Samstag, 25. November 2017

Wieso gibt man sich in Heddesheim mit Nicht-Information zufrieden?

Manipulierte ├ľffentlichkeit

Heddesheim, 08. M├Ąrz 2014. (red) Was die Zeitung berichtet, ist die Wahrheit. Ist das so? Das glauben wirklich nur noch sehr naive Menschen.

Informationen, die nicht berichtet werden, sind oft entscheidender. Denn was nicht ├Âffentlich wird, das hat auch nicht stattgefunden.
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"Ent"t├Ąuschende "Berichterstattung"

Geprothmannt: Bagatell- vs. Kollateralschaden

Bleiben am Ende nur noch Tr├╝mmer? Journalismus war mal ein angesehener Beruf - heute ist das Image besch├Ądigt. Archivbild

 

Mannheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 18. Juni 2012. (red) Es gibt einen Brand, die Feuerwehr l├Âscht diesen schnell. Der Schaden bleibt eigentlich ├╝berschaubar und doch nicht. Das „Opfer“ ist das „Scheck In-Center“ in Viernheim. Aber es kommt noch ein weiteres hinzu, dass mit allem gar nichts zu tun hat: Die Bev├Âlkerung. Der Schadensverursacher: Journalisten. Der Schaden: Glaubw├╝rdigkeitsverlust in unbekanntem Ausma├č.

Von Hardy Prothmann

Der Ruf von Journalisten ist nicht der beste. Vollkommen zurecht. Sie fragen sich jetzt, wieso ein Journalist dem eigenen Berufsstand ein schlechts Zeugnis ausstellt? Die Antwort ist ganz einfach: Nur wenn man sich nach vorne verteidigt, kann man hoffen, weitere Sch├Ąden zu verhindern. Das ist durchaus egoistisch gedacht. Denn ich und meine Mitarbeiter achten sehr auf bestm├Âgliche Qualit├Ąt unserer Informationen – egal, ob wir ├╝ber leichte Themen wie Feste und Aktivit├Ąten berichten oder ├╝ber anspruchsvolle wie Kultur und Wirtschaft oder Politik und Sport.

Ganz klar machen auch seri├Âse Journalisten Fehler. Wenn diese passieren, sollten die Leserinnen und Leser aber dar├╝ber informiert werden. Doch das tun die meisten Medien nicht. Auch klar: Wenn wir einen Rechtschreibfehler entdecken oder auf Fehler hingewiesen werden, verbessern wir den auch ohne eine Korrekturmeldung, wenn es sich um eine Bagatelle handelt. Berichte mit kapitalen Fehlern legen wir in der Kategorie „Korrektur“ ab, damit Leserinnen und Leser sofort und ohne lange Suche eine zun├Ąchst fehlerhafte Berichterstattung sowie die Korrektur finden k├Ânnen. Auf dem Heddesheimblog sind dort seit dem Start vor drei Jahren „nur“ acht von ├╝ber 2.500 Berichten als fehlerhaft gekennzeichnet. Wir ├Ąrgern uns ├╝ber jeden Fehler und haben diese korrigiert.

Falscher Eindruck vermittelt

Der Mannheimer Morgen hat aktuell ├╝ber einen Brand im Viernheimer Scheck In-Center „berichtet“. Der „Bericht“ ist mit dem K├╝rzel „bhr“ gekennzeichnet. Der unbedarfte Leser denkt jetzt: „Ok, jemand, dessen Namen mit bhr abgek├╝rzt wird, war vor Ort oder nach sich zumindest telefonisch oder auf anderem Weg die Informationen besorgt, gepr├╝ft und dann seinen Bericht verfasst.“ Doch dieser naheliegende Gedanke ist in diesem Fall und leider viel zu oft ein Fehler. Denn kein Journalist des MM war vor Ort und es wurde auch sonst nichts recherchiert.

Tats├Ąchlich wurde also keine „journalistische Leistung“ erbracht. Durch das geschickte Setzen von An- und Abf├╝hrungszeichen liest sich der Text, als habe „bhr“ mit dem Pressesprecher der Feuerwehr Viernheim gesprochen, denn er zitiert ihn ja „w├Ârtlich“. Tats├Ąchlich ist dieser Eindruck aber eine T├Ąuschung. Auf Nachfrage best├Ątigte uns der Pressesprecher Andreas Schmidt, dass er mit niemandem vom MM in dieser Sache gesprochen hat:

Die haben automatisch eine email mit dem Pressetext bekommen, wie alle Redaktionen, die das wollen.

Ist die Nachricht aber falsch? Ja und nein. Sie erweckt den falschen Eindruck, als habe der Journalist mit dem Pressesprecher gesprochen. Und sie erweckt den Eindruck, der Journalist habe selbst├Ąndig recherchiert und den Bericht selbst verfasst. Die Fakten sind aus Sicht der Feuerwehr sicher zutreffend. Die Mutma├čung ├╝ber die Schadensh├Âhe ist es nicht.

Die Originalmeldung der Feuerwehr. Quelle: FFW Viernheim

 

Die geguttenbergte Version im Mannheimer Morgen. Quelle: SHM

Geguttenbergter Journalismus ist Betrug am Leser

Diese Form „journalistischer“ Arbeit ist g├Ąngig in vielen Redaktionen: Bei Zeitungen, Magazinen, im Radio und Fernsehen und im Internet. Man nimmt frei zug├Ąngliche Informationen, „etikettiert“ sie ein wenig um und schon hat man einen „eigenen“ redaktionellen Bericht. Das ist und bleibt Betrug am Leser.

Sie fragen sich, warum das passiert? Warum andere Redaktionen so verfahren? Warum es nicht alle ehrlich und transparent wie wir mit unseren Blogs berichten? Fragen Sie die Redaktion Ihres Vertrauens. Ich versichere Ihnen, man wird Sie nicht sonderlich ernst nehmen. Erst, wenn Sie das Abo k├╝ndigen wollen.

Wir tun das, was eigentlich eigentlich selbstverst├Ąndlich sein sollte. Wir benennen n├Ąmlich immer deutlich die Quelle, wie auch in diesem Fall ist der Text mit „Information der Feuerwehr Viernheim“ klar gekennzeichnet worden. Das hat mehrere Gr├╝nde. Der wichtigste: Wir respektieren die Arbeit von anderen. Wir schm├╝cken uns nicht mit „fremden Federn“. Der n├Ąchste Grund ist: Wo bei uns „Redaktion“ draufsteht, ist auch Redaktion drin. Daf├╝r sind wir verantwortlich. Und ein ebenfalls sehr wichtiger Grund ist: Wir k├Ânnen nur daf├╝r einstehen, was wir selbst recherchiert haben. Wir wollen uns weder fremde Inhalte aneignen, noch darin enthaltene Fehler.

Der Einsatzbericht der Feuerwehr beispielsweise ist ├╝berwiegend korrekt – hat aber den Eindruck eines gro├čen Schadens hinterlassen. Viele Kunden blieben heute deswegen dem Markt fern. Wir haben die Meldung ebenso gebracht, waren aber bis 14:00 Uhr das einzige Medium, das einen Reporter vor Ort hatte, um sich ein Bild zu machen und haben danach umgehend berichtet, dass es f├╝r Kunden keine Einschr├Ąnkungen gibt und der Schaden eher ├╝berschaubar ist.

Au├čerdem konnten wir recherchieren, dass in diesem Fall wohl eine „Klarstellung“ in der morgigen Ausgabe der Zeitung folgen soll – man darf gespannt sein. Denn die Scheck In-L├Ąden geh├Âren zur Edeka-Gruppe. Und dort ist man „not amused“ ├╝ber den scheinbar redaktionellen Bericht im Mannheimer Morgen. Die Edeka selbst ist ein sehr gro├čer Kunde der Zeitung und d├╝rfte pro Jahr Anzeigen im Wert von einigen Millionen Euro bei der Zeitung schalten. Ich versichere Ihnen, dass man bei der Zeitung in diesem Fall den ├ärger sehr ernst nimmt. Aber nicht, weil man „journalistisch“ besser oder wenigstens „korrekt“ arbeiten will, sondern um den Umsatz nicht zu gef├Ąhrden.

Bagatell- vs. Kollateralschaden

Nach dem Brand ist im Scheck In – anders als im Feuerwehrbericht gemutma├čt – nur ein „Bagatellschaden“ entstanden. Dieser Schaden wurde unn├Âtig durch Umsatzausf├Ąlle f├╝r das Unternehmen vergr├Â├čert. Der gro├če Kollateralschaden entsteht aber durch den allt├Ąglichen Guttenberg-Journalismus, bei dem nach Lust und Laune geklaut und abgekupfert, umetikettiert und abgeschrieben wird. Sie halten diesen „Fall“ f├╝r eine Bagatelle? Ist er nicht, weil er nur ein Beispiel f├╝r eine systematische T├Ąuschung vieler Mediennutzer ist. (Haben Sie die „Jogi“-F├Ąlschung bei der EM mitbekommen? Das ZDF zeigte eine „Live-Berichterstattung“, in die Aufnahmen hineingeschnitten wurden, die vor dem Spiel, also nicht „live“ entstanden sind. Das hat zu heftiger Kritik gef├╝hrt. FAZ: „Die Regie spielt falsch„)

Einen Brandschaden kann man beseitigen – eine besch├Ądigte Glaubw├╝rdigkeit ist nur schwer wieder zu bereinigen.

Darunter leiden aber nicht nur die Schummler, sondern auch alle, die sich gr├Â├čte M├╝he geben, einen herausragende oder zumindest ehrlichen Journalismus zu bieten. Leider tun das immer weniger und der f├╝r die Gesellschaft und Demokratie so wichtige Journalismus verliert weiter an Ansehen. Da k├Ânnen sich Politiker und Journalisten die Hand geben – aber es gibt auch in der Politik „anst├Ąndige“ Leute.

Die Leserinnen und Leser k├Ânnen ebenso wie Unternehmen aber deutlich machen, ob sie Qualit├Ąt wollen oder nicht.

Bei einer Wahl macht macht das mit einer Stimme. Im Markt hat man auch Macht: Minderwertige Produkte kann man abbestellen oder muss sie nicht kaufen. Und Werbung kann man im glaubw├╝rdigen Umfeld schalten, wo sie auch am besten wirkt.

Weitere Informationen:

Wie aus einer gemeindlichen Pressemitteilung ein Redakteursbericht wird, lesen Sie hier: „Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?

Wie die RNZ einen PR-Text eines Politikers zu einem Redakteursbericht macht, lesen Sie hier: „Nachgefragt: Wie wird aus einer politischen PR-Meldung ein redaktioneller Text in der RNZ?

In Sachen Guttenberg war die mediale Emp├Ârung gro├č. Dabei sind viele Medien selbst sehr erfahren in Plagiaten. „Plagiator-Formel: Dreist, dreister, Journalist ÔÇô wie Tageszeitungen tagt├Ąglich ÔÇťbeschei├čenÔÇŁ

Ein unabh├Ąngiger Reporter berichtet ├╝ber eine SPD-Hauptversammlung. Weit gefehlt. Der Reporter ist selbst Mitglied im Ortsverein. „Was von der Berichterstattung der RNZ unter dem K├╝rzel ÔÇťstuÔÇŁ zu halten ist

Auch wir machen Fehler – und reagieren angemessen: „Urheberrecht vermutlich missachtet

 

Anm. d. Red.: Um Missverst├Ąndnissen vorzubeugen: Die Freiwillige Feuerwehr wird ausdr├╝cklich nicht kritisiert. Die hat wie so oft ihren Job gemacht und einen gr├Â├čeren Schaden verhindert.

Geprothmannt: Die Bundespr├Ąsidenten und die Meinungsfrage

Die Medien, die Macht und die Moral

Joachim Gauck soll der 11. Bundespr├Ąsident werden. Es gibt Kritik an ihm, aber auch Hoffnung. Jeder entscheidet sich selbst ├╝ber seine Meinung aufgrund von Informationen. Bild: J. Patrick Fischer. BY-SA CC 3.0 Wikipedia

 

Rhein-Neckar, 23. Februar 2012. (red) Neben der Debatte um Wulff und Gauck wird auch eine ├╝ber die Rolle der Medien gef├╝hrt. Wie viel Macht haben sie? Wie viel Moral? Was d├╝rfen Medien, was nicht? Diese Fragen und das Suchen von Antworten begleiten die Debatte um „den“ Bundespr├Ąsidenten und das ist gut so. Medien sollen kontrollieren und meinungsf├Ârdernd sein – aber sie m├╝ssen auch kontrolliert werden: Man darf sich durch sie eine Meinung bilden und eine Meinung zu ihnen haben.

Von Hardy Prothmann

Was rauschte der Bl├Ątterwalt, was wurde nicht alles gepostet – zu Wulff und Gauck? Zum zur├╝ckgetretenen 10. und zum designierten 11. Bundespr├Ąsidenten.

Und parallel zum unw├╝rdigen Verhalten des Vorteilspr├Ąsidenten Wulff wurde das Verhalten der Medien diskutiert. Gut oder schlecht? M├Ąchtig oder ├╝bersch├Ątzt?

Und mit der Entscheidung f├╝r Gauck kam der angebliche „shitstorm“ in den sozialen Netzwerken, falsche oder verf├Ąlschte Quellen und Zitate bei elektronischen Medien. Behaupten vor allem „traditionelle“ Medien.

Kritik vs. Kritik

Kritik folgte auf Kritik. Aber nicht vorurteilsfrei, sondern verurteilungsfreudig. Meinungsmache vs. „Meinung haben“. Standpunkt vs. Polemik – je nachdem, aus welcher Perspektive man die Debatten ├╝ber den zur├╝ckgetretenen und vermutlich k├╝nftigen Bundespr├Ąsidenten eben hat, haben kann, haben will.

Hardy Prothmann, verantwortlich f├╝r dieses Blog, tritt f├╝r subjektiv-objektiven Journalismus ein: Seine Meinung auf Basis von Fakten finden und ├Ąu├čern.

Diese Debatten sind sehr erstaunlich: W├Ąhrend viele B├╝rger die Macht der Meinungsmacher, also der (traditionellen) Medien thematisieren, thematisieren (traditionelle) Medien die ├äu├čerungen von B├╝rgerinnen und B├╝rgern als unzul├Ąssig, unprofessionell und als „shitstorm“.

Und „schuld“ daran ist dieses Internet: Ein Medium ohne zentrale Struktur, ohne Redaktionsschluss, ohne Redaktionslinie, ohne Seilschaften, ohne Parteibuch, ohne jede Abh├Ąngigkeit, bis auf die, ob man einen Online-Zugang hat oder nicht.

Informationsfreiheit

Ohne auf Einzelheiten zu Wulff oder Gauck eingehen zu wollen: Jeder hat die M├Âglichkeit, sich ungehindert ├╝ber das Internet zu informieren und zu kommentieren. Jeder hat die M├Âglichkeit, eine Information, die er hier findet, mit anderen Informationen zu vergleichen.

Und zwar auch unabh├Ąngig von ├ľffnungszeiten von Kiosken, Zustellzeiten von Zeitungen, Sendungszeiten von H├Ârfunk oder Fernsehen.

Das Internet erm├Âglicht allen B├╝rgerinnen und B├╝rgern, sich ungehinderter denn je ihre Meinungen zu bilden und ebenso ungehinderter denn je, ihre Meinungen zu ├Ąu├čern. Nicht nur zu ├Ąu├čern, sondern sogar zu verbreiten.

Irritationen

Das irritiert die „Torw├Ąchter“ (Gatekeeper), die traditionelle Medien lange waren. Die Politiker, die mit traditionellen Medien lange gemeinsame Sache gemacht haben wie auch alle anderen, die „die Medien“ als das genutzt haben, was „die Medien“ aus sich selbst gemacht haben – eine Meinungsverkaufstheke.

Bei den konservativen Medien gabs Schwarzbrot, bei den linken Medien Habssattbrot und bei der Bild gibts seit jeher Brot und Spiele.

Kein anderes Medium beherrscht den Kosmos von Blut und Sperma, Moral und Emp├Ârung, Star und gefallener Engel, Teufel und Hoffnungstr├Ąger so gut, wie das Springerblatt.

Tiere – Titten – Tote

Die einfache Formel TTT – Tiere, Titten, Tote – zieht seit Jahrzehnten.

Mit der Bild nach oben und dann ab in den Keller: Das Ehepaar Wulff. Bild: Franz Richter, BY-SA CC 3.0, Wikipedia

Die Bild-Zeitung ist ein Drecksblatt, skrupellos und habgierig. Es bem├Ąchtigt sich allem und jedem, womit man Aufmerksamkeit erzielen und diese verkaufen kann.

Und jeder, der sich auf die Bild einl├Ąsst, muss wissen, dass man mit ihr „nach oben f├Ąhrt, aber auch nach unten“ (Anm. d. Red.: Es gibt einen „Pater noster“ im Axel-Springer-Hochhaus“, der unaufh├Ârlich nach oben und nach unten wandert.)

