Mittwoch, 21. August 2019

Aus dem Gemeinderat

Theresia Br├╝ck f├╝r zwei weitere Jahre als Leiterin VHS gew├Ąhlt

Heddesheim, 26. Juni 2013. (red/ae) Die Leitung sowie die Beir├Ąte der Volkshochschule Heddesheim m├╝ssen neu gew├Ąhlt werden. Die bisherige Leiterin Theresia Br├╝ck wurde mit bei einer Enthaltung erneut gew├Ąhlt. Der Beirat wurde einstimmig gew├Ąhlt.

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Diese Woche: Tipps und Termine

Guten Tag!

Tipps und Termine f├╝r den 17. – 23. Januar 2011. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps f├╝r die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktm├Âglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern f├╝r Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Weinheim.

Montag, 17. Januar, 15 Uhr, Gemeindeb├╝cherei Hirschberg

Hirschberg. Am Montag, 17. Januar 2011 gibt es wieder ein Bilderbuchkino in der Gemeindeb├╝cherei Hirschberg. „Annas Wunsch“ wird dieses Mal mit Unterst├╝tzung von Dias erz├Ąhlt.

Seit Jahren hat es nicht mehr geschneit. Die Welt ist grau, und die Menschen machen traurige Gesichter. Da erf├Ąhrt die kleine Anna von ihrer Mutter, wie es fr├╝her war, als die Kinder mit Schlitten verschneite H├╝gel hinunterfuhren und pr├Ąchtige Schneem├Ąnner bauten. Anna w├╝nscht sich nichts so sehr, als dass es endlich wieder einmal schneien w├╝rde. Und wenn man sich etwas ganz fest w├╝nscht, kann es vorkommen, dass ein kleines Wunder passiert. Insbesondere, wenn einem ein Spielzeugpferdchen dabei hilft.
Alle Kinder ab 5 Jahren sind herzlich eingeladen und treffen sich um 15 Uhr in der Aula der Grundschule Gro├čsachsen.

Ort: Pestalozzistra├če 16, Gro├čsachsen
Eintritt: Die Teilnahme ist kostenlos. Informationen gibt es in der Gemeindeb├╝cherei Hirschberg Tel.: 59870 oder 592268.

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Mittwoch, 19. Januar, 20 Uhr, Stadthalle

Die Schauspielerin Cordula Trantow.

Weinheim. 33 Variationen. Ein St├╝ck in Variationsform von Mois├ęs Kaufmann mit Cordula Trantow, Susanne Evers, Peter Schmidt-Pavloff u.a.Wenn Jane Fonda f├╝r dieses St├╝ck nach 46 Jahren an den Broadway zur├╝ckkehrt, ist eines klar: Dem Autor scheint wieder ein Theaterjuwel gelungen zu sein.

Warum hat Ludwig van Beethoven trotz gesundheitlicher und finanzieller N├Âte vier Jahre damit verbracht, f├╝r einen Hungerlohn 33 Variationen ├╝ber einen einfachen Walzer des Wiener Komponisten und Musikverlegers Anton Diabelli zu komponieren? Um eine Variation hatte Diabelli 1819 die f├╝nfzig vorz├╝glichsten Komponisten seiner Zeit f├╝r einen Sammelband gebeten. Alle machten mit – alle, au├čer einem: Beethoven ├Ąrgerte sich ├╝ber dieses Ansinnen.

Doch dann geschieht etwas Unerwartetes! Geradezu besessen von dem Walzer, den er vorher abf├Ąllig als „Schusterfleck“ bezeichnet hatte, komponiert Beethoven nicht nur die eine verlangte, sondern am Ende 33 grandiose Variationen. Was f├╝hrte zu seinem Gesinnungswechsel? Genau das ist die Frage, ├╝ber die sich im St├╝ck Dr. Katherine Brandt den Kopf zerbricht. Obgleich schwerkrank fliegt sie von New York nach Bonn und hofft, im Beethoven-Archiv beim Analysieren der Skizzenb├╝cher Beethovens dem R├Ątsel, das die Musikwissenschaftler seit 185 Jahren besch├Ąftigt, auf die Spur zu kommen.

Unterst├╝tzt wird sie dabei von der Bibliothekarin Gertrude Ladenburger. Zus├Ątzliche Bewegung und Charme erh├Ąlt das St├╝ck nicht nur durch die Liebesgeschichte zwischen Katherines Krankenpfleger Mike und ihrer Tochter Clara, sondern auch durch die wunderbaren Szenen zwischen Beethoven, seinem Sekret├Ąr Schindler und Diabelli im Wien des Biedermeier. Dabei wird die immer wieder vom Pianisten live eingespielte Musik Beethovens zum nachhaltigen Erlebnis. Leicht und witzig und dennoch voller anr├╝hrender Momente kommt das St├╝ck daher.

Ort: Birkenauertalstra├če 1, Weinheim

Karten: Gesch├Ąftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Telefon: 06201/12282, eMail: theater@kulturgemeinde.de

├ľffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9-12 und 15-18 Uhr, an Vorstellungstagen 9-12 und 18-19 Uhr. Die Abendkasse ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn ge├Âffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung. Abo C und freier Verkauf.

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Japan-Ausstellung im Alten Wasserturm.

Mittwoch, 19. Januar, 19 Uhr, Alter Wasserturm Weinheim
Weinheim. Sushi und Kalligraphie im Alten Wasserturm. Anl├Ąsslich der Japan-Ausstellung „Bambus oder Eiche“ l├Ądt das Freudenberg-Archiv am Mittwoch, 19. Januar , um 19 Uhr zu einem Abend zum Thema Sushi ein.

Reiko St├Âtzer, die in Heidelberg ein japanisches Restaurant betreibt, wird den Abend moderieren. Sie erkl├Ąrt Wissenswertes ├╝ber diese spezielle Speise und wird mit frischen Zutaten die Zubereitung vorf├╝hren. Schlie├člich d├╝rfen alle probieren. Die Veranstaltung findet im Alten Wasserturm statt.
Ort: Freudenberg-Gel├Ąnde, Viernheimerstra├če
Eintritt:Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Anmeldungen per E-Mail an: unternehmensarchiv@freudenberg.de.

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kaffeeehaus

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Noch bis 3. April, 11 – 17 Uhr (au├čer montags), Sammlung Prinzhorn, Psychiatrische Universit├Ątsklinik Heidelberg

Heidelberg. Die Sammlung Prinzhorn zeigt bis zum 3. April die Ausstellung „… durch die Luft gehen“.

Logo der Sammlung Prinzhorn.

Das Logo der Sammlung Prinzhorn ist abgeleitet von einem Gem├Ąlde Josef Forsters, das ihn selbst als „Edelmenschen“ zeigt: in der Luft und mit Gewichten beschwert, sich schnell ├╝ber die Erde fortbewegend. Um diesen K├╝nstler und den Anstaltskontext, in dem seine Bilder entstanden, geht es in unserer Ausstellung.

Josef Forster (1878-1949), ein Tapezierer und Dekorationsmaler, der sich schon fr├╝h f├╝r Kunst interessierte, kam 1916 mit der Diagnose „Schizophrenie“ in die Regensburger Anstalt Karthaus-Pr├╝ll. Hier arbeitete er nicht nur als Handwerker, sondern konnte sich als Maler und S├Ąnger inszenieren. Er schuf ein erstaunliches bildk├╝nstlerisches Werk von hoher expressiver Kraft, vor allem packende Portr├Ąts seiner Leidensgenossen. Erm├Âglicht hatte diese Karriere vor allem der Arzt Dr. Adolf Vierzigmann, der in der Regensburger Anstalt auch andere k├╝nstlerisch Begabte f├Ârderte und ihre Werke sammelte.

Einige von Forsters Bildern und Entw├╝rfen kamen 1919 zusammen mit Werken zw├Âlf anderer Regensburger K├╝nstler nach Heidelberg in die Sammlung eines projektierten „Museums f├╝r Irrenkunst“, die Hans Prinzhorn hier aufbaute. Andere Werke blieben in Regensburg.

Die Ausstellung wird neben den insgesamt 20 erhaltenen Bildern Forsters und einer Rekonstruktion seines Hohlrades aus Weidenruten eine Auswahl dieser zeitgen├Âssischen Bilder und Zeichnungen aus Regensburg zeigen, um den Entstehungskontext zu vermitteln.

In den Foyervitrinen werden k├╝nstlerische Auseinandersetzungen mit Josef Fosters Werken von Studierenden der Fachhochschule f├╝r Kunsttherapie N├╝rtingen zu sehen sein. Die Arbeiten entstanden unter der Anleitung von Prof. Hartmut Majer und Prof.Dr.Lisa Niederreiter.

Ort: Vo├čstr. 2, Heidelberg
Eintritt: Euro 5,- / erm├Ą├čigt Euro 3,-├óÔéČ┬Ę , ├ľffnungszeiten: Di, Do – So 11 bis 17 Uhr├óÔéČ┬Ę, Mi 11 bis 20 Uhr├óÔéČ┬Ę, Mo geschlossen.

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Donnerstag, 20. Januar, 20 Uhr, Majer’s Weinscheuer

Die Spitzklicker mit ihrem aktuellen Programm.

Schriesheim. „Die Spitzklicker“ zeigen am Donnerstag und Freitag in Majer’s Weinscheuer ihr aktuelles Programm „AugenKlick mal!“. Die Spitzklicker das sind: Franz Kain, Markus K├Ânig, Susanne Mauder, Markus Weber, Daniel M├Âllemann. Die Texte sind von: Die Spitzklicker, Volker Heymann, Manfred Maser. Regie: Volker Heymann. Am Klavier und Komposition: Daniel M├Âllemann. Die Musikregie und Choreografie: Bettina Habekost. Licht-/Tontechnik:Philipp Friedrich, Olaf M├╝ller, Mathias Stroh. B├╝hnentechnik: Francesco Bertolini. Souffleuse: Silvia Charro.
Weitere Vorstellung, Freitag, 21. Januar.

Ort: Majer’s Weinscheuer. Bismarckstrasse 40, Schriesheim
Karten: 20 Euro, Majer’s Weinscheuer.

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Freitag, 21. Januar, 18:45 Uhr, Peterskirche

Weinheim. Am 21. Januar startet der „Gospelchor an der Peterskirche“. Als im Herbst ein Gospel-Workshop eine so gro├če Resonanz fand – es nahmen ├╝ber 50 S├Ąnger teil – wurde schnell deutlich, dass sich viele einen regelm├Ą├čig probenden Gospelchor in Weinheim w├╝nschen. Die Beliebtheit der meist englischsprachigen Songs nimmt immer mehr zu. Inzwischen gibt es in Deutschland eine gro├če „Gospelbewegung“. Neben „Negro Spirituals“ und „Gospel-Hymns“ geh├Âren heute Songs aus vielen Stilrichtungen der Pop- und Jazz-Musik zum Repertoire der Ch├Âre.

Nun l├Ądt Kantorin Anne Langenbach alle ein, die Lust am gemeinsamen Singen haben, freitags (ab 21. Januar) von 18.45 bis 19.45 Uhr in den Konfirmandensaal der Peterskirche zu kommen. Es gibt f├╝r die Teilnahme keine Voraussetzungen, jeder ist willkommen!

