Samstag, 26. Mai 2018

Was Sie vom MM, Pfenning und der Verwaltung erwarten können und was nicht

Das (Des-)Informations-Kartell

MM Pfenning

Der Mannheimer Morgen „informiert“ mit einer „zugesendeten“ Mitteilung auf Seite vier im Regionalteil ohne jegliche Eigenrecherche – unabhĂ€ngiger Journalismus geht anders. DrĂ€ngende und wesentliche Fragen werden nicht gestellt und schon gar nicht beantwortet. Quelle: Morgenweb.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 04. September 2013. (red) In der heutigen Ausgabe des Mannheimer Morgen können Sie eine kurze Nachricht lesen: „Pfenning verliert einen Großkunden“. Diese Nachricht ist mehr als aufschlussreich – wenn man sie hintergrĂŒndig betrachtet. [Weiterlesen…]

Zentralorgan MM vermeldet weiter positive Nachrichten

Neues von der Baustelle – Folge 15: Was von den Versprechungen ĂŒbrig bleibt

WĂ€hrend der Mannheimer Morgen ein zugeschicktes Bild abdruckt, auf dem alles pikobello sauber aussieht, hat unser Reporter gestern dieses Foto gemacht. Ist halt immer eine Frage der Perspektive.

 

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 20. Oktober 2012. (red/pro) Die erweiterte Pressestelle Der Mannheimer Morgen „berichtete“ vor einigen Tagen mal wieder mit einem „Hurra“-Artikel ĂŒber „ein neues Kapitel in der 80-jĂ€hrigen Unternehmensgeschichte“ von „Pfenning“. Garniert mit einem „zugeschickten“ Bild (zg). Wie immer klebt die Zeitung an Aussagen des GeschĂ€ftsfĂŒhrers Uwe Nitzinger – ein Blick ins eigene Archiv oder eine Recherche bei anderen Informationsquellen scheint keine Rolle zu spielen.

Von Hardy Prothmann

Was fĂŒr eine Erfolgsmeldung. Angeblich ist der neue Standort so gut wie ausgelastet und angeblich entstehen hier 600 neue ArbeitsplĂ€tze. Das ist eine interessante Information – denn genau diese Zahl hatten wir schon frĂŒher als Höchstwert berechnet. Dass man 400 ArbeitsplĂ€tze, also 40 Prozent unter den Versprechungen bleibt (bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze), ist dem Mannheimer Morgen keine Zeile wert. Es ist ja auch nicht Aufgabe der Zeitung, die Öffentlichkeit unabhĂ€ngig und kritisch zu informieren, sondern die Firmen- und Amtsbotschaften unters Volk zu bringen. Das stört auch die Frage, wie denn, wenn angeblich voll ausgelastet und angeblich 600 ArbeitsplĂ€tze, es möglich sein soll, bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze zu schaffen?

Echte Zahlen lesen sich anders

Die echten Zahlen lesen sich anders. Zwischen 2007 und 2010 hat „Pfenning“ rund elf Prozent der ArbeitsplĂ€tze abgebaut. Laut Bilanz waren 2007 insgesamt 1.865 und 2010 nur noch 1.673 bei Pfenning beschĂ€ftigt. Davon rund 230 in der Verwaltung, der Rest sind eher einfache bis sehr einfache ArbeitsplĂ€tze.

Noch dramatischer sind die Umsatzzahlen. FĂŒr 2008 gab Pfenning angebliche 220 Millionen Euro Umsatz an. Die konnten wir in keiner Bilanz finden, dafĂŒr aber knappe 155 Millionen Euro im Jahr 2010. Das entspricht einem Umsatzverlust von 30 Prozent.

Über 800 Meter strecken sich die Betonhallen des „Multicube“ in die Landschaft. Edeka wird ebenso neue Hallen bauen. Was fĂŒr den Moment „in Vergessenheit“ geraten ist – „Pfenning“ hat sich bis 2015 die Option gesichert, ein nochmals fast so großes GelĂ€nde zu bebauen. Auf den Ortskern und den sĂŒdlichen Teil Heddesheims bedeutet das eine enorme Verkehrsbelastung.

 

Erfolgreiche Entwicklung?

Ein „Jobmotor“ oder eine „erfolgreiche geschĂ€ftliche Entwicklung“ sieht anders aus. WĂ€hrend im Jahr 2009 noch 1,39 Millionen KonzernĂŒberschuss ausgewiesen worden sind, betrĂ€gt der Überschuss 2010 noch klĂ€gliche 613.000 Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von 0,4 Prozent. Anders ausgedrĂŒckt. Von jedem umgesetzten Euro bleibt nicht mal ein halber Cent als Gewinn.

Wie sich daraus „erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“ ergeben sollen, wissen nur die WunschtrĂ€ume von BĂŒrgermeister Michael Kessler und der Ja-Sager-GemeinderĂ€te. Der Mannheimer Morgen scheint keine Wirtschaftsjournalisten mehr zu beschĂ€ftigen, bei denen sich die Lokalreporterin mal kundig machen könnte, ob das denn tatsĂ€chlich alles so toll ist, wie sie das immer wieder beschreibt.

Ein weiteres Hauptargumente fĂŒr die Ansiedlung, die Schienenanbindung, ist, jaja, weiter möglich, tatsĂ€chlich aber nicht vorhanden.

Halbwahrheiten bis LĂŒgen

Die Konzentration der regionalen Lagerstandorte hat nicht stattgefunden. Das Argument, ohne diese Konzentration mĂŒsse „Pfenning“ sich woanders neu konzentrieren und die Region verlassen, entpuppt sich wie so viele anderen Aussagen als Halbwahrheit oder LĂŒge.

Sehr interessant ist diese Aussage:

FĂŒr den Neukunden ĂŒbernimmt Pfenning neben Lagerung und Kommissionierung auch den Displaybau sowie Transporte zu grĂ¶ĂŸeren Lagerstandorten – darunter den der ein paar Hundert Meter entfernten Edeka SĂŒdwest (Nitzinger: „Da könnten wir mit Gabelstaplern hinfahren“).

Das deutet daraufhin, dass unsere Annahme eintreffen wird. Wir haben das Unternehmen mehrmals angefragt, fĂŒr welche MĂ€rkte die Waren denn bestimmt sind. Die Antwort war ein beharrliches Schweigen. Wahrscheinlich ist: Der Neukunde Mondelez (so heißt Kraft Foods Europa seit kurzem, in Amerika weiterhin Kraft Foods) lagert bei Pfenning Waren ein, die dann ĂŒber Edeka in der Region verteilt werden. Edeka hat sich kategorisch gegen einen „Verkehrslenkungsvertrag“ ausgesprochen und weder BĂŒrgermeister Michael Kessler noch die Abnicker-GemeinderĂ€te haben diese eingefordert: Sprich – es können Edeka-Lkw jeder GrĂ¶ĂŸe durch den Ort brummen, um MĂ€rkte in der Region zu beliefern. So ist auch die Edeka Teil dessen, was man unter dem Begriff „jemandem eine Nase drehen“ verstehen kann.

Neues Kapitel?

Was die Nachricht bedeutet, „der Firmensitz“ werde mit Ende der Bauarbeiter Mitte Dezember von Viernheim nach Heddesheim verlegt, darf man gespannt abwarten. Welche der vielen „Pfenning“-Firmen ist gemeint? Die Phoenix 2010 GbR ĂŒber die Firmen-Chef Karl-Martin Pfenning angeblich eine „Generationeninvestition“ ĂŒber 100 Millionen Euro getĂ€tigt hat? Wir haben im Juli exklusiv herausgefunden, dass es sich nur um eine Projektfirma handelte – tatsĂ€chlich soll die Immobilie an einen Fonds verkauft werden. Auch hier hat die Firma die Öffentlichkeit belogen.

Mitte Dezember soll der Bau abgeschlossen sein – bis alles fertig ist, wird es vermutlich noch lĂ€nger dauern. Wo „Pfenning“ draufsteht, ist aber nicht „Pfenning“ drin. Der Bau soll an einen Immobilienfonds verkauft werden.

 

Oder wird es die Pfennig Logistik GmbH sein? Oder tatsĂ€chlich die KMP-Holding, also die Muttergesellschaft? Oder wird irgendeine neue Gesellschaft gegrĂŒndet? Man darf gespannt sein, wie dieses „neue Kapitel“ aussehen wird.

Insgesamt ist eine „Wertschöpfung“ und ein Gewinn fĂŒr die Gemeinde Heddesheim bislang nicht zu sehen – ebensowenig fĂŒr die Region. Am 18. September 2012 haben wir bei der Bauunternehmung Max Bögl nachgefragt, welche Firmen vor Ort mit welchem Auftragsvolumen denn beim Bau des Klotzes beteiligt worden sind:

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bauarbeiten „Multicube“ in Heddesheim sind weit fortgeschritten
und stehen vermutlich in den kommenden Monaten vor dem Abschluss.
Wir wĂŒrden gerne erfahren, welche lokalen, regionalen Unternehmen und
Gewerbetreibende mit in die Arbeiten einbezogen waren und welche
Summe an den Bauarbeiten der Wertschöpfung vor Ort in etwa zugekommen
ist.
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Hardy Prothmann
Chefredakteur Heddesheimblog.de

Wir haben bis heute noch nicht einmal eine EingangsbestĂ€tigung erhalten. Damit ist die Frage nicht beantwortet. Wie die Antwort vermutlich lautet, kann sich jeder selbst ĂŒberlegen.

Auch, was es bedeutet, wenn große „etablierte“ Medien ihrer Aufgabe einer kritischen, unabhĂ€ngigen Berichterstattung nicht mehr oder nur noch ungenĂŒgend nachkommen.

Anm. d. Red.: Wenn fĂŒr Sie das Thema neu ist – auf dem Heddesheimblog finden Sie hier ĂŒber 400 Artikel seit Mai 2009 zu „Pfenning“.

Pfenning: Der Klotz belastet die Gemeinde

Der Fluch des Gröbaz-Wahns

Lastet wie ein böser Geist auf der Gemeinde: Der Klotz.

 

Heddesheim, 13. September 2012. (red) „Pfenning“ hat vieles falsch gemacht und wird doch gewinnen. Die Firma und ihr Mentor Michael Kessler haben den Ort gespalten und es gibt kein Entrinnen. Der BĂŒrgermeister Michael Kessler wollte gerne der 100-Millionen-Euro-Kessler werden. Er wollte der „grĂ¶ĂŸte BĂŒrgermeister aller Zeiten“ werden. Jetzt ist er es und statt Freude lastet eine Art Fluch auf ihm.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wer wirklich nachfragt, statt nur schön redet, weiß eigentlich schon seit ĂŒber drei Jahren, dass „Pfenning“ ein Fehler war. Jeder, der sich wirklich interessiert, weiß, dass all das Gerede von ArbeitsplĂ€tzen und Gewerbesteuer nur dummes Zeugs ist.

Jeder, der die Entwicklung des Heilsbringers „Pfenning“ verfolgt hat, weiß, dass Heddesheim eine gut situierte Gemeinde ist und der aktuelle BĂŒrgermeister Michael Kessler im Verbund mit willfĂ€hrigen GemeinderĂ€ten höher fliegen wollte, als Ikarus es je vor seinem Absturz konnte.

Nichts stimmt mehr. All die Versprechungen sind ĂŒberwiegend Makulatur.

Michael Kessler klammerte sich gestern an den Stuhl im Gerichtssaal. Stocksteif der RĂŒcken. Ernst die Miene. Er weiß, worum es geht. Seine Reputation. Seinen Traum vom GröBaZ. Der Bebauungsplan, Grundlage fĂŒr eine 100-Millionen-Euro-Investition wird verhandelt. Und ob er alles richtig gemacht hat. Und alles vor Gericht standhĂ€lt. Doch es gibt Zweifel.

Egal, wie das Gericht in Sachen Baurecht entscheidet. Der BĂŒrgermeister Michael Kessler hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Sein KalkĂŒl war einfach: Ich hole eine „bedeutende“ Investition in den Ort und alle werden das anerkennen, wenn nicht sogar lieben.

Was sollte er auch sonst tun? Sein Vater, der Fritz, ist eine Legende. Der Fritz hat Heddesheim wie kein anderer gestaltet. Ein nicht einfacher Mensch. Ähnlich der Sohn. Dem fehlten allerdings bis heute Referenzobjekte wie Hallenband, Badesee oder andere markante GebĂ€ude. All das, was der Vater vorgelegt hat, verwaltet er heute nur vom Fritz-Kessler-Platz aus. Da kam „Pfenning“ recht fĂŒr den „Mischel“.

Schon wĂ€hrend der Planung merkte man aber, dass der „Mischel“ Probleme hat. Seine AusfĂ€lligkeiten im Gemeinderat, seine Unbeherrschtheit, seinen RĂŒckzug, mit den BĂŒrgern und BĂŒrger-Initiativen im GesprĂ€ch zu sein. GrĂ¶ĂŸe, oder der Versuch, diese zu erreichen, machten ihn auf seinem Weg zum GröBaZ zunehmend einsam.

Gott sein Dank gibt es aus Sicht des BĂŒrgermeisters den Mannheimer Morgen. Hier ist man willfĂ€hrig entschlossen, ĂŒber all die Wohltaten des GröBaZ zu berichten. Und das wird schamlos erledigt. Beim MM ist der BĂŒrgermeister das, was er sein will. Der Macher, der Chef, der Gestalter. Kritische Anmerkungen muss er hier nie fĂŒrchten. Ganz im Gegenteil transportiert das Medium sein „VerstĂ€ndnis“ fĂŒr „Pfenning“ – kein Gleisanschluß? VerstĂ€ndnis. Verkauf an einen Immobilienfonds. VerstĂ€ndnis.

WĂ€hrend die Zeitung – und teils andere Medien –  das MĂ€rchen-Helden-Epos weiterstrickt, werden Bande zerschnitten. Die Gemeinde Hirschberg ist stinksauer auf Heddesheim. Die Stadt Ladenburg wird es sein, wenn sie erfĂ€hrt, dass „Pfenning“ auch Ladenburg vereinnahmt.

Überall um Heddesheim herum reden die Menschen darĂŒber, wie sich die Gemeinde hat ĂŒber den Tisch ziehen lassen. Nur die Hardliner-Ja-Sager-Fraktion hört das nicht, will das nicht hören. Will nicht verstehen, dass der Klotz nicht akzeptiert wird. Schon gar nicht, wenn mit der Zeit klar wird, dass insgesamt alle Versprechungen nicht eintreffen, dafĂŒr aber die BefĂŒrchtungen. Und auch dieser Satz von „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor Gericht wird sie nicht nachdenklich machen: „Nur auf einen Kunden zu setzen, wĂ€re ein zu großes Risiko.“

Wenn der VGH am Dienstag seine Entscheidung zur Klage bekannt gibt – besteht natĂŒrlich auch die Möglichkeit, dass die Klage abgewiesen wird. Die Abnicker-Fraktion und der GröBaZ wĂŒrden das bejubeln – aber was hĂ€tten sie wirklich gewonnen?

Nur die BestĂ€tigung, dass der Bebauungsplan in dieser Art nicht angefochten werden konnte. Paradoxerweise weil gerade die Gegner durch ihre umfangreiche Kritik alle Schwachstellen im Vorfeld aufgedeckt hatten – und davon gab es jede Menge – und diese LĂŒcken dann durch die Verwaltung geschlossen werden konnten. Der Arbeit der Gegner ist es also ĂŒberwiegend „zu verdanken“, dass der Bebauungsplan ĂŒberwiegend „wasserdicht“ ist, nicht etwa der eines unabhĂ€ngigen und aktiven Gemeinderats.

