Sonntag, 20. Oktober 2019

Ausstellung von Hildegard Peetz und Helga von Jena im Alten Rathaus

Gef√ľhlte Farben und ein individualistischer Hirsch

Eine Hirschgruppe und ein Wollknäul. Objekte von Hildegard Peetz. Foto: Heddesheimblog.


Heddesheim, 18. September 2012. (red) Mit ‚ÄěNah und Fern‚Äú ist die Ausstellung der beiden K√ľnstlerinnen Hildegard Peetz und Helga von Jena betitelt, die gestern in der Galerie im Alten Heddesheimer Rathaus er√∂ffnet wurden. ‚ÄěNah und fern‚Äú seien sich die beiden K√ľnstlerinnen, sagt die Kunstvereins-Vorsitzende Veronika Drop, die die Ausstellung des Heddesheimer Kunstvereins er√∂ffnet. Gut 30 Kunstinteressierte waren zur Vernissage gekommen.

Von Sabine Prothmann

Helga von Jena. Foto: Heddesheimblog.

Die Bilder von Helga von Jena sind bunt, ‚Äěnein, sie sind farbig‚Äú wie die K√ľnstlerin korrigiert. Sie selbst tr√§gt eine bunte Kette ‚Äď oder ist diese auch eher farbig ‚Äď als Reminiszenz an ihre Bilder.

In kr√§ftigen Acryl-Farben verteilen sich Striche, Kleckse √ľber die Leinwand. Assoziativ, impulsiv, fast wie von Kinderhand. Das erinnere sie an geschriebene Bilder, in denen die Farben f√ľr Buchstaben stehen, sagt Drop. ‚ÄěSchalten Sie das Denken aus‚Äú, sagt die K√ľnstlerin, zitiert die Kunstvereins-Vorsitzende.

Helga von Jena will mit ihren Bildern weg von der Malerei und geht doch hin. Sie will weder konstruieren noch formen. Die Farben scheinen aus ihr heraus auf das Weiß des Untergrunds zu fließen.

Erinnerungsfetzen und „Sehsplitter“

Blumenwiesen, mag der Betrachter denken. Doch es sind keine Landschaften, sondern Erinnerungsfetzen, die die Malerin aus der Landschaft mitgebracht hat.

Helga von Jena will Splitter setzen – ‚ÄěSehsplitter‚Äú, sagt Drop, die sie nicht gedeutet haben will. ‚ÄěAm liebsten nimmt sie weg‚Äú. Sie schalte das Denken aus. ‚ÄěEs kommt aus der Blindheit ins Bewusstsein‚Äú, wie ein Illusion von Form und Raum. Denn ‚Äěich will √ľberhaupt nicht wollen, es kommt einfach‚Äú, sagt die K√ľnstlerin.

Nicht deuten, nicht denken, aber f√ľhlen, trifft es wohl am ehesten.

Die Tierobjekte der Hildegard Peetz

Hildegard Peetz mit Kuhkopf. Foto: Heddesheimblog.

Auch die Objekte von Hildegard Peetz scheinen aus dem Kinderzimmer geklaut. Schleichtiere werden angeordnet, ergeben Gruppen, mal gar eine Herde. Es sind Hirsche und ein B√§r, die auf wei√üen Holzkl√∂tzen f√ľr den Betrachter lebendig werden. Daneben, auf einem weiteren Holzklotz ein Kn√§ul Wolle.

Einzelne Hirsche hat sie singul√§r auf kleine wei√üe Kl√∂tze gestellt und zu einer Gruppe arrangiert. Dazwischen hat sie einen Klotz mit roter Wolle umwickelt, es ist ein individualistischer Hirsch, ‚Äěer macht sein eigenes Ding‚Äú sagt die K√ľnstlerin und lacht.

An den W√§nden h√§ngen ihre Kuhk√∂pfe, als Gruppe und vereinzelt. ‚ÄěK√ľhe sind tolle Tiere‚Äú, sagt sie. „Ich habe eine Alm, hier beobachte ich die Tiere“, erz√§hlt Hildegard Peetz. Die gro√üen Kuhaugen schauen den Betrachter an, freundlich, manchmal auch grimmig.

Mit den K√ľhen, Hirschen und der Wolle verweist sie auf die Natur in den Bergen .

Die Augen sch√§rfen sich hier f√ľr das ganze Getier

zitiert Veronika Dopp die K√ľnstlerin.

Das Rind als der Energiespender schlechthin. Der Lieferant von Fleisch, Milch und Leder. Im Mittelalter diente der Dung zum Heizen. Und so findet man das Tier in den Kulten und Ritualen der Mytholgie, des Mittelalters, aber auch der Neuzeit, sagt Drop und erinnert an den Almabtrieb, der heute noch zelebriert wird.

Die Kuhk√∂pfe sind aus Haushaltspapier gefertigt, verarbeitet mit Kleister und Farbe wirken sie wie aus Pappmach√©. Eingestanzte Strukturen auf dem Haushaltspapiers begeistern die K√ľnstlerin, berichtet Veronika Drop.

Peetz gestaltet R√§ume und dabei verwendet sie Materialien, ‚Äědenen auch wir begegnen‚Äú, sagt Drop. Zur Zeit sei Hildegard Peetz weg vom Abstrakten und habe festgestellt, reale Gegenst√§nde zu formen, zu bilden sei weit aus schwieriger.

„Nah und Fern“

Den Titel „Nah und Fern“ haben die beiden K√ľnstlerinnen gew√§hlt. Die Ferne ist einfach zu deuten, meint Veronika Drop. Auf der einen Seite die Bilder auf der anderen die Objekte, einerseits das Reale, andererseits das Abstrakte. ‚ÄěIn der Ferne entdeckt und dann ins Atelier geholt‚Äú, so Drop.

Die N√§he zu finden sei schwieriger, aber schon allein das gemeinsame Ausstellen ‚Äď was die beiden K√ľnstlerinnen nicht zum ersten Mal gemacht haben ‚Äď schafft sie.

Beiden K√ľnstlerinnen gemeinsam ist der Unwille der Deutung. Die Kunst ist eigenwillig, die K√ľnstlerinnen sind es auch.

Info: Die Ausstellung im Alten Rathaus ist noch bis zum 21. Oktober 2012 zu sehen √Ėffnungzeiten immer sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Ausstellung von Norbert Huwer im Alten Rathaus

Eigentlich sind es nur Streifen. Aber nur eigentlich.

Streifen - eine Frage des Stand- und Blickpunktes. Foto: Heddesheimblog.

Heddesheim, 10. Mai 2012. (red) Unter dem Titel „No stars – but stripes“ er√∂ffnete der Heddesheimer Kunstverein am vergangenen Sonntag eine Ausstellung zu den Stegplattenbildern und Grafiken des K√ľnstlers Norbert Huwer. Der Kunstverein hatte wieder eine gl√ľckliches H√§ndchen bewiesen. Die Ausstellung begeistert.

Von Sabine Prothmann

Eigentlich sind es nur Streifen. Aber nur eigentlich.

Man betritt den Ausstellungsraum im Alten Rathaus und ist √ľberrascht und beeindruckt. Die Exponate des K√ľnstlers Norbert Huwer verlassen die Zweidimensionalit√§t. Sie erzeugen Bewegung und Raum.

Die Stegplatten stammen aus der Industrie, mit einer Spritze injeziert Huwer die Farbe in die Kammer und bemalt die R√ľckseiten. Es enstehen farbige Streifen, die je nach Position des Betrachters ein anderes Muster bilden.

Verschiedene Standpunkte. Foto: Hedesheimblog.

Seine Stegplattenbilder bezeichnet der K√ľnstler selbst als „hochger√ľstete Hinterglasmalerei“.

Es sind Bilder, die nicht als Fläche, sondern als Raum auf den Betrachter wirken. Man nähert sich, verändert die Position und eine ganz neue Betrachtungsweise erschließt sich.

Es ist eine Welt zwischen Malerei und Plastik.

Klare kr√§ftige Acrylfarben hinter und im Plexiglas „lassen die dritte und manchmal sogar die vierte Dimension real und gleichzeitig irreal werden“.

Per Foto l√§sst sich Huwers Kunst kaum abbilden. Seine Kunstwerke m√ľssen erlebt und „begangen“ werden, denn dann scheinen sie ein Eigenleben zu entwickeln.

WYGIMTYS betitelt der K√ľnstler seit 2004 diese Arbeiten. Als „Anlehnung und in Variation des in der Computerwelt allseits bekannten WYSIWYG, das besagen will, man bekomme das, was man sehen kann“.

Huwers Bezeichnung What You Get Is More Than You See meint, „wir erhalten mehr als das, was jeweils visuell aufgenommen werden kann“.

Das heißt, was der Betrachter auf den ersten Blick erfasst, verändert sich, sobald er sich bewegt. Farbe und Form wandeln sich mit der Veränderung des Standpunktes.

Elf WYGIMTYS hat Huwer im Alten Rathaus aufgeh√§ngt. Drei Ink-Jet-Prints und zwei Farbt√ľrme erg√§nzen die Ausstellung.

Norbert Huwer mit Saxophon. Foto: Heddesheimblog.

Zur Eröffnung spielt Norbert Huwer auf seinem Saxophon. Das macht er sehr gut. Er trägt ein gestreiftes Jacket, vielleicht eine Hommage an seine Bilder.

Es gibt Menschen mit Mehrfachbegabungen, sagt Veronika Drop, Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins bei ihrer Begr√ľ√üung.

Es ist eine Frage des Standpunkts

„Ich konnte mich beim Aufbau der Ausstellung kaum von den Bildern los rei√üen, erz√§hlt Drop. Hier gehe es um Bildwahrnehmungen und um menschliche Wahrnehmungen und es stelle sich die Frage, „wer ver√§ndert sich“.

In einem Prospekt k√∂nne man Huwers Kunst nur unzul√§nglich darstellen, „die Bilder fordern Bewegung“. „Es ist eine Ausstellung der besonderen Art“, sagt Veronika Drop.

Norbert Huwer erzählt. Er wurde beinflusst vom Konstruktivismus, Minimalsimus und Op-Art (optische Kunst).

Doch zun√§chst „habe ich als 16-J√§hriger surrealistischer gemalt als Dali“, sagt er und lacht.

In Karlsruhe studierte er Malerei und Grafik. Er beschäftigte sich mit Körper, Fragmenten, Volumen.

Es entstanden Hängeobjekte. Und schon hier war die Veränderung von Form und Farbigkeit bestimmend.

„Arbeit ist f√ľr mich Meditation, bei der Arbeit versetze ich mich in einen anderen Status.“

Mit medizinischen Spitzen werde zun√§chst wei√üe Farbe in die Kammern der Segplatten injektziert, um die Farben zu isolieren. Dann folgt die Farbe hinter dem „Glas“. Die Entw√ľrfe entstehen am Computer.

