Freitag, 01. Juli 2022

Wenn die IFOK Sie zur Gymnastik aufrufen sollte – bleiben Sie einfach sitzen

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Heddesheim, 18. Januar 2009. Heute Abend wird die 4. IFOK-Veranstaltung stattfinden. Dabei wird streng Regie gef├╝hrt. Die Veranstaltung beginnt mit einer „Aufw├Ąrmung“. Doch die greift in B├╝rgerrechte ein.

Kommentar: Hardy Prothmann

Eigentlich ist es eine Informationsveranstaltung. Im aktuellen Mitteilungsblatt hei├čt es B├╝rgerveranstaltung. Vorher sprach der B├╝rgermeister immer vom 4. „Dialog“-Gespr├Ąch.

Die Verwirrung ist also gro├č. Sagen wir es ist ein Pfenning-Informationsabend. Nochmal wird alles aufgeboten, um f├╝r das Unternehmen zu werben – in der Nordbadenhalle. 1200 Sitzpl├Ątze stehen bereit.

Die Zuschauer sollen anfangs mit Fragen aufgelockert werden, beispielsweise ob sie sich schon entschieden haben oder nicht. Entschiedene sollen aufstehen oder umgekehrt.

Und hier h├Ârt der Spa├č auf, auch wenn er vielleicht gerade angefangen hat.

Die B├╝rgerbefragung mag rechtlich nicht verbindlich sein. Die Aufforderung aber, sich irgendwie, ob verbal oder durch aufstehen oder durch sitzenbleiben zu ├Ąu├čern, wie man abstimmen will, ist schlicht und ergreifend ein Eingriff ist das Recht auf allgemeine, unabh├Ąngige und vor allem geheime Wahlen.

Die B├╝rgerbefragung ist keine Wahl – aber selbst die Gemeinde lehnt sich bei der Befragung ans Kommunalwahlrecht an. Und das ist gut so.

Die Versuche des B├╝rgermeisters und der von ihm bezahlten IFOK, einem auf Image-Polituren spezialisierten Unternehmen, werden nicht erst langsam geschmacklos, sie sind es bereits schon l├Ąnger.

Wenn die Heddesheimer jetzt auch noch Gymnastik machen und dabei Farbe bekennen sollen, kann man gleich verlangen, sie sollen sich zum Affen machen.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.