Freitag, 19. Juli 2019

„Das sind aufregende Zeiten“ – Lesung mit Wolfgang Burger


Guten Tag!

Ladenburg, 01. Juli 2011. Es ist sehr heiß. Doch gut hundert Menschen haben sich am Dienstag, 28. Juni, im Obsthof Schuhmann in Ladenburg eingefunden um der Lesung des Karlsruher Autors Wolfgang Burger zu lauschen. Dessen siebter „Heidelberg-Krimi“ ist vor kurzem erschienen.

Von Sabine Prothmann

Zwischen ApfelbĂ€umen liegt der Verkaufsraum des Obsthofes. Drinnen sind StĂŒhle aufgestellt, davor BierbĂ€nke. Alle sind voll besetzt. Die Leiterin der StadtbĂŒcherei Ladenburg, Antje Kietzmann, begrĂŒĂŸt die rund 100 GĂ€ste – gemeinsam mit der Inhaberin des BĂŒcherladens „Seitenweise – BĂŒcher am Markt“, Ulrike Zieher-Schneider und Frau Schuhmann vom Obsthof zur 5. Ladenburger Kriminacht. Wolfgang Burger liest bereits zum zweiten Mal in Ladenburg.

Burger sieht schlanker aus, als man ihn von Fotos kennt und ist eindeutig besser gestimmt als bei seiner Lesung im Februar in Heddesheim. Die Location gefĂ€llt ihm, „ich kann sogar den Ladenburger Kirchturm sehen“, sagt er.

„Der FĂŒnfte Mörder“ ist Burgers siebter „Heidelberg-Krimi“

Der „FĂŒnfte Mörder“ ist sein siebter Krimi um den Heidelberger Ermittler Alexander Gerlach. Mit 315 Seiten ist es sein bisher „dickster“ Roman. Das hat ihm sein Verlag Piper, wie er spĂ€ter erzĂ€hlen wird, inzwischen zugestanden. Und der nĂ€chste „Die falsche Frau“ wird noch mehr Seiten haben, verrĂ€t er.

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In Heidelberg "passt es" und in Hamburg liest man Wolfgang Burger jetzt auch.

Burger beginnt zu lesen, er fĂ€ngt auf der ersten Seite an. Die Zuhörer begegnen dem schon vertrauten Alexander Gerlach, Kriminaloberrat in Heidelberg, alleinerziehender Vater, Geliebter der Frau seines Chefs – er ist der Antiheld, menschlich und unspektakulĂ€r. Vielleicht ein wenig wie Burger, denn, wie er spĂ€ter verraten wird, man erkennt doch immer wieder autobiografische ZĂŒge in den Protagonisten, so sagt er zumindest ĂŒber Autorenkollegen.

Das Verbrechen ist in Ladenburg angekommen

Burger ist kein begnadeter Leser. Er kann den Karlsruher Tonfall nicht verbergen, aber gerade das menschelt, macht die Lesung authentisch. Das Publikum geht mit, lacht, ist gespannt – gerade erzĂ€hlt er von der Leiche, die am Ladenburger FĂ€hranleger im Neckar geborgen wird. Der Krimi ist vor Ort angekommen.

Die Geschichte ist gut strukturiert, der Protagonist ist sympathisch. Wer in der Region lebt, kann Alexander Gerlach von Tatort zu Tatort begleiten bis zum dramatischen Show-down im Rhein-Neckar-Zentrum. Das macht er geschickt, manches muss er nur andeuten, das restliche Lokalkolorit ergĂ€nzt der Leser im Kopf, das weiß Burger.

Manchmal driftet die Sprache ins Klischee ab, ist zu blumig, zu vorhersehbar. Die Adjektive sind selten ĂŒberraschend. Doch das fĂ€llt eher bei einer Lesung als beim Lesen auf, denn im Roman gelingt es ihm, den Leser im Spannungsbogen fest zu halten.

Geschickt hat er die Buchstellen ausgewĂ€hlt, die die Handlung vorantreiben und verrĂ€t doch nichts, da ist er ganz der promovierte Ingenieur, der am KIT in Karlsruhe arbeitet. Nichts wird dem Zufall ĂŒberlassen.

PubertÀre Töchter und Schwierigkeiten mit der Geliebten

Er streift die Handlung, bringt TatverdĂ€chtige ins Spiel, verweilt ein wenig bei den pubertĂ€ren Zwillingstöchtern, lĂ€sst den Protagonisten in schwierigen GesprĂ€chen mit der Geliebten auf dem Philosophenweg flanieren, genau so, dass die Zuhörer viel erfahren und doch nichts wissen. Dazu mĂŒssen sie den Roman lesen und auch kaufen. Denn Burger ist auch GeschĂ€ftsmann und freut sich an seinem Erfolg und seinen guten Verkaufszahlen.

Nach einer Pause, in der man den Autor im entspannten GesprĂ€ch mit seinen Lesern beobachten kann, liest er noch zwei oder drei Szenen vor und ist dann offen fĂŒr Fragen.

Die sind wenig ĂŒberraschend: Wieso er als Karlsruher die Region in und um Heidelberg so gut kennt, wie seine BĂŒcher entstehen, wie lange er fĂŒr ein Buch braucht, wann sein nĂ€chster Krimi rauskommt ñ€©

Die Handlungsorte schaue er sich zunĂ€chst ĂŒber Google Earth an, dann fahre er hin und „gucke mir die Sachen vor Ort an“.

Die Leserinnen sind aufmerksam: „Im Rhein-Neckar-Zentrum gibt es nirgends Bratwurst mit Pommes“, sagt eine Zuhörerin leise neben mir – nicht immer stimmen die Details in Burgers BĂŒchern.

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Trotz Hitze kommen ĂŒber 100 Burger-Fans zur Lesung zum Obsthof Schuhmann.

Denn, „was sie sehen, sehen sie in ihrem Kopf“, sagt er. Das sei auch dichterische Freiheit. Denn Burger möchte, „den Film im Kopf des Lesers auslösen“. In Hamburg wird sich darĂŒber keiner Gedanken machen. Und da steht er inzwischen auch im Regal, das freut ihn.

