Freitag, 10. Juli 2020

IFOK legt Protokoll der 2. „Dialog“-sitzung vor


Guten Tag!

Heddesheim, 11. August 2009. Die von der Gemeinde Heddesheim mit der Moderation eines „Dialogs“ beauftragte PR-Firma IFOK hat das Protokoll der 2. Sitzung vom 29. Juli 2008 vorgelegt.

Das heddesheimblog dokumentiert das Protokoll f├╝r seine Leserinnen und Leser. Das Protokoll gibt eine Zusammenfassung wieder, die nach den Programmpunkten (die wurden kurzfristig ver├Ąndert, Anm. d. Red.) gegliedert ist. Am Ende des Textes finden Sie einen Link zum Download.

Im Protokoll werden der Gesch├Ąftsf├╝hrer der KMP Holding GmbH („Pfenning“), Uwe Nitzinger, der von Pfenning beauftragte Architekt G├╝nter Kr├╝ger sowie B├╝rgermeister Michael Kessler mehrfach zitiert. Andere Teilnehmer hei├čen nur „Teilnehmer“, obwohl diese zugestimmt haben, w├Ârtlich zitiert zu werden.

Pr├Ąsentation und Behauptungen – kaum Fakten

Unter Top 2, ab Seite 4, des PDF-Dokuments k├Ânnen Sie die Pr├Ąsentation des geplanten Projekt aus Sicht des Architekten nachlesen. Dabei handelt es sich ├╝berwiegend um Behauptungen, nicht um Fakten.

Dazu finden sich Fotos und Projektzeichnungen, deren Legenden aber nicht lesbar sind. Die Fotos vermitteln den Eindruck, als w├╝rde Pfenning „in der Landschaft verschwinden“, das gilt aber ebenso f├╝r die Kircht├╝rme und die Hochh├Ąuser in Heddesheim.

Standpunkte – keine Perspektiven

Auf Seite 11 und 12 k├Ânnen Sie die Diskussion zur „Zukunftsperspektive Heddesheims“ nachlesen. Sie ist stark verk├╝rzt und entspricht weder den tats├Ąchlichen Redezeiten noch der Heftigkeit der gef├╝hrten Diskussionen.

Das Protokoll bezeichnet beispielsweise den „Ausraster“ von Nitzinger als kontrovers.

Ein konstruktiver Austausch ├╝ber die Zukunftsperspektive Heddesheims fand im Wesentlichen nicht statt. Es ging in dieser Diskussion um Standpunkte und nicht um die Erarbeitung von Fakten und der Entwicklung einer Perspektive.

Erw├Ąhnt wird auch eine „kontroverse Diskussion…├╝ber einen Artikel….wiederholte Nachfragen…Herr Nitzinger betont, dass Pfenning in letzter Konsequenz alle Verhandlungen gewonnen hat.“

Dazu schrieb der Mannheimer Morgen:

23. Februar 2001
Pfenning-Fahrer geh├Âren zur PF
Arbeitsgericht Darmstadt gibt Gewerkschaft Recht

„Das Darmst├Ądter Arbeitsgericht hat ein Machtwort gesprochen: Die Arbeitnehmer der fr├╝heren Pfenning Spedition GmbH haben einen Besch├Ąftigungsanspruch gegen die Firma PF United Logistics Spedition GmbH. Es liegt ein Betriebs├╝bergang von der Pfenning Spedition auf die PF United vor.“

Das heddesheimblog hat mit seinem Vertreter Hardy Prothmann im „Dialog“-Kreis nicht einen Artikel angesprochen, sondern sehr viele, die allesamt im Mannheimer Morgen zu Pfenning erschienen sind. Darin ist von „Wild-West-Manieren“ zu lesen, von undurchsichtigen Firmengeflechten und der „Missachtung der Rechte anderer“.

Herr Uwe Nitzinger war dazu, freundlich gesagt, „not amused“.

Das heddesheimblog pr├╝ft zur Zeit die Aussage Herrn Nitzingers, ob tats├Ąchlich „in letzter Konsequenz alle Verhandlungen“ gewonnen wurden.

Im Anschluss an den „Dialog“-Kreis hatte das heddesheimblog Herrn Nitzinger gebeten, doch bei der Kl├Ąrung mitzuhelfen und die entsprechenden Klagen und Urteile der Redaktion zur Verf├╝gung zu stellen, die diese Aussage belegen.