Infos unter Telefon 06201/255085, E-Mail: bezirkskantorat@kblw.de.

Ort: Peterskirche, Grundelbachstra├če, Weinheim

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Freitag, 21. Januar, 20 Uhr, Alte Druckerei

Das Duo Burkhard Damrau & Dieter Richter.

Weinheim. Das Duo Burkhard Damrau & Dieter Richter zeigt „da capo“ in der Weinheimer Kulturb├╝hne Alte Druckerei.

├óÔéČ┬ŽWiedersehen macht Freude. Besonders dort, wo politische Satire angesagt ist – im Kabarett. Mit den Pfefferm├╝llern gibt es ein Wiedersehen der besonderen Art. Highlights aus Programmen der letzten Jahre. Auf der B├╝hne stehen zwielichtige Gestalten, Trickser, T├Ąuscher, Bauernf├Ąnger – hervorragend gespielt und mit Pfeffer serviert von Burkhard Damrau und Dieter Richter. Eine humorvoll-satirische Herrenpartie mit da capo – Effekt!

Ort: Kulturb├╝hne, Friedrichstra├če 24, Weinheim
Eintritt: 20 Euro


 

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Jeden Montag gibt es Tipps und Termine aus unserem Berichtsgebiet und der Region. Sie m├Âchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion. Wir ├╝bernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgew├Ąhlte Termine in unsere ├â┼ôbersicht „Diese Woche“:

Termine Heddesheimblog.de

Termine Hirschbergblog.de

Termine Ladenburgblog.de

Termine Weinheimblog.de

Und f├╝r Termine aus anderen Gemeinden an:

Termine Rheinneckarblog.de

Unsere Termine erfreuen sich gro├čer Beliebtheit – Sie k├Ânnen hier auch gerne f├╝r sich oder Ihre Veranstaltungen werben.

Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

├â┼ôber unsere Blogs erreichen Sie t├Ąglich bis zu 5.000 LeserInnen und Leser. Die Preisjury des Fachblatts MediumMagazin w├Ąhlte uns Ende 2009 auf Platz 3 „Regionales“ unter die „100 Journalisten 2009“.

├ťber Sachlichkeit, Fairness, ├ämter, Geschenke und den Rest

Guten Tag!

Heddesheim, 10. Januar 2011. Diese Woche war relativ ereignislos in Heddesheim. War sie das? ├â┼ôberhaupt nicht. Sie startete mit Berichten ├╝ber „Sachlichkeit und Fairness“, die sich selbst und deren Wortf├╝hrer ad absurdum f├╝hren.

Von Hardy Prothmann

Die Berichte im Mannheimer Morgen am 10. und 12. Januar 2011 haben mich geschockt.

Als B├╝rger. Als Journalist. Als Gemeinderat.

Als verantwortlicher Journalist f├╝r das Heddesheimblog stelle ich fest, dass B├╝rgermeister Michael Kessler den Neujahrsempfang und den Neub├╝rgerempfang f├╝r eine Art inoffizieller Pressekonferenz missbraucht hat.

Das ist f├╝r Herrn Kessler nicht ungew├Âhnlich. Das Pressegesetz legt er sehr „frei“ aus.

Und dass der Mannheimer Morgen sich als Komplize am Missbrauch beteiligt, ist nicht ungew├Âhnlich.

Journalistische Ehre hat wenig Bedeutung f├╝r den Mannheimer Morgen und seine Mitarbeiter.

„Wundert“ irgendjemanden diese „exklusive“ Berichterstattung?:

Beim Neujahrsempfang wird der Fortuna quasi ein Kunstrasenplatz als „Geburtstagsgeschenk“ versprochen (eine sicherlich enorme Investition) und beim Neub├╝rgerempfang wird die neue „Leiterin“ der Volkshochschule im Vorbeigehen „pr├Ąsentiert“.

Neujahrsansprache mit R├Ątseln.

Als Gemeinderat habe ich keine Ahnung, wovon Herr B├╝rgermeister Kessler eigentlich spricht, respektive, was er da verlautbaren l├Ąsst.

Nicht, weil ich mich nicht interessieren w├╝rde, sondern, weil ich nicht dar├╝ber informiert worden bin.

Die Stimmung ist zu erkennen: Ratlosigkeit. "B├╝rgerinformation" im April 2009. Die "Emotionen kochen hoch".

Mir ist weder bekannt, dass die Fortuna zum Geburtstag einen Kunstrasenplatz erhalten soll, noch kenne ich den Namen „Theresia Br├╝ck“, noch wurde mir die Dame vorgestellt, noch wei├č ich als einer von 23 Mitgliedern des Gemeinderats, dass schon beschlossen wurde, dass sie die neue Leiterin der VHS sein wird, die seit 1983 von Frau Ursula Brechtel geleitet wird/wurde.

Und als B├╝rger frage ich mich: Was ist eigentlich los in dieser Gemeinde? L├Ąsst man sich hier einfach ein X f├╝r ein U vormachen oder hat das Folgen?

Zur Sache.

„Was 2010 vor sich ging, k├Ânnen die G├Ąste Kesslers Neujahrsansprache entnehmen“, schreibt die mittlerweile als Hofberichterstatterin vollst├Ąndig etablierte MM-„Journalistin“ Anja G├Ârlitz.

Den Satz muss man mehrmals lesen, um zu verstehen, was Frau G├Ârlitz denkt, wie sie denkt und f├╝r wen sie denkt. Und genauso f├╝r wen nicht, was nicht und wie nicht.

Vollst├Ąndig fassungslos macht aber jeden, der sich f├╝r die Gemeinde Heddesheim interessiert, dieser Satz zur „Pfenning“-Ansiedlung: „Ein Verfahren mit einem bei uns noch nie dagewesenen Umfang an B├╝rgerbeteiligung“, so Kessler, der eben darin einen Unterschied zu „Stuttgart 21″ sieht.“

B├╝rgerbeteiligung? In Heddesheim? Ein Schock.

Wer sich f├╝r Heddesheim interessiert und die Debatte um diese „Pfenning“-Ansiedlung interessiert verfolgt hat, versteht meinen Schock.

Kann es sein, dass ein b├╝rgerferner B├╝rgermeister Kessler tats├Ąchlich diesen Satz gesagt hat? Und kann es sein, dass eine b├╝rgerferne Journalistin diesen einfach so aufschreibt?

Zur Erinnerung. Als der „100-Millionen-Euro-Kessler“ im April 2009 die B├╝rger ├╝ber die geplante „Pfenning“-Ansiedlung „informierte“, war schon alles entschieden. F├╝r die B├╝rger gab es keine M├Âglichkeit der „Beteiligung“ mehr.

Komplett andere Bildsprache. Applaus, Applaus, Applaus. Positiv soll es sein.

Aufgrund der massiven Sorgen und Unzufriedenheit der B├╝rger kam es erst zu einer kommunalpolitischen Sensation: Die W├Ąhler verschafften den „Gr├╝nen“ einen sensationellen Erfolg. Die stellen nunmehr sechs, statt vorher drei Gemeinder├Ąte.

Die vollkommen aussichtlosen Kandidaten Michael Bowien (SPD) und ich (FPD-Liste, parteilos) wurden aus dem Stand an sehr vielen „verdienten“ Pers├Ânlichkeiten vorbei tats├Ąchlich gew├Ąhlt.

Im Sommer 2009 wurde f├╝r 35.000 Euro ein Unternehmen (IFOK) engagiert, dessen „Spezialit├Ąt“ es ist, „Konflikte zu l├Âsen“, sprich, dem „Auftraggeber“ Stress zu ersparen.

Als die IFOK fertig war, kam es zu einer B├╝rgerbeteiligung mit Suggestivfragen, die eine „Mehrheit“ von 0,7 Prozent oder 40 Stimmen bei ├╝ber 5.000 abgegebenen Stimmen f├╝r „Pfenning“ ergab und die fluchs in einen „politischen Willen“ der Bev├Âlkerung umvergewaltigt wurde.

2010 gab es weder einen „IFOK-Dialog“, noch eine B├╝rgerbefragung, noch sonst eine B├╝rgerbeteiligung.

Von was also redet Herr Kessler, wenn er von einem noch „nie dagewesenen Umfang von B├╝rgerbeteiligung“ spricht? Und wo war Frau G├Ârlitz in der ganzen Zeit? Hat sie nichts mitbekommen, weil sie das einfach so hinschreibt, als w├Ąre es wahr?

Es gab weder 2010 noch 2009 eine durch den B├╝rgermeister Kessler gew├╝nschte noch gef├Ârderte „B├╝rgerbeteiligung“. 2009 war das der „Not“ geschuldet, 2010 hat keine stattgefunden.

Richtig ist allein der Passus: „noch nie dagewesen“. Der beschreibt auch das Dilemma zutreffend – allerdings sehr unabsichtlich.

„B├╝rgerbeteiligung“ ist in Heddesheim ein Fremdwort. Nicht ganz. B├╝rgerInnen, die alles abnicken und keine Fragen stellen, sind Teil der Heddesheimer Tradition. Kritische B├╝rger nicht. Und jeder, der sich als B├╝rgerIn am „Verfahren“ kritisch beteiligen wollte, hat seine Lektion erhalten.

Das Ergebnis: L├╝gen.

Im Ergebnis l├╝gen also sowohl der B├╝rgermeister als auch seine Hofberichterstatterin G├Ârlitz. Einfach so, wie gewohnt.

Und positiv geht es weiter. Die Bildsprache "Applaus" bleibt: Kein Wort vom ├âÔÇ×rger mehr. Schon gar kein Bild von Ablehnung. Vorne rechts im brauen Anzug der "SPD-Chefgrinser" J├╝rgen Merx nebst Gattin, die 2010 Sekret├Ąrin des B├╝rgermeisters geworden ist und sich langsam, aber sicher in ihrer Rolle zurechtfindet.

Es passt hervorragend aus Sicht des B├╝rgermeisters und seines Verlautbarungsorgans Mannheimer Morgen, dass „wir insgesamt 2010 eines der besten Ergebnisse der letzten Jahrzehnte erwirtschaften konnten“, zitiert G├Ârlitz ihren Kessler.

Auch das ist eine knallharte L├╝ge. Kommunen sind keine Wirtschaftsbetriebe. Folglich „erwirtschaften“ sie auch nichts. Sie geben ├╝berwiegend aus, was andere erwirtschaftet haben. Ein wichtiger Teil ihrer Einnahmen ist die Gewerbesteuer und hier gab es 2010 h├Âhere Einnahmen, als „vermutet“. Das hei├čt, die Gemeinde profitiert von der Wirtschaftsleistung der Betriebe am Ort, von der Steuerkraft der B├╝rgerInnen und von Umlagen und Geb├╝hren.

„Nat├╝rlich l├Ąsst er (Kessler) nicht unerw├Ąhnt, dass die Zahlungen der Firma Pfenning neben erheblichen Steuer-Mehreinnahmen Anteil an der derzeit sehr guten finanziellen Lage der Gemeinde haben“, steht im Mannheimer Morgen.