Es wurden alle Register gezogen – das Spin-Doctor-Unternehmen Ifok sollte die öffentliche Meinung beeinflussen, eine BĂŒrgerumfrage suggestiv missbraucht, die etablierten Medien haben sich vor den Karren spannen lassen, denn es gibt gemeinsame wirtschaftliche Interessen. (Sehr hĂŒbsch ĂŒbrigens, dass der Artikel zur gestrigen Verhandlung vor dem VGH ĂŒber einer halbseitigen Lidl-Anzeige steht. Lidl ist sowohl Kunde von Pfenning als auch vom Mannheimer Morgen.)

Jetzt steht noch die Edeka-Erweiterung an. Der GrĂ¶ĂŸenwahn in Heddesheim kennt keine Grenzen. Zur Erinnerung: Pfenning hat sich weitere 15 Hektar gesichert, um das Logistikzentrum erweitern zu können. Der Klotz, so wie er jetzt da steht, könnte also durchaus noch wachsen. Und sollte Michael Kessler in Heddesheim 2014 wiedergewĂ€hlt werden, kann man getrost davon ausgehen, dass er auch noch diese FlĂ€che zubetonieren lassen wird.

Klage gegen Bebauungsplan "Pfenning" verhandelt

VGH: Entscheidung am Dienstag

Mannheim/Heddesheim, 12. September 2012. (red) Heute hat der Verwaltungsgerichshof (VGH) in Mannheim ĂŒber die Klage des Anliegers B. gegen den Bebauungsplan „Pfenning“ der Gemeinde Heddesheim verhandelt. Die fĂŒnf Richter gingen ĂŒber die nach einem umfassenden Schriftverkehr im Vorfeld bereits behandelten Punkten auf die BemĂ€ngelung von Verfahrensfehlern, Schall und das Zustandekommen von VertrĂ€gen ein.

Die Verhandlung dauerte am Nachmittag knapp drei Stunden. Der KlĂ€ger B., Anwohner des „Pfenning“-GelĂ€ndes war mit seinem Anwalt anwesend, zudem BĂŒrgermeister Michael Kessler mit dem Anwalt der Gemeinde sowie den Hauptamts- und Bauleitern. Außerdem war der „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger mit einem Anwalt als Beisitzer vertreten.

Das Gericht ließ sich die strittigen Punkte aus Sicht der KlĂ€ger darstellen und forderte die beklagte Partei zu Stellungnahmen auf. Außerdem wurden der Schall-Gutachter sowie der „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer befragt.

Nach der Verhandlung kĂŒndigte das Gericht eine Entscheidung fĂŒr den kommenden Dienstag, 14 Uhr an.

Wir berichten am Donnerstag ausfĂŒhrlich.

Schöner Ausblick?

Neues von der Baustelle – Folge 11: Der Klotz wĂ€chst

Die riesigen Dimensionen werden langsam deutlich.

Heddesheim, 20. April 2012. (red) Wer sich bislang die Ausmaße des „Pfenning“-Projekts nicht so richtig vorstellen konnte, kann sich langsam aber sicher einen Eindruck verschaffen. Es wird ein sehr gewaltiger Betonklotz werden. Die nördliche Hallenreihe ist von der LĂ€nge her nun „erfassbar“. Interessant: WĂ€hrend „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor wenigen Monaten noch ankĂŒndigte, man wolle nun doch nicht die alten Standorte in Heddesheim konzentrieren, sagt Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning genau das Gegenteil.

Weder der neue, „gute“ Nachbar Pfenning, noch die Gemeindeverwaltung Heddesheim legte Wert darauf, uns zur Grundsteinlegung einzuladen. Ist nicht schlimm, solche Termine sind sowieso langweilig und dienen nur der Selbstdarstellung.

Verlautbarungssender wie das Rhein-Neckar-Fernsehen hingegen sind sehr willkommen, die berichten ja auch vollstÀndig unkritisch das, was man ihnen vorsetzt und bei ner Grundsteinlegung gibts auch immer HÀppchen, das lÀsst man sich nicht entgehen.

Firmen-Patriarch Karl-Martin Pfenning darf dann behaupten, dass man hier das GeschĂ€fts konzentriere, wĂ€hrend sein GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor ein paar Monaten davon sprach, es werde nun doch NeugeschĂ€ft hier angesiedelt. Aber das kennt man schon von „Pfenning“ – wen interessiert schon das GeschwĂ€tz von gestern? Man hat die Baugenehmigung in der Tasche, die Mehrheit des Gemeinderats und den BĂŒrgermeister Kessler, also macht und sagt man, was man will. Zu Beginn der Planungen wurde mit einer Konzentration der Standorte geworben, dann hieß es, man plane NeugeschĂ€ft und jetzt soll doch wieder konzentriert werden.

Der nördliche Hallentrack ist in Teilen schon im Rohbau, die Bodenplatten sind gelegt. Wer sich den „Spaß“ macht und mal den Brunnenweg entlang spaziert, stellt schon heute fest, dass der Blick auf die Bergstraße definitiv weg ist.

DafĂŒr soll es ab September den ersten Lkw-Verkehr gehen. Angeblich nimmt man dann die erste Halle in Betrieb.

Was man weit und breit nicht erkennen kann, sind irgendwelche Vorbereitungen fĂŒr den Gleisanschluss. Ob der nun kommt oder nicht, ist vermutlich sowohl der Gemeinderatsmehrheit als auch BĂŒrgermeister Kessler egal. Die zeigten bei jedem Schwenk und jeder Änderung in den Planungen bislang immer „VerstĂ€ndnis“.

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MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgewĂ€hlt“

"Pfenning"-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und hĂ€ufig auch nur irgendwas, was spĂ€ter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. MĂ€rz 2012. Der Mannheimer Morgen fĂ€hrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch fĂŒr unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erwĂŒnscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, große Teile der Heddesheimer Bevölkerung nicht zu erreichen. NĂ€mlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei weiß GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die HĂ€lfte des Ortes gegen die montröse, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem AckergelĂ€nde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen EinwĂ€ndungen durchgesetzt war, sah und hörte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine lĂ€ppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Geschönte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der nördliche Teil, von Ost nach West, dann der sĂŒdliche Teil. DafĂŒr werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max Bögl verbaut. Bögl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, StĂŒtzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter beschĂ€ftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der Bögl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-GelĂ€nde tatsĂ€chlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im sĂŒdlichen Teil zur Benz-Straße hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU fĂŒr die Logistikansiedlung. Jetzt erfĂ€hrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf nötig seien, falls denn mal jemand Interesse haben könnte.

FragwĂŒrdige Äußerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand hĂ€tte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist hanebĂŒchen.

NatĂŒrlich weiß man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Straßen sind hĂ€ufig verdreckt – wie das halt so ist in der NĂ€he von Baustellen. Wer allerdings fĂŒr die Straßenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer weiß, dazu gibt es keine Informationen.

DafĂŒr erhĂ€lt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn tĂ€glich hunderte zusĂ€tzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer beschĂ€digt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das RegierungsprĂ€sidium zustĂ€ndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner weiß oder sagen kann, wann diese SchĂ€den, die auch unfallgefĂ€hrlich sein können, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf ĂŒber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen VertrĂ€ge das „Pfenning“-Projekt ĂŒberhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verkĂŒndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele GerĂŒchte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizitĂ€tspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder große „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es wĂŒrde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise fĂŒr Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt fĂŒr die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen fĂŒr den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die HĂ€lfte als LeihkrĂ€fte. Die Zahl „bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze“, mit der BĂŒrgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP fĂŒr das Projekt geworben haben, fĂ€llt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier AusbildungsplĂ€tze halte „Pfenning“ nach wie vor frei fĂŒr Heddesheimer BerufsanfĂ€nger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

AusgewÀhlte GÀste

Am 23. MĂ€rz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – fĂŒr ausgewĂ€hlte GĂ€ste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erfĂŒllt.

GeschĂ€ftsfĂŒhrer Nitzinger verweigert jegliche Auskunft

Neues von der Baustelle: Folge 4 – „Pfenning“ zĂ€unt sich ein

Heddesheim, 08. Dezember 2011. (red) Nach ĂŒber drei Wochen seit dem „Baustart“ ist nach wie vor noch recht wenig los auf der „Pfenning“-Baustelle. Einige Bagger haben teilweise die obersten Schichten des Mutterbodens abgetragen und zu ErdwĂ€llen aufgehĂ€uft.

Planierrauben haben diese Stellen verdichtet. Hier bilden sich Wasseransammlungen, da das Wasser im „Lellebollem“ (Heddesheimer Lehmboden) nun kaum mehr versickern kann.

Entlang des Brunnenwegs ist ein Schacht ausgehoben worden. Vermutlich fĂŒr Versorgungsleitungen. Eine Firma hat begonnen, das GelĂ€nde einzuzĂ€unen. Der nordwestlich gelegene Feldweg ist verschwunden. Die Zufahrtsstraßen im Gewerbegebiet sind dreckig. [Weiterlesen…]

Neues von der Baustelle: Folge 3 – Hektische Eidechsenrettung wegen „bedauerlichem Fehler“

Heddesheim, 22. November 2011. (red) Obwohl „Pfenning“ zugesichert hatte, den östlichen Teil des Baugebiets bis MĂ€rz 2012 nicht zu bearbeiten, wurde dort heute auf einem rund 350 Quadratmeter großen Streifen Erde abgeschoben. In diesem Streifen ĂŒberwintern Zauneidechsen. Der grĂŒne Gemeinderat Kurt Klemm schlug Alarm, der Naturschutzbund (Nabu)-Eidechsenexperte Bernd Gremlica raste aus Mannheim heran und forderte den Baggerfahrer auf, weitere Arbeiten sofort zu unterlassen. Kurz darauf trafen auch der Gutachter Dirk Bernd (Lindenfels) sowie „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor Ort ein.

Neues von der Baustelle

Neues von der Baustelle

Bernd Gremlica und Kurt Klemm sind sauer: „Der Baggerfahrer ist ja nur der SchĂŒtze Arsch, der macht nur, was man ihm auftrĂ€gt“, kommentiert der Nabu-Eidechsenexperte Gremlica die Situation: Rund 350 Quadratmeter Eidechsen-Habitat sind platt gemacht.

Vor den beiden liegt ein großer Streifen brauner Erde: „Wenn hier Eidechsen waren, sind sie jetzt platt“, sagt Kurt Klemm. Der Rest ist nicht zitabel.

Die beiden hatten im GesprĂ€ch mit dem Gutachter Dirk Bernd aus Lindenfels noch im September abgemacht, dass dieser seinen Auftraggeber „Pfenning“ anhĂ€lt, das östliche Gebiet bis einschließlich MĂ€rz 2012 nicht zu bearbeiten, um die dort gesichteten und dokumentierten Zauneidechsen schadlos ĂŒberwintern zu lassen. Anfang April sollen die streng geschĂŒtzten Echsen eingefangen und dann an anderer Stelle ausgesetzt werden.

„Bedauerlicher Fehler“

Dirk Bernd bestĂ€tigte die Vereinbarung und sprach gegenĂŒber den NaturschĂŒtzern von einem „bedauerlichen Fehler“. Er beriet sich kurz mit dem „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger, der sich uns gegenĂŒber mehr als wortkarg gab und keine Stellung nehmen wollte. „Immobilien-Chef“ Dietmar Wollnitz stritt wie zu erwarten zunĂ€chst jeden Fehler ab. Die beiden waren wohl wegen des drohenden Ärgers ebenfalls schnell herbeigeeilt, passierten die NaturschĂŒtzer und parkten ihre Autos aber „in sicherer Entfernung“ von Klemm und Gremlica.

Letztlich steht aber doch fest, dass vor Ort „Fakten geschaffen“ worden sind und die Erdarbeiten gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen haben. Das wiederum ist nicht wirklich eine neue Erfahrung in Zusammenhang mit dem „Vorzeigeunternehmen“ „Pfenning“.

Immerhin: Der Nabu-Experte Bernd Gremlica und der NaturschĂŒtzer Kurt Klemm haben bei weiteren BeschĂ€digungen mit einer Anzeige gedroht, das zeigte Wirkung. „Pfenning“ soll sich nun verpflichtet haben, zum Ausgleich des Schadens an anderer Stelle eine AusgleichsflĂ€che zu besorgen und zu bezahlen.

Schade nur, dass die Bagger- und BetonmentalitĂ€t der „Pfenning“-Leute sich heute wieder bestĂ€tigt hat. Der neue „Nachbar“ scheint fest entschlossen, keine Freundschaft mit dem Ort schließen zu wollen, sondern sich wie gewohnt ĂŒber Vereinbarungen hinwegzusetzen und nur auf Druck zu reagieren.

Kurt Gremlica und Kurt Klemm haben durch ihre beherzte Reaktion einen schlimmeren Eingriff verhindert. Hinter ihnen liegt das platt gemachte Eidechsen-Habitat.

 

Pfenning: Zusagen des „vertrauenswĂŒrdigen Partners“ aus der Region gelten nicht mehr

Heddesheim, 15. Juli 2011. (red) Der Mannheimer Morgen macht heute mit drei Texten zum „Pfenning“-Projekt auf – oder dem, was davon ĂŒbrig ist: „Bestehende Lager ziehen vorerst nicht um“, heißt die ÃƓberschrift des Haupttextes. Und sogar ein Kommentar wird geschrieben. Und sogar die „Vertrauensfrage“ gestellt – leider kommt die Zeitung wie immer zu spĂ€t und windelweich daher. Wie gewohnt, hat auch BĂŒrgermeister Kessler fĂŒr alles „VerstĂ€ndnis“ und sieht den Wortbruch ganz im Gegenteil sogar „positiv“. Welche Interessen vertritt dieser Mann eigentlich?

Von Hardy Prothmann

Man möchte gerne die Gesichter gewisser GemeinderĂ€te, sagen wir eines Herrn Doll, eines Herrn Hasselbring und eines Herrn Merx sehen, wenn diese sich heute gemĂŒtlich an den Tisch setzen und sich von ihren Frauen den Kaffee bringen lassen.

Sie schlagen die Zeitung auf, ihr ach-so-geliebtes Heimatorgan, wo alles immer so nett und schön ist und alle dankbar sind, ein Duft von Bratwurst auf tollen Festen vertrömt wird und der Wettergott gnÀdig ist.

Die ÃƓberschrift:

„Pfenning: Bestehende Lager ziehen vorerst nicht um“

wird eventuell auf den Magen schlagen und „Bauchschmerzen“ auslösen – und zwar nicht durch zu starken Kaffee, sondern durch die Erkenntnis, dass vermutlich nichts von dem, was sie sich selbst und anderen beharrlich eingeredet haben, zutreffen wird.

Pfenning bricht Wort – das war klar

Die Frage war einfach: "Sie gehen fest davon aus, dass Sie nach Heddesheim kommen werden?". Die Antwort war noch einfach: "Ja" - 2009 hat uns Uwe Nitzinger ein Interview gegeben und Dinge behauptet, die 2011 nicht mehr stimmen. Klicken Sie auf das Bild, um das Interview zu lesen.

Die Herren und alle die anderen WortfĂŒhrer und Hurra-Rufer mĂŒssen langsam aber sicher „ein Einsehen“ haben, dass sie sich selbst und andere getĂ€uscht haben. Die Entschuldigung, sie seien getĂ€uscht worden, wird man nicht gelten lassen.

