherigen Schotterweg, kann man mit dem Rennrad nicht entlangfahren.

Reiner Edinger (Grüne) hingegen würde das Geld lieber zum Ausbau der innerörtlichen Radnetzes nutzen, dass praktisch nicht vorhanden sei.

Am Ende entschied der Gemeinderat mit den Stimmen der CDU, FDP und Teile der SPD für den Ausbau. Die Grünen (5) stimmten dagegen. Teile der SPD (3) enthielten sich der Stimme. Wie angekündigt hatte Bürgermeister Kessler die Sperrung aus der Abstimmung genommen, um diese mit Vertretern der Landwirtschaft zu diskutieren.

Auf Kahlschlag folgt Kahlschlag: Kessler vs. Klemm

Eklat um Rückschnitts-Anzeige

Die untere Naturschutzbehörde hatte nichts gegen die Abholzung.

 

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Die Gemeinderatssitzung war fast beendet, als Michael Kessler nur noch einige Ankündigungen verlesen wollte. Eine davon war, dass die Anzeige von Kurt Klemm (Grüne) gegen ihn abgewiesen wurde. Kessler ging daraufhin mit Klemm hart ins Gericht und provozierte einen Eklat.

Von Reinhard Lask

Am Ende der vergangenen Gemeinderatssitzung kam es zu einem Eklat. Nachdem alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet waren standen nur noch die Bekanntgaben auf der Liste. Doch die hatten es in sich. Bürgermeister Michael Kessler verkündete, dass die Anzeige von Gemeinderat Kurt Klemm gegen ihn von der zuständigen Behörde abgewiesen worden sei. Klemm hatte Kessler als Chef der Verwaltung für eine angeblich gesetzeswidrige „Rückschnittsmaßnahme“ am Badesee angezeigt.

Kessler wandte sich danach direkt an Kurt Klemm:

Ihre Anzeige, Herr Klemm war völlig überzogen. Sie beschädigen damit die Reputation der Mitarbeiter der Gemeinde.

Man habe nun bestätigt bekommen, dass alles rechtmäßig gewesen sei:

Ich bin froh, dass die Mitarbeiter nun Rückendeckung bekommen haben.

Das wollte Klemm nicht auf sich sitzen lassen.

Mir geht es nicht um Sie persönlich. Ich habe zu keiner Zeit Mitarbeiter beleidigt oder gesagt diese hätten rechtswidrig gehandelt.

Er habe eine Anzeige gegen den Auftraggeber gestellt. Er habe sich mehr als 50 Jahre für Naturschutz engagiert. Er sei nach wie vor der Ansicht, dass der Rückschnitt massiven Schaden verursacht habe. Zudem sei er auch von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde zur Anzeige ermutigt worden, damit solchem Aktionen Einhalt geboten werde.

Kessler wurde nun sichtlich ungehalten:

Die untere Naturschutzbehörde hat die Anzeige als nicht zutreffend zurückgewiesen.

Es kam zu einer lauten Auseinandersetzung zwischen beiden. Dabei fiel Kessler seinem Kontrahenten immer wieder ins Wort, wenn er sich rechtfertigen wollte:

Fotografieren sie nicht die Mitarbeiter und belästigen Sie diese nicht,

warf Kessler dem grünen Gemeinderat vor. Der bestritt jemals Mitarbeiter der Stadt fotografiert noch sonst wie belästigt zu haben. Im weiteren Verlauf der hitzigen Debatte forderte Kessler mehrmals Klemm auf „still zu sein“ und sagte, dass Klemm nicht verstehe, was er behaupte. Klemm erwiderte, dass er sich weiterhin für die Umwelt einsetzen werde und sich nicht einschüchtern lasse.

Kurz nach Ende des Schlagabtauschs verließ der sichtlich erschöpfte grüne Gemeinderat für einige Minuten den Sitzungssaal, während Kessler mit den Bekanntgaben fortfuhr.

Wir dokumentieren die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde nach einer Pressemitteilung der Gemeinde:

„Die naturschutzrechtliche Beurteilung richtet sich nach den Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes. Durch die Rodungsarbeiten wurden keine Schutzgebiete oder Biotopstrukturen i.S.d. § 23 ff. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) berührt. Der Eingriffstatbestand liegt in diesem Fall nach § 14 BNatSchG nicht vor, da durch die durchgeführte Maßnahme keine erhebliche Beeinträchtigung von Naturhaushalt und Landschaftsbild entstanden ist.

Da die Rodungsarbeiten im Zeitraum Dezember 2011 bzw. Januar 2012 durchgeführt wurden, konnte kein Verstoß gegen die Vorschriften des § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG festgestellt werden. Zudem konnte kein nachweislicher Verstoß gegen die Vorschriften zum besonderen Artenschutz nach § 44 BNatSchG festgestellt werden. Nach Ihrer Stellungnahme wurde der betroffene Bereich durch geschultes Personal 2-fach intensiv vor der Rückschnittsmaßnahme bzgl. Brut- oder Ruheplätzen begutachtet. Hierbei sind zwei Brutplätze in Bäumen entdeckt worden, welche weder entfernt noch beeinträchtigt wurden.

Ob daneben weitere Bäume mit geschützten Fortpflanzungs- und Ruhestätten (insbesondere Baumhöhlen) beseitigt wurden, kann im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden.

Aus naturschutzfachlicher Sicht bestehen keine Bedenken gegen die durchgeführten Rodungsarbeiten, da dadurch eine langfristige Stabilisierung des Uferbewuchses an dieser Stelle herbeigeführt wurde (Verjüngung des Gehölzbestandes). Mit dem angefallenen Material wurde eine ökologisch sehr wertvolle Benjesheckes fachgerecht angelegt. Laut Aussagen der Mitarbeiter Ihrer Gemeinde, soll diese auch in Zukunft, als freiwillige Selbstverpflichtung der Gemeinde, weiter ausgebaut und gepflegt werden.“

Vier Entscheidungen zum neuen Kindergarten Werderstraße

Bauplanung des Kindergartens geht voran

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Der Neubau des Evangelischen Kindergartens in der Werderstraße nahm von den größten Teil der Tagesordnung auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ein. Vier Entscheidungen hatten die Gemeinderäte im Zusammenhang mit dem geplanten Kindergarten zu fällen.

Von Reinhard Lask

Architektin Jutta Benkesser vom Heidelberger Architektenbüro Reichel und Benkesser stellte dem Gemeinderat auf der vergangenen Gemeinderatssitzung den aktuellen Stand der Planung zum Neubau des Kindergartens in der Werderstraße vor. Wenn die Baugenehmigung in den kommenden Tagen erteilt werde, wolle man Anfang Oktober 2012 mit der Planung loslegen. Die Bauzeit soll dann vom 25. Februar bis zum Dezember 2013 dauern.

Einstimmig und ohne große Diskussion ging die Vergabe Tragwerksplanung an das Mannheimer Büro „Herzog und Partner“ für 37.000 Euro über die Bühne. Den Zuschlag für die technischen Ausrüstung – Kostenpunkt 47.000 Euro – erhielt ebenso einstimmig das Büro Lummer und Biebl aus Mühlhausen (Kraichbau).

Uneins war der Gemeinderat in ästhetischen Dingen. Frank Hasselbring (FDP) kritisierte, dass der vorgestellte Entwurf im großen Ganzen gleich geblieben war.

Wir hatten beschlossen den Entwurf überarbeiten zu wollen.

Nun sei aber kein Fortschritt erkennbar. Es sei die Aufgabe der Öffentlichen Hand sich mit der Entscheidung intensiv auseinanderzusetzen. Damit das Ortsbild schön bleibe, gäbe es bei diesem Gebäude „Bedarf das architektonisch zu überarbeiten“, sagte der FDP-Rat, der betont damit im Namen der Fraktion zu sprechen. Die war zu dem Zeitpunkt jedoch nicht anwesen, worauf Bürgermeister Michael Kessler süffisant hinwies.

Es ist eine architektonische Sprache, die der Architekt vertreten muss.

Der Bürgermeister könne die nachvollziehen. Das gelte auch für die asymmetrische Darstellung. Er habe viele kindergärten gesehen, die einen ähnlich modernen Charakter hätten. Das Gebäude solle an erster Stelle funktional sein.

Kritik gab es auch von den Grünen. Kurt Klemm kritisierte, dass dem Neubau eine Hecke weichen würde, die Feindstaub und Lärm abhalten würden. Benkesser versprach für Ersatz zu sorgen.