Aber die Bild-Zeitung ist das professionellste Blatt in ganz Europa. Sie besch├Ąftigt sich mit Schmutz und wenn keiner da ist, dann erfindet sie welchen. Die Rechtsabteilung ist gro├č, Schadensersatz ins Produkt „Bild“ mit einkalkuliert.

Leidmedium Bild

Und die meisten anderen Medien folgen der Bild – die wird im Kanzleramt wie auf der Schicht wie in den Redaktionen zuallerst gelesen.

Hat sie deshalb Macht? Missbraucht sie diese? Sind alle Personen, die in Bild auftauchen nur Opfer?

Keineswegs und ganz klar ja.

Der Skandalbundespr├Ąsident Christan Wulff wurde von der Bild nicht gezwungen, sich von einem befreundeten Unternehmer einen Kredit geben zu lassen. Auch nicht, von anderen Unternehmern Vorteile zu erlangen.

Er wurde nicht Home-Stories gezwungen, zu Urlaubsstories und was sonst noch privat alles so interessant am Gl├╝ck der Wulffs war.

S├╝ndenf├Ąlle

Die Bild zwingt niemanden ins Bett mit Sekret├Ąrinnen und Geliebten. Sie veranstaltet keine Drogen- und/oder Prostituiertenparties, sie stiftet nicht zur Steuerflucht an, sie ist nicht verantwortlich f├╝r Gammelfleisch, einen „Wir sind Papst“, f├╝r Korruption und Vorteilsnahme und schon gar nicht f├╝r Mord und Totschlag, der immer gerne genommen wird.

Und die Bild hat die Staatsanwaltschaft Hannover nicht gezwungen, um Aufhebung der Immunit├Ąt von Wulff zu bitten, um zu Verdachtsmomenten ermitteln zu k├Ânnen.

Die „Macht der Medien“ basiert auf Artikel 5 Grundgesetz:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu ├Ąu├čern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug├Ąnglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gew├Ąhrleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der pers├Ânlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Die Bild nutzt dieses B├╝rgerrecht gnadenlos aus. Das muss man ihr genauso vorwerfen, wie jedem, der nur „Schei├če“ loswerden will bei einem Shitstorm im Internet.

Haltung

Jede journalistische Redaktion muss pr├╝fen, welche Linie sie vertreten will, was wichtig und was nicht wichtig ist. Worauf man Wert legt und worauf nicht. Das ist eine Stilfrage – aber auch eine, die ├╝ber Aufmerksamkeit entscheidet.

Wird Jochim Gauck ein "guter" Bundespr├Ąsident werden? Dar├╝ber darf und sollte man sich seine eigene Meinung bilden. Bild: J. Patrick Fischer. BY-SA CC 3.0 Wikipedia

Die Nutzer dieses Produkts „Meinungsbildung“, haben das Recht und die Pflicht, sich ebenso verantwortlich zu verhalten. Dreck als Dreck zu identifizieren und ihre Macht durch ihre Aufmerksamkeit und was sie daf├╝r „bezahlen“ auszuspielen.

Christian Wulff hat durch sein Verhalten das Amt des Bundespr├Ąsidenten besch├Ądigt – diese Meinung teilen viele, aber nicht alle.

Joachim Gauck wird kein einfacher Bundespr├Ąsident werden und ob er geeignet ist, wird die Zukunft zeigen.

Der „shitstorm“ ist gut, denn Herr Gauck wird ├╝ber- und gepr├╝ft. Das ist ein gro├čer Vorteil, denn alles, was er vor der Amts├╝bernahme gesagt hat, kann er nun selbst pr├╝fen, sich eine neue Meinung bilden und dann als Bundespr├Ąsident daf├╝r einstehen, was er im Amt tut oder sagt.

Meinungsfreiheit

Dar├╝ber urteilen werden alle die, die interessieren und sich interessieren – mit der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit.

Die Menschen, die Medien und die Moral der daraus resultierenden Gesellschaft.

Kampagne: Die Vielfalt der Zeitung

Rhein-Neckar/Koblenz/Bundesgebiet, 13. September 2011. Die Kampagne „Die Vielfalt der Zeitung“ geht auch 2011 weiter – solange, bis ein Verlag sie ab- oder einkauft. Das Netz ist aufgerufen, die Zeitung zu retten. Absurd? Keineswegs. Die Zeitung ist eine Wundert├╝te. Denn auch in T├╝ten k├Ânnen Wunder schlummern…

Aktualisiert: Dieser Artikel wurde seit Erscheinen am 03. M├Ąrz 2011 fortlaufend aktualisiert und wird heute mit aktuellem Datum neu ver├Âffentlicht. Schlie├člich geht es um Zeitungen! In den vergangenen Monaten streikten Redakteure ├╝berall im Land und erz├Ąhlten was von Qualit├Ątsjournalismus. Doch darum geht es gar nicht. Es geht um Service. Um Nutzwert. Mittlerweile hat unsere Kampagne 47. Argumente f├╝r die Zeitung. Allen, die mitmachen, wird eine Erfolgsbeteiligung garantiert, falls ein Zeitungsverlag die Kampagne endlich kauft. Denn es geht um die Zukunft der Zeitung – nein, sogar mehr. Es geht um die Zukunft der Zivilisation, oder so ├Ąhnlich!

Von Hardy Prothmann

"Ein bisschen Spa├č muss sein...", Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung ist eigentlich ein ganz seri├Âser Journalist - hat aber auch ab und an den Schalk im Nacken. Hier pr├Ąsentiert er in bunten Hosen die Bastelanleitung f├╝r eine Narrenkappe. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.

Die Zeitungen habens arg schwer – die Abos und Leserzahlen gehen zur├╝ck und noch viel schlimmer: Die Werbeums├Ątze. Laut Experte Marian Semm verlieren Zeitungen pro 100.000 Auflage seit 2001 rund vier Prozent Umsatzerl├Âse, was rund einer Million Euro entspricht.

Der MM beispielsweise hat im zweiten Quartal 2010 gut 1.500 Abos verloren und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Da ich mit der Zeitung aufgewachsen bin, best├╝rzt mich diese Situation zutiefst. ├âÔÇ×hnlich wie bei den Robben-Babys, dem Deutschen Wald und ganz allgemein der Umwelt und unserer Zukunft, muss eine Kampagne her, die dieses langsame Dahinsiechen aufh├Ąlt und die Zukunft der Zeitung sichert.

Vergessen Sie das Leistungsschutzrecht, verehrte Verlage. Selbst die Wirtschaft h├Ąlt das f├╝r eine Art von Raubrittertum. ├â┼ôberzeugen Sie mit Leistung, dass ist der beste Schutz und das beste Recht.

Ich habe deshalb im Oktober 2010 eine Kampagne gestartet, mit der die bedrohten Zeitungsverlage die Vielfalt der Zeitung darstellen und bewerben k├Ânnen.

Im vergangenen Jahr kamen sage und schreibe 36 Vorschl├Ąge zusammen. Nummer 37 und der erste f├╝r dieses Jahr kommt von der Rhein-Zeitung (Koblenz) – die schl├Ągt vor, dass man Narrenkappen aus der Zeitung basteln kann. Sehr kreativ, wie ich finde.

Machen Sie auch mit: Reichen Sie Vorschl├Ąge ein. Save the wundert├╝te!

Denn die Zeitung ist eine wahre Wundert├╝te – es steckt viel mehr in ihr, als man zun├Ąchst vermutet.

Das l├Ąsst sich in Wort, Bild, Ton und Video in eine wunderbare Imagekampagne umsetzen. Darum d├╝rfen die Verlag ab sofort gerne pitchen – nat├╝rlich k├Ânnten die auch Ideen klauen (was man durchaus gewohnt ist), aber ich setze hoffnungsvoll auf einen Rest von Ehrlichkeit.

Ein Zeitungskollege schreibt als Vorschlag: „Man kann daraus Papierkugeln basteln und Prothmann damit bewerfen. Besser jedenfalls als mit Watteb├Ąuschchen“. Diesen Vorschlag lasse ich nicht unerw├Ąhnt, f├╝ge ihn aber nicht als ernst gemeint ein.

Ihre Zeitung – Ihre Vielfalt:

  1. Man kann einen Fisch drin einwickeln (jahrhundertealte Tradition).
  2. Man kann M├╝cken damit totschlagen (sowie die Zeit).
  3. Man kann sich draufsetzen (gerade bei vollgekoteten Parkb├Ąnken sinnvoll).
  4. Man kann Geschirr darin einschlagen (wer schon mal umgezogen ist, wei├č das).
  5. Man kann damit Fenster putzen (auch wenn manche auf HaRa schw├Âren).
  6. Man kann damit Meerschweinchenst├Ąlle auslegen (auch f├╝r Kaninchen und Goldhamster geeignet).
  7. Man kann damit R├Ąume zum Renovieren auslegen (das wei├č doch jeder).
  8. Man kann daraus „Malerh├╝te“ bauen (ist echt einfach).
  9. Man kann darin Blumen einwickeln, vorzugsweise auf dem Wochenmarkt (auf dem Markt Ihrer Wahl).
  10. Man kann damit basteln (Kindergarten und Schule und privat).
  11. Man kann damit Kunst machen (siehe Beuys).
  12. Man kann damit eine Unterlage f├╝r Gipsarme machen (einfach mal ausprobieren).
  13. Man kann sie gegen Fettablagerung auf K├╝chenschr├Ąnke legen (das wei├č jede gute Hausfrau).
  14. Man kann daraus M├Âbel basteln (Kreativkurs).
  15. Man kann daraus zusammengerollt eine Selbstverteidigungswaffe machen (siehe Jackie Chan).
  16. Man kann investigativ durch die Zeitungslochtechnik recherchieren (James Bond).
  17. Man kann andere im Zug davon abhalten, ein Gespr├Ąch anzufangen (in allen Bahnen dieser Welt).
  18. Man kann damit wichtig aussehen, vor allem, wen man m├Âglichst viele Bordexemplare auf einmal in allen Sprachen mit zum Platz nimmt.
  19. Man kann damit nasse Schuhe trocknen (Wanderer-Trick 1).
  20. Man kann damit auch im Wald – Sie wissen schon (Wanderer-Trick 2).
  21. Man kann damit den Kamin anz├╝nden. (read it – then burn it- Prinzip)
  22. Man kann sich damit daten (die und die Zeitung unterm Arm).
  23. Man kann sie sammeln.
  24. Man kann Artikel aus ihr Ausschneiden (sehr beliebt bei B├╝rgermeistern und Gemeinder├Ąten der Gr├╝nen).
  25. Man kann sich dahinter verstecken (auch den kl├╝gsten Kopf).
  26. Man kann unter Zugabe von Leim jeden Trabbi damit reparieren (fragen Sie Ossis).
  27. Man kann damit seinen Frust abbauen: Stichwort Wutkrumpeln (macht viel mehr Spa├č als Wutb├Ąlle).
  28. Man kann die Wutkrumpel seinen Katzen zum Spielen geben (die haben auch Spa├č damit).
  29. Man kann die Zeitung im Zug vergessen und hoffen, dass sich jemand anderes dr├╝ber freut (Danke an Phil, siehe Kommentare).
  30. Man kann sich aus der Zeitung ein Kleid basteln (Danke an Christian Lindner, Chefredakteur Rhein-Zeitung http://ht.ly/31TTj).
  31. Man kann damit seinen Hund erziehen (politisch vielleicht nicht ganz korrekt – danke an Paul J. Hahn).
  32. Man kann damit seinen Brieftr├Ąger trainieren (erweiterter Vorschlag auf Arg. 31, Danke an Thomas).
  33. Man kann den Hund die Zeitung zerfetzen lassen und damit andere Sch├Ąden vermeiden (Danke an Thomas).
  34. Man kann daraus Buchstaben f├╝r Bekenner- und Erpresserschreiben ausschneiden (Danke an Michael Klems).
  35. Man kann sie k├╝ndigen und bei Abo-Neuabschluss ne Kaffeemaschine als Pr├Ąmie bekommen.
  36. Man kann sie wunderbar als Unterlage beim Gem├╝sesch├Ąlen verwenden (Danke an Karen Belghaus).
  37. Man dann sich daraus eine Narrenkappe basteln (besten Dank an Christian Lindner von der Rhein-Zeitung.)
  38. Man kann aus Zeitungen auch Br├╝cken bauen (Japan). (Danke an Christoph von Gallera)
  39. Man kann Zeitungen als T├╝rsturzf├╝llung verwenden (im eigenen Haus gefunden als F├╝llmaterial aus den 50-er Jahren). (Danke an Christoph von Gallera)
  40. Man kann mit einer Zeitung unterm Arm so tun, als w├Ąre man gebildet. (Danke an Michi.)
  41. Man kann mit einer Zeitung politisch korrekt Geschenke einpacken. (Dank an Michi.)
  42. Man kann mit einer Zeitung Boxen ausstopfen. (Danke an Michi.)
  43. Zur Not kann man sie auch als Klopapier verwenden. (Danke an Michi.)
  44. Man kann mit einer Zeitung und Kleister h├╝bsche Lampfenschirme basteln. (Danke an Michi.)
  45. Man kann mit der Zeitung auch „Langeweile“ ├╝berwinden und zun├Ąchst ein Zimmer damit tapezieren und dann erst alle „A“-Buchstaben, dann alle „B“ usw, einkringeln – vielleicht ein neuer Therapie-Ansatz? (Danke an Marietta)
  46. Man kann die Zeitung als Unterlage verwenden, damit man die Tischdecke nicht verkleckert. (Dank an Giesela S.)
  47. Man kann mit einer Zeitung (politisch korrekt) Geschenke einpacken. (Dank an Torsten S.)

Das sind jede Menge gute Gr├╝nde, die zeigen, wie vielf├Ąltig Zeitung ist oder sein kann – auch wenn viele sie f├╝r einf├Ąltig halten. Ob man sie auch noch lesen kann oder will, ist doch nun wirklich nur ein Grund unter vielen.

Und versuchen Sie mal einen der oben genannten Gr├╝nde mit Ihrem Notebook, Ihrem Handy├é┬á oder dem IPad… (naja, bis auf Grund 22, 40).

Sie sehen – die Qualit├Ąt der guten alten Tante Zeitung ist einfach atemberaubend vielf├Ąltig.

Unglaublich ist auch ihr Beitrag zur V├Âlkerverst├Ąndigung – den ├╝berall auf der Welt, in allen Sprachen, mit allen politischen Hintergr├╝nden gelten alle Pro-Argumente ├╝berall gleich.

Und jetzt kommen Sie und zeigen mir auch nur ein einziges Produkt, ein einziges Kulturgut, das ├Ąhnlich vielf├Ąltig wie die Zeitung ist.

Sie werden keins finden – die Zeitung ist das Symbol f├╝r Vielfalt, f├╝r jedweden Nutzen. Oder?

Jetzt muss sich nur noch eine Zeitung finden, die mutig, humorvoll und selbstironisch genug ist, all diese positiven Eigenschaften zu bewerben.

Mal schauen, wer sich so alles um diese einzigartige Kampagne bewerben wird.

Sollte es so sein wie seit vielen Jahren, kopiert irgendjemand aus dem Internet die Idee sehr erfolgreich und die Zeitungen haben wieder das frustvolle Nachsehen.

Lehnen Sie sich auf, verehrte Zeitungsverleger. Geben Sie Gas. Seien Sie mutig.

Es lohnt sich.

Wenn Sie jetzt denken, dass Sie daf├╝r nichts zahlen m├╝ssen, sind Sie schief gewickelt.

Gute Ideen haben immer ihren Preis – schlechte Zeitungen nicht.

Zeitungsstreik: Journalismus hei├čt, Fragen zu stellen

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Redakteure beim MM stehen unter Druck – einerseits durch die Forderungen der Verleger. Aber ganz immens auch, weil das Produkt Zeitung nicht mehr ankommt. 1.500 Abos hat der MM im zweiten Quartal verloren. Die Auflage ist im Sinkflug. Auch das Anzeigengesch├Ąft leidet. Der Vertrauensverlust der Leserinnen und Leser ist enorm. Angeblich streiken die Redakteure f├╝r „Qualit├Ąt“ und fordern „Solidarit├Ąt“. Man muss fragen, was sie damit meinen.

Von Hardy Prothmann

Dass ich insbesondere den Mannheimer Morgen massiv kritisiere, ist bekannt. W├╝rde ich in Stuttgart, in Mosbach, in Heidelberg, in Karlsruhe, in Bruschal, in Ludwigshafen oder Neustadt an der Bergstra├če leben, w├╝rde ich mir andere Zeitungen kritisch anschauen.

