Sonntag, 24. September 2017

29. Juli bis 08. September 2013

Tipps und Termine fĂŒr die Ferien

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 29. Juli bis 08. September 2013. Normalerweise erscheinen immer montags unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche, jetzt in den Sommerferien gibt es eine Zusammenstellung der Veranstaltungs-Highlights der nĂ€chsten sechs Wochen. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”. [Weiterlesen…]

Neue VerwaltungsgebÀude des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis in Weinheim wird bezogen

Jugendamt, Sozialamt und Straßenverkehrsamt ziehen um

Weinheim/Rhein-Neckar, 18. Juni 2013. (red/pm) Der Einzug in die neue Außenstelle des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis in Weinheim, Röntgenstraße 2 – direkt bei der GRN-Klinik – steht vor der TĂŒr. In den kommenden Tagen werden das Jugendamt, das Sozialamt und Teile des VeterinĂ€ramts und Verbraucherschutz der Kreisbehörde sowie die Weinheimer Zulassungsstelle und die Fahrerlaubnisbehörde in neue und moderne BĂŒrorĂ€ume umziehen. [Weiterlesen…]

Gabis Kolumne

Ausmisten ist gut fĂŒr die Seele

Kisten packen ist nur die halbe Arbeit. Davor muss man Ordnung schaffen – innerlich und Ă€ußerlich. Foto: Rheinneckarblog.

Rhein-Neckar, 14. Januar 2013. UmzĂŒge sind nicht nur eine Ă€ußerliche VerĂ€nderung des Wohnraums, sondern verĂ€ndern auch das eigene Leben. Eine von Gabis Freundinnen ist gerade umgezogen und hat Ordnung geschaffen – innerlich und Ă€ußerlich, wie Gabi erfahren hat.

„Ausmisten ist gut fĂŒr die Seele, befreit und macht leichter“, nach diesem Motto ging eine Freundin ihren Umzug an. Meistens schreibe ich ja ĂŒber meine Beobachtungen. Heute prĂ€sentiere ich Ihnen, was ich protokolliert habe:

Der Kleiderschrank war zuerst dran. Es ist erstaunlich, wieviel KleiderstĂŒcke „frau“ im Schrank aht, die „frau“ in den letzten drei bis fĂŒnf Jahren nicht mehr getragen haben, da sie A zu klein, B nicht mehr modern oder C eigentlich noch nie wirklich gefallen haben? Das waren zumindest bei mir ziemlich viele. Denn man hofft stets A, dass man wieder abnimmt, B, dass die Kleider wieder in Mode kommen oder C, dass man doch noch eine Gelegenheit findet, diese „guten“ StĂŒcke zu tragen, denn schließlich waren sie ja teuer.

Macht man sich davon frei – und das habe ich wirklich versucht – ist der Haufen der ausgemisteten Kleider grĂ¶ĂŸer als der, der im Schrank verbleibt. So schleppte ich gefĂŒhlte hundert SĂ€cke zur Altkleidersammlung.

Schwieriger gestaltete sich das Aussortieren des BĂŒcherregals. Es gibt die aktuellen Romane und die Klassiker, die packt man ganz schnell in die Kiste. Doch was macht man mit „Uta Danella“-Romanen, die im Umschlag den Namenszug der Großmutter tragen? BĂŒchern mit Widmungen, die man noch nie gelesen hat? BildbĂ€nde mit „Wunder dieser Welt“, die mal „sauteuer“ waren und die man in den letzten zehn Jahren nicht einmal in der Hand hatte? Und mit Lexika, die in den 90er Jahren erschienen sind?

Da hilft nur Ausmisten. Doch wohin? Alte Romane kriegt man in den BĂŒcherregalen der Kommunen unter, aber wohin mit BildbĂ€nde und Lexika, die möchte keiner mehr, also bleibt nur die Tonne und das ist schmerzhaft. Der Mannheimer Umzugsberater meines Vertrauens von ASH Kurpfalz UmzĂŒge hatte volles VerstĂ€ndnis dafĂŒr: „Lassen Sie sich Zeit und sehen Sie es als Chance“, sagte er verstĂ€ndnisvoll.