Denn zu groß und zu genau war die Kritik im Vorfeld an dieser unheiligen Entscheidung, die mit einer politischen „Mehrheitswillen“-Deutung der BĂŒrgerbefragung anhand von 40 Stimmen absolut oder 0,7 Prozentpunkten relativ 2009 mit Manipulationsfragen der SPD durchgezogen worden ist.

Die CDU, die SPD und die FDP sind verantwortlich fĂŒr alles, was an unangenehmen „Wahrheiten“ noch so kommt, aus Richtung „Pfenning“.

Das „regional-verwurzelte“ Unternehmen pflanzt nicht um. Die eindeutige, unmissverstĂ€ndliche und klare Ansage des Unternehmens war aber: Wir konzentrieren unsere verteilten Standorte in Heddesheim. Das war unmissverstĂ€ndlich und stand nicht zur Debatte. Ebenso der Umzug von 650 Mitarbeitern.

Optimal gelaufen – jetzt wird optimiert

Die Aussagen im Artikel des MM von heute belegen das Gegenteil – auch wenn es dem Artikel nicht anzumerken ist, ob auch nur eine konkrete Frage in dieser Richtung ĂŒberhaupt gedacht worden ist.

Damit steht das ganze Konstrukt zur politische Debatte – was freilich auch nicht in dem Artikel steht. Denn schließlich hat der MM durch seine Jubel-Berichterstattung auch seinen Teil der Verantwortung an dem Debakel. Der Wortbruch wird nicht thematisiert – „Pfenning“ darf sich „erklĂ€rend“ Ă€ußern, wie die Firma das will.

Denn rechtlich ist die Sache nach Ortsrecht entschieden. „Pfenning“ hat einen gĂŒltigen Bebauungsplan in der Tasche und kann sich Jahre Zeit lassen oder auch andere bauen lassen – solange man sich an die Vorgaben hĂ€lt, ist alles kein Problem. (Auch wenn noch ein Normenkontrollantrag anhĂ€ngig ist, mit ungewissem Ausgang.)

Die unkritische Mehrheit im Gemeinderat unter FĂŒhrung von BĂŒrgermeister Michael Kessler hat alles durchgewunken und alles getan, um „Pfenning“ den Hof zu machen. „Pfenning“ hatte es erst ganz eilig und wollte 2013 fertig sein:

„Wir mĂŒssen expandieren“,

sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger damals (siehe Interview auf dem heddesheimblog). Davon ist heute keine Rede mehr. Heute wird „optimiert“. Man hat keine Eile mehr, heißt es in dem Bericht des MM.

Puff – da waren sie dahin, die ganzen schönen Versprechungen.

Jetzt folgt die Quittung. Wenn „Pfenning“ an andere untervermietet, sind deren Standorte auch andere. Abgerechnet wird da, wo die Firmensitze der Mieter sind – nicht jedoch in Heddesheim. Die Arbeit wird in Heddesheim gemacht – aber die Einkommensteuerzulage findet nicht hier statt. Ebensowenig die Gewerbesteuer. Der Zuzug von Arbeitnehmern findet nicht statt. Deren Kinder gehen nicht auf die Johannes-Kepler-Schule, pardon, Karl-Drais-Schule. Es kommt keine Kaufkraft in den Ort. Örtliche Handwerker können ihre PlĂ€ne, an dem Projekt Arbeit zu finden, erstmal vertagen.

Puff – da waren sie dahin, die „bis zu 1.000“ ArbeitsplĂ€tze und die „erheblichen Gewerbesteuerzahlungen“. Das waren vor allem die Argumente eines Herrn Kessler und seiner Abnicker-Fraktionen. Aus der Traum.

Und der Verkehrslenkungsvertrag? Denn kann man wahrscheinlich getrost in der Pfeife rauchen, wenn Unternehmen fahren, die weder „Pfenning“ sind, noch fĂŒr „Pfenning“ arbeiten. Vermutlich kann jeder mit seinen 40-Tonnern durch den Ort donnern, wie er will. Subunternehmer fĂŒr Subunternehmer fĂŒr Subunternehmer.

Und die Verlagerung des Firmensitzes? Laut MM-„Information“ soll die kommen, wenn „Pfenning“ umgezogen ist. Wenn „Pfenning“ aber gar nicht umzieht und „NeugeschĂ€ft“ macht, wie es im Artikel steht? Dann braucht es auch keinen Firmensitz in Heddesheim – mal abgesehen davon, dass man nun merkt, dass sich „Pfenning“ eh nicht an Zusagen hĂ€lt und das vermutlich auch nie vorhatte.

Und BĂŒrgermeister Kessler? Den befragt die MM-Redakteurin brav wie immer und zitiert ihn mit VerstĂ€ndnis:

„Das muss man einem Unternehmen zugestehen, solche Optimierungsmöglichkeiten zu nutzen.“

In wessen Interesse handelt eigentlich „BĂŒrgermeister“ Kessler?

Die Frage fĂŒr Heddesheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ist, wie viel „VerstĂ€ndnis“ man einem solchen BĂŒrgermeister noch „zugestehen“ sollte? Handelt der Mann im Interesse Heddesheims und seiner BĂŒrger? Oder hat er ganz andere Interessen?

Und ja, er sei ĂŒber die „PlĂ€ne“ informiert, zitiert ihn die Zeitung. Gut zu wissen. Der Gemeinderat ist es nicht. Und der Gemeinderat ist das oberste Organ der Gemeinde, nicht der BĂŒrgermeister. Auch wenn der sich fĂŒr die Gemeinde hĂ€lt.

Der Kommentar von Frau Görlitz ist lÀcherlich:

„Dass schon das Bebauungsplanverfahren so lange dauern wĂŒrde, hatten die Viernheimer weder auf der Rechnung, noch selbst zu verantworten“,

schreibt sie in der Mitte des Textes und am Ende:

„Was von dem, was 2009 versprochen wurde, gilt noch? „Pfenning“ ist am Zug diese Frage zu beantworten. (…) Aus eigenem Interesse – und nicht erst auf Nachfrage.“

War die Dame seit 2009 in Gedanken woanders? „Pfenning“ handelt ausschließlich in eigenem Interesse und hat Nachfragen nicht oder nur dĂŒrftig beantwortet oder auf großen Druck. Glaubt vor Görlitz tatsĂ€chlich, dass sich daran etwas Ă€ndert? NatĂŒrlich hat „Pfenning“ mit seiner Intransparenz Verantwortung fĂŒr einen Vertrauensverlust. Wie auch die „Ja-Sager“-Fraktionen.

War „Pfenning“ nur ein Köder fĂŒr einen Immobiliendeal?

„Pfenning“ hat die Baugenehmigung in der Tasche und es kann dem Unternehmen egal sein, was die Heddesheimer von dessen WinkelzĂŒgen halten. Die einzige Gefahr droht noch durch den Normenkontrollantrag eines einzelnen BĂŒrgers, der klagewillig ist und sich das leistet.

Die Gemeinde Hirschberg hat in Sachen „Kreisel“-Gutachten eine KlageĂŒberlegung zurĂŒckgezogen. Das RegierungsprĂ€sidium ein Gleis genehmigt, dass vermutlich auch nie gebaut wird.

Und „Pfenning“? War „Pfenning“ nur der Köder? GrundstĂŒckseigentĂŒmer ist die Phoenix 2010 GbR von zwei GeschĂ€ftsleuten, die fĂŒr sagenhaft gĂŒnstige 47 Euro den Quadratmeter ein Filet-GrundstĂŒck erster Sahne erhalten haben. Samt gĂŒltigem Bebauungsplan. Ein aus deren Sicht grandioser Immobiliendeal – natĂŒrlich erst, wenn sie den Goldschatz verĂ€ußert haben.

Nicht vorstellbar? Warten wir es ab. Welcher Abnicker-Gemeinderat wird Nein sagen, wenn es heißt: „Tja, die PlĂ€ne waren anders, jetzt machen wir es anders. Wollt ihr, dass die ganze Arbeit umsonst war?“ Glaubt da wirklich jemand an „Einspruch“ oder sogar „Widerstand“? Im Leben nicht. Und wenn, wĂ€re er sowieso nutzlos.

Vielleicht ist alles auch ganz anders und „Pfenning“ hat sich verhoben. Auch das kann sein.

Und damit sind wir wieder bei Herrn Doll (CDU), Herrn Hasselbring (FDP) und Herrn Merx (SPD) . Die Fraktionssprecher werden erklĂ€ren mĂŒssen, dass sie besserwisserisch, ĂŒberheblich und unkritisch ein Mega-Projekt befĂŒrwortet haben, dass sie nie verstanden haben.

Sollten sie es verstanden haben, haben sie die BĂŒrger getĂ€uscht. Aus diesem Dilemma kommen sie nicht mehr heraus.

Wie auch immer – der Morgenkaffee wird nicht schmecken und „Bauchschmerzen“ sind garantiert.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr dieses redaktionelle Angebot und seit 2009 partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim. Er hat sich umfassend mit dem Projekt auseinandergesetzt und nach sorgfĂ€ltiger PrĂŒfung zu Vor- und Nachteilen dieser Ansiedlung wegen erheblicher Zweifel an der SeriositĂ€t der Aussagen von „Pfenning“ gegen das Projekt entschieden und in allen Punkten abgelehnt.
In Sachen journalistischer Berichterstattung waren im Herbst 2010 drei Interviewanfragen an Herrn Nitzinger gegangen – einen Terminvorschlag von Seiten der Firma hat es nicht gegeben. Herr Nitzinger hatte entweder zu viel zu tun oder war in Urlaub.

„Es wurde deutlich, wie schwach und ungenĂŒgend sĂ€mtliche Gutachten sind.“

Guten Tag!

Heddesheim, 19. Dezember 2010. Am 09. Dezember 2010 fand im BĂŒrgerhaus ein Erörterungstermin zum Planfeststellungsverfahren „Gleisanschluss Pfenning“ statt.

GĂŒnther Heinisch, GrĂŒnen-Gemeinderat, sieht seine Zweifel am „Pfenning“-Projekt bestĂ€tigt: „Unterm Strich bleiben Belastungen und summieren sich vielleicht zu untragbaren Situationen“, sagt er und kritisiert im Interview, dass eine ordentliche PrĂŒfung im Gemeinderat nicht stattgefunden hat.

Geleitet wurde die Sitzung von Thorsten Maiwald vom RegierungsprĂ€sidium Karlsruhe. Anwesend waren zudem – zeitweise – BĂŒrgermeister Kessler, Mitarbeiter des Bauamts, Vertreter der „Pfenning“-Gruppe mit zwei AnwĂ€lten, Rolf Breitwieser als Anwohner samt Anwalt und die Einwender GĂŒnther Heinisch und Kurt Klemm, stellvertretend fĂŒr den Naturschutzbund e.V.. Außerdem Vertreter des Verbands Region Rhein-Neckar und des Verkehrsverbunds.

ZunĂ€chst sollte die Sitzung nicht-öffentlich sein, wurde dann aber als öffentlich freigegeben, da keine EinwĂ€nde bestanden, Zuschauer zuzulassen. Rund ein halbes Dutzend BĂŒrgerInnen verfolgten deshalb die Erörtertung, die von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr dauerte.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Heinisch, Sie haben am Erörterungstermin teilgenommen. Warum?

GĂŒnther Heinisch: „Weil ich als BĂŒrger eine Einwendung gegen den Gleisanschluss gemacht habe.“

Moment, sind die GrĂŒnen nicht fĂŒr das Gleis?

Heinisch: „Aber selbstverstĂ€ndlich. Jedoch ist Gleis nicht gleich Gleis, was man auch bei Stuttgart 21 sieht. Uns ist ein sinnvolles S-Bahn-Projekt lieber, als das Wohl einer einzelnen Firma. Meine Eingaben umfassen insgesamt 48 Seiten und kritisieren auch beim Gleisanschluss mangelhafte Gutachten und eine ungenĂŒgende Debatte zum Thema und den Folgen einer solchen baulichen Maßnahme im Gemeinderat.“

Was meinen Sie beispielsweise?

heinisch

GrĂŒnen-Verkehrsexperte GĂŒnther Heinisch. Foto: privat

Heinisch: „Ganz klar das LĂ€rmschutz-Gutachten. Hier wurde beispielsweise deutlich, dass der Gutachter seine Berechnungen auf falschen Angaben erstellt hat.“

Woher wissen Sie das?

Heinisch: „Das wurde wĂ€hrend der Anhörung deutlich. Der Gutachter musste sich wie andere auch auf Angaben von Pfenning als Grundlage seiner Arbeit verlassen. Danach hieß es, es gĂ€be drei Zugbewegungen pro Tag. TatsĂ€chlich wurde festgestellt, dass diese ZĂŒge natĂŒrlich wieder wegfahren und dazwischen rangiert werden muß. Insgesamt ergeben sich pro Tag mindestens 12 Fahrten bei tĂ€glich drei ZĂŒgen. Den Gutachter trifft keine Schuld bei der falschen Bewertung, er wurde falsch informiert. Wörtlich sagte er: „Das ist das erste, was ich höre.“ Und er fand die neuen Informationen sehr interessant.“

Und weiter?

Heinisch: „Auch das Artenschutzgutachten musste ja bereitsnachgebessert werden. Interessant war der Zynismus, der an den Tag gelegt wurde. Kurt Klemm war als UmweltschĂŒtzer anwesend und hat seine Erkenntnisse zum Feldhamstervorkommen vorgetragen. Er musste sich von Pfenning-AnwĂ€lten fragen lassen, ob er „Hamster-Experte“ sei. Die Antwort war eine Gegenfrage: Ob der Gutachter, im Hauptberuf ein Physiotherapeut, ein Hamster-Experte sei. Das hatte schon fast einen Kreuzverhör-Charakter einer Gerichtsverhandlung“.

Kam auch das Feinstaub-Gutachten zur Sprache?

Heinisch: „Aber sicher. Hier stellte sich nachtrĂ€glich heraus, daß nur die Werte der Autobahn berĂŒcksichtigt worden sind, der Pfenning-Verkehr und die Feinstauberzeugung durch die Zuglieferungen und die RangiertĂ€tigkeiten blieben außen vor. Ebenso der Feinstaub, den die Bahnlinie selbst erzeugt.

Gab es ein Ergebnis?

Heinisch: „Aus meiner Sicht schon: Es wurde deutlich, wie schwach und ungenĂŒgend sĂ€mtliche Gutachten sind, mit denen Pfenning hier durchgedrĂŒckt werden soll. Und etwas anderes hat die Anhörung gezeigt, das erschreckende Unvermögen und/oder die Unwilligkeit des Heddesheimer Gemeinderates in seiner 12:9 Mehrheit, das zu erkennen und danach zu handeln.“

Wie meinen Sie das?

Heinisch: „Die Gutachten wurden einfach durchgewunken. Weder die CDU, noch die SPD oder FDP hatten auch nur eine Frage dazu. Und das RegierungsprĂ€sidium ging davon aus, dass der Gleisanschluss im Gemeinerat diskutiert worden sei.“

Er war Thema.

Heinisch: „Das hat BĂŒrgermeister Michael Kessler auch so geantwortet. Es ist darĂŒber geredet worden, dass er geplant sei und mittlerweile ein Antragsverfahren eröffnet wurde. Inhaltlich, in den Details und welche Auswirkungen in Sachen LĂ€rm und Feinstaub das haben wird, darĂŒber wurde aber nicht informiert und debattiert. Eine ernstzunehmende AbwĂ€gung hat nicht stattgefunden.“

Wie war die Reaktion?

