Donnerstag, 16. August 2018

Auftritt der Schriesheimer T-Band am Freitag, 12. Juli

Open-Air-Konzert auf dem Dorfplatz

Heddesheim, 08. Juli 2013. (red/pm) Am kommenden Freitag, 12. Juli, spielt die Schriesheimer T-Band auf dem Dorfplatz Rock, Pop, aktuelle Hits und Evergreens.

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In eigener Sache: rheinneckarblog istlokal.de


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 25. Januar 2011. Ende 2010 haben die Journalisten Stefan Aigner und Hardy Prothmann sowie der Diplom-Medienp√§dagoge Thomas Pfeiffer das Netzwerk istlokal.de gestartet. Das Netzwerk unterst√ľtzt journalistische Angebote im Internet, die lokal oder regional informieren.

Von Hardy Prothmann

Die lokale Berichterstattung bietet die exklusivsten Nachrichten der Welt. Was vor Ort passiert, betrifft die Menschen, die dort leben. Egal ob in M√ľnchen, Berlin, K√∂ln, Stuttgart, auf dem platten Land oder in einem Ballungsraum. Oder in New York, Los Angeles, Paris, London, Mailand, Barcelona.

In den vergangenen zwei Jahren sind in vielen Orten Deutschlands lokale „Blogs“ oder digitale Internet-Zeitungen entstanden und auch 2011 werden viele neue Angebote dazukommen. Mal sind es politisch engangierte B√ľrger, mal Journalisten, die das „nebenbei“ machen. Aber immer mehr Angebote werden mit dem Anspruch der Herausgeber betrieben, von dieser Arbeit auch leben zu k√∂nnen.

Kritischer Zustand des Journalismus.

Jeder, der ein kommerzielles Angbot betreibt, steht dabei vor denselben Problemen: Der lokale und regionale Werbemarkt im Internet ist noch nicht befriedigend entwickelt, noch nicht einmal ausreichend.

Das Portal von istlokal.de bietet vernetzten Journalismus.

Aus gutem Grund. Die Presselandschaft in Deutschland ist √ľberwiegend monopolisiert. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es fast nur noch „Einzeitungskreise“ – sprich, es gibt keinen journalistischen Wettbewerb mehr vor Ort. Die Monopolzeitungen bestimmen, √ľber wen was wann wie berichtet wird.

Wozu das f√ľhrt, zeigt das Beispiel Stuttgart21 deutlich. Die Stuttgarter Zeitung hat kaum kritisch berichtet – aus gutem Grund. Wie der stern mit dem Hintergrundbericht „Fahrt auf schw√§bischem Filz“ offenlegte, geh√∂rt die Zeitung zur S√ľdwestdeutschen Medienholding (SWMH), die vor einiger Zeit die S√ľddeutsche Zeitung gekauft hat.

„Fahrt auf schw√§bischem Filz.“

Ein schwerer finanzieller Brocken, der das Unternehmen in Schwierigkeiten brachte. √ÉŇďber die Landesbank Baden-W√ľrttemberg nahm man ein Schuldscheindarlehen √ľber 300 Millionen Euro auf, so der Bericht.

Darin hei√üt es: „Die LBBW war hierf√ľr ein idealer Partner. Vorsitzender ihrer Tr√§gerversammlung ist Ministerpr√§sident Mappus. In ihrem Verwaltungsrat hat die Politik das Sagen. Vorsitzender ist der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Schneider, Pr√§sident des baden-w√ľrttembergischen Sparkassenverbands. Mitglieder des Verwaltungsrats sind unter anderem der Stuttgarter OB Wolfgang Schuster, die CDU-Landesminister Wolfgang Reinhart (Berlin/Europa) und Willi St√§chele (Finanzen), die Unternehmer Heinz D√ľrr und Dieter Hundt und Claus Schmiedel, Chef der SPD-Fraktion im Landtag. Der hielt Stuttgart 21 bis vor kurzem f√ľr „menschenfreundlich, umweltfreundlich und relativ schnell realisierbar.“

Solche Verbindungen lassen vermuten, dass eine objektive Berichterstattung nicht mehr gegeben ist.

Der stern berichtet √ľber die Verfilzung von Medien, Politik und Wirtschaft.

Zur√ľck zum Werbemarkt – der wird von Zeitungen dominiert. Und jede Anzeige, die von Print nach Online abwandert, ist ein Verlust, der die Zeitungen trifft. Die haben folglich √ľberhaupt kein Interesse, den Online-Werbemarkt zu entwickeln. Denn Online-Anzeigen sind g√ľnstiger, sprich, bringen den Zeitungen weniger Einnahmen.

Dramatische Entwicklung.

