Donnerstag, 18. August 2022

Diskussion über die Podiumsteilnehmer bei der öffentlichen IFOK-Sitzung

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Guten Tag!

Heddesheim, 27. August 2009. Am Ende der 3. „Dialog“sitzung stand die Organisation der 4. Sitzung an, die öffentlich sein soll. Geplant ist diese Sitzung für den 18. September in der Nordbadenhalle.

Am 21. April reichte für die Bürgerinformation noch das Bürgerhaus. Der Andrang war groß, das Haus voll, an die 100 Bürger mussten stehen.

Für die nächste Veranstaltung, auf der sich Bürger zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung informieren können, rechnet die IFOK mit einem noch größeren Andrang und hat die Nordbadenhalle reserviert.

Geplant sind schon vierzehn Tage vorher Infostände, über die sich die Bürger vorab im Rathaus informieren können sollen. Diese Info-Tafeln sollen auch im Foyer der Nordbadenhalle aufgebaut werden.

Wer sitzt auf dem Podium?

Auf dem Podium werden drei Experten sitzen. Die Gutachter für den Verkehr und die Umwelt sowie der Architekt. Das wurde vom „Dialog“kreis ohne Diskussion bestätigt.

Doch dann wurde es lebhaft. Die IFOK hatte auf der Seite der Befürworter den Bürgermeister und die „Firma Pfenning“ vorgeschlagen sowie einen Platz freigelassen. Auf der Gegenseite waren noch alle Plätze frei.

Zunächst ging es darum, ob die IG neinzupfenning nochmals eingeladen werden sollte. Dem wurde zugestimmt. Dann ging es darum, wen man nimmt, wenn die IG nicht kommt.

Wer soll auf der „Kontra“-Seite sitzen?

Als Vorschlag wurde für die ablehnende Seite Andreas Schuster genannt – doch der ist in dann in Urlaub: „Der ist gebucht.“ Dann wurden die „Dialog“-Teilnehmer Klaus Schuhmann und Kurt Klemm genannt. Kurt Klemm, in Vertretung für Klaus Schuhmann das erste Mal dabei, sagt zu. Klaus Schuhmann muss noch gefragt werden.

Dann ging es darum, wer auf der Befürworterseite sitzt. Der „Pfenning“-Geschäftsführer Uwe Nitzinger sagte: „Herr Karl-Martin Pfenning wird sicherlich teilnehmen wollen.“ Damit waren es drei auf der Befürworterseite.

Jetzt ging es um die Diskussion, ob nicht noch jemand dazukommen könnte, denn schließlich sei es verständlich, wenn Herr Pfenning sein Unternehmen vertritt, aber Herr Nitzinger mehr im Thema drin ist.

Das sah auch Bürgermeister Kessler so. Andreas Schuster machte der Runde aber klar, dass die Bürger sehr genau nachzählen würden, wie viele für welche Seite auf dem Podium sitzen und dass ein ungleiches Verhältnis nur schwer zu vermitteln sei.

3:3-Lösung bei gleicher Redezeit.

Dann wurde darüber diskutiert, dass das doch über die Redezeit für beide Seiten aufgefangen werden könnte. Der Zweifel blieb und man entschied sich für die 3:3-Lösung.

Dann wurde der „Dialog“-Teilnehmer und Unternehmer Kristian Mansfeld vorgeschlagen. Der sagte: „Ich sehe mich nicht auf der Seite der Gegner, sondern bin unentschieden.“

Die anschließende Diskussion brachte Herrn Mansfeld doch aufs Podium als einen Vertreter, der Pro und Kontra ist, also unentschieden.

Auch Richard Landenberger vom BUND wurde für die Kontra-Seite vorgeschlagen. Ãœber ihn gab es die meisten Diskussionen. Schließlich war er auch eingeladen und nicht gekommen, wieso sollte er dann bei der 4. Sitzung plötzlich mitreden dürfen, war das Hauptargument.

Diskussion um Funktionen und Teilnahmen

Der Gemeinderat Michael Bowien wurde vorgeschlagen, aber sowohl vom Bürgermeister als auch vom SPD-Fraktionschef Merx abgelehnt. Herr Merx sagte: „Damit bin ich nicht einverstanden, denn wir haben in der SPD eine Bandbreite an Meinungen und wollen nicht nur eine vertreten sehen.“ Bürgermeister Kessler sagte: „Ich bin dagegen, weil Herr Bowien in seiner Funktion als Gemeinderat gesehen wird.“

Auf die Nachfrage, wo der Unterschied zwischen Herrn Bowien und den Herren Klemm und Schuhmann liege, denn beide sind auch Gemeinderäte, sagte Herr Kessler: „Aber die haben am „Dialog“ teilgenommen.“ Die Frage, warum dann Herr Pfenning aufs Podium darf, wurde nicht diskutiert.

Jetzt herrschte Verwirrung. Es blieben keine Kandidaten mehr. Doch. Einer, der einzige Bürger am Tisch: Heinz Franke. Den schlug aber niemand vor. Stattdessen schlug Nicole Kemmet, als Vertreterin des BdS, den Journalisten Hardy Prothmann (Gründer des heddesheimblog, Anm. d. Red.) vor. Schließlich würde der ja umfangreich und kritisch in der Sache berichten und wäre sicherlich ein für die Kritiker unter den Bürgern sehr glaubwürdiger Vertreter gegen die Ansiedlung.

Unbekannte IFOK-Mitarbeiterin soll moderieren

Doch der wollte nicht, weil er sich auf seine neutrale Berichterstatterrolle berief und sagte, er könne sich deshalb genauso gut neben Herrn Nitzinger als Pro-Vertreter setzen, was zu allgemeiner Heiterkeit führte. „Die Argumente Arbeitsplätze und Steuereinnahmen müssen geprüft werden und könnten sich positiv auf eine Entscheidung auswirken“, sagte der Journalist. Dass er überwiegend kritisch über die Ansiedlung berichte, sei der Situation geschuldet, weil ihm positive Informationen vorenthalten würden, sagte Hardy Prothmann.

Am Ende stand fest: Die Pro-Seite bilden Bürgermeister Kessler, Uwe Nitzinger und Karl-Martin Pfenning. Die Kontra-Seite Kurt Klemm sowie Klaus Schuhmann und Richard Landenberger, die beide noch zusagen müssen.

Moderiert wird die Veranstaltung von einer Kollegin des Moderators Andreas Ingerfeld: „Die Dame hat große Erfahrung mit großen Runden.“

Bevor der „Dialog“-Kreis über die nicht vorhandene Frauenquote (bis auf die Moderatorin) diskutieren konnte – beendete IFOK-Moderator Andreas Ingerfeld die 3. Sitzung.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.