Heinisch: „Zumindest der Anwalt von Herrn Breitwieser fand diesen Punkt sehr interessant.“

Was wollen Sie damit andeuten?

Heinisch: „Ganz sicher suchen die AnwĂ€lte, die die Mitglieder der der IG neinzupfenning vertreten, nach Verfahrensfehlern. Vielleicht handelt es sich hier um einen.“

Nochmal zurĂŒck zum Anfang: Ist es nicht ein wenig paradox, dass Sie als GrĂŒner 48 Seiten EinwĂ€ndungen gegen einen Schienentransport schreiben?

Heinisch: „GrundsĂ€tzlich sind wir fĂŒr die Schiene, aber wir sind auch fĂŒr sinnvolle Schienenprojekte. Um ein solches handelt es sich hier nicht, denn es gefĂ€hrdeit die S-Bahn. DarĂŒber hinaus muss man das jeweilige Projekt im gesamten sehen. Auch beim angeblich geplanten Gleis basieren die Gutachten auf teils unzureichenden Daten, das hatten wir auch schon beim Planfestellungsverfahren zum Logistikzentrum. Unterm Strich bleiben Belastungen und summieren sich vielleicht zu untragbaren Situationen. Die GrĂŒnen verlangen eine ordentliche PrĂŒfung und klare und durchschaubare Informationen.“

Sie trennen nicht zwischen Gleis und Logistikzentrum?

Heinisch: „Wieso sollte ich? Ohne Logistikzentrum braucht es kein Gleis. Diese kĂŒnstliche Trennung haben der BĂŒrgermeister und seine Mehrheit vorgenommen. Es ist aber ein Projekt. Ich erinnere da an die CDU, die ganz klar gesagt hat: Pfenning nur mit Gleis. Es handelt sich nicht um zwei Projekte, sondern klar um ein Gesamtprojekt. Der Gleisanschluss muss ebenfalls ordentlich auf seine Vor- und Nachteile und auf mögliche Alternativen abgewogen werden. Im Heddesheimer Gemeinderat hat dies leider nicht stattgefunden.“

Zur Person:
GĂŒnther Heinisch ist ein Sprecher des BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen-Ortsverbands Heddesheim und Mitglied der GrĂŒnen-Gemeinderatsfraktion. Er hat sich fĂŒr die Fraktion umfangreich mit dem Thema Verkehr befasst und bereits das Verkehrsgutachten als „ungenĂŒgend“ und „geschönt“ bewertet.

Hintergrund:
Die Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße prĂŒft ein Normenkontrollverfahren gegen den „Pfenning„-Bebauungsplan, unter anderem, weil der „Verkehrslenkungsvertrag“ zu Lasten der Gemeinde Hirschberg gehe. Aber auch, weil im Jahr 2000 ein Verkehrsgutachten dem Hirschberger Kreisel am Gewerbegebiet den „Kollaps“ voraussagt und derselbe Gutachter zehn Jahre spĂ€ter diesem Kreisel auch mit „Pfenning“-Verkehr noch ein ausreichend attestiert.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich fĂŒr das heddesheimblog und außerdem partei- und fraktionsfreier Gemeinderat.

„Wie bei den Taliban“ – Professor beschimpft „pfenning“-Gegner als Terroristen

Guten Tag!

Heddesheim, 08. September 2010. In der aktuellen Ausgabe des „Wirtschaftsmagazin“ Econo, an dem der Mannheimer Morgen beteiligt ist, beschimpft der Professor Michael Schröder die Gegner der geplanten Pfenning-Ansiedlung mit einem Vergleich. Eine BĂŒrgerversammlung beschreibt er so: „Da ging es zu wie bei den Taliban.“

Von Hardy Prothmann

taliban

Professor Schröder beschimpft Pfenning-Gegner als "Taliban". Quelle: econo

Dr. Michael Schröder ist Professor fĂŒr Transport, Verkehr, Logistik bei der Dualen Hochschule Baden-WĂŒrttemberg in Mannheim. Also ein Logistik-Fachmann.

Die Duale Hochschule arbeitet mit „Partnern“ zusammen, die dort ihre kĂŒnftigen Mitarbeiter theoretisch ausbilden – darunter auch das Unternehmen pfenning logistics GmbH.

Mit dessen GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger trifft sich der Professor Schröder regelmĂ€ĂŸig – bei Kongressen, Info- und Branchenveranstaltungen und vermutlich auch zu anderen Gelegenheiten.

Professor Michael Schröder ist ein Lobbyist der Logistik-Branche.

Vor einem Jahr gab es beispielsweise ein GesprĂ€ch – organisiert von Econo -, an dem die Herren Nitzinger und Schröder teilnahmen und das auf mehreren Seiten abgedruckt wurde. Herr Schröder modierte auch Runden, an den Herr Nitzinger teilnahm.

Man darf deshalb annehmen, dass diese Herren gut bekannt sind. Ob es auch direkte GeschĂ€ftsbeziehungen gibt, also Honorare fĂŒr Dienstleistungen, ist der Redaktion zur Zeit nicht bekannt.

Econo ist eine Wirtschaftspostille, die nichts weiter ist als eine verkappte PR-Schleuder, bei der „Artikel gegen Anzeigen“ verkauft werden (die Redaktion kann dafĂŒr Zeugen benennen, das nur als Hinweis, falls econo AnwĂ€lte zu bemĂŒhen gedenkt).

Zudem sind die Texte ungenau und rechercheschwach – zwei MĂ€ngel, die durchaus das Interesse der Werbekunden bedient, die sicher sein können, immer von ihrer besten Seite dargestellt zu werden. Auch „Pfenning“ wirbt gerne großformatig in dem Blatt. So kostet ausweislich des econo-Mediaplans eine ganzseitge Anzeige rund 3.500 und eine halbseitige 1.900 Euro netto.

In der aktuellen Ausgabe wird der Logistik-Fachmann Michael Schröder zum „schlechten Ruf“ der Logistik interviewt. Econo befragt Herr Schröder darin auch zum Widerstand einer BĂŒrgerinitiative in Heddesheim gegen die geplante „Pfenning“-Ansiedlung.

„BĂŒrgerversammlung: Da ging es zu wie bei den Taliban.“ Prof. Dr. Michael Schröder

Herr Schröder beantwortet die Frage nicht, sondern nutzt die Gelegenheit alle BĂŒrgerInnen, die gegen diese Ansiedlung sind, als „Taliban“ zu beschimpfen, was im allgemeinen Sprachgebrauch der Gleichsetzung mit menscherverachtenden Terroristen verstanden werden darf:

„Ich war auch schon auf einer BĂŒrgerversammlung in Heddesheim. Da ging es zu wie bei den Taliban. Dort waren sich alle einig in ihrer Ablehnung des Unternehmens: „Wir wollen keine Logistik“

Die Redaktion hat eine Anfrage an den Lehrstuhlleiter und die Verwaltung der Dualen Hochschule geschickt und ist gespannt, wie man dort diese Äußerung des Professors bewertet. Auch der Bundesverband Logistik ist fĂŒr eine Stellungnahme angefragt, immerhin ist der Lobbyist Schröder der Regionalsprecher Rhein-Neckar.

Aus meiner Sicht ist es eine Ungeheuerlichkeit ohne Beispiel in der bisherigen Auseinandersetzung zwischen BefĂŒrwortern und Gegnern, dass ein mit dem Unternehmen „verbundener“ Professor glaubt, es sich herausnehmen zu können, den demokratisch legitimen Widerstand von besorgten BĂŒrgerInnen als rĂŒckstĂ€ndige und terroristische Vereinigung abzustempeln.

Zumal der angebliche Fachmann dabei noch falsche Tatsachen unterstellt und sich ironisch Ă€ußert, wer keine Logistik wolle, dĂŒrfe auch nicht mehr zu Aldi fahren oder tanken. Kein vernĂŒnftiger Mensch hat in der Debatte je behauptet, man wolle keine Logistik, sondern nur, dass Heddesheim der falsche Standort dafĂŒr ist und vor allem die angeblichen Segnungen des Ortes durch die Ansiedlung nachgewiesenermaßen nicht eintreffen werden.

Propaganda-Maschine lÀuft.

Dieser Skandal hat noch eine andere Dimension. Zur lĂŒckenhaften, undifferenzierten Berichterstattung des Mannheimer Morgens und anderer Medien zur Sache kommt die „Kampagnenberichterstattung“, durch die deutlich wird, dass der MM keineswegs die Interessen seiner LeserInnen vertritt, sondern die der Anzeigenkunden.

Im Verbund mit einem BĂŒrgermeister Kessler, der mal eben 35.000 Euro fĂŒr ein „Spin-Doctor“-Unternehmen wie die IFOK ausgibt, erhĂ€lt man ein schlagkrĂ€ftiges Propaganda-Trio. Wer angesichts dieser „ZusammenhĂ€nge“ immer noch vermutet, dass das Unternehmen, der BĂŒrgermeister und der angeblich „unabhĂ€ngige“ Mannheimer Morgen eine transparente Informationspolitik betreiben, nun, der glaubt wahrscheinlich auch noch an das Christkind.

Dokumentation: Interview mit Michael Schröder

Die Intransparenz geht weiter – Kessler lĂ€sst BauantrĂ€ge im kleinen Kreis vorstellen

Guten Tag!

Heddesheim, 16. Juli 2010. (red) Am Dienstag, den 14. Juli 2010, fand im „Pflug“ ein Treffen von „Pfenning“ und „Angrenzern“ des geplanten Logistikzentrum statt. Eingeladen hatte BĂŒrgermeister Michael Kessler. Pikant: Die „Angrenzer“ sollten eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung zum „Bauvorhaben“ unterzeichnen – also auch fĂŒr den zweiten Bauabschnitt. Die angeblich bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze haben sich auf 750 reduziert – davon 250 Subunternehmer, die woanders ihre Steuern zahlen. Angeblich sei der Gleisanschluss beantragt – dessen LĂ€rmimmissionen hĂ€tten aber nichts mit dem Bau des Logistikzentrums zu tun.

Wie die Redaktion des heddesheimblogs heute erfahren hat, verlief das Treffen nach Aussage von Teilnehmern wie nachfolgend zusammengefasst. Eine Gegenrecherche war heute nicht mehr möglich.

Der „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger hatte ein paar seiner Leute mitgebracht, außerdem den Architekten GĂŒnter KrĂŒger und stellte ab 19:00 Uhr das Bauvorhaben „Nördlich der Benzstraße“ rund 40 „Angrenzern“, also Gewerbetreibenden auf der „Pfenning“-Seite im nördlichen Gewerbegebiet. Eingeladen hatte der BĂŒrgermeister Kessler, der zwei Mitarbeiter aus dem Bauamt dabei hatte.

Vier BauantrĂ€ge wurden eingereicht, fĂŒr die Hallen, das BĂŒrogebĂ€ude, das Parkhaus (300 PlĂ€tze) und eine Tankstelle. Außerdem werde es einen „Sprinklerturm“ mit 1.000 Liter Fassungsvermögen geben. Die Daimlerstraße solle an der Kreuzung zur Straße „Am Bundesbahnhof“ verbreitert werden.

Der Architekt stellte das Bauvorhaben vor. Demnach sollen die Pkw in Höhe der Siemensstraße/Benzstraße einfahren. Der Brunnenweg soll in der Dimension verdoppelt werden, dort sollen tĂ€glich 250 Lkw ein- und ausfahren, bei Stoßzeiten bis zu 800 Lkw-Bewegungen stattfinden. Die Einfahrtszeit wĂŒrde etwa zwei Minuten betragen.

(Anm. d. Red.: 400 Lkw x 2 Minuten sind 800 Minuten. Somit wĂŒrden tĂ€glich 13,5 Stunden am StĂŒck ein Lkw nach dem anderen einfahren, wenn diese absolut exakt hintereinander einfahren.)

Dagegen richtete sich der Unmut der Versammelten: Schon heute sei die Verkehrssituation unbefriedigend und alle im Gebiet beeintrĂ€chtigt. Ein Teilnehmer rechnete vor, dass die LagerflĂ€che in VerhĂ€ltnis zur Wirtschaftlichkeit gesetzt an die 800 Lkw regelmĂ€ĂŸig an- und abfahren mĂŒssten, sonst wĂŒrde sich das nicht rechnen.

Architekt KrĂŒger meinte, das sei heute kein Thema, es ging nur um die Vorstellung der PlĂ€ne.

Innerhalb des GelĂ€ndes könnten bis zu 50 Lkw parken, die vor allem nachts eintreffen wĂŒrden, andere Lkw mĂŒssten die nĂ€chsten RaststĂ€tten anfahren. Der Be- und Entladebetrieb solle zwischen 06:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr stattfinden.

Der Antrag auf einen Gleisanschluss sei gestellt worden. Es werde drei Zeitfenster fĂŒr ZĂŒge mit 18 Waggons geben: 08:-09:00 Uhr, 13:-14:00 Uhr und 18:-19:00 Uhr. Diese dĂŒrften mit maximal 20 Stundenkilometern einfahren. Am selben Tag soll es ein GesprĂ€ch im RegierungsprĂ€sidium gegeben haben.

Kritisiert wurde, dass der Gleisanschluss nicht Teil des gesamten Bauvorhabens sei – die LĂ€rmimmissionen des Zug- und Rangierverkehrs seien nicht berĂŒcksichtigt.

Daraufhin sei gesagt worden, dass man diese Immissionen nicht dazurechnen könne, weil der Bauantrag noch nicht eingereicht sei und auch nicht Teil des Bebauungsplanentwurfs sei. Allgemeines GelÀchter soll die Reaktion gewesen sein.

Weiter hieß es, eine ĂŒberdachte Anbindung der ZĂŒge (zur LĂ€rmdĂ€mmung) sei feuerwehrtechnisch nicht zulĂ€ssig. (TatsĂ€chlich fahren am Viernheimer Standort ZĂŒge in die Lagerhalle ein, wo sie ent- und beladen werden.)

Architekt KrĂŒger meinte, es habe keine gravierenden Änderungen zwischen dem Entwurf der ersten und jetzt der zweiten Offenlage gegeben, woraufhin Nitzinger intervenierte und meinte, doch, es wĂŒrden nur 12 Meter hohe Hallen gebaut werden. Der Entwurf behĂ€lt sich aber 18 Meter vor. Auf Nachfrage, ob definitiv keine 18 Meter gebaut wĂŒrden, soll Nitzinger eine Antwort schuldig geblieben sein.

Die Zahl der ArbeitsplĂ€tze solle nun bei 750 liegen, davon 250 Subunternehmer. Von den restlichen 500 seien 130 BĂŒrokrĂ€fte. HauptsĂ€chlich wĂŒrden Retouren abgewickelt, trotzdem gebe es ein Chemielager von 40.000 Quadratmetern LagerflĂ€che der Gefahrenklasse III nach 12. BImSchGV 9a und 9b.

(Anm. d. Red.: ZunĂ€chst sollten nach den Recherchen des heddesheimblogs noch gefĂ€hrlichere Stoffe eingelagert werden. Auf öffentlichen Druck hin hatte Pfenning sich selbst beschrĂ€nkt. Trotzdem bleibt es ein Gefahrgutlager. Zwar soll der Firmensitz der „Pfenning“-Gruppe nach Fertigstellung der Baumaßnahme nach Heddesheim verlagert werden – die Firmensitze fĂŒr ein Drittel der ArbeitskrĂ€fte werden aber woanders sein. 2009 war zunĂ€chst immer von „bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tzen“ die Rede. Recherchen des heddesheimblogs hatten dies widerlegt.)