Und wer sich online informiert, auch durch Werbung, braucht keine Zeitung mehr – die teils dramatisch zur√ľckgehenden Auflagen- und Abozahlen zeigen deutlich, unter welchem wirtschaftlichem Druck Zeitungen stehen.

Mit dramatischen Folgen f√ľr die B√ľrgerinnen und B√ľrger: Die Berichterstattung wird zunehmend flacher, da die Zeitungsverlage in den vergangenen Jahren hunderte Journalisten entlassen haben. Es gibt Regionen in Deutschland, √ľber die √ľberhaupt keine Berichterstattung mehr stattfindet. Die ungepr√ľfte √ÉŇďbernahmen von „PR-Artikel“ ist an der Tagesordnung.

Wer aufmerksam die Zeitung liest, stellt fest, dass der √ľberwiegende Teil der Artikel nicht mehr redaktionell vor Ort erarbeitet wird, sondern au√üerhalb der Zeitung. Ob als Agenturmeldung oder PR-Text.

Und es gibt jede Menge Lokalredakteure, die eine Pressemitteilung ein wenig umschreiben und dann unter ihrem Namen als eigenen Artikel ver√∂ffentlichen. Das ist Betrug am Leser. Und der findet t√§glich √ľberall statt.

Journalismus ist wichtig f√ľr die Demokratie.

Und es schadet der Glaubw√ľrdigkeit des Journalismus, der eigentlich die „4. Macht“ im Staate sein soll. Durch kritisches Pr√ľfen von Informationen, durch Recherche von Hintergr√ľnden und Verbindungen, durch eine objektive Berichterstattung. Diese Aufgabe ist enorm wichtig, um eine Demokratie stabil zu halten.

Engagierte B√ľrger und freie Journalisten gr√ľnden deshalb ihre eigenen Medien – aus Frust √ľber die unzul√§ngliche „Lobby“-Berichterstattung der Zeitungen, die oft mehr verschweigen, denn berichten. Aus der √ÉŇďberzeugung heraus, dass dort immer weniger echter Journalismus stattfindet.

Die Alternative heißen Blog oder Internet-Zeitung Рdie Namensgebung spielt keine Rolle, sondern der Inhalt. Hier finden Dokumentation und kritische Berichte statt.

Vielfältige Herausforderungen.

„B√ľrgerjournalisten“ stehen dabei vor der Herausforderung, wie sie diese journalistische T√§tigkeit wahrnehmen. Journalismus ist ein Handwerk, das man lernen kann und muss. Ohne Kenntnisse in Sachen Recherche, Schreiben und auch Medienrecht werden wichtige Informationen nicht gefunden oder es drohen Abmahnungen von denen, die sich durch die Berichte „gest√∂rt“ f√ľhlen – sei es die Kirche, seien es Unternehmen oder Politiker oder √É‚Äěmter.

Hardy Prothmann ist verantwortlicher Redakteur f√ľr die Angebote des rheinneckarblogs. Bild: sap

Professionelle Journalisten brauchen Einnahmen, von denen sie leben k√∂nnen und mit denen sie ihre Arbeit finanzieren. Also Werbeeinnahmen. Manche gr√ľnden auch F√∂rdervereine, die die Arbeit √ľber Mitgliedsbeitr√§ge und Spenden finanzieren.

Das Netzwerk istlokal.de will eine Genossenschaft gr√ľnden, in der unabh√§ngige Internet-Medien, die lokal und/oder regional berichten, sich organisieren. Um journalistische Aus- und Fortbildung anzubieten. Um sich bei technischen L√∂sungen zu unterst√ľtzen, um sich rechtlich wehren zu k√∂nnen und nat√ľrlich, um den lokal-regionalen Onlinewerbemarkt voranzubringen.

Wir stehen dabei in Konkurrenz zu den Tageszeitungen. Journalistisch und auch geschäftlich.

Vernetzter Journalismus.

Wo es schon teils herausragende lokale Angebote gibt, können Sie auf unserer Seite istlokal.de nachschauen. Wenn Sie selbst ein Angebot planen, können Sie sich gerne an uns wenden. Wenn Sie schon ein Angebot in Betrieb haben, schließen Sie sich uns an. Die notwendigen Informationen finden Sie auf unserer Website.

istlokal.de wird seine Mitglieder, egal ob hauptberufliche Journalisten oder B√ľrgerjournalisten, unterst√ľtzen. Zum einen zur F√∂rderung der Presse- und Meinungsfreiheit, zum anderen als „Unternehmer“-Verband f√ľr professionelle Journalisten. Und wir sind √ľberzeugt davon, dass wir auch die Wirtschaft, die Vereine, die Forschung und andere Bereiche der Gesellschaft mit einem verantwortungsvollen Journalismus unterst√ľtzen.