Sein nĂ€chster Krimi kommt am 10. MĂ€rz 2012 raus und „ich darf jetzt auch dickere BĂŒcher schreiben“, erklĂ€rt Wolfgang Burger mit sichtlicher Freude.

„Die ÃƓberarbeitungen sind furchtbar.“ Wolfgang Burger

Ziemlich genau ein Jahr habe er Zeit fĂŒr sein nĂ€chstes Buch. So sieht es der Vertrag vor. In einem drei- bis fĂŒnfseitigen ExposĂ© stellt er die Idee fĂŒr den nĂ€chsten Roman vor.

„Und am ersten November wird immer die erste Zeile geschrieben“, sagt Burger. Dann folge die erste, die dritte, die vierte, die fĂŒnfte ÃƓberarbeitung. „Das ist ganz furchtbar“, berichtet er. Danach geht der Roman an die Testleser, „da fĂŒhle ich mich wieder ganz klein“.

Ende September ist dann der Abgabetermin und der Oktober ist arbeitsfrei.

Das GefĂŒhl „diesmal ist alles richtig, so schön wie nie zuvor!“, Ă€ndert sich schlagartig, wenn der ĂŒberarbeitete Krimi aus dem Lektorat zurĂŒckkommt. Dann mĂŒsse man nochmals ran und die Arbeit am neuen Roman ruht.

Die letzte Möglichkeit nochmals etwas zu verbessern, ist im Dezember, wenn die Druckfahnen zurĂŒckkommen – „und man findet immer wieder Fehler“, weiß Burger. Damit meint er nicht unbedingt „Bratwurst mit Pommes“.

Er arbeite meist in den frĂŒhen Morgenstunden so zwischen fĂŒnf und acht Uhr.

„Zeit des unbewussten Nachdenkens“

Und dann gibt es noch die „Zeit des unbewussten Nachdenkens“, in der man der Geschichte und der Figur die Freiheit geben mĂŒsse, sich zu entwickeln. Das könne man nicht rational erklĂ€ren, da habe auch er als Ingenieur begreifen mĂŒssen.

Auch wenn es die meisten Autoren abstreiten, in den Protagonisten finde man doch immer wieder autobiografische ZĂŒge, erzĂ€hlt Burger.

Seine ersten Krimis, die noch in Karlsruhe spielten, waren nicht erfolgreich. Der Ort war nicht der richtige und der Figur des Protagonisten habe er zu wenig Bedeutung zugemessen.

Mit Heidelberg hat’s dann gepasst und vor allem mit seinem Kriminaloberrat Alexander Gerlach. In den typischen Ermittler-Figuren finde man oft den kauzigen EinzelgĂ€nger, ohne Familie, ohne Kinder, gerne auch mit einem Alkoholproblem.

Burger ist mit Gerlach eine neuartige Figur gelungen. Der Heidelberger Kripochef ist ein vertrĂ€glicher Zeitgenosse, trinkt gerne mal ein Glas Wein, aber nicht zu viel, versteht sich sowohl mit seinen Mitarbeitern wie auch mit seinem Chef, auch wenn er zu diesem noch mal ein ganz spezielles VerhĂ€ltnis hat, und er hat Kinder und zwar Töchter, wie der Autor selbst. Es sind Zwillinge und Mitten in der PubertĂ€t. Und die kleinen und großen Sorgen, die er mit ihnen hat, sind fĂŒr die Leser gut nachzuvollziehen.

Der Heidelberger Kripochef ist ein Erfolgsmodell

Die Figur ist ein Erfolgsmodell und Heidelberg – und seine Region – sind es auch.

Und das freut den Autor und man merkt es ihm an, wenn er stolz davon berichtet, dass er jetzt auch, wie schon erwĂ€hnt, in den Buchhandlungen in Hamburg zu finden ist und sein Verlag ihn mit ganzen vier Seiten in seinem Lesermagazin beworben hat – „das sind aufregende Zeiten“.

Die Zuhörer im Obsthof Schuhmann sind begeistert, eine lange Schlange bildet sich, um sich BĂŒcher signieren zu lassen, und der Autor ist glĂŒcklich. So mĂŒssen Lesungen sein, auch wenn es heiß ist.

Hier geht es zur Fotostrecke auf dem ladenburgblog.de.

Diese Woche: Tipps und Termine

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Tipps und Termine fĂŒr den 27. Juni bis 3. Juli 2011. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern fĂŒr Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim, Weinheim und Rhein-Neckar.

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Dienstag, 28. Juni, 19:30 Uhr, Obsthof Schuhmann

Wolfgang Burger.

Ladenburg. In der 5. Ladenburger Kriminacht liest Wolfgang Burger aus seinem aktuellen Buch „Der fĂŒnfte Mörder“.

Ein Fall fĂŒr Alexander Gerlach“ Beinahe wĂ€re Kriminaloberrat Gerlach Opfer eines Bombenanschlags geworden: Vor seinen Augen explodiert der GelĂ€ndewagen eines bulgarischen ZuhĂ€lters. Wenig spĂ€ter ereignen sich weitere rĂ€tselhafte Morde, und Gerlach kommt der Verdacht, es könne sich ein Bandenkrieg anbahnen. Als er zu ermitteln beginnt, wird er von oberster Stelle zurĂŒckgepfiffen. Ausgerechnet jetzt hat der Heidelberger Kripochef gute GrĂŒnde, sich ernsthafte Sorgen um seine pubertierenden Töchter zu machen, und zu allem ÃƓbel nimmt auch sein Liebesleben eine unvorhergesehene Wendung.

Wolfgang Burger, geboren 1952 im SĂŒdschwarzwald, ist promovierter Ingenieur und als Leiter einer Forschungsabteilung am Karlsruher Institut fĂŒr Technologie KIT tĂ€tig. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und lebt in Karlsruhe. Seit 1995 schreibt er Kriminalromane und hin und wieder auch Kurzgeschichten. Die Fangemeinde seiner Alexander-Gerlach-Krimis wĂ€chst unaufhaltsam.

Ort: Obsthof Schuhmann, Schriesheimer Straße 51, Ladenburg.
Karten: Vorverkauf in der Stadtbibliothek und bei „SEITENWEISE bĂŒcher am markt“.