Was passiert, wenn man Standpunkt und Blickpunkt ver√§ndert, ver√§ndern diese Konditionen auch die Wahrnehmung und das Urteil fragt der K√ľnstler.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juni, immer sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr, im Alten Rathaus zu bewundern. Man sollte sie sich nicht entgehen lassen.

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Erstes Kunstfr√ľhst√ľck des Heddesheimer Kunstvereins - Dia-Vortrag zu Frida Kahlo

„Das dramatische Leben einer tollen K√ľnstlerin“

Heddesheim, 22. M√§rz 2012. (red/sap) Kunst- und kulinarischer Genuss passen gut zusammen, das konnte man am vergangenen Samstag, 17. M√§rz 2012, bei dem ersten Kunstfr√ľhst√ľck des Heddesheimer Kunstvereins feststellen. Mit der Heidelberger Kunsthistorikerin Yvonne Weber hatte man eine gute Wahl getroffen, sie hielt einen hervorragenden Dia-Vortrag zu dem spannenden Thema ‚ÄěFrida Kahlo‚Äú.

Von Sabine Prothmann

Veronika Drop, die Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins, freut sich, dass das 1. Heddesheimer Kunstfr√ľhst√ľck so gut angenommen wird:

Wir sind ausverkauft.

Alle 30 Plätze in der kleinen Galerie im Alten Rathaus waren besetzt, einige Interessierte konnten keinen Platz mehr ergattern.

Die mexikanische K√ľnstlerin ‚ÄěFrida Kahlo‚Äú war Gegenstand des Dia-Vortrags von Yvonne Weber. Die Bilder dieser K√ľnstlerin seien untrennbar mit ihrem Schicksal und ihrer Biografie verbunden, sagte die Kunsthistorikerin. Und erz√§hlte anhand der gro√üartigen Bilder und von Fotografien vom Leben dieser Ausnahmek√ľnlerin und -frau.

Frida Kahlo wurde am 06. Juli 1907 in Mexiko geboren, doch die Mexikanerin mit Pforzheimer Wurzeln verlegte ihr Geburtsdatum kurzerhand auf den 07. Juli 1910, nicht aus Eitelkeit, sondern um „neugeboren zu sein mit dem Beginn der mexikanischen Revolution“, erz√§hlt Weber.

Frida Kahlo hatte ein kurzes, aber bewegtes Leben:

‚ÄěEs ist das dramatische Leben einer tollen K√ľnstlerin.‚Äú

Mit sechs Jahren erkrankt sie an der Kinderl√§hmung, ein Bein bleibt dadurch entstellt und verk√ľrzt, sie wird deswegen lange R√∂cke oder Hosen tragen.

Die Kunsthistorikerin Yvonne Weber bei dem Dia-Vortrag zu Frida Kahlo.

Mit 18 Jahren verungl√ľckt sie schwer bei einem Busunfall, eine Metallstange bohrt sich durch ihren Unterleib. Monatelang liegt sie nahezu bewegungsunf√§hig in einem Ganzk√∂rpergips im Bett. Niemand rechnet damit, dass sie wieder laufen k√∂nnen wird. In dieser Zeit verliert sie ihren Verlobten und somit ihre erste Liebe. Der Unfall, obwohl es ihr durch ihren eisernen Willen gelingt, wieder laufen zu lernen, wird ihr Leben pr√§gen. Mehr als 25 Operationen muss sie sich unterziehen, es wir ihr verwehrt bleiben, ein Kind auszutragen. Schmerzen werden zum st√§ndigen Wegbegleiter und am Ende ihres Lebens, mit 47 Jahren, wird sie sich kaum noch aus dem Bett bewegen k√∂nnen.

Aber der Unfall ist auch der Beginn ihres k√ľnstlerischen Wirkens. Ans Bett gefesselt, auf dem R√ľcken liegend, beginnt sie zu malen. Das erste Bild, ein Selbstportrait, malt sie, um ihren Verlobten Alejandro zur√ľck zu gewinnen.

„Surreal sind meine Bilder nicht“

Selbstportraits werden auch ein Drittel ihrer Bilder ausmachen. Ihre Malerei ist der Volkskunst zugewandt, der Votivmalerei. Es finden sich immer wieder surreale Elemente, doch ‚Äěsurreal sind meine Bilder nicht‚Äú, soll Frida Kahlo gesagt haben, erz√§hlt Yvonne Weber. Die kunsthistorische Einordnung ist nicht ganz einfach.

Frida ist eine von vier Schwestern, sie ist die dritte Tochter, und der engste Kontakt besteht zu Cristina, der j√ľngsten Schwester. Das Verh√§ltnis zur Mutter ist nicht herzlich, gestillt wurde sie von einer indianischen Amme, was sie auch in einem Bild festh√§lt. Den unb√§ndigen Lebenswillen hat sie von ihrem Vater, der als Fotograf arbeitet und Epileptiker ist.

Noch vor ihrem Unfall, mit 15 Jahren, besucht sie eine Schulvorbereitung f√ľr die Universit√§t. Hier lernt sie den ber√ľhmten Maler Diego Rivera kennen, der in ihrer Schule ein Fresko malt. Er ist h√§sslich und 20 Jahre √§lter, die Leute werden sp√§ter √ľber das Paar sagen, ‚Äědie Taube und die Kr√∂te‚Äú, aber die 17-J√§hrige Frida beschlie√üt:

Ich werde ein Kind mit Diego haben.

Diego Rivera f√ľhrt die junge Frida in K√ľnstlerkreise ein. Sie heiraten, als sie 22 Jahre ist. Er ist 43 Jahre alt, das ist 1926. Sie versprechen sich keine Treue, aber Loyalit√§t. Und Frida profitiert, zumindest k√ľnstlerisch, von dieser Ehe.

1930 ist sie schwanger. Als Folge des Unfalls verliert sie dieses Kind. Weitere Fehlgeburten werden folgen. Diego Rivera und Frida verlassen die Kommunistische Partei, im selben Jahr gehen sie nach Amerika, wo Diego eine Auftragsarbeit f√ľr die Ford-Werke in Detroit verwirklichen soll.

Die Bilder zeugen von der Lebensgeschichte

Frida Kahlo wird sich nie in Amerika wohlf√ľhlen. Sie ist wieder schwanger und wieder verliert sie das Kind. Ein eindrucksvolles Gem√§lde zeugt von diesem traumatischen Erlebnis. Yvonne Weber sagt:

Man kann ihre Bilder nicht ohne die Lebensgeschichte betrachten.

Die beiden Welten, S√ľd- und Nordamerika, verarbeitet sie in Bildern. Es ist augenf√§llig, welcher Welt sie den Vorzug gibt.

Frida und Diego kehren nach Mexiko zur√ľck. Sie sind sich gegenseitig untreu. Doch dann erwischt Frida ihn mit ihrer Schwester Cristina und damit wird die Loyalit√§t zerst√∂rt und sie verl√§sst ihn.

In Folge hat sie Affären mit einem Bildhauer, mit einem Fotografen, mit Trotzkin, mit Frauen. 1939 holt André Breton Frida Kahlo zu einer surrealistischen Ausstellung nach Paris.

Im selben Jahr will sich Diego die Scheidung. Frida schneidet sich die Haare ab, das, was er immer an ihr geliebt hat ‚Äď auch das verewigt sie in einem Bild. Es geht ihr sehr schlecht.

Doch kein Jahr später heiratet sie Diego erneut. Sie schließen einen Vertrag, es gibt keinen Sex mehr unter den Eheleuten.

1943 bekommt Frida Kahlo einen Lehrstuhl an der Kunsthochschule. Es geht ihr k√∂rperlich immer miserabler, sie liegt immer wieder im Gipskorsett, sie ist inzwischen wieder in ihr Geburtshaus, ins ‚ÄěBlaue Haus‚Äú, gezogen. Diego folgt. Ihre Schmerzen werden immer bohrender und sie kann kaum noch das Bett verlassen. Ihre Vorlesungen h√§lt sie zuhause. Sie muss immer wieder operiert werden. In ihrer Malerei taucht ein neues Genre auf: Stillleben.

1946 erh√§lt sie den Nationalpreis f√ľr das Bild „Moses“ und 1953 hat sie ihre erste Einzelausstellung in Mexiko. Sie wird in ihrem Bett zur Ausstellung gebracht. Im selben Jahr wird ihr rechter Fu√ü amputiert.

1954 stirbt sie in Folge einer Lungenentz√ľndung.

Gelungener Auftakt – Appetit auf mehr

Es ist keine leichte Kost, was Yvonne Weber, beim 1. Heddesheimer Kunstfr√ľhst√ľck pr√§sentiert. Aber sie macht es locker und dabei eindringlich und vers√∂hnlich. In ihrem Dia-Vortrag zeigt sie anschaulich das Werk und das Leben dieser au√üergew√∂hnlichen K√ľnstlerin und Frau.

Die 30 Besucher sind begeistert. Die Veranstaltung hat Appetit auf mehr gemacht, auf mehr Fr√ľhst√ľck und auf mehr Kunst. Gerne beim n√§chsten Mal auch mit einer gemeinsamen Gespr√§chsrunde.

„Ort der Kunst“ – „Kunst kommt von Leben“


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Ort der Kunst - Kunst des Ortes.

Guten Tag!

Heddesheim, 27. Oktober 2011. Die zehn ausstellenden K√ľnstler des Heddesheimer Kunstvereins pr√§sentierten am vergangenen Sonntag auch im zweiten Teil der Ausstellung „Ort der Kunst“ Heddesheim als Kunstort. Waren im ersten Teil noch die K√ľnstler selbst in den Fotografien des Heddesheimer Fotografen Martin Kemmet Objekt der Kunst – abgelichtet in ihrer Schaffensphase – stellten sie jetzt ihre Kreativit√§t in ihren Bildern, Skulpturen und Worten unter Beweis.

Von Sabine Prothmann

Die K√ľnstler hatten den Auftrag, sich mit Heddesheim als Ort der Kunst auseinanderzusetzen. Das Experiment ist gelungen, die zehn K√ľnstler und die Literaturgruppe √ľberzeugten die gut 50 Besucher mit einer beeindruckenden Vielfalt.

Veronika Drop, Vorsitzende des Kunstvereins, begr√ľ√üte und zitierte den chinesischen Konzeptk√ľnstler Ai Wei Wei mit den Worten „Ein Kunstwerk zu schaffen, das kein gewisses Unbehagen bei den Menschen erregt, oder schlicht ihre Gef√ľhle ver√§ndert, ist der M√ľhe nicht wert. Das ist der Unterschied zwischen einem K√ľnstler und einem Narren, …“.

Der K√ľnstler Bernd Gerstner nahm die Besucher mit auf einen Rundgang durch den „Ort der Kunst“. Habe man bei dem ersten Teil der Ausstellung auf den Fotografien den Entstehungsprozess betrachten k√∂nnen, so stehe man heute den fertigen Arbeiten gegen√ľber.