Ulrich Kettner störte sich an der Gestaltung der Treppen, die um den Bau herum in den Garten laufen.

Das sieht aus wie der Zugang zu einem Bahnsteig.

Trotz allen ästhetischen Vorbehalten waren aber am Ende auch die Grünen dafür. Josef Doll (CDU) hatte zu dem Zeitpunkt schon längst im Name der Fraktion sein Gefallen am Entwurf geäußert.

Am Ende stimmten 15 Räte für den Entwurf. CDU, Grüne und die Mehrheit der SPD störte sich explizit nicht an dem modern aussehenden Passivhaus. Nur Hasselbring stimmte dagegen, Reiner Land (SPD) enthielt sich der Stimme.

Um weitere gestalterische Fragen in Zukunft schneller diskutieren zu können, regte Bürgermeister Kesser an eine Baugremium zu bilden, dass aus sechs Gemeinderäten (je 2 CDU und Grüne, je einer von SPD und FDP) bestehen soll schnell Entscheidungen treffen kann. Die Fraktionen stimmten zu.

Größeren Diskussionsbedarf hatte der Rat dann beim neuen Vertrag über den Betrieb und die Förderung der kirchlichen Kindergärten. Den Neubau des Kindergarten Werderstraße hatte die Gemeinde zum Anlass genommen einen neuen Vertrag mit allen kirchlichen Kindergärten auszuhandeln, der zum 01. Oktober in Kraft tritt.

Laut Bürgermeister Kessler sei der Vertrag deckungsgleich mit dem des katholischen Kindergartens. Nun wolle die evangelische Kirche auch einen Kindergarten betreiben. Das sei notwenig gewesen, da man mit den bestehenden sieben Gruppen bereits an Grenze der Möglichkeiten gestoßen war.

Zudem sei es laut Kessler schwierig gewesen, die Kirchen an einer weiteren Beteiligung der Kosten zu bringen. Auch hier seien die Kassen leer. Das Ziel für 2015 sei eine Kostenentlastung für Kirchen zu erreichen und ab 2016 neue Gespräche mit den Kirchen zu führen,

SPD-Rat Michael Bowien war irritiert:

Wieso ist der Anteil der Kirchen so gering?

Kessler verteidigte das Angebot der Kirchen.

Die Kirchengemeinden in Heddesheim beteiligen sich im Vergleich zu Nachbargemeinden schon sehr stark an den Kosten.

Allein das die Kirchen sich im Vertrag verpflichten zusätzliche Gruppen einzurichten sei ein Erfolg. Schließlich sei es die Pflicht der Gemeinde bei Bedarf Plätze anzubieten.

Die einzige Alternative wäre gewesen einen privaten Betreiber zu finden.

Nun habe die Kirche auch eine Mitverantwortung. Wenn Kirche draufstehe, müsse auch bei der Finanzierung Kirche drinstehen. Kessler verteidigte den Vertrag:

Damit einher geht auch ein deutlicher Verwaltungskostenaufwand, als wenn die Gemeinde der Träger wäre. Letztendlich stimmte der Rat geschlossen für den TOP.

Studie erklärt Umgehungsstraße für "unwichtig"

Kessler will „Aufklärung“

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Die Verwaltung will Aufklärung darüber, warum die Ortsumgehung bei der Landesregierung keine Priorität mehr besitzt. Im Laufe der Debatte waren die Grünen plötzlich isoliert – und stimmten am Ende doch für die „Aufklärung“.

Von Reinhard Lask

Erstaunt sei Bürgermeister Kessler besonders darüber, dass dies auf eine Untersuchung der Universität Stuttgart zurückginge. Bei dieser von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Studie sei die Gemeinde nicht gefragt oder beteiligt worden. Zudem sei die Datengrundlage fragwürdig. 30 Jahre lang seien zigtausende Euro für Verkehrsuntersuchungen ausgegeben und die Umgehungsstraße Heddesheim sei immer als wichtig erachtet worden, erklärte Bürgermeister Michael Kessler:

Es verwundert, wenn aus dem Dunkel des Internet eine Liste der Bewertungen für alle Verkehrsmaßnahmen im Land auftauchen und Heddesheim dort eine schlechte Bewertung erhält.

Die Heddesheimer Umgehungsstraße sei plötzlich aus der Prioritätenliste herausgefallen. Kessler ist sauer:

In der Bewertung sind Dinge falsch zugrunde gelegt worden. Daten wurden nicht mal offen gelegt.

Die Prioritätenliste sei seiner Meinung nach oberflächlich erstellt worden. Beim Belastungswert falle auf, dass die Straßenverkehrszählung des Jahres 2010 zur Grundlage genommen wurde. In dem Jahr sei die Verkehrsbelastung auf der L631 allerdings weitaus geringer als sonst gewesen. Der Autobahnanschluss Viernheim war in diesem Jahr beinahe durchgängig gesperrt gewesen. Für Kessler seien solche Fehler nicht hinnehmbar:

Sowas zeigt für mich, dass die Bewertungsmethode unter Zeitdruck erarbeitet und nicht mit der notwendigen Sorgfalt herangegangen wurde.

Die Verwaltung sollte diese Kritik nun formulieren und dabei fordern, die Ausgangsdaten zu bekommen, um gegen die Studie argumentieren zu können. Josef Doll (CDU) holte zur Generalkritik an der grün-roten Verkehrspolitik aus:

2011 waren die Steuereinnahmen 2,5 Milliarden Euro höher als 2010. Hier wird mit falscher Münze gezahlt.

Mit Sparen beim Straßenbau, wie es Landesregierung vorhabe, sei nichts gewonnen. Vielmehr sollte gerade jetzt Geld in die Hand genommen werden.

Reiner Edinger (Grüne) verteidigte die Regierung:

Wenn jemand endlich mal deutlich sparen will, sollte man nicht gleich unterstellen, dass man schummelt.

Zum ersten Mal sei überhaupt ein Landesverkehrsplan aufgestellt worden. Das ließ Kessler nicht gelten:

Wenn die Viernheimer Autobahnanschlusssperrung nicht berücksichtigt wurde, dann ist da falsch gespielt worden.

Für seien genug Hinweise vorhanden, dass die Liste der Landesregierung auf falschen Grundlagen basiere. Daher müssen man Aufklärung verlangen. Hätte die Universität Stuttgart bei ihrer Untersuchung Städte und Gemeinden beteiligt, wären die Fehler nicht vorgekommen.

Wir wollen wissen, wieso eine Straße, die 25 Jahre eine gewisse Wertigkeit hatte, nun aus der Planung des Ministeriums verschwunden ist.

Das nahm Ulrich Kettner zum Anlass für eine Retourkutsche:

Wir sind vor kurzem lautstark belehrt worden, dass man Gutachten vertrauen darf.

Dürfe man nun einer Expertise nur deshalb nicht vertrauen, weil sie einem nicht in den Kram passe? Kessler parierte:

Wenn eine Maßnahme nach zig Jahren baureif ausgearbeitet wurde, dann muss man nachfragen, warum die plötzlich nicht mehr auf der Prioritätenliste steht.

Das brachte Reiner Lang (SPD) auf den Plan. Er warf den Grünen vor, dass sie in der Vergangenheit Studien Gutachter als „gekauft“ diskreditiert hätten. Das wies Kettner als Unterstellung zurück. „Die Institute der Universität Stuttgart sind wohl unabhängig“, sagte er. Das werde wohl niemand bezweifeln:

Wir sollten uns jetzt lieber darum kümmern Alternativen zur Verkehrsentlastung zu finden.

Nun setzte Frank Hasselbring (FDP) zum Frontalangriff an:  Er habe den Eindruck, dass der Verkehrsminister massenweise Projekte aus der Planung „herausprügeln“ wolle.

Dass der neue Minister keine neuen Straßen will, ist kein Geheimnis.

Die Frage sei vielmehr, ob die Heddesheimer Grünen die Umgehung noch wollen. Jürgen Merx (SPD) versuchte zu vermitteln:

Die Umgehungsstraße wird kein Allheilmittel sein. Wir haben schon über die Ringstraße geredet, als es noch gar kein Lkw-Problem gab. Wir brauchen die Ringstraße um Pkw- und Lkw-Verkehr aus der Stadt zu bringen. Straßensperrungen werden nur andere Straßen belasten und Verkehr verlagern.

Auch Reiner Edinger schätzte den Nutzen der Ringstraße nicht allzu hoch ein:

Wer von Leutershausen nach Mannheim will, wird nach wie vor über die Werderstraße fahren. Die Südumgehung wird auch nicht die Entlastung bringen, die wir wollen.