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Ab Freitag, 1. Juli, Baumschule Huben

„Gartenlust“ bei der Baumschule Huben.

Ladenburg. Die Vorbereitungen zur „Ladenburger Gartenlust“ 2011, die vom 01. – 03. Juli 2011 stattfinden wird, laufen auf Hochtouren. Bereits zum vierten Mal findet die im Rhein-Neckar-Raum einzigartige Veranstaltung statt. Mit ĂŒber 160 Ausstellern, verspricht sie auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg zu werden.

Gartengestalter, Designer, GĂ€rtner, PflanzenzĂŒchter und viele andere
zeigen, wie Haus und Garten anspruchsvoll gestaltet werden können. Die Aussteller locken mit Pflanzen-RaritĂ€ten und – SpezialitĂ€ten, GartengerĂ€ten und GartenbĂŒchern, Landhaus und Gartenaccessoires, AntiquitĂ€ten, fantasievollen Stoffen undMode, exklusivem Schmuck und  niveauvoller Kunst.

In diesem Jahr werden zum ersten Mal auch KĂŒnstler aus der Region in den GebĂ€uden des historischen Rosenhofes ihre Kunstwerke ausstellen. Professor Albrecht Rissler zeigt Zeichnungen und Illustrationen im alten Getreidespeicher, nebenan prĂ€sentiert der Mannheimer Fotograf Walter Spagerer seine Fotografien und Skannerarbeiten.

Ein besonderes Angebot an Weinen aus ganz Europa, lĂ€ndliche Leckerbissen und Delikatessen fĂŒr kulinarische Freuden runden das Angebot ab.

Ort: Schriesheimer Fußweg 7, Ladenburg.

Eintritt: 3 Euro / Kinder frei.
Öffnungszeiten: Freitag 01. Juli 2011 10.00 – 20.00 Uhr, Samstag 02. Juli 2011 10.00 – 20.00 Uhr, Sonntag 03. Juli 2011 10.00 – 18.00 Uhr.

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Samstag, 2. Juli, 20 Uhr, SchĂŒtzenhaus

Brothers & Others.

Weinheim-LĂŒtzelsachsen. Beim „Folk im Wald“ mit der Band „Brothers & Others“ kann man Irische Lieder, aber auch Folksongs v0n Simon & Garfunkel, Bob Dylan oder Donovan hören.

Die Band um Karl und Erich Fading, Manfred Papp, Torsten Roschlaub, Werner Ehmann, Dietmar Hammen und Heidrunn Holderbach sind gerade von einer Reise nach Irlan und Schottland zurĂŒckgekehrt.

Bei „Folk im Wald“ feiern „Brothers & Others“ mit ihren Fans und allen die Spaß an irischem und amerikanischen Folk haben, das 20-jĂ€hrige BĂŒhnenjubilĂ€um. FĂŒr die Bewirtung sorgt der SportschĂŒtzenverein LĂŒtzelsachsen. Die Besucher werden gebeten, ihre Fahrzeuge außerhalb des Waldes zu parken.

Ort: Dornbachweg, SchĂŒtzenhaus, Weinheim-LĂŒtzelsachsen.

Karten: Vorverkauf im Kartenshop der DiesbachMedien, Friedrichstr. 24, Esso-Tankstelle Sporer, LĂŒtzelsachsen und „Zum weißen Lamm“, Großsachsen.

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Samstag, 2. Juli, 16 Uhr, Herzogenriedpark

Kurpfalzfest im Herzogenriedpark.

Mannheim. Der Herzogenriedpark und das Neckarstadtfest kooperieren zu einem Happening: WĂ€hrend im Herzogenriedpark zehn Bands um den Kurpfalzfestpreis streiten beteiligt sich auf der BĂŒhne des Neckarstadtfestes eine weitere Gruppe an dem Wettstreit.

Zu Beginn um 16 Uhr steht das Kurpfalzfest 2011 ganz im Zeichen des Sports – in diesem Fall können MĂ€dchen mit einer Damenfußballmannschaft trainieren.

An der Konzertmuschel können Besucher mittags der der Stadtkapelle Frankenthal lauschen, bevor am Abend zu den Tönen von der Hitfabrik, einer bewÀhrten Tanz-Combo, getanzt werden darf.

Die Musiker sĂ€umen  den Wegesrand der vielen, mit Lichterketten und tausenden von Lampions geschmĂŒckten Baumalleen.  750 Euro warten nach einem heißen Um-die-Wette-spielen auf den Gewinner. In diesem Jahr gibt es von 19 bis 22 Uhr Musik aus aller Welt.

Beim Neckarstadtfest auf dem Alten Messplatz wird die Band „Dezernat X“ fĂŒr Showtime sorgen. Ab 14 Uhr treten dort  u.a. deutsche, tĂŒrkische und serbische Tanz- und Folklorevereine aus der Mannheimer Neckarstadt auf der BĂŒhne fĂŒr Unterhaltung sorgen.

Welche Bands beim Musikerwettstreit tatsÀchlich am Ende des Kurpfalzfests 2011 die besten Töne hat, beurteilen die Besucher: Sie geben ihr Urteil mittels Stimmkarten ab, die am Festtag an den Kassen ausgegeben werden.

Zum Ausklang und Höhepunkt des Abends gibt es um 22.45 Uhr ein Brillant-Feuerwerk.

Ort: Max-Josef-Straße 64, Mannheim.
Karten: Erwachsene: 6,00 ñ‚¬, BegĂŒnstigte: 4,00 ñ‚¬, Kinder: 3,00 ñ‚¬, Besitzer einer Jahreskarte fĂŒr Luisenpark oder Herzogenriedpark sind zu dem Fest herzlich eingeladen und dĂŒrfen freien Eintritt genießen.

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Samstag, 2. Juli, 20 Uhr, Apostelplatz

Viernheim. Spanische Funken fliegen auf der SommerbĂŒhne in Viernheim. Eine spanische Nacht am Ende eines heißen Tages mit Paella, feurigem Flamenco und kalten GetrĂ€nken. Es wird eine AtmosphĂ€re geschaffen, bei der die spanische Kultur lebendig wird. Temperamentvolle Schönheiten mit wehendem Rock und einer Blume im dunklen Haar sorgen mit spanischen Liedern und TĂ€nzen und den passenden kulinarischen GenĂŒssen fĂŒr eine Sommernacht wie am Mittelmeer.