„Kunst kommt von Leben“

„Kunst kommt von Leben. Wo man lebt, wie man lebt, mit wem man lebt. Das pr√§gt unser Dasein und damit auch die Kunst, die aus uns entsteht“, sagte Gerstner.

Es sei nicht verwunderlich, dass sich ein großer Teil der Kunstwerke in Heddesheim den Scheunen und dem Tabak widme. Als ehemalige Tabakgemeinde hat dies Spuren hinterlassen.

Martine Herm Рdie ihre Bilder mit ihrem Mädchennamen Maiffret signiert Рzeigt so auch in ihren Bildern Scheunen und Tabakpflanzen. Die Pflanzen scheinen nach unten zu verlaufen, sich aufzulösen, wie der Tabakanbau in Heddesheim verschwunden ist. Sie malt mit Acryl und Pastell auf ungrundierter Leinwand.

In ihrem Bild „Das Nichts √ľber den K√∂pfen“ setzt sich die junge K√ľnstlerin Caroline Przybyla mit Kirche und Religion auseinander. Ein Kreuz aus unz√§hligen K√∂pfen entstanden. Es ist in Acryl und aus Modellierpaste gearbeitet. Der Entstehungsort ist die katholische Kirche in Heddesheim, wie man auf der Fotografie von Martin Kemmet erkennen kann.

Albert Lurwig bezeichnet Gerstner als den experimentierfreudigsten K√ľnstler der Gruppe. √ÉŇďber sein Bild „Lady abgefahren“ ist er mehrfach mit den Auto gefahren. Das war am Heddesheimer Vogelpark, damit ist der Bezug zu Heddesheim hergestellt, erz√§hlt Gerstner und lacht.

Eine Ortschaft im Wandel

Auf dem Bild „Arbeit“ von Veronika Drop sieht man Bauarbeiter, die auf einer Baustelle im Neubaugebiet arbeiten. Ein weiteren Bild ist mit „Bevor die Bagger kommen“ betitelt. Die Landwirtschaft verschwindet. Veronika Drop f√§ngt damit den Wandel der Ortschaft ein. Sie arbeitet mit Acryl und Eitempera.

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Die Skulpturen von Roland Geiger entstehen aus Altem, das er zu Neuem verarbeitet. Fundst√ľcke werden in einen neuen Zusammenhang gestellt. So entsteht aus einem alten Amboss seine Skulptur „Stier“.

Roland Schmitt ist Schreiner und arbeitet auch als K√ľnstler vor allem mit Holz. Seine Kunstwerke, die er ausstellt, sind Teile aus einer alten Scheune. Hier verarbeitet er seine Erinnerung an den Geruch und die Arbeit seiner Jugend. Da, wo er das Material aus der Scheune holt, fehlt es am Ursprungsort, ein Sinnbild f√ľr die Aufl√∂sung der Scheune.

Bernd Gerstner verarbeitet f√ľr seine Bilder viele verschiedene Erdsorten, Russ und Asche. Sein eines Bild zeigt die Dorfansicht von Heddesheim, in den Ecken hat er die L√§ngen- und Breitengrade notiert. Im zweiten Bild erkennt man das Alte Rathaus – den „Ort der Kunst“ -, die notierten Zahlen sind die Einwohnerzahl und das Entstehungsjahr.

Scheunen und Tabak stehen auch im Mittelpunkt der Bilder des K√ľnstlers Stefan Birker. Der Tabakbrunnen ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Ort der Kunst – einzigartig und unverwechselbar

Das Bild von Irene Kunze zeigt den Torbogen auf dem Kreisel beim Gewerbegebiet. Sie arbeitet mit Acryl auf Leinwand und kombiniert dazu andere Materialien wie Granulat und Aluminiumplatten.

Indem sie die Kunst im Ort, die schon besteht, in ihr Bild aufgenommen hat, hat sie den Ort einzigartig und unverwechselbar gemacht.

Die Literaturgruppe mit Heidi Rei, Lioba Geier, D√∂rthe Klumb und Heide Raiser lasen aus ihrem Projekt „B√ľcherwelten“, das sie im Oktober 2010 in der Gemeindeb√ľcherei aufgef√ľhrt hatten. Und schlossen mit dem Satz „Ein Buch muss die Axt sein f√ľr das gefrorene Wort in uns“.
Die Ausstellung ist noch bis zum 27. November 2011 zu sehen. √Ėffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Kalender zur Ausstellung kann im Fotoatelier bei Martin Kemmet erworben werden.

Viel Freude mit den Fotos:

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Diese Woche: Tipps und Termine

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Tipps und Termine f√ľr den 17. bis 23. Oktober 2011. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps f√ľr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktm√∂glichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern f√ľr Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim, Weinheim und Rhein-Neckar.

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„125 Jahre Felina“ – Ausstellung im Weinheimer Museum.

Dienstag, 18. Oktober 2011, 18:00 Uhr, Museum der Stadt Weinheim

Weinheim. Die Ausstellung „125 Jahre Felina“ wird am Dienstag, den 18. Oktober 2011, um 18:00, im Museum der Stadt Weinheim er√∂ffnet.

Die Begr√ľ√üungsrede h√§lt die Museumsleiterin Claudia Buggle und vom Verein Rhein-Neckar-Industriekultur spricht Barbara Ritter die einf√ľhrenden Worte.

Das 1885 als „Korsettfabrik Herbst“ gegr√ľndete Unternehmen ist seit 1915 unter dem Namen „Felina“ bekannt. Die Marke „Felina“ hatte der Korsagenhersteller kurz nach der Patentierung des BH f√ľr seinen ersten B√ľstenhalter angemeldet.

Die Erfolgsgeschichte dieses „√§u√üerst praktischen W√§schest√ľcks“ l√§sst auch das Mannheimer Unternehmen schnell zu einem der bedeutendsten der Branche in ganz Deutschland werden. Zeitweise werden mehr als 2000 N√§herinnen besch√§ftigt und „Felina“ gilt weltweit als die Marke f√ľr gehobene Anspr√ľche.

„Felina“ setzt schon fr√ľh auf gute Werbung und Beratung. Durch einen gl√ľcklichen Zufall sind Originale von Werbegrafikern aus den 1960er und 1970er Jahren aufgetaucht. Die filigranen Zeichnungen der Werbegrafikerin Edith Lindenmeier sind seltene Zeugnisse eines kreativen Berufs aus der Vor-Computer-Zeit. Sie wirken anmutig und zeigen, mit welcher Pr√§zision und Akribie damals von Hand gezeichnet wurde. Obwohl mittlerweile in osteurop√§ischen Felina-Werken produziert wird, werden die Modelle immer noch in Mannheim entworfen – jetzt allerdings digital.

Die Ausstellung zeigt Modeskizzen und Fotografien aus dem Werk von damals und heute.

Eintritt: 2 Euro , Kinder und Jugendliche frei.
Ort: Amtsgasse 2, 69469 Weinheim. www.museum-weinheim.de.

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Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:00 Uhr, Museum der Stadt Weinheim

„Jazz im Ratskeller“ mit der Big-Band „Jazz & Light“.

Heddesheim. Die Musikschule Heddesheim und die Trattoria Modena laden in der Reihe „Jazz im Ratskeller“ am Mittwoch, 19. Oktober 2011, zu einem musikalischen Abend mit der Big-Band „Jazz & Light“ unter der Leitung von Martin F√∂rster und Christian Lassen in die Trattoria Modena im Ratskeller Heddesheim, Beindstr. 19, ein.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Weitere Termine sind am 16. November 2011 und am 14. Dezember 2011.

Eintritt: frei.
Ort: Beindstr. 19, Heddesheim.

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Donnerstag, 20. Oktober 2011, 20:00 Uhr, Stadthalle

„Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Szenenfoto.

Weinheim. Die Kulturgemeinde zeigt „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“– ein Schauspiel nach Thomas Mann. Es spielen mit Benjamin Kernen, Wolfgang Grindemann u.a.. Die Regie f√ľhrt Katja Wolff. Eine Produktion der Konzertdirektion Landgraf Titisee Neustadt.

Felix, das Sonntagskind, und Thomas Mann verbinden viele biographische Details, und erst 1954 schlie√üt Mann den ersten von geplanten drei Teilen ab. Der bis heute ungebrochen anhaltende Siegeszug des unwiderstehlich verf√ľhrerischen Gauners rund um die Welt begann.

Von der rheinischen Provinz, √ľber Frankfurt nach Paris treibt es Felix Krull. Er ist Liftboy und Kellner, pflegt ein Liebesverh√§ltnis mit einer betuchten Dame, macht die Bekanntschaft eines jungen Luxemburger Aristokraten und landet schlie√ülich in Lissabon, wo er vom portugiesischen K√∂nig empfangen wird. Seit Menschengedenken haben Hochstapler die √Ėffentlichkeit fasziniert. Von Personen, die ein Leben als Betr√ľger f√ľhrten oder betr√ľgerische Machenschaften in gro√üem Stil betrieben, ging zu allen Zeiten eine Faszination aus. Ausgerechnet der Nichtsnutz, der ins eigene Bild und Dasein verliebte Unmoralische geht als Gl√ľckspilz durch diese Welt. Von Felix Krull konnte man nichts erwarten au√üer Sch√∂nheit, Eleganz und Sympathie all√ľberall.

Karten: Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Stadthalle, Telefon: 06201 / 12282, Telefax: 06201 / 185288, eMail: theater@kulturgemeinde.de. Die Abendkasse (Tel. 06201/12282) ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung.

Ort: Birkenauertalstr. 1, Weinheim.

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Freitag, 21. Oktober 2011, 20:00 Uhr, Automuseum Dr. Carl Benz

„Wilhelm Wolf und die m√∂blierten Herren“.

Ladenburg. Das Automuseum zeigt am Freitag, 21. Oktober, die Theater-Revue „Bei mir biste scheen“. Gleich mehrfachen Genuss verspricht eine neue Veranstaltungsreihe im Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg.

„Wilhelm Wolf und die m√∂blierten Herren“ sind f√ľnf Herren, die die Zuschauer auf eine musikalische Zeitreise der Gef√ľhle entf√ľhren. Dabei durchreisen sie die Zwanziger, Drei√üiger und Vierziger Jahre. Instrumente wie das Klavier, der Kontrabass, das Schlagzeug und die Klarinette, hierzu toller eindrucksvoller Gesang des Bandleaders, der mit √§u√üerst unterhaltsamen Texten, zum Teil aus seiner eigenen Feder, das Publikum geradezu mitrei√üt.

Es gibt wohl kaum einen besseren Ort an dem sich die gef√ľhlvolle Schlagerrevue von damals eindrucksvoller mit den stilvollen Karosserien der Automobile im Automuseum Dr. Carl Benz verbinden k√∂nnte.