Außerdem habe man Solaranlagen fĂŒr 30.000 Quadratmeter beantragt. Die Bauzeit solle zwei Jahre betragen.

Die Teilnehmer waren mit einem Brief angeschrieben worden. Anbei eine ErklĂ€rung, dass sie mit dem „Bauvorhaben“ einverstanden seien. Pikant: Eine Unterzeichnung des Bauvorhabens wĂ€re eine EinverstĂ€ndniserklĂ€rung fĂŒr Bauabschnitt I und II. Vom zweiten Bauabschnitt aber „ist noch ĂŒberhaupt keine Rede“, hatte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Nitzinger immer wieder betont: „Das sei nur eine Option.“

Mehrere Teilnehmer sagten: „Die halten uns anscheinend fĂŒr völlig bescheuert, wenn die glauben, dass wir den Trick nicht bemerkt hĂ€tten.“

Der Gemeinderat hat bislang weder Kenntnis Inhalt der BauantrĂ€ge noch von diesem Treffen und war dazu auch nicht eingeladen. BĂŒrgermeister Kessler hatte die Öffentlichkeit am 24. Juni 2010 lediglich darĂŒber informiert, dass „Pfenning“ „einen umfangreichen Bauantrag eingereicht hat“.

„Fakten“ als „Auftrag“? Die Berichterstattung des MM

Guten Tag!

Heddesheim, 06. MĂ€rz 2010. Die Berichterstattung des Mannheimer Morgen (MM) in Sachen „Pfenning“ ist weitgehend frei von Recherche und Fakten. Das Ă€ndert sich auch nicht, wenn der MM dann mal „recherchiert“. Denn die Zeitung tut nur so, als ob.

Von Hardy Prothmann

Der Mannheimer Morgen berichtete am 04. MĂ€rz unter der ÃƓberschrift: „Gleis: „PrĂŒfung“ oder „Zusage“ – oder beides?“ ĂŒber Fragen der Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen zum angeblich geplanten Gleisanschluss an das geplante Logistikzentrum „Pfenning“:
„An dieser Machbarkeit meldeten die GrĂŒnen erhebliche Zweifel an. Dagegen hatte das Logistikunternehmen im Vorfeld mehrfach, u. a. in einem „MM“-Interview im Mai 2009, versichert: „Die Zusage der Bahn gibt es.“

0410pfenning

Dokumentation: Die "GefÀlligkeitsberichterstattung" geht weiter unter dem Deckmantel von "Recherche". Quelle: MM

Hintergrund: Die GrĂŒnen hatten beantragt, das Bebauungsplanverfahren so lange auszusetzen, bis es Klarheit ĂŒber einen realistischen, zeitnahen Gleisanschluss gibt (siehe unseren Bericht).

Weiter berichtet die MM-Redakteurin Anja Görlitz ĂŒber ihre RecherchebemĂŒhungen:
„Auf eine erste Anfrage des „MM“ bei der Bahn im vergangenen Jahr hatte es geheißen: „Keine Auskunft zu Kundenbeziehungen.“ Auf unsere erneute Nachfrage in dieser Woche, ob der Gleisanschluss an der geplanten Stelle möglich ist, antwortete nun ein Sprecher: „Die technische und betriebliche Machbarkeit sind zurzeit noch in der PrĂŒfung.“ Allerdings sei man „mit der entsprechenden Firma (Pfenning, d. Red) in guten VerhandlungsgesprĂ€chen“ und selbst „an der Entwicklung des Gleisanschlusses interessiert“.“

Der MM bleibt hartnĂ€ckig und will es wissen. Die Recherchethese lautet: „PrĂŒfung“ ist aber eben nicht gleich „Zusage“. Widerspricht die Bahn-Auskunft also den bisherigen Aussagen des Logistikunternehmens?“

Recherchethese: Kein Widerspruch!

Der MM ĂŒberprĂŒft seine These und fragt nach – bei „Pfenning“, wo sonst?:
„Der „MM“ hat bei „Pfenning“ um Stellungnahme gebeten. „Es gibt keinen Widerspruch“, sagte daraufhin Pfenning-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger gestern. Offiziell habe die Bahn noch keinen „unterschriebenen Planungsauftrag“, dementsprechend antworte ein „offizieller“ Pressesprecher auf eine „offizielle“ Presseanfrage nur mit dem, „was Fakt ist“.“

„Fakt ist“ nach dem Bericht die Aussage, dass es eine PrĂŒfung gibt. Das allerdings ist nur die EinschĂ€tzung der „Fakten“ zu einer Aussage eines „offiziellen Pressesprechers“ zu einer „offiziellen Presseanfrage“. (Die Frage, ob es auch „inoffizielle Pressesprecher“ und „inoffizielle Presseanfragen“ gibt, lĂ€sst der MM unbeantwortet, Anm. d. Red.)

Zur Absicherung der Recherche bemĂŒht der MM einen SachverstĂ€ndigen – den GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unternehmensgruppe „Pfenning“, Uwe Nitzinger:
„Aus der fĂŒr den Gleisanschluss zustĂ€ndigen Fachabteilung habe man aber die klare Aussage „Ja, das geht“, so Nitzinger. „Die grundsĂ€tzliche Machbarkeit ist gegeben, jetzt geht es um die Detailplanung.“

„Pfenning“: Frage beschĂ€ftigt uns nicht!

„Ja, es geht also“, transportiert der Bericht des MM. Doch was, wenn aus einem „es geht“ ein „es geht nicht“ wird? Der MM hakt nach:
„Auf die Frage, ob „Pfenning“ gegebenenfalls auch ohne Gleisanschluss nach Heddesheim kĂ€me, antwortete der GeschĂ€ftsfĂŒhrer: „Mit dieser Frage beschĂ€ftigen wir uns nicht. Wir haben nirgendwo ein Signal bekommen, dass sich an der Machbarkeit des Anschlusses etwas geĂ€ndert haben sollte.“

Na dann. Soll wohl heißen, „Machbarkeit=100 Prozent Realisierung“. Da sich die Firma „Pfenning“ nicht mit der Frage beschĂ€ftigt, stellt der MM auch weitere Fragen ein und lĂ€sst nochmals den Experten Nitzinger ran, wenn auch ĂŒberwiegend in indirekter Rede:
„Derzeit wĂŒrden in Viernheim im Jahresdurchschnitt 15 bis 20 Waggons tĂ€glich ĂŒber die Schiene angenommen. „Im Sommer mehr, im Winter weniger“, so Nitzinger. Platz-KapazitĂ€t bestehe am derzeitigen Standort, um dreimal tĂ€glich neun Waggons zu stellen. Im Sommer erreiche man zuweilen mehr als das Maximum dessen, was demnach ĂŒber das Gleis abgewickelt werden könne. Mit der geplanten Erhöhung der Stellmöglichkeit auf 18 Waggons in Heddesheim wolle man diese „Spitzen bewĂ€ltigen“ und ĂŒberdies die Möglichkeit haben, neue, „gleis-affine“ Kunden zu gewinnen.“

In der nĂ€chsten Folge der Rechercheserie erklĂ€rt der MM dann sicherlich auch, warum die Aussage „Sommer mehr, Winter weniger“ auf die Lieferung von Waschmitteln (der Hauptkunde, der ĂŒber die Bahn „Pfenning“ beliefert, ist Henkel) zutrifft. Wahrscheinlich, weil im Sommer mehr geschwitzt wird als im Winter und deshalb mehr gewaschen und deshalb mehr Waschmittel benötigt wird, oder so.

Was der MM leider nicht recherchiert hat.

Schade nur, dass der MM bei seiner Recherche ĂŒbersehen hat, dass ein anderes Medium die Frage zur „Machbarkeit“ bereits am 09. Mai 2009 beantwortet hat. Damals sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der „Pfenning“-Gruppe, Uwe Nitzinger, dass die Verhandlungen mit der Bahn „in trockenen TĂŒchern seien“.

Konkret hießen die Fragen und Antworten damals in unserem Interview am 09. Mai 2009: (Unterhalb des „Pfenning“-Lkw-Bildes im Interview)
Wie steht es mit den Verhandlungen mit der Bahn? Dauern die an oder stehen Sie vor einem Abschluss?
Nitzinger: „Die sind in trockenen TĂŒchern. Die Bahn hat da ganze Arbeit geleistet. Sie können sich vorstellen, wie kompliziert eine Lösung ist, wenn Sie wissen, dass immer nur kurze Zeitfenster bleiben, um die ZĂŒge auf die Strecke zu bringen, weil auf der Linie der ICE entlang rauscht. Wir werden drei Gleise haben, eins zu den Hallen, eins fĂŒr die leeren Waggons und eins fĂŒr die Loks zum Rangieren.“

Wer bezahlt das und wie teuer ist der Bau?
Nitzinger: „Wir. Das kostet uns rund 2,5 Millionen Euro.“

Immerhin hatte Pfenning schon vier Monate vor dem Gemeinderatsbeschluss zur Ansiedlung Anfang 2009 diesen Gleisanschluss bei der Bahn im September 2008 „prĂŒfen“ lassen.

Wieso heute, fast eineinhalb Jahre spĂ€ter, die „PrĂŒfung“ immer noch „lĂ€uft“ und anscheinend nichts „in offiziellen trockenen TĂŒchern“ ist, beantwortet der MM-Artikel nicht.

Das war auch nicht die Aufgabenstellung. Die hieß vermutlich, als Botschaft zu verbreiten: „Zweifel? Keine! Die Zusage gibt es!“

Heute vor einem Jahr wurde die geplante „Pfenning“-Ansiedlung öffentlich. Ohne Notausgang.

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar, Heddesheim, 04. Februar 2010. „Pfenning investiert 100 Millionen Euro.“ +++ „Sie sehen einen glĂŒcklichen BĂŒrgermeister.“ +++ „Jetzt erst recht: Pfenning investiert.“ +++

Heute vor einem Jahr ĂŒberschlugen sich die positiven Meldungen der Lokalpresse zur geplanten Ansiedlung der Unternehmensgruppe „Pfenning“ in Heddesheim.

Karl-Martin Pfenning und BĂŒrgermeister Michael Kessler informierten auf einer Presse-Konferenz ĂŒber das Projekt.

Ein Jahr spĂ€ter ist die anfĂ€ngliche Begeisterung vielen Zweifeln gewichen. Statt Superlativen herrscht ErnĂŒchterung.

BĂŒrgermeister Kessler und eine kleine Mehrheit im Gemeinderat sind trotzdem immer noch entschlossen, „ihr Ding durchzuziehen“.

Von Hardy Prothmann

Vor einem Jahr war fĂŒr Michael Kessler die Welt noch in Ordnung.

Gemeinsam mit dem Fuhrunternehmer Karl-Martin Pfenning gibt der BĂŒrgermeister der kleinen, nordbadischen Gemeinde eine Pressekonferenz.

Der Inhalt: Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ will angebliche 100 Millionen Euro in Heddesheim fĂŒr ein neues Logistikzentrum investieren.

Nicht 90, 95, 105, 103. Sondern genau: 100 Millionen. Das klingt einfach… gut.

Beide MÀnner zeigen sich zuversichtlich. Keiner der umzusiedelnden 650 ArbeitsplÀtze gehe verloren. Im Gegenteil. Insgesamt bis zu 1000 ArbeitsplÀtze seien geplant.

Herr Pfenning fĂŒhlt sich „willkommen“.

Herr Kessler wird zitiert: „Wir sind stolz, so ein großes und bedeutendes mittelstĂ€ndisches Familienunternehmen fĂŒr Heddesheim gewonnen zu haben.“

Kessler: Rundum glĂŒcklich.

Am nĂ€chsten Tag berichtet der Mannheimer Morgen (MM): „Sie sehen einen insgesamt rundum glĂŒcklichen BĂŒrgermeister“, freute sich das Ortsoberhaupt.“ Berichterstatterin ist Anja Görlitz. Die MM-Redakteurin betreut Heddesheim. Sie berichtet ausgiebig ĂŒber Feste und Veranstaltungen und schreibt mehr oder weniger zutreffend auf, was im Gemeinderat verhandelt wird.

(Anm. d. Red.: Links auf Artikel aus dem MM funktionieren eventuell nur mit Zugang ĂŒber Benutzername und Passwort. Ein tagesaktuelles Passwort finden Sie in der Tagesausgabe der Zeitung.)

Frau Görlitz berichtet weiter zum Thema: Sie schreibt alles auf, was ihr BĂŒrgermeister Kessler und das Unternehmen Pfenning sagen. Eine Recherche ihrerseits findet nicht statt. Das ist typisch fĂŒr viele Lokaljournalisten. Sie haben oft keine Zeit und schon gar nicht den Mumm, den Dingen nachzugehen. Am Sachverstand mangelt es sowieso.

Am 17. Februar 2009 veröffentlicht der MM einen Artikel von Frau Görlitz, in dem sie schreibt: „Denn bevor der erste Spaten in die Erde gehen kann, gilt es, ein paar bĂŒrokratische HĂŒrden zu nehmen. Los geht’s wie immer mit der Aufstellung eines Bebauungsplans. Den entsprechenden Aufstellungsbeschluss können die RĂ€te in der Sitzung fassen – und gleich darauf den Auftrag fĂŒr die Planungsleistungen vergeben.“

Das liest sich, als wĂŒrde Frau Görlitz ĂŒber einen Klassenausflug schreiben: „Los geht’s.“

Frau Görlitz schreibt in diesem Stil aber auch ĂŒber Vereinsfeste, Kirchenveranstaltungen oder Sportwettbewerbe. Das bei einem Bauprojekt dieser Dimension niemand einen „Spaten“ in die Hand nehmen wird, mĂŒsste auch ihr klar sein. Doch das ist egal. Es geht ums „Bild“, um die in Szene gesetzte Formulierung. Es geht darum, „was Nettes zu schreiben“.

Frau Görlitz ist eine nette Frau, nett anzuschauen und sie schreibt nett. Frau Görlitz ist einfach so nett, dass man sie auch ganz nett „gebrauchen“ kann.

Frau Görlitz schreibt spĂ€ter auf, dass der Bund der SelbststĂ€ndigen „BdS“ eine Arbeitsgruppe zur geplanten Ansiedlung gebildet hat. Das Ergebnis: Es gibt Fragen: „Was bringt Pfenning der Gemeinde?“

Viele Fragen – Antworten spĂ€ter.

In diesem Artikel heißt es:
Bedenken bereiten der Arbeitsgruppe offenbar auch das Verkehrsaufkommen – sowohl im Gewerbegebiet als auch im Ortskern – und die Frage, wo der „ruhende Verkehr“ rund um das neue FirmengelĂ€nde Platz hat.

„Das sind viele Fragen“, bemerkte der BĂŒrgermeister. Einige seien zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zu klĂ€ren, da das Planungsverfahren gerade angefangen habe. Sachgerechte Antworten könnten erst auf Basis der dabei zu erstellenden Gutachten gegeben werden. Am 21. April bestehe dazu im Rahmen der „frĂŒhzeitigen BĂŒrgerbeteiligung“ Gelegenheit.“

Anfang April findet die Heddesheimer Bevölkerung einen Flyer der „IG neinzupfenning“ in den BriefkĂ€sten. Bis zu 80.000 Lkws könnten durch den Ort fahren. „Wahnsinn.“

Die „Arbeitsgruppe“ im BdS spaltet sich. Die BdS-Leitung ist fĂŒr „Pfenning“ – andere Mitglieder dagegen.