Wer das unaufmerksam liest, hat den Eindruck, dass Pfenning schon Steuern zahlt. Tats├Ąchlich ist das nicht so und das ist auch nicht f├╝r die Zukunft zu erwarten, sondern es sind die vorhandenen Betriebe. Und einige davon sind absolut gegen „Pfenning“ eingestellt und spielen mit dem Gedanken, von Heddesheim wegzugehen, wenn „Pfenning“ kommen sollte.

Die „R├╝cklage“ von knapp sechs Millionen Euro erm├Âgliche die Finanzierung „unserer wichtigsten Ziele“. Die sind, so MM, eine neue Heizung f├╝r die „Kepler-Schul“ (die Johannes-Kepler-Schule hei├čt, aber nicht mehr lange), die Umsetzung des Neubaugebiets am n├Ârdlichen Ortsrand (hier verdienen mutma├člich ├Ârtliche Bauern und sonstige Verwandte) und „nicht zuletzt ein Geburtstagsgeschenk f├╝r die Fortuna, von dem auch andere Sportler profitieren: ein Kunstrasenplatz anstelle des Hartplatzes im Sportzentrum“, hei├čt es im MM.

Fairness, blabla, sachlich, blabla.

Und „bei all dem hofft Kessler auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, bei der wir zwar nicht einer Meinung sein m├╝ssen, jedoch stets die Bereitschaft haben sollten, uns sachlich und menschlich fair (…) auseinanderzusetzen“, schreibt die Zeitung.

B├╝rgermeister Kessler hat durch seine unsachliche und unfaire Leitung des Gemeinderats seit der vergangenen Kommunalwahl durchgehend und „nachhaltig“ bewiesen, dass er der letzte ist, der ├╝ber „Sachlichkeit und Fairness“ kompetent reden kann.

Darin steht ihm seine in Sachen „Pfenning“ geschlossen-nichtredende Mehrheit von 12:9 in nichts nach. Und auch sonst ist „Sachlichkeit“ und „Fairness“ im Heddesheimer Gemeinderat in etwa so pr├Ąsent wie Sonnenschein in der Nacht.

Wie verkorkst das Verst├Ąndnis von Demokratie aus Sicht dieses selbstherrlichen B├╝rgermeisters und seiner Vasallen ist, dokumentiert die „Journalistin“ Anja G├Ârlitz zwei Tage sp├Ąter.

Im Mitteilungsorgan MM der Gemeinde Heddesheim erscheint dieses mehr als unvorteilhafte Foto aus der "journalistischen Not" geboren, schon drei Monate vor der Wahl eine "gew├Ąhlte" neue VHS-Leiterin zu pr├Ąsentieren. Der Verlust des journalistischen Anstands und leider auch der der Dame wird bewusst aufs Spiel gesetzt.


Am 12. Januar 2010 betitelt sie einen Artikel: „Theresia Br├╝ck ├╝bernimmt das Amt von Ursula Brechtel“.

Immerhin, der „MM“ hat recherchiert: „Offiziell wird die Amts├╝bergabe mit der Wahl Theresia Br├╝cks durch den Gemeinderat. Sie steht voraussichtlich in der M├Ąrz-Sitzung auf der Tagesordnung, wie Hauptamtsleiter Julien Christof auf „MM“-Nachfrage sagte.“

H├Ątte der „MM“ bei Gemeinder├Ąten nachgefragt, h├Ątte die „offizielle“ Antwort lauten m├╝ssen: Frau Theresia Br├╝ck ist nicht bekannt. Von einer „Wahl“ kann keine Rede sein, weil es keine Wahl-Alternative gibt. Warum eigentlich nicht? Ist Frau Br├╝ck die einzige Bewerberin und wenn ja, warum?

Brechtel im Amt seit 1983 – Br├╝ck im Amt, ohne Wahl seit 2011.

Und wenn der „MM“ nachgedacht h├Ątte, h├Ątte er sich die Frage gestellt, wieso Frau Ursula Brechtel (1. stellvertretende B├╝rgermeisterin) seit 1983 noch niemals „zur Wahl“ gestanden hat, sondern immer wieder im Amt best├Ątigt wurde. Gab es schon jemals eine Wahl? Andere Bewerber? Echte Bewerber? Wie hat sich Frau Brechtel eigentlich seit 1983 f├╝r die Aufgabe weitergebildet? Welche Qualifikationen werden andernorts vorausgesetzt? Das sind interessante journalistische Fragen.

Und ganz unabh├Ąngig von so vielen Fragen bleibt die Frage, wieso eine Zeitung eigentlich vermelden kann, dass eine Einzelkandidatin ohne gew├Ąhlt zu sein und ohne ├Âffentliche Beteiligung einfach so ein Amt ├╝bernimmt?

Weil die „Wahl“ im Hinterzimmer zwischen interessierten Geheimkreisen schon entschieden wurde, denken Sie? Sie denken richtig.

B├╝rgermeister Michael Kessler hat sich den Ort schon l├Ąngst zur Beute gemacht.

Aufgrund willf├Ąhriger Gemeinderatssitzern, einer willf├Ąhrigen „Presse“ und einer Amtsf├╝hrung, die von allem gepr├Ągt ist, nur nicht von „Sachlichkeit und Fairness“.

Und schon gar nicht vor dem Respekt vor „B├╝rgerbeteiligung“, Transparenz und gelebter Demokratie.

Die Intoleranz, die B├╝rgerferne und die Intransparenz der Entscheidungen sind „gelebte Demokratie“ in Heddesheim – zumindest aus Sicht eines Herrn Kessler, seiner „Sprecher“, Josef Doll, J├╝rgen Merx und Frank Hasselbring und den zumeist „sprachlosen“ Fraktionsmitgliedern.

Die schon Anfang Januar durch einen „Pressebericht“ best├Ątigte „neue VHS-Leiterin“ Theresia Br├╝ck, die „voraussichtlich erst im M├Ąrz“ dazu „gew├Ąhlt“ wird, ist durch dieses verkrebste Demokratieverst├Ąndnis schon derart besch├Ądigt, dass man ihr w├╝nschen muss, schnell Rei├čaus zu nehmen.

Wer wird schon gerne als einzige Kandidatin drei Monate vor der Wahl im Amt best├Ątigt? Das kennt man sonst nur aus Diktaturen. Oder sagen wir mal, aus „demokratiefernen“ Systemen.

Erstw├Ąhler, Hoffnung und Realit├Ąten.

Die „Hoffnung auf mehr Sachlichkeit und Fairness“, verbunden mit der Einladung an „Erstw├Ąhler“ zur Landtagswahl im M├Ąrz, hat Frau G├Ârlitz bratwurstig irgendwie in den Artikel reingeschwurbelt. Ebenso wie den Hinweis auf „Stuttgart 21“.

Man darf gespannt sein, wie die Wahl ausgehen wird.

Ob die „Gr├╝nen“ zusammen mit anderen den „Machtwechsel“ schaffen, ist offen. Als sicher darf gelten, dass es in Zukunft sehr wohl um das „Trennende“ gehen wird.

„Nicht das Trennende, sondern die Gemeinsamkeit solle in den Vordergrund r├╝cken“, zitiert Frau G├Ârlitz den B├╝rgermeister Michael Kessler.

Ich vermute mal, dass es eine neue „Gemeinsamkeit“ der Menschen gibt. Die w├╝nschen sich Transparenz und B├╝rgerbeteiligung. Und diese Menschen wollen sich von intransparenten Strukturen, Vetterleswirtschaft, Hinterzimmerpolitik und Patronage sehr bewusst trennen.

Das k├Ânnte eine neue Gemeinschaft ergeben. Zum Wohl der B├╝rger. Zum Wohl der Gemeinde.

Und nicht zum Wohl derer, die selbstherrlich bestimmen wollen, wem welches Wohl sein soll oder nicht.

Ich bin wie viele B├╝rgerInnen in diesem Land geschockt von der Selbstherrschlichkeit derer, die sich die „Gemeinschaft“ zur Beute gemacht haben.

Und ich stehe wie viele W├Ąhler vor der Frage, ob ich, wenn ich das eine ├â┼ôbel abw├Ąhle nicht das andere w├Ąhle.

Ich als Journalist stehe f├╝r Transparenz. Daf├╝r bin ich auch als Gemeinderat angetreten und daf├╝r setze ich mich auch als B├╝rger ein.

Als B├╝rger w├╝nsche ich mir Beteiligung. Als Journalist den Zugang zu und die Verbreitung von Informationen. Und als Gemeinderat ein wenig W├╝rde, um diesen Ehrenamt auch nur ansatzweise „ehrenvoll“ angesichts der „herrschenden Zust├Ąnde“ aus├╝ben zu k├Ânnen.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f├╝r das heddesheimblog, sowie das hirschbergblog, das ladenburgblog, das weinheimblog und das rheinneckarblog. Er ist seit 20 Jahren als freier Journalist t├Ątig, darunter f├╝r fast alle „gro├čen“ deutschen Medien und seit Mai 2009 wieder Lokaljournalist.
Bei der Kommunalwahl 2009 gewann er „chancenlos“ die „FDP-Liste“ als parteiloser Kandidat mit 20 Prozent Vorsprung zu den anderen beiden Kandidaten und ist seitdem partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim.

Anmerkung der Redaktion:
Sollten die Links auf Berichte des Mannheimer Morgen nicht mehr funktionieren, ben├Âtigen Sie voraussichtlich einen Code, den Sie durch Erwerb der Zeitung f├╝r zwei Tage erstehen k├Ânnen. Sollte Ihnen das nicht m├Âglich sein, schicken Sie uns eine email. Wir versuchen Ihnen dann den Zugriff auf die Quelle zu erm├Âglichen.

Neue VHS-Leitung gesucht

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Guten Tag!

Heddesheim, 14. Mai 2010. Die Gemeinde Heddesheim sucht zum Jahresende eine neue Leitung f├╝r die ├Ârtliche Volkshochschule (VHS).

Information der Gemeinde Heddesheim:

„Die Gemeinde Heddesheim sucht eine/n

ehrenamtliche/n Leiterin/Leiter der Volkshochschule Heddesheim.

Das Programmangebot bestand im Jahr 2009 aus 261 Kursen und 20 kulturellen Einzelveranstaltungen bzw. Ausflugsfahrten.

Die Leitung der Volkshochschule umfasst folgende Aufgaben:

– Erstellung und Koordination des Jahresprogramms
– Organisation und Durchf├╝hrung mehrerer kultureller Einzelveranstaltungen
– Beratung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
– Schnittstelle zu den Kursleiterinnen und Kursleitern
– Kooperation mit der Gemeinde und ├Ârtlichen Institutionen, Vereinen und Schulen
– Finanzielle Angelegenheiten und Abrechnungen
– ├ľffentlichkeitsarbeit und Werbung

In der Gesch├Ąftsstelle ist neben der Leitung eine hauptberufliche Verwaltungsmitarbeiterin mit einem Stundenumfang von 14 Wochenstunden t├Ątig.

Es handelt sich um eine ehrenamtliche T├Ątigkeit, die mit einer Aufwandsentsch├Ądigung verg├╝tet wird. Ein Teil der Aufgaben erstreckt sich auch auf Abendstunden und Wochenenden.

Wir suchen eine engagierte, flexible, kontaktfreudige und kommunikationsf├Ąhige Person, die in ihrem Aufgabenbereich eigenst├Ąndig arbeiten m├Âchte. Eingebundenheit und Verankerung vor Ort w├Ąren hilfreich, auch Kenntnisse in den g├Ąngigen Office-Anwendungen.