Viele bekannte Melodien werden sch√∂ne Erinnerungen wecken: an eine Zeit als 80 Sachen in einem Motorwagen noch als halsbrecherische Geschwindigkeit angesehen wurden und manche Motorbraut sehns√ľchtig seufzte: „Was machst Du mit dem Knie lieber Hans“… „Als bei Capri die rote Sonne im Meer“ versank und die Welt auch bei uns noch ganz in Ordnung war.

Neben der Fahrt durch die Musikwelt vergangener Zeiten werden die G√§ste auch eine kulinarische Zeitreise mit einem exquisiten 3 -Gang Men√ľ erleben, denn die Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.

Ort: Ilvesheimer Straße 26, 68526 Ladenburg.
Karten: Im Automuseum Dr. Carl Benz, Tel: 06203 – 181786.

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Teil 2 der Ausstellung „Ort der Kunst“.

Freitag, 21. Oktober 2011, 19:00 Uhr, Altes Rathaus

Heddesheim. Der Heddesheimer Kunstverein l√§dt am kommenden Freitag, 21. Oktober 2011, zur Vernissage ins Alte Rathaus ein. Es ist der zweite Teil der Ausstellungsreihe „Ort der Kunst“.

Heddesheimer K√ľnstler f√ľhren die Besucher an ihre pers√∂nlichen „Kunstorte“ in Heddesheim. Im ersten Teil der Ausstellung begleitete der Fotograf Martin Kemmet√ā¬† zu diesen Orten und fotografiert die K√ľnstler bei der Arbeit. Die entstandenen Fotografien wurden in einer Einzelausstellung im September 2011 im alten Rathaus gezeigt. Die entstandenen Arbeiten – Bilder – Skulpturen – Gedichte usw.√ā¬† werden nun in einer weiteren Ausstellung gezeigt.√ā¬† Von der gesamten Aktion wird ein Kalender entstehen, der zur Vernissage im Oktober fertiggestellt sein soll. Die Arbeiten sollen dann im Jahr 2012 in den verschiedenen √∂ffentlichen Einrichtungen in Heddesheim nochmals gezeigt werden.

Es stellen aus: Stefan Birker, Veronika Drop, Roland Geiger, Irene Kunze, Martine Herm, Albert Lurwig, Bernd Gerstner, Martin Kemmer, Caroline Przybyla, die Literaturgruppe und Roland Schmitt.

Die Ausstellung geht bis zum 27. November 2011 und ist immer sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Ort: Altes Rathaus, Fritz-Kessler-Platz, Heddesheim.

Eintritt: frei.

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Sonntag, 23. Oktober 2011, 14:30 Uhr, Kulturb√ľhne Alte Druckerei

Kinderprogramm mit der „Hexe Knallpurga“.

Weinheim. Die Kulturb√ľhne Alte Druckerei zeigt am kommenden Sonntag das Kinderprogramm „Knallpurgas Reise zum Mond“.

Die Hexe Knallpurga, ihr Besen Pilatu√ü Appsturtz und der Seilkrautg√§rtner sind die Stars dieses Kinderprogramms. Atemberaubende Schlappseil-Artistik, rasante Flummi-Jonglagen und eine fantastische Geschichte lassen Kinder mitfiebern und Erwachsene staunen. Ein artistisches M√§rchen f√ľr die ganze Familie!

Die Hexe Knallpurga will mit ihrem Flugbesen „Pilatu√ü Appsturtz“ zum Mond fliegen. Leider verfliegt sie sich und landet auf einem Seil.

Was ist das f√ľr ein komischer Planet? Es gibt doch keine Seile im Weltall?! Mutig beschlie√üt sie, den unbekannten Planeten zu erkunden. Kurz darauf begegnet sie dem merkw√ľrdigen, aber sehr freundlichen Seilplanetbewohner, der schon sein Leben lang auf Astronauten wartet und der beste Seilkrautg√§rtner im Universum ist. Ein wackliges, spannendes und waghalsiges Abenteuer beginnt√Ę‚ā¨¬¶

Annette Will und Axel S. sind Artisten von Weltrang. Mit ihrem au√üergew√∂hnlichen Kinderprogramm garantieren sie professionelle, hochkar√§tige Unterhaltung f√ľr die ganze Familie.

Ort: Friedrichstraße 24, Weinheim.
Karten: 6 Euro f√ľr Kinder und 8 Euro f√ľr Erwachsene, DiesbachMedien: 06201-81345, E-Mail: kartenshop@diesbachmedien.de.

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Bis 18. November 2011, Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen

Jazzlegende Sonny Rollins.

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen. Vom 2. Oktober bis zum 18. November 2011 findet zum 13. Mal das Festival „Enjoy Jazz“ in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen statt.

Das Konzert des legend√§ren Jazzsaxophonisten Sonny Rollins geh√∂rt zu den zahlreichen Highlights des diesj√§hrigen Festivalprogramms und wurde vom Enjoy Jazz-Publikum lang herbei gesehnt. Mit dem einzigen Deutschlandkonzert, das Rollins in diesem Jahr veranstaltet, erf√ľllt die BASF SE als Mitveranstalter des Konzerts den Fans des Festivals einen Herzenswunsch. „Das ist vielleicht der letzte der ganz Gro√üen, der uns noch gefehlt hat“, so Festivalleiter Rainer Kern.

Weitere glanzvollen Programmpunkte von Enjoy Jazz: Stars wie Wayne Shorter, Nailah Porter, Aloe Blacc, Craig Taborn und viele andere.

Infos: Ausf√ľhrliche Informationen zum Enjoy Jazz Programm und Tickets f√ľr die Veranstaltungen erhalten Sie unter www.enjoyjazz.de und an allen bekannten Vorverkaufskassen. Erg√§nzend dazu k√∂nnen Sie sich ebenfalls unter www.basf.de/kultur √ľber die Konzerte der Trios von Colin Vallon und Pat Metheny im Rahmen von Enjoy Jazz 2011 informieren.

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Mitmachausstellung in Speyer.

Bis 29. Januar 2012, Historisches Museum der Pfalz

Speyer. Trutzige Ritterburgen, geheimnisvolle Klöster und die gigantische Dombaustelle, das sind Orte, die die jungen Besucher auf ihrer Reise ins Mittelalter im Jungen Museum aufsuchen.

Die Mitmachausstellung „Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter“ f√ľr Kinder von 4 bis 12 Jahren bietet zahlreiche Erlebnisse zur mittelalterlichen Welt: Warum waren die mittelalterlichen K√∂nige stets auf Reisen? Wer war der ber√ľhmteste Gefangene auf Burg Trifels? Welche Erfindungen wurden in Kl√∂stern entwickelt? Wie baut man einen Dom? Welche Habseligkeiten gab es in einem Bauernhaus? Und wie ging es auf dem Markt einer mittelalterlichen Stadt zu?

In den lebendigen Inszenierungen mit vielen Spiel- und Mitmachm√∂glichkeiten geht es nicht nur spannend zu, sondern es wird auch noch mit Spa√ü gelernt. Es gibt eine Burg, die gest√ľrmt werden kann und eine Dombaustelle, auf der die jungen Besucher sich als Baumeister erproben k√∂nnen.

Im Scriptorium stehen Feder und Tinte bereit und auf dem Marktplatz darf gehandelt und gefeilscht werden. Originale Alltagsgegenstände ermöglichen den direkten Blick auf das Mittelalter. Repliken und anregende Spielvorschläge vermitteln anschaulich Aspekte der mittelalterlichen Lebenswelt.

Ort: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Domplatz 4, Speyer.
√Ėffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Dienstag, 1. November 2011, Allerheiligen, 10 bis 18 Uhr.

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Bis 29. April 2012, Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen

Ausstellung im rem: Schädelkult.

Mannheim. Weltweit erstmalig widmet sich die Mannheimer Ausstellung „Sch√§delkult“ der besonderen Bedeutung von Kopf und Sch√§del in der Kulturgeschichte des Menschen. Seit dem 2. Oktober 2011 bis 29. April 2012 stellen die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim anhand von √ľber 200 Sch√§delfunden und Kopfpr√§paraten ein Menschheitsthema dar, das sich rund um den Globus in allen Kulturen und Zeiten wiederfindet.

Ob Jahrtausende alte Sch√§delschalen, kunstvoll geschm√ľckte Kopfj√§gertroph√§en oder religi√∂s-verehrte Sch√§delreliquien, ob als Mahnmal der Verg√§nglichkeit oder als arch√§ologische Sensation: „Sch√§delkult“ ist ein v√∂lker- und zeit√ľbergreifendes Ph√§nomen, das auf eine lange Kulturgeschichte zur√ľckblicken kann. Zahlreiche nationale und internationale Institutionen, darunter das Mus√©e de l‚ÄôHomme in Paris, haben bereits Leihgaben f√ľr die Ausstellung zugesagt.

Ort: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen, D5, 68159 Mannheim.
√Ėffnungszeiten: Di – So 11 – 18 Uhr.

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Jeden Montag gibt es Tipps und Termine aus unserem Berichtsgebiet und der Region. Sie m√∂chten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion. Wir √ľbernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgew√§hlte Termine in unsere √ÉŇďbersicht „Diese Woche“:

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Unsere Termine erfreuen sich gro√üer Beliebtheit – Sie k√∂nnen hier auch gerne f√ľr sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

√ÉŇďber unsere Blogs erreichen Sie t√§glich bis zu 5.000 LeserInnen und Leser. Die Preisjury des Fachblatts MediumMagazin w√§hlte uns Ende 2009 auf Platz 3 „Regionales“ unter die „100 Journalisten 2009“.
Eine sch√∂ne Woche w√ľnscht Ihnen
Die Redaktion

Heddesheim als „Ort der Kunst“: Beeindruckende Fotografien von Martin Kemmet


Martin Kemmet stellt seine Kunst-Fotografie √ľber Heddesheimer K√ľnstler zur Zeit im Alten Rathaus aus. Der Schreiner und K√ľnstler Roland Schmitt "posiert" in einer Tabakscheune mitten im Ortskern. Kunst ist immer schon auch Politik - auf der Scheune liegt neben Licht und Schatten auch eine "Ver√§nderungssperre". Fr√ľher einmal war Heddesheim die gr√∂√üte Tabakanbaugemeinde Deutschlands. Der Anbau ist eingestellt. Einige Scheunen sind noch da. Diese ist besonders beeindruckend. Bild: Martin Kemmet

Guten Tag!

Heddesheim, 19. September 2011. Unter dem Titel „Ort der Kunst“ er√∂ffnete am gestrigen Sonntag der Heddesheimer Kunstverein die Ausstellung mit Fotografien von Martin Kemmet. Es ist der erste Teil eines Projekts, das Heddesheimer K√ľnstler in Fotografien an ihren pers√∂nlichen Kunstorten zeigt. Im Oktober folgt die Ausstellung mit den Werken eben dieser K√ľnstler.