Vermutlich w├╝rde ich im Sinne der Leserinnen und Leser meiner Blogs auch an anderen Orten und damit Verbreitungsgebieten von Monopol-Zeitungen viel Kritik an der Berichterstattung ├╝ben k├Ânnen. Denn der Lokaljournalismus befindet sich in einer tiefen Krise.

Tats├Ąchlich kann ich aber am besten die Zeitungen beurteilen, deren Nachrichten ich durch eigene Recherchen ├╝berpr├╝fen kann. Das sind der Mannheimer Morgen, die Weinheimer Nachrichten und die Rhein-Neckar-Zeitung. Und alle kommen oft nicht gut weg, wobei klar gesagt werden muss, dass der MM besonders problematisch ist.

Meine Kritik an der Zeitung ist massiv, aber sie ist auch begr├╝ndet.

Aktuell haben streikende MM-Redakteure Kommentare gel├Âscht – denn Kritik oder andere als „gewogene“ Nachrichten sind nicht erw├╝nscht. So einfach kommen die streikenden Redakteure nicht davon. Sie k├Ânnen nicht so tun, als ob sie kritisch w├Ąren und gleichzeitig Informationen l├Âschen oder ignorieren.

Sie fordern Solidarit├Ąt, schlie├čen aber nicht gew├╝nschte Meinungen aus. Das geht so nicht.

Wer f├╝r Meinungsfreiheit und Qualit├Ąt der Berichterstattung vorgeblich eintritt, muss selbst auch aushalten k├Ânnen, sich der Kritik stellen und transparent informieren.

Ãœber verschiedene Kontakte erhalte ich abenteuerlichste Informationen, was die MM-Redakteure von meiner inhaltlichen Kritik halten. Auf einen anonymen Kommentar habe ich dem Dumpfsinn entsprechend, aber trotzdem umfangreich geantwortet.

Die in dem anonymen Kommentar ├Ąu├čerst dumm unterstellten „Motive“ sind haneb├╝chen.

Ich habe mich deshalb in einem Kommentar auf Facebook an einen Redakteur gewandt, von dem ich eine hohe Meinung habe und davon ausgehe, dass er sich Fragen und Kritik stellt.

Es ist der Versuch eines Dialogs. Sicher nicht ohne Provokation. Aber mit der M├Âglichkeit zu Antworten, die die Zeitung und alle MM-Redakteure den Leserinnen und Lesern lange und l├Ąngst schuldig sind.

Der Redakteur wurde von mir ausgew├Ąhlt, weil ich vor zwanzig Jahren gut mit ihm zusammen gearbeitet habe und ich seine damals kritische Haltung sch├Ątzte. Und er ist aktiv am Streik beteiligt. Man kann ihn auf Fotos sehen und er postet auf Facebook.

Seit siebzehn Jahren haben wir nichts mehr miteinander zu tun. Wie gesagt, es ist ein Experiment – ich wei├č nicht, wie der Mann heute „tickt“, aber ich habe Hoffnung.

Denn eigentlich w├╝rde ich mir w├╝nschen, dass der MM eine st├Ąrkere Konkurrenz bietet, eine gr├Â├čere Herausforderung.

Der MM und meine Blogs haben eine Schnittmenge – also Menschen, die sowohl die Zeitung lesen, als auch die von mir verantworteten Blogs. Die Leserinnen und Leser, die nur meine Blogs lesen, wissen nicht, was in der Zeitung berichtet wird und umgekehrt.

Ich habe ├╝berhaupt keine Probleme, auf gute Stories im MM zu verweisen – sie m├╝ssen aber gut sein. Dann w├╝rde ich sogar empfehlen, die Zeitung zumindest tagesaktuell zu kaufen. Daf├╝r muss ich aber ├╝berzeugt sein, dass sich das f├╝r meine Leserinnen und Leser lohnt.

Hier sind die Fragen. Der Name ist unkenntlich gemacht, weil er nicht viel zur Sache tut. Jeder mit Facebook-Zugang wird ihn schnell recherchieren k├Ânnen, was vollkommen O.K. ist, da er ja unter Klarnamen ├Âffentlich sichtbar dort schreibt.

Vielleicht ist das ein Ansatz, um einen Austausch ├╝ber „qualitativen Journalismus“ in Gang zu bringen. Vielleicht auch nicht.

Viele Fragen - ob es Antworten geben wird?

Erg├Ąnzung

Heute hat Thorsten Hof reagiert. Er schreibt folgendes:

Facebook informiert per email ├╝ber einen Kommentar - weil die streikenden MM-Redakteure sich abschotten, ist eine direkte Antwort nicht m├Âglich.

Ich h├Ątte ja gerne darauf reagiert. Da aber mittlerweile nicht nur f├╝r meinen Hardy Prothmann-Account der Zugang zur „Streikmorgen“-Seite gesperrt ist, sondern die Pinnwand f├╝r alle „Nicht-Freunde“ gesperrt wurde, kann ich leider nicht auf Facebook darauf reagieren.

Die „Vorgeschichte“, die Herr Hof anspricht, meint den Kommentar „Das Drama der journalistischen Prostitution“, den ich im Februar 2010 auf dem http://heddesheimblog.de ver├Âffentlicht habe. Thema des Textes war die Kritik an einer dauerhaft unkritischen, gef├Ąlligen Berichterstattung durch die Redakteurin Anja G├Ârlitz.

Gegen diesen Text ist Frau G├Ârlitz juristisch vorgegangen. Insgesamt habe ich rund 5.000 Euro Anwalts- und Gerichtskosten bezahlen m├╝ssen. Ein Versuch der „g├╝tlichen“ Regelung wurde nicht unternommen.

Der Anwalt von Frau G├Ârlitz wollte zudem ein Ordnungsgeld von 3.000 Euro gegen mich durchsetzen, das Gericht hat das zur├╝ckgewiesen und ein Ordnungsgeld von 300 Euro verh├Ąngt.

Der Hintergrund: Zun├Ąchst wurde ich ├╝ber meine Privatadresse abgemahnt. Die weitere Post ging aber an mein Mannheimer B├╝ro, dass ich damals f├╝r mehrere Wochen nicht besucht hatte. Daher hatte ich s├Ąmtliche Einspruchfristen verpasst und mich entschieden, aus Kostengr├╝nden die mittlerweile erlassene Einstweilige Verf├╝gung zu akzeptieren. Der Anwalt von Frau G├Ârlitz hat das Maximum an Geb├╝hren angesetzt und der Versuch mit dem Ordnungsgeld zeigen eindeutig, dass es weniger um die „Ehre“ ging als darum, einen wirtschaftlichen Maximalschaden zu erzielen.

Interessant ist die Haltung von Herr Hof schon: Ein einziger Text vor eineinhalb Jahren ist ihm Grund genug, die Haltung der MM-Redakteure zu rechtfertigen. Das zeigt sehr sch├Ân den Korpsgeist dieser Bagage (danke f├╝r den Hinweis auf den Tippfehler, ist korrigiert).

Statt mit eigenen Leistungen zu gl├Ąnzen, sucht man Tippfehler, baggert den Graben aus und erh├Âht den Schutzwall auf Facebook. Auch nicht schlecht. ­čśë

 

Zeitungsstreik: Solidarit├Ąt? Wieso, weshalb, warum?

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Zeitungsredakteure fordern Solidarit├Ąt ein. Denn ihnen drohen Lohnk├╝rzungen und schlechtere Arbeitsbedingungen. Doch ist deren „Emp├Ârung“ wirklich nachvollziehbar? Haben sie sich „Solidarit├Ąt“ verdient?

Von Hardy Prothmann

Es gibt sie noch, die sehr guten Redakteure. Vereinzelt. Aber deren Einfluss ist gering. Sie haben schon l├Ąngst keine Lobby mehr und im Zweifel finden die, die kritisch berichten und die Folgen tragen m├╝ssen, keine Solidarit├Ąt bei den „Kollegen“. Der Gesamtzustand der Branche ist desolat.

Ob der Kommentar jemals frei geschaltet wird? Knapp acht Stunden nach dem Erstellen auf der MM-Streikseite wartet er immer noch auf "Freischaltung".

Es gibt genau eine Perspektive, unter der man die Emp├Ârung der streikenden Zeitungsredakteure verstehen kann: Noch verdienen die meisten Verlage satte Renditen, h├Ąufig im zweistelligen Bereich. Wenn die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund bis zu 25 Prozent unter dem bisherigen Tarif Berufsanf├Ąnger besch├Ąftigen wollen, dann ist das skandal├Âs und grob sittenwidrig. Damit endet die eine Perspektive.

Honorardumping ist der Normalzustand

Die anderen sehen so aus:

Skandal├Âse „Auftragsverh├Ąltnisse“ sind der „Normalzustand“, mit dem man die Einkommensituation von vielen freien Journalisten oder „Mitarbeitern“ beschreiben kann.

Deswegen hat es sich auch schon mit meiner Solidarit├Ąt gegen├╝ber den Zeitungsredakteuren. Ich werfe den meisten von ihnen Kumpanei, Mitt├Ąterschaft, Honorar-Dumping, Untertanentum, Eitelkeit, ├â┼ôberheblichkeit, Weltentr├╝cktheit und Respektlosigkeit vor. Sie sind Teil eines mafiosen Systems und haben solange still gehalten, solange sie ihren Teil der Beute abbekommen haben. Jetzt sind sie im Streik, weil ihnen ihr „Anteil“ zu klein scheint.

Und ich wei├č, wovon ich rede. Denn ich bin seit 20 Jahren freier Journalist und meine „Abnehmer“ waren ├╝ber 18 Jahre lang Redakteure. Mit vielen davon habe ich sehr gut zusammengearbeitet. Fr├╝her. Doch die Zeiten haben sich ge├Ąndert. Die Zusammenarbeit wurde immer schwieriger – nicht unbedingt, aber auch inhaltlich. Vor allem aber wirtschaftlich.

HorrorHonorargeschichten

1994 bin ich nach drei Jahren mit meinem Universit├Ątsabschluss vom lokalen in den ├╝berregionalen Journalismus gewechselt. Denn nur dort waren einigerma├čen gute Honorare zu erwirtschaften.

Was ich niemals erlebt habe, war ein „Bonus“ f├╝r eine au├čergew├Âhnlich gute Arbeit, der mir einfach angeboten oder ├╝berwiesen worden w├Ąre. Was ich ab und an erleben durfte, waren ein klein wenig h├Âhere Honorare, wenn ich diese mit guten Argumenten nachgefordert hatte. Was ich meistens erlebt habe, waren „Honorare“ die ihrem Namen keine Ehre machten. Die Zeilen- oder Beitragshonorare waren niemals ├╝ppig, selten gut, oft „gingen sie grad so“, meist waren sie nicht akzeptabel. Jedenfalls, wenn man davon leben wollte.

Beim Mannheimer Morgen habe ich 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile „verdient“. Brutto. Ein mittlerer zweispaltiger Bericht mit 80 Zeilen ergab demnach 44 Deutsche Mark. Rechnete man im Schnitt eine Stunde Wegstrecke, 1,5 Stunden Schreiben, 1,5 Stunden vor Ort, eine Stunden Vor- und Nachbereitung, kam man auf einen Stundenlohn von 8,80 Deutsche Mark.

In den drei Jahren beim MM habe ich rund 1.000 Artikel geschrieben. Ich war als „freier Mitarbeiter“ damit ganz gut „im Gesch├Ąft“. Einwandfreie Qualit├Ąt wurde selbstredend immer erwartet. Alle Artikel wurden ver├Âffentlicht. Manchmal waren 100 Zeilen bestellt, 70 wurden abgedruckt und nur 70 wurden zun├Ąchst bezahlt. Weil ich gut war und gebraucht wurde, hatte meine Intervention Erfolg – ich bekam die bestellten und abgelieferten Zeilen bezahlt, sollte dazu aber gegen├╝ber anderen Mitarbeitern stillschweigen.

In diesen drei Jahren ist es mir in einem einzigen Monat gelungen, 1.700 Deutsche Mark zusammenzuschreiben. Der Grund: Viele Redakteure waren in Urlaub, also gab es mehr als sonst zu tun und es gab ein paar spannende Themen und viele Vereinsfeste. Damals war ich 25 Jahre alt. Im Schnitt habe ich rund 800 Mark mit meinem freien Journalismus verdient. Brutto.

„Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Davon musste ich ein Auto unterhalten, ein B├╝ro, Computer, Telefon. Irgendeine „Kostenpauschale“ stand nicht zur Disposition. Ein paar Redakteure bestellten ab und an zehn Zeilen mehr als sie f├╝r den Abdruck vorgesehen hatten. Die 5,5 Mark waren sowas wie ein „Anerkennung“, weil ich immer einsatzbereit war.

Termine kamen aus der Redaktion, die meisten Themenvorschl├Ąge von mir. Meist wurden sie angenommen, aber immer wieder h├Ârte ich den Satz: „Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Ab 1994 ├Ąnderten sich meine Verh├Ąltnisse mit einem Artikel f├╝r Die Zeit. Dort erhielt ich 2,8 Mark die Zeile und sogar ein Fotohonorar von 150 Euro. Zusammen waren das f├╝r einen „Job“ 430 Euro. Das war sensationell. Fortan konzentrierte ich mich auf gr├Â├čere Zeitungen, Wochenzeitungen, Magazine sowie ├╝berwiegend den ARD-H├Ârfunk, der am l├Ąngsten ganz gut bezahlte und auch heute noch akzeptable Honorare bietet.

Und ich habe oft „Angebote“ ausgeschlagen, die immer wieder angefragt wurden, weil ich den „Markt“ nicht kaputt machen wollte. Unter 350 Mark habe ich keine Magazinseite geschrieben. Niemals unter einer Mark eine Zeile (au├čer f├╝r die taz, die 70 Pfenning die Zeile zahlte).

Dazu habe ich an Zeitschriftenentwicklungen mitgewirkt, das brachte am meisten Geld, Redaktionsvertretungen gemacht, Vortr├Ąge und Seminare gehalten.

Um auf das Einstiegsgehalt eines Zeitungsredakteurs von damals rund 4.000 Mark Brutto zu kommen, musste ich rund 6.000 Mark verdienen und zus├Ątzlich Geld f├╝r die „Infrastruktur“ wie Auto, Telekommunikation, Computer, Kamera. Manchmal hat das funktioniert, manchmal nicht.

Nochmal zur Verdeutlichung: Bei 55 Pfenning pro Zeile und 150 Zeilen t├Ąglich w├Ąre ich bei einer 5-Tage-Woche auf 1.650 Mark gekommen. Rechnet man noch sechs Wochen Urlaub ein, w├Ąren rund 1.440 Mark brutto geblieben. Krank durfte man nicht werden, Nein sagen auch nicht. Und es gab damals Zeitungen, die nur 25 Pfenning pro Zeile zahlten.

Durch meinen Wechsel in die „h├Âhere Honorarliga“ war ich in der gl├╝cklichen Lage, nicht jeden Mist machen zu m├╝ssen, sondern mir Themen und Auftr├Ąge aussuchen zu k├Ânnen.

Die meisten Kollegen versuchten, irgendwie eine Festanstellung zu bekommen. Nicht, um journalistisch interessanter arbeiten zu k├Ânnen, sondern um versorgt zu sein.

Doch die „T├Âpfe“ f├╝r „Honorare“ wurden zunehmend geringer. Viele Kollegen klagten nur noch, schlugen sich mehr schlecht als recht durch, auch ich hatte Einbu├čen, aber es ging noch ganz gut.

FAZ: 70 Cent pro Zeile sind „normal“

Als ich 2003 einen exklusiven Text mit einem enormen Rechercheaufwand geschrieben hatte, bekam ich 70 Euro ├╝berwiesen. F├╝r einen 100-zeiligen Artikel. Also 70 Cent pro Zeile. Ich habe mich daraufhin beim Herausgeber Nonnenmacher beschwert, der mir zur├╝ckgeschrieben hat, dass dies einem „durchaus ├╝blichen Honorar“ entspr├Ąche, ich aber eine Nachzahlung von 90 Euro erhielte. Eine weitere Zusammenarbeit war nicht mehr gew├╝nscht.

Als ich 2004 zuf├Ąllig zum Tsunami auf der thail├Ąndischen Insel Phuket war, berichtete ich 18 Tage lang f├╝r mehrere deutsche Medien. Darunter Spiegel, Spiegel Online, Spiegel TV, Focus, Handelsblatt, Zeit, tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Welt, SWR und noch ein paar andere. In knapp drei Wochen habe ich rund 15.000 Euro Umsatz gemacht.

Ich war 16-20 Stunden im Einsatz, habe am Tag nach der Katastrophe 600 Leichen gez├Ąhlt, um die Zahl der Opfer absch├Ątzen zu k├Ânnen, habe unter anderem eine Reportage ├╝ber die Arbeit der DVI-Teams (Desaster Victims Identification) geschrieben, Tage im Krankenhaus verbracht und ├╝ber das Leid und die Hoffnung berichtet.