Das brachte Rainer Hege (CDU) auf die Palme, er attackierte die Grünen:

Egal ob wir schwarz oder grün-rot sind, sollten wir uns da als Gemeinde einig sein. Wenn ich aber sowas höre, muss ich von euch wissen: Sind wir noch in einem Boot oder wollt ihr separat rudern?

Die Grünen müssten sich für Heddesheim stark machen, betonte er. Immer wieder bohrte Frank Hasselbring bei den Grünen nach: „Wollt ihr die Umgehung oder nicht?“ Er erhielt keine Antwort.

Indes drängte Bürgermeister Kessler auf eine Entscheidung. Daraufhin erbaten die Grünen eine Sitzungsunterbrechung zur Beratung. Danach stimmten sie dem Antrag einer Stellungnahme Heddesheims zu. „Wir stimmen der Vorlage zu, weil auch wir Aufklärung darüber wollen, ob die kritisierte Zahlen richtig sind“, sagte Ulrich Kettner. Ein Ja oder Nein zur Umgehung wollte er damit explizit nicht verbunden wissen.

Einstimmig ermächtigte damit der Gemeinderat die Verwaltung eine Stellungnahme abzugeben, die Kritik an der Studie der Landesregierung zu formulieren.

Gemeinderat einstimmig für die 167.000 Euro teure Umrüstung

Straßen erhalten 255 neue LED-Lampen

LED-Leuchten verbrauchen weniger Energie und besitzen eine geringere Streuung. Foto: Wikipedia, Ocrho

 

 

Heddesheim, 24. September 2012. (red/la) Heddesheim will seine Straßenbeleuchtung ab Oktober modernisieren. Der Gemeinderat beschoss in der vergangenen Sitzung einstimmig die alten Lampen durch moderne LED-Leuchten auszutauschen. 

Von Reinhard Lask 

Für 167.000 Euro will Heddesheim die Lampen in den Straßenlaternen auf LED-Leuchten umstellen.  Die Umrüstung soll sich auch durch geringeren Stromverbrauch langfristig lohnen. Bei geringerem Verbrauch besäßen LED-Lampen eine höhere Leuchtkraft. Da die fortschrittlichen Dioden einen geringeren Streuwinkel besitzen, würden nun auch die Hauswände weniger angestrahlt werden.

Insgesamt werden 255 Leuchten ausgewechselt, was zum einen mit  42.ooo Euro bezuschusst wird und den Verbrauch von 228.000 Kilowattstunden auf 37.000 reduzieren soll. Durch eine Nachtabsenkung zwischen 23 und 4 Uhr soll die Zahlen nochmal senken.

Die Straßenbeleuchtung war bisher ein Problem, weil sie eine große Fläche bestrahlte“, sagt Josef Doll (CDU). Mit LED-Einzellampen erreiche man nun eine höhere Energieausbeutung, „schärfere“ Beleuchtung und habe einen geringeren Verbrauch. „Wir können es uns nicht leisten länger zu warten und sind daher froh und zufrieden, dass es endlich soweit ist“, resümierte er die Entscheidung.

Auch Ulrich Kettner (Grüne) begrüßte den Beschluss: „Es gibt keinen Bereich bei dem man so schnell und einfach Energie sparen kann.“

Bürgermeister Kessler merkte an, dass die Umstellung nur deshalb so schnell und einfach beschossen werden konnte, weil die Gemeinde Heddesheim mittlerweile Eigentümer der Straßenbeleuchtung sei. „Damit sind wir viel handlungsfähiger als in der Vergangenheit“, sagt er. Die neuen LED-Leuchten besäßen zudem eine Garantie von zehn Jahren oder 50.000 Stunden.

Junger Mann nach Fluchtversuch festgenommen

Berauschte Rollerfahrt

Heddesheim/Rhein-Neckar, 14. September 2012. (red/pol) Als eine Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Ladenburg, am Freitagmorgen, gegen 07.30 Uhr, im Bereich Neubotzheim einen Rollerfahrer kontrollieren wollte, hatte dieser allen Grund zu flüchten, um sich der Kontrolle zu entziehen.

Information der Polizei Mannheim:

„Der 25-Jährige der von Ladenburg kommend in Richtung Schwabenheimer Hof unterwegs war, missachtete zunächst die Anhaltezeichen der Polizeibeamten, nachdem er zuvor durch einen Verkehrsverstoß aufgefallen war. Bei seiner Flucht fuhr er in Schlangenlinien vor dem Funkwagen hin und her, um ein Überholen zu verhindern. Nach einer 5-minütigen Verfolgungsfahrt bog der Rollerfahrer von dem Radweg neben der L531 nach rechts in den Wiesenweg ein.

Hierbei bremste der Heddesheimer seinen Roller wegen eines entgegenkommenden Pkw so stark ab, dass er zu Boden stürzte. Der Roller wurde hierbei gegen das Fahrzeug der 53-jährigen Toyota-Fahrerin geschleudert. Beim anschließenden Fluchtversuch zu Fuß waren die Beamten schneller und konnten den 25-Jährigen nach wenigen Metern einholen.

Warum es der junge Mann so eilig hatte, erfuhren die Beamten bei der anschließenden Überprüfung. Nicht nur das Kennzeichen am Roller stammte aus einem Diebstahl, der junge Mann hatte vor seiner Fahrt Marihuana konsumiert, was ein Drogentest auf der Dienststelle ergab.“

Zwei Monate lang vermessen Spezialfahrzeuge den Untergrund

Die Erdölsuche hat begonnen

Ein Messzug im Einsatz. In den kommenden Monaten wird die Umgebung durchgerüttelt. Immer rund zehn Sekunden – als wäre es eine Fußmassage.

 

Heddesheim, 07. September 2012. (red/la) Holzpflöcke mit gelben und roten Bändern säumen viele Straßen in und um Heddesheim. Ebenso wie die Aufbauten darüber und Kabel auf dem Boden gehören sie der Rhein Petroleum, die seit Anfang September mit der Vermessung des Untergrunds begonnen hat. Der erste Teil der Erdölsuche soll in zwei Monaten abgeschlossen sein. Der erste Bohrturm hingegen wird erst im Frühling 2014 zu sehen sein – wenn überhaupt.

Von Reinhard Lask

Rund 100 Mitarbeiter haben seit Anfang der Woche wie angekündigt mit der Suche nach Erdöl begonnen. Bis Ende Oktober wird auch in Viernheim, Weinheim, Hirschberg, Laudenbach und Hemsbach der Untergrund seismisch vermessen.

Michael Suana hat ins Informationszentrum in Viernheim geladen. Der Geschäftsführer von Rhein Petroleum steht in einer kargen Lagerhalle in der Alfred-Nobel-Straße. An ein Erdölunternehmen erinnert hier nichts.

Die Umgebung wird gepflöckt

Allerdings lagern hier die tausende Holzpflöcke und Geophone sowie die Verbindungskabel. Zwei Mitarbeiter prüfen die Erdmikrofone. Suana erklärt das Vorgehen: Erst fragt man die Besitzer der Grundstücke, ob Rhein Petroleum dieses für die Vermessungsarbeit betreten darf. Dann kommen Mitarbeiter mit tragbaren GPS-Geräten, die aussehen wie große Tornister und stecken „Pflöcke“ in den Boden. Dann werden die Geophone ausgelegt und zuletzt kommen die Spezialfahrzeuge und messen.

Ortstermin in Heddesheim. Die mobile Messstation befindet sich am Donnerstag beim Tennisklub. Es ist ein kastenförmiger Lkw. Wenn die Messtrupps alles in der Nähe vermessen haben, fährt auch die Messstation weiter.

Flackern, Daten, Tiefe

Das Innere des Lkw ist vollgestopft mit Technik. Ein Experte sitzt vor einer Monitorfront. Auf einem sind flimmernde Linien zu sehen. Die „Aufnahmepegel“ der Geophone. 20.000 werden insgesamt ausgelegt und von insgesamt 100 Kilometern Kabeln miteinander verbunden. Noch sind es nur Hintergrundgeräusche der vorbeifahrenden Autos. Wenn die nächste Messung beginnt, wird es etwas mehr flackern. „Mit unserer Methode können wir bis zu 4.500 Meter tief in die Erde schauen“, sagt Suana.

