Freitag, 30. September 2022

Duell der „sozialen Netzwerke“

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Der Streit um die Pfenning-Ansiedlung wird nun auch ├╝ber „soziale Netzwerke“ im Internet ausgetragen. Pfenning-Bef├╝rworter waren schneller als Pfenning-Gegner. Doch die Pfenning-Gegner f├╝hren gerade, wenn auch├é┬áknapp – nach der Zahl der Mitglieder.

von Hardy Prothmann

„Social networks – Soziale Netzwerke“ hei├čen die neuen Dorfpl├Ątze, die nicht mehr „auf dem Dorfplatz“, sondern virtuell im Internet bestehen. Sie hei├čen zum Beispiel youtube, facebook, myspace, stayfriends.
Hier gibt man sein „Profil“ ein, also wer man ist, oder wie man sich eben darstellen m├Âchte. Man macht Angaben zur Person, stellt ein Foto dazu und schon ist man Teil der „Community“, der Gemeinschaft, die so tut, als w├Ąre sie eine. Was so eine „virtuelle Gemeinschaft“ im „wirklichen Leben“ bedeutet, muss jeder f├╝r sich selbst rausfinden.

Soziale Netzwerke: So sieht das Profil von Hardy Prothmann aus.

"Soziale Netzwerke": So sieht das Profil von Hardy Prothmann aus.

Ein solches Netzwerk ist auch wkw – Wer kennt wen?.
Nach der Eingabe von Informationen zur Person, des „Profils“, mal knapp gehalten, mal ausschweifend, kann man andere „wkw-ler“ suchen und anfragen: „Ich kenne XY.“ Der Angefragte best├Ątigt das oder nicht. Umgekehrt wird man selbst angefragt: „Jemand fragt, ob Du ihn kennst.“ Das best├Ątigt man oder nicht.

Die eigene „Bedeutung“ steigt mit der Zahl derer, die man „kennt“.

Wie gro├č die eigene Bedeutung dabei ist, l├Ą├čt sich schnell an der Zahl der Leute ablesen, „die man kennt“. Und die folglich auch einen selbst „kennen“. Mehr als 300, 400, 500 Kontakte deuten darauf hin, dass jemand sehr „beliebt“ oder „kommunikativ“ sein muss, immerhin „kennen“ ihn oder sie doch so viele. Ob das nicht nur „virtuell“, sondern „wirklich“ etwas zu bedeuten hat, muss jeder selbst entscheiden.

Eigentlich hei├čt es aber nur, dass jemand sehr flei├čig war in diesem „social network“ auf der Suche und dem Best├Ątigen von Kontakten: „Ich kenne…“ Und das auf der anderen Seite jemand das best├Ątigt hat. Denn davon profitieren beide, der Frager und der Best├Ątiger. Beide „kennen“ sich jetzt, bei beiden steigt die Zahl der Kontakte und beide sind „beliebter“. Deshalb best├Ątigt man eher, als dass man es l├Ą├čt: Sonst s├Ągt man am Ast der eigenen Beliebtheit.

Was das mit der Pfenning-Ansiedlung zu tun hat?

Am 16. Mai 2009 wurde die „wkw-Gruppe“: „Ja zu Pfenning“ gegr├╝ndet. Gruppen sind „Verb├╝nde“ in die man als wkw-Mitglied von anderen eingeladen wird oder in die man die Aufnahme „beantragt“, indem man Mitglied werden will.
Am 19. Mai 2009 wurde eine weitere Gruppe gegr├╝ndet: „Nein zu Pfenning.“

Zu Pfenning gibt es mehrere Gruppen, Ja und Nein ist auch dabei.

Zu Pfenning gibt es mehrere Gruppen, "Ja" und "Nein" ist auch dabei.

W├Ąhrend in den ersten Tagen die Zahl der „Ja“-Gruppe immer ein wenig vor der „Nein“-Gruppe lag, f├╝hrt nun erstmals die „Nein“-Gruppe mit 104 zu 97 Mitgliedern (Stand: Datum des Artikels.)

In den Gruppen (Forum) k├Ânnen „Foren-Beitr├Ąge“ erstellt werden: man diskutiert ├╝ber dies und das oder l├Ądt zu Terminen ein. Bei der „Ja“-Gruppe gibt es keinen Diskussionsbedarf – wie langweilig. Bei der „Nein“-Gruppe keinen besonders gro├čen, aber immerhin f├╝nf „Themen“ mit 18 Beitr├Ągen.

Nicht jeder darf Mitglied werden.

Ein Mitglied der „Nein“-Gruppe ist Hardy Prothmann, stellvertretend f├╝r das heddesheimblog. Er wollte auch Mitglied in der „Ja“-Gruppe werden. Beim „Gr├╝nder“ oder „Verwalter“ einer „Gruppe“ erscheint dann: XY m├Âchte Mitglied werden. Die k├Ânnen dann jemanden annehmen oder ablehnen. Hardy Prothmann wurde zwei Mal abgelehnt – ohne den Grund daf├╝r zu erfahren. Der „Verwalter“ h├Ątte sp├Ątestens bei der zweiten Ablehung fairerweise eine Nachricht mit dem Grund der Ablehnung schicken k├Ânnen – es reichte ihm, den „Nicht-aufnehmen-Knopf“ zu dr├╝cken.

Ja zu Pfenning bei wkw nimmt nicht jeden: Hardy Prothmann wurde zwei Mal abgelehnt und will jetzt nicht mehr.

Ja zu Pfenning bei wkw nimmt nicht jeden: Hardy Prothmann wurde zwei Mal abgelehnt und will jetzt nicht mehr.

Ein drittes Mal wollte sich Hardy Prothmann dieser „Schmach“ nicht aussetzen und hat beschlossen, kein Mitglied bei der „Ja“-Gruppe mehr werden zu wollen. Die f├╝hlt sich beliebt genug und braucht ihn nicht.
Auch nicht bei der Gruppe: „Pfenning logistics“. Die gibt es schon seit dem 24. April 2008 und hat nicht ein Thema, zu dem diskutiert wird. Das ist noch langweiliger.

Spannend d├╝rfte nur sein, ob es zu einem echten „Wettstreit“ der beiden „Gruppen“ kommt, sei es bei den Zahlen der Gruppenmitglieder oder bei den Diskussionen, die sie ansto├čen.

Das heddesheimblog

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.