5.000 Euro die Woche? Kein schlechtes „Honorar“. Doch zu welchem Preis? F├╝r welchen Einsatz? H├Ątte ich ein „psychologisches“ Problem bekommen, einen Unfall erlitten – wer h├Ątte f├╝r mich gesorgt? Es gibt f├╝r freie Journalisten selten eine Kostenerstattung und so gut wie nie eine Absicherung durch die „Auftraggeber“. Aber es gibt noch Jobs f├╝r alle die, die „gut“ verdienen wollen – ├╝berall da, wo es gef├Ąhrlich ist. Denn da gehen die Redakteure nicht hin.

Tagess├Ątze von unter 250 Euro habe ich niemals akzeptiert. Mein Normalsatz waren 350 Euro. Heutzutage sind 75 Euro kein Ausnahmefall.

Lokalberichterstattung ist Ausbeutung auf h├Âchstem Niveau

Im „Lokalen“ sieht es am bittersten aus. Da bleiben f├╝r Freie meist nur die „Krumen“. Feste und Vereine. Eben alles das, wof├╝r sich die Redakteure meist zu schade sind. Plus Abend- und Wochenendtermine, weil die meisten Redakteure dann frei haben. H├Ąufig sind das Rentner, die nicht unbedingt dazu verdienen m├╝ssen oder Hausfrauen. Oder ehemalige Praktikanten wie ich, die dann f├╝r Hungerl├Âhne Zeilen schinden und anfangen, irgendwas blumig zu erdichten.

Zeitungsredakteure geben das in Auftrag, nehmen es ab und ver├Âffentlichen diesen Schund. Diese Bratwurstberichterstattung ├╝ber Wetterg├Âtter, allgemeine Zufriedenheit, k├╝hlen Gerstensaft und leckere Bratw├╝rste. Sie suchen die N├Ąhe der „M├Ąchtigen“ und schreiben den meisten nach dem Maul – au├čer, der Herr Verleger oder der Chefredakteur haben jemand „auf dem Kieker“ – der wird dann „runtergeschrieben“. Ansonsten dient man sich an.

Redakteure bilden den unsolidarischst-vorstellbaren Haufen

Es gibt keinen unsolidarischeren Haufen als diese Zeitungsredakteure, die sich einen Dreck drum scheren, wie es „ihren“ freien Mitarbeitern geht. Meist erlebt man Arrogantlinge, die vor Selbst├╝berheblichkeit kaum noch laufen k├Ânnen und mit ihrer Schere im Kopf st├Ąndig bem├╝ht sind, keinen ├âÔÇ×rger zu bekommen, statt „Anwalt des Lesers“ zu sein und „Missst├Ąnde aufzudecken“. Sie halten sich f├╝r „unabh├Ąngig“ – wie wenig sie das sind, zeigt ihr Streik.

Redakteure, die es genie├čen, hoffiert zu werden, die selbstverst├Ąndlich immer ihre „Extra-Wurst“ einfordern, sich auf Reisen einladen lassen, sich beschenken lassen und „Presserabatte“ einfordern. Und ihr Sal├Ąr gerne mal mit einer „Moderation“ aufarbeiten und gar nicht so selten in ihrer Freizeit „Berichte“ f├╝r Unternehmen oder Politiker schreiben, die sie als „Pressemitteilung“ dieser Unternehmen oder Politiker dann als „Grundlage“ f├╝r ihre „journalistischen Berichte“ verwenden.

Sie agieren dabei genauso, wie viele Chefredakteure und Redaktionsleiter, die in teure Hotels zu wichtigen Konferenzen eingeladen werden, wo Unternehmen, Politiker, Verb├Ąnde und Lobbyisten dann „Themenstrecken“ und Anzeigenbuchungen aushandeln. Und vor allem, ├╝ber was nicht berichtet wird.

Man kann vermuten, dass einige Redakteure bei Tageszeitungen journalistisch auch einfach zu inkompetent sind, um dieses Zusammenh├Ąnge verstehen zu wollen, geschweige denn zu sehen. Man liegt aber auch richtig, wenn man annimmt, dass viele dies schweigend zur Kenntnis nehmen und wissen, was sie und was sie nicht zu berichten haben.

Transparenz ├╝ber die Hintergr├╝nde ihrer Arbeit findet man von den Redakteuren in den Zeitungen so gut wie niemals.

Und diese Leute fordern nun Solidarit├Ąt. Also einen Zusammenhalt, eine Haltung?

Arrogante Verlogenheit

Wer sich und andere ├╝ber Jahrzehnte selbst bel├╝gt, kann wahrscheinlich die eigene Verlogenheit irgendwann nicht mehr erkennen.

Mit dem Blick von au├čen sehe ich aber keinen Grund, mich mit diesen Leuten zu solidarisieren, von denen ich und die allermeisten freien Journalisten in Deutschland niemals „Solidarit├Ąt“ erfahren haben.

Und wenn Leserinnen und Leser w├╝ssten, wie respektlos und despektierlich sich „Redakteure“ oft ├╝ber ihre Kunden auslassen – sie w├Ąren entsetzt. „Die da drau├čen“ sind f├╝r viele Redakteure einfach nur dumme Leute. Solange es kaum eine M├Âglichkeit gab, die „Kontrolleure“ zu kontrollieren, mussten die Leute „glauben, was in der Zeitung steht“.

Das Internet hat das ver├Ąndert – heute gibt es so viele Quellen und so viele M├Âglichkeiten sich per email, Facebook oder anderen Medien zu informieren und auszutauschen. Und es gibt viele Redakteure, die ihre Verachtungshorizont auf das Internet ausgeweitet haben, wo man angeblich „nur Dreck findet“. Und es gibt nicht wenige, die stolz darauf sind, dass sie das Internet nicht benutzen.

Darin unterscheiden sie sich nicht von denen, gegen die sie gerade streiken – die Verleger als Arbeitsgeber.

Nachtrag:
Alle Redakteure, mit denen ich gut zusammengearbeitet habe und dies weiterhin tue, schlie├če ich selbstverst├Ąndlich aus und hoffe, dass sie ihren schweren Stand weiter halten k├Ânnen.

In eigener Sache: Reaktionen auf den Beitrag im ARD-Morgenmagazin


Hardy Prothmann ist seit 20 Jahren Journalist und hat f├╝r viele gro├če Tageszeitungen, Magazine sowie H├Ârfunk und Fernsehen von ARD und ZDF gearbeitet. Seit 2009 berichtet er wieder als Lokaljournalist in Nordbaden. Bildquelle: ARD-Morgenmagazin/SWR

Rhein-Neckar, 02. August 2011. (red) Heute hat das ARD-Morgenmagazin einen Beitrag ausgestrahlt, in dem Hardy Prothmann als verantwortlicher Redakteur f├╝r heddesheimblog.de im Interview zu sehen war. Im Bericht geht es um den Tarifstreit zwischen Gewerkschaften und Verlegern. Gestern wurde in Lampertheim demonstriert. Ein ARD-Team hat uns dazu befragt. Herzlichen Dank f├╝r die (trotz Ferien) bundesweiten Reaktionen per email, Chat oder Telefon. Wir fassen unsere Antworten zusammen.

Beitrag aus dem ARD-Morgenmagazin vom 02. August 2011, nachzuschauen bei tagesschau.de

Warum seid Ihr so kritisch mit der Zeitung?

Weil die Berichterstattung oft ungen├╝gend ist. Die meisten Mitarbeiter haben fr├╝her selbst f├╝r Zeitungen gearbeitet – es tut weh, wenn man sieht, wie das Produkt verkommt. Statt zu lamentieren, haben wir uns entschlossen, selbst eine Redaktion aufzubauen. Und wir stellen uns jeder inhaltlichen Kritik – was man von den Zeitungen leider nicht erwarten kann.

Bedroht das Internet „die Zeitung“?

Nein. Journalistische Angebote im Internet zeigen nur, dass es „Alternativen“ zur Zeitung gibt. „Alternative“ hat dabei nichts mit „gr├╝n“, „links“, „Apo“ oder dergleichen zu tun. Journalistische Internetseiten bewegen sich wie die Zeitungen, das Radio, das Fernsehen auf dem Markt der Aufmerksamkeit ├╝ber angebotene Informationen.

Die Zeitungen m├╝ssen sich wie andere Medien vergleichen lassen. Der Vergleich f├Ąllt leider immer h├Ąufiger nicht gut aus. Teure Abos bei gleichzeitig mangelhaftem Inhalt sind vermutlich kein „Zukunftsmodell“. Deswegen werden alle Lokalzeitungen, die nicht an der Qualit├Ąt arbeiten, mittel- bis langfristig gro├če Probleme bekommen. Zeitungen mit guter Qualit├Ąt haben auch eine Zukunft.

K├Ânnen Blogs eine Zeitung ersetzen?

Warum nicht? Es geht um zutreffende Informationen, kritische Berichterstattung, einordnende Kommentierung, „Enth├╝llungen“, Unterhaltung. All das k├Ânnen Blogs oder „Internet-Zeitungen“ bieten. Aktueller und umfangreicher als eine aufs Medium Papier begrenzte Zeitung.

Wir empfehlen gerne auch sehr gute Angebote, beispielsweise das DeutschlandRadio, Arte oder 3Sat, um elektronische Medien zu nennen. Das sind ganz hervorragende Angebote. Das Problem: Es sind keine „Lokalmedien“. Wenn man wissen will, was um einen herum „los“ ist, dann braucht man sehr gute Lokalmedien. Zeitungen hatten bis vor kurzem hier ein Monopol – das br├Âkelt zunehmend.

Die meisten neuen journalistischen Internetportale sind noch sehr „jung“ – leisten aber wie das heddesheimblog.de enorm viel f├╝r die Leserinnen und Leser und decken teils schon mehr Themen ab, als in der Zeitung stehen. Da es so gut wie keine „Verfilzung“ gibt und keine m├╝den Monopolstrukturen sind die Angebote meist frischer und meinungsfreudiger. Sie bedienen sich zudem einer Technik, die ├╝berall verf├╝gbar und zunehmend „selbstverst├Ąndlicher“ auch f├╝r ├Ąltere Generationen wird. Die junge Generation liest sowieso so gut wie keine Zeitung mehr.

Wie steht es um die objektive Berichterstattung?

Dazu muss man erstmal definieren, was „objektiv“ ist und ob dies erstrebenswert ist. Die Fakten m├╝ssen stimmen. Das allein reicht aber nicht, sie m├╝ssen interpretiert und eingeordnet werden. Viele Dinge kann man so oder so sehen.

Ein klassisches Beispiel: War Che Guevara ein Terrorist oder ein Freiheitsk├Ąmpfer? Ein aktuelles Beispiel: Ist Anders Breivik ein „Amokl├Ąufer“ oder ein rechtsextremer Terrorist?

Und lokal geht es um Fragen wie: „K├Ânnen oder wollen wir uns das Hallenbad noch leisten?“ „Wie viel Betreuung muss, kann, soll, will eine Gemeinde f├╝r Kinder anbieten?“ Dazu lassen sich Fakten zusammentragen, aber auch sehr viele Meinungen.

Unsere Redaktion bietet bewusst einen „subjektiven“ Journalismus an. Unsere Inhalte werden nicht von Maschinen gemacht, sondern von Menschen, die sind nunmal „Subjekte“ und keine Objekte.

Wir arbeiten mit professionellen, journalistisch-handwerklichen Methoden. Wir hinterfragen kritisch und genau und dokumentieren den gr├Â├čten Teil unserer Quellen – bis auf die, die wir wegen vermuteter Nachteile sch├╝tzen. Unsere Leserinnen und Leser k├Ânnen unsere Informationen ├╝berpr├╝fen, wir helfen sogar dabei, weil wir das f├Ârderlich f├╝r die „subjektive“ Meinungsbildung halten.

Objektiv hei├čt f├╝r uns, transparent und ehrlich zu berichten. Die Leserinnen und Leser erweitern das mit Kommentaren und Links. Artikel 5 spricht nicht von einer „objektiven“ Meinungsfreiheit, sondern von der Freiheit, sich auch ├Âffentlich zug├Ąnglichen Quellen eine Meinung bilden und diese ├Ąu├čern zu d├╝rfen. Daran wirken wir mit.

Sehen Sie eine L├Âsung f├╝r die Zeitungen?

F├╝r die allermeisten leider nicht. Das Produkt Zeitung muss mit einem exklusiven Inhalt ├╝berzeugen. Sobald das nicht mehr der Fall ist, wird die Zeitung beliebig und hat keinen Nutzen mehr. Da die Entwicklung seit gut zwei Jahrzehnten negativ ist und das Internet viele neue M├Âglichkeiten bietet, hat die Zeitung nur eine Chance – wenn sie sich auf guten Journalismus, exklusive Inhalte und Respekt vor der Leserschaft besinnt.

Nat├╝rlich m├╝ssen Zeitungen auch die Bed├╝rfnisse ihrer Werbekunden m├Âglichst gut bedienen. Da Zeitungen heute aber wie Konservenfabriken von Betriebswirten ohne journalistischen Ehrgeiz gef├╝hrt werden, ist eine L├Âsung nicht in Sicht. Der Einfluss der Werbewirtschaft auf die redaktionelle Berichterstattung besch├Ądigt zudem die Glaubw├╝rdigkeit der redaktionellen Inhalte und der werbenden Unternehmen. Ein Verst├Ąndnis dieser Wechselwirkungen ist heute leider in Zeitungsh├Ąusern kaum noch anzutreffen.

Warum argumentieren Sie f├╝r die Kollegen bei der Zeitung?

Aus Solidarit├Ąt. Das „Angebot“ der Verleger ist sittenwidrig. Die Verlagsh├Ąuser haben ├╝ber Jahre hinweg Geld gescheffelt. Renditen von ├╝ber 20 Prozent waren keine Seltenheit. Auf das neue Medium Internet wurde arrogant reagiert und deshalb hat man heute gro├če Probleme.

Bei vielen Zeitungen gibt es nach wie vor gute Leute und es gibt junge Menschen mit viel Enthusiusmus, die diesen wunderbaren Beruf ergreifen wollen. Wenn man, um sich Renditen zu erhalten, die eigenen Leute kaputt spart, ist das der falsche Weg. Zudem nehmen immer mehr ├Âkonomische Interessen Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung. Am Beispiel der Fehl- oder Nichtleistungen der Stuttgarter Zeitung in Sachen Stuttgart21 kann man gut erkennen, wie wenig von der „vierten Gewalt“ ├╝brig geblieben ist. H├Ąufig sind die Zeitungen nur nur Steigb├╝gelhalter f├╝r Lobbyisten, Interessenverb├Ąnde, Werbekunden oder die jeweils herrschenden Klassen. Mit kritischer Kontrolle hat das wenig zu tun und das ist sch├Ądlich f├╝r die Demokratie.

Nicht jeder Journalist ist ein Revolution├Ąr und packt seine Sachen, wenn er nicht so berichten darf, wie er sollte. „Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing“ gilt auch f├╝r diesen Beruf. In der Verantwortungskette stehen die Verleger, Chefredakteure und Redaktionsleiter ganz vorne.

Eine Demokratie braucht aber eine kritische ├ľffentlichkeit und es ist sicher von Vorteil, wenn viele Leser an die Verlage schreiben und mehr Journalismus fordern. Verleger sind Kaufleute – und wenn die Kunden rebellieren, ├╝berlegen die sich sicher sehr genau, wie sie sich besser nicht verhalten sollten.

Warum sind Radio und Fernsehen nicht so sehr betroffen?

Sind sie. Sowohl Radio als auch Fernsehen sind bereits vom Internet umschlungen worden. In einigen Jahren werden viele Menschen ein Ger├Ąt an der Stelle haben, an der der „Fernseher“ stand. Dar├╝ber kann genauso Radio geh├Ârt werden. Das Radio kann aber ├╝ber sehr einfache Ger├Ąte ├╝berall, vor allem im Auto, als „Nebenbei-Medium“, empfangen werden. Diese Einfachheit wird das Radio als Radio ├╝berleben lassen. Das Fernsehen als Inhaltelieferant f├╝rs Internet(fernsehen) bleibt auch erhalten. Ob man Fernsehen auf einem Fernsehger├Ąt oder einem Computerbild schaut, ist mehr oder weniger dasselbe.

Die Papierzeitung hat aber ein Problem: Es ist teuer, sie herzustellen, man muss sie teuer transportieren und bis sie beim Leser ist, vergeht zu viel Zeit. Zudem ist sie im Umfang begrenzt. Man kann sie schlecht archivieren und schon gar nicht verlinken. Die Zeitung ist ein Einbahnstra├čenmedium. Das sind echte Nachteile, die zu einer deutlichen Reduzierung der Zeitungswelt in der Zukunft f├╝hren werden. Nur wirklich exklusive, sehr gute Inhalte werden das abwenden k├Ânnen.

K├Ânnen Blogs nur von Journalisten gemacht werden?

