Samstag, 06. Juni 2020

„Pfenning“: „Wir planen das Gleis weiter.“

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Heddesheim, 21. Dezember 2010. Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ wird ab Januar nicht mehr vom Großkunden Henkel ĂŒber die Schiene beliefert, wie „Pfenning“ auf Nachfrage bestĂ€tigt. Am Heddesheimer-Gleisanschluss halte man aber fest.

Von Hardy Prothmann

Der Mannheimer Morgen berichtet heute ĂŒber die Einstellung des Gleisbetriebs zur Anlieferung von Waren an den Logistikstandort Viernheim der Firma „Pfenning“.

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Was schon lĂ€nger als GerĂŒcht in Umlauf war, bestĂ€tigt auf unsere Nachfrage auch das Unternehmen selbst: „Wir haben ab Januar keine Kundenbeziehung mehr zu Henkel“, sagte Sprecherin PĂ©lagie Mepin. Ob sich dies wieder Ă€ndert? „Dazu kann ich jetzt nichts sagen.“

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ hat damit offensichtlich einen Großkunden verloren, der als Grund fĂŒr den am neuen Heddesheimer Standort geplanten Gleis-Anschluss aufgefĂŒhrt wurde. Die Anlieferung durch bis zu drei ZĂŒge mit 18 Waggons pro Tag, also insgesamt 54 Waggons, die einer Menge von etwa 100 40-Tonnen-Lkw pro Tag entspricht.

Auf Nachfrage, wie sich der Verlust des Kunden Henkel auf die Gleisplanung auswirkt, sagte Frau Mepin: „Es besteht keine Verbindung, da wir die Entscheidung unabhĂ€ngig von Kundenbeziehungen getroffen haben, weil wir einen Gleisanschluss nach wie vor als wichtig erachten.“

Zur Zeit ist das RegierungsprĂ€sidium in Karlsruhe mit dem Antrag befasst: „Wir warten hier auf die Ergebnisse“, sagte Frau Mepin. Wann diese vorliegen, ist dem Unternehmen nicht bekannt.

Pfenning verliert wichtigen Kunden.

Das Unternehmen „Pfenning“ hat immer wieder betont, dass Hendel nur ein Kunde sei. TatsĂ€chlich scheint es aber der einzige bedeutende Schienenkunde zu sein.

Der Betreiber des Gleises „Wincanton GmbH“ in Mannheim hat uns auf Nachfrage bestĂ€tigt, dass ab Januar der Zugverkehr eingestellt ist, „denn das waren die einzigen Mengen, die hier transportiert wurden“, sagte ein Unternehmenssprecher. „Leider werden wir absehbar Pfenning nicht mehr bedienen.“

Von einer zukĂŒnftigen Lösung in Heddesheim ist nichts bekannt: „Hier liegen uns keinerlei Inforamtionen oder Anfragen vor“, heißt es aus der Deutschlandzentrale in Mannheim. Wincanton ist ein europaweites Unternehmen mit Sitz im englischen Chippenham: „NatĂŒrlich bedauern wir den Verlust des Auftrags, weil nach unserer ÃƓberzeugung viel mehr alternative Transportwege zur Straße genutzt werden sollten. Aber der Verlust ist fĂŒr uns wirtschaftlich zu verkraften.“

Nach unseren Informationen wurden im Mittel tĂ€glich rund 20 Waggons in Viernheim abgewickelt. Insofern ist fraglich, wie „Pfenning“ ohne diesen wichtigen Kunden Henkel mehr als eine „Verdopplung“ der Gleisanlieferung in Heddesheim erreichen will.

Unzureichende Informationen?

Am 09. Dezember 2010 gab es eine Anhörung in Heddesheim durch das fĂŒr den Heddesheimer Gleisanschluss zustĂ€ndige RegierungsprĂ€sidium. Hier sind einige Fragen aufgetaucht, beispielsweise zu korrekten Angaben der Firma „Pfenning“. Beispielsweise stĂŒtzt sich das LĂ€rmgutachten auf Angaben „Pfennings“, die aber möglicherweise unzureichend waren.

Auch im Zug der Bebauungsplanung fĂŒr das geplante Logistikzentrum wurde immer wieder deutlich, dass die Angaben der Unternehmensgruppe „Pfenning“ mit Vorsicht zu behandeln sind. Das Verkehrsgutachten musste deshalb beispielsweise nachgearbeitet werden.

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Nach wie vor herrscht Unklarheit ĂŒber mögliche Gewerbesteuerzahlungen von „Pfenning“ an die Gemeinde Heddesheim. Ebenso ist die anfĂ€ngliche Euphorie von „bis zu 1.000“ ArbeitsplĂ€tzen schnell in Richtung 300 ArbeitsplĂ€tze geschrumpft. Darunter sind kaum neue ArbeitsplĂ€tze. Ganz ĂŒberwiegend wird es eine Arbeitsplatzverlagerung aus Viernheim und anderen Standorten nach Heddesheim geben.

Zudem nennt die Gewerkschaft verdi den Arbeitgeber „Pfenning“ einen „TarifflĂŒchtling“. Es werde unter Tarif bezahlt. Mit diesen VorwĂŒrfen wurde „Pfenning“ bereits im Sommer 2009 konfrontiert und wies diese zurĂŒck: „Wir zahlen gut. Das können wir belegen“, sagte Unternehmenschef Karl-Martin Pfenning bei einer Veranstaltung in der Nordbadenhalle. Bis heute ist er den Beleg schuldig geblieben.

Und es drohen weitere Probleme fĂŒr die geplante Unternehmensansiedlung: Am 03. Dezember 2010 wurde beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim ein Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan „Nördlich der Benzstraße“ („Pfenning“) eingereicht.