Ort: Apostelplatz, Viernheim.
Eintritt: kostenlos

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Das Maislabyrinth wird am Samstag eröffnet.

Samstag, 2. Juli, 20 Uhr, Hegehof

Ladenburg. Am Samstag, 2. Juli 2011, wird das Maislabyrinth auf dem Hegehof mit einer Mondschein-Nacht eröffnet. Live Musik gibt es von der SchĂŒler-Lehrer-Band des Carl-Benz-Gymnasiums Ladenburg.

Passend zum Automobilsommer lautet in diesem Jahr das Motto „Reifenspuren im Labyrinth“.

In den Maisfeld-Labyrinth-Nachrichten steht: Carl Benz ist verzweifelt, seine Frau und seine beiden Söhne sind verschwunden. Da hilft nur eins: „Begib Dich auf Spurensuche, löse das RĂ€tsel und gewinne!“

Ort: Neuzeilsheim 19, Ladenburg.

Eintritt: bis 15 Jahre 5 Euro, ab 16 Jahre 6 Euro.

Öffnungszeiten: Vom 2. Juli bis zum 3. Oktober 2011, tĂ€glich 9:00 bis 18:00 Uhr.

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Samstag, 2. Juli, ab 13 Uhr, Weinheimer Innenstadt

Weinheim. Unter dem Motto „Sommer in der Stadt“ findet am Samstag, 2. Juli 2011, eine lange Einkaufsnacht in Weinheim statt. In einem „SkyCage“, einer Glasgondel, kann man aus 50 Meter Höhe den Ausblick auf die Stadt genießen.

Mehr als 50 GeschĂ€fte rund um Hauptstraße, Bahnhofstraße, die Passagen, Grabengasse, Marktplatz und natĂŒrlich in der Weinheim Galerie beteiligen sich wieder mit attraktiven Angeboten und Aktionen. Bereichert wird die Shopping-Nacht, in der bis Mitternacht eingekauft werden kann, mit einer spektakulĂ€ren Aktion der Stadtwerke auf dem Platz am Roten Turm: Dort wird ein Kranwagen die Besucher in einem „SkyCage“, einer Glasgondel, 50 Meter in die Höhe hieven, um ihnen dort einen besonderen Weit- und Ausblick zu bieten.

Zwischen 13 Uhr und 21.30 Uhr geht die Gondel in die Luft, und die HöhenflĂŒge sind sogar kostenlos. Zwischen 14 und 17 Uhr sorgt außerdem die Band „Die Nachtigallen“ fĂŒr Stimmung. Von 17 Uhr bis 18.30 Uhr heizen „Me & The Boys“ mit rockigen Rhythmen bis 18.30 Uhr ein. Dann beginnt nebenan im Schlosshof das Kult-Festival „Open Mind“ mit Dr. Woogle and the Radio und anderen Bands.

Ort: Innenstadt, Weinheim.

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Bis 11. September, Museum Weinheim

Weinheim.Tradition der Bildung in Weinheim verweist jetzt eine aktuelle Ausstellung im Museum der Stadt am Amtshausplatz. Den Sommer ĂŒber bis zum 11. September sind in einem Raum im ersten Obergeschoss Exponate ausgestellt, die an das Bender’sche Institut erinnern. Die Ausstellung heißt: „Bildung fĂŒrs Leben – das Bendersche Institut“.

Das Bendersche Institut wurde 1829 von den BrĂŒdern Karl Friedrich und Heinrich Bender gegrĂŒndet. Die Lernziele von damals lesen sich heute wie eine Beschreibung moderner PĂ€dagogik: Die ganzheitliche Erziehung umfasste neben den klassischen FĂ€chern auch Heimatkunde, Turnen, Reisen, Musik und TheaterauffĂŒhrungen, sowie praktischen Arbeiten in einer Werkstatt. 1876 wurde das Institut mit der höheren BĂŒrgerschule vereinigt.

Dank zahlreicher Leihgaben der Familie Bender ist dem Museum nun eine interessante Ausstellung gelungen. Zu sehen sind altes Original-Mobiliar, Dokumente, Schulkleidung, Klassenhefte, sogar die Nickelbrillen der Lehrer, die an Filme wie die „Feuerzangenbowle“ erinnern. Bildungsgeschichte wird lebendig.“

Info: Museum der Stadt Weinheim in der Amtsgasse,

Ort: Museum der Stadt Weinheim, Amtsgasse, Weinheim.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr.

Karten: Eintritt fĂŒr Erwachsene 2 Euro, Kinder haben kostenlosen Eintritt, Gruppen und FĂŒhrungen nach Vereinbarung.

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Bis 30. Oktober, Historisches Museum der Pfalz

Speyer. Im Jahr 2011 steht Speyer ganz im Zeichen der salischen Kaiser. Unter der Herrschaft der Salier wurde der mĂ€chtige Dom erbaut, ein Meisterwerk der romanischen Architektur. Vor genau 950 Jahren wurde das damals grĂ¶ĂŸte Gotteshaus des Abendlandes geweiht. Der Kaiserdom symbolisiert zugleich den einzigartigen dynastischen Anspruch des gesamten salischen Königshauses. Vor 900 Jahren, im Jahr 1111, wurde Heinrich V., der letzte salische Herrscher, in Rom zum Kaiser gekrönt. Im gleichen Jahr verlieh er der Stadt Speyer bedeutende Privilegien, die den Beginn der Entwicklung zur freien Reichsstadt einleiteten.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt im „Salierjahr 2011“ eine einzigartige Großausstellung, die die Zeit der spĂ€ten Salier, die Epoche eines europaweiten Um- und Aufbruchs, in den Mittelpunkt stellt.

Zahlreiche Exponate von Weltrang aus Museen in Deutschland und Europa werden erstmals in einer Ausstellung vereint. Wertvolle Handschriften, kostbare liturgische GerĂ€te, Skulpturen und Bauplastik, aber auch Funde aus dem alltĂ€glichen Leben geben Einblick in eine von dramatischen UmbrĂŒchen geprĂ€gte Zeit. AufwĂ€ndige Inszenierungen, virtuelle Architekturrekonstruktionen und spannende Hörstationen bieten dem Besucher ein besonderes eindrucksvolles Ausstellungserlebnis.