Bewerbungen richten Sie bitte bis 30.06.2010 an die Gemeinde Heddesheim, Haupt- und Personalverwaltung, Fritz-Kessler-Platz, 68542 Heddesheim.“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Serie: Sex bei Opa und Oma? Lassen Sie uns dar├╝ber reden!

Guten Tag!

Heddesheim, 11. M├Ąrz 2010. Wir starten heute eine neue Serie – am Donnerstag. Im Fokus steht die Sexualit├Ąt… im Alter – die hat aber viel mit der Lebens- und Liebeserfahrung davor zu tun, weswegen auch hierzu Texte ver├Âffentlicht werden. Zum Start der Serie haben wir unsere Autorin, Antonia Scheib-Berten, interviewt. Die Expertin wei├č: Sexualit├Ąt im Alter ist ein schwieriges Thema – aber eins, ├╝ber das man reden kann und sollte. Dann finden sich auch Antworten.

Von Hardy Prothmann

Frau Scheib-Berten, im neuen „Spiegel Wissen“ beschreibt ein Text eine Frau, die Demenzkranken und Behinderten als Sexualassistentin Gespr├Ąche und Massagen anbietet, die auch zum Orgasmus f├╝hren (sollen). Ihre Kunden sind ├Ąlter, einige besucht die Frau im Altenheim. Ist so eine Arbeit anst├Â├čig, ist das Prostitution?

Antonia Scherb-Berten: „Die T├Ątigkeit der Sexualassistentin nichts Neues. In Holland gibt es diese Variante der Assistenz im Rahmen der Arbeit mit j├╝ngeren Behinderten schon seit Jahren. Teilweise wurden, zumindest in der Vergangenheit, die Kosten durch offizielle Kostentr├Ąger ├╝bernommen.

Begr├╝ndet wurde es damit, dass auf diesem, sozusagen nat├╝rlichen Wege Spannungen abgebaut werden und somit Medikationen zur Beruhigung oder zur Aggressionshemmung ├╝berfl├╝ssig w├╝rden.

Dass Frauen wie Nina de Vries mit Dementen reden, sie streicheln und massieren, das l├Ąsst sich wohl kaum im Bereich der Anst├Â├čigkeit einordnen.

Der Spiegel-Text beschreibt auch eine Frau, deren 80-j├Ąhriger Ehemann Nacht f├╝r Nacht Sex will. L├Ąsst sich das mit „Sexualassistenz“ beruhigen?

Scherb-Berten: Im benannten Fall der durch den dr├Ąngenden Mann ├╝berforderten Ehefrau (80) w├Ąre gegebenenfalls eher die Gabe eines Medikaments zur Reduktion des Sexualtriebes f├╝r den Patienten ├Ąrztlich zu pr├╝fen. Die pflegenden Angeh├Ârigen m├╝ssen manchmal durch die ├âÔÇ×rztin oder den Arzt vor ├â┼ôbergriffen gesch├╝tzt werden. Au├čerdem ist die ├╝berbordende Triebhaftigkeit f├╝r den Patienten sehr belastend und stressend.

Angeh├Ârige trauen sich leider zu wenig ├╝ber den
gesteigerten Sexualtrieb beim „Opa“ zu reden.

Leider trauen sich zu wenige Angeh├Ârige, das Thema in der ├Ąrztlichen Beratung zu besprechen.

Es gibt F├Ąlle, in denen im Rahmen einer Demenz die Sexualit├Ąt pl├Âtzlich eine neue, dominierende Rolle bekommt. Manchmal zeigt sich dies in Masturbation. Hier hilft meist schon, dem Patienten einen gesch├╝tzten Rahmen zu schaffen und ihn nicht zu bestrafen oder moralisch zu verurteilen.“

Eine Sexualassistenz d├╝rfte aber bei vielen Menschen als unmoralisch gelten?

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Antonia Scheib-Berten ber├Ąt in Sachen Beziehung, Liebe, Sexualit├Ąt. Bild: asb

Scheib-Berten: „Was anst├Â├čig ist, das liegt im Auge der Betrachterin und des Betrachters. Es gibt hier keine generelle Antwort. Als Sexualberaterin sage ich, durch Assistenz kann kranken Menschen Entspannung und Gl├╝cksgef├╝hl geboten werden.

Wenn gelebte Sexualit├Ąt nat├╝rlich im Rahmen der Paarbeziehung m├Âglich ist, so ist dies auf jeden Fall zu bevorzugen. Liebe kaufen kann man sich nat├╝rlich nicht!“

Im Spiegelbericht werden sowohl Angeh├Ârige als auch Seniorenheime und sogar die Prostituiertenorganisation „Hydra“ mit ihren Zweifeln in Sachen „Sexualassistenz“ darstellt. Es steht zwar nicht im Text, aber die Frage ist auch in Vorgespr├Ąchen zu diesem Interview aufgekommen: Ist das nicht vielleicht irgendwie „pervers“?

Scheib-Berten: „Was hei├čt eigentlich „pervers“? Bei Perversionen geht es um die Abgrenzung von in einer Gesellschaft herrschenden Moralvorstellungen. Vielleicht spielen auch unsere eigenen Phantasien im Zusammenhang mit den Aktivit├Ąten von Frauen wie Nina de Vries eine gro├če Rolle. Was stellt sich die B├╝rgerin, die Altenpflegerin, der Sohn des Patienten oder auch der Pfarrer vor, wenn er den Artikel bei Spiegel-Wissen liest? Vermutlich gehen die eigenen Phantasien weit ├╝ber das hinaus, was letztendlich geschieht.“

Es gibt auch juristische Fragen.

Rein juristisch geht es nat├╝rlich auch um die Pers├Ânlichkeitsrechte des Patienten. M├╝sste, wenn Frau de Vries ganz offiziell zum Einsatz kommen sollte, sogar der gesetzliche Betreuer seine Zustimmung geben? Eine Frage an die Juristinnen!

Sollte keine gesetzliche Betreuung bestehen, so w├Ąre die Inanspruchnahme von Diensten einer Assistenz vielleicht nur das Fortf├╝hren einer lebenslangen Gewohnheit des Dementen. Vielleicht ist er w├Ąhrend seines gesamten erwachsenen Lebens regelm├Ą├čig zu Prostituierten gegangen? W├Ąre es dann nicht sogar ein Entzug von ├óÔéČ┼íregelm├Ą├čig wiederkehrenden DienstenÔÇÖ, also eine Ungleichbehandlung gegen├╝ber Nicht-Dementen?

Auch Frauen bel├Ąstigen M├Ąnner durch ├â┼ôbergriffe.

Geht es eigentlich bei der Frage nur um M├Ąnner?

Scheib-Berten: „Interessant ist, dass bei diesem Thema nie von weiblichen Dementen die Rede ist. Dass auch Frauen ├╝bergrifflich werden, dass m├Ąnnliche Altenpfleger in der Balintgruppe von Bel├Ąstigungen durch Heimbewohnerinnen sprechen, scheint nicht im Bereich des M├Âglichen – ist jedoch Realit├Ąt.“

Sex und Alter ist oft ein noch gr├Â├čeres Tabuthema als Alter und Tod. Immer wieder gibt es Umfragen und Statistiken, welches Volk das sexuell aktivste ist, wer in welchem Alter wie oft… Bei gef├╝hlten 60 oder 65 Jahren gibt es aber keine Informationen mehr. H├Ârt ab diesem Alter das Sexualleben auf?

Scheib-Berten: „Zum einen halte ich absolut nichts von Statistiken, die es vermutlich gibt, die mich pers├Ânlich aber nicht interessieren. Wie hei├čt es so sch├Ân: „Traue nur der Statistik, die du selbst gef├Ąlscht hast.“ Also: Keine Konkurrenz zwischen feurigen Italienern, stolzen Spaniern und unseren deutschen M├Ąnnern! Schon gar nicht ausgetragen ├╝ber Zahlen.

In der Tat wird Sexualit├Ąt und Liebe, zwei Nomen, die ich gerne auch im Zusammenhang nenne, fast ausschlie├člich mit Jugend, attraktiven K├Ârpern, Fortpflanzungsf├Ąhigkeit und Vitalit├Ąt in Verbindung gebracht. Ich erinnere mich, dass ich bereits 1993, als ich bei der pro familia in Mannheim als Gesch├Ąftsf├╝hrerin gearbeitet habe, auf die Dringlichkeit hinwies, dass sich Sexualberater der Generation 50 plus zuwenden m├╝ssen.

Sexualit├Ąt spielt in jedem Alter eine wichtige Rolle.

Seinerzeit wurde ich bel├Ąchelt. Mittlerweile merken auch die professionellen Berater, dass Sexualp├Ądagogik ab dem mittleren Lebensalter ein wichtiger Baustein der Arbeit ist. Ich hatte eine Frau in der Beratung, die erst nach Ende der Menopause mit einem neuen Partner orgasmusf├Ąhig wurde. Welche Befreiung, welches Gl├╝ck!

Fakt ist, dass die Liebesf├Ąhigkeit grunds├Ątzlich nie aufh├Ârt. Hormone beeinflussen unseren K├Ârper und steuern auch unsere Libido. Doch das ist nur eine Seite der Stimulation. Nur in Verbindung mit g├╝nstigen Rahmenbedingungen wird gesp├╝rte Lust zu gelebter Lust! Ein alleinstehender Mann, der kein Zielobjekt von k├Ârperlicher Lust hat, wird m├Âglicherweise versuchen, seine sexuelle Energie umzuleiten. Eine ungl├╝ckliche Paarbeziehung ist nicht gerade der richtige Ort f├╝r k├Ârperliche N├Ąhe und lebenslustige Sexualit├Ąt – egal in welchem Alter.“

Was w├╝nschen sich ├Ąltere und alte Menschen in Sachen Sexualit├Ąt? Sind diese W├╝nsche anders oder entsprechen sie den „durchschnittlichen“ Vorstellungen?

Scheib-Berten: (lacht) „Was sind die durchschnittlichen Vorstellungen? Selbstverst├Ąndlich werden im h├Âheren Alter keine anstrengenden Kamasutra-├â┼ôbungen auf der Tagesordnung stehen, wenn die Arthrose plagt und der R├╝cken schmerzt. Auch m├╝ssen wir unseren Fokus hinsichtlich Sexualit├Ąt erweitern. Das hingebungsvolle Streicheln, das Kuscheln, das innige Sich-nahe-sein – all das subsummiere ich unter dem Begriff Sexualit├Ąt.

Im Alter wird gekuschelt – aber auch genitale Sexualit├Ąt gew├╝nscht.

Dass nat├╝rlich auch genitale Sexualit├Ąt gew├╝nscht wird, das ist die Regel. Schade ist, dass ├Ąltere und alte Paare h├Ąufig nicht ├╝ber ihre W├╝nsche sprechen. Und tragisch ist, dass Einschr├Ąnkungen klaglos als Gegebenheiten angenommen werden. Manchmal w├╝rde der Besuch eines kompetenten (!) Urologen ├╝ber Potenzschwierigkeiten hinweghelfen oder ein Gespr├Ąch mit der Gyn├Ąkologin w├╝rde Erleichterung bringen.“

Haben alle ├Ąlteren Menschen das Bed├╝rfnis nach sexueller Befriedigung?