F√ľr das erste Halbjahr 2011 ist eine Informationsveranstaltung geplant. Wir werden Sie √ľber unsere Fortschritte zeitnah informieren.

Hintergrund:

Hardy Prothmann ist verantwortlich f√ľr das rheinneckarblog und betreibt zudem die lokalen Angebote heddesheimblog.de, hirschbergblog.de, ladenburgblog.de und weinheimblog.de. F√ľr seine Arbeit wurde er 2009 und die „100 Journalisten des Jahres“ durch eine unabh√§ngige Jury der Fachzeitschrift „MediumMagazin“ auf Platz 3 in der Kategorie „Regionales“ gew√§hlt.

Er arbeitet seit 1991 als freier Journalist. W√§hrend des Studiums von 1991-1994 f√ľr den Mannheimer Morgen, ab 1995 √ľberregional f√ľr fast alle gro√üen Medien sowie die ARD. Er ist Gr√ľndungsmitglied von netzwerk recherche und Mitglied des Frankfurter Presseclubs. Im Mai 2009 startete er das heddesheimblog.de.

Stefan Aigner ist freier Journalist in Regensburg. Er betreibt die Seite regensburg-digital.de und ist bundesweit durch seine kritische Berichterstattung bekannt geworden, die ihm schon drei Prozesse eingebracht hat. Aktuell hat ihn die Di√∂zese Regensburg verklagt, weil er die Zahlung von Geldern an die Eltern eines Missbrauchsopfers in Anlehnung an einen Spiegelbericht als „Schweigegeld“ benannt hat. Die katholische Kirche hat auf Unterlassung geklagt. Weil Stefan Aigner 10.000 Euro Spendengelder einwerben konnte, hat er sich auf den Prozess einlassen k√∂nnen. Das Hamburger Landgericht will das Urteil Ende Februar 2011 verk√ľnden.

Thomas Pfeiffer ist Diplom-Medienp√§dagoge und Social Media-Experte. Er betreibt die Seite webevangelisten.de und ist Mitbegr√ľnder des Twittwoch, eines Vereins zur F√∂rderung von Social Media-Anwendungen. Der passionierte Bergsteiger unterst√ľtzt das Netzwerk istlokal.de mit seinen Expertenkenntnissen. Als politisch interessierter B√ľrger ist er zudem „Genosse“ der links-liberalen Tageszeitung die „taz“ aus Berlin.

istlokal.de wurde am 28. Dezember 2010 in Heddesheim gegr√ľndet. Zur Zeit findet die Mitgliederwerbung statt. In K√ľrze wird der „Vorstand“ durch weitere Journalisten erweitert, die sich aktiv in das Netzwerk einbringen wollen. Geplant ist die Gr√ľndung einer Genossenschaft sowie einer operativen GmbH, die die organisatorischen Arbeiten √ľbernimmt.

Wir sind offen f√ľr Sponsoren, die zu uns passen und Kooperationspartner, die gerne mit istlokal.de zusammenarbeiten m√∂chten. Erste Gespr√§che werden mit der Fotografenagentur Freelens sowie dem Autoren-Netzwerk Freischreiber gef√ľhrt.

Gabis Kolumne

Topmodels? Ohne mich!

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Guten Tag!

Heddesheim, 08. März 2010. Was bewegt Deutschland? Neben der Kopfpauschale und Hartz IV auch das, wovon viele träumen: Ein Topmodel zu sein, meint Gabi und sagt wie immer montags, was sie davon hält.

Vergangene Woche ging es wieder los und wird uns siebzehn Wochen lang, jeden Donnerstag Abend, verfolgen: Germany’s Next Topmodel (GNTM). Es ist die 5. Staffel, die unsere Heidi aus dem Rheinland, die Supermutti, Deutschlands Exportschlager und Everybody’s Darling auf Pro7 moderiert. Und ich frage mich wie Millionen anderer Frauen: Soll ich mir das antun?

2000 M√§dchen haben sich vergangene Woche in K√∂ln einen Platz beim Massencasting erst√ľrmt.

topmodel-1

Die f√ľnfte Staffel. √ā¬© ProSieben/Oliver S.

Und w√§hrend deutsche Frauenzeitschriften wie Brigitte, sich von den Models und dem Magerwahn abwenden, plant Heid Klum noch d√ľnnere M√§dchen auszuw√§hlen, noch dramatischere Shootings und noch h√§rtere Castings zu zeigen.

An ihrer Seite in der Jury sitzen jetzt auch nicht mehr Peyman Amin – der wollte mit seiner Model-WG seine eigene TV-Karriere anschieben – und Rolf Schneider, sondern Fotograf Christian Schuller und „Q“ alias Qualid Ladraa.

Bunte“Hunde“.