Gut gemachte Informationsportale sind irgendwann von selbst „journalistisch“. Nat├╝rlich k├Ânnen auch B├╝rger oder Interessengruppen publizistisch t├Ątig werden – es ist aber eine verantwortungsvolle und anstrengende Arbeit und wenn man eine gewisse Aufmerksamkeit erreichen m├Âchte, muss man am Ball bleiben. Es sind zudem sehr viele „rechtliche“ Dinge zu beachten.

Insofern sind hauptberufliche Journalisten, die ihr Handwerk beherrschen, eher in der Lage, ein solches Angebot aufzubauen. Das gilt sowohl f├╝r gro├če Nachrichtenportale wie f├╝r kleine lokale Angebote. Die Qualit├Ąt muss ├╝berzeugen. Ob die von „Journalisten“ oder „Bloggern“ kommt, ist egal. In Amerika hei├čen Redakteure „editors“, in der Schweiz Redaktoren – das sind Begrifflichkeiten. Die Inhalte sind entscheidend.

Unterst├╝tzen Sie uns, wenn wir etwas ├Ąhnliches planen?

Vielen Dank f├╝r das viele Lob, das wir von vielen bekommen haben, nachdem Sie sich auf unseren Seiten umgesehen haben. Wir helfen gerne, wo wir k├Ânnen, haben nat├╝rlich aber unsere eigene Arbeit zu machen. Fragen kostet nichts ­čśë .

Weil wir aber davon ├╝berzeugt sind, dass sich Kooperationen lohnen, haben wir mit Kollegen das Netzwerk http://istlokal.de gegr├╝ndet. Der Verein wird in K├╝rze angemeldet und hat zum Ziel lokal- und regionaljournalistische Internetangebote zu f├Ârdern. Die deutschlandweit rund 50 Mitglieder und Interessenten tauschen sich schon heute zu den Themenfeldern Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht auf der Basis von Solidarit├Ąt aus. Man hilft sich gegenseitig, um das eigene Angebot und das anderer zu verbessern.

Wenn Sie also selbst ein Angebot planen oder als Initiative ein Angebot von jemandem aufbauen lassen wollen, finden Sie hier Ansprechpartner. Wir bieten auch technische, inhaltliche und organisatorische Beratung gegen Honorar an und machen Ihnen gerne ein Angebot.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Die Redaktion von heddesheimblog.de, hirschbergblog.de, ladenburgblog.de, viernheimblog.de, weinheimblog.de, rheinneckarblog.de

istlokal finden Sie hier:
http://istlokal.de

Berichte ├╝ber unsere Blogs finden Sie hier.

Skandal oder Service? Facebook schaltet automatische Gesichtserkennung frei


Rhein-Neckar, 09. Juni 2011 (red) Facebook geistert als Datenschutz-Problemfall mal wieder durch die Presse. Nicht ganz zu unrecht, aber wie so h├Ąufig endlos ├╝bertrieben. Was in keiner Zeitungsmeldung steht: Facebook wird von Zeitungen als Bedrohung wahrgenommen – zu recht. Das gr├Â├čte soziale Netzwerk der Welt w├Ąchst rasant, w├Ąhrend Zeitungsauflagen schrumpfen. Aktuell wird die automatische Gesichtererkennung kritisiert – Sie erfahren von uns, ob diese problematisch ist und wie Sie diese abschalten k├Ânnen.

Von Hardy Prothmann

Die S├╝ddeutsche Zeitung schreibt:
„Facebook setzt Software zum Gesichtsscan ein, um Freunde auf Fotos einfacher zu identifizieren. Das weckt viele ├âÔÇ×ngste… Gesichtserkennung: Kein Wort verst├Ârt Internetnutzer mehr, h├Ârt sich so sehr nach der Komplett├╝berwachung und Demaskierung an.“

Unbelegte Gefahren

Einen Beleg bleibt die Zeitung schuldig. Welche ├âÔÇ×ngste? Bei wem? Vor was? Warum?

Facebook-Nutzer stellen bestimmt keine Bilder in das Netzwerk ein, damit diese nicht gesehen werden. Facebook hei├čt auf deutsch „Gesichtsbuch“ – die Funktion der Gesichtserkennung ist also eher eine folgerichtige Erweiterung der Software.

Die Gesichtsmarkierung ist nicht neu

Schon in der Vergangenheit konnte man auf Fotos Personen markieren und Facebook-Namen zuweisen. Die neue Funktion erm├Âglicht nun eine „automatische“ Zuordnung.

Das kann man nun als Skandal verstehen oder einfach als Service, der in jedem guten Fotoverwaltungsprogramm enthalten ist. Ganz sicher ist es ├Ąrgerlich, dass Facebook diese Funktion einfach eingeschaltet hat ohne die Nutzer zu fragen. Man k├Ânnte sich in der autonomen Verwaltung gest├Ârt f├╝hlen oder aber auch sagen: Hey, netter Service.

Ganz so „unerwartet“ macht Facebook das aber nicht. Die neue Funktion wurde bereits im Dezember 2010 angek├╝ndigt. Und ganz so automatisch ist der Ablauf auch nicht – die Sofware „scant“ die Bilder. Findet sie Gesichter, die auf anderen Bildern schon mit einem Namen versehen worden sind, macht Facebook einen Vorschlag, eine Markierung vorzunehmen.

Achten Sie auf Ihre Informationen

Und hier sollten grunds├Ątzliche ├â┼ôberlegungen anfangen, ob die Nutzer das wollen oder nicht. Insbesondere bei Kindern sollten die Eltern darauf achten, dass diese nicht „zu viele“ Informationen preisgeben oder „problematische Bilder“ einstellen.

Erwachsene selbst sind gut beraten, dass sie nur ver├Âffentlichen, was sie auch vertreten k├Ânnen. Privatpersonen sind gut beraten, wenn sie Kontaktdaten nicht zug├Ąnglich machen – auch nicht Freunden. Die haben in aller Regel email, Adresse und Telefonnummer. Wenn nicht, k├Ânnen diese Daten per email schnell nachgefragt werden. Dann wei├č man aber, wer sich daf├╝r interessiert und stellt sie nicht einfach so „├Âffentlich“.

Klick-klick-klich: Abgeschaltet

Wer die Funktion abschalten will gelangt ├╝ber „Konto-Privatsph├Ąren-Einstellungen“ zum Men├╝ und w├Ąhlt hier (etwa in der Mitte des Bildschirms) „Benutzerdefinierte Einstellungen“. Im weiten Teil des Folgemen├╝s sehen Sie „Dinge, die andere Personen teilen“ und dort die Option „Freunden Fotos von mir vorschlagen“. W├Ąhlen Sie hier „Einstellungen“ und sperren Sie die Funktion.

Mit ein paar Klicks ist die Gesichtererkennung gesperrt. Quelle: Facebook

Ansonsten sollten Sie lieber auf Termine achten, die von der Presse fotografiert werden. Denn die in der Zeitung oder im Fernsehen ver├Âffentlichten Fotos sind nicht nur f├╝r „Freunde“ sichtbar, sondern je nach Auflage und Reichweite f├╝r hunderttausende oder Millionen von Menschen.

Hier haben Sie aber keine „Sperrfunktion“ und keinerlei Kontrolle. ├â┼ôber diese Gefahren berichten die Zeitungen und Fernsehstationen aber nicht.

Stellen Sie sich vor: Sie werden mit ihrer Liebschaft fotografiert – als Teil einer Gruppe, was presserechtlich erlaubt ist, f├╝r Sie aber im Zweifel f├╝r viel ├âÔÇ×rger sorgt. Oder Sie sitzen mit dem n├Ąchten Chef von der Konkurrenz an einem Tisch, um ├╝ber einen Arbeitswechsel zu sprechen. Oder Sie sind krank gemeldet, gehen f├╝r einen „Kuchen“ auf ein Fest, ihr Chef erkennt sie und feuert sie. Das sind Gefahren, die tats├Ąchlich existieren.

Im Gegensatz zu Zeitungsberichten ├╝ber die Facebook-Gesichtererkennung haben wir damit die Fragen beantwortet: Welche ├âÔÇ×ngste? Bei wem? Vor was? Warum?

Der Teufel Facebook

Aus Sicht von Zeitungsverlagen ist die Aufmerksamkeitsmaschine Facebook des Teufels – je mehr Zeit Menschen hier verbringen und sich nicht nur unterhalten, sondern auch informieren (lassen), umso weniger brauchen sie die Zeitung. Allein aus diesem Grund m├╝ssen Facebook und andere Dienste „schlecht geredet“ werden. Sie glauben nicht, dass die Zeitungensmacher so denken? Dann suchen Sie mal in n├Ąchster Zeit Artikel, die beschreiben, was an Facebook & Co. toll und n├╝tzlich ist und warum Sie sich unbedingt mit Facebook besch├Ąftigen sollten. Sie werden solche Artikel nicht finden.

Ãœbrigens: Ich habe die Funktion abgeschaltet. Nicht aus Angst. Sondern aus Prinzip. Ich schalte prinzipiell alle Funktionen ab, die ich nicht brauche oder über die ich noch keine rechte Meinung habe. Und ich gebe nur die Informationen frei, die ich freigeben will. Im Zweifel schalte ich die Freigabe ab.

Das ist wie Autofahren – auch hier sollte man die grunds├Ątzlichen Funktionen kennen und bedienen k├Ânnen. Sonst l├Ąsst man das Auto lieber stehen.

Es sieht b├Âse aus mit dem „Journalismus“


Journalismus? Haha. Quelle: Kontext

Rhein-Neckar/Stuttgart, 08. Juni 2011 (red) In Stuttgart erscheint seit ein paar Wochen die kostenlose Zeitung „Kontext„. 200.000 Euro haben private Spender bereit gestellt, um das Projekt mindestens ein Jahr zu finanzieren. Einer der Spender ist Edzard Reuter. F├╝r Kontext arbeiten „altgediente“ Zeitungsjournalisten. Aktuell rechnet Bruno Bienzle, bis 2007 Lokalchef der Stuttgarter Nachrichten, mit dem „Pressewesen“ ab.

Der Artikel im „Kontext“ ist eigentlich weit weg – in Stuttgart. Aber er ist f├╝r unsere Region sehr wichtig, weil er ein systematisches Problem beschreibt.

Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt werden ├╝ber Medien transportiert. Soweit die Theorie.

In den klassischen Medien findet zur Zeit ein radikaler Umbruch statt – als Leserin und Leser, als Abonnentin und Abonnent einer Tageszeitung sollten Sie wissen, wie „pannenanf├Ąllig“ das Produkt ist, dass Sie teuer bezahlen.

Journalismus ist nicht „gottgegeben“, sondern basiert auf unserem Grundgesetz. Auf Artikel 5 ├╝ber die Meinungsfreiheit. Professionell betriebener Journalismus ist aber auch ein Gesch├Ąft. Der Journalismus liefert „interessante“ Inhalte – die Werbung nutzt das f├╝r sich.

Jeder, der ein Zeitungsabo f├╝r rund 30 Euro im Monat hat, muss das eigentlich wissen. Nachrichten bekommt man ├╝ber die Zeitung nicht „umsonst“. Man zahlt das Abo und wird mit Werbung „zugeballert“ – ganz kostenlos. Scheinbar. Die Verlage halten daf├╝r aber die Hand auf.

Im Internet sind viele Nachrichten „kostenlos“ – die Frage ist, wie viel diese Nachrichten wert sind. Die Frage ist, wieviel die Menschen bereit sind, f├╝r solche Nachrichten zu zahlen. S├Ąmtliche Modelle f├╝r „beliebige“ Nachrichten konnten sich nicht „durchsetzen“.

Die „Nachrichten“, also das lokale Zeitungswesen, sind per Lizenz vor rund 60 Jahren vergeben worden. Die Lizenzverlage haben daraus Traumrenditen erwirtschaften k├Ânnen.

Das Internet bedroht dieses „Gesch├Ąftsmodell“. Denn was fr├╝her nur im „Abo“ erh├Ąltlich war, gibt es jetzt „for free“.

Unsere Angebote f├╝r Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Weinheim, Viernheim und Rhein-Neckar sind frei zug├Ąnglich – mit hohem Einsatz aller Mitarbeiter und zun├Ąchst geringer Erwartung von Einnahmen. Ganz in der Tradition der Marktwirtschaft – wir bieten ein Produkt an und hoffen, dass es gef├Ąllt.

Ob wir es verkaufen k├Ânnen, muss der Markt zeigen. Wie wir es verkaufen k├Ânnen, wissen wir noch nicht. Aber wir hoffen darauf, dass es genug Menschen gibt, die unsere Leistung „honorieren“. Dazu werden wir bald ein Angebot machen.

Der alte Markt ger├Ąt zunehmend unter Druck – die gewohnten Gewinnerwartungen und keineswegs das Ideal eines guten Journalismus geraten unter Druck.

Dar├╝ber schreiben „alte Hasen“ in Kontext – und die erfahrenen Journalisten wissen, dass es ernst ist. Mit dem Gesch├Ąft und mit der Meinungsfreiheit.

Wir empfehlen deshalb gerne und dringlich diesen Text.

Herren im Haus

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das rheinneckarblog.de

Plagiator-Formel: Dreist, dreister, Journalist – wie Tageszeitungen tagt├Ąglich „beschei├čen“


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 12. April 2011. (red) Wenn Tageszeitungen ├╝ber die Plagiatsaff├Ąren „zu Guttenberg“ und aktuell Koch-Mehrin berichten, sollten sie allergr├Â├čte Zur├╝ckhaltung ├╝ben. Denn gerade Zeitungsredaktionen plagieren t├Ąglich in gro├čem Umfang. Das Schm├╝cken mit „fremden Federn“ geh├Ârt zum Tagesgesch├Ąft. Ein Unrechtsbewusstsein darf als „nicht-vorhanden“ bewertet werden.

Von Hardy Prothmann

Dem Betr├╝ger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist zu recht die Doktorw├╝rde aberkannt worden. Er hat schamlos und vermutlich vors├Ątzlich fremdes geistiges Eigentum anderer Autoren als sein eigenes ausgegeben.

Aktuell steht die FDP-Spitzenpolitikerin Silvana Koch-Mehrin in der Kritik. Auch sie soll sich bei anderen „bedient“ haben. Die Plattrom „Vroniblog Wiki“ hat schon auf 32 von 207 Seiten ihrer Doktorarbeit Plagiate entdeckt. Auch Veronica Sa├č, Tochter von Edmund Stoiber, soll gnadenlos abgeschrieben haben. Und man kann davon ausgehen, dass weitere prominente Namen folgen werden.

Die gr├Â├čten und systematischen Plagiatoren sind die Tageszeitungen

Bei der Suche nach „skrupellosen Abkupferern“ wird ├╝bersehen, dass t├Ąglich massenhaft Plagiate „unters Volk“ gebracht werden – durch Tageszeitungen. Denn die allermeisten Redakteure und freien Mitarbeiter haben ├╝berhaupt keine Probleme damit, fremde Texte als ihre eigenen auszugeben.

Ein Beispiel gef├Ąllig? Heute haben die Weinheimer Nachrichten einen sehr umfangreichen Text auf Seite 11 ver├Âffentlicht: „Wer versiegelt, der zahlt k├╝nftig mehr.“ Es handelt sich dabei zu fast 100 Prozent um eine Pressemitteilung der Stadt Weinheim, die kostenfrei zur Verf├╝gung gestellt worden ist. Zwar steht am Anfang des Artikels, dass die Verwaltung etwas „mitgeteilt“ hat und auch am Ende steht: „…hei├čt es abschlie├čend in der Pressemitteilung.“

Tagt├Ągliches Plagiieren: Die Weinheimer Nachrichten ├╝bernehmen mehr oder weniger 1:1 Pressemitteilungen, ohne diese korrekt als solche auszuzeichnen. Klicken Sie auf die Grafik, um den gesamten Text als PDF anzuzeigen.

Reichen diese „Hinweise“ aber aus, um klar zu erkennen, dass er komplette Text eine Pressemitteilung ist? Weder ein Durchschnittsleser noch ein Textprofi kann unmissverst├Ąndlich erkennen, wer der wahre Urheber ist.

Kennzeichnungspflicht? Fehlanzeige!

Urheber ist in diesem Fall der Pressesprecher der Stadt Weinheim, Roland Kern – ein gelernter Journalist, der sehr flei├čig und kompetent ├╝ber die Aktivit├Ąten der Stadtverwaltung und das Geschehen in der Stadt schreibt. Das ist sein Job und den macht er hervorragend.

Das kann man von der Redaktion der Weinheimer Nachrichten nicht behaupten. Nicht nur heute, sondern st├Ąndig druckt das Blatt die Texte aus der Feder von Roland Kern oder anderen Urheber mehr oder weniger 1:1 ab. Das allein ist noch nicht „ehrenr├╝hrig“, wohl aber das Fehlen einer korrekten Quellenangabe.