Das ist bis heute nicht geschehen.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Hier finden Sie die Artikel des Mannheimer Morgen zu Pfenning als Zusammenfassung. Die Artikel sind auch online abzurufen. Als Abonnent haben Sie die M├Âglichkeit, ihre Zugangsdaten einzugeben, ansonsten k├Ânnen Sie einen Tagesschl├╝ssel aus der Zeitung verwenden:

Archivrecherche MM: „Pfenning ist ein bedeutendes Unternehmen. Was hei├čt bedeutend?“

Protokoll IFOK: Protokoll „Dialogkreis“ Heddesheim 2. Sitzung

Kurz nach der Archivrecherche bei Mannheimer Morgen zur Frage, „Was hei├čt bedeutend?“ und der ├â┼ôberlegung, ob sich seit den Jahren 2000-2001 beim Unternehmen „Pfenning“ etwas ge├Ąndert haben k├Ânnten, hat das heddesheimblog ein Interview mit der Gewerkschaft verdi in Hessen gef├╝hrt:
„Pfenning ist ein Tariffl├╝chtling“
Der „Pfenning“-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger sagte dazu im „Dialogkreis“: „Das ist doch absurd. Wir waren niemals Teil der Tarifgemeinschaft, also k├Ânnen wir auch kein Fl├╝chtling sein.“

„Die Pressemitteilung ist l├╝ckenhaft und falsch“


Guten Tag!

Heddesheim, 1. August 2009. Der freie Journalist Hardy Prothmann nimmt f├╝r das heddesheimblog am so genannten „Dialog„-Kreis teil. Diesem Kreis geh├Âren etwa 20 Personen an, die bis auf einen B├╝rger alle pers├Ânliche, gesch├Ąftliche oder politische Interessen verfolgen.

Der Mannheimer Morgen hat ├╝ber den „zweiten Dialogkreis“ einen Artikel geschrieben und schreibt zum Schluss des Textes: „Am Ende der Sitzung verfassten die Teilnehmer eine gemeinsame Pressemitteilung, mit der sich Hardy Prothmann inhaltlich nicht einverstanden erkl├Ąrte.“

Das heddesheimblog ver├Âffentlicht hier die kommentierte Pressemitteilung und listet darin die Gr├╝nde auf, warum Hardy Prothmann nicht bereit war, dieser zuzustimmen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wie der „Dialog“ abl├Ąuft, bestimmt die IFOK, ein von der Gemeinde Heddesheim teuer bezahltes PR-Unternehmen. Das angebliche Ziel dieser Gespr├Ąchsrunde steht in der Pressemitteilung:

„Ziel des Dialogkreises ist es, Fakten zu diskutieren und zu sammeln, an die B├╝rger zur├╝ckzugeben und ihnen somit eine Entscheidungsgrundlage in der Frage der geplanten Ansiedlung des Logistik-Unternehmens Pfenning zu geben.“

Diese Behauptung ist nichts anderes als eine massive T├Ąuschung der ├ľffentlichkeit. Egal, wie viele Fakten die B├╝rger haben – die B├╝rger haben nichts zu entscheiden – sie k├Ânnen sich nur eine Meinung bilden. Allein der Gemeinderat entscheidet ├╝ber das Projekt.

Bei der zweiten Sitzung zeigte sich der Moderator Andreas Ingerfeld heillos ├╝berfordert. Manche Gespr├Ąchsteilnehmer lie├č er ├╝ber zehn Minuten am St├╝ck reden. Bei anderen lie├č er zu, dass diese mehrfach in ihrer Wortmeldung unterbrochen wurden.

Au├čerdem durften Bef├╝rworter des Projekts nach Belieben und nicht in der Reihenfolge der Wortmeldungen das Wort ergreifen. Es handelte sich also nicht um einen moderierten, sondern um einen chaotischen „Dialog“.

Die vorgelegte Pressemitteilung ist ebenfalls als T├Ąuschung der ├ľffentlichkeit zu bewerten. Entscheidende Teile und Aussagen des „Dialogs“ fehlen, Nebenaspekte werden hervorgehoben.

Dieser „Dialog“ wird nicht kontrovers, sondern chaotisch gef├╝hrt

├â┼ôber das Chaos und die Anfeindungen w├Ąhrend der Veranstaltung wird nur ein Wort verloren: „Kontrovers“ sei die Diskussion gewesen. Der Inhalt des Textes informiert nicht im Ansatz dar├╝ber, wie heftig es teilweise zuging.