Scheib-Berten: „Durch die Besch├Ąftigung mit dem Thema „Sexualit├Ąt im Alter“ sollte kein Leistungsdruck aufgebaut werden! Jedes Paar sollte f├╝r sich selbst entscheiden, ob, wie und wie oft sexuelle Aktivit├Ąten ihre Beziehung bereichern. Wenn beide beschlie├čen, in ihrem Leben einen anderen Fokus zu setzen, so ist das v├Âllig in Ordnung! Wenn allerdings eine oder einer von beiden ein Defizit versp├╝rt, so sollte man nochmals n├Ąher hinschauen. Interessanterweise ist es nicht immer der Mann, der sich mehr Aktivit├Ąten w├╝nscht!

„Use it or loose it,“(Benutze es oder verliere es!) ist hier auch eine wichtige Maxime. In der Regel werden Menschen, denen Sexualit├Ąt w├Ąhrend des gesamten Lebens nicht so wichtig war, auch im Alter kein Defizit versp├╝ren – falls sich nicht die Rahmenbedingungen ├Ąndern!├é┬áEine neue Liebe wirkt hier manchmal Wunder!

Warum erf├Ąhrt man so gut wie nichts zu dem Thema? An den Volkshochschulen gibt es oft sehr viele Kurse – nur das Wort Sex kommt dort meist nicht vor – schon gar nicht in Verbindung mit „Alter“.

Scheib-Berten: Das liegt zum Teil auch daran, dass dieser Begriff in der Ausschreibung m├Âglicherweise Menschen geradezu davon abh├Ąlt, zur Veranstaltung zu kommen! Die Scheu ist hier sehr gro├č! Ich habe vor ein paar Jahren an der Volkshochschule einen Gespr├Ąchskreis „Mut zum Gl├╝ck“ angeboten. Wir besch├Ąftigten uns auch mit dem Thema Sexualit├Ąt. Sollte ich wieder angefragt werden, so stehe ich gerne zur Verf├╝gung!“

„Sexualit├Ąt im Alter“ geh├Ârt in jeden Lehrplan – alles andere ist ein Defizit.

Muss beispielsweise ein Seniorenheim nicht damit rechnen, als unseri├Âs zu gelten, wenn dort das Thema Sex behandelt wird?

Scheib-Berten: „Ganz im Gegenteil. Ich habe bereits bei einigen Tr├Ągern Fortbildungen f├╝r Pflegekr├Ąfte, auch im ambulanten Bereich angeboten. Das Thema ist latent pr├Ąsent und gerade auch j├╝ngere Pflegende sind h├Ąufig ├╝berfordert. Im ├â┼ôbrigen steht „Sexualit├Ąt im Alter“ mittlerweile auf dem Lehrplan der Ausbildung zur Altenpflegerin/Altenpfleger. Wenn ein Bildungstr├Ąger dies noch nicht anbietet, so best├╝nde hier ein Defizit!“

Schauen Sie mal in die Zukunft. Deutschland im Jahr 2050. Wie werden die heute 20- bis 40-j├Ąhrigen dann ├╝ber Sexualit├Ąt im Alter sprechen oder diese leben? Ist Sex bei Opa und Oma immer noch ein Tabuthema?

Scheib-Berten: „Ich hoffe, dass das Thema Sexualit├Ąt und Alter keinen Sonderstatus mehr ben├Âtigt, weil es zur Selbstverst├Ąndlichkeit geworden ist.“

logo_herzwerkstattZur Person:
„herzwerkstatt“ hat Antonia Scheib-Berten ihre Ehe-, Partner- und├é┬áSexualberatung genannt, die sie seit 1995 anbietet. Als erfahrene├é┬áFachfrau in Sachen Beziehung und Liebe setzt sie neben├é┬áPublikationen zum Thema den ├é┬áSchwerpunkt ihrer Arbeit in die├é┬áEinzel- und Paarberatung von Menschen jeden Lebensalters. Auch├é┬áMenschen im mittleren Lebensalter, ├âÔÇ×ltere oder Angeh├Ârige finden├é┬ábei ihr fachliche Unterst├╝tzung. Die Beratung findet im├é┬ágesch├╝tzten Rahmen der „herzwerkstatt“ in Weinheim statt. Termine nur nach Vereinbarung!

Weitere Informationen unter: www.herzwerkstatt.com

Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch: Erregte Diskussion II


Guten Tag!

Heddesheim, 30. Juli 2009. Unter TOP3 widmete sich der „Dialog“ zur geplanten Pfenning-Ansiedlung dem Thema „Zukunftsperspektiven Heddesheims“ zu. Dabei wurde deutlich, dass ein Dialog dringend notwendig ist, aber auch, dass er trotz der daf├╝r eingeschalteten PR-Firma IFOK nicht stattfindet. Wieder wurde heftig diskutiert – bis an die Grenzen des Zumutbaren.

Als erster „Dialog“-Teilnehmer meldete sich zum Thema der B├╝rger Heinz Franke zu Wort. Heddesheim sei f├╝r ihn eine Wohngemeinde am Rande der Industriestadt Mannheim. Heddesheim biete ein hervorragendes Umfeld durch seine Einrichtungen wie beispielsweise den Sportanlagen. „Ich bef├╝rchte, dass eine derart gro├če Ansiedlung wie Pfenning diese Attraktivit├Ąt zunichte macht.“

Weiter sagte Herr Franke: „Damit ich richtig verstanden werde, ich bin eindeutig nicht gegen das Unternehmen Pfenning an sich. Ich denke nur, dass das Projekt zu gro├č ist f├╝r unsere Gemeinde und das Fass der Verkehrsbelastung zum ├â┼ôberlaufen bringt. Die Errichtung einer Monowirtschaft w├╝rde den Standard Heddesheims auf Jahrzehnte festlegen, jede Entwicklung w├Ąre erledigt.“

„Die Frage muss lauten, was ist f├╝r die B├╝rger gut?“

An die Politik richtete er den Appell: „Als B├╝rger habe ich den Eindruck, dass beim Pfenning-Projekt nur dar├╝ber nachgedacht und verhandelt wird, was f├╝r Pfenning gut ist. Das ist falsch. Die Frage muss lauten: Was ist f├╝r die B├╝rger gut?“

Als n├Ąchster sprach Josef Doll: „Wir brauchen f├╝r die Zukunft Heddesheims neue Arbeitspl├Ątze, um unsere Einrichtungen finanzieren zu k├Ânnen.“

Andreas Schuster sagte: „Ich verstehe Herrn Franke: Niemand hat etwas gegen Pfenning, die schiere Gr├Â├če des Projekts macht aber Angst, dass hier etwas entsteht, was nicht mehr umkehrbar ist.“

Frank Hasselbring sagte: „Nat├╝rlich stellen wir unsere Erwartungen an die Firma Pfenning und erwarten Antworten von der Firma.“

Herr Franke sagte: „Herr Doll, ich merke, dass Sie sich im Recht f├╝hlen. Das Problem ist, dass es keine ├Âffentliche und kontroverse Diskussion im Vorfeld der Entscheidung des Gemeinderats gegeben hat. Deswegen haben Sie jetzt das Problem, weil Sie die B├╝rger nicht mitgenommen haben. Deshalb ist es auch richtig, dass sich die Kirchen um den Seelenfrieden im Ort sorgen. F├╝r mich geht es gerade weniger um Pfenning, als um den Frieden in der Gemeinde.“

Es gab keine breite politisch-gesellschaftliche Diskussion
├╝ber das Projekt – das war ein Fehler.

Klaus Schuhmann sagte: „Das muss ich selbstkritisch best├Ątigen. Wir h├Ątten damals eine politische Diskussion ├╝ber das Projekt suchen sollen. Das waren wir alle nicht getan. Das tun wir aber jetzt und zwar mit der Frage, ob wir in einigen Jahren noch zu einer wie auch immer getroffenen Entscheidung stehen k├Ânnen.“

Uwe Nitzinger sagte: „Unsere Ansiedlung wird keinen zus├Ątzlichen Verkehr in die Kerngemeinde bringen. Wir werden das mit der Gemeinde sicherstellen. Was uns betroffen macht, es wird immer so dargestellt, als w├╝rden wir nur Unfrieden stiften.“

Herr Nitzinger verwies auf das Beispiel Worms, wo das Logistik-Unternehmen Fiege, dass viel gr├Â├čer sei als Pfenning, ebenfalls nicht Besitzer des Gel├Ąndes und der Hallen sei: „Diese Konstellation ist durchaus ├╝blich.“

Weiter sagte Herr Nitzinger: „Sie m├╝ssen die Dimension verstehen. Es handelt sich hier um eine Organverpflanzung. Wir geben unsere alten Standort auf und fassen unsere Betriebsteile in der Region in Heddesheim zusammen. Wir gehen mit allem, was wir haben von Viernheim weg. Wir wandern sozusagen aus.“

Herr Nitzinger stellte dabei fest, dass auch ein Tochterunternehmen aus dem IT-Bereich mit umziehen werde – als Beispiel, dass auch die geplante Pfenning-Ansiedlung anderen Gewerben n├╝tzlich sein wird.

„Wir sind eine Integrationswerkstatt.“

Dann sagte Herr Nitzinger: „Mich regt auch die Diskussion ├╝ber „gering qualifizierte Arbeitspl├Ątze“ auf. Wir geben Menschen Arbeit, aus allen Nationen. Wir sind sozusagen eine Integrationswerkstatt.“

Und weiter: „Wir sind zu Zugest├Ąndnissen bereit. Wir wollten ein Industriegebiet. Das haben wir nicht bekommen, sondern nur ein Gewerbegebiet, das als Sondergebiet ausgewiesen wurde. Und wir schaffen dort Arbeitspl├Ątze und die schaffen Wohlstand.“

Dann setzt Josef Doll in einem langen Beitrag nochmals die demographische Entwicklung Deutschlands in Beziehung zu Heddesheim. Dann erinnert er daran, dass die Gemeinde mit dem Verkauf von Grundst├╝cken viel Geld erwirtschaftet habe und die geplante Pfenning-Ansiedlung wieder Geld bringen w├╝rde, was dringend gebraucht wird.