Horrorszenario Speicher

Ein Horrorszenario offenbarte sich auf dem Speicher: Kisten mit Kinderspielzeug, Kinderbetten, alte Fotos und Briefe, Dias, Unterlagen aus dem Studium – ein unerschöpflicher Quell der Erinnerungen. Hier geht Sortieren ans Eingemachte.

Die Uni-Unterlagen, die ich schon zweimal umgezogen habe, flogen jetzt endgĂŒltig ins Altpapier. Briefe, TagebĂŒcher und Fotos – da bin ich ganz sentimental – landeten in der Umzugskiste.

Die Kindersachen wurden in Aschenputtel-Marnier sortiert, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Sprich BilderbĂŒcher und Spielsachen, die der Nachwelt bzw. den Enkelkindern in weiter Ferne erhalten bleiben sollen, sowie Kinderbettchen und Schaukelpferd wurden eingepackt. UnvollstĂ€ndige Spiele und kaputte Spielsachen wanderten in den MĂŒll und den Rest brachte ich neben SchrĂ€nken, Regalen und Nippes zu einem sozialen Secondhand-Kaufhaus.

Horte der Sammelwut und Momente des GlĂŒcks

Und was bleibt noch ĂŒbrig? Richtig, der Keller. Ein weiterer Hort der ungezĂ€hmten Sammelwut. Braucht man wirklich acht Isomatten und zehn SchlafsĂ€cke? Wird man in naher Zukunft die Luftmatratze und das Schlauchboot flicken? Wie viel Beachball-Spiele und Squash-SchlĂ€ger kommen in den nĂ€chsten Jahren wirklich zum Einsatz? Da helfen nur eiserne Disziplin und große MĂŒllsĂ€cke.

Das mĂ€nnliche Spielfeld – die Werkstatt – auszumisten, habe ich meinem Mann ĂŒberlassen. Wie er mir versicherte, habe er gnadenlos weggeschmissen, dennoch blieb bei mir der Eindruck zurĂŒck, dass man mit den ĂŒbrig gebliebenen Schrauben, NĂ€geln und Brettern nebst Werkzeug in allen GrĂ¶ĂŸen und Formen ein ganzes Haus bauen könnte. Sehr lustig war, wenn ich ihn nach diesem und jedem fragte und wann er das schon mal benutzt hatte: „Bis jetzt noch nicht, Schatz, aber man weiß ja nie.“

Immerhin: Als ich eine Hakenschraube (nennt man das so?) erst mit dem Schraubenzieher und dann mit einer Zange aus der Wand holen wollte, verschwand er und kam triumphierend mit so einer Art Hakenzieher wieder. Das „Tool“ setzte er an und drehte mĂŒhelos mit einem LĂ€cheln die Haken aus der Wand: „Siehst Du, geht doch viel einfacher“, sagte er nicht ohne Stolz, endlich mal eines seiner sonst jahrelang ungebrauchten Werkzeuge einsetzen zu können. Und andere MĂ€nner sammelten schließlich Briefmarken oder Modellautos, er stehe halt auf Werkzeug. Sicher freut er sich drauf, im neuen Haus die Haken wieder eindrehen zu können.

Wohin mit dem MĂŒll?

Die wichtigsten „Events“ in dieser Lebensphase waren die Abfuhrtermine von SperrmĂŒll, Elektroschrott und Wertstofftonne sowie Altkleidersammlungen.

Denn hat man sich schon mehr oder weniger schweren Herzens von allen möglichen Dingen und Erinnerungen getrennt, bleibt die große Frage, wohin damit? Einen Container aufzustellen erschien mir zu brachial und gegen die – heutzutage in aller Munde – Nachhaltigkeit. Dementsprechend hat es mich gefreut, wenn Passanten und Sammler noch NĂŒtzliches vor meiner TĂŒr gefunden haben.

Freiheit!

„Und“, fragte ich nach dem Bericht meiner Freundin, „fĂŒhlst du dich jetzt leichter?“ „Befreit“, meinte sie, denn schließlich habe sie nun in SchrĂ€nken und Regalen wieder viel Platz und Neues könne jetzt Einzug halten – im Haus und im Leben.