Von Sabine Prothmann

Wer in Heddesheim ein Passbild braucht geht zu Martin Kemmet. Er ist der Fotograf am Ort – f√ľr Hochzeitsbilder, Bilder mit Kindern, Familienportraits, Einschulungen. Wegen dieser Arbeit kennen ihn viele im Ort.

Aber im zweiten Leben ist Martin Kemmet ein K√ľnstler mit der Kamera. Er versteht sein Handwerk und er spielt mit dem Licht, dem Moment, dem Detail.

Die Ausstellung „Ort der Kunst“ mit Fotografien von Martin Kemmet wurde am gestrigen Sonntag mit einer Vernissage im Alten Rathaus er√∂ffnet. Und der „Ort der Kunst“ ist Heddesheim.

Die gut vierzig Ausstellungsbesucher waren begeistert.

Heddesheim als Kunstort

Rund zwanzig Fotografien im Alten Rathaus zeigen nicht nur Heddesheimer K√ľnstler, sondern die K√ľnstler auch an ihrem Heddesheimer Kunstort.

Da sieht man zum Beispiel den K√ľnstler und Schreiner Roland Schmitt in dem Dachstuhl einer alten Scheune. Es ist ein Schwarz-Wei√ü-Bild und das Licht bricht sich einen Weg durch die Holzbalken. Das ist ganz gro√üartig. Hier und aus diesem Holz ist Kunst entstanden, in doppelter Hinsicht.

Die Malerin Veronika Drop pr√§sentiert auf einer Baustelle ihr Bild einer Baustelle. „Das war nicht einfach zu fotografieren“, sagt Kemmet.

Einfach war auch nicht die Fotografie von dem Eingangstor (eine Installation des Heddesheimer K√ľnstlers Kurt Fleckenstein) am Edekakreisel, davor die K√ľnstlerin mit ihrem Gem√§lde vom selbigen Eingangstor. Hier wurde mit Weitwinkel gearbeitet und ein faszinierender und fremder Blick auf das Vertraute ist entstanden. „Ich bin da schon tausende Male dran vorbeigefahren, jetzt h√§tte ich es fast nicht erkannt“, sagt einer Besucherin der Ausstellung.

Vertrautes wirkt fremd

Fast fremd wirkt auch die Kreuzung am Alten Rathaus, davor der K√ľnstler Bernd Gerstner mit seinem Bild vom Rathaus. Idyllisch zeigt sich das Dorf vom Feld her betrachtet, Gerstner sitzt hier mit seiner Staffelei.

Besonders ausdrucksstark sind auch die beiden Schwarz-Wei√ü Fotografien, die im Alten Rathaus selbst entstanden sind. Frauen laufen mit B√ľchern in der Hand durch den Raum. Zu den Seiten werden die Bilder unscharf, was Dynamik vermittelt. Es sind die Frauen des Literaturkreises um Eva Martin-Schneider.

Licht und Schatten - Bewegung und Moment. Bild: Martin Kemmet

Ganz anders dagegen die vier aneinandergef√ľgten Fotografien von einem Literatur- und Theaterabend dieser Gruppe – hier liegt der Ausdruck in der Farbe und im Portrait.

Auf einer anderen Fotografie in Schwarz-Wei√ü steht fast unwirklich die Scheune im Feld an der Stra√üe nach Ladenburg, davor die K√ľnstlerin, sie scheint mit dem Bild zu verschmelzen.

In der katholischen Kirche hat Martin Kemmet die junge Heddesheimer K√ľnstlerin Carolin Przybyla mit ihrem Bild, das abstrakt ein Kreuz symbolisiert, fotografiert.

Eine weitere Schwarz-weiß Fotografie zeigt den Fotograf selbst auf den Steinkreisen am Badesee, das hat er mit dem Selbstauslöser gemacht.

Zehn K√ľnstler beziehungsweise eine Gruppe, Maler, Bildhauer, zehn Orte der Kunst – zehn Motive, die der K√ľnstler Martin Kemmet mit seiner Kamera eingefangen hat.

Die Fotografien sind in drei Wochen entstanden

Der Heddesheimer Kunstverein war auf ihn zugekommen und hatte ihn gefragt, ob er darauf Lust habe. Und die hatte er. Durch einen Krankenhausaufenthalt wurde die Zeit ziemlich knapp, letztlich blieben nur noch drei Wochen Zeit.

Von fr√ľh um sechs bis zum Sonnenuntergang habe er K√ľnstler und Orte, Lichter und Details eingefangen, erz√§hlt die Vorsitzende des Heddesheimer Kunstvereins Veronika Drop in ihrer Einf√ľhrung.

Die Fotografien zeigen Heddesheim als Ort der Kunst, ein normaler Ort, in dem aus einem Traum Wirklichkeit wird. Kemmet wurde zu den pers√∂nlichen Kunstorten der K√ľnstler gef√ľhrt. „Martin Kemmet kann sein Handwerk“, so Drop. Vor allem lobte sie sein Instinkt f√ľr Licht und seinen K√ľnstlerblick f√ľrs Detail.

Die Ausstellung habe einen neuen Blick auf Heddesheim geworfen und „wir sind stolz hier so begabte K√ľnstler und K√ľnstlerinnen zu haben“, sagte Veronika Drop und verwies auf die Ausstellung im Oktober, die eben diese Werke dieser K√ľnstler zeigen wird.

Die Ausstellung ist noch bis zum 09. Oktober 2011 im Alten Rathaus zu sehen, geöffnet ist sie immer sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Anmerkung der Redaktion:
Aus Transparenzgr√ľnden informieren wir Leserinnen und Leser, dass Martin Kemmet CDU-Gemeinderat in Heddesheim ist.

„Ich experimentiere mit Kunst“ – Ausstellung von George Mirenes


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Gut gelaunt: Der K√ľnstler George Mirenes stellt im Alten Rathaus aus und verbreitet zusammen mit seiner Frau gute Laune.

Guten Tag!

Heddesheim, 05. Juli 2011. Unter dem Titel „Flie√üende Formen in Bild und Stein“ er√∂ffnete am vergangenen Sonntag, 03. Juli 2011, der Heddesheimer Kunstverein die Ausstellung des Mannheimer K√ľnstlers George Mirenes. Gut 50 Besucher begeisterten sich f√ľr eine abwechslungsreiche Ausstellung.

Von Sabine Prothmann

Er sieht aus wie ein K√ľnstler. Das schwarze Haar f√§llt fast auf die Schultern, er tr√§gt den obligatorischen Hut, das schwarze Sakko, ausgefallene Ringe an den Fingern.

Dazu kommt – wie Veronika Drop, Vorsitzende des Kunstvereins Heddesheim, in ihrer Laudatio betonte, der klangvolle Name – George Mirenes – da kann man doch nur K√ľnstler werden.

Nur gut, dass all’ dieser Schein noch mit Können gepaart ist Рdenn er kann was, der Sohn eines Spaniers und einer Französin, der 1956 in Paris geboren wurde.

Zwischen 1975 und 1979 studierte er Kunst und Bildhauerei in Paris,√ā¬† 1980 ging er nach Heidelberg und er√∂ffnete dort ein Atelier. Heute hat er sein Atelier und seine Galerie in Mannheim und hofft dort bald sein eigenes kleines Bistro zu er√∂ffnen, erfahren die Ausstellungsbesucher von Veronika Drop.

Kunst und leiblicher Genuss – sicher eine gelungene Kombination. Noch sind beh√∂rdliche Hindernisse zu √ľberwinden, aber er schon seine genauen Vorstellungen, klein und fein soll es werden.

Mirenes hat sich keinem bestimmten Stil verschrieben wie die 23 ausgestellten Bilder und zehn Skulpturen eindringlich bezeugen.

Es sind die Kontraste, die sie vereinen. Die Farben, die Formen, die Linien. In den Bildern ebenso wie in den Skulpturen.

Mattes trifft auf Glänzendes, Ruhiges auf Wildes.Kräftige, satte Farben auf zarte Töne.

Seine bevorzugten Techniken sind √Ėl-Pastell-Mischtechnik, Acryl auf Leinwand und Aquarell.

Mirenes Bildhauerei wurde ma√ügeblich beeinflusst von einem Aufenthalt in Zimbabwe 1993 und der Zusammenarbeit mit den dortigen K√ľnstlern. Hier lernte George Mirenes die Skulptur aus dem Stein zu befreien.

Den Stein mit Leben erf√ľllen

Seine Skulpturen bestechen durch die weichen runden Formen. „Er bringt Leben und Form in den harten, bizarren Stein“, sagt Drop.

Mirenes arbeitet mit Malachit, Marmor und immer wieder mit Serpentin. Es entstehen Skulpturen, die zum Angreifen geradezu einladen. Die in ihrem Ausdruck Naivit√§t und Formsch√∂nheit miteinander verbinden wie in „Mutter und Kind“ oder in der „M√∂we“. Ganz gro√üartig, fast schon asiatisch anmutend, „Peine la amour“ in wei√üem Marmor.

„Es ist ein spannender Spaziergang f√ľr das Auge des Betrachters“, beschreibt Veronika Drop die Ansammlung seiner Kunstwerke.

Fast expressionistisch treffen die st√ľrmischen Wellen auf die Klippen in dem √Ėlgem√§lde „Bretagne“, grau-wei√üe Gicht trifft auf kr√§ftiges Rot.

Satte Farben begegnen dem Betrachter immer wieder, wie in den beiden abstrakten Bildern „Goldregen-orange“ und „Goldregen-rot“, aber auch in „Torero“ und „Tangot√§nzer“, hier kombiniert er kr√§ftiges Gelb mit Rot und Schwarz – thematisch und farblich eine Reminiszenz an sein spanisches Erbe.

Kunstwerke wie pure Lebensfreude

„F√ľr mich sind seine Kunstwerke pure Lebensfreude“, sagt Veronika Drop.

Diese Atmosph√§re √ľbertr√§gt sich auf den Ausstellungsraum im Alten Rathaus. „Ein wirklich sch√∂nes Ambiente“, lobt ein Paar aus Mannheim, die sich als Mirenes Fans outen. „Bei uns zuhause h√§ngen einige seiner Kunstwerke“, erz√§hlen sie und haben auch noch lange nicht genug.

Einen guten Monat arbeitet er an den Skulpturen. Das braucht Zeit, erz√§hlt der K√ľnstler. Bei den Bildern kann man viel schneller eine Idee umsetzen.

Die Steinbearbeitung ist aufwendig. Zunächst wird die Form hervorgeholt, dann wird sie mit immer feinerem Schmirgelpapier bearbeitet. Um den Glanz auf dem jetzt matten Stein zu erzielen, wird er mit einem speziellen Fön auf 2000 Grad erhitzt. Bienenwachs wird aufgetragen und dann wird der Stein immer wieder und wieder poliert, beschreibt Mirenes den Schaffensprozess.

„Ich experimentiere mit Kunst“

In j√ľngeren Bildern arbeitet Mirenes auch mal „kleinteilig“. Miniaturen f√ľgen sich in einem Rahmen zu einem Thema zusammen: Radierungen, Federzeichnungen, Aquarelle, Fotografien – „ich experimentiere mit Kunst“, sagt er.

