Samstag, 28. Mai 2022

„Man darf gespannt sein“

Print Friendly, PDF & Email

Offener Brief an den Mannheimer Morgen

von Helle Sema

Liebe Frau Görlitz,

schön, dass Sie wieder da sind. Waren Sie in Urlaub? Ich denke mal schon und hoffe, Sie haben sich gut erhohlt.

GeÀrgert haben Sie sich sicherlich, dass Sie Urlaub machen mussten, wo doch in unserem Heddesheim so viel los war.

Aber was passiert ist, können Sie ja Gott sei Dank hier auf dem heddesheimblog nachlesen.

Ich habe heute ihren Kommentar gelesen, leider erst jetzt, weil ich vorher keine Zeit hatte. Sie schreiben da: „Die FDP und CDU stehen GrĂŒn und Rot nun in gleicher StĂ€rke gegenĂŒber: eine Elf gegen die andere.“

Das geht so nicht, Frau Görlitz. Also stilistisch schon mal nicht: Entweder stehen Schwarz und Gelb den anderen Farben gegenĂŒber oder die Parteien eben, dann aber korrekt nach der GrĂ¶ĂŸe: CDU und FDP. Ansonsten denkt man noch, die FDP sagt der CDU wo es langgeht. Soweit sind wir in der Heddesheim nicht, noch nicht.

Und inhaltlich, Frau Görlitz, inhaltlich, geht das ja schon mal gar nicht. So wie der Herr Prothmann seit Wochen die CDU berechtigterweise in der Mangel hat, glauben Sie doch nicht im Ernst, dass es da zu einer „Mannschaft“ kommt?

Vielleicht rechnen Sie aber auch damit, dass Herr Prothmann schnell hinschmeißt und dann wieder Frau Pilarczyk kommt? Ich habs eben recherchiert, der Prothmann denkt nicht dran. Und haben Sie auch Frau Kemmet gefragt, ob die mit der CDU kicken will?

Wie also soll da eine „Elf“ zusammenkommen?

Auch das mit der Elf…. ist so ne Sache, Frau Görlitz. Ich verstehs ja, aus 11 macht Elf und schon hat man zwei Mannschaften. Die Idee hat was, passt aber kaum zu einem ĂŒberwiegend doch Ă€lteren Gemeinderat, in dem zudem drei Frauen sitzen (nur drei!).

Oder ist ihre nĂ€chste Idee, dass die nicht mehr abstimmen, sondern alles auf dem Platz unter sich ausmachen? Die HĂ€lfte wĂŒrde keine 90 Minuten ĂŒberleben und die sind doch schließlich fĂŒr fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt.

Andererseits, so von Kommentator zu Kommentatorin, also quasi unter KollegInnen: Es fĂ€llt einem halt auch nicht immer was ein. Ist wie beim Fußball, der Basti ist ja auch nicht immer torgefĂ€hrlich. Aber er schießt auch nicht so viele Eigentore wie…

Nein, das schreib ich jetzt nicht, wer mir alles dazu einfÀllt.

Und lesen Sie noch Mal die SchlĂŒsse ihres Kommentars: Da bemĂ€ngeln Sie, dass es den „ĂŒbrigen Parteien“ nicht passt, dass die „Pfenning-Gegner“ gewĂ€hlt wurden. Das ist unscharf. Eigentlich geht es nur um eine Partei, die CDU. Immerhin ist ein profilierter Pfenning-Gegner Herr Bowien, der sitzt bei der SPD, die GrĂŒnen haben sowieso sechs von sechs Gegnern und der Prothmann ist auch kein Freund des Projekts und ist auf der FDP-Liste gewĂ€hlt worden.
„ÃƓbrig“ bleibt also nur die CDU oder die ĂŒbrigen GemeinderĂ€te. Aber ich will ihnen jetzt ihren Text nicht neu schreiben.

Und Sie schreiben, dass „es zweitens (den „ĂŒbrigen“) nicht gelungen sei, sich mit „sonstigen“ Themen zu „profilieren“. Das stimmt, aber dann schreiben Sie: „Das allerdings muss vielen jener neuen GemeinderĂ€te….auch erst einmal gelingen.“ Wieso mĂŒssen die jetzt fĂŒr die „ĂŒbrigen“ den Karren aus dem Dreck ziehen, frage ich mich da.

Eines ĂŒbrigens ist den „Neuen“ schon gelungen: Sie haben ein paar der „Alten“ ersetzt. Und ich bin wirklich gespannt drauf, wie der Rest der „Alten“ damit zu Recht kommt.

Ihr Helle Sema

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.