Ort: Domplatz, Speyer.

Eintritt: Mit der Dauerkarte , der sogenannten „Salierkarte“, können Sie die Ausstellung zwischen dem 10. April und dem 30. Oktober beliebig oft besuchen. Die Karte kostet regulĂ€r 35 Euro, ermĂ€ĂŸigt 30 Euro. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.

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Bis 31. Juli, ZEPHYR – Raum fĂŒr Fotografie im Bassermannhaus

Mannheim. Am 26. April jĂ€hrte sich die atomare Katastrophe in Tschernobyl zum 25. Mal. Die Bilder des russischen Fotografen Andrej Krementschouk dokumentieren das Leben der Bewohner und prĂ€sentieren verstörende Landschaften. Im Angesicht des aktuellen UnglĂŒcks in Japan erhalten diese Bilder eine neue, dramatische Brisanz.

Mit der Ausstellung „Zone – Heimat. Tschernobyl“ werden rund 110 Fotografien prĂ€sentiert, die einerseits dokumentarischen Charakter haben, zum anderen von einem sehr subjektiven Blick geprĂ€gt sind. Krementschouk ist in den letzten Jahren mehrmals nach Tschernobyl gereist, um die Menschen, die in der evakuierten „Zone“ 30 Kilometer rund um Tschernobyl leben, zu besuchen. Auch wenn die RĂŒckkehrer versuchen, ein möglichst normales Leben zu fĂŒhren: Das Landschaftsbild ist zutiefst von der atomaren Katastrophe geprĂ€gt. Wo einst HĂ€user und Dörfer waren, ĂŒberwuchert die Natur nun das Land. Die Bilder zeugen von einer irritierenden Spannung zwischen idyllischer Landschaft und dem Wissen um die gefĂ€hrliche radioaktive Strahlung. Jede Fotografie erinnert somit an das Gift, das diese Schönheit erst möglich gemacht hat.

Im Zentrum der Fotografien steht die Tragik aber auch der Mut der Menschen, die sich ihre Heimat zurĂŒckerobern wollen.

Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr.

Ort: Museum Bassermannhaus C 4, 9, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.

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Jeden Montag gibt es Tipps und Termine aus unserem Berichtsgebiet und der Region. Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion. Wir ĂŒbernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewĂ€hlte Termine in unsere ÃƓbersicht „Diese Woche“:

Termine Heddesheimblog.de, Termine Hirschbergbog.de, Termine Ladenburgblog.de, Termine Weinheimblog.de. Und fĂŒr Termine aus anderen Gemeinden an: Termine Rheinneckarblog.de.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können hier auch gerne fĂŒr sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

ÃƓber unsere Blogs erreichen Sie tĂ€glich bis zu 5.000 LeserInnen und Leser. Die Preisjury des Fachblatts MediumMagazin wĂ€hlte uns Ende 2009 auf Platz 3 „Regionales“ unter die „100 Journalisten 2009“.

Eine schöne Woche wĂŒnscht Ihnen

Die Redaktion

Wie Heddesheim zum Schauplatz eines Verbrechens wurde


Guten Tag!

14. Februar 2011. Der Karlsruher Autor Wolfgang Burger hat schon etliche Krimis um den Heidelberger Ermittler Alexander Gerlach geschrieben – und das mit großem Erfolg. Der Mord in seinem aktuellen Roman „Eiskaltes Schweigen“ geschieht in Heddesheim und spielt in Teilen auch in Ladenburg. Kein Wunder also, dass bei der Lesung am vergangenen Donnerstag der Pflug/BĂŒrgerhaus fast bis auf den letzten Stuhl besetzt war.

Von Sabine Prothmann

„Warum gerade Heddesheim?“, wollte Eva Maria Wustmann, die Leiterin der GemeindebĂŒcherei, gerne wissen. Aber darauf ließ sich Wolfgang Burger nicht ein. Erst die Lesung, dann die Fragen.

Wolfgang Burger signiert sein "Eiskaltes Schweigen". Foto: heddesheimblog.de

Doch vorweg erklĂ€rt er, er wisse schon, dass die Heidelberger Polizei nicht fĂŒr Heddesheim zustĂ€ndig sei, „aber das wusste sie selbst nicht so genau“, zudem sei das dichterische Freiheit und er habe gedacht, das fĂ€llt keinem wirklich auf – „das war aber ein Irrtum“.

Er beginnt auf der ersten Seite, das Szenario ist das höchste Hochhaus – und davon gibt es nicht viele – in Heddesheim. Hier war ein Mord geschehen und der Kriminaloberrat Gerlach betritt in den frĂŒhen Morgenstunden nach einer durchzechten Nacht – er war auf einer griechischen Hochzeit – den Tatort.

In der folgenden Stunde wÀhlt Burger die Stellen aus seinem Krimi aus, die den Ermittler und sein Umfeld beschreiben. Die Zuhörer lernen ihn kennen. Sein Leben als alleinerziehender Vater von pubertierenden Zwillingstöchtern, als Liebhaber von Teresa, erleben ihn bei dem Verhör des VerdÀchtigen, begleiten ihn ins Leichenschauhaus zum zweiten Mordfall und bei der Befragung des Freundes des ersten Opfers.

Burger hat die Stellen geschickt ausgewÀhlt, sie verraten viel von der Hauptfigur und vom Thema, aber sie nehmen rein gar nichts von der Handlung vorweg.

Burger liest leise, vielleicht etwas zu schnell und mit dem leichten Singsang der Karlsruher in den nordbadischen Ohren der GĂ€ste. Doch es gelingt ihm Spannung aufzubauen. Mit trockenem Humor beschreibt Burger seinen Protagonisten und die Situationen, in denen er sich befindet.

Er liest viel. Er erzĂ€hlt von dem Leben des Ermittlers, er legt Spuren – aber von der Handlung, vom Plot verrĂ€t Burger eigentlich gar nichts – das macht er sehr geschickt.