Der Pressekodex des Deutschen Presserats verlangt unmissverst├Ąndlich, Ziffer 1, Richtlinie 1.3:

Pressemitteilungen m├╝ssen als solche gekennzeichnet werden, wenn sie ohne Bearbeitung durch die Redaktion ver├Âffentlicht werden.

Warum steht nicht einfach am Anfang oder Ende des Textes: „Pressemitteilung der Stadt Weinheim“? Ganz einfach, weil die Redaktion so tut, als handle es sich um einen redaktionellen Text. Denn schlie├člich zahlt der Abonnent nicht f├╝r abgedruckte Pressemitteilungen, sondern f├╝r eigene redaktionelle Inhalte. Die Art und Weise, wie die Weinheimer Nachrichten eine vermeintliche „Kennzeichnung“ vornehmen, darf eindeutig als unzureichend bezeichnet werden.

Blaue Markierungen sind Streichungen, gr├╝ne Einf├╝gungen - mit minimalsten Bearbeitungen "eignen sich Redaktionen" Texte an und ver├Âffentlichen sie als redaktionell-journalistische Leistung.

Korrekt kennzeichnen hei├čt glaubw├╝rdig sein

Auch wir ver├Âffentlichen Pressemeldungen der Stadt Weinheim, die von Roland Kern geschrieben worden sind. Im Unterschied zu den Weinheimer Nachrichten kennzeichnen wir die Texte aber korrekt und unmissverst├Ąndlich und t├Ąuschen den Lesern nicht eine redaktionell-journalistische Leistung vor.

Im Vorspann findet sich bei uns ein K├╝rzel „pm“ – das steht ausweislich unseres Impressums f├╝r „Pressemitteilung“. Weiter stellen wir ├â┼ôbernahmen in voller L├Ąnge eine unmissverst├Ąndliche Zusatzinformatoin voran: Entweder steht „Pressemitteilung von…“ oder „Information von…“ vor einem solchen Artikel.

Manchmal ver├Âffentlichen wir auch Texte unter dem Namen des jeweiligen Autoren. „Von Roland Kern“, steht dann vor dem Text und am Ende des Artikels informieren wir die Leserinnen und Leser dar├╝ber, wer der Autor ist. „Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim“, steht dann da.

Warum wir das tun? Der erste Grund hei├čt Ehrlichkeit. Wir geben nicht etwas als unsere Leistung aus, was nicht unsere Leistung ist. Der zweite Grund: Durch die Nennung der Quelle wird deutlich, welche Interessen hier ver├Âffentlicht werden. Der dritte Grund ist Anerkennung: Wir nennen selbstverst├Ąndlich den geistigen Urheber. Der vierte Grund ist ein gesundes Misstrauen: Wir ├╝bermitteln eine fremde Botschaft in Treu und Glauben – sollte ein Fehler oder gar eine T├Ąuschung vorliegen, ist der Urheber klar benannt.

So wie der MM-Redakteur Hans-J├╝rgen Emmerich „arbeiten“ viele: Eine Pressemitteilung wird ein wenig umgestellt und umformuliert und schwubsdiwups wird daraus ein „Redakteursbericht“. Quelle: MM

„zg“ ist ein Vielschreiber

Die Weinheimer Nachrichten stehen mit dieser Plagiatspraxis nicht alleine da. Besonders dreist sind auch Mitarbeiter des Mannheimer Morgens. Hier werden „umformulierte“ Pressemitteilungen gerne mal als „Redakteursbericht“ ver├Âffentlicht (siehe dazu: „Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?„)

Einer der flei├čigsten „Mitarbeiter“ des Mannheimer Morgens ist ein Autor, der das K├╝rzel „zg“ benutzt. Das sieht auf den ersten Blick aus wie ein Autorenk├╝rzel, steht aber schlicht und ergreifend f├╝r „zugeschickt“. Das hei├čt, jeder dieser „zg“-Texte ist keine redaktionell-journalistische Leistung, sondern nur eine Text├╝bernahme. Nirgendwo weist die Zeitung darauf hin, welche Art von Urheber sich hinter „zg“ verbirgt. Andere Zeitungen verwenden andere K├╝rzel.

Patchwork-Journalismus – Copy&Paste ist Alltagsgesch├Ąft

Gerne werden auch „Agenturberichte“ zusammengefasst. Das hei├čt, der Journalist bedient sich mehrerer „Quellen“ von Agenturtexten, kopiert die Inhalte irgendwie zu einem Patchwork-Artikel zusammen und schreibt seinen eigenen Namen ├╝ber den Text. Als „ehrlich“ kann schon gelten, wer wenigstens „Mit Material von…“ ans Ende des Artikels schreibt. Welche Teile der Texte aus welchem „Material“ stammen, ob es 10 oder 90 Prozent des Inhalts sind, ist f├╝r den Leser nicht erkennbar. H├Ąufig wird die Nennung des „Materials“ auch gerne mal vergessen.

Und es sind alle Ressorts betroffen: Politik, Wirtschaft, Sport, Lokales, Kultur. Nicht nur Profis k├Ânnen Plagiate relativ leicht erkennen, wenn man auf folgendes achtet: Je weniger Quellen explizit genannt sind, umso h├Âher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Text in Teilen oder komplett plagiiert wurde. So einfach ist das. Denn seri├Âse Journalisten achten sehr sorgf├Ąltig darauf, die Quellen zu benennen.

„Beispiele f├╝r Plagiate in Wissenschaft und Medien gibt es viele“, schreiben die Soziologen der Uni Bielefeld, Sebastian Sattler und Floris van Veen, in ihrem Text „Ver├Âffentliche oder stirb“ f├╝r die Medienfachzeitschrift „Message“:

„Auffallend rar hingegen ist die Forschung zum Textklau im Journalismus. Das verwundert, f├╝hrt man sich den Schaden vor Augen: Leser werden nicht authentisch und transparent informiert, aber trotzdem zur Kasse gebeten.“

Textklau ist kaum erforscht – kein Wunder

Die Forscher wundern sich, dass es kaum Forschung zu dem Thema „Textklau im Journalismus“ gibt. Das aber ist nicht verwunderlich, wenn man wei├č, dass viele Medien-Professuren eng mit Medien-Verb├Ąnden und -Verlagen verbunden sind. Wer also sollte an einem solchen Forschungsvorhaben interessiert sein? Oder anders gefragt: Wer w├╝rde ein niederschmetterndes Ergebnis ver├Âffentlichen? Die, die es selbst betrifft? Wohl kaum.

Die Forscher folgern, dass dies der Glaubw├╝rdigkeit von Journalismus schadet. Umgekehrt gilt: Der Ehrliche ist der dumme. Wer dreist kopiert und abschreibt ist vermeintlich erfolgreicher, als derjenige, der sich nicht mit fremden Federn schm├╝ckt. Und da eine Kr├Ąhe der anderen kein Auge aushakt, wird diese Praxis des institutionalisierten Textklaus schaarenweise und vollst├Ąndig unversch├Ąmt betrieben.

Plagiat = Raub der Seele

So werden tagt├Ąglich in Deutschland Zeitungen und andere Medien von „Journalisten“ gef├╝llt und von Redakteuren verantwortet, die entweder nie einen Funken Berufsehre in sich hatten oder diese im Lauf der Zeit „verloren“ haben. Ganz im Gegenteil handelt es sich um Banditen, um R├Ąuber, wie sich anhand der Definition von „Plagiat“ bei Wikipedia nachlesen l├Ąsst:

Ein Plagiat (von lat. plagium, „Menschenraub“, „Raub der Seele“[1]) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Dies kann sich auf eine wortw├Ârtliche ├â┼ôbernahme, eine Bearbeitung, oder auch die Darstellung von Ideen oder Argumenten beziehen.

Anmerkung:
Zur├╝ck zur „Wissenschaft“: Die Arbeit an diesem Text wurde kurz von 15:00 Uhr begonnen. Zu diesem Zeitpunkt waren 32 m├Âgliche Plagiatsstellen in der Arbeit von Frau Koch-Mehrin martkiert worden. Um 17:30 Uhr fanden sich bereits 37 Stellen. ­čśë

Vereine und Veranstalter profitieren besonders von unseren Terminkalendern

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 18. M├Ąrz 2011. (red) Wer im Internet gefunden werden will, muss dort auch seine Spuren hinterlassen – mit Informationen. Einladungen, Termine, Artikel sind unverzichtbarer Teil einer guten, modernen ├ľffentlichkeitsarbeit. Egal, ob f├╝r Unternehmen, Vereine, Veranstalter oder Beh├Ârden. Das Internet hat einen unschlagbaren Vorteil gegen├╝ber dem Medium Papier – es ist ├╝berall und immer erreichbar.

Vereine und Veranstalter profitieren besonders von unseren Terminkalendern – da die Daten im Internet erfasst werden, erh├Âht sich auch die „Aufmerksamkeit“ von Google – gedruckte Termine in Zeitungen werden selbstverst├Ąndlich nicht erfasst und im Internet auch nicht gefunden. Und jeder wei├č mittlerweile, wie wichtig es ist, bei Google gefunden zu werden… Und die Jugend erreichen Vereine ├╝ber die Zeitung so gut wie gar nicht mehr.

Kostenfreie Nutzung.

Die Nutzung des Google-Kalenders ist kostenfrei. Ein Terminblatt kann man verlegen – der Kalender ist immer online und von jedem Internetzugang aus erreichbar.

Regelm├Ą├čige Termine k├Ânnen Sie als „Reihe“ eingeben, Parties, Veranstaltungen, Feste, Ausstellungen – alle Termine sind fix eingetragen und k├Ânnen umfangreich beschrieben werden. Durch eine Adresseingabe l├Ąsst sich der Ort des Termins mit Google Maps komfortabel darstellen.

Service f├╝r Vereine und Veranstalter.

Wir bieten Vereinen einen kostenfreien Service an: einzelne zugesandte Termine tragen wir durch die Redaktion ein. Hat ein Verein oder ein Veranstalter aber sehr viele Termine, sollte man diese selbst einpflegen – dann kann durch uns nichts ├╝bersehen werden (wir sind auch nur Menschen).

Das machen beispielsweise schon der Vogelverein und die Remigiusb├╝cherei in Heddesheim, die evangelische Stadtmission und die Ringer vom ASV in Ladenburg, das Olympiakino in Hirschberg-Leutershausen und viele andere. Auch Parteien interessieren sich – die CDU Weinheim wird demn├Ąchst ihre Termine hier auch anbieten. (Klicken Sie hier auf den Terminkalender oder in allen unseren Blogs links oben in der zweiten Men├╝zeile unter Termine – rechts sehen Sie eine Pfeil – klicken Sie hier um die angezeigten Kalender zu sehen. Sie k├Ânnen Kalender anzeigen oder ausblenden – wie Sie w├╝nschen. Auf allen Blogs.)

Vielf├Ąltige Vorteile.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Erstens kann man den Google-Kalender auf der eigenen Homepage einstellen (und damit im Internet, was die „Trefferh├Ąufigkeit“ bei Google erh├Âht) und zweitens kann man schnell reagieren. F├Ąllt ein Termin aus, kommt einer hinzu oder m├╝ssen Informationen erg├Ąnzt oder ver├Ąndert werden, kann man von ├╝berall auf der Welt an einem Internet-PC zu jeder Zeit diese ├âÔÇ×nderungen vornehmen – ohne den Umweg ├╝ber die Redaktion nehmen zu m├╝ssen.

Denn sobald ein Kalender f├╝r uns freigegeben wurde, k├Ânnen wir diesen in unserem Kalender anzeigen lassen. Sie k├Ânnen umfangreiche Texte zu den Terminen schreiben und haben selbst die Kontrolle. Nur berechtigte Personen k├Ânnen die Termine ├Ąndern – wer das ist, entscheiden Sie.

Laden Sie Freunde und interessierte Personen ein.

Und Sie k├Ânnen selbst Freunde einladen, um auf die Termine hinzuweisen. Vereinsmitglieder m├╝ssen keinen Termin mehr abtippen, sondern k├Ânnen diese auch ganz einfach ├╝bernehmen, mit ihren Handys synchronisieren und an Freunde weitergeben.

Will jemand einen Termin bei Facebook einstellen, m├╝sste er erst aufw├Ąndig in der Zeitung abschreiben – wer macht das? Kaum jemand. Gef├Ąllt ein Termin ist er mit Kopieren und Einf├╝gen schnell ├╝bertragen und wird weiteren Menschen bekannt gemacht.

Die Einrichtung ist relativ einfach. Wir bieten dazu eine Beschreibung an, die Sie hier downloaden k├Ânnen. Falls es damit nicht gleich funktionieren sollte oder Fragen offen sind, kein Problem: Vereinen bieten wir gegen eine Pauschale von 40 Euro die Einrichtung und eine kleine Schulung an.

Auch f├╝r die Vereinsarbeit nutzbar├é┬á – n├╝tzlich f├╝r Unternehmen.

Unternehmen, Gewerbetreibende und andere beraten wir im effektiven Umgang und Einsatz mit dieser fantastischen Kalenderfunktion (die man auch nicht-├Âffentlich nutzen kann). Gegen eine geringe Geb├╝hr k├Ânnen Sie wichtige Termine wie Einladungen oder Pr├Ąsentationen ebenfalls in unseren Terminkalendern darstellen lassen.

Noch einmal im Ãœberblick wichtige Funktionen:

Kalenderfreigabe: Richten Sie einen Kalender f├╝r die (Fu├čball-)Manschaft Ihres Vereins oder Ihrer Firma ein und geben Sie diesen f├╝r das gesamte Team frei. (Keiner Ihrer Mitspieler wird jemals wieder das Training vergessen.) Oder geben Sie Ihre Kalender f├╝r Freunde, Angeh├Ârige, interessierte Personen frei, damit Sie die unterschiedlichen Zeitpl├Ąne nebeneinander anzeigen k├Ânnen.

Einladungen: Erstellen Sie Einladungen f├╝r Termine, versenden Sie diese an Freunde und verwalten Sie zentral die Antworten und Kommentare anderer Personen. Ihre Freunde k├Ânnen Ihre Einladung empfangen und eine Antwort senden, auch wenn sie selbst Google Kalender nicht nutzen!

Suche: Suchen Sie das Datum f├╝r den Grillabend bei einem Freund, der „irgendwann demn├Ąchst“ stattfinden sollte. Oder suchen Sie in ├Âffentlichen Kalendern nach neuen interessanten Terminen und f├╝gen Sie diese zu Ihrem eigenen Kalender hinzu.

Zugriff ├╝ber Ihr Handy: Empfangen Sie Terminerinnerungen und -benachrichtigungen auf Ihrem Handy.

Terminver├Âffentlichung: Geben Sie die Termine Ihrer Organisation f├╝r alle Personen frei, wenn Sie das m├Âchten.

Wenn Sie uns Termine schicken wollen – jederzeit gerne. Wenn Sie Fragen haben, fragen Sie: termine (at) rheinneckarblog.de

Die Eingabemaske - ├╝bersichtlich und einfach zu bedienen. Klicken Sie auf die Grafik f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung.

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Das rheinneckarblog

49 Millionen Deutsche sind online – Print verliert


Guten Tag!

Heddesheim, 11. Dezember 2010. (cm) Immer mehr Deutsche sind online aktiv. Das hat die Onlinestudie 2010 des ARD/ZDF hervorgebracht. F├╝r die Stichprobe wurden insgesamt 2.577 Erwachsene befragt. Besonders beliebt bei Internetnutzern: Multimediale Anwendungen wie Videos oder Podcasts.

Die ARD/ZDF Onlinestudie 2010 zeigt, wohin der Trend geht. Immer mehr Deutsche sind online. In absoluten Zahlen sind es nach der Studie 49 Millionen Menschen in Deutschland. Quer durch alle Altersschichten.

Besonders bemerkenswert: Alle Jugendlichen bis zu einem Alter von 19 Jahren sind mindestens gelegentlich online. Das ist eine Quote von 100 Prozent.

Die Generationenkluft ist daf├╝r nach oben gewandert. Personen unter beziehungsweise ab dem 65 Lebensjahr sind am seltensten im Internet anzutreffen.

Dabei ist gerade dieser Personenkreis eine „gewichtige Gruppe“, da mehr als 20 Millionen Bundesb├╝rger dazugeh├Âren. Sie nehmen (noch) nicht am Internet und den Informationsm├Âglichkeiten teil.

Der Gro├čteil der Nutzer greift ├╝ber das Notebook auf Onlineangebote zu. Die mobile Internetnutzung ist bislang aber kaum anzutreffen. Auch bei der angeblich „vernetzten“ Jugend ist sie nur sp├Ąrlich vorhanden. So halten gerade einmal 10 Prozent der Teenager „mobiles Internet f├╝r unverzichtbar“.

