Donnerstag, 18. August 2022

Eiszeit

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Guten Tag!

Heddesheim, 18. August 2009. Endlich reden BĂŒrgermeister Michael Kessler und die IG neinzupfenning miteinander – heraus kommt ein weiteres MissverstĂ€ndnis. Die Lage ist vollkommen verfahren.

Kommentar: Hardy Prothmann

Keiner hat wirklich erwartet, dass der BĂŒrgermeister und die IG nach ihrem ersten GesprĂ€ch Freude strahlend vor die TĂŒr treten wĂŒrden und verkĂŒnden: Alles wird gut.

Zumindest ein wenig Hoffnung hatten aber viele, dass wenigstens ein symbolisches Aufeinanderzugehen möglich sein könnte. Ein Handschlag, eine Geste, ein guter Wille.

Dem war nicht so. Die IG schildert eine „unterkĂŒhlte AtmosphĂ€re„, der BĂŒrgermeister beschreibt in seiner Stellungnahme eine „sachliche AtmosphĂ€re“ – was so oder so dasselbe heißt.

Beide Seiten finden keine Worte, die auch nur den geringsten Anlass zu der Annahme geben, das dieses GesprÀch etwas gebracht hat.

Außer einem MissverstĂ€ndnis, dass der BĂŒrgermeister gerne glauben wollte, die IG wĂŒrde am IFOK-„Dialog“ teilnehmen.

Die IG hat ihre Teilnahme an Bedingungen geknĂŒpft. Der BĂŒrgermeister will sich keine Bedingungen stellen lassen. Das ist eine definitiv unlösbare Situation.

Die IG hat den Schritt gemacht und hat sich auf ein nicht-öffentliches GesprĂ€ch mit dem BĂŒrgermeister eingelassen. Eigentlich muss man von Herr Kessler erwarten, dass er auch einen Schritt tut.

Auch wenn er aus seiner Sicht bei der Wahl des Moderators nicht mit sich reden lÀsst. Er hÀtte wenigstens irgendeinen Vorschlag machen können. Irgendein Zeichen geben können, dass er willens ist, die verfahrene Situation zu entschÀrfen.

Soweit ist Michael Kessler aber noch nicht. Er kann bis heute nicht zeigen, dass er auch ein BĂŒrger ist. Er kann nicht zeigen, dass er ein Meister seiner BĂŒrger ist, indem er sich klĂŒger und umschauender verhĂ€lt, als viele, die seit Monaten mit Scheuklappen durch die Gegend laufen.

Was der BĂŒrgermeister Michael Kessler zur Zeit versucht – ist ein Spagat. Nur widerwillig hat er sich auf einen „Dialog“ einlassen. FĂŒr viel Geld. In den ihm genehmen Medien gibt er sich bĂŒrgermeisterlich und rudert zurĂŒck und muss sich sogar anhören, dass er „seine kleine Welt nicht mehr versteht„.

Im TagesgeschĂ€ft aber bleibt BĂŒrgermeister Kessler stur und uneinsichtig. Und enttarnt seine zaghaft neue entdeckte BĂŒrgernĂ€he als Maske.

Das eröffnet der IG neinzupfenning neue Möglichkeiten – und wie es scheint, will dieser lose Verbund von BĂŒrgern und Gewerbetreibenden, die teils eigene, teils ĂŒbergeordnete Interessen vertreten, nicht locker lassen.

Das Verhalten dieses BĂŒrgermeisters scheint neuen Schwung in den Widerstand gegen das „Pfenning“-Projekt gebracht zu haben, dass schon lange nicht mehr nur ein Widerstand gegen die geplante „Pfenning-Ansiedlung“ ist, sondern gegen den BĂŒrgermeister und Teile des Gemeinderats, die fest entschlossen sind, nicht wahrhaben zu wollen, dass die BĂŒrger diesen KlĂŒngel um des KlĂŒngels willen nicht mehr wollen.

Es bleibt mitten im Hochsommer bei der politischen Eiszeit in Heddesheim.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.