Die Messstation hält Funkkontakt zu den drei Messzügen, die derzeit unterwegs sind und die Messpunkte anfahren. Diese sind mit Holzpflöcken gekennzeichnet, an denen ein rotes Bändchen hängt. Wenn es ein gelbes Bändchen ist, liegt hier ein Geophon.

Ein Messzug besteht aus drei Spezialfahrzeugen. 23 Tonnen wiegt so ein geländefähiger LKW. In der Mitte des Fahrzeugs befindet sich eine absenkbare Bodenplatte, die die Schallwellen in den Boden abgibt.

Anregende Fußsohlenmassage

Als die Fahrzeuge in Position sind, erhalten sie per Funk zugleich das Signal zur „Anregung“. „Die Schallwellen haben Frequenzen zwischen 12 und 96 Hertz“, sagt Suana. Für das menschliche Ohr sind sie nicht zu hören. Allerdings zu spüren. Wenige Meter entfernt sind die Vibrationen deutlich spürbar. „Das ist ein Gefühl wie eine Fußsohlenmassage“, sagt Marcus Gernsbeck, der für die Pressearbeit zuständig ist.

Die Schallwellen werden nun von den unterschiedlichen Erd- und Gesteinsschichten reflektiert und von den  kilometerlangen Kabellinien der Geofone aufgefangen. Die Daten senden die Mikrofone zur Messstation. Rund zehn Sekunden wird gerüttelt. Dann brummen die Diesel wieder normal. Die Seismikfahrzeuge fahren zum nächsten „Pflock“.

Das wiederholt sich in den kommenden zwei Monaten zwischen Heddesheim und Weinheim täglich etliche Male von morgens bis abends. Auf den Festplatten der Messstation werden auf diese Weise bis Ende Oktober etliche Terabyte an Daten gespeichert werden.

Schwarze Flecke sind noch kein Öl

Nach Ende der Messungen werden die Daten dann in einem speziellen Rechenzentrum ausgewertet. Heraus kommen ebenso spezielle 3D-Karten des Untergrunds. Die werden jedoch keinen „schwarzen Fleck“ besitzen, die eine Erdölblase zeigen. „Die Karten zeigen uns die Übergänge einer Gesteinsschicht zur anderen“, erklärt Suana.

Auf dieser Datenbasis werden nun Geologen analysieren, wo Erdöl liegen könnte. Die Betonung liegt auf „könnte“. „Man kann da nicht genug im Konjunktiv reden“, sagt Suana. Erst wenn ein Bohrer tatsächlich auf Öl stößt, ist der Fund sicher. Bis dahin geht es nur um Wahrscheinlichkeiten. Bis zur „sprudelnden Ölquelle“ ist die Suche ein unternehmerisches Risiko. Es gibt keine Garantie, ob sich der ganze Aufwand lohnt.

Ab 2013 werden bei Rhein Petroleum die Experten die 3D-Karten analysieren. Es wird viel diskutiert werden. Es wird um viele Fragenzeichen gehen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass an Punkt X Öl liegt? Selbst wenn es danach aussieht, könnte es wieder weg sein – in eine andere Erdschicht weiterdiffundiert.

Spekulatives Geschäft – sicherer als Börsenzocken

Wenn eine vielversprechende Stelle gefunden wurde, geht es ans Eingemachte. Die Frage: Lohnt sich eine Bohrung? „Je nachdem wie leicht oder schwer wir an ein vermutliches Lager herankommen, kostet eine Bohrung zwischen drei bis fünf Millionen Euro“, sagt Suana.

Bis dahin wird es jedoch noch eine Weile dauern. „Eine Bohranlage wird frühestens im Frühling 2014 zu sehen sein.“ Wenn das Öl dann sprudelt, wird Rhein Petroleum das schwarze Gold in Karlsruhe verarbeiten lassen und das Benzin an einen anderen Konzern weiterverkaufen. Sprich: Rhein-Petroleum-Tankstellen wird es definitiv nicht geben. „Sie werden zwar Benzin von Rhein Petroleum tanken können, aber es nicht wissen“, sagt Suana.

Der größtanzunehmende Unfall für das Unternehmen wäre, wenn es zu mehreren Millionen Euro teuren Bohrungen kommt und man gar nichts findet. Doch Suana gibt sich da gelassen. Dieses Geschäft sei sicherer, als sein Geld an der Börse anzulegen. „Wenn sie sich die Börsen heute so anschauen – da suche ich lieber nach Öl“, sagt er und lacht herzlich.

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Am Samstag werden die ersten Geophone ausgelegt

Rhein Petroleum startet seismische Messungen

Ausgelegte Erdmikrofone mit Verkabelung, Fotos: Rhein Petroleum

 

Rhein-Neckar, 30. August 2012. (red/pm) Die Firma Rhein Petroleum startet Mitte nächster Woche (KW 36) mit den angekündigten seismischen Messungen in ihrem Lizenzgebiet „Weinheim“, um zu erkunden, ob möglicherweise Erdöl im Untergrund vorhanden ist. Begonnen wird in Straßenheim bei Mannheim ehe es kurz darauf weiter nach Heddesheim und dann zur Feldgemarkung Leutershausen bei Hirschberg geht. Nach etwa einer Woche werden die Arbeiten voraussichtlich Großsachsen erreichen.

Information der Rhein Petroleum:

In Vorbereitung dieser Messungen werden ab dem 1. September Erdmikrofone, so genannte Geophone, mitsamt den zugehörigen stromlosen Kabeln per Hand ausgelegt. Zuerst geschieht dies auf den Gemarkungen von Straßenheim, Heddesheim und Hirschberg, anschließend in Viernheim und Weinheim.

Die Kabel und Mikrofone werden in Ost-West-Richtung auf einer Länge von zehn Kilometern ausgelegt. Im Gelände zu sehen sind elf bis 15 dieser Kabellinien mit Abständen von jeweils 400 Metern. Je nach Messfortschritt werden die Kabel dann rund drei Wochen im Gelände ausliegen. So entsteht ein Messaufbau, der von den Vibroseis-Fahrzeugen abschnittsweise im Zick-Zack-Kurs von Süden nach Norden fortschreitend abgearbeitet wird.

Sind Dreiviertel eines Abschnitts durchmessen, werden die jeweils südlichsten Kabelauslagen abgebaut und am nördlichsten Teil wieder ausgelegt. Die Experten sprechen von einem „rollenden“ Messaufbau. Innerhalb eines Messabschnitts nehmen gleichzeitig mehr als 20.000 Erdmikrofone die von den Gesteinsschichten reflektierten Schallwellen auf.

Wie laufen die seismischen Messungen ab? Hierzu fahren geländegängige, LKW-ähnliche Spezialfahrzeuge mit Straßenzulassung (siehe Foto rechts) die zuvor vorbereitete Messstrecke ab und messen an den markierten Punkten. Durch das hydraulische Absenken einer Bodenplatte werden für etwa zwölf bis 16 Sekunden leichte Schallwellen in den Untergrund gesendet, die von den jeweiligen Gesteinsschichten reflektiert werden und so wieder an die Erdoberfläche zurück gelangen. Die Reflexion dieser nicht hörbaren Schallwellen wird von den Erdmikrofonen aufgezeichnet und direkt an einen Messwagen geleitet.

Beim Aussenden der Schallwellen ist unmittelbar neben den Fahrzeugen ein leichtes Vibrieren zu spüren. Darüber hinaus werden die Messungen und das Einhalten behördlich vorgegebener Richtlinien permanent überwacht. Diese speziell auch für bewohnte Gegenden entwickelte, sehr schonende 3-D-Seismik ermöglicht eine Darstellung (dreidimensionale Karte) des Untergrunds bis in Tiefen von mehreren Kilometern. Experten können daraus Hinweise ableiten, ob möglicherweise Erdöl im Untergrund vorhanden ist.

Um ein möglichst aussagekräftiges Bild zu bekommen, macht der Messtrupp etwa alle 40 Meter Halt, so dass der Zug pro Tag eine Strecke von etwa drei bis vier Kilometern zurücklegt – je nach örtlicher Gegebenheit.

Dabei bewegen sich die Fahrzeuge ausschließlich auf von den jeweiligen Eigentümern oder genehmigenden Behörden sowie Städten und Gemeinden freigegebenen Straßen, Wegen und Flächen.