Vielleicht sollten wir alle mal hÀufiger ausmisten, nicht nur beim Umzug, dachte ich.

gabi

Gabis Kolumne

Von Helden und Abenteurern

Ein bischen Schwund ist immer, das Auto fĂ€hrt schließlich auch ohne TĂŒrgriff.

Rhein-Neckar, 05. November 2012. Gib MĂ€nnern eine Aufgabe und je hoffnungsloser die ist, umso mehr werden sie sich anstrengen. Nimm ihnen aber nie die Hoffnung, sondern habe immer eine ErklĂ€rung parat, wenn die Aufgabe nicht zu lösen ist. Motto: Hauptsache Held, ob glorreich oder bescheiden. Was Tiefenpsychologie und Autoschlösser gemein haben, weiß Gabi.

Das Kind im Manne wird ja immer wieder gerne bemĂŒht. Erwachsene Kerle spielen mit der Eisenbahn, sammeln Panini-Aufkleber oder stellen im Keller eine Carrera-Bahn auf. Alles oft gesehen und nicht wirklich verwunderlich.

Barbie-spielende Frauen gibt es dagegen eher selten.

Doch das Ganze kann auch noch getoppt werden. Wie ich schon berichtet habe, ist mein Sohn vor kurzem ausgezogen und der Umzugstag hielt so einige Überraschungen bereit.

Der Sprinter stand vollgepackt und zur Abfahrt bereit im Hof und mein Sohn brachte nur noch die wichtigen Dinge wie Computer, Anlage und die Tasche mit seinen Unterlagen in seinen neu gekauften alten Golf.

FĂŒnf Minuten spĂ€ter kam er blass zurĂŒck und meinte, die Abfahrt wĂŒrde sich jetzt vermutlich verschieben. Der AutoschlĂŒssel – der einzige !! – lag im Kofferraum des zentralverriegelten Autos. Der Wagen war samt Inhalt hermetisch abgeschlossen und vier junge Kerle diskutierten wild, wie man nun dieses Auto knacken könnte.

Ein technisch versierter Freund meines Sohnes brachte die Tennisball-Methode ins Spiel. Laut Physik-Unterricht in der Schule könne man mit Hilfe eines mit einem Loch versehenen Tennisballs ein Schloss öffnen, erklĂ€rte er uns. Doch wĂ€hrend ich mich im Haus noch auf Ballsuche machte, kam meine Tochter dazu und meinte, „das könnt‘ ihr vergessen, ich hab’s grad gegoogelt und das funktioniert ĂŒberhaupt nicht“.

Inzwischen war auch ein Nachbar zur Hilfe geeilt, der mit leuchtenden Augen und guten Ideen vor dem verschlossenen Golf stand. „Mensch, Klaus“, meinte ich, „wenn du weißt wie man einen Golf knackt, dann hau rein, ich verrat’s auch keinem“.

GefĂŒhlte Stunden spĂ€ter, standen inzwischen vier junge und ein Ă€lterer Kerl fachmĂ€nnisch diskutierend um den Golf. Aber es tat sich nichts.

„Da hilft jetzt nur noch mein Mann Alberto“, sagte meine Freundin, die inzwischen herbei geeilt war, um mit mir Kaffee zu trinken und das Geschehen zu beobachten. „Wenn nicht ein Italiener ein Auto aufmachen kann, wer dann?“

Zehn Minuten spĂ€ter kam Alberto in seinem schwarzen Alfa Romeo vorgefahren und packte seinen Werkzeugkoffer aus dem Kofferraum. Eine Drahtschlinge hatte er vorsorglich vorbereitet und mit großer Grandezza machte er sich ans Werk.

Und siehe da, nach kĂŒrzester Zeit waren die Knöpfchen oben, aber der Golf blieb verriegelt. „Blockverriegelung“, diagnostizierte der Freund meines Sohnes, der mal Ingenieur werden möchte.