Warum Heddesheim? „Ich war auf der Suche nach einem Hochhaus.“

Nun endlich kann sie gestellt werden – die Frage: „Warum denn Heddesheim?“ Was hat diesen Ort so besonders gemacht, dass ein Autor hier einen Mord geschehen ließ?

Wolfgang Burger hat viel Humor. Foto: heddesheimblog.de

Die Antwort ist ernĂŒchternd: „Ich war auf der Suche nach einem Hochhaus“, erklĂ€rt Burger.

In der Recherchephase mache er sich zunĂ€chst mit Google Maps auf auf die Suche, dann schnappe er sein Motorrad undfahre die Orte ab, erzĂ€hlt er. Denn „man merkt, ob der Autor vor Ort war“. So habe er sich zunĂ€chst ein Hochhaus in Ladenburg ausgesucht, das sich dann aber als BĂŒrogebĂ€ude herausstellte.

So wurde Heddesheim also eher zufĂ€llig zum Schauplatz eines Verbrechens und bei Burger-Lesern berĂŒhmt. „Sie bekommen jetzt Tourismus“, meint der Schriftsteller lachend.

In Heddesheim war er vor Ort und freundlicherweise habe ihm der Hausmeister erlaubt, das GebĂ€ude zu betreten. Auch in Ladenburg, wo ein Teil der Handlung spielt, war Burger unterwegs, „aber ob der Kartoffelsalat im „Ochsen“ wirklich so gut schmeckt, wie ich es im Roman geschrieben habe, weiß ich nicht.“ Eigentlich schade, dass er das nicht ausprobiert hat.

Vor der Reihe um den sympathischen Kriminaloberrat Alexander Gerlach schrieb Burger fĂŒnf Krimis ĂŒber Karlsruhe, da kommt er schließlich her. Doch fĂŒr Karlruhe interessiert sich keiner, „vor allem nicht die Karlruher“, musste Burger feststellen. Dagegen seien die KurpfĂ€lzer Lokalpatrioten. Liege der Regionalkrimi neben der Kasse, sei er schon fast gekauft, meint er schmunzelnd.

„Die Gesamtauflage aller „Burgers“ steigt auf ĂŒber eine Viertelmillion.“

Die Auflagen, die Burger erreicht, zeigen, sein Plan, Heidelberg als Schauplatz zu nehmen, ist aufgegangen. Auf Burgers Facebook-Seite kann man lesen: „Die Gesamtauflage aller „Burgers“ steigt auf ĂŒber eine Viertelmillion.“  So sieht eine Erfolgsgeschichte aus.

Aber nicht nur der Ort ist ausschlaggebend, sondern auch die Hauptperson. „Ich habe mich gefragt, wie muss der Protagonist sein?“, so Burger.

Ausverkaufte Lesung: Gut 80 GĂ€ste lauschten dem "Eiskalten Schweigen". Foto: heddesheimblog.de

So ist die Figur des sympathischen Ermittlers Gerlach entstanden, mit all seinen menschlichen Sorgen und Nöten. Und der Kriminaloberrat gefĂ€llt den Lesern. „Eiskaltes Schweigen“ ist die sechste Geschichte um und mit dem Protagonisten. Im Juni dieses Jahres erscheint der nĂ€chste Krimi „Der fĂŒnfte Mörder“ und der achte, „Die falsche Frau“, ist schon im Werden.

Im „FĂŒnften Mörder“, „lasse ich es krachen“, da gibt es einige Leichen, verrĂ€t Burger, eine wird aus dem Neckar gefischt.

Wie seine Krimis entstehen, möchte jemand wissen, hat er einen bestimmten Plan? „Nein“, antwortet der Autor, „da gibt es keinen Plan, die Geschichte entwickelt sich von Buch zu Buch“. Es dauere rund zwei Jahre von der ersten Idee bis das Buch erscheine. „Die großen Verlage planen langfristig“, erklĂ€rt er.

„Und wie kommen sie zu neuen Ideen?“, fragt ein Zuschauer. „Das mit den Ideen ist so eine komische Sache, die kommen ganz plötzlich“, berichtet Burger. Manchmal sind es Zeitungsnotizen von realen Verbrechen, die ihn inspirieren.

„Man kann heutzutage kaum noch morden, ohne dass es aufgeklĂ€rt wird“.

Ob bei ihm jeder Mord aufgeklĂ€rt wird, möchte ein anderer wissen. „Der wird immer aufgeklĂ€rt, aber nicht jeder TĂ€ter wird verhaftet“, sagt Burger. Denn so sei es auch in der RealitĂ€t: „Man kann heutzutage kaum noch morden, ohne dass es aufgeklĂ€rt wird“.

Nach der Lesung ist Signierstunde, viele Burger-Fans haben ihre BĂŒcher mitgebracht oder kaufen sich eines vom BĂŒchertisch der Buchhandlung. Jetzt gibt es auch die Möglichkeit, ein paar Worte mit dem Autor zu wechseln.

Wer mehr zu Wolfgang Burger und seinem Krimi „Eiskaltes Schweigen“ lesen möchte, findet hier zwei weitere Artikel auf dem heddesheimblog.

Preisausschreiben „Eiskaltes Schweigen“ – Das Los hat entschieden!

Guten Tag. Heddesheim, 03. Oktober 2010. Unser Preisausschreiben zu dem aktuellen Krimi von Wolfgang Burger „Eiskaltes Schweigen“ hat große Resonanz gefunden und viele Leser haben eine Email mit der Lösung an die Redaktion gesendet. Jetzt hat das Los entschieden.

Das heddesheimblog bedankt sich bei seinen Lesern fĂŒr die zahlreiche Teilnahme bei unserem Gewinnspiel zu Wolfgang Burgers Krimi „Eiskaltes Schweigen“.

Die Lösung war A – Alexander Gerlach. Und die Frage war anscheinend zu einfach, denn sie wurde von allen Teilnehmern richtig beantwortet.

Gewonnen haben:

Thomas Kluß aus Bruchsal

Heidrun Hönig aus Heddesheim

Nicole Pochert aus Heddesheim

Das Buch wird den Gewinnern in den nÀchsten Tagen auf dem Postweg zugestellt.