Am Sonntag, den 17. Juli 2011, 14 bis 17 Uhr, kann man George Mirenes bei einem Live-Workshop in der Galerie im Alten Rathaus dabei zuschauen, wie er eine Skulptur entstehen lässt Рdas sollte man sich nicht entgehen lassen.

√Ėffnungszeiten der Ausstellung: Sonntags 14 bis 17 Uhr.

Viel Freude mit den Fotos!

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„Es sind die Augenblicke, die ich sammle“ – Vernissage im Alten Rathaus


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Heddesheim/Ladenburg, 10. Mai 2011 (red) Die Ausstellung, die zur Zeit im Alten Rathaus gezeigt wird, ist mit dem Titel „Sagenhafte Gegens√§tze“ betitelt. Sagenhaft ist der Zyklus zu den Nibelungen, die die K√ľnstlerin Renate Huthoff ausstellt. Im Gegensatz dazu stehen die Objekte und Skulpturen der K√ľnstlerin Maria-Ilse L√∂rincz. Es ist ein „Mythos der Moderne“. Am Samstag wurde die Ausstellung mit einer Vernissage von der neuen Vorsitzenden des Heddesheimer Kunstvereins, der K√ľnstlerin Veronika Drop, er√∂ffnet.

Von Sabine Prothmann

Die musikalische Begleitung und die einf√ľhrenden Worte kamen von dem Ladenburger Maler und Musiker Rudolf Klee, der damit der Vernissage einen weiteren kunstvollen Glanzpunkt verlieh.

Die „Edition Nibelungen“ zeigt auf neun Fotoradierungen die Geschichte der Nibelungen. Die geborene Mannheimerin, Renate Huthoff, lebt in Lampertheim und hat ihr Atelier in Worms, in der Stadt der Nibelungen. Die allgegenw√§rtige Pr√§senz dieser Sage hat die K√ľnstlerin zu diesen Bildern veranlasst. Ausgangspunkt ist immer ein Foto, das sich weiterentwickelt, wie in dem Bild „Wie er einen Lindwurm erschlagen mit seiner Hand“.

Die Fotografie der Siegfried-Skulptur scheint lebendig zu werden und mit dem Dolch in der Hand erschl√§gt er den schwarzen Drachen. In Rot leuchtet das Auge und die Zunge schie√üt aus dem Maul w√§hrend sich das Blut √ľber den Boden ergie√üt. Um dieses Ergebnis zu erreichen, bringt Huthoff drei Platten √ľbereinander und mit Hilfe eines chemischen Verfahrens entstehen die Mehrfarbradierungen. In Graut√∂nen und tiefem Schwarz, akzentuiert durch intensives Rot. So tr√§gt Kriemhild bei dem „Streit der K√∂niginnen“ ein blutrotes Kleid.

„Es sind die Augenblicke, die ich sammle.“

„Es sind die Augenblicke, die ich sammle“, sagt die K√ľnstlerin. So h√§lt jedes Bild einen wichtigen Augenblick der Sage fest, beginnt bei einem Foto und entwickelt eine Handlung. Dabei hat sie tief in den Archiven gegraben, sich mit den Nibelungen und der nordischen Edda besch√§ftigt.

Und so wurde ihre „Edition Nibelungen“ auch in das Heimatjahrbuch 2011 der Stadt Worms aufgenommen.

Huthoff hat auch zwei Rotuli mitgebracht, Papierrollen, die sich aufgerollt √ľber je 6,70 Meter erstrecken. Mit Papier, Kohle, Filzstift, Graphit, Tusche und W√§scheklammern bewaffnet setzte sich die K√ľnstlerin unter alte Olivenb√§ume in Griechenland. Spontane Zeichnungen sind entstanden, „ich erf√ľhle f√ľr mich, das Leben im Baum“, erz√§hlt Renate Huthoff. Bizarre Formen, mal figurativ, mal abstrakt, scheinen lebendig zu werden, sich zu wandeln.

Es ist, als wenn man auf der Erde liegt und Wolkenformationen betrachtet, sagt Rudolf Klee in seiner Einf√ľhrung.

Dazu im Gegensatz die Plastiken aus Bronze der K√ľnstlerin Maria-Ilse L√∂rincz, die im Wachsausschmelzverfahren gegossen wurden. Maria-Ilse L√∂rincz kam 2007 √ľber den Steinguss-Bildhauerworkshop auf dem Dilsberg zu der Bronze.

Die ausgestellten Plastiken entstanden in den folgenden Jahren bei der Brandenburger Bildhauer-Sommerakademie in Strau√überg. Die K√ľnstlerin lebt und arbeitet in Ladenburg.

Die Suche nach der Urform.

Es ist die Suche nach der Urform, die sich verändert, sich entwickelt.

Viele der Objekte haben ein Au√üen und ein Innen. B√∂gen scheinen in das Innere des Kunstwerks zu f√ľhren und erinnern fasst an die das Gew√∂lbe einer Kathedrale, wobei der Wechsel der Form, mal rund, mal eckig wieder zu einem Bruch dieser Assoziation f√ľhrt.

Betrachtet man eine Kathedrale von Außen ist sie eine Skulptur, betritt man sie, erlebt man sie als Raum, erklärt Rudolf Klee.

Es ist der Dialog von Fl√§che und Form und von Raum und Material, der die K√ľnstlerin antreibt. „Ich mache Skizzen und daraus entsteht das Objekt“, erst dann gibt sie ihren Plastiken Namen.

So ist auch der „Krieger“ entstanden. Das Material wurde geformt und gebogen und eine Figur mit Speer in der Hand wurde „geboren“. L√∂rincz bezeichnet das Ergebnis als die Abbildung des Prozesses.

Die sieben Bronzeplastiken und die beiden Steinguss-Objekte laden den Betrachter ein, sich auf den Weg zu machen und den Schaffensprozess zu verfolgen und zu empfinden. Sie lassen Raum f√ľr eigene Interpretationen.

„Kunst gibt nichts Sichtbares wieder, Kunst macht sichtbar.“

Beide K√ľnstlerinnen „machen sichtbar“, sagt Rudolf Klee und zitiert seinen Namensvetter Paul Klee: „Kunst gibt nichts Sichtbares wieder, Kunst macht sichtbar“ und schl√§gt damit auch die Br√ľcke zwischen den so scheinbar unterschiedlichen Kunstwerken.

Während Huthoff die bildnerischen Ereignisse sichtbar mache, die Botschaft aus dem Innersten ziehe, setze Lörincz den Innen- und Außenraum in Beziehung.

Beide K√ľnstlerinnen schaffen Meisterwerke, sie beherrschen die Kunst und die Technik, so Klee. „Denn Kunst kommt von K√∂nnen, k√§me sie von Wollen, hie√üe sie Wulst“.

Als bekennender Romantiker spielt Klee wunderbar romantische eigene St√ľcke, aber auch Teile von Rodrigos Concierto de Aranjuez und von Rachmaninoffs 2. Klavierkonzert, dem „sch√∂nsten Klavierkonzert, was ich kenne“. Und nebenbei bekommen die Besucher der Vernissage einen kleinen Exkurs in die Musiklehre. Und das Gef√ľhl drei begeisternden K√ľnstlern begegnet zu sein und einem „Gesamtkunstwerk“ beigewohnt zu haben.

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Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Weitere Infos: Die K√ľnstlerin Veronika Drop l√∂ste als Vorsitzende des Kunstvereins Martine Herm ab, die aus gesundheitlichen Gr√ľnden ihr Amt abgeben musste. Drop ist geb√ľrtige Rheinl√§nderin und lebt seit 30 Jahren in Heddesheim. Sie ist seit der Gr√ľndung des Vereins, 2006, Mitglied.

Kunst aus der Mitte des Lebens – 16 Hobbyk√ľnstler stellen aus


Guten Tag!

Heddesheim, 16. M√§rz 2011. Unter dem Titel „Inspirationen“ haben 16 Heddesheimer Freizeit-K√ľnstler drei Tage lang im B√ľrgerhaus ihre Werke ausgestellt. Die neue Leiterin der Volkshochschule Theresia Br√ľck begr√ľ√üte die G√§ste zu dieser ganz besonderen Ausstellung. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage „Jungen Bl√§serquartett“.

Von Sabine Prothmann

Im Herbst 1996 fand sich ein kleiner Kreis von Freizeitmalerinnen und Malern zusammen, mit dem Ziel mit Gleichgesinnten ihre Arbeiten einer breiten √Ėffentlichkeit vorzustellen und mit dem Gedanken: „Farben und Formen inspirieren, regen an und bereichern“. Daran erinnerte Ursula Brechtel, langj√§hrige Leiterin der Heddesheimer Volkshochschule, in ihren einf√ľhrenden Worten.

Initiator damals und heute: Dietmar Heß

Der Initiator der Hobbymaler-Ausstellung, die alle zwei Jahre stattfindet, war damals und ist es bis heute Dietmar Heß, so Brechtel.

Die ehemalige Leiterin der Volkshochschule betonte, dass ein g√ľnstiges Klima f√ľr Kunst und Kultur sehr wichtig sei. Die Frage: Was ist Kunst? Beantwortete sie mit einem Zitat von Joseph Beuys: „Jeder Mensch ist ein K√ľnstler“. Denn, so Brechtel, jeder Mensch verf√ľge √ľber ein kreatives Potential.

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Hobbyk√ľnstler stellen aus.

Sie beschrieb Kunst als „Gegenwelt zu unserem Alltag“ und die Ausstellung als „Anerkennung f√ľr das, was der K√ľnstler geschaffen hat“.

Gut 80 Besucher waren gekommen, um die unterschiedlichen Bilder der 16 Heddesheimer Hobbyk√ľnstler anzuschauen. Die j√ľngste K√ľnstlerin, Laura B√∂ll, ist 12 Jahre beziehungsweise, wie sie sagt, fast 13 Jahre. Sie habe schon immer gemalt, das habe sie von der Oma und sie ist m√§chtig aufgeregt, denn sie stellt zum ersten Mal aus.

Kunst verbindet √ľber Generationen hinweg.

Im Kreis der Mitglieder sind 13 Frauen und drei M√§nner, das j√ľngste Mitglied ist knapp 13, das √§lteste 70 Jahre. „Ein Zeichen“, wie es in der Einladung zur Vernissage hei√üt, „dass die Kunst √ľber Generationen hinweg verbindet.“

Die Hobbyk√ľnstler malen und arbeiten mit ganz unterschiedlichen Materialien, mit √Ėl, Acryl, Tempera, Aquarell, Pastell, Mischtechniken und Holzschnitt. Aber auch mit Wasserfarben, Bleistift und Kohle. Oder wie Sibylle Engel mit Naturpigmenten, die sie aus dem Roussillion mitgebracht hat. Ihre Bilder und Zeichnungen entstehen aus der Situation aus der jeweiligen Stimmung heraus und so verwendet sie auch immer verschiedene Materialien und Techniken.