Onlinezeiten steigen – Nachrichten wichtigste Inhalte

Der durchschnittliche Internetnutzer ist t├Ąglich 83 Minuten online. In dieser Zeit werden die verschiedensten Dinge erledigt. Von Sozialen Netzwerken bis hin zu E-Mails. Insbesondere aktuelle Informationen werden dabei h├Ąufig genutzt. So haben im Jahr 2010 rund 90 Prozent der Nutzer das Internet f├╝r aktuelle Nachrichten und Informationen verwendet.

mediennutzung

Mediennutzung 2010: Print verliert, Radio/TV stabil, Internet legt zu - Quelle: ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation

Zeitung und sonstige Printprodukte erreichten im selben Erhebungszeitraum nur ein Zeitfenster von 23 Minuten, also nur und ein Viertel der Zeit, die f├╝rs Internet aufgewendet wird. Printprodukte wie Zeitungen verlieren gleichzeitig immer mehr Nutzer.

Im Hinblick auf die gesamte Mediennutzungszeit liegt das Internet jedoch nicht an der Spitze. Radio und Fernsehen nehmen hier nach wie vor zwei Drittel der gesamten Mediennutzungszeit ein. Vor allem das Radio ist als „Nebenbeimedium“ (Auto, Arbeitsplatz, K├╝che) immer noch etabliert.

Multimedia nimmt zu – Wettbewerbsverh├Ąltnis nicht ersichtlich

Besonders beliebt bei Nutzern aller Altersklassen sind Multimedia-Angebote. Also Video- sowie Audiobeitr├Ąge. Insbesondere die M├Âglichkeit, Beitr├Ąge zeitversetzt zu sehen, begeistert viele Nutzer.

Einen „Verdr├Ąngungswettbewerb“ zwischen den Medien sieht die Studie von ARD und ZDF trotz des enormen Zuwachses in Richtung „online“ nicht. Statt eines „entweder – oder“ gibt es vielmehr ein „sowohl als auch“. Auf Anbieter- sowie auf Nutzerseite. Insgesamt betrachtet steige der Medienkonsum weiter an.

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei Media Perspektiven. Die Studie kann hier im Detail (PDF) eingesehen werden.

In eigener Sache: „Der Wert der Nachricht.“ Live-Diskussion

Guten Tag!

Heddesheim, 16. M├Ąrz 2010. Der Gr├╝nder des heddesheimblogs, Hardy Prothmann, diskutiert heute Abend zusammen mit anderen Journalisten den „Wert der Nachricht“. Die Diskussion wird live ├╝ber das Internet ausgestrahlt.

Das Institut f├╝r Publizistik zur F├Ârderung publizistischen Nachwuchses e. V. (ifp) l├Ądt heute Abend in M├╝nchen zur Diskussion ein: „Der Wert der Nachricht.“

Die Podiumsteilnehmer: Hardy Prothmann, Gr├╝nder heddesheimblog.de, Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur kna, Jochen Wegner, Chefredakteur FOCUS online/Gesch├Ąftsf├╝hrer Nachrichten.de, Joachim Widmann, Chefredakteur ddp; Moderation: Christian Vogg, Redaktionsleiter WDR Mediathek.

Die Diskussion kann live ab 18:30 Uhr im Internet verfolgt werden: „ifp im Gespr├Ąch“.

Das Video kann auch nach der Live-├â┼ôbertragung angesehen werden. Bei den ersten elf Minuten gibt es eventuell Probleme mit dem Ton – danach sollte es funktionieren.

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Das heddesheimblog

Am Pranger: Clemens Wlokas – Chef ├╝ber „Billig“-Zeitungen kommentiert das heddesheimblog

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Februar 2010. Gestern Abend feuerte Clemens Wlokas eine Serie von Kommentaren ab. Wutschnaubende Kommentare von Profilneurotikern oder anonyme Angriffe der „Heddesheim-Connection“ ist die Redaktion gewohnt – aber keinen so massiven Angriff eines Zeitungschefredakteurs und Gesch├Ąftsf├╝hrers, dessen Zentrale in Hannover sitzt: Die „Madsack-Gruppe“. Die Kommentarwut des Herrn Wlokas hat Gr├╝nde.

Von Hardy Prothmann

Clemens Wlokas schreibt: „Wer steht morgen in Heddesheim am Pranger? Wer wird ├╝bermorgen als Sau durchs Dorf getrieben?“

Die Antwort ist einfach: Clemens Wlokas.

Clemens Wlokas ist Vize-Chefredakteur der „Madsack-Heimatzeitungen“. Und gleichzeitig Gesch├Ąftsf├╝hrer. Madsack ist eine Verlagsgruppe aus Hannover, die 2008 rund 500 Millionen Euro Umsatz machte (was ganz sch├Ân viel Geld ist…).

Unanst├Ąndiges Gesch├Ąftsmodell?

Madsack hat sich wie andere Verlage bei „myheimat“ eingekauft. Das ist eine Internetplattform, bei der B├╝rger Texte und Bilder einstellen k├Ânnen – ohne Honorar.

Daraus versuchen die Verlage ein Gesch├Ąft zu machen: Indem sie „B├╝rgerseiten“ in ihren Zeitungen drucken oder Vereinszeitschriften mit durch Vereinsmitglieder kostenlos geschriebenen Inhalten f├╝llen.

Gute Sache? Ja, f├╝r die Verlage. Denn es kommen auch Anzeigen in die „Zeitschriften“ mit rein, an denen verdienen die Verlage. Die B├╝rger und Vereine liefern zwar die Inhalte, sehen aber kein Geld.

Deswegen habe ich (verantwortlich f├╝r das heddesheimblog) dieses Gesch├Ąftsmodell in einem Interview als „unanst├Ąndig“ bezeichnet.

Wie steht es um die Qualit├Ąt der „myheimat“-Printprodukte? Die h├Ąngt vom schreiberischen K├Ânnen der „B├╝rger“ ab. Schleichwerbung oder gezielte Verbreitung von „Interessen“ dieser „B├╝rger“? M├Âglich. Angeblich wird das kontrolliert.

In einem lesenswerten Artikel der Journalistenfachzeitschrift Mediummagazin sind das System „myheimat“ und die vielen Zweifel an der Seriosit├Ąt dieses Gesch├Ąftsmodells ausf├╝hrlich beschrieben worden: „Heimat f├╝r jedermann

(Das Mediummagazin ist die Zeitschrift, dessen Jury uns unter die 100 Journalisten des Jahres 2009 in der Kategorie Regionales auf Platz 3 w├Ąhlte.)

Clemens Wlokas ist der Redaktion pers├Ânlich unbekannt.

Aber Clemens Wlokas scheint sich brennend f├╝r das heddesheimblog zu interessieren. Da geht es ihm nicht anders als vielen anderen Journalisten und Verlagsmanagern, die genau gucken, warum das kleine heddesheimblog aus dem kleinen Heddesheim so viel bundesweite Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Hannover vs. Heddesheim

Wir bekommen soviel Aufmerksamkeit, weil das Konzept hinter heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog eine Nische ist. Kleine, lokale M├Ąrkte. Zu klein f├╝r die selbstgef├Ąlligen Zeitungsmonopolisten. Und gleichzeitig zeigt unsere kleine Redaktion dem „gro├čen MM“ h├Ąufig eine „Nase“, weil wir tiefgr├╝ndiger, besser, nachhaltiger arbeiten – obwohl wir nach nach Geld, „Manpower“, Verbindungen eigentlich gnadenlos unterlegen sein m├╝ssten.

Der entscheidende Unterschied zwischen MM, „myheimat“ und uns ist aber: Wir nehmen unsere Leserinnen und Leser ernst. Und wir lieben unseren Job.

Anscheinend stehen unsere Blogs auch hier mit „myheimat“ in Konkurrenz. Anders ist die inhaltlich weitgehend armselige Kommentarwut des Herrn Wlokas nicht zu erkl├Ąren.

Warum der Herr Wlokas w├╝tend ist? Ganz einfach. Er produziert „billige“ Inhalte – wir Qualit├Ątsjournalismus.

Herr Wlokas scheint sich zu sorgen, dass sich Qualit├Ąt durchsetzt. Wir sind davon ├╝berzeugt.

Wlokas-Rolle:
http://heddesheimblog.de/2010/02/08/kappenabend-2010-love-peace-and-fischfilet/comment-page-1/#comment-4866
http://heddesheimblog.de/2010/02/09/stefan-dallinger-cdu-zum-neuen-landrat-des-rhein-neckar-kreises-gewahlt/comment-page-1/#comment-4867
http://heddesheimblog.de/2010/02/11/die-alte-apotheke-kommentare-und-das-prinzip-angst/comment-page-1/#comment-4870
http://heddesheimblog.de/2010/02/10/die-alte-apotheke-der-kommentar-und-die-diskussion/comment-page-1/#comment-4869
http://heddesheimblog.de/2010/02/10/journalismus-was-ist-das/comment-page-1/#comment-4871
http://heddesheimblog.de/2010/02/10/journalismus-was-ist-das/comment-page-1/#comment-4872
http://heddesheimblog.de/2010/02/09/kein-kinderlachen-fur-das-heddesheimblog/comment-page-1/#comment-4873

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Journalismus? Was ist das?

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Februar 2010. Der Kommentar „Kein „Kinderlachen“ f├╝r das heddesheimblog“ regt auf. Oder regt sein Inhalt auf? Welcher? Der dargestellte oder wie die Darstellung eingeordnet wird? Oder dass ├╝berhaupt dargestellt und eingeordnet, also berichtet wird? Oder eine „Darstellung“, die nicht so ist, wie „man das will“? Und wer hat was davon? Und wer regt sich auf? Das sind viele Fragen – die alle mit Journalismus zu tun haben.

Von Hardy Prothmann

Mitte August 2009 sprach mich vor dem Edeka-Markt in Heddesheim eine ├Ąltere Dame an und sagte: „Herr Prothmann, ich versuche ja mit der Zeit zu gehen und bin im Internet. Und ich lese jeden Tag interessiert Ihr heddesheimblog. Ihr letzter Kommentar war, wie soll ich das sagen, ganz sch├Ân heftig. D├╝rfen Sie das so schreiben, wie Sie das geschrieben haben? Im Mannheimer Morgen gibt es auch Kommentare, aber die sind nicht so heftig wie Ihre.“

Die Dame benannte diesen Kommentar: High Noon in Heddesheim – Ist dieser B├╝rgermeister noch zu halten?

Ich habe mit der Dame daraufhin ein langes Gespr├Ąch gef├╝hrt und ihr erkl├Ąrt, warum ich einen Kommentar so schreiben „darf“. Und was, und warum und wie ich es geschrieben habe.

Die W-Fragen und das Interesse

Was, wann, wo, wer, wie und warum? Diese Fragen sind die „Grundausr├╝stung“ f├╝r Journalismus. Aber auch f├╝r die Polizei, f├╝r die Feuerwehr, f├╝r Krisenmanager, f├╝r Wissenschaftler, f├╝r Politiker. Eigentlich f├╝r alle Menschen, die sich berufsm├Ą├čig f├╝r was auch immer interessieren m├╝ssen.

Genau darum geht es im Journalismus. Um das Interesse.

Inter-esse ist lateinisch und hei├čt ungef├Ąhr: Dazwischen (inter) sein (esse).

Die Geschichte der Menschheit ist gleichzeitig die Geschichte des „Journalismus„. Angefangen bei den H├Âhlenmalereien ├╝ber die Erfindung des Buchdrucks bis hin zum Internet. „Jour“ ist das franz├Âsische Wort f├╝r Tag. Im Journalismus geht es ums „Tagesgesch├Ąft“, ├╝ber das berichtet wird.

Was ist passiert? Wor├╝ber reden die Menschen? Was betrifft die Menschen? Was m├╝ssen/sollten sie wissen?

Journalismus ist die professionelle Umsetzung des Alltags in Informationen, ob in Text, Bild oder Ton.

Tiere – Titten – Tote

Die „Bild“ ├╝bersetzt Alltag mit TTT. Tiere-Titten-Tote. Diese Themen liebt das Boulevardblatt – weil die Leser sie lieben und die Zeitung kaufen.

Die FAZ kommt konservativer daher und hat dahingehend beste Beziehungen zur Wirtschaft und Politik. Dort wird die Zeitung geliebt, weil sie so staatstragend daherkommt und ├╝berwiegend auf TTT verzichtet.

Die S├╝ddeutsche Zeitung ist da vielseitiger und hat die FAZ l├Ąngst bei der Auflage deutlich wiederholt. Die Berliner taz ist unter den ├╝berregionalen Zeitungen die bissigste und gilt als verkappte Journalistenschule. Viele fr├╝here „tazler“ haben sp├Ąter woanders Karriere gemacht. Die tagesschau ist scheinbar neutraler.

Das ├Âffentlich-rechtliche SWR3 und der Privatsender RPR konkurrieren um den H├Ârermarkt. Ihre Information: Unterhaltung und gute Laune. Radio ist ein sehr emotionales Medium. Deswegen hat das ├Âffentlich-rechtliche Deutschlandradio auch vergleichsweise wenige H├Ârer: Es ist zwar das „journalistisch“ mit Abstand informativste Radio von allen was „wichtige“ Nachrichten und Hintergr├╝nde angeht – aber es ist anstrengend.

Guter oder schlechter Journalismus
ist eine moralische Unterscheidung

Damit sind wir mitten im Thema. Was ist Journalismus? Was ist „guter“ und was ist „schlechter“ Journalismus?

Die erste Antwort: „Gut“ oder „schlecht“ sind moralische Fragen, die nur jeweils moralisch beantwortet werden k├Ânnen.

Gut oder schlecht l├Ąsst sich aber relativ einfach in zutreffend oder nicht-zutreffend ├╝bersetzen. „Gut“ w├Ąre demnach „zutreffend“ und „schlecht“ w├Ąre „nicht-zutreffend“.

Die Bild-Zeitung berichtet h├Ąufig „nicht-zutreffend“, also „schlecht“. Trotzdem oder gerade deswegen ist sie die nach Auflage „gr├Â├čte“ und erfolgreichste Tageszeitung Europas.

TTT – Tiere-Titten-Tote sind das Erfolgsrezept der Boulevard-Zeitung, die jeder „wichtige“ Mensch, angefangen von der Kanzlerin bis hin zum „Volk“ jeden Tag als erstes liest.

Denn, was in der Bild steht, findet statt. Es ist Tagesthema. Der Bild gelingen auch immer wieder geniale Schlagzeilen, beispielsweise: „Wir sind Papst!“

Ebenfalls zum Axel-Springer-Verlag geh├Ârt die Zeitung „Die Welt“ – ein ├╝berwiegend anerkannt seri├Âses Blatt. Beide Zeitungen bedienen unterschiedliche Zielgruppen und damit M├Ąrkte.

Journalismus ist also auch eine Form der Wirtschaft und betreibt Wertsch├Âpfung. Die Ausgangsmaterialien sind Informationen, die zu neuen Informationen zusammengef├╝gt und „verpackt“ werden: Als TV- oder H├Ârfunksendung, als Printprodukt oder als elektronisch verteilte Information im Internet.

Was muss, kann, sollte berichtet werden? Und vor allem wie?

Au├čer TTT gibt es die Liebe, die Menschenrechte, den Fu├čball, die Di├Ąt, die Schule, den Verein, die Finanzanlage und noch viele andere Themen mehr.

Was, wann, wo, wie, wer und warum? Ohne Journalismus w├╝ssten wir alle nur wenig von dem, was um uns herum passiert.

Aber es gibt ganz bewusst kein Gesetz, dass vorschreibt, wie, wann in welchem Umfang wor├╝ber berichtet wird. Daraus ergibt sich die Medienvielfalt mit ihren unterschiedlichsten Angeboten.

L├Ąnder ohne Pressefreiheit, also ohne Journalismus, sind meist primitive Kulturen oder Diktaturen. Meist beides.

Denn Journalismus ist eine demokratische Dienstleistung und erf├╝llt in einer Demokratie eine wichtige Aufgabe: Journalismus ├╝bt durch die „Ver├Âffentlichung“ Kontrolle aus. Das bekannteste Beispiel d├╝rfte die „Watergate„-Aff├Ąre sein, die Pr├Ąsident Nixon zum R├╝cktritt zwang. Zwei Journalisten hatten durch die Hilfe eines „Informanten“ den politischen Skandal ├Âffentlich gemacht.

Journalismus hat also eine „W├Ąchterfunktion“.

Vergleichbar mit der eines Steuerberaters: Es wird „Buch gef├╝hrt“. ├â┼ôber Einnahmen und Ausgaben.

Vergleichbar mit der Polizeiarbeit: Es wird ermittelt.

Vergleichbar mit dem Gericht: Es wird aber be- und nicht gerichtet. Es wird nicht ver- aber geurteilt.

Vergleichbar mit einem Kaffeekranz oder Stammtisch: Es wird ├╝ber vieles geschw├Ątzt.