Nicht berĂŒcksichtigt werden konnten Mitarbeiter der Redaktion sowie Teilnehmer, die unter einem Pseudonym die Lösung eingeschickt haben.

Wir wĂŒnschen den Gewinnern viel Spaß beim Lesen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Krimi-Autor Wolfgang Burger: „Heddesheim kam durch Zufall ins Spiel.“

Guten Tag

Heddesheim, 24. September 2010. Alexander Gerlach ist ein sympathischer Ermittler. Wolfgang Burger ist der Autor, der die Geschichten erzĂ€hlt. Im Interview mit dem heddesheimblog erzĂ€hlt der Autor Burger ĂŒber seine Figur Gerlach, ĂŒber die Ermittlungen und wie das alles zusammenhĂ€ngt.

Interview: Sabine Prothmann

Herr Burger: Wie viel von Ihnen steckt in dem Kripo-Chef Alexander Gerlach?
Wolfgang Burger: „Schwer zu sagen. Vermutlich mehr, als ich zugeben wĂŒrde.“

Sie arbeiten schon wieder an einer neuen Geschichte, wissen Sie schon zu Beginn, wie der Krimi endet?

Burger: „Ja, das weiß ich immer. Einem Roman geht bei mir (schließlich bin ich Ingenieur) immer ein lĂ€ngerer Planungsprozess voraus.“

Spielt Gerlachs Geliebte Theresa auch im nÀchsten Buch eine Rolle?
Burger: „SelbstverstĂ€ndlich. Es wird aber eine dramatische VerĂ€nderung in der Beziehung geben.“

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Wolfgang Burger weiß immer, wie seine "Krimis" ausgehen. Bild: privat

Werden Ihre Romane vor allem im Rhein-Neckar-Raum gelesen?
Burger: „ÃƓberwiegend natĂŒrlich ja, inzwischen aber lĂ€ngst nicht mehr nur.“

Können Sie sich vorstellen, nur noch als Schriftsteller zu arbeiten?
Burger: „Nein. Aus dem einfachen Grund, dass ich befĂŒrchten wĂŒrde vor dem Laptop zu verblöden. Den Kontakt zur Welt und zum „richtigen“ Leben zu verlieren. Am Ende kommen dann meistens BĂŒcher dabei heraus, in denen Schriftsteller davon erzĂ€hlen, wie es Schriftstellern geht, denen nichts mehr zu erzĂ€hlen einfĂ€llt.“

Warum haben Sie Heddesheim als Tatort gewÀhlt?
Burger:
„Heddesheim kam durch Zufall ins Spiel. Ich habe ein möglichst anonymes Hochhaus im Umkreis von Heidelberg gesucht, wo Anita Bovary sich verstecken könnte. Und in Heddesheim bin ich schließlich nach einiger Fahrerei fĂŒndig geworden.“

Ihre ersten Krimis spielen in Karlsruhe, aber erst mit den Heidelberg Krimis wurden Sie erfolgreich. Lag es am Handlungsort?
Burger: „Ja. Die Heidelberg-Reihe war der Versuch eines Neuanfangs, nachdem ich festgestellt hatte, dass Karlsruhe als Handlungsort nicht wirklich gut funktioniert. Dass Heidelberg aber dermaßen einschlagen wĂŒrde, hĂ€tte ich auf der anderen Seite auch nicht erwartet. Es liegt aber vermutlich nicht nur am Handlungsort, sondern auch an den Figuren.“

Haben Sie schon mal darĂŒber nachgedacht, nach Heidelberg zu ziehen?
Burger: „Das wĂ€re ja furchtbar weit weg von meinem Arbeitsplatz am KIT. Ich schĂ€tze es, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit fahren zu können. Auf der anderen Seite wĂŒrde ich fĂŒrchten, dass Heidelberg viel von seinem Charme einbĂŒĂŸen wĂŒrde, wenn ich jeden Tag dort wĂ€re.“

Was liest der Privatmensch Wolfgang Burger? Und gibt es schriftstellerische Vorbilder?
Burger:
„Alles Mögliche. NatĂŒrlich auch Krimis. Entweder von KollegInnen oder von Autoren, die mir empfohlen wurden. Literarische Vorbilder gibt es eigentlich nicht. Neben Krimis lese ich aber auch ganz „normale“ BĂŒcher, z. b: von Uwe Timm.“

Hinweis:
Am 10. Februar 2010 wird der Autor zu einer Lesung in Heddesheim sein. Wir kĂŒndigen die genauen Daten noch an.

Mord in Heddesheim – der neue Krimi von Autor Wolfgang Burger

Guten Tag

Heddesheim, 24. September 2010. (red) In Heddesheim wird eine Frau erstochen – der Tatort ist gleich um die Ecke. Alexander Gerlach ermittelt – mittlerweile in der dritten Auflage.

Von Sabine Prothmann

Heddesheim. FrĂŒh am Morgen. Einsatzwagen stehen vor dem Hochhaus in der Schriesheimer Straße. Im 14. Stock wurde eine Leiche gefunden.

Das 16-stöckige GebĂ€ude steht am Rande der frĂŒheren „Tabakgemeinde“. Von hier hat man einen (noch) guten Blick auf die Bergstraße. Es handelt sich um das höchste Haus des nordbadischen Wohnorts. Eine Frau wurde erstochen, ein Verbrechen wurde begangen.

„Wir ñ€© stehen im neonbeleuchteten Flur des vierzehnten Stocks eines Hochhauses am Rande von Heddesheim.“, liest man auf der ersten Seite von „Eiskaltes Schweigen“, dem neuesten Romans des Karlsruher Krimiautors Wolfgang Burger.

Ich lebe hier, ich mache den Tatort aus. Ein Hochhaus mit 16 Stockwerken am Rande des Ortes – das finde ich schnell, viele HochhĂ€user haben wir hier nicht.

Was ist echt, was ist Fiktion?

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Ein Mord passiert in Heddesheim. Das Buch ist ein "Renner". Bild: Verlag

Ich kenne alle Krimis von Wolfgang Burger, die in Heidelberg und Umgebung spielen. Es macht mir Freude, die Straßen und Orte zu verfolgen und wieder zu erkennen. Darin liegt wohl der Reiz der Regionalkrimis. Der Mörder und das Opfer sind unter uns, der Tatort gleich um die Ecke.