Um der Bevölkerung die Vorgehensweise bei den seismischen Untersuchungen bestmöglich zu erklären und zu demonstrieren, lädt Rhein Petroleum alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, sich im Rahmen einer Vorführung in Viernheim über die geplanten seismischen Messungen zu informieren: Am Samstag, 1. September, 14 Uhr, werden auf dem Ochsenbrunnenparkplatz am Waldstadion Viernheim Spezialisten von Rhein Petroleum die Technik der 3-D-Seismik erläutern. Auch ein Vibroseis-Fahrzeug wird vor Ort sein und das Verfahren vorführen. Außerdem werden die zum Einsatz kommenden Kabel und Erdmikrofone gezeigt.

Insgesamt wird ein rund 75 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Hirschberg, Heddesheim, Hemsbach, Weinheim in Baden-Württemberg bis zur A67 bei Viernheim in Hessen auf diese Weise bis etwa Mitte November untersucht werden.

Weitere Informationen erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger im Projekt- und Informationsbüro (zwischen 8 und 18 Uhr) in der Alfred-Nobel-Straße 14 in Viernheim, Telefon: 0151-40002416 oder 0160-2310164.“

Im September startet die Erdölsuche vor Ort

Ölrausch im Delta?

Die blaue Fläche markiert das Messgebiet. Hier suchen von September bis November rund 100 Mitarbeiter der Rhein Petroleum GmbH mit Hilfe von 20.000 Geophonen den Untergrund nach Erdöl ab. (Grafik: Rhein Petroleum)

 

Heddesheim, 30. Juli 2012. (red/la) Ab September werden bis Ende November rund 100 Kilometer Kabel und 20.000 „Geophone“ ausgelegt um den Untergrund in Heddesheim, Hirschberg, Hemsbach, Laudenbach, Viernheim und Weinheim „auszuhorchen“. Das Heidelberger Unternehmen „Rhein Petroleum“ vermutet hier größere Erdölvorkommen. Geschäftsführer Michael Suana informierte in der vergangenen Woche die Bürger in den einzelnen Gemeinden. Das Publikumsinteresse war gering.

Von Reinhard Lask

„Deutschland ist ein Erdölland“, erklärte Michael Suana. Der Geschäftsführer von der Rhein Petroleum weiß, wovon er spricht. Seit September 2011 haben er und 100 weitere Mitarbeiter 675 Quadratkilometer in verschiedenen Gebieten nach dem schwarzen Gold gesucht. Nun sucht das Unternehmen auch in unserer Region nach möglichen Vorkommen. Das Interesse an den einzelnen Informationsveranstaltungen vor Ort war gering. Wir waren im Bürgerhaus Heddesheim. Dort hatten sich nur knapp zehn Interessierte eingefunden. In den anderen Gemeinden schwankte die Besucherzahl zwischen 10 und 25 Personen.

Vibroseismik

Dabei ist das Thema Erdölsuche auf deutschem Boden ebenso unbekannt wie spannend. Zwar sind deutsche Ölfelder im Größenverhältnis zu denen in arabischen Ländern vergleichsweise winzig, aber mittlerweile lohnt es sich Suana zufolge, bereits kleine Felder zu finden und auszubeuten. Der stetig steigende Ölpreis und immer feinere Such- und Fördertechnik machen das möglich.

Rund 100 Kilometer Specialkabel werden verlegt werden.

Für die Suche setzt das Unternehmen die sogenannte Vibroseismik ein. Dafür werden ab dem 15. August die ersten Vermesser eintreffen und ab dem 03. September die ersten notwendigen Kabel verlegen. Insgesamt werden 20.000 sogenannte „Geophone“ über rund 100 Kilometer Kabel miteinander verbunden werden, um ein Gebiet von 75 Quadratkilometer bis Mitte November zu untersuchen – oder besser „abzuhören“.

Zur Vermessung fahren Spezialfahrzeuge Punkte entlang der Messstrecken an. Dort leiten sie über eine Bodenplatte für zwölf Sekunden leichte Schallwellen in den Untergrund. Die Gesteinsschichten reflektieren die Wellen, die von den 20.000 ausgelegten Erdmikrofonen aufgezeichnet werden.

Mit dieser Methode kann man in Gesteinsstrukturen schauen, die bis zu 3.000 Meter tief liegen,

sagt Suana. „Nach zwei Stunden Messung haben wir umfassendes Bild des Untergrunds.“

Ungefährliche Vibrationen

Suana verspricht, dass die Vibrationsmessungen – die zum Teil auch innerorts stattfinden – keine Gebäude beschädigen. Zur Sicherheit würden die Schwingungen ständig darauf kontrolliert, ob sie die vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten.

Im vergangenen Winter haben wir in Worms vor der Kathedrale und anderen engen Straßen gemessen -ohne Schäden.

Zu abstrakt? Nur wenige Personen interessieren sich fürs Thema.

Die einzigen Schäden seien bisher kleinere Flurschäden durch die Spezialfahrzeuge gewesen. „Innerhalb der Ortschaften kann es sein, dass wir auf privaten Straßen oder in Gärten messen müssen. Allerdings wird immer vorher eine Genehmigung von den Eigentümern eingeholt. In den kommenden Wochen werden Mitarbeiter der von uns beauftragten Firma Geo-Service K. Bittner mit allen Grundstückseigentümern und Behörden persönlich sprechen“, sagt Suana.

Drei Wochen lang liegen die Vorrichtungen an einer Messlinie aus. Dann sollen die Messlinien weiter nach Norden wandern, bis die Messungen im ganzen Gebiet nach sechs bis acht Wochen voraussichtlich Mitte/Ende November beendet sind.

Wenn die Messungen ergeben, dass Erdöl vorhanden sein könnte, machen wir Probebohrungen. Auch vor diesen Bohrungen wird es ein Genehmigungsverfahren geben.

Falls die Bohrungen tatsächlich Erdöl zu Tage förden, folgt wieder ein Genehmigungsverfahren. Rhein Petroleum hat zwischen September 2011 und Mai 2012 bereits im bayerischen Unterallgäu, in der Nähe von Karlsruhe und im hessischen Ried rund 675 Quadratkilometer seismisch vermessen.

Deutschland ist Erdölförderland – seit 1858

Alle Rohstoffe, seien es Mineralien, Wasser, Gold oder auch Erdöl im Untergrund, gehören erstmal der „öffentlichen Hand“. Die kann ein Vorkommen entweder selbst ausbeuten oder die Förderkonzession an ein Privatunternehmen vergeben. Damit einher geht auch das Recht der Förderfirma, die gefundenen Rohstoffe selbst zu vermarkten. Dafür muss sie einen bestimmten Anteil des Erlöses an den Staat abzugeben. Subventionen gibt es keine.

Erdöl ist die einzige Energieform, die vom Staat nicht unterstützt wird,

sagt Suana. Trotzdem lohne sich die Förderung für private Unternehmen. Viele kleine Ölfelder in der Rheinebene werden derzeit ausgebeutet und erschlossen.

Wird Deutschland also nun ein Erdölförderland? „Nein“, sagt Suana:

Deutschland ist seit vielen Jahrzehnten ein Erdölland!

Seit 1858 gehört Deutschland zu den erdölfördernden Nationen. Damals wurde das vermutlich weltweit erste Ölfeld bei Wietzel in der Lüneburger Heide erschlossen. Bis 1963 wurde dort Erdöl gefördert. In der Nähe von Speyer wurde kürzlich ein Feld entdeckt, dass bis zu 50 Millionen Barrel (ein Barrel umfasst rund 117 Liter) umfassen soll. Aktuell stammen 3 Prozent des deutschen Erdölverbrauchs und 17 Prozent des Gasverbrauchs aus deutschen Quellen. Die weltweit führende Fördertechnologie komme aus Deutschland.

Während man noch darüber spekuliert, ob das weltweite Erdölfördermaximum bereits erreicht wurde, steht fest, dass Deutschland seins im Jahr 1968 erreicht hat. Damals wurden auf deutschem Boden rund acht Millionen Barrel Erdöl pro Jahr gefördert. Heute sind es noch knapp drei Millionen Barrel. Was sich nach viel anhört, ist nur ein Bruchteil des deutschen Verbrauchs. Der betrug 2011 etwa 2,36 Millionen Barrel – nicht pro Jahr, sondern pro Tag!

Die anwesenden Gäste interessierten sich vor allem für Fracking – was die Rhein Petroleum aber gar nicht macht. Dabei handelt es sich um eine „problematische“ Gasfördertechnik. Auch die Geothermie stand zur Debatte – am falschen Ort. Man wünschte sich möglichst umweltschonende Fördertechniken – was Geschäftsführer Suana zusagte.