Wie aus der griechischen Mythologie entsprungen sind die drei Bilder, die Veronika Drop ausstellt. Mediterrane Farben und Formen erzählen Geschichten von vergangenen Zeiten und Menschen, auf Leinwand gemalt und ohne Rahmen.

Die Bilder von Dietmar Hess bestechen durch klare kräftige Farben und Formen.

Die Bilder zeigen eine beindruckende Vielfalt.

Der Betrachter geht vorbei an länglichen Bildern mit bunten Blumenranken in Acryl, die an ostasiatische Kunst erinnern. Er begegnet einem großen Elefantenkopf in Grautönen, er sieht Zeichnungen und Bilder, die die Landschaft und die Orte in der Umgebung auffangen wollen oder sich auf Stillleben in schönen klaren Farben konzentrieren.

Erw√§hnenswert sind sicherlich auch die beeindruckenden Bilder von der jungen K√ľnstlerin Carolin Przybyla. Auf gro√üer Fl√§che entwickelt sich bei ihr in warmen T√∂nen abstrakte Malerei, die Gegenst√§ndliches assoziieren l√§sst. Wie Menschengewimmel, das sich zu einem Kreuz formiert.

Die Ausstellung gibt den Besuchern die M√∂glichkeit immer wieder neue Kunstwerke und Details zu entdecken. Die Menschen bleiben stehen, reden mit den K√ľnstlern, bewundern und staunen.

Es ist Kunst aus der Mitte des Lebens und in seiner Vielfalt gro√üartig. Die 16 Heddesheimer Hobbymaler Heike Baar, Maria Bauer, Karin Bayer, Helga Birr, Marco Birr, Laura B√∂ll, Veronika Drop, Sibylle Engel, Dietmar He√ü, Barbara Kollmar, Heidi Kronauer, Ingmar Neumann, G√ľnther P√∂llmann, Carolin Przybyla, Ina Stabenau und Petra Wett k√∂nnen stolz sein.

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„Dass ich sein kann wie ich bin“ – Lesung zu Hilde Domin

Guten Tag!

Heddesheim, 28. November 2010. Die Lesung der Heidelberger Germanistin und Anglistin Marion Tauschwitz aus ihrer Biographie zu Hilde Domin war ein ganz besonderes Erlebnis f√ľr die knapp 40 Zuh√∂rer in den Ausstellungsr√§umen der Heddesheimer Rathausgalerie (21. November 2010). Der Raum ist voll besetzt, St√ľhle m√ľssen dazu gestellt werden.

Von Sabine Prothmann

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Marion Tauschwitz - Freundin, Vertraute, Nachlassverwalterin und "kleine Schwester".

Marion Tauschwitz erz√§hlt √ľber Hilde Domin. Die Autorin Marion Tauschwitz liest aus: „Dass ich sein kann wie ich bin – Hilde Domin. Die Biographie“.
Und das macht sie so wunderbar, so pers√∂nlich, dass die Zuh√∂rer ihr √ľber 90 Minuten gebannt lauschen. Als sie endet, will der Applaus nicht aufh√∂ren.

Eine Woche zuvor war die kleine Veranstaltungsreihe des Heddesheimer Kunstvereins zu Hilde Domin mit der Ausstellungseröffnung der Bilder von Veronika Drop zu Hilde Domin eröffnet worden.

„Es war eine intensive Zeit.“

Und auch am vergangenen Sonntag war die K√ľnstlerin Drop wieder anwesend und begr√ľ√üte die Autorin Marion Tauschwitz, die als Vertraute, Nachlassverwalterin und „Schwester“, wie Domin sie immer nannte, die Lyrikerin in den letzten Jahren von 2001 bis zu ihrem Tod 2006 begleitet hatte.

„Es war eine intensive Zeit“, sagt Tauschwitz √ľber diese Jahre. Kennengelernt hat sie Hilde Domin nach einer Lesung. „Sie hat mich zum Essen eingeladen und daraus ist diese Freundschaft entstanden.“

Das Besondere an Domins Gedichten sei die Einheit von Leben und Poesie gewesen, so Tauschwitz. Entstanden aus persönlicher größter Not, auf die man laut Hilde Domin nur auf drei Arten reagieren konnte: Entweder man begebe sich auf die Couch des Psychiaters, man vertraue sich Gott an oder aber man verarbeite sie in der Kreativität.

Hocherotische Liebesgedichte.

Man habe lange den Tod der Mutter als den Schock gedeutet, der zu dem Beginn ihres schriftstellerischen Wirkens gef√ľhrt habe. Doch, so Tauschwitz, die hocherotischen ersten Liebesgedichte, die entstanden sind, m√ľssten in einen anderen Zusammenhang gestellt werden.

Tauschwitz hat nach dem Tod der Lyrikerin ihre Briefe entdeckt, darunter mehr als 2000 „Ehebriefe“, die Hilde Domin an ihren Mann Erwin Walter Palm geschrieben habe. „Sie hat ihrem Mann bis zu sieben Briefe am Tag geschrieben, die bis zu 17 Seiten hatten und in winziger Schrift geschrieben waren.“ Anders als bislang angenommen, habe das Ehepaar √ľber gro√üe Strecken getrennt gelebt.

„Mein Leben wird mal ein spannender Gegenstand f√ľr die Literaturwissenschaft“

Vieles blieb zu Lebzeiten von der Dichterin verborgen, die eine K√ľnstlerin in der „Selbstharmonisierung“ gewesen sei. „Mein Leben wird mal ein spannender Gegenstand f√ľr die Literaturwissenschaft“, zitiert Tauschwitz Hilde Domin.

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Die Autorin Marion Tauschwitz liest aus der Biographie zu Hilde Domin.

Mit ihrer klaren, warmen Stimme beginnt Tauschwitz von Hilde Domins Leben zu erz√§hlen, von den fr√ľhen Jahren in K√∂ln, von dem j√ľdischen Elternhaus und der intensiven Beziehung zur Mutter. Im Elternhaus bekam sie das Urvertrauen vermittelt, das sie durch ihr schweres Leben getragen habe, so Tauschwitz.

Es folgt das Studium an Uni Heidelberg, wo Anfang der 30-er Jahre, die meisten j√ľdischen Studentinnen eingeschrieben waren.

„Den Juden wird es schlimm ergehen.“

Ein Unfall, eine Brandwunde am Kopf, zwingt Hilde, damals noch L√∂wenstein, zur Genesung zur√ľck ins Elternhaus. Ihre Studien f√ľhrten sie zun√§chst an den Universit√§ten in K√∂ln und Bonn fort. Zum Wintersemester 1930 zieht es sie nach Berlin, wo auch ihre Politisierung stattfindet. Sie tritt in die SPD ein.

Der jungen Hilde wird schnell klar, nachdem sie „Mein Kampf“ gelesen und Hitler geh√∂rt hatte, „den Juden wird es schlimm ergehen“.

In Berlin lernt sie auch den j√ľdischen Althistoriker Hans Georg Pflaum kennen, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verbindet. Aber er bleibt der „K√ľmmerer“.

Hilde L√∂wenstein kehrt nach Heidelberg zur√ľck. Dort begegnet sie dem charismatischen, extravaganten Erwin Walter Palm, einem j√ľdischen Philologie- und Arch√§ologie-Studenten aus Frankfurt. Palm ist nur 1,62 Meter gro√ü, er ist ein Paradiesvogel und im Alltag hilflos. „Da kam die Liebe.“

Italien wird zum ersten Exilland.

Seine Italiensehnsucht f√ľhrt die beiden 1932 nach Italien – gegen den Widerstand ihrer Eltern -, zun√§chst nach Florenz, sp√§ter nach Rom, wo sich beide an der Uni einschreiben.

Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wird Italien zum ihrem ersten Exilland.

Palm war gl√ľcklich, Hilde hielt ihm den R√ľcken f√ľr seine Studien frei und erteilte Deutschunterricht. „Objektiv und von au√üen betrachtet war dies eine Hundezeit“, so Tauschwitz.

1934 werden die ersten Rassengesetze in Italien erlassen, damit war Palms Lebenstraum passé. 1936 heiraten Hilde Löwenstein und Erwin Walter Palm. Doch schon da ist die Beziehung sehr problematisch, wie Marion Tauschwitz durch die Briefe belegen kann.

Flucht nach London.

Die Situation in Italien wird immer untragbarer, doch obwohl Hildes Familie schon l√§ngst im Exil in London lebt, verz√∂gert sich die Ausreise der Palms immer wieder, da Erwin Walter Palm noch auf Hildes √ÉŇďbersetzung seiner Schriften wartet.

Im September 1938 gelingt ihnen doch noch die Flucht √ľber Paris nach London.

Zu dieser Zeit sind die meisten Fluchtwege schon verbaut und auch in London wird nach der Kapitulation Englands die Situation f√ľr Juden sehr ungewiss.

Als der Diktator der Insel Hispaniola erkl√§rt, dass er 100.000 Fl√ľchtlinge aufnehmen k√∂nne, machen sich Hilde Palm und ihr Mann auf den Weg in die Dominikanische Republik.

In diese Zeit fällt auch eine ungewollte Schwangerschaft. Palm wollte das Kind nicht, wie Marion Tauschwitz aus einem Brief an Hildes Bruder erfahren hat. Domin beugt sich dem Wunsch ihres Mannes.

Die Exiljahre in der Dominikanischen Republik sind gekennzeichnet von permanenter Geldnot und dem schwierigen Verh√§ltnis des Ehepaares. Erwin Walter Palm wird zum Experten der iberoamerikanischen Kunst und bleibt in der Hauptsstadt Santo Domingo w√§hrend Domin in die Berge fl√ľchtet.

Die Dominikanische Republik wird zum „Inselk√§fig“

1947 hat Hilde Domin die Papiere f√ľr die USA zusammen, doch Palm wollte nicht mit und Domin sa√ü in den Bergen und tippte seine Aufzeichnungen. Hier in dieser Einsamkeit entstehen 1946 ihre ersten Gedichte. Es sind Liebesgedichte, „zerfressen von Sehnsucht“.

1951 stirbt die Mutter, diesmal h√§tte Hilde Domin eine St√ľtze gebraucht, doch Palm will sie verlassen. Die Beziehung des Paares schien 1951 am Ende zu sein, Palm hat eine andere Frau kennenglernt. Hilde flieht nach Haiti.

1953 erm√∂glicht ein Guggenheim-Stipendium einen einj√§hrigen Aufenthalt des Ehepaars in New York. Anschlie√üend gehen sie noch mal kurz in die Dominikanische Republik, aber ein DAAD-Stipendium erm√∂glicht 1954 die R√ľckkehr nach Deutschland.

In Deutschland erwartet sie ein schwieriges politisches Klima und das Paar pendelt noch einige Jahre zwischen Deutschland und Spanien.