Es steht auch nichts darin, wie der B├╝rger Heinz Franke durch den B├╝rgermeister und Herr Nitzinger angegriffen wurde. Herr Franke hat Gr├Â├če gezeigt und Haltung bewahrt.

Der Mannheimer Morgen schreibt: „Am Ende der Sitzung verfassten die Teilnehmer eine gemeinsame Pressemitteilung, mit der sich Hardy Prothmann inhaltlich nicht einverstanden erkl├Ąrte.

Diese Information ist nur fast richtig. Tats├Ąchlich richtig ist: Eine Mitarbeiterin der IFOK hat die Pressemitteilung verfasst, die an zwei oder drei Stellen von den zitierten Personen ein wenig ver├Ąndert wurde. Und das nach ├╝ber drei Stunden Sitzung, gegen 21:45 Uhr – die meisten wollten nur noch nach Hause. Im Krimi unterschreibt in dieser Situation fast jeder ein „Gest├Ąndnis“.

Fatal ist, dass mit dieser „gemeinsamen Pressemitteilung“ nach au├čen so getan wird, also herrschte eine „├â┼ôbereinkunft“ ├╝ber die Inhalte. Der Tag wird kommen, an dem „interessierte Kreise“ diese „gemeinsamen Pressemitteilungen“ verwendet werden, um zu beweisen, dass es diese „├â┼ôbereink├╝nfte“ gab.

Jeder, der dann nicht mehr zustimmen will – macht sich unglaubw├╝rdig. Das ist Teil der Strategie dieses „Dialogs“.

Ebenfalls nur fast zutreffend ist: Ich war nicht nur nicht einverstanden, ich habe die Pressemitteilung abgelehnt.

Warum, hat mich der Mannheimer Morgen nicht gefragt, obwohl die Autorin, Frau G├Ârlitz, daf├╝r ausreichend Gelegenheit gehabt hat.

Lesen Sie dazu auch:
Kommentar: Der Dialog ist keiner – weil er nicht gew├╝nscht ist
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch – Erregte Diskussion II
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch – Erregte Diskussion I
Bericht: Das „Pfenning“-Projekt aus Sicht des Planers
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch mit neuen Programmpunkten

Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch mit neuen Programmpunkten

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Die eigentlich geplante Vorstellung des Verkehrsgutachtens beim zweiten „Dialog“-Gespr├Ąch zur geplanten „Pfenning-Ansiedlung“ fiel aus – ebenso wie der Programmpunkt ├ľkologie. Daf├╝r gab es neue G├Ąste.

Urspr├╝nglich waren f├╝r die zweite Sitzung des „Dialog“-Kreises zur geplanten Pfenning-Ansiedlung andere Programmpunkte geplant als gestern besprochen: 1. „Was ist Teil des Gutachtens Verkehrsbelastung?“ und 2. „Fragen zum Thema ├ľkologie“.


Am Freitag (24. Juli 2009) der vergangenen Woche k├╝ndigte der „Moderator“ des „Dialogs“, das PR-Unternehmen IFOK, die Vorstellung des „fr├╝hzeitig vorliegenden Verkehrsgutachten“ als neuen Tagungspunkt an.

Dar├╝ber berichtete das heddesheimblog am 26. Juli 2009.

Tats├Ąchlich war der Verkehrsgutachter Stefan Wammetsberger aber pl├Âtzlich unp├Ąsslich und konnte auch keine Vertretung schicken. Deswegen wurde dieser Programmpunkt gestrichen.

Auch der Tagungspunkt „Fragen zur ├ľkologie“ wurde gestrichen und durch die Vorstellung des Projekts durch den Planer G├╝nter Kr├╝ger ersetzt.

Zuvor wurde ein neuer Gast in der Runde vorgestellt: Pfarrer Dierk Rafflewski f├╝r die evangelische Kirchengemeinde.

Ein weiterer Gast hatte sich in den Zuschauerraum gesetzt: Christoph Schaefer, ein Heddesheimer B├╝rger. Der hatte durch die Berichterstattung verstanden, dass die Veranstaltung ├Âffentlich sei.

Nachdem festgestellt wurde, dass dies falsch verstanden worden sei wurde Herr Schaefer nach kurzer Diskussion trotzdem als B├╝rger mit an den Tisch gebeten.

Lesen Sie hier weiter: Das Pfenning-Projekt aus Sicht des Planers

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