Anfang September plant die Rhein Petroleum noch eine weitere Informationsveranstaltung. Dabei sollen die Messfahrzeuge und die Vibroseismik vorgeführt werden. Wir werden rechtzeitig auf diesen Termin hinweisen.

 

Informationsvideo der Firma Rhein Petroleum zur Vibroseismik:

Vollsperrung voraussichtlich bis Ende September 2012

Sanierung „Benzstraße“

Heddesheim, 27. Juli 2012. (red/pm) Die Benzstraße wird in einem Teilabschnitt ab der Kreuzung „Lanzstraße“ in östlicher Richtung saniert. Deshalb wird dieser Bereich ab sofort bis  voraussichtlich Ende September 2012 voll gesperrt werden.

Information der Gemeinde Heddesheim:

„Eine Umleitung ist ausgeschildert. Für die auftretende Beeinträchtigung bitten wir um Verständnis.“

Arbeitsunfall

Arbeiter unter Metallregal eingeklemmt und schwer verletzt

Heddesheim/Mannheim, 16. Juli 2012. (red/pm) Bereits am Samstag, in den Mittagsstunden, kam es in Mannheim-Käfertal zu einem Arbeitsunfall, bei dem ein 44-jähriger Heddesheimer schwer verletzt wurde.

Information des Polizeipräsidiums Mannheim:

„Gegen 12:45 Uhr wollte der Mann ein etwa 8 Meter langes und 1,50 Meter breites Rollregal in eine Lagerhalle bringen. Beim Überfahren einer kleinen Rampe am Halleneingang kippte das Regal zur Seite und begrub den Mann unter sich.

Der Eingeklemmte hatte Glück im Unglück: Ein in der Nachbarhalle beschäftigter Arbeiter wurde auf seine Schreie aufmerksam. Der 54-jährige Mannheimer befreite seinen Kollegen, indem er mithilfe seines Gabelstaplers das Regal anhob. Anschließend leistete der Mann Erste Hilfe.

Der Verletzte wurde mit einem offenen Bruch am rechten Fuß in ein Mannheimer Krankenhaus eingeliefert.“

Rhein Petroleum: Seismische Messungen im Gebiet Weinheim

Heddesheim, 16. Juli 2012. (red/pm) Die Firma Rhein Petroleum wird in ihrem Lizenzgebiet „Weinheim“ seismische Messungen durchführen, um zu erkunden, ob möglicherweise Erdöl im Untergrund vorhanden ist. Dies kündigte das Heidelberger Unternehmen an, das daher aktuell mit den zuständigen Gemeinden und Behörden in Kontakt ist. Um die Bevölkerung frühzeitig über den Ablauf der seismischen Messungen und das Messverfahren zu informieren, veranstaltet Rhein Petroleum am Donnerstag, 26.07.2012, um 19 Uhr, im großen Saal des Bürgerhauses in Heddesheim, Unterdorfstraße 2, einen Informationsabend zur 3-D-Seismik.

Information der Rhein Petroleum GmbH:

„Als bewährtes Messverfahren wird die sogenannte Vibroseismik angewandt. Dabei fahren geländegängige, LKW-ähnliche Spezialfahrzeuge mit Straßenzulassung die Messstrecke ab und messen an zuvor festgelegten Punkten. Hierzu werden durch das hydraulische Absenken einer Bodenplatte für etwa zehn bis zwölf Sekunden leichte Schallwellen in den Untergrund gesendet, die von den jeweiligen Gesteinsschichten reflektiert werden und so wieder an die Erdoberfläche zurück gelangen. Die Reflexion dieser nicht hörbaren Schallwellen wird von so genannten Geophonen (Erdmikrofonen) aufgezeichnet und direkt an einen Messwagen geleitet.

Beim Aussenden der Schallwellen ist unmittelbar neben den Fahrzeugen ein leichtes Vibrieren zu spüren. Darüber hinaus werden die Messungen und das Einhalten behördlich vorgegebener Richtlinien permanent überwacht.

Diese speziell auch für bewohnte Gegenden entwickelte, sehr schonende 3-D-Seismik ermöglicht eine Darstellung des Untergrunds bis in Tiefen von mehreren Kilometern. Um ein möglichst aussagekräftiges Bild zu bekommen, macht der Messtrupp etwa alle 40 Meter Halt, so dass der Zug pro Tag eine Strecke von etwa drei bis vier Kilometern zurücklegt – je nach örtlicher Gegebenheit.

Dabei bewegen sich die Fahrzeuge ausschließlich auf von den jeweiligen Eigentümern oder genehmigenden Behörden sowie Städten und Gemeinden freigegebenen Straßen, Wegen und Flächen. Um diese Genehmigungen einzuholen, werden in den kommenden Tagen und Wochen Mitarbeiter der von Rhein Petroleum beauftragten Firma Geo-Service K. Bittner mit allen Grundstückseigentümern und Behörden persönlich sprechen.

Wenn diese Genehmigungen vorliegen, werden zuerst Punkte im Gelände per GPS eingemessen und dann mit nummerierten und farblich gekennzeichneten Holzpflöcken markiert. Im zweiten Schritt werden die Erdmikrofone verteilt und mit orangefarbenen Messkabeln verbunden. Diese Kabel können problemlos überfahren werden.

Voraussichtlich ab September ist dann der Messzug, der aus drei Vibroseis-Fahrzeugen besteht, im Bereich Weinheim unterwegs. Insgesamt wird ein rund 75 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Hirschberg, Heddesheim, Hemsbach, Weinheim in Baden-Württemberg bis zur A67 bei Viernheim in Hessen auf diese Weise bis etwa Mitte November untersucht werden. Mit den gesammelten Daten kann dann eine dreidimensionale Karte des Untergrunds erstellt werden, anhand derer Experten Hinweise ableiten können, ob Erdöl im Untergrund vorhanden ist.

Rhein Petroleum hat in den vergangenen Monaten bereits im bayerischen Unterallgäu, nördlich von Karlsruhe sowie im hessischen Ried auf über 600 km² solche seismischen Messungen erfolgreich durchgeführt. Weitere Informationen erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger im Projekt- und Informationsbüro (zwischen 8 und 18 Uhr) in der Alfred-Nobel-Straße 14 in  Viernheim, Telefon: 0160-2310164.

Um die Bevölkerung frühzeitig über den Ablauf der seismischen Messungen und das Messverfahren zu informieren, veranstaltet Rhein Petroleum am Donnerstag, 26.07.2012, um 19 Uhr, im großen Saal des Bürgerhauses in Heddesheim, Unterdorfstraße 2, einen Informationsabend zur 3-D-Seismik. Rhein Petroleum bedankt sich herzlich für die Unterstützung.“

Feuerwehr probt den Ernstfall

Blitzschlag bei EDEKA

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Die Drehleitern aus Ladenburg und Ilvesheim werden für den Einsatz vorbereitet.

Heddesheim 07. Mai 2012. (red/cr) Die Brandübung des Feuerwehr-Unterkreises Ladenburg ist aus Sicht der Wehren ein voller Erfolg. Vereinte Einsatzkräfte der nordbadischen Gemeinden probten die Bekämpfung eines Großbrandes bei der EDEKA in Heddesheim.

Dichter Rauch dringt aus der Staplerwerkstatt und der Leergutsortierung. Doch jetzt heißt es einen kühlen Kopf bewahren für die Feuerwehrleute aus Heddesheim. Am Tor informiert der Hausmeister, dass es auch auf den Freiflächen zu Bränden gekommen ist. Mehrere Personen werden vermisst. Der Einsatzleiter entscheidet, dass das hier vereinte Kräfte nötig sind und verständigt sofort die Führungsgruppe des Unterkreises Ladenburg.

Kurze zeit später rücken Einsatzkräfte aus Dossenheim, Edingen-Neckarhausen, Ilvesheim, Ladenburg, Schriesheim, Schriesheim-Altenbach, Schriesheim-Ursenbach sowie die Ladenburger Werkfeuerwehren CBL und Metzeler Richtung EDEKA aus. Auch die benachbarten Wehren aus Hirschberg und Viernheim kommen dazu.

Was sich wie ein Katastrophenszenario anhört, ist die Unterkreisübung  der Führungsgruppe Ladenburg. In simulierten Brandfällen und Rettungsoperationen trainieren die Feuerwehrmänner die Brandbekämpfung, Personensuche und die Gebäudeabsicherung. Hierbei kommen Wärmebildkameras und tragbare Wasserwerfer ebenso zum Einsatz, wie die Drehleitern aus Ilvesheim und Ladenburg (DLK 23-12, Ladenburg 23 Meter Höhe bei 12 Meter Abstand vom Gebäude ).