Die „BĂŒrgerbeteiligung“ am 21. April 2009 gerĂ€t zur Farce. Herr Kessler und die „Pfenning“-Unternehmensleitung machen aus der „BĂŒrgerbeteiligung“ eine „Road-Show“.

Bis zu 1000 ArbeitsplĂ€tze, Gewerbesteuereinnahmen in „betrĂ€chtlicher Höhe“, „Traditionsunternehmen“, „Treue zur Region“… Hier wird ĂŒber alles geredet – nur nicht ĂŒber die Frage, ob ein Ort, der durch viele Landes- und Kreisstraßen vom Verkehr „umzingelt ist“ (Fritz Kuhn), solch eine Ansiedlung verkraften kann.

100-Millionen-Euro-Kessler?

Ich stelle dem BĂŒrgermeister auf dieser Veranstaltung eine Frage: „Herr Kessler, kann es sein, dass Sie mit diesem Projekt der 100-Millionen-Euro-Kessler werden wollen?“

Herr Kessler sagt viele „Ähs“. Eine Antwort gibt er nicht.

Eine gute Woche spĂ€ter startet das heddesheimblog als „Presseschau“. Ich recherchiere zum Unternehmen „Pfenning“ im Archiv des MM und werde ĂŒberraschend fĂŒndig: Negative Schlagzeilen und Berichte zuhauf. Ich fasse die Berichte zusammen und veröffentliche sie auf „blogger.de“.

Kurze Zeit spĂ€ter muss ich diesen und weitere Texte „umziehen“, weil die blogger.de-Seiten aufgrund vieler Zugriffe immer wieder zusammenbrechen. Ich habe keine Werbung fĂŒr diese Texte gemacht – die Menschen finden sie ĂŒber Google oder Mund-zu-Mund-Propaganda.

Mein Interesse ist geweckt. Ich spĂŒre, dass die Heddesheimer Bevölkerung andere Nachrichten will, als die, die im Mannheimer Morgen und im Mitteilungsblatt stehen.

Es ist Mai. In fĂŒnf Wochen sind Gemeinderatswahlen.

Ich bin einer von 88 Bewerbern um einen von 22 Gemeinderatssitzen fĂŒr den Heddesheimer Gemeinderat. Auf der Liste der FDP. Als parteiloser Kandidat.

Gemeinderatswahl: GrĂŒne gewinnen 100 Prozent hinzu.

Meine kĂŒnftigen Schwiegereltern haben mich im Dezember 2008 gefragt, ob ich mich zur Wahl stellen wĂŒrde. Ein ehrenamtliches Engagement konnte ich mir vorstellen. Ich stimmte unter der Bedingung zu,  kein FDP-Mitglied werden zu mĂŒssen.

Die FDP will mich gerne – studiert, Journalist, 42 Jahre (senkt den Altersschnitt) und setzte mich auf Platz 11: „Damit sehen Sie, wie viel wir von Ihnen halten“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring schmeichelnd.

Die FDP hatte drei Sitze und wollte einen dazu gewinnen. Das hieß: Ich war unverdĂ€chtig, eine Chance auf einen Sitz zu haben. Seit fĂŒnf Jahren lebe ich in Heddesheim, bin in keinem Verein Mitglied, habe ein BĂŒro in Mannheim. 100-200 Stimmen wĂ€ren ein Erfolg.

Am 07. Juni 2009 gewinne ich mit 1.493 Stimmen die Liste der FDP.

http://www.dietermatz.homepage.t-online.de/gemeinderat/gemeinderat.htm, die mit der „Pro-Pfenning“-BdS-Vorsitzenden Nicole Kemmet familiĂ€r verbunden ist.

Nicole ist die Schwiegertochter von Ingrid. Ingrid tritt nach der Wahl in die FDP ein und hat bis heute ungefĂ€hr drei bis vier SĂ€tze im Gemeinderat gesagt. Außerdem ist sie befangen. Ein Familienmitglied ist Grundbesitzerin auf dem GelĂ€nde der geplanten Pfenning-Ansiedlung.

Frank Hasselbring und Ingrid Kemmet wĂ€hlen sich gegenseitig in die FraktionsfĂŒhrung und in die AusschĂŒsse. Ich informiere den BĂŒrgermeister Kessler, dass ich kĂŒnftig ein freies Mandat wahrnehme.

WĂ€hrenddessen recherchiere und berichte ich weiter.

Heddesheim wird radikal.

Erste Anfeindungen wegen dieser Berichte werden spĂŒrbar.

Dann kommt es zu körperlichen ÃƓbergriffen – spĂ€ter zu „gemeingefĂ€hrlichen Straftaten„.

Irgendwann im Juni 2009 reift bei mir die Idee, aus dem heddesheimblog eine lokal-regionale Informationsplattform zu machen.

Die Grundlage fĂŒr dieses „GeschĂ€ftsmodell“: Die lokale Presse ist ĂŒberwiegend unfĂ€hig oder schlimmer – betreibt eine klare „Klientelberichterstattung“.

Auf der anderen Seite gibt es viele kritische BĂŒrger. Vom Jugendlichen bis zum „Greis“, die echte Nachrichten, recherchierte Informationen suchen und wollen.

Mittlerweile ist das heddesheimblog ein Begriff. Die kritische Berichterstattung und die Flyer der „IG neinzupfenning“ halten das Thema der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung hoch.

Auf den Plan tritt die IFOK.

Ausputzer IFOK soll die öffentliche Meinung richten.

Die IFOK ist ein „Ausputzer“- Unternehmen. So eine Art „Feuerwehr“ fĂŒr in Not geratene Politiker, in diesem Fall dem BĂŒrgermeister Michael Kessler, der schon lange nicht mehr „glĂŒcklich“ dreinschaut.

35.000 Euro muss der BĂŒrgermeister dafĂŒr bezahlen, dass die IFOK seine Sturheit, Arroganz und fehlende KommunikationsfĂ€higkeit einigermaßen wieder in Ordnung bringt. Der BĂŒrgermeister muss bezahlen? Nein. Der Steuerzahler, der mit seinem eigenen Geld beeinflusst werden soll.

Die IFOK startet einen „Dialog“ zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung.

Was die IFOK zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Sie wird damit kein Geld verdienen.

Denn der BĂŒrgermeister Kessler tappt von FettnĂ€pfchen zu FettnĂ€pfchen und die IFOK muss als „Ausputzer-Truppe“ mehr arbeiten als kalkuliert.

Was die IFOK ebenfalls nicht auf dem Schirm hatte: das heddesheimblog.

Investigativ berichten wir darĂŒber, dass „Pfenning“ ein riesiges Chemielager plant. Dass die weder genehmigten noch gebauten Hallen schon zu der Zeit, als die BĂŒrger „frĂŒhzeitig“ informiert werden, vermarktet werden.

Gleichzeitig ist Bundestagswahlkampf. Die OrtsverbĂ€nde der Parteien sind komplett ĂŒberfordert und proben den Aufstand: Einerseits wird Wahlkampf gemacht, andererseits will der SPD-Ortsvorsitzende JĂŒrgen Merx nicht fotografiert werden.

Vollkommen verblödet kommt es zu absurden Szenen.

Die Wahl entscheidet.

Die SPD verliert bundesweit dramatisch an Bedeutung. Die GrĂŒnen gewinnen. Noch mehr die Klientelpolitik der FDP. Die CDU kommt auf Bundesebene davon.

Im Juni hat die CDU in Heddesheim dramatisch verloren. Ebenso die SPD und die FDP. Nur die GrĂŒnen haben sich verdoppelt. Innerhalb von wenigen Monaten steht die politische Welt Kopf – vor allem in Heddesheim.

Die Verletzungen schmerzen, CDU und SPD lecken die blutenden Wunden und wollen nicht einsehen, dass sie Verlierer sind.

Sie wollen ihre „Ehre“ retten – indem sie sich stur „durchsetzen“. Dabei weiß man im ganzen Dorf, dass niemand mehr mit der „Pfenning“-Entscheidung glĂŒcklich ist.

Irgendein Dummkopf glaubt, er könne die Berichterstattung des heddesheimblogs durchlöchern, indem er ein Nagelbrett vor den Reifen eines Autos legt.

Die wahren Gewinner sind die HeddesheimerInnen.

Heddesheimer Öffentlichkeit wird mehr und mehr politisch.

Im September verdreifachen sich die Seitenzugriffe auf das heddesheimblog. Die Menschen in Heddesheim informieren sich bei dem neuen Medium.

Es wird viel diskutiert: Nicht nur ĂŒber „Pro und Kontra“ „Pfenning“, sondern auch ĂŒber „Pro und Kontra“ heddesheimblog.

Die „Pro-Pfenning“-Gruppe glaubt, durch eine Diskussion ĂŒber das heddesheimblog vom Thema ablenken zu können. „Wenn Pfenning durch ist, ist das blog tot“, so die einhellige Meinung.

Die BĂŒrgerbefragung, ob die Heddesheimer „Pfenning“ wollen oder nicht, geht 50,35 Prozent zu 49,65 Prozent aus. Also eigentlich 50:50. Doch 40 Stimmen mehr reichen dem BĂŒrgermeister Kessler und seiner kleinen Mehrheit im Gemeinderat aus, eine „politische Bewertung“ fĂŒr „Pfenning“ anzunehmen. „Die BĂŒrger“ wollen demnach bis zu 1000 Lkw-Bewegungen mehr pro Tag im Ort.

Das Dorf leidet immer mehr unter der geplanten Ansiedlung.

Gute Nachbarn sind zerstritten. Reden kein Wort mehr miteinander. „Pfenning“ beschĂ€ftigt alle. Meist negativ. Irgendetwas „Konstruktives“ ist kein Thema.

Nur noch „Pro“ oder „Kontra“. Bist du dafĂŒr oder dagegen? Bis du Freund oder Feind? Die Stimmung in Heddesheim verlĂ€sst die Argumentationsebene. Es geht tatsĂ€chlich um existenzielle Fragen.

Der Meister aller BĂŒrger, der BĂŒrgermeister Kessler lĂ€sst ĂŒber einen „Umlegungsausschuss“ abstimmen. Die Abstimmung lĂ€uft nicht so, wie er das geplant hat.

Herr Kessler wird immer weniger respektiert. DafĂŒr ist er selbst verantwortlich. Sein Verhalten wird immer öfter in Frage gestellt. Durch BĂŒrger in der Gemeinderatssitzung. Sie stellen Fragen: Zum wichtigsten Thema. Dem Verkehr.

Kessler bemĂŒht sich – nachweislich nicht um Verkehrsberuhigung.

Herr Kessler beteuert, „wir haben unzĂ€hlige Versuche unternommen“.

Als eine wichtige Verkehrsachse getrennt wird, die BrĂŒcke nach Viernheim, bietet sich eine Chance.

Doch die Gemeinde Heddesheim und ihr Chef BĂŒrgermeister Kessler zeigen sich unfĂ€hig, schnell fĂŒr eine ordentliche Beschilderung zu sorgen, die den Schwerlastverkehr aus dem belasteten Ort raushĂ€lt.

Herr Kessler bestĂ€tigt damit den Zweifel vieler BĂŒrger, das er es nicht „ehrlich meint“.

Doch das ist nur eine Ansichtssache.

Tatsache ist, dass Herr Kessler im Dezember behauptet hat, unzureichend informiert gewesen zu sein. Das Amt fĂŒr Straßen- und Verkehrswesen in Bensheim (ASV) behauptet das Gegenteil.

LĂŒgt BĂŒrgermeister Kessler?

Die Frage ist: Wer lĂŒgt? Die Sachlage spricht dafĂŒr, dass Herr BĂŒrgermeister Kessler der LĂŒgner ist.

Doch das ist nur eine Vermutung. Entscheiden könnte das nur eine Untersuchung.

UnabhÀngig davon muss man feststellen, dass Herr Kessler immer mehr in Not kommt.

Er ist schon lange nicht mehr „Herr des Verfahrens“.

Die von ihm „glĂŒcklich“ geplante Ansiedlung verzögert sich zusehends.

Die BĂŒrgerbefragung ging denkbar knapp aus, trotz IFOK.

Die Einrichtung eines Umlegungsausschusses verlief anders als von ihm geplant.

Die Gemeinde Hirschberg hat ihre Zweifel angemeldet.< /p>

Mit Sicherheit wird gegen den Bebauungsplanvorentwurf geklagt werden.

„Pfenning“-Argumente schwinden.

DarĂŒber hinaus ist lĂ€ngst klar, dass sein „Gewerbesteuerargument“ haltlos ist.

Die angeblichen ArbeitsplÀtze sind nur Annahmen.

Herrn BĂŒrgermeister Kessler gehen die Argumente aus. Gleichzeitig verliert er als Leiter des Gemeinderatsgremiums seine SouverĂ€nitĂ€t, indem er diese den demokratisch gewĂ€hlten Mitgliedern abspricht.

Herr BĂŒrgermeister Kessler ist ein Mann, dem die Dinge entgleiten.

DafĂŒr ist er selbst verantwortlich.

Weil er sich ein Umfeld geschaffen hat, das ihm dienlich sein sollte.

Herr Kessler ist kein sonderlich intellektueller Mensch und hat nicht verstanden, dass Diener keine guten Ratgeber sind.

Herr Kessler und sein „dienstbares“ Umfeld. AbhĂ€ngigkeiten allerorten.

Den Dienern fehlt die Kompetenz der Kritik.

So ist seine 1. Stellvertreterin, Frau Ursula Brechtel (CDU), Leiterin der VHS in Heddesheim. Eine gelernte Hauswirtschaftsfrau. Angeblich handelt es sich bei ihrer „Aufgabe“ um eine „ehrenamtliche TĂ€tigkeit“.

Durch die Angeblichkeit wird eine AbhĂ€ngigkeit verschleiert, die woanders 400-Euro-Job heißt.

Die Frauen der GemeinderĂ€te JĂŒrgen Merx und JĂŒrgen Harbarth (beide SPD) sind bei der Gemeinde beschĂ€ftigt.

Der Gemeinderat Dieter Kielmayer (CDU) ist 1. Kommandant der Feuerwehr, sein Stellvertreter ist JĂŒrgen Merx (SPD), Fraktionschef der arg gebeutelten „Arbeiterpartei“. Ihr „Chef“ ist BĂŒrgermeister Michael Kessler.

Der Gemeinderat Reiner Lang (SPD) nimmt als Architekt AuftrĂ€ge der Gemeinde entgegen – aus Not oder aus GefĂ€lligkeit? Beides wĂ€re nicht in Ordnung. Es gibt GerĂŒchte, dass Herr Lang seinen Job nicht kann.

Der CDU-Gemeinderat Martin Kemmet ist ĂŒber vielfĂ€ltige verwandtschaftliche Beziehungen im wahrsten Sinne des Wortes in Heddesheim „eingebunden“. Zwar stellt er sich als einziger CDU-Gemeinderat gegen „Pfenning“ und wird damit zum „Feigenblatt“ der CDU. Doch vielen Beobachtern erscheint er auch feige, weil er sich so gut wie nie Ă€ußert. Hat er Angst vor Konsequenzen?

Der Gemeinderat Volker Schaaf (CDU) ist befangen, weil in der Familie Grundbesitz auf dem „Pfenning“-GelĂ€nde gehalten wird.

Der Gemeinderat Frank Hasselbring „duzt“ sich mit dem „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer  Uwe Nitzinger. Ebenso wie der frĂŒhere FPD-Gemeinderat Prof. Dr. Hans Bauer. Scheinbar sind sie gute Freunde. Die FDP-GemeinderĂ€te sind ohne Wenn-und-Aber fĂŒr die geplante Ansiedlung.