„Eiskaltes Schweigen“, der neueste Krimi von dem Karlsruher Autor Wolfgang Burger ist eine weitere Geschichte um den sympathischen Ermittler Alexander Gerlach, der alleinerziehend mit seinen pubertierenden Zwillingstöchtern in der Heidelberger Weststadt wohnt und mit der Frau seines Chefs ein VerhĂ€ltnis hat. Anders als bei den skandinavischen Krimis ist Burgers Ermittler kein „schwieriger“ Charakter, sondern ein sympathischer Mensch mit kleinen, verzeihbaren SchwĂ€chen.

Und diesmal ermittelt Gerlach in Heddesheim.

Es ist nach „Heidelberger Requiem“, „Heidelberger LĂŒgen“, „Heidelberger Wut“, „Schwarzes Fieber“, „Echo der Nacht“ der sechste Heidelberg Roman in gerade mal fĂŒnf Jahren. Wolfgang Burger ist fleißig. Er schreibt mehr als einen Kriminalroman pro Jahr.

Ich mag Alexander Gerlach, er ist kein wirklicher Held, wie er auch in „Eiskaltes Schweigen“ selbstkritisch bekennt: „Sollte ich jemals gefragt werden, ob ich das Zeug zum Helden hatte, wĂŒrde die Antwort lauten: Nein.“

Der Kriminaloberrat isst gerne und trinkt auch mal ein Glas Rotwein zu viel. Der Leser lernt ihn mit jedem Krimi besser kennen, seine StĂ€rken, aber auch seine SchwĂ€chen. Die Erziehung seiner Töchter ĂŒberfordert ihn, er geht oft den Weg des geringsten Widerstands und richtet sich auch wunderbar ein in das VerhĂ€ltnis mit Theresa, der Frau seines Vorgesetzten.

Dennoch ist er ein Mensch mit Prinzipien und ein Anruf genĂŒgt, um ihn auch nach einer feuchtfröhlichen griechischen Hochzeitsfeier in den frĂŒhen Morgenstunden zum Einsatz zu rufen und diesmal nach Heddesheim.

Gerne verzeihe ich Burger die Rechercheungenauigkeit – bei einem Mord in Heddesheim wĂ€re das PolizeiprĂ€sidium in Mannheim und nicht Heidelberg zustĂ€ndig – aber wo gibt es schon in der Umgebung Heidelbergs ein solches Hochhaus und schließlich gĂ€be es ja die Dichterfreiheit, bekennt der Autor auf Nachfrage, und schickt seinen Kriminaloberrat Gerlach in das Hochhaus am Rande meiner Wohngemeinde.

Eine Frau wird erstochen in ihrer Wohnung gefunden

Bei den weiteren Ermittlungen begleitet der Leser Alexander Gerlach nach Ladenburg, genauer in den Ochsen, an den OEG-Bahnhof nach Leutershausen – es ist ein Heimspiel fĂŒr mich, hier kenne ich jede Straße, dass macht es so spannend.

Weitere Morde geschehen und Burger fĂŒhrt seine Leser wieder zurĂŒck nach Heidelberg und mitten in Gerlachs Privatleben.

Da fÀllt es ihm diesmal schwer neutral zu ermitteln, denn seine Angst ist ganz persönlich. Das Verbrechen kommt ganz nah. Die Schlinge um den Ermittler zieht sich immer enger.

Und Gerlach schweigt, um sein Doppelleben zu vertuschen. „Sie werden nun mein letztes Opfer sein“, bekennt der Mörder gegenĂŒber dem Kommissar.

Wolfgang Burger konstruiert die Geschichte ohne Schnörkel und bleibt dabei immer spannend, selbst, wenn der Leser schon nach gut der HÀlfte des Romans den TÀter kennt.

Der Kommissar gerĂ€t in eine persönliche ZwickmĂŒhle, denn AufklĂ€rung könnte diesmal auch negative Auswirkungen fĂŒr ihn selbst haben. Und aus Sorge, um sein Privatleben verhĂ€lt sich der Heidelberger Kommissar bei den Ermittlungen falsch. Er wird entfĂŒhrt und lebt mit dem Mörder auf engstem Raum – da menschelt es.

Die große Kunst des Krimiautors ist die Sympathie zu seinen Figuren. Es sind nicht die großen Helden, es sind die Menschen von nebenan. Und so sagt der Mörder: „Hier gibt es weder Helden noch Sieger. Hier gibt es nur Opfer.“

Alexander Gerlach und mit ihm die Leser empfinden VerstĂ€ndnis, ja fast sogar Sympathie fĂŒr den Verbrecher. „Mit einem Mal spĂŒrte ich Dankbarkeit in mir. Dankbarkeit fĂŒr diese Freundlichkeit, die RĂŒcksichtsnahme, das kleine Zeichen von Zuneigung, das er mir schenkte.“

Der Erfolg begann fĂŒr den Schriftsteller und Leiter einer Forschungsabteilung am KIT (Karlsruhe Institut of Technology) mit den Heidelberg Krimis und der Figur Alexander Gerlach.

Die erste Auflage von „Eiskaltes Schweigen“, die im Juli 2010 veröffentlicht wurde, war schnell verkauft – 10.000 Exemplare drei Wochen nach Erscheinen. Mit seinen Heidelberg Krimis hat Burger es auch auf die Bestsellerliste von amazon.de als bester deutschsprachiger Krimi geschafft.

Ende August, vier Wochen nach der zweiten kommt die dritte Auflage von „Eiskaltes Schweigen“ auf den Markt.

FĂŒr den Krimi „Heidelberger Requiem“ wurde Burger 2005 fĂŒr den Friedrich-Glauser-Preis als bester deutschsprachiger Krimi nominiert und bis heute wurden von dem Roman 45.000 Exemplare verkauft.

Inzwischen arbeitet Wolfgang Burger schon wieder an seinem nÀchsten Krimi, der im Juni 2011 erscheinen soll und auch wenn er bestimmt nicht wieder in meiner Heimatgemeinde spielt, ich werde ihn sicherlich lesen, denn ich will ja wissen, wie es mit Gerlach, seinen Töchtern und Theresa weitergeht.