Feuerwehrkommandant Dieter Kielmayer ist mit dem Ablauf sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren verläuft reibungslos. Auch die Übergabe der Verletzten an das DRK funktioniert ohne Komplikationen. In einem außerhalb des Geländes aufgeschlagenen Zelt werden die Patienten versorgt.

Jeder Handgriff sitzt, alle sind hochkonzentriert. So gelingt es den Einsatzkräften in zwei Stunden den Übungseinsatz erfolgreich zu beenden.

Viel Freude mit den Fotos!
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Einfache Ermittlungen für die Polizei

Fahrerin ließ Kennzeichen am Unfallort

Heddesheim, 02. Mai 2012. (red/pol) In der Nacht zum ersten Mai kam der PKW einer Heddesheimerin in einer Kurve von der Fahrbahn ab und prallte mit einigen Verkehrsschildern zusammen. Anstatt anzuhalten, flüchtete die Fahrerin über einen Acker. Sie machte der Polizei die Ermittlungsarbeit leicht,  da das Kennzeichen am Unfallort gefunden wurde.

Information der Polizei Mannheim:

„In der Nacht zum 01. Mai, gegen 02:00 Uhr, kam auf der L 541, nahe Heddesheim, eine 22-jährige Pkw-Lenkerin in einer Kurve von der Fahrbahn ab. Anschließend fuhr die junge Frau mit ihrem Fiat mehrere Verkehrs- und Hinweisschilder um.

Anstatt den Unfall bei der Polizei zu melden, fuhr sie über einen angrenzenden Acker und flüchtete. Dumm nur, dass bei dem Zusammenstoß das vordere Kennzeichen abgerissen wurde und an der Unfallstelle liegen blieb.

Der Sachschaden allein am Pkw wird auf etwa 3.500 Euro geschätzt. Gegen die Heddesheimerin ermittelt nun die Verkehrsunfallaufnahme des Polizeipräsidiums Mannheim.“

Sonderaktion am 27. April

Frischer Flammkuchen am „Frischen Freitag“

Heddesheim, 23. April 2012. (red/pm) Wie die Gemeinde Heddesheim mitteilt, wird auf dem Wochenmarkt „Frischer Freitag“ am 27. April ofenfrischer Flammkuchen angeboten werden. Die Eheleute Schnor aus Mannheim kommen mit ihrem mobilen Flammkuchenofen von 10:00 bis 14:00 Uhr und backen Flammkuchen verschiedener Art nach Wünschen der Wochenmarktbesucher.

Dacharbeiten sorgen für Behinderungen im Arbeitsbetrieb

Bücherei geschlossen

Heddesheim, 23. April 2012. (red/pm) Wie die Gemeinde Heddesheim mitteilt, bleibt die Gemeindebücherei auf Grund von Baumaßnahmen am Dach des Bürgerhauses von Montag, 30. April, bis Samstag, 12. Mai, geschlossen. Die Leihfristen wurden entsprechend verlängert.
Logistikunternehmen Schüchen ist pleite

30 Arbeitsplätze weniger in Heddesheim

Anfang Mai gehen hier die Lichter aus - von den 30 Mitarbeitern vor Ort haben einige bereits eine neue Anstellung in Aussicht.

 

Heddesheim, 17. April 2012. (red) Das Logistikunternehmen Schüchen International GmbH & Co. KG steht vor dem Aus. Rund 740 Arbeitnehmer in ganz Deutschland sind von der Insolvenz betroffen. Auch in Heddesheim unterhält das Unternehmen eine Niederlassung. Dort arbeiten bislang noch rund 30 Mitarbeiter.

Von Jörg Theobald

Schüchen International stellt Anfang Mai den Geschäftsbetrieb ein. Mehrere Großkunden haben laut Auskunft des Unternehmens unerwartet ihre Verträge gekündigt und sich anderweitig orientiert.

Für den vorläufigen Insolvenzverwalter Markus Ernestus kam diese Entwicklung überraschend, da sich der Geschäftsbetrieb nach Insolvenzantragstellung von Schüchen am 21. Februar schnell stabilisierte und reibungslos weiterlief. Ernestus bleibt nun keine andere Möglichkeit, als das Unternehmen zu liquidieren:

Wir wollen die bestehenden Aufträge jetzt bis Anfang Mai an die neuen Vertragspartner unserer Kunden ordnungsgemäß übergeben.

Auch für die Übernahme der rund 740 Mitarbeiter wolle man sich „bei den Übergabegesprächen stark machen“.

Pfenning Retter in der Not?

Überraschend war die Entwicklung auch für die Mitarbeiter am Standort Heddesheim. Recht kurzfristig wurden die rund 30 Arbeitnehmer informiert. Laut unseren Informationen geschah das am 23. März. Somit blieb für die Mitarbeiter etwas mehr als ein Monat Zeit, um eine neue Anstellung zu finden.

Auch wenn der Insolvenzverwalter möglichst viele der Mitarbeiter an die nachfolgenden Logistikunternehmen übertragen möchte, klappt das vor Ort hauptsächlich über den engen Zusammenhalt. Gegenseitig hilft man sich bei der Suche, mögliche Stellenangebote werden an einem schwarzen Brett angepinnt sagt uns ein Mitarbeiter vor Ort. Er sagte uns gegenüber weiter:

Wir sind ein sehr kompaktes Team und halten zusammen. Auch die Geschäftsleitung vor Ort hilft bei der Stellensuche und -vermittlung.

Laut der Aussage des Mitarbeiters hat auch das Logistikunternehmen Pfenning bereits einige der Arbeitnehmer vor Ort übernommen oder die Übernahme zugesagt.

Nach den uns vorliegenden Informationen hat mittlerweile ein Großteil der rund 30 Mitarbeiter bereits eine neue Anstellung gefunden oder etwas in Aussicht.

 

 

Aus dem Bauausschuss:

Bauantrag für Maschinenhalle, zwei weitere Bauvoranfragen

Heddesheim, 02. April 2012. (red/jt) Der Bauausschuss der Gemeine Heddesheim entschied bei seiner Sitzung am Montag über zwei Bauvoranfragen sowie einen Bauantrag. Geprüft wurden der geplante Bau einer Gerätehalle sowie eines Flachdachanbaus. Zudem wurde über den Bauantrag über den Neubau einer Maschinenhalle entschieden.

Im Lärchenweg 2 soll das Wohnhaus um einen Flachdachanbau erweitert werden. Der Antragsteller einer Bauvoranfrage lies die Zulässigkeit dieser Wohnhauserweiterung durch die Gemeinde prüfen. Geplant hat er einen Flachdachanbau zwischen der Doppelhaushälfte und der Doppelgarage.

Die Besitzer der angrenzenden Grundstücke hatten der Erweiterung bereits schriftlich zugestimmt. Die geplante Erweiterung liegt jedoch vollständig ausserhalb des gültigen Bebauungsplan „Gänswasen“ von 1967. Da es bereits früher zu Abweichungen des Bebauungsplans gekommen war, diese jedoch nicht den hier vorliegenden Umfang aufwiesen, wurde der Sachverhalt in der Sitzung genauer erörtert.

Bereits in den Jahren 1968/69 kam es zu sogenannten „Befreiungen“ vom Bebauungsplan im Ulmenweg 3 und 4. Dort wurde der Bebauungsplan um jeweils drei Meter überschritten.

Eine Überschreitung des Bebauunsplans um fünf Meter, wie bei der Bauvoranfrage vorgesehen hielt die Verwaltung für „viel zu viel“. Bürgermeister Michael Kessler sagte, „das Zugeständnis wäre schon groß“. Kessler weiter:

So eine Entscheidung hat auch immer Auswirkungen auf andere. Da muss man mit Fingerspitzengefühl rangehen.

Zudem sei es wichtig, keinen „Präzedenzfall zu schaffen“.

Um dem Antragssteller entgegenzukommen, hatte die Verwaltung eine Alternative mit einer Überschreitung von 3,5 Meter vorbereitet. Dieser Alternative wurde seitens des Bauausschuss einstimmig zugestimmt.