Frauen holen sich Hilfe, MÀnner suchen eine Lösung

WĂ€hrend Frauen sich in diesen Situationen Hilfe holen, zunĂ€chst bei MĂ€nnern, dann bei Fachleuten, erwacht in solch‘ aussichtsloser Lage bei MĂ€nner willenloser Ehrgeiz, oder netter formuliert, der unaufhaltsame Wunsch, eine Lösung zu finden. MĂ€nner sind erfolgsorientiert, es muss ein Resultat her. Welches, ist egal. Hauptsache ein Ergebnis.

Nach einer weiteren halben Stunde qualifizierter Diskussion und handwerklichen Geschicks, hatten sie ein Resultat und den TĂŒrgriff der BeifahrertĂŒr in der Hand – und das Auto blieb geschlossen – das nagte an den stolzen MĂ€nnern.

Das Ergebnis war die Erkenntnis des eigenen Scheiterns. Die Ausweglosigkeit der Lage souverÀn anerkennend, zeigte man(n) sich nun bereit, den ADAC zu rufen. Und keine 20 Minuten spÀter war der Fachmann vor Ort.

„Das ist das erste Golf-Modell mit Blockverrieglung, da kann ich nichts machen. Da haben sich die Ingenieure was bei gedacht“, erfuhren wir von dem „Gelben Engel“. Welch‘ Wohltat fĂŒr die verhinderten Autoknacker, es hatte also nicht an ihrem hervorragenden Können, sondern schlicht und einfach an der noch ĂŒberragenderen Technik gelegen. „Sie mĂŒssen einen SchlĂŒssel beim Werk nachbestellen und das kann dauern“, erklĂ€rte er uns.

„Das können sie den Jungs nicht antun. Die mĂŒssen in drei Tagen mit dem Studium beginnen und alles Wichtige dafĂŒr befindet sich in diesem Auto“, appellierte ich an seinen Helferinstinkt, denn schließlich ist auch der „Gelbe Engel“ ein Mann.

„Na ja, vielleicht könnte man die Batterie abklemmen, dann mĂŒsste sich die Verriegelung lösen, aber dazu muss man erst mal die Motorhaube öffnen und dafĂŒr brauche ich einen langen, starken Draht“, ĂŒberlegte der Mann vom ADAC.

Klare Ansage, sofort stĂŒrmten alle Umstehenden los und schafften in kĂŒrzester Zeit eine Auswahl an Hilfsmitteln heran.

Jetzt ging alles ganz schnell, mit einem Keil wurde fachmĂ€nnisch ein Spalt zwischen AutotĂŒr und Rahmen geschaffen und mit einer Tomatenkletterstange – man glaubt es kaum – wurde der Hebel fĂŒr die Motorhaube im Fußraum betĂ€tigt. Die Batterie wurde abgeklemmt und Simsalabim öffneten sich die AutotĂŒren.

Was noch zu berichten ist: Der Umzug selbst war ein Kinderspiel, denn das grĂ¶ĂŸte Abenteuer hatten die Helden schon hinter sich.

gabi

Gabis Kolumne

Von Wurzeln und FlĂŒgeln

Es gibt viel Literatur zu diesem Thema. Quelle: Francke-Buchhandlung

Rhein-Neckar, 08. Oktober 2012. Gestern waren die Kinder noch im Kindergarten und heute ziehen sie aus. So kommt es zumindest Gabi und ihren Freundinnen vor. Das macht Kummer und birgt aber auch neue Möglichkeiten.

Okay, okay, wir haben es schon lange gewusst: Irgendwann ziehen sie aus. Und das kommt dann ganz plötzlich. Man hat das GefĂŒhl erst vor Kurzem kamen sie in den Kindergarten, gestern in die Schule und und nur einen Augenblick spĂ€ter, ziehen sie aus.

Es gibt so einen netten, viel zitierten, ich glaube, indischen Spruch:

Solange Kinder klein sind, gib ihnen tiefe Wurzeln, wenn sie Ă€lter geworden sind, gib ihnen FlĂŒgel.

Das mit den Wurzeln, meine ich, haben wir ganz gut hingekriegt, aber das mit den FlĂŒgeln ist ganz schön schwer.

Das vergangene Jahr, raste nur so dahin und auf das Abi zu. Klar, war mir bewusst, danach wird sich mein Sohn um einen Studienplatz bewerben und ziemlich sicher ausziehen. Und das ist auch gut so. FĂŒr ihn und fĂŒr mich. Das ist der Lauf der Dinge. Und dann ist es plötzlich so weit. Und aus der Distanz schien alles einfacher.

