Donnerstag, 18. August 2022

Zweites „Dialog“-Gespräch: Erregte Diskussion I

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Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Der zweite Teil des „Dialog“-Kreises um die geplante Pfenning-Ansiedlung hatte es in sich. Erst wurde das Programm zwei Mal verändert, dann wurde das Objekt aus Sicht des Planers vorgestellt und dann ging es in der Diskussion hart zur Sache.

Zum Ende der Vorstellung des Planers Günter Krüger entwickelte sich eine Diskussion zwischen dem Heddesheimer Bürger Heinz Franke und dem Geschäftsführer der KMP-Holding GmbH (Pfenning-Gruppe), Uwe Nitzinger.


Herr Franke wollte beharrlich wissen, warum Herr Nitzinger eigentlich nichts klar sagen könne, sondern immer von Möglichkeiten spreche. Herr Nitzinger sagte, dass er sich Möglichkeiten sichern wolle, aber noch nichts entschieden sei.

Beispielsweise wunderte Herrn Franke, dass „Pfenning“ doch seine Standorte im Gebiet in Heddesheim zusammenziehen wolle: „Dann müssen Sie doch wissen, was Sie dort lagern wollen.“ Darauf antwortete Herr Nitzinger: „Davon können Sie ausgehen.“ Darauf Herr Franke: „Brauchen Sie also die 18 Meter hohen Hallen oder nicht?“

Herr Nitzinger: „Ich habe den Eindruck, Sie verstehen das nicht.“
Heinz Franke:  „Sie können davon ausgehen, dass ich das verstehe.“
Herr Nitzinger: „Sich äußern sich aber nicht so.“

Die Diskussion musste vom Moderator, Andreas Ingerfeld, unterbrochen werden.

Kurz darauf ging es wieder los: „Sie können mit mir deutsch sprechen“, sagte Herr Nitzinger zu Herrn Franke.
Herr Franke: „So wie Sie das darstellen, bauen Sie Schritt für Schritt ein bisschen mehr und wenn es nicht läuft, dann warten Sie eben und die Gemeinde auf die angebliche Gewerbesteuer.“
Herr Nitzinger: „Wir werden in dem Maße bauen, wie es sein wird.“

Der „Dialog“ endet unbefriedigend für beide Seiten. Der Moderator reicht an den nächsten Fragesteller weiter.

Das „Dialog“-Mitglied Frank Hasselbring will wissen: „So wie das auf den Fotos aussieht, ist das schon auffällig weiß. Könnte man das nicht auch grün streichen, damit es nicht so auffällig ist?“

Es folgt eine Erläuterung, dass das Gebäude nicht auffällig ist, durch den „Begrünungswall“.

Dann gibt es eine Frage zum „Schallschutz“: „Wieso wird das so gebaut? Ist das tatsächlich ein Schallschutz?“

Der Planer Krüger erklärt: „Natürlich. Wirtschaftlich gesehen ist das aber nicht optimal. Besser wäre es, die Hallen von zwei Seiten anfahren zu können. Wir haben uns aber nach den Schallschutz-Gutachten dafür entschieden.“

„Dialog“-Mitglied Hardy Prothmann will wissen: „Gab es also eine andere Planung? Mir ist nur diese bekannt?“
Planer Krüger: „Ja, aber wir haben uns frühzeitig darauf festgelegt.“
Herr Prothmann: „Nach dem Schallschutzgutachten oder vorher schon?“
Planer Krüger: „Nach dem Gutachten.“
Herr Prothmann: „Also, war das Gutachten nachteilig?“
Planer Krüger: „Nein, wir haben vorausschauend bereits im Dezember diese Variante vorgestellt.“

Jetzt schaltet sich der „Pfenning“-Vertriebschef Gerhard Wollnitz ein.

Vertriebschef Wollnitz: „Wir haben diesen Plan Ende 2008 veröffentlicht.“
Herr Prothmann: „Der Plan stand also schon im Dezember fest, obwohl angeblich erst im Februar die Entscheidung für Heddesheim fiel?“
Planer Krüger: „Wir haben mehrere Pläne gehabt.“
Herr Prothmann: „Was jetzt? “
Vertriebschef Wollnitz: „Wir haben den Plan Ende 2008 gefasst und veröffentlicht.“
Herr Prothmann: „Die Öffentlichkeit kennt diesen Plan nicht. Wo ist der veröffentlicht worden?“
Herr Nitzinger: „Der ist nicht veröffentlicht worden, sondern der, den Sie kennen. Das war nur eine Vorplanung.“
Herr Prothmann: „Also, wenn ich das richtig verstehe, planen Sie schon seit zwei Jahren mit Heddesheim, obwohl mir mitgeteilt wurde, dass sie erst vor einem Jahr Kontakt zu Gemeinde aufgenommen haben? Wie ist das Herr Bürgermeister?“
Bürgermeister Michael Kessler: „Das ist so richtig, wir haben erst seit Frühsommer 2008 Kontakt.“
Herr Nitzinger: „Wir planen das langfristig mit Varianten.“
Herr Prothmann: „Und Sie wollen uns hier klar machen, dass Sie im Februar die Entscheidung treffen und zwei Monate später schon detaillierte Pläne aufweisen können?“
Herr Nitzinger: „Wir haben das Büro Krüger sehr stark beschäftigt.“

Die Moderation unterbricht die Diskussion, um über  die Zukunftsperspektiven Heddesheims zu sprechen.

Lesen Sie unsere Fortsetzung am Donnerstag, 30. Juli 2009, ab 13:00 Uhr

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.