Neubau einer Maschinenhalle und eines Unterstandes

Ein 66 auf 6 Meter großer Unterstand sowie eine 12,30 auf 8,40 Meter große Maschinenhalle werden auf dem Flurstück 6439 am Brunnenweg 8 errichtet. Durch auslaufende Mietverträge und wirtschaftliche Zwänge muss der dort ansässige Landwirt seinen zweiten Betriebsstandort im ehemaligen Musthof der Firma Freudenberg aufgeben.

Gemäß dem Bauantrag soll an den rot gekennzeichneten Flächen neu gebaut werden. Bild: Gemeinde Heddesheim

Um seine landwirtschaftlichen Maschinen auch weiterhin unterbringen zu können, ist der Neubau erforderlich. Die geplanten Neubauten sollen südlich entlang bereits bestehender Hallen errichtet werden.

Unter der Auflage, dass entlang der südlichen Gebäudeseite eine bereits bestehende Heckenbepflanzung dauerhaft unterhalten wird, stimmte der Bauausschuss dem Antrag einstimmig zu. Begründet wurde die Zustimmung damit, dass das Vorhaben einem sogenannten „priviligierten Betrieb“ dient und somit gemäß §35 Abs. 1 BauGB zuässig sei.

Hinter diesen bereits bestehenden Hallen soll gebaut werden.

Bauvoranfrage der Familie Glock aus Muckensturm

Um die Zukunftsfähigkeit des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Glock zu sichern, wird der Neubau einer Gerätehalle notwendig. Eine bisher als Gerätehalle genutzte Tabakscheune soll zu diesem Zweck abgerissen werden. An der selben Stelle soll dann eine neue Gerätehalle mit Wohnung im Obergeschoss entstehen.

Laut Verwaltung sei die Scheune „nicht erhaltungswürdig“, zudem sei sie „teuer und aufwändig im Unterhalt“.

Der geplante Neubau entspricht in seinen Ausmaßen annähernd der alten Scheune. Zudem begrüße man das Vorhaben, um die Zukunft der bereits seit Generationen bestehenden Betrieb sicherzustellen.

Fraglich sei laut Bürgermeister Kessler lediglich, ob das Unternehmen durch das Landratsamt als „priviligierter Betrieb“ anerkannt würde.

Der Bauvoranfrage stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Gemeinderat verabschiedt Haushaltsreste 2011

Mehr Durchblick bei Straßenbeleuchtung

 

Nach einem Jahr eine feste Größe: Der freitägliche Markt in der Ortsmitte.

Heddesheim, 30. März 2012. (red/cr) Nur wenig Diskussionsbedarf gab es bei der Gemeinderatssitzung am 29. März. Einig ist man sich bei der Übernahme der Haushaltsreste 2011. Ebenso bei der Vergabe der Heizungssanierung der Johannes-Kepler-Schule. Der Bauhof wird in Zukunft die Straßenbeleuchtung instand halten.  

Von Christian Ruser

Außerhalb des Sitzungssaals biegen Sturmböen die noch laublosen Bäume. Im Inneren ist von einer Schlechtwetterlage nicht die geringste Spur. Mit großem Einvernehmen werden die auf der Tagesordnung stehenden Themen angegangen.

Frisch ist der Freitag

Ein allgemeiner Konsens besteht bereits beim Wochenmarkt „frischer Freitag“. Seit einem Jahr wird er auf dem Marktplatz im Ortskern abgehalten und  wird mehr und mehr zu einer festen Größe im Gemeindeleben.

Die gute Resonanz innerhalb der Bevölkerung, so Bürgermeister Kessler, lässt sich auch auf die Rahmenveranstaltungen zurückführen. In Zukunft sind deshalb weitere Veranstaltungen geplant. Ein fester Stamm von acht Markthändlern hat sich inzwischen etabliert. Noch fehlt aber ein verlässlicher Fischhändler.

Andreas Schuster von den Grünen möchte wissen, ob es bereits eine Erhebung der Marktbesucher gibt. Michael Kessler begrüßt diesen Gedanken und verspricht in dieser Richtung ein Erfahrungsbericht bei den Händlern einzuholen.

Die SPD ist ebenfalls von der Entwicklung des Wochenmarkts begeistert. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten ist überlegenswert und mit den Händlern abzuklären.

Anders sehen es die Vertreter der CDU Fraktion. Sie befürchtet im Markt eine zusätzliche Konkurrenz für die ansässigen Händler und einen Kostenfaktor für die Gemeinde. Diesem Einwand hält Kessler entgegen, dass solche Projekte nicht kostenlos zu stemmen sind, die gute Annahme des Marktes seitens der Bevölkerung aber für den Markt spreche.

Noch nicht alles ist erledigt

Aus dem Haushalt 2011 sind noch Posten offen, die in das Haushaltsjahr 2012 übernommen werden müssen. So ist im Zuge der Sanierung der Johannes-Kepler-Schule noch eine technische Verbesserung der Heizungsanlage offen. Weitere 2011 veranschlagte Baumaßnahmen auf den Sportplätzen, dem See und dem Hallenbad stehen ebenfalls aus.

Aus diesem Grund stimmt der Gemeinderat den 2011 gebildeten Haushaltsresten geschlossen zu.

Bauhof sorgt für helle Straßen

Zum Monatsende läuft der Stromliefervertrag mit der EnBW aus. In der bisherigen Praxis hat sich gezeigt, dass der Bauhof in vielen Fällen schneller und kostengünstiger Netzdefekte beheben konnte. Die Verwaltung schlägt vor, diese Aufgabe dem Bauhof zu übertragen. Als Stromlieferant werden die Stadtwerke Viernheim beauftragt.

Die Instandhaltung des Straßenbeleuchtungsnetzes durch den Bauhof wirft die Frage nach einer 24 stündigen Rufbereitschaft auf. Um diese zu gewährleisten, wird bei den Stadtwerken Viernheim ein Störungstelefon angemietet. Dieses Vorgehen soll zunächst ein Jahr laufen, um danach Bilanz zu ziehen.

Frank Hasselbring von der FDP bemängelt, dass man keine klare Bewertungsgrundlage haben wird. Es fehlt eine Gesamtübersicht der bisherigen Kosten. Auch möchte er im Antrag an den Gemeinderat klar die Befristung der Entscheidung auf ein Jahr verankert wissen.

Bürgermeister Kessler erläutert, dass im bisherigen Vertrag mit der EnBW die Kosten für die Instandhaltung der Straßenbeleuchtung nicht ausgewiesen wurden. Die EnBW hatte die Kosten im Strompreis umgelegt. Deshalb sei eine direkte Gegenüberstellung der Kosten nicht möglich.

Nach der Einarbeitung der Ein-Jahres-Klausel wird einstimmig beschlossen, den Bauhof mit der Instandhaltung der Straßenbeleuchtung zu betrauen.

Wärme per Mausklick

Die Heizungsanlage der Johannes-Kepler/Karl-Drais-Schule benötigt eine Erneuerung. Durch einen zentralen PC werden zukünftig die einzelnen Klassenräume separat wärmereguliert.

Nach VOB wurde der Auftrag beschränkt ausgeschrieben. Von vier angefragten Firmen haben drei ein Angebot vorgelegt. Das günstigste Angebot legte die Firma Kieback & Peter aus Ludwigshafen vor. Für die Elektroarbeiten wurden zwei Firmen angefragt. Das wirtschaftlichste Angebot legte Elektro-Kemmet aus Heddesheim vor.

Da sie in dieser Entscheidung befangen ist, nimmt FDP-Gemeinderätin Ingrid Kemmet nicht an der Abstimmung teil. Die übrigen Gemeinderäte stimmen dem Antrag ausnahmslos zu.

AWO deckt das Dach

Nach Ausschreibung der Sanierung des Gebäudedachs in der Oberdorfstraße 20 haben zwei Firmen ein Angebot vorgelegt. Das preisgünstigste Angebot erfolgte von AWO Dachbau GmbH.

Da das Angebot etwa 8.500 € unter dem Konkurrenzangebot liegt, erteilt der Gemeinderat der AWO Dachbau den Auftrag.

Ausschüsse neu besetzt

Durch das Ausscheiden von Hardy Prothmann aus dem Gemeinderat, rückte Markus Schulz nach. Die neue Personalsituation zwingt die FDP-Fraktion sich in den Kommissionen und Ausschüssen neue aufzustellen. Markus Schulz wird Mitglied im Kultur-/Sport-, Umwelt- und Jugendausschuss werden. Auch wird er Mitglied der Grundstückskommission.

Mit einer Sitzungszeit von 67 Minuten ist die Gemeinderatssitzung ungewöhnlich schnell vorbei.