Jetzt ist es ja nicht so, dass mich das Schicksal „verwaiste Mutter“ allein betrifft, sondern dass ein Großteil meiner Freundinnen dies mit mir teilen. Ob die Kinder nun eine Ausbildung oder ein Studium machen.

Gemeinsam haben wir unsere Kinder in die KindergĂ€rten geschickt, in die Grundschule, auf die weiterfĂŒhrenden Schulen. Wir hatten durchwachte NĂ€chte als sie klein und krank waren und spĂ€ter, wenn sie zu spĂ€t oder nicht nach Hause kamen. Wir haben die Streitigkeiten mit Freunden mit durchlitten und ihr erster Liebesummer war der unsere. Es gab die Höhen und die Tiefen und jeder, der Kinder hat, weiß wie hoch und wie tief es gehen kann.

„Ich bin froh, wenn du mal ausgezogen bist und deine WĂ€sche selbst wĂ€schst“, diesen Satz hat wohl jeder mal gesagt oder zumindest gedacht. Und dann steht der Umzugswagen vor der TĂŒr, die Koffer sind gepackt – und man fĂŒhlt sich hundeelend.

Die Tochter einer Freundin hat einen Studienplatz in MĂŒnchen bekommen, das ist ganz schön weit weg. Wir haben uns kennen gelernt, als wir die Kinderwagen unserer Erstgeborenen durch die Gegend schoben. Wir kamen ins GesprĂ€ch zwischen den Regalen im Drogeriemarkt, direkt vor den Windeln. Ihre Tochter war dreieinhalb, mein Sohn war zwei Wochen alt. Wir waren jung und leicht ĂŒberfordert mit der neuen Lebensaufgabe. Jetzt 18 Jahre spĂ€ter, sind wir es wieder.

„Du musst den Schmerz zulassen“, hat sie zu mir gesagt, „ich habe tagelang immer wieder geheult, meine Tochter mit den Koffern am Bahnhof, das war ziemlich hart“.

Der Sohn einer anderen Freundin ist vor ĂŒber einem Monat in die NĂ€he von DĂŒsseldorf gezogen. Auch das ist sehr weit. „Er hat im Umzugswagen meine Hand bis Worms gehalten, das hat er schon seit Jahren nicht mehr gemacht“, erzĂ€hlt sie.

Abschied und Neuanfang

„Mein Kind war am Wochenende da“, berichtet eine weitere Freundin und strahlt. „Plötzlich können wir wieder viel besser miteinander reden und meine Tochter ruft oft an und fragt nach meinem Rat, das war schon lange nicht mehr so“, erzĂ€hlt sie glĂŒcklich.

Bei uns war es letzte Woche so weit. Mein Sohn hat einen Studienplatz an einer Uni bekommen, die keine 100 Kilometer entfernt liegt. „Du hast es gut“, sagten meine Freundinnen, „du kannst fĂŒr einen Nachmittag dort vorbei fahren und er kann auch nur mal zum Mittagessen kommen“.

Doch Entfernung ist nicht alles. Denn hart sind die Umzugskartons, die im Zimmer stehen, die Bilder, die von der Wand genommen werden. Es ist ein Abschied nicht von dem Kind, sondern von einer Zeit. Es ist ein Abschnitt und es ist ein Neuanfang, fĂŒr Eltern und Kinder. Es ist das Loslassen, das so schwer fĂ€llt.

Es ist der Alltag, der sich Ă€ndert: Man deckt fĂŒr eine Person weniger den Tisch und im Supermarkt will man noch zu den Lieblingsspeisen greifen. Es ist eine TĂŒr, die nicht mehr geöffnet und geschlossen wird. Es ist laute Musik, die nicht mehr durchs Haus halt. Es ist einfach mein Kind, das fehlt.

„Beim zweiten Kind, das auszieht, ist es schon leichter“, tröstet mich eine Freundin und sich selbst, deren Erstgeborener schon vor Jahren ausgezogen ist. Sie hat noch einen dritten Sohn, der noch zu Hause lebt, wenn er geht, wie ist es dann? DarĂŒber will sie nicht nachdenken.