Herr Franke erinnert an die Erfahrungen mit Gro├čprojekten in Heddesheim: „Gr├Â├če ist immer faszinierend, aber schauen Sie sich an, ob wir mit unseren Gro├čbauten heute zufrieden sind – das sind wir nicht. Auch bei der Edeka wird das so sein. Das hat man anders angefangen, als es heute ist. Heute ist die Edeka ebenfalls ein Logistik-Zentrum.“

„Wir wollen eine Gewerbeentwicklung.“

B├╝rgermeister Michael Kessler sagte: „Mich wundert, dass Herr Franke von sich glaubt, in die Zukunft schauen zu k├Ânnen. Aus unserer Sicht ist die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets richtig und ich kann Herrn Nitzinger nur unterst├╝tzen. Und die Edeka hat f├╝r Heddesheim eine gro├če Bedeutung: sie hat Gewerbesteuer und Arbeitspl├Ątze gebracht. Bedauerlich ist, dass sie den Unternehmenssitz verlagert hat, das ist halt so.“

Weiter sagte er: „Heddesheim hat sich stark entwickelt. Nat├╝rlich gibt es viele Fragen zum Pfenning-Projekt, die wir auch er├Ârtert haben. Generell gilt die Aussage: Wir wollen eine Gewerbeentwicklung.“

Hardy Prothmann sagte: „Ich m├Âchte mich zu Herrn Dolls Ausf├╝hrungen ├Ąu├čern: Wenn das so war, dass durch Fl├Ąchenverkauf Geld erwirtschaftet wurde, dann ist doch die Erkenntnis, dass jetzt kaum noch etwas zu verkaufen ist, aber eine nachhaltige, zukunftsorientierte Entwicklung der Gewerbe unterblieben ist. Diese Vers├Ąumnisse mit einem Schlag durch Pfenning l├Âsen zu wollen, ist mehr als fraglich. Dar├╝ber hinaus wird der Frieden in der Gemeinde durch die permanente Angstkampagne gewisser Leute besch├Ądigt, die uns einreden wollen, ohne Pfenning m├╝ssten wir vieles zusperren, nach dem Motto: K├Ânnen wir unsere Kinderg├Ąrten halten? Das ist unredlich.“

„Wir wollen nicht l├Ąnger das Dorf in der Umgebung sein.“

J├╝rgen Merx sagte: „Unser Ziel ist der Wohlstand. Und wir schlie├čen nat├╝rlich keine Kinderg├Ąrten. Und nat├╝rlich kann die Gr├Â├če des Projekts schon erschrecken. Wir Gemeinder├Ąte m├╝ssen uns aber der Entscheidung stellen. Wissen Sie, au├čerhalb wird Heddesheim immer noch als Dorf betrachtet. Ich sage aber: Stillstand ist R├╝ckschritt. Wir wollen nicht l├Ąnger das Dorf in der Umgebung sein.“

Herr Doll rechnet vor, dass die eigene Entwicklung des Gel├Ąndes f├╝r Heddesheim zu teuer w├Ąre: „Der durchschnittliche Preis f├╝r den Quadratmeter Gewerbegrundst├╝ck liegt bei 120 Euro. Das k├Ânnen wir als Gemeinde gar nicht stemmen. Wir brauchen aber einen Schub f├╝r das Gewerbegebiet und den wird Pfenning bringen.“

„Viele Heddesheimer sind misstrauisch.“

Andreas Schuster sagte: „Die k├Ânnen mir viel erz├Ąhlen, sagen die Menschen mittlerweile. Viele Heddesheimer B├╝rger sind misstrauisch, weil viele Behauptungen nicht mit konkreten Aussagen unterf├╝ttert sind. Das sollten wir ├Ąndern.“

Herr Nitzinger sagte: „Unser Projekt bietet die M├Âglichkeit einer positiven Abstrahlung. Wir bringen frisches Blut nach Heddesheim. Unsere Mitarbeiter werden einen wesentlichen Teil ihres Lebens hier verbringen. Sie kaufen in Heddesheim ein oder gehen auch hier in die VHS. Die gesamte Gemeinde wird profitieren.“

Herr Prothmann sagte: „Ich m├Âchte darauf hinweisen, dass die Gemeinde sich im Vorgriff auf die tats├Ąchliche Entwicklung schon als Logistik-Standort pr├Ąsentiert. Tats├Ąchlich bin ich der ├â┼ôberzeugung, dass diese Kennzeichnung f├╝r Heddesheim von Schaden sein wird. Wenn die Menschen beim Namen Heddesheim an Logistikstandort denken, werden die Immobilienpreise hier fallen und der von vielen zu Recht gew├╝nschte Zuzug von gut ausgebildeten Neub├╝rgern aus dem Mittelstand ausbleiben. Keiner zieht freiwillig an einen Logistikstandort. Insofern stelle ich zur Diskussion, ob eine Pfenning-Ansiedlung nicht einen Image-Schaden f├╝r die Gemeinde nach sich zieht.“

Und weiter: „Zudem hat die Logistik nicht den allerbesten Ruf und im Speziellen ist die Firma Pfenning in der Vergangenheit negativ aufgefallen mit Schlagzeilen wie „Betriebsratschef zusammengeschlagen“ und „Politik appelliert an Unternehmen“.“

Herr Prothmann wird heftig von Herrn Nitzinger wiederholt bei seinen Ausf├╝hrungen unterbrochen. Es wird heftig und laut diskutiert. Herr Nitzinger ├╝berzieht Herrn Prothmann mit einer Beleidigung, die er nicht ├Âffentlich zitiert haben will.

Moderator Andreas Ingerfeld: „Ich bitte die Teilnehmer, die Emotionen zur├╝ck zu nehmen und von weiteren, pers├Ânlichen Angriffen abzusehen.“

Heiner Gladbach sagte: „Ich finde die Vorw├╝rfe gegen Pfenning schon bedeutend und w├╝rde gerne wissen, ob man das mit Fakten belegen kann.“

Herr Nitzinger betont, dass alle Anschuldigungen und Behauptungen falsch seien und Pfenning alle Prozesse damals gewonnen h├Ątte.

„Es gibt nichts zu bedauern.“

Herr Franke sagte: „Ich finde es bedauerlich, dass Sie mit ihrer Vermarktung des Gel├Ąndes alle hier Anwesenden in Verlegenheit gebracht haben. Die Leute denken doch: Wor├╝ber reden die eigentlich, wenn Pfenning das Gebiet schon verkauft?“

Herr Nitzinger sagte: „Wir haben lange Vorlaufzeiten in unserem Gesch├Ąft, deswegen m├╝ssen wir so handeln.“

Dieser Punkt wird diskutiert. Es wird Verst├Ąndnis ge├Ąu├čert, dass das Unternehmen den Vorlauf braucht, aber festgehalten, dass auch hier die Kommunikation versagt hat.

Herr Franke sagte: „F├╝r mich ist das eine Frage des Stils und des Anstands. Sie sollten das wenigstens bedauern, oder?“

Herr Nitzinger: „Wir haben nichts zu bedauern.“

P├ęlagie Mepin sagte: „Sie m├╝ssen das so sehen, wir investieren viel Geld in die Kampagne. Sollte das Projekt nicht kommen, haben wir viel Geld verloren.“

Herr Franke: „Ich gebe meine Frage an den B├╝rgermeister weiter.“

B├╝rgermeister Kessler: „Ich kann die Haltung von Pfenning nur unterst├╝tzen. Nat├╝rlich m├╝ssen die sich um ihr Gesch├Ąft k├╝mmern.“

Herr Schuster sagte: „Ich sehe hier einen Konflikt zwischen einer PR-Katastrophe und einem Unternehmen, dass sich nach au├čen mit einer gewissen Potenz darstellen muss, um als attraktiver Gesch├Ąftspartner wahr genommen zu werden.“

Frau Kemmet sagte: „Ich f├Ąnde es wichtig, wenn wir im Dialog einen Katalog f├╝r die verwendeten Begriffe aufstellen w├╝rden, beispielsweise ist „Nachhaltigkeit“ ein Wort, das viel sagt, weil es viele Definitionen dazu gibt. Ich denke, dass ├╝berfordert viele B├╝rger.“

Kurz nach 21:30 Uhr war die „Dialog“-Zeit zu Ende.

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Von Schw├Ąnen und Fischen – Ballett Exercisen

Guten Tag!

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Das heddesheimblog

Ballettgruppen der VHS zeigten Exercisen

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Juli 2009. Zwei Gruppen des VHS-Kurses „Ballett f├╝r Kinder“ zeigten heute vor Publikum, was sie bereits k├Ânnen – Eltern, Verwandte und Freunde waren begeistert.

Anmutige Schw├Ąne und drollige Fische verwandelten die Turnhalle der Hans-Thoma-Schule zu Camille Saint-Sa├â┬źns „Karneval der Tiere“ in eine Ballettb├╝hne.

Was die beiden Gruppen, die der „Kleinen“, 3-4j├Ąhrige, und die der „Gro├čen“, 10-15j├Ąhrige M├Ądchen, vorf├╝hrten, konnte sich sehen lassen.

Gemeinsam zeigten die Ballettsch├╝ler „Exercisen“, ├â┼ôbungen an der Stange und kleine einstudierte Tanzfolgen.

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Kleine Tanzfolgen - Riesenspa├č f├╝r die jungen "Ballerinas". Bild: hblog

Spielerisch verwandelten sich die Kleinen in Fische und lie├čen nicht vermuten wie viel harte Arbeit in diesen ersten kleinen Tanzfolgen steckt.├é┬áDie gro├če Gruppe ├╝berzeugte durch Anmut und gelungene Koordination sowie durch erste Spr├╝nge.

„So gut wie heute ward ihr noch nie“, freute sich die ausgebildete Ballettlehrerin Angelika Lucky-Hanagarth nach der Auff├╝hrung vor den begeisterten Eltern und Gro├čeltern, „jetzt br├Ąuchten wir auch ein gro├čes Publikum nicht zu scheuen“.

Seit 25 Jahren trainiert Angelika Lucky-Hanagarth w├Âchentlich bis zu vier Ballettgruppen f├╝r die Heddesheimer Volkshochschule. „Momentan sind es leider nur zwei Gruppen“, bedauert Angelika Lucky-Hanagarth und kann sich den R├╝ckgang der Sch├╝lerzahlen auch nicht erkl├Ąren.

Ob die Begeisterung der M├Ądchen f├╝r klassisches Ballett durch Jazz und Modern Dance verdr├Ąngt wird oder ob durch die zus├Ątzliche Konkurrenz im Ort durch Vereins-Tanzgruppen die Nachfrage zur├╝ckgehen l├Ąsst, ist angesichts der Freude und des tollen Ausdrucks der M├Ądchen nur schwer zu beantworten. SAP


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Ungen├╝gende Auskunft: Wieso Frau Brechtel sich selbst k├╝mmern sollte…

Gegen die alte und zuk├╝nftige Gemeinder├Ątin, Frau Ursula Brechtel, sind Vorw├╝rfe laut geworden. Als Leiterin der VHS sei sie Angestellte der Gemeinde und d├╝rfte demnach keine Gemeinder├Ątin sein.

Kommentar: Hardy Prothmann

Gemeinder├Ąte d├╝rfen nicht abh├Ąngig von der Gemeinde sein – nichts anderes regelt der ├é┬ž 29 der Gemeindeordnung.

Abh├Ąngigkeiten werden hier vor allem wirtschaftlich unterstellt – und nicht nach dem Gewissen oder dem Charakter einer Person. Das ist auch gut so, denn oft ├Ąndern sich das Gewissen oder der Charakter, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht.

Im Jahre 1983 hat der damalige B├╝rgermeister oder jemand anderes – das ist unklar – festgestellt, dass Frau Ursula Brechtel eine ehrenamtliche T├Ątigkeit in der Gemeinde Heddesheim aus├╝bt und damit unabh├Ąngig ist.

Das war vor 26 Jahren. Seitdem ist diese Feststellung nicht mehr ├╝berpr├╝ft worden.

Das ist schlecht. Vor allem f├╝r Frau Brechtel, aber auch f├╝r den Gemeinderat und damit auch f├╝r die Gemeinde.