Heidi stellt „Q“ als „bunten Hund der Modewelt“ vor und von sich selbst behauptet der „sch√∂ne“ Deutsch-Marokkaner, aus 20 Kilometer Entfernung das Potential eines m√∂glichen Models entdecken zu k√∂nnen.

Brauchen wir so eine Sendung, frage ich mich? M√∂chte ich, dass meine 11-j√§hrige Tochter hier ihre Vorbilder findet? Eine Welt, in der die F√§higkeit auf 15-Zentimeter-High-Heels √ľber den Catwalk zu laufen, das Ma√ü aller Dinge ist?

Ich muss gestehen, dass ich bei den vergangenen beiden Staffeln ziemlich h√§ufig reingeschaltet habe und, nat√ľrlich auch meine Favoritinnen hatte. W√§hrend mein Mann und mein Sohn schreiend das Wohnzimmer verlie√üen, haben meine Tochter und ich zuweilen mitgefiebert.

Denn es gab und gibt ja auch viel zu sehen:

Wen trifft diesmal die Kritik am härtesten? Wer bricht in Tränen aus? Und bei wem entdeckt Heidi Persönlichkeits- und Entwicklungspotenzial?

Ist es nicht einfach zu spannend?

Die einzelnen Shootings sind ja auch zu spannend: Wer traut sich mit Kakerlaken, Krokodilen, Vogelspinnen oder Schlangen zu posieren? Wer schafft es in die Tiefe? In den Windkanal? In höchste Höhen? In die Eiskammer? Oder stundenlang in den kalten New Yorker Regen? Und so ähnelt das alles schon eher einem Survival-Traing als einer Casting-Show.

Ebenso spannend ist das Drama zwischen den Kandidatinnen: Da wird gemobbt und gezickt, was das Zeug h√§lt. Regelm√§√üige Nervenzusammenbr√ľche sind hier an der Tagesordnung.

Mittendrin gibt Heidi mal die Psychologin, mal die Mutti, aber nat√ľrlich auch die knallharte Mode-Business-Frau, die dann schon mal sagt „Wer was erreichen will, muss da durch, wenn du das √Ę‚ā¨¬¶ nicht kannst, kannst du gleich nach Hause gehen.“

Heidi piepst was von „Pers√∂nlichkeit“.

Mit ihrer Piepsstimme verk√ľndet Frau Klum, die ja inzwischen Frau Samuel hei√üt, dass sie bei den M√§dchen die Pers√∂nlichkeit, das gewisse Etwas sehen und finden m√∂chte. Nat√ľrlich gepaart mit den Modelma√üen 90-60-90 und mindestens 1,75 Meter Gr√∂√üe.

Und so startete die 5. Staffel vergangenen Donnerstag mit dem ersten groben Aussortieren. Und wieder achteten Heidi und ihre Juroren auf eine Dramen versprechende Mischung in ihrer Auswahl der Kandidatinnen:

Die sch√ľchterne 16-j√§hrige mit der Zahnspange, eine aufgedonnerte Miss-Russland, die laut dem Fotografen Christian Schuller, einem Frauenbild nacheifert, das in unserer westlichen Welt nicht mehr existiert.

Eine gro√üe H√ľbsche mit einem abstehenden Ohr namens „Freddy“ – und halt, haben wir nicht irgendwann auch mal in den Medien gelesen, dass Heidi ihren Br√ľsten Namen gegeben hat, aber das nur am Rande – , zwei Dunkelh√§utige und zwei M√§dchen aus Bayern und √Ėsterreich, die sich beim Casting kennengelernt haben und sich jetzt schon „so lieb“ haben.

Endlose L√§ngen bis zum „Erfolg“ – f√ľr wen?

Eine erzählt der fassungslosen Jury, dass ihr Freund sie nach drei Jahren verließ, weil sie sich bei GNTM bewarb und bei einer anderen musste während der Sendung ein Oberlippen-Piercing mit der Zange entfernt werden.

Die Ausgewählten mussten die erste Nacht auf Feldbetten in einem Lager verbringen, denn der Weg zur Model-Villa ist steinig und schwer, wie ihnen von der Jury immer wieder bewusst gemacht wird.

Und ich denke, diesmal werde ich diesen Weg nicht begleiten. Ich m√∂chte keine weiteren Dramen und Mutproben mehr sehen und ich m√∂chte keine nerviges und menschenunw√ľrdiges Niedermachen und Rausschmei√üen mehr ertragen, was andauernd durch Werbebl√∂cke endlos in die L√§nge gezogen wird.

Und vor allem m√∂chte ich nicht, dass meiner Tochter diese unrealistischen Werte als richtig und wichtig f√ľr ihr Leben vermittelt werden.

Heidi „go your way“, aber ohne mich – zumindest nicht regelm√§√üig.

gabi