Die Tochter einer Freundin bleibt noch ein Jahr zu Hause, sie macht ein Freiwilliges Soziales Jahr. „Manchmal wĂ€re ich froh“, sagt sie, „sie wĂŒrde auch ausziehen“. Aber nur manchmal, gibt sie zu und ist froh, dass dies noch ein Jahr warten kann.

„So lange es ihm gut geht, ist es fĂŒr mich auch gut“, sagt eine Freundin. Sie hat ihren Sohn ĂŒber vier Wochen nicht gesehen. Jetzt habe er Heimweh, erzĂ€hlt sie und fĂ€hrt ihn besuchen.

Aktionismus ist gut gegen Kummer

Also letzte Woche war es nun so weit. Die Kartons waren gepackt, der Transporter gemietet. Schon in der FrĂŒh standen die Freunde meines Sohnes auf der Matte und packten Möbel und Umzugskisten ein. Und Aktionismus ist bekanntlich das beste Rezept gegen Kummer.

„Ich weiß im Moment nicht, wo ich hingehöre“, sagte mein Sohn dieser Tage:

Zuhause bin ich eigentlich schon weg und in meiner WG bin ich noch nicht angekommen.

„Du gehörst zu mir“, will ich sagen und weiß, dass es falsch ist. Denn, und hier bemĂŒhe ich den Spruch des libanesisch-amerikanischen Philosophen und Dichters Kahlil Gribran:

Deine Kinder sind nicht deine Kinder,
sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
(…)

„Das wird schon, das geht schneller als du denkst“, sage ich stattdessen und verspreche, ihn nĂ€chsten Sonntag zu besuchen.

Die FlĂŒgel sind schon da, aber jetzt mĂŒssen sie noch groß und krĂ€ftig werden. FĂŒr ihn und fĂŒr mich.

(Das Buch Gib mir Wurzeln, schenk mir FlĂŒgel gibt es bei Amazon.)

Wir wĂŒnschen eine gute Fasnachtszeit

Rhein-Neckar, 20. Februar 2012. (red) Wir wĂŒnschen unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Fasnachtszeit. Wir selbst nutzen die Tage, um unsere neue Redaktion in Mannheim einzurichten. Der Umzug hat stattgefunden – jetzt muss noch einiges eingerichtet werden. Ab Donnerstag, den 23. Februar 2012 berichten wir wieder aktuell.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Ihre Redaktion

Der Umzug, der Einmarsch, die „Parreredd“, die Schlumbel und die Borscht


Heddesheim, 18. Oktober 2009

Guten Tag!

Bitte klicken Sie auf ein Bild Ihrer Wahl, Sie können innerhalb der Fotostrecke vor- und zurĂŒckklicken. Um die Fotostrecke zu verlassen, klicken Sie auf das angezeigte Bild.

Alle Fotos: heddesheimblog, hp

In Heddesheim war was geboten am Sonntag: Umzug vom „Parrehaus“ zum BĂŒrgerhaus – Einmarsch – „Kerweredd vum Kerweparrer (Sebastian TĂ€ubert)“ – VermĂ€hlung des „KerwebrĂ€utigams (Rainer Schmitt) mit seiner Schlumbel (Schlumbel)“, Abschied von der „Schlumbel“ und Auftritt von sechs der acht „Borscht“ – trainiert von Rock‘ n Roll-Meisterin Sabrina Mayer. Und dann war doch noch… genau, die Kerwe.

Der Umzug

Teilnehmer: Guggemusik-Gruppe Nodeschisser, die Brass Band aus Mannheim-Wallstadt, Prinzessin Manuela I vom TG Restaurant, die Garde der Grumbe sowie die Ehren- und Festdamen des SĂ€ngerbundes und der SĂ€ngervereinigung und jede Menge Heddesheimer.
[nggallery id=36]

Der Einmarsch und die „Parreredd“
[nggallery id=37]

Die Schlumbel
[nggallery id=34]

Die Borscht
[nggallery id=35]

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog

Mitarbeit: Horst Pölitz