Denn damit haben alle die, die gerne Zweifel an ihrer T├Ątigkeit ├╝ben wollen, Nahrung erhalten.

Diese Zweifler k├Ânnen zu recht, da niemand eine Antwort gibt, in Frage stellen, ob ihre T├Ątigkeit „rechtskonform“ ist.

400 Euro sind 400 Euro.

Sie als Leser fragen sich zu recht: Wo ist der Unterschied, ob jemand „geringf├╝gig besch├Ąftigt ist“ oder „ehrenamtlich“, wenn in beiden F├Ąllen ein Sal├Ąr von 400 Euro ausgezahlt wird?

Die Antwort ist ein -nur und gleichzeitig wichtiger- juristischer Unterschied.

Im ersten Fall gibt es einen „Arbeitsvertrag“, in dem zum Beispiel geregelt ist, was der „Arbeitnehmer“ zu tun hat.

Im zweiten Fall geht es um ein „Ehrenamt“, das ist an keine Weisungen gebunden. Eine ehrenamtlich besch├Ąftigte Person arbeitet so, wie sie es will und nicht jemand anderes.

Dass Frau Brechtel durchaus „ehrenamtlich“ t├Ątig ist, kann das heddesheimblog sogar best├Ątigen.

Die Redaktion wollte Frau Brechtel und vor allem die VHS im Portr├Ąt der ├ľffentlichkeit vorstellen und hat um einen Termin gebeten. Die Anfrage wurde per email am 11. Mai 2005 an Frau Brechtel gesandt.

Ist Frau Brechtel die VHS?

Am 15. Mai 2009 antwortete Frau Brechtel ganz f├╝r sich selbst und nicht im Sinne der VHS: „…doch an einem Portr├Ąt habe ich kein Interesse.“

Interessant bei dieser Antwort ist, dass Frau Brechtel die VHS und sich als eine Person sieht.

W├╝rde sie ihr „Ehrenamt“ ernst nehmen, m├╝sste sie immer bem├╝ht sein, die Angebote der VHS so ├Âffentlich zu machen, wie sie nur kann.

Tats├Ąchlich ├Ąu├čerte sich Frau Brechtel auch pers├Ânlich gegen├╝ber dem heddesheimblog: „Sie habe ich nicht n├Âtig, um bekannt zu sein, mich kennt jeder im Ort.“

Wie diese schriftliche und m├╝ndliche Auskunft zu einem Ehrenamt passen, ist eine andere Frage.

Frau Brechtel sollte allerdings im eigenen Interesse und im Interesse des Gemeinderats und der Gemeinde von sich aus feststellen lassen, dass ihre „ehrenamtliche“ T├Ątigkeit im Einklang mit den Einschr├Ąnkungen des ├é┬ž 29 der Gemeinderatsordnung stehen, sonst bleibt der Zweifel.

Und unausger├Ąumte Zweifel bedeuten immer Unfrieden.

Daran ist Frau Brechtel als verantwortungsvoller Gemeinder├Ątin sicherlich nicht gelegen.

Was von Vorw├╝rfen zu halten ist, wie Recherche funktioniert und was Ergebnisse bedeuten

Guten Tag,

gegen eine alte und zuk├╝nftige Gemeinder├Ątin sind zunehmend Vorw├╝rfe laut geworden.

Vorw├╝rfe bedeuten erst einmal ganz einfach nichts, solange die Fakten dazu nicht ├╝berpr├╝ft worden sind.

Fakten ├╝berpr├╝fen Experten wie Gutachter, Rechtsanw├Ąlte, Richter, Wissenschaftler – oder auch Journalisten, die diese Experten befragen und deren (vielf├Ąltige) Sicht ver├Âffentlichen.

Gerade wenn die Ger├╝chte die ├ľffentlichkeit erreichen, ist es Aufgabe der Journalisten, diese zu ├╝berpr├╝fen und m├Âglichst viele Informationen zu sammeln und m├Âglichst wertfrei zu ver├Âffentlichen.

Diese Informationen k├Ânnen ein Ger├╝cht zu einer Tatsache machen, aber sie k├Ânnen das Ger├╝cht genauso ins Reich der Fantasie schicken.

Ger├╝chte sind unverb├╝rgte Nachrichten.

Manchmal gibt es auch zu wenig Informationen, um diese Entscheidung treffen zu k├Ânnen.

Meistens reichen die Informationen aber aus, um ein Ger├╝cht einfach ein Ger├╝cht sein zu lassen oder aus einem Ger├╝cht eine Tatsache zu machen – wenn man beharrlich nachfragt.

Was die „├Âffentliche Meinung“ angeht, bestimmen alle, die an dieser „├ľffentlichkeit“ teilhaben, wie die Meinung sein wird: B├╝rger, Experten, Funktionstr├Ąger wie beispielsweise Politiker, Experten und auch Journalisten.

Aber auch alle, die sich nicht interessieren, bestimmen durch ihr Desinteresse die ├ľffentlichkeit mit.

Das heddesheimblog f├╝hlt sich dem recherchierenden Journalismus verpflichtet.

Recherche dient der Klarheit.

Recherche bedeutet viel Arbeit und M├╝he – ohne das Ziel zu kennen, auch wenn viele sich ein „Ja“ oder „Nein“ oder ein „So ist es“ oder ein „So ist es nicht“ w├╝nschen.

Recherche bedeutet, sich Fragen zu stellen und Antworten zu suchen – auch solche, die „einem selbst“, also dem Recherchiernden (als Person selbst) vielleicht nicht gefallen.

Das kennt jeder verantwortliche Journalist, wenn er feststellt, dass der vermutete Skandal keiner ist oder sich zumindest nicht belegen l├Ąsst.

Dasselbe gilt f├╝r den Empf├Ąnger der Nachricht, gleich, in welchem Medium er die Nachricht „erf├Ąhrt“.

Unverantwortliche Journalisten „vergessen“ gerne einen Teil ihrer „Recherchen“ und stellen den Skandal trotzdem fest. Dazu k├Ânnen Sie sich jeden Tag ihre Meinung „BILDen“.

Verantwortliche Journalisten ver├Âffentlichen, soweit m├Âglich, ihre „kompletten“ Recherchen und stellen danach den von ihnen vorgefundenen Sachverhalt fest.

Die Bilanz f├╝r die ungleichen Ergebnisse von Recherchen ist immer diesselbe: „Die eine Wahrheit“ kommt niemals vollst├Ąndig „ans Licht der ├ľffentlichkeit“.

Weil niemals jedes Detail ├╝berpr├╝ft werden kann.

Man kann es aber trotzdem versuchen.

Das ist die „K├╝r“ des Journalismus. Zu recherchieren. Fragen zu stellen und Antworten zu suchen und neue Fragen zu stellen, wenn die Antworten nicht „ausreichen“.

Diese K├╝r ist nicht nur heute, aber immer st├Ąrker wirtschaftlichen Zw├Ąngen unterworfen.

Recherche findet kaum noch statt.

So „decken“ regionale Medien kaum noch einen Skandal auf, sondern verlassen sich auf die „Kollegen“ vom Spiegel, von der S├╝ddeutschen, auf Redaktionen wie Panorama oder Report oder schlicht und ergreifend auf die „Agenturen“. Damit sind keine „Agenten“ gemeint, sondern Nachrichtenagenturen. Wenn Sie so wollen: Nachrichtenfabriken.

Warum ist das so? Weil sich die noch unabh├Ąngigen Medien es sich leisten k├Ânnen, es sich mit jemandem zu verscherzen, dem sie ein Fehlverhalten nachweisen k├Ânnen. Andere, so genannte „unabh├Ąngige“ Medien sind dazu nicht in der Lage, weil sie eben nicht „unabh├Ąngig“ sind.

Trotzdem erfahren auch die „Sturmgesch├╝tze der Demokratie“, zu denen sicherlich immer noch der Spiegel und die S├╝ddeutsche Zeitung z├Ąhlen nicht immer alles.

Die Beispiele kennt jeder: Ist John F. Kennedy Opfer einer Verschw├Ârung geworden? Hatte Pr├Ąsident Clinton Sex mit Monica Lewinsky oder nicht? Sind Brat Pitt und Angelina Jolie gl├╝cklich miteinander? Ist Michael Jackson ermordet worden oder nicht?

Das sind gro├če Fragen, die viele Menschen bewegen, ├╝berall auf der Welt. Die Welt ist gro├č und doch klein.

Deswegen ist es auch immer richtig, im Kleinen Fragen zu stellen.

Das macht das heddesheimblog f├╝r Heddesheim.

Lesen Sie hierzu den Kommentar

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Auszug aus wikipedia zum Schlagwort „Recherche„:

„Journalistische Recherche bezeichnet das eigenst├Ąndige Beschaffen von Informationen im Gegensatz zum blo├čen Verarbeiten von Pressemitteilungen, Agenturmaterial oder Pressekonferenzen.
Die journalistische Recherche sammelt m├Âglichst vielf├Ąltige Informationen, die ein bestimmtes Thema aus unterschiedlichen und widerstreitenden Blickwinkeln beleuchten, um so eine ausgewogene Berichterstattung zu erm├Âglichen. Im Idealfall sollte jede Information, die in journalistische Arbeit einflie├čt, durch Recherche abgesichert werden. In der Praxis w├╝rde dies im Regelfall einen zu gro├čen Aufwand bedeuten.
Journalistische Recherche benutzt viele Werkzeuge: unter anderem Archive, pers├Ânliche Gespr├Ąche (Interviews) mit Betroffenen, Fachleuten und Augenzeugen, offizielles Pressematerial, Fachliteratur oder das Internet.
Die Recherche ist die K├╝r des Journalismus: Nur so erfahren die Menschen die Ereignisse, die ohne die M├╝he des Journalisten niemals ans Licht gekommen w├Ąren. Keine journalistische Aufgabe ist schwieriger, aber auch so abh├Ąngig von Zuf├Ąllen, vom Gl├╝ck – und von einer detektivischen Kleinarbeit. Nur der Flei├čige und Couragierte nimmt sie auf sich. (Wolf Schneider, Paul-Josef Raue: Handbuch des Journalismus)
Als Vorbild des recherchierenden Journalismus in Deutschland wird gemeinhin Hans Leyendecker bezeichnet. (Siehe zu diesem Abschnitt auch: Investigativer Journalismus.) Im Allgemeinen wird heute kritisiert, aufgrund der wirtschaftlichen Engp├Ąsse seien Journalisten kaum noch in der Lage, ausreichend zu recherchieren. Pressemeldungen werden h├Ąufig unkritisch ├╝bernommen.“

Vorw├╝rfe, Recherchen und Ergebnisse V

Guten Tag,

nach ├é┬ž 29 der Gemeindeordnung darf weder ein Angestellter noch ein Beamter das Mandat eines Gemeinderats in einer baden-w├╝rttembergischen Kommune wahrnehmen.

Gegen eine Gemeinder├Ątin der Gemeinde Heddesheim ist ein solcher Vorwurf ge├Ąu├čert worden.

Die Redaktion des heddesheimblogs ist der ├â┼ôberzeugung, dass ein solcher Vorwurf zweifelsfrei ausger├Ąumt sein muss, weil die Legitimation dieser Gemeinder├Ątin sonst nicht eindeutig ist, was zu ihrem Schaden und zu dem des Ansehens des Gemeinderats f├╝hren k├Ânnte.

