Dienstag, 05. Juli 2022

In eigener Sache: Vertraulichkeiten

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Guten Tag!

Heddesheim, 05. August 2009. Das heddesheimblog zitiert heute aus einem Papier, dass auf sechszehn Seiten deutlich sichtbar den Ausdruck „vertraulich“ trĂ€gt. Ist das erlaubt? Ist das nicht „gesetzeswidrig“? Ist das am Ende „strafbar“?

Ein Jurist hat mir mal gesagt: „Es ist alles erlaubt, was a) nicht angeklagt und b) nicht verurteilt wird. Gesetze spielen dabei erst Mal keine Rolle.“

Der Volksmund kennt den Spruch: „Wo kein Richter, da kein Urteil.“

Das heddesheimblog steht fĂŒr intensive Recherche und einen modernen Journalismus. Modern heißt: dieser Journalisms benutzt alte und neue Medien, neue Kommunikationsformen, bedient sich aber der bewĂ€hrten handwerklichen FĂ€higkeiten und achtet auf Regeln.

Eine handwerkliche FĂ€higkeit ist Recherche. Die gefĂ€llt nicht jedem – manchem Journalisten nicht, denn sie macht viel Arbeit. Aber auch manchen Personen oder Firmen nicht, den gut recherchierte Geschichten machen vor allem denen Probleme, die etwas zu verbergen haben.

BewĂ€hrte Regeln sind: Respekt der PrivatspĂ€hre, Halten an Abmachungen, immer auch die Gegenseite hören oder es zumindest versuchen und einige mehr. Und die wichtigste aller Regeln: Quellen genießen absoluten Schutz. Quellen – das sind Personen, die Journalisten mit ihrem (oft internen) Wissen bei der Recherche unterstĂŒtzen. Journalisten können sich zum Schutz ihrer Quellen auch vor Gericht auf das „Zeugnisverweigerungsrecht“ berufen, Ă€hnlich Pfarrern, Ärzten und RechtsanwĂ€lten.

Das heddesheimblog hat sich bei diesem Artikel nicht an die „Vertraulichkeit“ gehalten. Wieso nicht? Ganz einfach: Das heddesheimblog hat keine Vertraulichkeit in dieser Sache mit der IFOK vereinbart. Die hat das zwar ins Papier geschrieben, aber nicht um eine BestĂ€tigung gebeten.


Die IFOK ist auch keine Quelle, die es zu schĂŒtzen gilt, sie ist kein Amt, keine Institution, keine Behörde, kein Gremium wie der Gemeinderat und schon gar kein „Whistleblower„, der persönliche Nachteile befĂŒrchten muss.

Zudem hat jeder „Dialog“-Teilnehmer auf Nachfrage des heddesheimblogs zugestimmt, zitiert werden zu können. Bei der 2. Sitzung war auch der Mannheimer Morgen anwesend, ein zweites Medienunternehmen, dass Öffentlichkeit herstellt.

Die angeblich 20 in diesem Papier zusammengefassten Interviews sind anonymisiert. Aus den Interviewpassagen haben wir nicht zitiert, weil es darĂŒber eine Vereinbarung gibt – an die wir uns halten. Die gegliederten ÃƓbersichten hingegen sind Argumentesammlungen, die in unseren Augen absolut keiner wie auch immer gearteten „Vertraulichkeit“ unterliegen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.