Meinungsfreiheit ist eine Grundvoraussetzung f├╝r Demokratie

Und das ist mit dem Artikel 5 in unserem Grundgesetzes verankert: Alle Menschen in Deutschland d├╝rfen eine Meinung haben und diese ├Âffentlich ├Ąu├čern. Eine Zensur von staatlicher Seite findet nicht statt.

├ľffentlichkeit ist der Kern einer jeden Demokratie. Auch wenn das nicht jedem passt und es manchmal schwerf├Ąllt andere Meinungen auszuhalten: Rechtsradikale d├╝rfen schreiben: Ausl├Ąnder raus Linksradikale d├╝rfen meinen: Soldaten sind M├Ârder.“ Beides sind extreme ├âÔÇ×u├čerungen und bewegen sich am ├Ąu├čersten Rand, aber eben noch im Bereich des Zul├Ąssigen.

Nicht erlaubt sind Diffamierungen oder Beleidigungen oder falsche Tatsachenbehauptungen – Journalismus muss sich hier wie alle an Recht und Gesetz halten.

Journalismus ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Denn Journalismus beeinflusst wie die PR, wie die Politik, wie die Werbung oder Lobbyismus oder unser aller Tun in vielf├Ąltigen Funktionen die ├ľffentlichkeit.

Mit Meinungen, mit Fakten, mit Emotionen. Mit „sch├Ânen“ Geschichten, aber auch mit den weniger sch├Ânen Geschichten des Alltags.

├ľffentlichkeit ist ein hohes Gut. Sie schafft transparente M├Ąrkte, Werbung f├╝r Produkte, politische Debatten, kulturellen Austausch, sportlichen Wettkampf und: Bildung.

Deshalb ist eine „positive“ ├ľffentlichkeit den meisten Menschen und Unternehmen wichtig – denn die bringt Erfolg. Gesch├Ąftlich, politisch, pers├Ânlich, kulturell und sportlich.

Journalismus ist ein Informationsangebot

Es gibt kein Gesetz, was Journalismus ist oder sein sollte. Es gibt den Artikel 5 und es gibt in den Bundesl├Ąndern „Pressegesetze„. Danach sind staatliche Beh├Ârden und Institutionen verpflichtet, Journalisten Ausk├╝nfte zu erteilen. Das ist wichtig, sonst k├Ânnte ├╝ber das „├ľffentliche“, also die ├âÔÇ×mter, die durch die Steuerzahler bezahlt werden, nicht berichtet werden.

Und b├Ârsennotierte Unternehmen m├╝ssen ihrer Ver├Âffentlichungspflicht nachkommen.

Sonst ist niemand verpflichtet, Journalisten eine Information zu geben. Weder ein Gesch├Ąftsf├╝hrer, noch ein Sportler, noch ein K├╝nstler und schon gar nicht ein Privatmensch. Umgekehrt gibt es auch keine Pflicht f├╝r Journalisten, irgendetwas zu ver├Âffentlichen oder so, wie das jemand m├Âchte. B├╝rger k├Ânnen aus vielen Informationsangeboten w├Ąhlen und sich informieren, sie m├╝ssen aber nicht.

Trotzdem erscheinen jeden Tag hunderte von Zeitungen, jeden Monat tausende von (Fach-)Zeitschriften, es gibt hunderte Radio- und Fernsehsender in Deutschland. Hinzu kommt das Internet – das neue Medium, das sind mit rasender Geschwindigkeit zum weltweiten Hauptmedium entwickelt, wenn es das nicht schon bereits ist.

Das Internet ist ein hochgradig demokratisches Medium, denn es erlaubt eine einfache und grenzenlose Ver├Âffentlichung von Meinungen durch jeden B├╝rger – au├čer in Diktaturen wie dem Iran beispielsweise.

F├╝r den oben genannten „heftigen“ Kommentar h├Ątte ich dort mit harten Strafen rechnen m├╝ssen. In unserem Land nicht. Hier d├╝rfen ich und jeder andere das grunds├Ątzlich und im Speziellen, wenn zutreffende Tatsachen berichtet und Meinungen ge├Ąu├čert werden.

Der B├╝rgermeister ist immer noch im Amt und ich in Freiheit. Auch wenn das eine oder das andere dem einen oder anderen nicht passt.

Gezwitscher

Guten Tag,

es gibt Nachrichten, andere Nachrichten, noch andere Nachrichten und noch viele andere Nachrichten.

Sie fragen jetzt zu Recht: H├Ą? Was jetzt?! Nachrichten sind doch Nachrichten!?

Nochmal von vorne. Aber Sie m├╝ssen Geduld haben, weil der Text etwas l├Ąnger ist…

Es geht um Medienkompetenz. Also, wie nutze ich als Mensch die Medien und was wei├č ich ├╝ber das Medium, den Mitarbeiter und seine Quellen. Und: Was interessiert mich? Alles? Der „Mantel“ (erste und letzte Seiten der Zeitung), der Sport, die Wirtschaft, das Lokale?

Viele Nachrichten beginnen eine Nachricht zu werden, wenn sie zum Beispiel durch die Presseagenturen wie deutsche presse agentur (dpa), agence france press (afp) oder auch von „richtig gro├čen“ Agenturen wie the associated press (ap) ver├Âffentlicht werden. Im Bereich der Wirtschaft sind das Bloomberg oder Dow Jones News, im Sport der sport informationsdienst (sid). In Russland ITAR Tass, sonstwo auf der Welt gibt es viele Agenturen.

Aus den Meldungen (Nachrichten) der Agenturen werden dann Nachrichten in Massenmedien, also in Zeitungen, im Radio, im Fernsehen: Viele Zeitungen ├╝bernehmen Texte der Agenturen├é┬á (schauen Sie in der Zeitung unter die Artikel… da steht dann dpa oder ap), im Radio wird manchmal auch noch gesagt, wo die Nachricht├é┬á herkommt (nach einer Information der dpa…), also die „Quelle“ genannt, seltener im Fernsehen.

Fast keine „eigenen“ Nachrichten mehr

Medienkritiker sagen, es gibt ├╝berwiegend fast nur noch Nachrichten, die nicht mehr selbst├é┬árecherchiert sind (von den Journalisten der Tageszeitung, die Sie (Sie lesen diesen Text gerade) abonniert haben), sondern auf Agenturnachrichten zur├╝ckgehen. Die „Agentur“ kann tats├Ąchlich (vor allem im lokalen und regionalen) auch ein Verein, die Polizei, ein Presseb├╝ro oder ├Ąhnliches sein.

Warum das so ist? Aus Kostengr├╝nden – auch Medien m├╝ssen sparen, zum Beispiel bei Journalisten.
Warum kritisierten die Kritiker das? Weil jede „Nachricht“, egal ob von einer Agentur oder aus einer anderen „Quelle“ von Journalisten├é┬áf├╝r das eigene Medium ├╝berpr├╝ft werden sollte, in dem sie ver├Âffentlicht werden. In der Praxis ist das kaum zu schaffen. „Man“ (die Journalisten) vertraut auf die Agenturen (die dort arbeitenden Journalisten) oder andere Quellen.

Das ist ├Ąhnlich wie im Stra├čenverkehr. Alle bedienen sich derselben Regeln. Ein Auto, das links blinkt, sollte auch links fahren, tut es das nicht und Sie vertrauen drauf, kommt es zum Unfall. Im Journalismus nennt man das „Ente“ oder auch „Falschmeldung“. Meistens fahren Autos aber links, die links blinken.
Trotzdem gilt: Sei vorsichtig!

Seri├Âs oder unseri├Âs?

Wer Medien „konsumiert“ ist ein „Medienkonsument“, er „verbraucht“ Nachrichten. In der Wissenschaft nennt man den Medienkonsumenten auch Rezipient, den Empf├Ąnger einer Nachricht also.
Medienkompetenz hat der Rezipient, wenn er sich „bewusst“ ist, dass es verschiedene Quellen gibt, seri├Âse und unseri├Âse. Und wenn er wei├č, dass er sich „normalerweise“ auf die seri├Âsen verlassen kann und unseri├Âse ignorieren soll.
Manchmal ist es aber auch umgekehrt: dann „l├╝gen“ die „vermeintlich seri├Âsen“ und die „unseri├Âsen“ enthalten die „Wahrheit“.
Und machmal ist es noch komplizierter: Der Rezipient, Konsument oder Politiker, kann oder will sich auch auf die unseri├Âsen oder sogar „falsch meldenden“ Medien verlassen und beziehen, weil diese seinen „Interessen“ dienen. So werden falsche Informationen zu „interessengesteuerten Informationen“.
Denken Sie an den Irak-Krieg und die „angeblichen Massenvernichtungswaffen“. Dar├╝ber haben fast alle westlichen Medien meist vollkommen unkritisch berichtet. Die Massenvernichtungswaffen, so hat sich sp├Ąter herausgestellt, gab es nie.
Ein anderes Wort daf├╝r ist Propaganda. Noch eins Werbung. Noch eins Wahlkampf.

Das klingt kompliziert und ist es auch. Es beschreibt aber ganz gut das Handwerk der Journalisten, die versuchen wollen, m├Âglicht „objektiv“ aus dieser „komplizierten“ Welt die “ echte (objektive) Nachricht“ herauszufiltern. Das ist ├Ąhnlich wie im Stra├čenverkehr. Der Anf├Ąnger findet es schrecklich chaotisch, der erfahrene Verkehrsteilnehmer findet sich zurecht.

Objektivit├Ąt und Vertrauen

Wie der Rezipient, der in unserer Region den „etablierten Medien“ vertraut: das sind beispielsweise der Mannheimer Morgen, die Rhein-Neckar-Zeitung, die Weinheimer Nachrichten und der SWR. Manche vertrauen auch auf SWR3, Radioregenbogen oder RPR1.
Allen gemein ist, dass sie meistens nur ihrer „Marke“ vertrauen, also dem Medium, dass sie am meisten nutzen und damit kennen: Man nennt das Lese-, H├Âr- oder Sehgewohnheit.

Damit sind wir wieder auf der „Stra├če“. Der „Benz“-Fahrer schw├Ârt auf sein Auto, der „BMW-Fahrer“ auf seins und alle anderen auf das jeweils „eigene“. Unabh├Ąngig davon, dass Toyota seit Jahren den „Benz“ in Sachen „Qualit├Ąt“ ├╝berholt hat oder klar ist, dass Umweltschutz und BMW zwei verschiedene Dinge sind. Porsche-Cayenne-Fahrer sind nicht ansprechbar, wenn es um die Frage nach dem ├Âkologischen Sinn├é┬ágeht ein solches Auto zu fahren.

Das hat mit Vorlieben zu tun oder wie sie „geschaffen“ werden.

Was ist die Quelle einer Nachricht?

Leider gibt es aber immer h├Ąufiger├é┬á„Nachrichten“, die├é┬ágar nicht von „Nachrichtenagenturen“, sondern von PR-Agenturen (Public-Relationsship-Agenturen, also Firmen, die gegen Geld diese Nachrichten f├╝r andere Firmen schreiben und so tun, als seien sie journalistische Nachrichten) kommen.
Und zwar als Text, als Ton oder als Bewegtbild, also als Zeitungsartikel, Radioreport oder Nachrichtenfilm.
Sp├Ątestens bei PR-Geschichten, die sich als „Nachricht“ verkaufen und unkritisch ├╝bernommen werden, ist mit dem objektiven, dass hei├čt einem Quellen ├╝berpr├╝fenden Journalismus Schluss (egal ob Nachrichtenagentur, Geschw├Ątz auf der Stra├če oder sonstige Quelle).

Leider finden diese Nachrichten ihren Weg in das „Medium“, welches auch immer. Aus Kostengr├╝nden, Faulheit der Journalisten oder weil man eben nicht nachfragen will, sei es aus gesch├Ąftlichen oder ideologischen Gr├╝nden.

Ebenso m├Ąngelbehaftet sind oft Nachrichten, die „offiziellen“ Quellen vertrauen, also wenn die Quellen „├âÔÇ×mter“ sind (das muss doch Brief und Siegel haben!) oder „Studien“ sind (das haben doch Wissenschaftler erarbeitet!).
Ist das so? Kann der Rezipient, also Sie oder ich, darauf vertrauen, dass die Wissenschaftler oder ├âÔÇ×mter sich nicht irren oder nicht „spezielle Interessen“ verfolgen? Guter Journalismus ├╝berpr├╝ft das.

Vertrauen ist wichtig im Leben. Man muss sich verlassen k├Ânnen. Blindes Vertrauen ist aber nichts wert. Dann ist man „verlassen“ – von allen „guten Geistern“.

Die wichtigste journalistische Regel hei├čt: Traue keinem! Alle k├Ânnen l├╝gen oder sich auch nur irren oder einen schlechten Tag gehabt haben. Das gilt auch f├╝r den einzelnen Journalisten selbst, das Medium, die Agentur, die die Nachricht verfasst haben.

Manchmal ├╝bernehmen „die Massenmedien“ (gemeint ist damit meistens immer noch Zeitung, Radio, Fernsehen, bei anderen auch schon „das Internet“) diese Nachrichten und nutzen sie als Grundlage, um „vor Ort“ selbst nachzurecherchieren, was dran ist, an „der Nachricht“. Das sind dann „eigene Nachrichten“.

Soziale Netzwerke schaffen Nachrichten

Diese „eigene Geschichten“ sind Nachrichten, die nicht nur ein paar Zeilen lang sind, sondern eine „Geschichte“, also einen Zusammenhang darstellen und von einem Journalisten recherchiert wurden (er hat die Quelle ├╝berpr├╝ft und andere herangezogen).

Im Internet gibt es aber auch neue Erscheinungen, ├╝ber die sich „Nachrichten“ verbreiten: sogenannte „soziale Netzwerke„. Hier wird „gechattet“ (per Tastur geplaudert) oder in „Foren“ diskutiert.
Nat├╝rlich gibt es auch email oder in der Telekommunikation sms. All das sind „Nachrichtenkan├Ąle“, sie dienen dem Austausch von Informationen. Immer ├Âfter kommen aus diesen sehr unzuverl├Ąssigen Quellen Nachrichten, die es in die „etablierten“ (also bekannten) Medien schaffen.

Ein relativ neuer Kanal ist Twitter (Gezwitscher): Hier wird eine Art email als eine Art sms ausgetauscht, kurze Nachrichten, um auf eine neue Nachricht oder Nachrichtenquelle hinzuweisen, man „twittert“ oder „zwitschert“ sich was zu.

Auch zu Pfenning wird „getwittert“

Auch zum Thema „Pfenning“, findet sich jetzt ein „Twitterkanal“: hier
Der verweist auch auf das heddesheimblog oder auf youtube, wo es mittlerweile mehrere Videos zum Thema Pfenning in Heddesheim gibt (suche nach pfenning + heddesheim). Diese Videos sind eindeutig propagandistisch angelegt. Sie wollen nicht objektiv informieren, sondern emotional wirken.

Wie solche „Nachrichten“ einzusch├Ątzen sind, ob man sie glauben will oder ihnen kritisch gegen├╝ber steht, h├Ąngt von dem einzelnen Rezipienten und seiner Medienkompetenz selbst ab.

Deswegen gilt: Kritisch sein, hat noch nie geschadet.

Das heddesheimblog

Was ist ein Blog?

Was ist ein Blog?
Je nach Definition und was man draus macht, kann ein Blog ein Tagebuch, ein Journal, ein Forum oder eine Internet-Zeitung sein.
Hier die Wikipedia-Definition
Grunds├Ątzlich gilt: Der jeweils neuste Eintrag steht oben auf der Blog-Seite, dann folgt der davor usw, bis Sie beim allerersten Eintrag sind. Also bei dem Beitrag, mit dem das Blog begonnen hat. Alle Beitr├Ąge zusammen nennt man deswegen auch blogroll, also die „Blog-Rolle“, weil man sich durch den Bildschirm „rollt“ (englisch ist das to scroll) und die Rolle mit jedem Beitrag l├Ąnger wird.

Was finden Sie im Heddesheim-Blog?
Nachrichten und Artikel, sowie andere journalistische Formen wie Interview, Glosse, Kommentar oder Meinung, sprich Leserbriefe. Also ist das heddesheimblog eher eine Internet-Zeitung. Allerdings zum Mitmachen: Leser k├Ânnen selbst Beitr├Ąge anbieten und Kommentare schreiben. Damit ist es auch ein Forum.

Der Tonfall, in dem ein Blog geschrieben wird, ist oft lebendiger als man das auch der Zeitung kennt, so auch hier. F├╝r die journalistischen Texte unter Artikel sind die Autoren des heddesheimblog voll verantwortlich.

Was ist es noch?
Ein St├╝ck Heimat. Das heddesheimblog wird sich interessanten Themen aus Heddesheim widmen.

Eine gute Zeit hier w├╝nscht

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