Deswegen wird das heddesheimblog am Montag, den 20. Juli 2009 erneut versuchen, eine rechtsverbindliche Auskunft zu erlangen.

Zweifel m├╝ssen ausger├Ąumt werden.

Da weder die Gemeinde, noch das Kommunalrechtsamt, eine zweifelsfreie Antwort gegeben haben, bleibt der Zweifel an der korrekten Wahl an der Gemeinder├Ątin Ursula Brechtel haften, bis dieser Vorwurf entkr├Ąftet ist.

Dieser Zweifel richtet sich nicht gegen die Person selbst, sondern gegen die vorliegenden Umst├Ąnde.

Die Redaktion des heddesheimblogs ist bei der Recherchefrage in dieser Sache daran interessiert, Zweifel auszur├Ąumen.

Die lapidare Antwort des Kommunalrechtsamts – ohne Nennung eines einzigen Paragraphen, ohne Er├Ârterung des Sachverhalts zu konkreten Fragen – man k├Ânne die „Rechtsauskunft der Gemeindeverwaltung“ best├Ątigen, ist zu wenig, um Zweifel auszur├Ąumen.

Lesen Sie hier die Einsch├Ątzung der Redaktion.

Lesen Sie hierzu den Kommentar

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Vorw├╝rfe, Recherchen und Ergebnisse IV

Guten Tag,

nachdem Vorw├╝rfe laut wurden, die erneut gew├Ąhlte CDU-Gemeinder├Ątin d├╝rfe nach ├é┬ž 29 der Gemeindeordnung gar keine Gemeinder├Ątin sein, hat das heddesheimblog zun├Ąchst frei recherchiert und dann konkrete Fragen an die Gemeinde gestellt.

Die Antworten fand die Redaktion nicht befriedigend und hat sich mit weiteren Fragen am sp├Ąten Nachmittag des 14. Juli an das Kommunalrechtsamt gewandt.

Das Kommunalrechtsamt hat am Morgen des 17. Juli 2009 wie folgt geantwortet:

„Zur Sache selbst bez├╝glich der ehrenamtlichen T├Ątigkeit von Frau Brechtel bei der VHS best├Ątigen wir die Rechtsauskunft der Gemeindeverwaltung, wonach Frau Brechtel tats├Ąchlich nicht den Status einer Besch├Ąftigung bzw. einer Arbeitnehmerin der Gemeinde hat und damit auch f├╝r ihr Einr├╝cken in den Gemeinderat kein Hinderungsgrund besteht (vergl. ├é┬ž 29 Abs. 1 Nr.1 a GemO). Die Auskunft der Gemeindeverwaltung Heddesheim entspricht daher vollumf├Ąnglich den Bestimmungen der Gemeindeordnung.“

Ist damit unsere Recherche abgeschlossen? Nein. Weil unsere Fragen nicht beantwortet wurden!

Das Schreiben des Kommunalrechtsamts sagt einfach nur: So ist es.

Lesen Sie hier, wie das heddesheimblog weiter recherchieren wird

Vorw├╝rfe, Recherchen und Ergebnisse III

Guten Tag,

nach der Auskunft der Gemeinde zur Frage, ob die Leiterin der VHS Angestellte ist oder nicht, aber in beiden F├Ąllen 400 Euro im Monat erh├Ąlt, wollte das heddesheimblog konkretere Informationen und hat sich an das Kommunalrechtsamt gewandt.

Denn bislang war aus Sicht der Redaktion ungekl├Ąrt, ob es in den 26 Jahren seit der letzen „Pr├╝fung“ eine weitere Pr├╝fung gab. Das muss man angesichts der langen Zeit erwarten k├Ânnen.

Weiter bleibt unklar, ob Frau Brechtels Aufgaben im Laufe der Zeit nicht vielleicht zugenommen haben und eine „Entsch├Ądigung“ von 400 Euro nicht vielleicht zu „wenig“ sind.

Sind mit dem Ehrenamt politische Vorteile verbunden?

Weiter blieb unklar, ob es sich nur um ein „Ehrenamt“ handelt oder in Verbindung damit „politische Vorteile“ verkn├╝pft sind.

Das heddesheimblog kopierte den bisherigen Schriftwechsel und hatte folgende Fragen an Herr Albin Herrmann, Leiter des Kommunalrechtsamts beim Landratsamt Heidelberg:

„Wir haben versucht, Auskunft dar├╝ber zu bekommen, ob die Wahl einer Gemeinder├Ątin eventuell nach ├é┬ž 29 Gemeindeordnung nicht zul├Ąssig ist. Dazu haben wir die Auskunft erhalten, dass vor 26 Jahren (1983) der Sachstand gepr├╝ft wurde. Unserem Verst├Ąndnis nach obliegt es nicht dem B├╝rgermeister, das zu pr├╝fen und zu entscheiden.

Wir bitten also aktuell, eine neue Pr├╝fung zu veranlassen.
Unter anderem mit der Fragestellung, ob Frau Brechtel weisungsgebunden ist und/oder Weisungen aus dem Rathaus erh├Ąlt und zum Beispiel von dort aus ihre Arbeitszeiten geregelt werden. Das w├Ąre mit der Definition eines Ehrenamts nicht vereinbar – soweit wir als juristische Laien das wissen.

Weiter w├╝rde uns interessieren, ob die „Entsch├Ądigung“, die Frau Brechtel erh├Ąlt, a) angemessen ist und b) nicht in der Konsequenz wie ein 400-Euro-Job zu bewerten ist.

Weiter stellt sich die Frage, inwieweit eine solche ehrenamtliche Besch├Ąftigung zul├Ąssig ist, wenn diese die Bekanntheit und damit potenziell den Wahlerfolg der betreffenden Person auf enorme Weise st├╝tzen kann. Da Frau Brechtel bei den vergangenen Wahlen immer die meisten Stimmen erhalten hat, ist dieser Zusammenhang zumindest zu vermuten.“

Lesen Sie hier die Antwort von Albin Herrmann, Leiter des Kommunalrechtsamts

Vorw├╝rfe, Recherchen und Ergebnisse II

Guten Tag,

Sie lesen hier die Antwort der Gemeinde vom 30. Juni 2009 auf die Recherchefragen des heddesheimblogs vom 26. Juni 2009, ob Frau Ursula Brechtel eine Angestellte der Gemeinde ist und damit Gemeinder├Ątin sein darf oder nicht?

Antwort der Gemeinde Heddesheim:

„Es trifft zu, dass die Gemeinde Tr├Ągerin der VHS ist. Sie├é┬ábetreibt die VHS├é┬áals unselbst├Ąndige Einrichtung und hat dazu eine Satzung├é┬áerlassen.

Es trifft zu, dass Frau Brechtel die VHS leitet, und zwar ehrenamtlich.

Frau Brechtel ist keine Besch├Ąftigte der Gemeinde. Sie wird├é┬áauch nicht im Rahmen des so genannten „400-Euro-Gesetzes“├é┬áals geringf├╝gig Besch├Ąftigte entlohnt. Sie erh├Ąlt lt.├é┬áSatzung eine Entsch├Ądigung in H├Âhe von EUR 400/Monat.

Der damalige B├╝rgermeister hatte 1983 gepr├╝ft, ob die├é┬áehrenamtliche Leitung der VHS in Anbetracht der├é┬áGemeinderatst├Ątigkeit von Frau Brechtel sch├Ądlich ist. Die├é┬áPr├╝fung verlief negativ.

Im ├â┼ôbrigen findet nach jeder Gemeinderatswahl eine Pr├╝fung├é┬ádes Gremiums statt, ob bei den gew├Ąhlten Personen ein├é┬áHinderungsgrund nach ├é┬ž 29 der Gemeindeordnung f├╝r├é┬áBaden-W├╝rttemberg vorliegt. Dieser Tagesordnungspunkt wird├é┬áam 20.07.2009 behandelt.“

Die Antwort der Gemeinde lie├č Fragen offen:
Gibt es einen Unterschied zwischen einer „geringf├╝gigen Besch├Ąftigung“ und einer „ehrenamtlichen T├Ątigkeit“, wo doch beide mit 400 Euro „entlohnt werden? Der juristische Laie fragt sich das.

Darf ein B├╝rgermeister „pr├╝fen und entscheiden“, ob ein „Hinderungsgrund vorliegt“?

Hat sich die Gesetzeslage seit 1983 ver├Ąndert?

Lesen Sie hier den Fortgang der Recherche.

Vorw├╝rfe, Recherchen und Ergebnisse I

Guten Tag,

dem heddesheimblog wurde zugetragen, dass die Wahl einer Gemeinder├Ątin der CDU nicht rechtens sei. Das werde „erz├Ąhlt“.

Einige Zeit sp├Ąter erfuhr das heddesheimblog von einem Eintrag im Internet, der diesen Vorwurf wiederholt.

Das heddesheimblog hat recherchiert und folgende Information im Internet gefunden:

„Der Kl├╝ngel lebt im Gemeinderat mitten unter Euch.. Laut Gemeindeordnung ├é┬ž 29 des Landes Baden-W├╝rttemberg darf kein Beamter oder Angestellter der Gemeinde im Gemeinderat sitzen. Wie verh├Ąlt es sich dann mit der Chefin der Volkshochschule hier im Dorf. Ist Ursula Brechtel eine Angestellte der Gemeinde ??? Sollte dies zutreffen fordert der SCHWARZEBLOCK den sofortigen R├╝cktritt als Gemeinder├Ątin.“

Der Vorwurf wiegt schwer. Denn tats├Ąchlich d├╝rfen Angestellte oder Beamte einer Gemeinde in Baden-W├╝rttemberg nicht im Gemeinderat sitzen und sollten erst gar nicht zur Wahl antreten.

Das heddesheimblog hat nach Kenntnis dieser Vorw├╝rfe recherchiert.

Zun├Ąchst beim Volkshochschulverband Baden-W├╝rttemberg e.V. mit der Frage, ob die VHS Heddesheim in Tr├Ągerschaft der Gemeinde liegt, weil das aus eigenen Recherchen nicht klar wurde. Von dort kam keine Antwort.

Das heddesheimblog hat gleichzeitig zum ├é┬ž 29 der Gemeindeordnung recherchiert, um die aktuelle Gesetzeslage zu kennen.

Danach hat das heddesheimblog die Gemeinde zu folgenden Punkten befragt:

Trifft es zu, dass die Gemeinde Tr├Ągerin der VHS Heddesheim ist?
Trifft es zu, dass Frau Ursula Brechtel Leiterin der VHS Heddesheim ist?
Ist Frau Brechtel damit Angestellte der Gemeinde?
In welchem Besch├Ąftigungsverh├Ąltnis steht Frau Brechtel?
Hat es in der Vergangenheit eine Pr├╝fung der „Besch├Ąftigung“ oder der „ehrenamtlichen T├Ątigkeit“ gegeben?
Wenn ja, wann wurde das mit welchem Ergebnis ├╝berpr├╝ft?
Wenn das nicht ├╝berpr├╝ft wurde, was war der Grund?

Lesen Sie hier die Antwort der Gemeinde