Mehr oder weniger „unverdĂ€chtig“ in Sachen „Beziehungen“ sind nach Informationen des heddesheimblogs nur die „Pro-Pfenning“-GemeinderĂ€tin Karin Hoffmeister-Bugla sowie die GemeinderĂ€te Hans Siegel und Rainer Hege.

Und: Der SPD-Gemeinderat Michael Bowien, alle GemeinderĂ€te der GrĂŒnen (6) und ich sind gegen diese geplante Ansiedlung. Das macht zusammen acht GemeinderĂ€te.

Hinzu kommt Martin Kemmet, der sich auch gegen die Ansiedlung stellt – aber so gut wie kein Wort im Gemeinderat sagt. Macht neun Gegner.

Der Gemeinderat hat 22 Stimmen plus die des BĂŒrgermeisters, also 23.

Zwei GemeinderĂ€te sind befangen (Kemmet und Schaaf). Der Gemeinderat Walther Gerwien (CDU) fehlt seit Monaten krankheitsbedingt – angeblich hat der hauptberuflich in Heddesheim stationierte Polizist ein „Burn-Out-Syndrom“. Warum auch immer.

Die Entscheidungslage ist demnach 11: 9 im Gemeinderat. Eine 10:10-Entscheidung wĂŒrde die geplante Ansiedlung sofort stoppen. Denn eine nicht erreichte Mehrheit wĂŒrde das Aus fĂŒr „Pfenning“ bedeuten.

Angeblich sollen mindestens zwei oder drei der „Pro“-GemeinderĂ€te massive Zweifel an der geplanten Ansiedlung haben.

Wie kommt man aus der Misere raus?

Eine geheime Abstimmung wĂ€re fĂŒr alle die probable Chance, das „Problem“ los zu werden.

Die Heddesheimer dĂŒrfen sich ĂŒberraschen lassen, ob dieser „elegante“ Weg des Ausstiegs genutzt werden wird.

Denn die Argumente fĂŒr die Ansiedlung werden immer schmaler. Klar scheint zu sein: Der BĂŒrgermeister will der 100-Millionen-Euro-Kessler werden.

Damit hĂ€tte der „Mischel“ seinen Vater, Fritz Kessler, ehemaliger BĂŒrgermeister der Gemeinde, ĂŒberwunden.

Damit hĂ€tte der Sohn den Vater-Komplex zumindest der Form halber ĂŒberwunden.

Fritz Kessler hat dem Platz, an dem der Sohn Michael residiert, den Namen gegeben.

Fritz Kessler war ein umstrittener, aber in der Erinnerung geachteter BĂŒrgermeister.

Fritz Kessler hat der Gemeinde nicht sehr schöne und aus heutiger Sicht stÀdtebaulich indiskutable HochhÀuser gebracht.

Fritz Kessler hat auch den Badesee und das Sportzentrum installiert – die einzigen Attraktionen Heddesheims.

Fritz Kessler hat damit Heddesheimer Geschichte geschrieben. FĂŒr teuer Geld, weil es niemanden gibt, der daraus ein GeschĂ€ft macht. Sondern nur tumbe Vereinsvorsitzende, die noch mehr Geld fordern.

Michael Kessler vs. Fritz Kessler.

Michael Kessler will aus dem Schatten seines Vaters heraustreten. Als 100-Millionen-Euro-Kessler.

Michael Kessler kann als Prestige-Objekt kein Schwimmbad mehr bauen. Das hat sein Vater gemacht. Der Sohn kÀmpft mit den Kosten.

Michael Kessler will selbst ein „leuchtendes Beispiel“ sein.

Michael Kessler hat leider nicht die intellektuelle FĂ€higkeit zu begreifen, dass, wo Licht, auch Schatten ist.

Michael Kessler wird als „Feind der Pressefreiheit“ in die Geschichte Heddesheims eingehen. Das ist vielfĂ€ltig belegt.

Michael Kessler ist nicht zu beneiden: Was er auch tut. Es wird ihm oder anderen „weh“ tun.

Michael Kessler ist fĂŒr seine Misere ganz alleine verantwortlich.

Michael Kessler muss sich entscheiden, wie sein Absturz wahrgenommen werden soll. GutmĂŒtig oder ablehnend.

Michael Kessler wird darĂŒber entscheiden mĂŒssen. Ganz alleine.

Das ist konsequent, weil Michael Kessler irgendwann beschlossen hat, ganz allein entscheiden zu wollen.

Michael Kessler hat den grĂ¶ĂŸten Fehler gemacht, den man in einer Demokratie machen kann.

Michael Kessler hat sich jeglicher Kritik verschlossen. Mit Martin Heinz hat er einen Ausputzer im Finanzwesen sicher. Mit seiner scheinbar genialen Besetzung von Hauptamt und Bauamt hat er zwei kritiklose Marionetten etabliert, die alles abnicken, was der „Chef“ will.

Michael Kessler ist hundsmutterseelenalleine.

Michael Kessler hat alles dafĂŒr getan, dass ihn niemand umstimmen kann. Weder sein neuer Hauptamtsleiter Julien Christof noch der neue Bauamtschef Michael Volk haben bislang irgendeine Form noch irgendein Selbstbewusstsein gezeigt. Der eine (Christof) guckt immer wie eine Puppe, der andere (Volk) nickt bestĂ€ndig zu allem, was der Chef sagt wie ein Wackel-Dackel.

Michael Kessler hat als kritikresistenter Charakter nicht verstanden, dass Kritik nicht bedroht, sondern weiterbringt. Indem er sein Umfeld kritiklos installiert hat, kommt er nicht vom Fleck. Er dreht sich im Kreis.

Michael Kessler kann dabei das „Wohl der Gemeinde“ egal sein. Sein Wohl ist durch sein Amt, egal, wie er es ausgefĂŒllt hat, gesichert.

Michael Kessler will kein BĂŒrgermeister der Heddesheimer sein, er will der 100-Millionen-Euro-Kessler werden.

Michael Kessler wĂ€re damit der „grĂ¶ĂŸte“ BĂŒrgermeister aller Zeiten im Rhein-Neckar-Kreis.

Michael Kessler weiß, dass weder Hirschberg mit seinen sechs Millionen Euro fĂŒrs Hilfeleistungszentrum, noch Ladenburg mit seinen lĂ€cherlichen 1,3 Millionen Euro fĂŒr den Bauhof auch nur im Ansatz mit seinem Projekt gleichziehen könnten.

Michael Kessler sind die Folgen vermutlich egal.

Michael Kessler ist ein Mann, der Macht hat, dabei aber nicht versteht, dass ihn die vermeintliche Macht selbst schon lÀngst vereinnahmt hat.

Michael Kessler sieht ĂŒberhaupt nicht mehr glĂŒcklich aus.

Und das alles ist in nur einem Jahr „passiert“.

Der grĂ¶ĂŸte und entscheidendste Fehler des Michael Kessler ist: Er hat keine Exit-Strategie. Er schaut vermeintlich zuversichtlich nur nach vorne. FĂŒr ihn gibt es kein „ZurĂŒck“.

Michael Kessler hat keine Exitstrategie. Oder doch? Augen zu und durch.

Das ist aus seiner Sicht auch folgerichtig gut so. Die Schatten der Vergangenheit und die verbrannte Erde kann und will er so nicht sehen.

Michael Kessler weiß, dass die Menschen im Ort schon darĂŒber spekulieren, ob er zur nĂ€chsten BĂŒrgermeisterwahl noch antreten wird oder schon vorher bekannt gibt, dass er bei „Pfenning“ irgendeine Funktion ĂŒbernehmen wird.

Michael Kessler betont immer wieder das Wohl der Gemeinde.

Michael Kessler zeigt durch sein Verhalten aber leider keinen Hinweis, dass es ihm wirklich darum geht.

Ab heute startet Michael Kessler ins „2. Jahr“ in Sachen Pfenning.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

„ÃƓbers Ziel hinaus geschossen“ oder Volltreffer? Warum das heddesheimblog den MM kritisiert

Guten Tag

Heddesheim, 12. Januar 2010. Unser Kommentar „Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert“ hĂ€lt den absoluten Rekord, was die Zugriffszahlen innerhalb 24 Stunden angeht. Verschiedene Kommentatoren merken an, dass die Kritik zu hart ausgefallen sei und nicht alles an der Person von Frau Görlitz festgemacht werden könne. Zu einigen der Kommentare nimmt die Redaktion Stellung.

manipulation

Oben Ausriss aus dem Orgininalartikel, unten das von uns manipulierte Bild (mit einem Archivbild einer Seniorenfeier). Die Motivwahl ergibt ganz unterschiedliche "Botschaften". Wahl und Perspektive von Bildern sind fĂŒr sich die erste Information, die der Leser erhĂ€lt. Klicken Sie auf das Bild fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung. Montage: hblog

Das heddesheimblog bekennt sich zu einem kritischen Journalismus. Was heißt das? Wir verstehen Kritik nach ihrer Bedeutungsherkunft: „Kritik“ bedeutet „sich mit einer Sache auseinander setzen“. Das heißt, Kritik ist per se nicht negativ oder positiv – sie setzt sich intensiv sowohl mit positiven als auch negativen Aspekten des Betrachtungsgegenstand auseinander.

Der betreffende Kommentar ĂŒber die journalistische Leistung der Redakteurin Anja Görlitz und der publizistischen Linie ihres Arbeitgebers Mannheimer Morgen ist nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern hat eine Vorgeschichte.

In den Jahren 2000-2003 hat der Mannheimer Morgen in einer Vielzahl von Texten, meist im Wirtschaftsteil der Zeitung, sehr kritisch (vulgo „negativ“) ĂŒber die Unternehmensgruppe „Pfenning“ berichtet. Eine Zusammenfassung dieser Berichte haben wir als einen der ersten Texte hier im heddesheimblog veröffentlicht.

Seit Februar 2009 berichtet der Mannheimer Morgen, respektive Frau Görlitz, ĂŒberwiegend unkritisch (vulgo „positiv“) ĂŒber die geplante Ansiedlung von „Pfenning“ im Heddesheimer Gewerbegebiet. Seitdem ist nicht ein Artikel im MM erschienen, der eine eigenstĂ€ndige Themensetzung erkennen lĂ€sst. Ebenso sind eigenstĂ€ndige Recherchen nicht erkennbar. Die Texte sind ĂŒberwiegend Ergebnisse von Terminberichterstattung.

Ein Hinweis auf frĂŒhere Texte ĂŒber „schlimme ZustĂ€nde“ bei „Pfenning“ fehlt in dieser Berichterstattung vollstĂ€ndig. Dabei lernen schon Praktikanten, dass ein Blick ins eigene Archiv am Beginn jeder Recherche und nachfolgender Berichterstattung stehen sollte.

„Der deutsche Journalist braucht nicht bestochen zu werden.
Er ist schon froh, eingeladen zu werden.“
Kurt Tucholsky

Damit meinen wir keineswegs, dass nur „kritisch“ berichtet, wer gegen die Ansiedlung schreibt. Ganz im Gegenteil. Im heddesheimblog ist das bislang umfangreichste Interview mit dem „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger in der Sache erschienen.

Ein guter Journalismus hat unserer Auffassung nach viele Funktionen. Er dokumentiert das Zeitgeschehen, er informiert nachrichtlich ĂŒber Ereignisse, er unterhĂ€lt mit gut geschriebenen Texten, er bietet Service. Aber guter Journalismus schaut auch den MĂ€chtigen auf die Finger und versucht durch eigenstĂ€ndige Thesen und Recherchen auch „unliebsame“ Informationen zu finden und zu veröffentlichen.

Dazu braucht es eine „kritische“ Haltung. FĂŒr uns bedeutet das: Wir fragen nach dem „sowohl als auch“ (Anm. d. Red.: Hinter dem Link finden Sie den ersten auf dem heddesheimblog veröffentlichten Text). Nach den positiven wie den negativen Aspekten. Dazu recherchieren wir ergebnisoffen. Sofern wir relevante Dinge recherchieren konnten, veröffentlichen wir diese und stehen dafĂŒr gerade.

Auch beim Mannheimer Morgen gibt es kritische Journalisten, die guten Journalismus betreiben. Leider zu wenige. Und leider gibt es zu viel Bratwurstjournalismus.

Die Kritik an diesem und anderen Artikeln von Frau Görlitz ist „nicht persönlich gemeint, sondern rein geschĂ€ftlich“. Als Mensch ist sie nach unserer Erfahrung eine sympathische Frau.

Verantwortliche Journalisten wissen, dass die Medienkompetenz vieler BĂŒrger nicht besonders ausgeprĂ€gt ist. Dies können sie ausnutzen oder sie können versuchen, diese zu befördern.

Das heddesheimblog steht deshalb fĂŒr Transparenz. Wir berichten deshalb auch ĂŒber die Berichterstattung der anderen. Dazu Ă€ußern wir auch Meinungen. Wenn unsere Berichterstattung und die der anderen hilft, eine eigene, fundierte Meinung zu finden, haben wir unser Aufgabe erfĂŒllt.

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jawiejetzt schreibt:
ja, da sind wie wieder ganz im ĂŒbertragenen Sinn. NatĂŒrlich hat auch die Journalistin eine Verantwortung fĂŒr die Inhalte die sie bringt.
Aber worauf das hinaus lĂ€uft ist, daß man jeden Journalisten aufforden muß, so lange den Job zu wechseln, bis er eine Zeitung findet, die ihn oder sie entweder schreiben lĂ€ĂŸt, was er oder sie will oder mit deren Linie sich die eigene Linie völlig deckt.
Sie haben im Grundsatz sicher recht, aber die Frage ist ob subjektiver Journalismus in einem Lokalteil einer öffentlich rechtlichen Zeitung schlimmeren strafrechtlich relevanten Vorkommnissen gleichzusetzen ist.
Auch vor Gericht gilt es eine „Tat“ abzuwĂ€gen und (strafrechtlich) einzuordnen.
Wer von uns kann sagen was Frau Görlitz schreiben wĂŒrde, wenn sie dĂŒrfte wie sie wollte???

Und ob sie dann noch lange beim MM wĂ€reñ€©

Stellungnahme der Redaktion:
Der Mannheimer Morgen ist mitnichten eine „öffentlich-rechtliche“ Zeitung. Es handelt sich um ein privatwirtschaftliches Unternehmen.
Wir können auch nicht erkennen, wo wir in unserem Kommentar die Zeitung mit „strafrechtlich relevanten Vorkommnissen“ gleichsetzen. Manipulation ist nicht strafbar, Volksverhetzung sehr wohl, aber das haben wir definitiv nicht geschrieben und nicht gemeint.
Uns interessiert auch nicht, was Frau Görlitz schreiben wĂŒrde, wenn sie dĂŒrfte, sondern was sie schreibt. Allein dafĂŒr ist sie verantwortlich. Und allein daran messen wir sie und die Redaktionsleitung und die Chefredaktion.