1955 erscheint ein kleines B√ľchlein mit Gedichte von Erwin Walter Palm – endlich ein „sp√§ter Dichterruhm“. Dem Verleger legt Hilde ein paar ihrer Gedichte bei und schon 1954 wird ihre Lyrik in Zeitschriften ver√∂ffentlicht. Hilde Palms Gedichte erscheinen unter dem Pseudonym Domin, damit m√∂chte sie auch verhindern, dass der Erfolg ihres Mannes geschm√§lert wird: „Ich selbst rief mit dem Namen einer Insel.“

1960 erhält Palm eine KW-Professur an der Universität Heidelberg.

In Deutschland tobt ein Kampf in der Literaturszene und Hilde Domin verliebt sich in einen Verleger, davon zeugen ihre Liebesgedichte. Aus Angst entdeckt zu werden, scheut sich der Verleger vor der Veröffentlichung ihrer Liebeslyrik.

„Einmal ein Preis, immer ein Preis.“

1968 erh√§lt Hilde Domin den Ida-Demel-Preis, ihren ersten Preis, viele folgen nach dem Motto: „einmal ein Preis, immer ein Preis“.

„1969 reicht ihr Palm die Hand zu Vers√∂hnung“, erz√§hlt Tauschwitz, erst jetzt erkennt er ihre Leistung an und versteht sie nicht mehr als Konkurrenz.

Als am 7. Juli 1988 Erwin Walter Palm stirbt, ist das ein gro√ües Drama f√ľr Hilde Domin, so die Autorin. Wieder einmal fl√ľchtet sie sich in Arbeit. Sie ist inzwischen ber√ľhmt und eine begehrte Rednerin. Domin hat danach noch 18 Jahre gelebt und „sie hat sie genossen“.

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Die K√ľnstlerin Veronika Drop begr√ľ√üt die Autorin Marion Tauschwitz.

Dann erzählt Tauschwitz von dem 22. Februar 2006: Hilde Domin ging alleine in die Stadt, sie wollte Handschuhe kaufen. Sie nahm keinen Stock, auf den Gehsteigen waren Eisplatten.

„Ich bekam einen Anruf“, erinnert sich Marion Tauschwitz, „Liebes, ich habe meinen Fu√ü verstaucht“, sagte Hilde Domin, „kannst du ins Krankenhaus kommen“.

Hilde Domin hatte sich nicht den Fu√ü verstaucht, sie hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen und musste operiert werden. Sie √ľberlebt die Operation, aber am n√§chsten Tag erreicht Marion Tauschwitz der Anruf der Klinik, der Zustand Hilde Domins sei kritisch und sie solle kommen. Die Dichterin stirbt bevor ihre „j√ľngere Schwester“ an ihrem Krankenbett ist.

Mit dem Tod von Hilde Domin endet die Lesung und der Vortrag. Der Applaus will gar nicht aufh√∂ren. Das Publikum ist tief bewegt, „meine Freundin hat weinend die Vorstellung verlassen“, erz√§hlt eine Zuh√∂rerin.

Die Menschen in der Rathausgalerie haben f√ľr einen kleinen Augenblick, f√ľr 90 Minuten, an dem bewegten Leben einer faszinierenden Frau und Lyrikerin teilgehabt und die Nachlassverwalterin und Vertraute der Dichterin, die Autorin Marion Tauschwitz, hat diesen Einblick mit ihren Worten und Zitaten so ganz besonders gemacht.

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„Ich setzte den Fu√ü in die Luft und sie trug“ – Hommage an Hilde Domin

Guten Tag!

Heddesheim, 15. November 2010. Im Alten Rathaus wurde am Sonntag, den 14. November 2010, die Ausstellung „Hommage an Hilde Domin“ er√∂ffnet. Die Heddesheimer K√ľnstlerin Veronika Drop zeigt sehr pers√∂nliche Bilder zu den Gedichten der Heidelberger Schriftstellerin.

Von Sabine Prothmann

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Die K√ľnstlerin Veronika Drop mit ihrem "Lieblingsbild".

Mit der Ausstellung „Hommage an Hilde Domin“ endet das Jahr f√ľr den Heddesheimer Kunstverein, so der Heddesheimer K√ľnstler Bernd Gerstner bei seiner Begr√ľ√üung. Mit Veronika Drop stellt, wie es einmal j√§hrlich Tradition sei, eine K√ľnstlerin aus den eigenen Reihen aus. Mit gut 70 Besuchern waren die Ausstellungsr√§ume in der Rathausgalerie gut gef√ľllt. Ein toller Erfolg f√ľr Veronika Drop und f√ľr den Heddesheimer Kunstverein.

In den Ausstellungsräumen des Heddesheimer Kunstvereins hängen 21 Bilder von Veronika Drop, die sie innerhalb eines Jahres von 2006 bis 2007 zu den Gedichten von Hilde Domin geschaffen hat. Die Bilder sind in Acryl und Eitempera auf Leinwand gemalt. Es ist Drops Annäherung an die Gedichte und Person Hilde Domin.

Auf der Spur von Hilde Domin

Die Lyrikerin Hilde Domin habe bei ihren Lesungen ihre Gedichte immer zweimal gelesen, sagt Veronika Drop: „Ich habe die Gedichte oft zehnmal und mehr gelesen und die Bilder immer und immer wieder √ľbermalt, bis ich dachte, jetzt bin ich auf der Spur.“

In ihrer Einf√ľhrung erz√§hlt die geb√ľrtige Rheinl√§nderin, die schon lange in Heddesheim lebt und Mitglied des Kunstvereins ist, vom Leben der „Exilschriftstellerin“:

Hilde Domin wurde als Hilde L√∂wenstein, Tochter eines Rechtsanwaltes und einer ausgebildeten S√§ngerin 1909 in K√∂ln geboren. Zum Jura-Studium ging sie zun√§chst nach Heidelberg, sp√§ter nach K√∂ln, Bonn und Berlin und 1931 wieder zur√ľck nach Heidelberg, wo sie auch ihren Mann, den Altphilologie- und Arch√§ologiestudenten Erwin Walter Palm kennenlernte.

1932 reiste das j√ľdische Paar zun√§chst zum Studium nach Rom, das nach Ernennung Hitlers zum Reichskanzler zur ersten Exilstation wurde. Als sie auch in Italien nicht mehr bleiben konnten, fl√ľchteten sie nach London und von dort schlie√ülich in die Dominikanische Republik. Dort wirkte Domin als Assistentin ihres Mannes und unterrichtete Deutsch.

Erste schriftstellerische Versuche startete sie 1946. Der Tod der Mutter und die Krise in ihrer Ehe f√ľhrten dann zu den ersten Ver√∂ffentlichungen 1951 – als Anfang und Heimkehr.

F√ľnf Jahre sp√§ter kehrten sie in ihre alte Heimat, nach Heidelberg, zur√ľck. Inzwischen nannte sie sich „Domin“ zu Ehren ihrer Exilheimat, der Dominikanischen Republik. Seit 1961 arbeitete Hilde Domin als freie Schriftstellerin. Ihr Werk wurde in mehr als 20 Sprachen √ľbersetzt.

Im Wintersemester 1987/88 hielt sie als vierte Frau nach Ingeborg Bachmann, Marie Luise Kaschnitz und Christa Wolf die Frankfurter Poetik-Vorlesungen.

Zu ihrem 95. Geburtstag 2004 wurde Hilde Domin die Ehrenb√ľrgerw√ľrde der Stadt Heidelberg verliehen. Bereits 1992 stiftete die Stadt ihr zu Ehren den alle drei Jahre vergebenen Literaturpreis „Literatur im Exil, der seit ihrem Tod „Hilde-Domin-Preis f√ľr Literatur im Exil“ hei√üt. 2006 wurde sie Ehrenmitglied des P.E.N.-Club des Exils.

2006 stirbt die Lyrikerin in Heidelberg und wird auf dem Bergfriedhof neben ihrem 1988 verstorbenen Ehemann beigesetzt.

Auf der Grabplatte steht: „Wir setzten den Fu√ü in die Luft und sie trug“.

In ihren Gedichten und Schriften rief die Exilschriftstellerin immer wieder zum Neuanfang auf. Ihr Grundvertrauen sei ihr nicht verloren gegangen, so Drop. Domin geh√∂rte nie zur Avantgarde. Ihre Klarheit, Ehrlichkeit und Unabh√§ngigkeit gefallen der K√ľnstlerin Veronika Drop.

Ich setzte den Fu√ü in die Luft und sie trug“

Pastellfarbene T√∂ne, Wolken, die sich t√ľrmen, dazwischen Halt gebende Linien – „Ich setzte den Fu√ü in die Luft und sie trug“, ist das Lieblingsbild der Malerin Veronika Drop.

„Erst sollte in den Wolken eine Treppe entstehen, doch ich habe immer und immer wieder mit Eitempera dar√ľber gemalt bis das Bild so entstanden ist“, erz√§hlt Drop. Dieses Bild sei ihr pers√∂nlichstes, weil es auch Situationen in ihrem Leben beschreibt. Mutig sein, den Fu√ü ins Unbekannte setzen – und feststellen, es tr√§gt.

„Seit ich lebe, habe ich einen Stift in die Hand genommen“, erz√§hlt Drop. Eine Reihe von Ausstellungen gibt davon Zeugnis. 2006 habe sie intensiv angefangen, sich mit Hilde Domin zu besch√§ftigen und „ich wollte immer mehr √ľber sie erfahren“. Innerhalb eines Jahres sind die 21 ausgestellten Bilder entstanden.

Auch die anderen Bilder sprechen von pers√∂nlichen Erfahrungen. Es sind die der Lyrikerin, der Malerin und die des Betrachters. Drop gibt ihren Bildern die Titel von Domins Gedichten. Sie erz√§hlen von Emotionen und Lebenserfahrungen, von „Vers√∂hnung“, „Tr√∂stung“, „Aufbruch ohne Gewicht“.

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"Harte fremde Hände". Eine Collage.

Lesung am kommenden Sonntag

In „Harte fremde H√§nde“ hat Veronika Drop Fotografien von Hilde Domin eingewoben. Eine Collage, die immer und immer wieder √ľbermalt wurde. Wie aus Fenstern schaut die Schriftstellerin hervor. Die Worte des Gedichts flie√üen √ľber das Bild.

Unter dem Dach der Rathausgalerie haben die Besucher die M√∂glichkeit, den Film von Anna Ditges „Ich will dich“ – eine Begegnung mit Hilde Domin, anzuschauen.

Die Ausstellung ist noch bis 12. Dezember, sonntags von 14 bis 17 Uhr, ge√∂ffnet. Am kommenden Sonntag, 21. November, liest Marion Tauschwitz, Autorin von „Dass ich sein kann, wie ich bin – Hilde Domin. Die Biografie“. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr.

Viel Freude mit den Fotos.

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