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Raum fĂŒr Notizen schreibt
Hallo Herr Prothmann,
danke fĂŒr Ihre Anregungen. Hier allerdings stimme ich nicht mit Ihren Ansichten ĂŒberein.
Ein offizieller Neujahrsempfang ist nach meinem Empfinden kein Anlass fĂŒr eine umfassende Darstellung einer Problematik, die ja offenbar schon seit Monaten in der lokalen Presse geschildert wird. Man mag ja grundsĂ€tzlich unzufrieden mit der Richtung oder Art der Berichterstattung sein, aber dies nun ausgerechnet an einem Empfang festzumachen, bei dem der BĂŒrgermeister als Gastgeber nun mal das Recht der großen Rede hat, erscheint mir völlig ĂŒberzogen.
Auch die Behauptung der „Propaganda“, die Sie im Artikel ausgemacht zu haben glauben, erschließt sich mir nicht ganz. War die Reaktion des Publikums auf die Aussagen des BĂŒrgermeisters denn völlig anders als dargestellt? Wollte die Zeitung tatsĂ€chlich die Aussage „BĂŒrgermeister und BĂŒrger sind sich einig“ darstellen, hĂ€tte man sicher auch ein Publikumsbild ohne BĂŒrgermeister verwenden können.
Die „Schuld“ liegt meiner Meinung nach nicht beim Mannheimer Morgen (dessen Berichterstattung ich nur aus der Ferne kenne), sondern im Wesen der NeujahrsempfĂ€nge, die landauf, landab zu Schönwetterreden genutzt werden. In den ersten Wochen des Monats werden sie vermutlich in ausnahmslos jeder Lokalzeitung einen Bericht wie den von Frau Görlitz finden. Das mag man ja grundsĂ€tzlich verurteilen – aber den Bericht ĂŒber den Empfang als Meinungsmanipulation zu bezeichnen, schießt doch deutlich ĂŒber das Ziel hinaus.

Stellungnahme der Redaktion
Es ist Ihr gutes Recht, nicht mit unseren Ansichten ĂŒbereinzustimmen.
Wir verurteilen auch niemanden – das machen Richter. Unser Kommentar Ă€ußert eine Meinung. Diese Meinung basiert auf Recherche und Fakten, mit denen wir die MeinungsĂ€ußerungen belegen.
Und dass landauf, landab Lokalzeitungen „Bratwurstjournalismus“ betreiben ist bekannt und bedauerlich.
Wir alle werden grundsÀtzlich durch Informationen beeinflusst. Journalisten haben aber, das entsprechende SelbstverstÀndnis vorausgesetzt, die Aufgabe, eine einseitige Beeinflussung zu vermeiden.
In unserem Kommentar ist auch nicht von „Schuld“ die Rede. Sondern von einer bewussten oder unbedarften Manipulation. Diese erfolgt in Verkennung der UmstĂ€nde durch eine Text- Bildschere (so nennt man das Zusammenspiel von Text und Bild), die dem Zitat eines BĂŒrgermeisters ein kraftvoll wirkendes Bild zur Seite stellt. Alles weitere steht im Kommentar, den wir hier nicht wiederholen wollen.
TatsĂ€chlich haben wir uns redaktionell auch Gedanken darĂŒber gemacht, ob der Artikel vielleicht als „Aufruf“ durch die Autorin zu verstehen sein sollte, wieder aufeinander zuzugehen. Doch das ist Spekulation und selbst wenn dies dies Motivation gewesen sein sollte, ist das Ergebnis grĂŒndlich schief gegangen. DarĂŒber hinaus wĂ€re das auch illusionistisches Wunschdenken, was wir ebenfalls sachlich begrĂŒndet im Kommentar dargestellt haben. Der BĂŒrgermeister hat noch keinen Schritt auf die Gegner des Projekts zugemacht, ganz im Gegenteil.
Und wieso soll man einem „Recht der großen Rede“ (die keine solche war) nachgeben? Zumal, wenn man weiß, dass die Inhalte nicht mit der Wirklichkeit ĂŒbereinstimmen? Der BĂŒrgermeister hat Hausrecht und kann sagen was er will. Ihrem Argument, dass es ĂŒblich sei, diese Schönwetterreden abzudrucken, können wir nicht folgen. Wir erkennen aber Ihre Aussage an, dass dieses ÃƓbel durchaus ĂŒblich ist.
Was das Bild angeht: Wir gehen davon aus, dass hier unbewusst dies Bild gewĂ€hlt wurde, da der BĂŒrgermeister mit gesenktem Kopf perspektivisch kaum zu erkennen ist. Aber das ist nur eine Vermutung. Sie unterschĂ€tzen unserer Meinung nach die Kraft der Bildsprache, die hier mit einem kurzen Zitat verstĂ€rkt wird, dem jeder vernĂŒnftige Mensch zustimmen wird („Appell ans Wir-GefĂŒhl“)

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Jeeves schreibt:
„Da heißt es dann zwangslĂ€ufig „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, das natĂŒrlich ganz im ĂŒbertragenen Sinne.
Daher in dubio pro reo, sollte man das nicht an der Person Frau Görlitz festmachen.“

Autsch. ÃƓbertragen Sie das mal auf andere (vor allem schlimmere) Vorkommnisse. Der TĂ€ter ist unschuldig? Nur der Auftraggeber und die UmstĂ€nde (also hier sogar nur: der gut bezahlte Job) sind Schuld? Da sind nicht nur unsere Gesetze und Gerichte ganz anderer Auffassung.

Stellungnahme der Redaktion:
Wir halten es fĂŒr eine bedauerliche Tatsache, dass der GefĂ€lligkeitsjournalismus ĂŒberwiegt. Genau deswegen kritisieren wir dies auch und freuen uns, dass, wie im vorliegenden Fall ĂŒber die Verlinkung bei Bildblog, sich eine so große Zahl von Kollegen und anderen interessierten Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzt.

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Torsten schreibt:
Konkrete Frage an den praktizierenden Journalisten: Wie sollten die 100 Zeilen fehlende Information in den Artikel zum Neujahrsempfang untergebracht werden? Wie kann das Wort „Finanzkrise“ in dem Artikel stehen ohne dass ein Telefonbuch voll ErlĂ€uterungen dahinter kommt?
Der Mannheimer Morgen mag einseitig und unkritisch sein, aber diese Kritik ist fehlgeleitet.

Stellungnahme der Redaktion:
Das ist einfach zu beantworten. Schauen Sie sich den Artikel an: Ein kleineres Bild oder kein Bild und schon hĂ€tte es jede Menge Platz fĂŒr mehr als 100 Zeilen gegeben. Und das Wort „Finanzkrise“ ist so oft medial berichtet worden, dass man dazu nicht mehr viel erklĂ€ren muss, oder?

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Wehe dem, der seine Meinung Ă€ußert


Guten Tag!

Kommentar: Hardy Prothmann

„Pfenning“ hat die juristische Keule rausgeholt – nicht zum ersten Mal.

Wer wegen einer MeinungsĂ€ußerung eines Kritikers vor Gericht zieht und den Streitwert fĂŒr eine Fotomontage eines Industriebaus auf 50.000 Euro beziffert und ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, fordert, fĂŒhlt sich nicht ungerecht behandelt, sondern will Angst und Schrecken verbreiten.

Die Botschaft ist eindeutig: Jeder, absolut jeder, der es wagt, Kritik zu Ă€ußern, kann zukĂŒnftig damit rechnen, in entsprechender Höhe (Steigerungen eingeschlossen) von „Pfenning“ verklagt zu werden: der einfache BĂŒrger, der Leserbriefschreiber, der Lokalpolitiker, Gewerbetreibende und Unternehmer, Journalisten und auch die Gemeinde Heddesheim.

Ab jetzt gilt: Wehe dem, der seine Meinung Ă€ußert.

Sollte der Antrag durchkommen, wird der Vorgang die beklagte Person mindestens 7.500 Euro kosten, zuzĂŒglich Mehrwertsteuer.

Sollte der Antrag nicht durchkommen, dĂŒrften die selbst zu tragenden Anwaltskosten zwischen 1.500 bis 3.000 Euro liegen, die der Beklagte tragen muss – auch wenn er nichts Unrechtes getan hat.

Auch dem heddesheimblog wurde von „Pfenning“-Seite schon das Zeichen gegeben, dass die AnwĂ€lte von der Leine gelassen werden könnten.

Auf der BĂŒrgerversammlung vom 18. September 2009 hat der GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Projektverantwortliche Uwe Nitzinger öffentlich gegenĂŒber dem Arbeitsrechtler Dr. Dietrich Growe ebenfalls rechtliche Schritte angekĂŒndigt, weil dieser behauptet hatte, die Lagerarbeiter bei Pfenning verdienten nur 8,11 Euro in der Stunde.

Kommt jetzt eine Prozesswelle? Will und wird Pfenning kĂŒnftig jeden verklagen, der dem Unternehmen im Weg steht? Genug Geld hat das Unternehmen vermutlich dafĂŒr.

Das einzige, was sich Pfenning nicht erklagen kann, ist die freie Meinung der BĂŒrger.

Meine Meinung ist: Ich finde dieses Handeln unehrenhaft.

Karl-Martin Pfenning stellt sich gerne selbst als Ehrenmann dar. Als solcher muss er – um diese Sache sofort und eindeutig aus der Welt zu schaffen – umgehend seine AnwĂ€lte zurĂŒckpfeifen und sich fĂŒr den Vorgang entschuldigen.

Sonst schadet er nur seinem eigenen Ansehen.

Hintergrund: Richter weist Eilantrag der „Pfenning“-Gruppe auf eine „Einstweilige VerfĂŒgung“ gegen Hubert Karnasch zurĂŒck

„Das war viel Unsinn auf einem Haufen.“ Teil 2


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog prĂ€sentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der BĂŒrger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

Die redaktionellen Text sind Hinweise auf den Inhalt der Videos. Schauen Sie sich die Original-Aussagen selbst an, um sich ein unabhÀngiges Bild zu machen.

  • Der Gemeinderat Rainer Edinger kritisiert den „Dialog“-kreis und stellt das Verkehrsgutachten in Frage. Außerdem fragt er nach der Gewerbesteuer und was „Pfenning“ mit der PrĂ€sentation bei den Vereinen wollte.

Es antworten „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger und Verkehrsgutachter Burkhard Leutwein.

  • Herr Nitzinger beginnt: „Das war viel Unsinn auf einem Haufen, ich will mal versuchen, den zu sortieren.“
  • BefĂŒrworter klatschen und pfeifen.
  • Uwe Nitzinger sagt: „Gewerbesteuer ist eine ErgebnisabhĂ€ngige Steuer. Es gibt eine Zurechnung in der Gewerbesteuer, die unabhĂ€ngig vom Ergebnis ist. Das sind 1,8 Millionen bei unserem Unternehmen, die dem Hebesatz der Gewerbesteuer unterliegen. Ich weiß jetzt den Hebesatz nicht in Heddesheim, aber das kann sich dann jeder ausrechnen, wenn er sich kundig macht. (…) Es darf sich niemand wundern, wenn wir hier einen deutlich sechsstelligen Betrag an Gewerbesteuer hier abliefern.“
  • (…)
  • „Wir haben mit den Heddesheimer Vereinen gesprochen, weil wir der Meinung sind, dass hier eine Gruppierung entsteht oder besteht, die sicher auch unsere Argumente in die Gemeinde trĂ€gt, das sag ich ganz offen. NatĂŒrlich setzen wir hier auch auf positive VerstĂ€rker. Die Tatsache, dass uns jetzt auf Grund dieser Veranstaltung unterstellt wird, wir hĂ€tten sie gekauft, zeigt, von welcher QualitĂ€t und von welcher Intension die Argumente der Gegner getragen werden. Wir haben niemandem versprochen, dass wir sein nĂ€chstes Weihnachtsfest bezahlen. (…) Es hat auch niemand danach gefragt.“
  • Moderationsfrage: Was ist mit den kleineren Lkw im Ort?
  • Verkehrsgutachter Leutwein: „NatĂŒrlich haben Sie Lkw-Verkehr im Ort. Den könnte ich Ihnen sagen, aber ich bin jetzt nicht vorbereitet. Entschuldigung, das mĂŒssen Sie schon akzeptieren. (…) Dazu war ganz klar gesagt: Vorgabe von Pfenning (…) Ich habe keinen vernĂŒnftigen Zweifel an den Angaben. (…) Da wir kein Verkehr durch Heddesheim fahren.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„Es ist klar, dass das unabhĂ€ngige Gutachter sind.“ Teil 6


Guten Tag!

Heddesheim, 23. September 2009. Das heddesheimblog prĂ€sentiert Ihnen die Fragen und Standpunkte der BĂŒrger sowie die Antworten der Podiumteilnehmer.

Die redaktionellen Text sind Hinweise auf den Inhalt der Videos. Schauen Sie sich die Original-Aussagen selbst an, um sich ein unabhÀngiges Bild zu machen.

Ein BĂŒrger stellt die Frage, ob die Zukunft das Verkehrsgutachten nicht reprĂ€sentativ ist, weil andere Verkehr nicht mit eingerechnet wurden: „Warum wurde der Hirschberger Verkehr nicht berĂŒcksichtigt? (…) Weil es nicht die Aufgabe war?“

  • Verkehrsgutacher Leutwein: „Also ich muss schon sagen, ich verwehr mich gegen diese Unterstellungen. Das ist ziemlich unfair.“
  • Applaus
  • Leutwein: „(…) Kann das noch funktionieren? Ist das noch tragbar? (…) Können wir dem zustimmen? (…) Auch im Jahre 2020 wĂ€re dieser Knoten leistungsfĂ€hig.“
  • Dr. Kurt Fleckenstein: „Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass hier jemand gekauft wurde. Ich habe nur gesagt, dass hier drei Gutachter sind, die vom VorhabenstrĂ€ger beauftragt sind. Es wĂ€re fair, wenn die Gegner auch hier ihre Gutachter prĂ€sentieren könnte.“
  • BĂŒrgermeister Kessler: „Es ist klar, dass das unabhĂ€ngige Gutachter sind.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

„Wir zahlen einen deutlich sechsstelligen Betrag Gewerbesteuer“


Guten Tag!

Heddesheim, 21. September 2009. „8,11 Euro“  sollen angeblich Pfenning-Mitarbeiter verdienen. Zwei Euro weniger als nach dem Tarif in Hessen und fĂŒnf Euro weniger als nach dem Tarif in Baden-WĂŒrttemberg. Keine genauen Zahlen gibt es nicht. Stimmt nicht. Zur Gewerbesteuer sagte der „Pfenning“-GeschĂ€ftsfĂŒhrer: „Wir zahlen einen deutlich sechsstelligen Betrag.“

Kommentar: Hardy Prothmann

Ein „deutlich sechsstelliger Betrag“ ist geblieben – vom „grĂ¶ĂŸten Gewerbesteuerzahler“, wie der BĂŒrgermeister Pfenning Kessler nun laut Aussage von „Pfenning“ weiß.

Was heißt „deutlich sechsstellig“? 140, 150 oder 160 tausend Euro? Ab wo rundet man auf oder ab? Oder meint Herr Nitzinger gar 200, 300 oder gar 400 oder vielleicht 600 tausend Euro?

Egal was er mit „deutlich sechsstellig“ meint. Damit macht er einer kleinteiligen Ansiedlung keine Konkurrenz: Die vorhandene kleinteilige Ansiedlung zahlt zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Euro Gewerbesteuer.

Die Polemik des Hans Weber


Guten Tag!

Heddesheim, 21. September 2009. Auf der BĂŒrgerveranstaltung des „Dialogkreises“ Heddesheim am 18. September 2009 konnten die GĂ€ste Fragen stellen.

Das heddesheimblog dokumentiert diese Fragen. Kritisiert wurde, wie Herr Hans Weber die Gutachterin des „GrĂŒnordungsplans“ angegriffen habe.

Hans Weber, Sprecher der IG neinzupfenning

Lesen Sie dazu auch: „Hören Sie auf mit der Polemik.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog