Sonntag, 24. September 2017

Freiwillige Feuerwehren in Baden-W├╝rttemberg

107.500 Menschen ehrenamtlich im Einsatz

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Die Feuerwehr hilft heutzutage nicht nur bei Br├Ąnden, sondern ist ein Soforthelfer in Not- und Ungl├╝cksf├Ąllen.

Rhein-Neckar, 19. November 2013. (red/fw) Damit die Feuerwehr eine hohe Sicherheitsqualit├Ąt gew├Ąhrleisten kann, braucht sie viele ehrenamtlich t├Ątige Einsatzkr├Ąfte. In Baden-W├╝rttemberg bieten ├╝ber 107.500 Menschen in den Gemeindefeuerwehren ihre Hilfe an. [Weiterlesen…]

Ergebnisse des B├╝rgerbeteiligungsprozesses ver├Âffentlicht

Das neue Leitbild der Gemeinde Heddesheim

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Rund 80 B├╝rger/innen haben bei der Entwicklung der Leits├Ątze mitgewirkt.

 

Heddesheim, 21. September 2013. (red/aw) Heddesheim hat 45 Leits├Ątze f├╝r die Zukunft der Gemeinde ver├Âffentlicht. Sie sind das Ergebnis des B├╝rgerbeteiligungsprozesses, der im November 2012 gestartet worden war. Das Leitbild soll vor allem den Gemeinderat in den kommenden Jahren bei verschiedensten Anl├Ąssen begleiten. Ins B├╝rgerhaus kamen am Montag rund 160 B├╝rger/innen zur Pr├Ąsentation. [Weiterlesen…]

Gesundheitssch├Ąden durch Kohlekraftwerke

Keine gesundheitlichen Auswirkungen f├╝r unmittelbare Nachbarn

Das Gro├čkraftwerk Mannheim ist mit seinen Emissionen bundesweit f├╝r 71 vorzeitige Todesf├Ąlle verantwortlich. Allein f├╝r den Block 9 rechnen Forscher mit 48 F├Ąllen. Er geht 2015 ans Netz.

 

Mannheim/Rhein-Neckar, 04. April 2013. (red/ld) Wer nahe am Kohlekraftwerk wohnt, lebt l├Ąnger. Eine Studie der Universit├Ąt Stuttgart im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace, die gestern vorgestellt worden ist, sorgt f├╝r Aufregung. Daraus geht hervor, dass Kohlekraftwerke mit giftigen Feinstaubemissionen die Lebenszeit der Deutschen jedes Jahr um 33.000 Lebensjahre verk├╝rzen. Das entspricht 3.100 Menschen pro Jahr, die fr├╝hzeitig sterben. F├╝r 71 davon ist das kohlebetriebene Gro├čkraftwerk Mannheim verantwortlich. Die gesundheitssch├Ądlichen Auswirkungen zeigen sich aber erst in weiter Umgebung der Kraftwerke. [Weiterlesen…]

BUND Heddesheim engagiert sich auch 2013 f├╝r den Naturschutz

Verm├╝llte Biotope und ein zerst├Ârtes Insektenhotel

Heddesheim, 20. Februar 2013. (red/zef) Auch f├╝r das Jahr 2013 stehen bei der Ortsgruppe Heddesheim des Bunds f├╝r Umwelt und Naturschutz in Deutschland gro├če Herausforderungen an: Die Biotope sind teilweise heftig verm├╝llt, das Insektenhotel wurde erneut zerst├Ârt. Auf der Jahreshauptversammlung stellte die Ortsgruppe die Weichen, um dies zu meistern.

Von Ziad-Emanuel Farag

Am Samstag, den 23. Februar, s├Ąubert die BUND-Gruppe Heddesheim die Biotope. Maria Landenberger, Vorsitzende der Ortsgruppe, ├Ąu├čert sich hierzu optimistisch:

Gut 20 Personen aus Heddesheim haben letztes Jahr sehr viel M├╝ll aus den Biotopen entfernt. Es haben sehr viele mit angepackt, die zum Teil gar nicht Mitglied der Ortsgruppe sind. Das hat uns sehr gefreut. Auch in diesem Jahr hoffen wir wieder auf viele tatkr├Ąftige Unterst├╝tzung. Besonders in den Landgr├Ąben k├Ânnen wir jede helfende Hand gebrauchen. Es ist erschreckend, dass jedes Jahr ├ľlf├Ąsser auftauchen.

Ihre Grundst├╝cke m├Âchte die Ortsgruppe pflegen und so weitere Fl├Ąchen unber├╝hrter Natur schaffen. Dabei st├Âren momentan wildwuchernde Brombeeren und Kirschen, die der restlichen Vegetation kaum Platz lassen. Hierbei soll auch das Insektenhotel wieder aufgebaut werden. Wie 2009 wurde es auch 2012 zerst├Ârt.

Der Vorstand der BUND-Gruppe Heddesheim (von links nach rechts): Dr. Klaus Wagner (stellvertretender Vorsitzender und Kassenwart) Johanna Fath und Richard Landenberger (Kassenpr├╝fer) und Maria Landenberger (Vorsitzende)

Insgesamt kann man aber mit der Bilanz f├╝r 2012 zufrieden sein: Am 26. Juli 2012 konnten am Badesee in Heddesheim Zwergflederm├Ąuse in freier Wildbahn beobachtet werden. Es stand au├čerdem eine Kr├Ąuterwanderung in Hemsbach an. Die reiche Flora und Fauna des Odenwaldes erwies sich hierf├╝r als reichhaltiger Schatz.

Das Ganze stie├č auf so eine gro├če Resonanz, dass es in diesem Jahr auch eine f├╝r Eltern und ihre Kinder stattfinden wird. Ebenfalls wird es eine Aktion geben, bei der Kinder zusammen mit ihren Eltern Pf├Ąhle bauen, die die einzelnen Grundst├╝cke begrenzen sollen.

Die gute Arbeit 2012 schlug sich auch in den Vorstandswahlen nieder: Maria Landenberger als erste Vorsitzende und Dr. Klaus Wagner als Kassenwart und ihr Stellvertreter wurden einstimmig wiedergew├Ąhlt.

 

KliBA stellt Energiebericht vor

Eisbahn frisst Energieeinsparung auf

Heddesheim, 28. Juni 2012. (red) Die gute Nachricht – die Gemeinde spart ├╝berwiegend durch investive Ma├čnahmen Energie ein. Die schlechte: Die Kosten steigen trotzdem. Eisbahn und Hallenbad sind nach wie vor Energiefresser.

In der Gemeinderatsitzung vom 28. Juni 2012 berichtete Dr. Klaus Ke├čler, Gesch├Ąftsf├╝hrer der KliBA gGmbH,┬á ├╝ber den aktuell vorliegenden Energiebericht des Controllings aus dem Vorjahr ├╝ber die Energietr├Ąger Erdgas, Heiz├Âl, Holzpellets, Strom und Wasser.

Der gesamte Energie- und Wasserverbrauch der Gemeinde wird von wenigen Gro├čverbrauchern entscheidend beeinflusst. Auch Witterung und schwankende Besucherzahlen wirken sich direkt auf die H├Âhe des W├Ąrme-, Strom- und Wasserverbrauchs aus.

Die KliBA GmbH stellte neben den Ergebnissen aus der Kontrolle, Analyse und Dokumentation des Jahresverbrauchs┬á auch die im Jahr 2011 entstandenen zugeh├Ârigen Kosten und die H├Âhe der Co┬▓-Emissionen dar.

Konsequentes Energiecontrolling

Durch das konsequent durchgef├╝hrte Energiecontrolling konnten seit 2003 die Verbrauchwerte aller erfassten fossilen Energietr├Ąger (Erdgas, Heiz├Âl, Holzpellets, Strim und Wasser) deutlich reduziert werden. Diese Reduktion wurde bis zum Jahr 2006 konstant gehalten.

In den folgenden Jahren gelangen den Liegenschaften weitere Reduzierungen durch verschiedenartig durchgef├╝hrte Ma├čnahmen der Gemeinde und durch die Einf├╝hrung des Energiesparcontracting. Als einziger Ausrei├čer bildet das Jahr 2009 eine Ausnahme – hier verursachte das Blockheizkraftwerk durch eine ganzj├Ąhrige Stromproduktion und l├Ąngerer Laufzeiten einen h├Âheren Gasverbrauch.

Der vorj├Ąhrige Gesamtenergieverbrauch der Liegenschaften sank gegen├╝ber 2010 erneut – mit dem Verbrauch von 5.600 MWh konnte im Vergleich zum Jahr 1997 eine Einsparung von 25 Prozent erreicht werden. Die CO2-Verbrauch ist sogar um 40 Prozent zur├╝ckgegangen – das bedeutet eine Einsparung von 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Diese Reduzierung entstand vor allem durch Einsparungen im W├Ąrmebereich (76 Prozent der Gesamtenergie). Die Einsparungen wurden zur H├Ąlfte vom Rathaus und der Heizungszentrale in der Johannes-Kepler/Karl-Drais-Schule realisiert.

Auch der Stromverbrauch konnte bei nahezu allen reduziert werden, mit Ausnahme der Eisbahn, welche durch ihren Ausfall in der K├Ąltesteuerung die Einsparungen der anderen Liegenschaften zunichte machte. In der Betrachtung der Gesamtbilanz ist daher nur eine sehr geringe Einsparung des Stroms zu verzeichnen.

Bei einem nur graduellen Anstieg von unter einem Prozent des Gesamtverbrauchs (213 m┬│) blieb der Wasserverbrauch im Vorjahr fast konstant.

Kosten steigen kontinuierlich

Die Kosten f├╝r Energie sind jedoch trotz aller durchgef├╝hrten Einsparungen seit 2003 kontinuierlich angestiegen. Seit einem im Jahr 2009 erstmalig aufgetretenen R├╝ckgang der Kosten gegn├╝ber dem Vorjahr wuchsen die Kosten 2010 bereits wieder erneut, und das trotz sinkenden Energieverbrauchs.

In der aktuellen Bilanz 2011 konnten die Kosten von etwa 515.000 ÔéČ auf 431.000 ÔéČ gesenkt werden. Diese Kostenwerte liegen sogar unter den 2006 festgestellten Energiekosten. Die Gemeinde hat langfristige Bezugsvertr├Ąge geschlossen und somit f├╝r die entsprechenden Zeitr├Ąume „feste“ Preise.

Eine Ursache f├╝r die aktuelle verzeichnete starke Abnahme ist der milden Witterung im Jahre 2011 zuzurechnen, welches das w├Ąrmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997 war. Hier wurde deutlich weniger Heizw├Ąrme verbraucht als in den Vorjahren. Das warme Wetter hat direkte Auswirkungen auf die Kosten die nicht witterungsbereinigt sind.

Als eine weitere positive Einwirkung auf die Kosten sind auch die durchgef├╝hrten Ma├čnahmen zur Energieeinsparung zu sehen.

Der gesamte Gasverbrauch der Liegenschaften wurde reduziert. Im Jahr 2011 musste weniger externer und teurer Strom zugekauft werden, da das Blockheizkraftwerk (BHKW) ├╝ber die Laufzeit eines gesamten Jahres mehr Strom selbst produzierte. Auch das Heiz├Âl im Rathaus musste aufgrund der Bevorratung nicht nachgetankt werden.

Sehr umfassend durchgef├╝hrte D├Ąmmma├čnahmen an der Geb├Ąudeh├╝lle des Rathauses haben den Heiz├Âlverbrauch so stark reduziert, dass der Verbrauch von Pellets im Bauhof den Heiz├Âlverbrauch ├╝berwog.

Neuer Kostenfaktor Stra├čenbeleuchtung

Ebenfalls auf den milden Winter und den dadurch niedrigeren W├Ąrmeverbrauch von unter 1.500 Tonnen┬á ist der┬á um 40 Prozent (Vergleichsjahr 1997)┬á gesenkte CO┬▓-Verbrauch. Durch den Bezug von ├ľkostrom wird dieser Wert auch in Zukunft weiter sinken.

Die Stra├čenbeleuchtung ging am 01. April 2012 in den Bereichen Wartung und Instandhaltung vom Eigentum der EnBW┬á in das Eigentum der Gemeinde ├╝ber. Diese werden ab sofort ebenfalls in den Energiebericht aufgenommen, um die Ver├Ąnderungen der Kosten bzw. Einsparungpotential der Stromkosten erfassbar machen zu k├Ânnen.

Aus Sicht von Dr. Ke├čler sei es sinnvoll Anfang des kommenden Jahres F├Ârderantr├Ąge f├╝r ein Klimaschutzkonzept zu stellen. Auch der Kreis habe so ein Konzept in Vorbereitung mit dem Ziel des energieautarken Kreises.

Anm. d. Red.: In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heddesheim f├╝hrt die KliBA GmbH seit dem Jahr 2001 ein Energiecontrolling f├╝r die 12 ausgew├Ąhlten Liegenschaften der Kommune Heddesheim durch.

 

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. Zun├Ąchst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als B├╝rger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung ver├Âffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell f├╝r einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im Fr├╝hjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 Arbeitspl├Ątze, Gewerbesteuer in H├╝lle und F├╝lle, ein gl├╝cklicher B├╝rgermeister – die (bis dato nicht gef├Ąhrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild f├╝hrt zum Artikel)

Weil ich als B├╝rger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde f├╝ndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ ├╝ber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ f├╝r Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zun├Ąchst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Gro├čes Interesse – wachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und ver├Âffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht m├Âglich w├Ąre, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu gr├╝nden. Ich hatte schon von ├Ąhnlichen Projekten geh├Ârt, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gew├Ąhlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben m├╝ssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden ├╝ber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines bei├čw├╝tigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt f├╝r einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 w├Ąhlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Ver├Âffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, S├╝ddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die ├╝ber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist l├Ąngst ├╝ber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegr├╝ndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur Verf├╝gung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

Dar├╝ber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schw├Ârbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten gr├╝nden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seri├Âsen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine Wohlf├╝hl-Schwurbelei, sondern eine f├╝r die Demokratie herausragende Aufgabe zu erf├╝llen. Meinungen durch Informationen zu erm├Âglichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die Gesch├Ąftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen – wie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seri├Âses Gesch├Ąft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern f├╝r die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-Aff├Ąre. Der gr├╝ne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Str├Âbele hatte uns f├╝r einen Bericht abgemahnt. S├Ąmtliche Berliner Zeitungen berichteten ├╝ber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs st├╝rzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der Gr├╝nen-Bundespolitiker Hans-Christian Str├Âbele ab - und zog die juristische Attacke wieder zur├╝ck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zur├╝ck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-Aff├Ąre mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema f├╝r die „unabh├Ąngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren gesch├Ânte und klientelabh├Ąngige „Berichterstattung“ skandal├Âs wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen h├Ąufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

F├╝r mich pers├Ânlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige Verf├╝gung wegen widriger Umst├Ąnde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was ├Âffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichg├╝ltig sind. Diesen m├Âchte ich stellvertretend f├╝r das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Beh├Ârden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit m├Âchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erw├Ąhnenswert, B├╝rgermeister Manuel Just in Hirschberg und B├╝rgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch B├╝rgermeister Lorenz in Dossenheim m├Âchte ich gerne als neuen Kontakt erw├Ąhnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer B├╝rgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein Amtsverst├Ąndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

Unabh├Ąngige Berichterstattung

Wie unabh├Ąngig wir tats├Ąchlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „Gr├╝ne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“.┬á Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU m├Âchten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gespr├Ąchsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien W├Ąhler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der Gr├╝ne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erw├Ąhnt werden – trotz kontr├Ąrer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur Aufkl├Ąrung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das Verh├Ąltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktions├╝bergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv ├╝ber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bev├Âlkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer Oberb├╝rgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter f├╝r den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Pers├Ânlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portr├Ątiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch best├Ątigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten P├Âbel„). Zu seinem Kollegen W├╝rzner in Heidelberg besteht noch kein pers├Ânlicher Kontakt, aber das wird sich ├Ąndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir ver├Âffentlichen Nachrichten, die f├╝r die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielf├Ąltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen Verb├Ąnden und Vertr├Ągen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielf├Ąltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir m├╝ssen manchmal den Mut zur L├╝cke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen k├Ânnen.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. ├ťberbordende Berichte in den Zeitungen ├╝ber Vereinsfeste haben Bed├╝rfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „F├╝rs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erz├Ąhlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch h├Âhrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den G├Ąsten gn├Ądig, der k├╝hle Gerstensaft flo├č in Str├Âmen und die Luft war erf├╝llt vom Duft leckerer Bratw├╝rste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig ├╝ber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), daf├╝r aber mit vielen Fotos. Die erz├Ąhlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, k├Ânnen aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gef├Ąllt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie k├Ânnen Kommentare schreiben und viel einfacher als fr├╝her die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, Vorschl├Ągen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns ├╝ber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgew├Ąhlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme ├╝ber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, m├Âchte ich Ihnen sehr herzlich genau daf├╝r danken. F├╝r Unterst├╝tzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist t├Ątig und seit drei Jahren als "Blogger".

F├╝r die Zukunft w├╝nsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse f├╝r etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht m├Âglich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, wei├č ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu sch├Ątzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterst├╝tzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten w├╝nschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne m├Âchte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverst├Ąndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, f├╝r das Engagement, das Verst├Ąndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spa├č meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

Nehmen Sie die Vogelf├╝tterung wieder auf, damit es keinen stummen Fr├╝hling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich ├╝berwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der Vogelsch├╝tzer im Sommer dazu aufgefordert, keine V├Âgel zu f├╝ttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. Finkenbest├Ąnde wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die V├Âgel, die durchgehalten haben und ├╝berwintern, d├╝rften infektionsfrei sein, denn der Haupt├╝bertr├Ąger, die Stechm├╝cke, f├Ąllt als ├â┼ôbertr├Ąger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur Vogelf├╝tterung ├╝ber den Winter auf, denn viele V├Âgel finden in der freien Natur l├Ąngst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger V├Âgel, zu der auch die Amsel geh├Ârt, hat alle Vogelfreunde tief ersch├╝ttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu h├Âren. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer Fr├╝hling im kommenden Jahr nicht auszuschlie├čen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugv├Âgel oder durch Stechm├╝cken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts f├╝r Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. „Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-W├╝rttemberg entdeckt worden, dies best├Ątigte das Friedrich-Loeffler-Institut“, laut Wikipedia. „Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.“

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten V├Âgel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktm├Ą├čig im Geb├╝sch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich h├Âher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den n├Ąchsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die Vogelbest├Ąnde davon erholen werden.

Auch in unseren Nachbarl├Ąnder, ├ľsterreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen ├╝bertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein ├╝bergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singv├Âgeln und hier haupts├Ąchlich bei den Gr├╝nfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und f├╝hrte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu gro├čen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben ├╝bertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen V├Âgeln, besonders bei unseren Finken gro├če Best├Ąnde vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der Haupt├╝bertr├Ąger Stechm├╝cken sind, d├╝rfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder f├╝ttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter Vogelsch├╝tzer. Der Mitgr├╝nder des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich dar├╝ber hinaus intensiv f├╝r den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen im Heddesheimer Gemeinderat.

F├╝r R├╝ckfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur Verf├╝gung: 06203-9585824

Portr├Ąt Kurt Klemm

H├Âchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis f├╝r die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis f├╝r Kurt Klemm

„Ich suche st├Ąndig nach innovativen Produkten.“

Sonderver├Âffentlichung

Herr Dufek, warum machen Sie bei der diesj├Ąhrigen Leistungsschau des BdS mit?
Peter Dufek: „Damit wir unsere Leistungen und uns pers├Ânlich vorstellen k├Ânnen. Nat├╝rlich kennen uns schon viele Heddesheimer, wir sind ja seit 1998 in Heddesheim, aber es ├Ąndert sich auch immer etwas.“

Was meinen Sie?
Dufek: „Die technischen L├Âsungen und Angebote. Vor zwanzig Jahren waren Solaranlagen noch etwas ganz besonderes. Heute sind sie fast Standard oder sogar ein Muss.“

dufek

Installateur- und Heizungsbauermeister Peter Dufek ist seit August 1999 selbstst├Ąndig in Heddesheim und f├╝hrt ein f├╝nfk├Âpfiges Team.

Stellen Sie innovative Produkte aus?
Dufek: „Ja. Beispielsweise ganz neue Heizk├Ârper von Vogel&Noot, die sich durch eine enorme Vielf├Ąltigkeit auszeichnen.“

Neue Heizk├Ârper und eine umweltfreundliche Pumpe.

Das hei├čt?
Dufek: „In diesem Fall ist nicht die technische Neuerung besonders, sondern das Design – da ist f├╝r jeden Geschmack etwas dabei. Ein tolles Produkt.“

Und technisch?
Dufek: „Hier stellen wir eine Luftw├Ąrmepumpe aus, die kaum Strom braucht und damit enorm umweltfreundlich arbeitet.“

Und von den Leistungen?
Dufek: „Neben den rein handwerklichen Leistungen suche ich f├╝r unsere Kunden immer nach neuen L├Âsungen im Markt. Die Produkte m├╝ssen technisch zuverl├Ąssig und umweltfreundlich sein sowie ein sinnvolles Preis-Leistungsverh├Ąltnis haben – egal ob Gas, Wasser, Sanit├Ąr oder im Heizungsbereich.“

A propos Heizung. Das ist im Moment doch kein Thema mehr?
Dufek: „Aber klar ist das ein Thema. Im Sommer sollten die Wartungsarbeiten gemacht werden, damit die Heizung im Winter auch st├Ârungsfrei arbeitet.“

Heizung ist gerade im Sommer ein Thema – im Winter sollte sie funktionieren.

Was sollte gemacht werden?
Dufek: „Ich empfehle meinen Kunden, ihre Heizungen jedes Jahr zu warten. Einerseits m├╝ssen die feuerungstechnischen Komponenten ├╝berpr├╝ft und eingestellt und andererseits der Brenner gereinigt werden.“

Reicht das nicht alle paar Jahre?
Dufek: „Der Glaube, dass man sich hier Geld sparen kann, ist ein Irrtum. Reinigung und Wartung kosten je nach Heizung rund 100-120 Euro netto. Daf├╝r hat der Kunde die Garantie, dass die Heizung auch l├Ąuft. Exakt eingestellte Heizungen verbrauchen weniger, hier spart sich der Kunde also das Geld zur├╝ck und tut auch etwas f├╝r die Umwelt. Kommt es mangels Wartung zu einem Ausfall, sind die Kosten meist viel h├Âher.“

Sie bieten seit Mai 2009 auch eine Abholtheke an. Wie hat sich das Angebot entwickelt?
Dufek: „Sehr gut. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass Kunden bei uns einerseits Kleinteile bekommen, aber auch eine fachlich kompetente Beratung zu Gas, Wasser, Sanit├Ąr und Heizungen.“

Link: Dufek-Heizung

BUND Jahreshauptversammlung

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Februar 2010. (red/p├Âl) Die BUND Ortsgruppe Heddesheim hatte zur Jahreshauptversammlung am 23. Februar 2010 ins B├╝rgerhaus eingeladen. Neue Vorsitzende ist Maria Landenberger.

Der stellvertretende Vorsitzende Dr. Klaus Wagner berichtete von den Aktivit├Ąten im Jahr 2009. Die „Aktion saubere Flur“, sprich M├╝ll einsammeln, wurde von vielen B├╝rger/innen und Sch├╝lern angenommen. Der Bauhof stellte hierf├╝r drei Fahrzeuge, M├╝lls├Ącke und Handschuhe kostenlos zur Verf├╝gung.

Wenig aktive zur Zeit beim BUND. Bild: hlbog/p├Âl

Wenig aktive zur Zeit beim BUND. Bild: hlbog/p├Âl

Das „Highlight“ war die Die „72 Stundenaktion“ der Heddesheimer Firmlinge und Ministranten, f├╝hrte zu einem Geschenk an den BUND, sagte Wagner. Die Organisation lag in den H├Ąnden der katholischen Kirche. Der BUND ├╝bernahm die Planungsarbeiten, Material Materialbeschaffung sowie Anleitung der Jugendlichen. Es wurden eine zwei Trockenmauern mit Schautafel und ein Insektenhotel hergestellt. Im Sp├Ątsommer wurde die Informationstafel des Insektenhotels beschmiert. Die Tafel an der Trockenmauer wurde von Vandalen verw├╝stet.

In der zweiten Jahresh├Ąlfe steigerten sich die Aktivit├Ąten zur geplanten Ansiedlung der Spedition „Pfenning“. Hier wurde eine Informationsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der „IG neinzupfenning“ und dem Ortsverein B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen durchgef├╝hrt. „Im Mitteilungsblatt wurden ├╝ber ein Dutzend Artikel ├╝ber die nachhaltige Entwicklung im Gewerbegebiet ver├Âffentlicht“, so Richard Landenberger, der Vorsitzende im Verbund Rhein-Neckar-Odenwald des BUND.

Die j├Ąhrlich durchgef├╝hrten Pflegearbeiten im Biotop wurden wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Gemeinde nicht durchgef├╝hrt. „Die Gemeinde wollte von unserer „72 Stundenaktion“ zweiundsiebzig Punkte auf das ├ľkokonto buchen. Unsere Arbeit h├Ątte die Zerst├Ârung der Natur an anderer Stelle erlaubt“, sagte Wagner. Mittlerweile sei das gekl├Ąrt und der BUND wolle weiter mit der Gemeinde zusammenarbeiten

Gerda H├Ąrdle hat an der Schmetterlingsz├Ąhlung des BUND teilgenommen und diese am Biotop beobachtet. „Um Grundschulkindern die Lebensweise von Amphibien im Biotop n├Ąher zu bringen, haben wir die G├Ąnswiesen in Hemsbach besucht. Die ins Auge gefasste zweite B├╝rgerphotovoltaikanlage auf dem Dach der Johannes-Kepler-Schule haben wir nicht durchgef├╝hrt, da die Stadtwerke Viernheim sich daf├╝r angeboten haben“, sagte Wagner.

„Am 07. M├Ąrz werden wir unsere Aktion „Saubere Flur 2010″ um 9:00 Uhr starten. Die Ortsgruppe feiert dieses Jahr ihr 25-j├Ąhriges Jubil├Ąum. Es ist eine Picknickaktion angedacht“, sagte Dr. Klaus Wagner.

Zur 1. Vorsitzenden wurde einstimmig Maria Landenberger gew├Ąhlt, nachdem Thomas Wurm wegen eines Wegzugs in die Pfalz nicht mehr zur Verf├╝gung stand. Die Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden und Kassier Dr. Klaus Wagner erging ebenfalls einstimmig.

Der BUND hat in der Vergangenheit mehrere aktive Mitglieder wegen Wegzugs verloren und hofft auf neue Aktive.

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Das heddesheimblog

Anm. d. Red.: Der Artikel wurde auf Grund der Anmerkungen korrigiert, bzw. erg├Ąnzt.

Feuerwerk: Feinstaub, L├Ąrm und Treibhausgas

Guten Tag!

Heddesheim, 31. Dezember 2009. Bleigie├čen, ein Gl├Ąschen Sekt und das Feuerwerk um Mitternacht geh├Âren f├╝r die meisten B├╝rgerinnen und B├╝rger in Deutschland traditionell zum letzten Abend des Jahres. Jeder kennt aber auch die Situation, wenn um Mitternacht die Luft „zum Schneiden“ ist, die Augen brennen und es im Hals kratzt. Wenn wir Feuerwerksk├Ârper abbrennen, steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen explosionsartig an.

Zu gro├čen Teilen besteht der Feuerwerksqualm aus Feinstaub (PM – Particulate Matter, PM10 – Staubteilchen mit einem Durchmesser <10├é┬Ám).├é┬áEs ist erwiesen, dass Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand wirkt.

Bis zu 100 Mal h├Âhere Belastung mit Feinstaub

feuerwerk

Sch├Ânes Spektakel bringt Feinstaub, L├Ąrm und M├╝ll. Bild: Umweltbundesamt

Beispielhafte Auswertungen des Umweltbundesamtes f├╝r den Jahreswechsel 2005/2006 zeigen, dass am ersten Tag des neuen Jahres die Luftbelastung mit gesundheitsgef├Ąhrdendem Feinstaub vielerorts so hoch ist wie sonst im ganzen Jahr nicht. PM10-Stundenwerte von bis zu 4000 ├é┬Ág/m├é┬│ (4000 ├é┬Ág/m├é┬│ = 4000 Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter Luft) sind in der ersten Stunde des neuen Jahres in Gro├čst├Ądten keine Ausnahme. Im stadtnahen, l├Ąndlichen Bereich erreichen die PM10-Stundenwerte zwar nicht derartige Spitzen, doch ein drastischer Anstieg ist auch hier festzustellen.

In Deutschland werden zu Silvester rund 10.000 Tonnen Feuerwerk abgebrannt. Dabei werden gro├če Mengen Feinstaub freigesetzt.

Pikant: Keine der 39 St├Ądte, die 2009 eine Umweltzone haben, verbietet die Knallerei. Dabei sind├é┬áUmweltzonen eingerichtet worden, um die Feinstaub-Belastung in der Luft zu senken.├é┬áDabei ist die Luft an keinem Tag im Jahr so hoch mit Feinstaub belastet wie am 1. Januar. Das Umweltbundesamt berichtet, dass zwischen Mitternacht und ein Uhr fr├╝h die Belastung bis zu hundert mal h├Âher ist als normal.

Die rund 10.000 Tonnen Feuerwerk der Deutschen belasten zudem die Atmosph├Ąre mit verschiedenen Treibhausgasen, deren Klimawirkung rund 2.300 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Diese Zahl hat die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt M├╝nster nach Angaben des Versicherungskonzerns Allianz ermittelt.

10.000 Tonnen Knaller = 550 Fl├╝ge M├╝nchen/New York und zur├╝ck

Dies entspreche 25 Gramm CO2 pro Kopf der Bev├Âlkerung oder 550 ├â┼ôberseefl├╝gen von M├╝nchen nach New York und wieder zur├╝ck. Da jeder Einwohner in Deutschland pro Jahr rechnerisch rund zw├Âlf Tonnen CO2 freisetze, falle der Beitrag durch das Silvester-Feuerwerk allerdings vergleichsweise gering aus.

Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz erkl├Ąrten 77 Prozent der Befragten, ihnen falle zum Thema Silvester-Feuerwerk vor allem Geldverschwendung ein. Rund 71 Prozent f├╝rchten sich vor Verletzungen, 63 Prozent halten die M├╝llberge f├╝r problematisch und etwas mehr als die H├Ąlfte denken an Sachbesch├Ądigungen. Die deutschen Versicherungen zahlen laut Allianz j├Ąhrlich rund 40 Millionen Euro f├╝r mehr als 22.000 Sachsch├Ąden, die in der Weihnachtszeit und der Silvesternacht entstehen.

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Einzelheiten zur BUND-Informationsveranstaltung


Guten Tag!

Heddesheim, 11. September 2009. Der BUND hat per Pressemitteilung Einzelheiten ├╝ber die Informationsveranstaltung am 16. September 2009 bekannt gegeben.

So werden vier Hauptredner auftreten: Richard Landenberger (Vorsitzender BUND Rhein-Neckar-Odenwald) wird zusammen mit Kurt Fleckenstein (Landschaftsarchitekt, IG neinzupfenning), Günther Heinisch (Gemeinderat der GRÃœNEN) und Michael Bowien (Gemeinderat der SPD) über die Folgen der Ansiedlung der Pfennig-Gruppe für Mensch, Natur und Umwelt informieren.

Richard Landenberger vom BUND kritisiert vor allem den enormen Fl├Ąchenverbrauch von 20 Hektar, zu dem es bei der Ansiedlung des Logistikdienstleisters kommen w├╝rde. Die damit einhergehende Fl├Ąchenversiegelung h├Ątte auch weitreichende Folgen f├╝r das ├Ârtliche ├ľkosystem und den Wasserhaushalt. Zudem ziehe der Fl├Ąchenverbrauch eine massive Erh├Âhung der Verkehrsbelastung f├╝r die B├╝rgerinnen und B├╝rger mit sich.

Dr. Kurt Fleckenstein wird zur „Belastung von Siedlung und Landschaft“ reden. Michael Bowien widmet sich in seinem Vortrag einem m├Âglichen Leitbild f├╝r die Gemeinde. G├╝nther Heinisch spricht ├╝ber das geplante „Pfenning“-Projekt aus Sicht der Gr├╝nen.

Als Schwerpunkt sollen bei dem B├╝rgerabend die M├Âglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung des Gewerbegebiets ohne weitere Logistikansiedlung aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang ist die Bildung einer Arbeitsgruppe geplant.

Termin und Ort: Mittwoch, 16. September 2009, 19:00 Uhr, B├╝rgerhaus
Die Veranstaltung ist kostenlos und richtig sich an alle B├╝rger

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Rhein-Neckar Energie GmbH gegr├╝ndet


Guten Tag!

Rhein-Neckar-Kreis, 12. August 2009. Die VR Abfallverwertungsgesellschaft und die MVV Energiedienstleistungen haben heute in Mannheim die Gr├╝ndung der gemeinsamen Tochtergesellschaft Rhein-Neckar Energie GmbH (RNE) bekannt gegeben. Das Gesch├Ąftsmodell der RNE ist eine m├Âglichst klimaschonende Energieversorgung in der Region.

Die Rhein-Neckar Energie GmbH hat gr├Â├čere Biomasse- und Energieeinsparprojekte im Fokus und wirbt f├╝r sich damit, die CO2-Bilanz der Metropolregion verbessern zu wollen.

Das in Sinsheim ans├Ąssige Unternehmen will sich auf gr├Â├čere umweltfreundliche Biomasseheizkraftwerke und auf ressourcenschonende Energieeinsparcontracting-Projekte konzentrieren. Dar├╝ber hinaus will es die Gemeinden der Metropolregion Rhein-Neckar dabei unterst├╝tzen, zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen und damit einen lokalen und regionalen Beitrag zur Senkung des CO2-Aussto├čes zu leisten.

Gef├╝hrt wird die RNE von je einem Mitarbeiter von AVR und MWW sowie zwei Prokuristen. Arbeitspl├Ątze schafft die RNE also zun├Ąchst keine. Auftr├Ąge werden an die Abteilungen der beiden „M├╝tter“ weitergegeben. Die MVV h├Ąlt 50,1 Prozent, die AVR 49,9 Prozent an der RNE.

„Klimaschutz ist eine weltweite und damit auch regionale und lokale Herausforderung“, sagte der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie, Dr. Georg M├╝ller. „Genau das ist der Ansatz der RNE – wir wollen f├╝r unsere Kunden innovative, umweltschonende Technika anbieten.“

Der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Dr. J├╝rgen Sch├╝tz, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der AVR, sagte: „Die Frage nach einer effizienten und umweltfreundlichen Energieversorgung wird uns alle immer mehr besch├Ąftigen m├╝ssen. Ich freue mich, dass die AVR in der MVV einen kompetenten Partner gefunden hat.“

Alfred Ehrhard, Gesch├Ąftsf├╝hrer der AVR und der RNE Rhein-Neckar Energie GmbH, sagte: „Abfall ist eine Ressource, gerade wenn es sich um Bioabfall handelt. Beispielsweise Gr├╝nschnitt, Stra├čenbegleitgr├╝n oder Landschaftsabf├Ąlle wie Holz. Von der Sammlung, Aufbereitung, Lagerung bis hin zum Transport kennen wir uns bestens mit dem umweltschonenden Brennstoff Biomasse aus.“ Und weiter: „Die Beteiligung am Markt f├╝r die Nutzung regenerativer Energien ist die logische Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft zur Rohstoffwirtschaft und das Erkennen von Abfall als Wirtschaftsgut und Rohstoff.“

Michael Blichmann, Gesch├Ąftsfeldleiter der MVV Energiedienstleistungen GmbH und ebenfalls Gesch├Ąftsf├╝hrer der RNE Rhein-Neckar Energie GmbH, sagte: Wir bringen unser bundesweit erworbenes Know-how bei der technischen Konzeption und der Projektentwicklung, bei Planung, Bau und Betrieb von Biomasse- und Biogasanlagen sowie bei Energieeinspar-Projekten in die RNE ein.

Zun├Ąchst will sich die RNE nur auf den Rhein-Neckar-Kreis konzentrieren. „Die St├Ądte Mannheim und Heidelberg bleiben zun├Ąchst au├čen vor“, sagte Alfred Ehrhard auf Nachfrage des heddesheimblogs. Best├Ątigt wurde ebenfalls auf Nachfrage, dass die beiden Unternehmen schon seit sechs Monaten Projekte vorbereiten und mit m├Âglichen Kunden im Kontakt stehen. In Sinsheim gibt es mit einem Krankenhaus bereits einen Vertrag ├╝ber das Energiecontracting (Konzept und Kontrolle bei der Energieeinsparung).

├â┼ôberlegt wird auch, ob das Sinsheimer Biomassewerk von der NRE ├╝bernommen und betrieben werden soll: „Dazu brauchen wir aber noch ein Fernw├Ąrmenetz“, sagte Ehrhard.

Georg M├╝ller sagte: „Was wir hier vorhaben, hat nichts mit der bekannten, klassischen Versorgung mit Energie zu tun, sondern orientiert sich an den Bed├╝rfnissen des Kunden. Nicht der Kunde nimmt, was wir bieten, sondern wir passen uns dem Kunden an.“ Die MVV Energiedienstleistungen betreibt bundesweit bereits ├╝ber 30 Biomassewerke.

Redaktion heddesheimblog

Gastbeitrag: Was „nachhaltig“ bedeutet

Guten Tag!

Heddesheim, 11. August 2009. red. Richard Landenberger ist Vorsitzender des Regionalverbands des BUND Rhein-Neckar-Odenwald und Mitglied der BUND Ortsgruppe Heddesheim. In seinem Gastbeitrag versucht Richard Landenberger den Begriff der Nachhaltigkeit f├╝r die Leserinnen und Leser konkret vor Ort verstehbar zu machen.

Von Richard Landenberger

In den Diskussionen der vergangenen Wochen ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ oft aufgetaucht. Viele wissen nicht so recht, was sie damit anfangen sollen, da dieser Begriff oft ins Gegenteil verbogen wird.

F├╝r den BUND ist die Nachhaltigkeit eine der S├Ąulen seiner Politik. Wie diese nachhaltige Politik aussehen sollte, hat er in seinen beiden Studien „Zukunftsf├Ąhiges Deutschland“ (1996 zusammen mit Misereor herausgegeben) und „Zukunftsf├Ąhiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (2008 zusammen mit Brot f├╝r die Welt und eed herausgegeben) beschrieben. Wobei hier der Begriff Zukunftsf├Ąhigkeit gleichbedeutend mit Nachhaltigkeit zu verstehen ist.

Wer die Reden unserer Bundespolitiker verfolgt wird erkennen, dass sowohl Bundespr├Ąsident K├Âhler als auch Bundeskanzlerin Merkel in ihren Reden auf die Begrifflichkeiten dieser Studien zur├╝ckgreifen. Dass zwischen ihren Worten und Taten Welten liegen, ist dabei das gro├če Problem.

Die Nachhaltigkeit beinhaltet das Ziel, Natur und Umwelt f├╝r die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfa├č den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsr├Ąumen in ihrer urspr├╝nglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der nat├╝rlichen Umgebung.

Da unsere Erde durch die Zerst├Ârung der Natur am meisten gef├Ąhrdet ist und aus dieser Zerst├Ârung die sozialen und ├Âkonomischen Probleme der Zukunft gepr├Ągt werden, mu├č eine ├Âkologische Politik den Vorrang haben. Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme werden durch Vorrang der ├ľkologie mit am besten gel├Âst.

Dabei haben die Kommunen gro├če M├Âglichkeiten f├╝r eine nachhaltige Entwicklung zu sorgen. Der BUND Baden-W├╝rttemberg hat Forderungen f├╝r eine zukunftsf├Ąhige kommunale Umwelt- und Naturschutzpolitik erhoben.

Neben Forderungen und Vorschl├Ągen zum Verkehrsbereich, zum Energiebereich und anderen Bereichen steht hier Reduzierung des Fl├Ąchenverbrauchs an erster Stelle.

Wenn die Perspektiven unserer Gemeinde ernsthaft diskutiert werden sollten, dann m├╝ssen alle Vorhaben auf ihre Nachhaltigkeit ├╝berpr├╝ft werden.

„Die Pressemitteilung ist l├╝ckenhaft und falsch“


Guten Tag!

Heddesheim, 1. August 2009. Der freie Journalist Hardy Prothmann nimmt f├╝r das heddesheimblog am so genannten „Dialog„-Kreis teil. Diesem Kreis geh├Âren etwa 20 Personen an, die bis auf einen B├╝rger alle pers├Ânliche, gesch├Ąftliche oder politische Interessen verfolgen.

Der Mannheimer Morgen hat ├╝ber den „zweiten Dialogkreis“ einen Artikel geschrieben und schreibt zum Schluss des Textes: „Am Ende der Sitzung verfassten die Teilnehmer eine gemeinsame Pressemitteilung, mit der sich Hardy Prothmann inhaltlich nicht einverstanden erkl├Ąrte.“

Das heddesheimblog ver├Âffentlicht hier die kommentierte Pressemitteilung und listet darin die Gr├╝nde auf, warum Hardy Prothmann nicht bereit war, dieser zuzustimmen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wie der „Dialog“ abl├Ąuft, bestimmt die IFOK, ein von der Gemeinde Heddesheim teuer bezahltes PR-Unternehmen. Das angebliche Ziel dieser Gespr├Ąchsrunde steht in der Pressemitteilung:

„Ziel des Dialogkreises ist es, Fakten zu diskutieren und zu sammeln, an die B├╝rger zur├╝ckzugeben und ihnen somit eine Entscheidungsgrundlage in der Frage der geplanten Ansiedlung des Logistik-Unternehmens Pfenning zu geben.“

Diese Behauptung ist nichts anderes als eine massive T├Ąuschung der ├ľffentlichkeit. Egal, wie viele Fakten die B├╝rger haben – die B├╝rger haben nichts zu entscheiden – sie k├Ânnen sich nur eine Meinung bilden. Allein der Gemeinderat entscheidet ├╝ber das Projekt.

Bei der zweiten Sitzung zeigte sich der Moderator Andreas Ingerfeld heillos ├╝berfordert. Manche Gespr├Ąchsteilnehmer lie├č er ├╝ber zehn Minuten am St├╝ck reden. Bei anderen lie├č er zu, dass diese mehrfach in ihrer Wortmeldung unterbrochen wurden.

Au├čerdem durften Bef├╝rworter des Projekts nach Belieben und nicht in der Reihenfolge der Wortmeldungen das Wort ergreifen. Es handelte sich also nicht um einen moderierten, sondern um einen chaotischen „Dialog“.

Die vorgelegte Pressemitteilung ist ebenfalls als T├Ąuschung der ├ľffentlichkeit zu bewerten. Entscheidende Teile und Aussagen des „Dialogs“ fehlen, Nebenaspekte werden hervorgehoben.

Dieser „Dialog“ wird nicht kontrovers, sondern chaotisch gef├╝hrt

├â┼ôber das Chaos und die Anfeindungen w├Ąhrend der Veranstaltung wird nur ein Wort verloren: „Kontrovers“ sei die Diskussion gewesen. Der Inhalt des Textes informiert nicht im Ansatz dar├╝ber, wie heftig es teilweise zuging.

Es steht auch nichts darin, wie der B├╝rger Heinz Franke durch den B├╝rgermeister und Herr Nitzinger angegriffen wurde. Herr Franke hat Gr├Â├če gezeigt und Haltung bewahrt.

Der Mannheimer Morgen schreibt: „Am Ende der Sitzung verfassten die Teilnehmer eine gemeinsame Pressemitteilung, mit der sich Hardy Prothmann inhaltlich nicht einverstanden erkl├Ąrte.

Diese Information ist nur fast richtig. Tats├Ąchlich richtig ist: Eine Mitarbeiterin der IFOK hat die Pressemitteilung verfasst, die an zwei oder drei Stellen von den zitierten Personen ein wenig ver├Ąndert wurde. Und das nach ├╝ber drei Stunden Sitzung, gegen 21:45 Uhr – die meisten wollten nur noch nach Hause. Im Krimi unterschreibt in dieser Situation fast jeder ein „Gest├Ąndnis“.

Fatal ist, dass mit dieser „gemeinsamen Pressemitteilung“ nach au├čen so getan wird, also herrschte eine „├â┼ôbereinkunft“ ├╝ber die Inhalte. Der Tag wird kommen, an dem „interessierte Kreise“ diese „gemeinsamen Pressemitteilungen“ verwendet werden, um zu beweisen, dass es diese „├â┼ôbereink├╝nfte“ gab.

Jeder, der dann nicht mehr zustimmen will – macht sich unglaubw├╝rdig. Das ist Teil der Strategie dieses „Dialogs“.

Ebenfalls nur fast zutreffend ist: Ich war nicht nur nicht einverstanden, ich habe die Pressemitteilung abgelehnt.

Warum, hat mich der Mannheimer Morgen nicht gefragt, obwohl die Autorin, Frau G├Ârlitz, daf├╝r ausreichend Gelegenheit gehabt hat.

Lesen Sie dazu auch:
Kommentar: Der Dialog ist keiner – weil er nicht gew├╝nscht ist
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch – Erregte Diskussion II
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch – Erregte Diskussion I
Bericht: Das „Pfenning“-Projekt aus Sicht des Planers
Bericht: Zweites „Dialog“-Gespr├Ąch mit neuen Programmpunkten

Geplante Chemie-Lager fallen unter „St├Ârfall“-Verordnung

Guten Tag!

Heddesheim, 26. Juli 2009. In der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag, den 23. Juli 2009, wurde nochmals der Bebauungsplan-Entwurf zur geplanten Pfenning-Ansiedlung vorgestellt.
Dabei wurden einige Fachbegriffe und Gesetze zitiert. Das
heddesheimblog hat nachgelesen. Ein Fachbegriff hei├čt ├╝bersetzt „St├Ârfall-Verordnung“.

Wie der Planer Ulrich St├╝demann vom Architekten-B├╝ro Sartorius in Bensheim erl├Ąuterte, fallen 5000 Quadratmeter im „Sondergebiet 1“ unter die „besonders strengen“ Vorschriften des 4. BImSCHV. Ausgeschrieben liest sich das so: „Vierte Verordnung zur Durchf├╝hrung des Bundesimmissionsschutzes“.

Sch├Ądliche Umwelteinwirkungen und erhebliche Nachteile

Der rechtliche Beistand der Gemeinde, Dr. Thomas Burmeister, erkl├Ąrte hierzu, dass auch die Lagerung von „Parf├╝m“ ab einer gewissen Gr├Â├čenordnung unter diese Regelung f├Ąllt.

In der 4. BImSCHV hei├čt es unter:
„(2) Das Genehmigungserfordernis erstreckt sich auf alle vorgesehenen
1. Anlagenteile und Verfahrensschritte, die zum Betrieb notwendig sind, und
2. Nebeneinrichtungen, die mit den Anlagenteilen und Verfahrensschritten nach Nummer 1 in einem r├Ąumlichen und betriebstechnischen Zusammenhang stehen und die f├╝r

a) das Entstehen sch├Ądlicher Umwelteinwirkungen,
b) die Vorsorge gegen sch├Ądliche Umwelteinwirkungen oder
c) das Entstehen sonstiger Gefahren, erheblicher Nachteile oder erheblicher Bel├Ąstigungen├é┬ávon Bedeutung sein k├Ânnen.“

F├╝r weitere geplante 35.000 Quadratmeter gibt es ebenfalls „besonders strenge Vorschriften“, die fallen unter 12. BImSCHV.├é┬áAusgeschrieben liest sich das so: „Zw├Âfte Verordnung zur Durchf├╝hrung des Bundesimmissionsschutzes“.

Die St├Ârfall-Verordnung beruht auf der
Seveso-II-├âÔÇ×nderungsrichtlinie

Der rechtliche Beistand der Gemeinde, Dr. Thomas Burmeister, erkl├Ąrte hierzu wie auch schon Vertreter der „Pfenning-Gruppe“, der B├╝rgermeister und verschiedene Gemeinder├Ąte der CDU und FDP, aber auch SPD, dabei handele es sich um „haushalts├╝bliche Waschmittel“, nur eben in gr├Â├čeren Mengen.


Das Bundesministerium f├╝r Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit schreibt dazu am 12. August 2008:

„Die Bundesregierung verst├Ąrkt die Vorsorge vor St├Ârf├Ąllen in der Industrie. Gleichzeitig sollen m├Âgliche Auswirkungen von Industrieunf├Ąllen auf die Umwelt noch weiter begrenzt werden. Zur Umsetzung der so genannten Seveso-II-├âÔÇ×nderungsrichtlinie wurden die St├Ârfall-Verordnung und das Bundes-Immissionsschutzgesetz ge├Ąndert.“

Das Bayerische Landesamt f├╝r Umwelt erl├Ąutert, was die 12. BImSCHV regelt:

„Die St├Ârfall-Verordnung enth├Ąlt Vorschriften zur Verhinderung von St├Ârf├Ąllen und zur Begrenzung ihrer Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Sachg├╝ter. Die Vorschriften gelten f├╝r Betriebsbereiche und bestimmt immissionsschutzrechtlich genehmigungsbed├╝rftige Anlagen, wenn die dort vorhandenen gef├Ąhrlichen Stoffe bestimmte in der Verordnung genannte Mengenschwellen ├╝berschreiten. Je nach Art und Menge dieser vorhandenen Stoffe ergeben sich f├╝r den Betreiber sog. Grundpflichten, wie z.B. die Erstellung eines Konzepts zur Verhinderung von St├Ârf├Ąllen, oder sog. erweiterte Pflichten, wie die Erstellung eines Sicherheitsberichtes oder f├╝r die Beh├Ârde die Erstellung externer Alarm- und Gefahrenabwehrpl├Ąne.“

St├Ârfall-Verordnung vs „handels├╝bliche Waschmittel“

W├Ąhrend also den Heddesheimern weiterhin erkl├Ąrt wird, dass die geplanten Chemie-Lager der „Pfenning-Gruppe“ eigentlich harmlos seien, weil sie „handels├╝bliche Waschmittel“ und unter anderem Parf├╝m dort lagerten, fallen beide Lager unter sch├Ąrfste Umweltgesetze.

Das Wort „St├Ârfall-Verordnung“ ist in der Diskussion um die geplante Pfenning-Ansiedlung in Heddesheim noch nicht gefallen – wird aber sicherlich ab sofort nicht mehr aus der Diskussion wegzudenken sein.

Interessant sind auch die Zust├Ąndigkeiten: F├╝r diese Lager sind das Landratsamt, die Landesregierung und die Gewerbeaufsicht zust├Ąndig. Informationen ├╝ber den Zustand und die Wartung einer solchen „Anlage“ erhalten die zust├Ąndigen Beh├Ârden.

Der Heddesheimer Gemeinderat und die Verwaltung h├Ątten keinerlei Kontroll- oder Einflussm├Âglichkeiten auf diese als „hochgef├Ąhrlich“ eingestuften Pfenning-Lager nach ihrer Genehmigung.

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Das heddesheimblog

Wachstum, Wettbewerb, Finanzen, Verkehr

Die FDP hat eine ordentliche Vorstellung ihrer Kandidaten vollzogen. Rund 60 Personen verfolgten die Pr├Ąsentation – konzentriert und aufmerksam. FDP-Chef Frank Hasselbring zeigt sich dialogbereit in Sachen Pfenning – aber auch kenntnislos.

von Hardy Prothmann

Die Atmosph├Ąre im „Pflug“ war konzentriert. Die Dekoration mit Servietten auf den Tischen pflichtschuldig auf gelb-blau ausgerichtet. Vorne das Podium des Vorstands, davor in zwei langen Reihen die Tische f├╝r die G├Ąste, abgeschlossen von der Theke.

FDP-Chef Frank Hasselbring (64) ├╝bernahm die Vorstellung des Parteiprogramms, das er als „umfangreiches Wahlprogramm“ bezeichnete und als „Fortschreibung der FDP-Politik“ verstanden wissen wollte.

„Wir brauchen Wachstum“, Frank Hasselbring.

Kernaussage: „Die Ausgaben steigen, deswegen brauchen wir Einnahmen und die erhalten wir ├╝ber Wachstum.“ Bis 2012 erwartet er Mindereinnahmen von drei Millionen Euro f├╝r die Gemeinde auf Grund von Steuersch├Ątzungen.

Die Nachbarkommunen wie Ladenburg oder Leutershausen und andere stehen im „Wettbewerb um neue B├╝rger, Handel, und Gewerbe“, sagte Hasselbring. Daf├╝r m├╝sse Heddesheim attraktive Angebote machen, um jungen Familien, aber auch Alleinerziehenden M├Âglichkeiten zu bieten, Familie und Beruf unter „einen Hut zu bekommen“.

Und f├╝r das Verkehrsproblem wolle sich die FDP besonders einsetzen, durch eine erneute Verkehrsz├Ąhlung und den Einsatz f├╝r die Umgehungsstra├če, sagte Hasselbring, der Punkt f├╝r Punkt das Wahlprogramm des FDP-Ortsverbands vorstellte und erl├Ąuterte.

Kandidaten pr├Ąsentieren sich

Gespannt wartete das Publikum auf die Vorstellung der Kandidaten. 16 der 22 Kandidaten pr├Ąsentierten sich, mal wortgewandter, mal nerv├Âser – ihre Schwerpunkte und Interessen machten sie aber deutlich. F├╝r die nicht-anwesenden Kandidaten verlas Frank Hasselbring vom Blatt deren Botschaften.

Sympathien zog die erst 18 Jahre alte Luisa Gerstner auf sich, als sie sich nach einem guten Start verhaspelte, aber gut durch diese Lücke kam. Sie will sich vor allem für die Jugend einsetzen und fordert eine bessere Nahverkehrsanbindung zum Beispiel nach Ladenburg.
Der Grund ist klar: F├╝r die Jugend gibt es zu wenig Angebote in Heddesheim. Und sie w├╝nscht sich einen „Jugendgemeinderat“ aus allen Schichten, um im Ort Differenzen zu ├╝berbr├╝cken. Diese utopische Forderung wurde mit Wohlwollen zur Kenntnis, aber nicht wirklich ernst genommen.

Markus Schulz hatte in der konzentrierten Atmosph├Ąre die Lacher auf seiner Seite, weil er solide Finanzen f├╝r die Gemeinde forderte und gleichzeitig seine Leidenschaft f├╝rs Pokerspiel beschrieb. Der „frisch-diplomierte“ Kaufmann kam „gut r├╝ber“.

Fast alle Kandidaten forderten „solide Finanzen“, „Jugendarbeit“ und „Verkehrsberuhigung“ als wichtigste Aufgaben.

Als Frank Hasselbring zu einem „wichtigen“ Thema ├╝berleitete, war der Saal hellwach: „Pfenning“, dachte jeder. Aber erst ging es um die Kreistagswahl.

Doch dann war es da, das Thema.

„Wir stehen Pfenning positiv gegen├╝ber“

„Wir stehen der Ansiedlung von Pfenning positiv gegen├╝ber“, sagte Frank Hasselbring und erl├Ąuterte die Gr├╝nde: Mehr Arbeitspl├Ątze, wenn auch erst mittelfristig, Synergien f├╝r Handel und Gewerbe, positive Wirkung auf die Finanzen der Gemeinde. Sein Appell: „Wir m├╝ssen etwas tun.“

Nach der Wiedergabe der bekannten FDP-Gr├╝nde f├╝r eine Pfenning-Ansiedlung wird er konkret: „Wir werden Sorge tragen, dass der Verkehr nicht durch die Ortsmitte l├Ąuft. Wir erwarten eine Vereinbarung mit dem Unternehmen Pfenning dar├╝ber.“

Danach pr├Ąsentiert er, wie in der Kandidatenrunde zuvor abgesprochen, die Haltung der Kandidaten zum Thema. Die FDP-Kandidaten bef├╝rworten eine Ansiedlung der Firma Pfenning, Ausnahme: Siglinde Gerstner (Listenplatz 4) und ihre Tochter Luisa (Listenplatz 18) haben Vorbehalte, Dieter Matz (Listenplatz 16) erwartet weitere Informationen, Katharina Wenz (Listenplatz 22) „kann sich daf├╝r nicht erw├Ąrmen“, Hardy Prothmann (Listenplatz 11) gibt keine Stellungnahme ab, weil er als Journalist zum Thema berichtet.

„Ohne schriftliche Zusage sind Aussagen nichts wert“

Damit war die Fragerunde er├Âffnet: Keine Fragen wurden zu Jugend, Alter, F├Ârderung des Dorfplatzes oder anderen Themen gestellt. Pfenning war, wie zu erwarten, das Thema.

Die IG Pfenning, repr├Ąsentiert durch einen ihrer Sprecher, wollte wissen: „Investiert die Firma Pfenning wirklich in diesen Standort, oder ist sie nicht nur Mieter?“ Die Antwort darauf blieb unklar.

Den interessantesten Auftritt an diesem Abend hatte eine FDP-W├Ąhlerin, die sich nicht zufrieden zeigen wollte mit den Antworten auf ihre Fragen an die Partei, beispielsweise zum Verkehr: „Haben Sie das schriftlich, dass keine Pfenning-Lkw durch den Ort fahren? Weil, wenn die Zusage nicht schriftlich ist, ist sie auch nichts wert.“ Sie setzte nach, versuchte eine Antwort zu bekommen, es gelang ihr nicht.

Ein anderer W├Ąhler m├Âchte wissen, ob der FDP bekannt ist, dass speziell im Logistik-Transportbereich nur 1- bis 1,5 Prozent des Umsatzes an Gewerbesteuer zu erwarten seien (das w├Ąren 2,2-3,3 Mio. Euro, basierend auf den letzten Pfenning-Umsatzangaben von ca. 220 Mio. Euro, d. Red.). Auch das wurde dankbar zur Kenntnis genommen.

Was steht im st├Ądtebaulichen Vertrag?

Gro├čes Interesse fand der „st├Ądtebauliche Vertrag.“. Bei einer Frage zu den vertraglichen Bindungen leitete FDP-Chef Hasselbring an B├╝rgermeister Kessler ├╝ber: „Daf├╝r bin ich heute nicht da“, sagte Michael Kessler.

Peinlich wurde es f├╝r Frank Hasselbring, als nach weiteren Inhalten dieses „Letter of intent“ gefragt wurde, was denn da drin stehe: „Das hat die Rechtsaufsicht gepr├╝ft“, sagte Hasselbring. „Welche Rechtsaufsicht und wer ist der Vertragspartner?“, wollte jemand wissen. Erst ruderte Frank Hasselbring um die Antwort, dann sagte er: „Die Rechtsaufsicht der Gemeinde und Vertragspartner ist Pfenning Logistics.“ Die Unentschiedenheit seiner Haltung bef├Ârderte den Eindruck des Nicht-Wissens.

Vorwurf: Unverantwortlicher Umgang

Die FDP-W├Ąhlerin, die einen sehr gut vorbereiteten Eindruck machte, sagte schlie├člich: „Scheinbar scheint alles in trockenen T├╝chern zu sein. Aber es geht hier um so wichtige Dinge, dass ich nicht verstehen kann, dass es nur unklare Antworten gibt. Ich habe den Eindruck, dass hier mit dem ganzen Thema unverantwortlich umgegangen wird.“

Pr├╝fung versprochen

Diesen Eindruck wollte Frank Hasselbring vermeiden. Zu fast allen Fragen versprach er deshalb: „Das werde ich pr├╝fen. Darauf k├Ânnen Sie sich verlassen.“

Und: „Wir haben uns bei der Pfenning-Ansiedlung nicht festgelegt. Es gibt nur einen „Letter of intent, eine Absichtserkl├Ąrung. Die Kl├Ąrung der n├Ąheren Umst├Ąnde sehe ich noch vor uns.“

Nach der Fragerunde beendet Frank Hasselbring die Kandidatenvorstellung.
Erleichtert, dass es „gut“ gelaufen ist.
Keine Ausf├Ąlle, sondern eine solide Pr├Ąsentation und eine sachliche Diskussion bestimmten den Abend.

Und es wurden Zugest├Ąndnisse gemacht. „Wir werden das pr├╝fen“, sagte Frank Hasselbring zu fast jeder Meinungs├Ąu├čerung.
Vor der Wahl oder nach der Wahl hat er dabei allerdings offen gelassen.

Die B├╝rgerinitiave zeigt sich im Gespr├Ąch danach zufrieden: „Der Abend ist gut gelaufen, zum ersten Mal wurden Zugest├Ąndnisse gemacht. Wir hoffen, dass die gezeigte Gespr├Ąchsbereitschaft der FDP ehrlich ist.“

Die „sauberste L├Âsung“

Es gibt L├Âsungen, es gibt saubere L├Âsungen und es gibt die saubersten L├Âsungen. Die „sauberste L├Âsung“ glauben die Heddesheimer Gr├╝nen gesucht und gefunden zu haben.

Kommentar: Hardy Prothmann

Sie haben sich eindeutig positioniert: Ohne B├╝rgerentscheid, oder zumindest B├╝rgerbefragung, so haben sie ├Âffentlich und unmissverst├Ąndlich erkl├Ąrt, werden sie alle weiteren Zustimmungen in Sachen Pfenning verneinen.

Die Gr├╝nen m├╝ssen sich angeschissen f├╝hlen

Dass die Gr├╝nen nicht nur eine saubere L├Âsung suchen, sondern gleich die „sauberste“, muss hei├čen, dass sie sich selbst ziemlich angeschissen f├╝hlen m├╝ssen. Nicht von den B├╝rgern – die haben sich nur ├╝ber den Gestank beschwert. Sondern von sich selbst.

Das geht auch in Ordnung. Das kann jedem in jedem Alter passieren, das mal was nicht h├Ąlt.

Vermisst habe ich Ehrlichkeit. Ein: Es tut mir oder zumindest „uns“ leid. Stattdessen mussten sie noch mal sagen, dass es „Chancen gibt“ und dass sie „Bauchschmerzen hatten“ und dass es „gewichtige Gr├╝nde“ f├╝r ihre Zustimmung zu einem f├╝r Gr├╝ne eigentlich nicht denkbaren Projekt gab.

Die Sturheit ist noch nicht ├╝berwunden

Das ist schwach und zeigt nur eins: Die Sturheit ist noch nicht ├╝berwunden. Die Gr├╝nen wollen noch nicht einsehen, dass sie einen kapitalen Fehler gemacht haben: N├Ąmlich, ihre Glaubw├╝rdigkeit auf├é┬┤s Spiel gesetzt zu haben. Ohne Not.

Ob ohne Verstand, sei dahingestellt. Jeder Mensch hat schon kapitale Fehler gemacht, wenn der Mensch aber „Partei“ wird, wird der Weg zur Einsicht schmaler.

Der W├Ąhler Thomas Wurm hat sich nach der Veranstaltung noch mal an den PC gesetzt und ganz aus dem Bauch heraus mit Verstand seinen Kommentar geschrieben.
Er zitiert darin den Altkanzler Adenauer, der nun nicht wirklich zu den Gr├╝nen passt, aber es gibt Weisheiten, die haben keine Farbe: „Werfen Sie mir doch nicht vor, dass ich heute kl├╝ger bin als gestern.“

Kl├╝ger sein hei├čt, aus Fehlern zu lernen

Das Zitat ist au├čerordentlich gut gew├Ąhlt. Denn Adenauer wird auch gerne so zitiert: „Was interessiert mich mein Geschw├Ątz von gestern?“. Doch geschw├Ątzig wollen sie nicht sein, die Heddesheimer Gr├╝nen. Sie wollen ernst genommen werden, eben keine Schw├Ątzer sein, schon gar keine Wendeh├Ąlse. Und auf keinen Fall einen Fehler begangen haben. Deswegen ist das Zitat von Herrn Wurm gut gew├Ąhlt: Kl├╝ger sein, hei├čt, aus Fehlern zu lernen.

Das hat auch der ├Ąltere Herr vermisst, dessen Frage ich berechtigt fand. Bevor er nach Hause ging, haben wir uns noch etwas unterhalten. Sein Gesicht und seine Augen erz├Ąhlen, dass er viel erlebt, viel gesehen und viel geh├Ârt hat: „Das mit der B├╝rgerbefragung, dass ist doch nur f├╝r die Gef├╝hle. Wirklich z├Ąhlen tut es nicht, solange die anderen die Mehrheit haben“, sagte er.

Das mit den „saubersten L├Âsungen“, hat ihn nicht ├╝berzeugt. Er w├╝nscht sich anst├Ąndige L├Âsungen, denn bei denen ist auch das Gef├╝hl gut.

Wof├╝r B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen stehen

ist interessant zu lesen. In deren Wurfsendung zur Gemeinderatswahl 2009.

Sie erinnern sich: Die Fraktion von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen (3 Sitze) hat geschlossen f├╝r eine Ansiedlung der Firma Pfenning gestimmt.

In seiner Wahlinformation schreibt der Ortsverband kein Wort davon. Na ja, nicht ganz: Im Titel steht Mit/Macher. Vielleicht soll man das als „Mitmacher“ lesen.

Auf der ersten Seite der Wurfsendung zeigen die Gr├╝nen, sorry, B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen (Die Gr├╝nen) ein Ortsschild, so wie es an Stra├čen f├╝r motorisierten Verkehr steht: Heddesheim, Herzlich Willkommen!, steht da. Die Gr├╝nen begr├╝├čen also uns Auto-, Bus- und Lkw-Fahrer. Das freut uns.

Verkehr / Nachverkehr
„Zu Fu├č oder mit dem Fahrrad gut erreichbare Gesch├Ąfte, kombiniert mit einer optimierten Verkehrslenkung sind die Grundlage f├╝r eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssituation in Heddesheim.“

Bei n├Ąherer Betrachtung k├Ânnte das hei├čen: Wir fordern Fahrradwege, verbreiterte B├╝rgersteige und Einbahnstra├čen. Und nat├╝rlich: Wirtschaftsf├Ârderung.

Und das alles „nachhaltig“. Die Fahrr├Ąder und Fu├čg├Ąnger sollten nat├╝rlich nur mit Reifen und Schuhen aus Naturkautschuk unterwegs sein.
Herr Gerwien (Polizist) wird biologisch (nicht gentechnisch) nachgez├╝chtet und lenkt den Verkehr an allen wichtigen Punkten optimiert. Damit es nicht zu unsch├Ânen Situationen kommt, beispielsweise, wenn zwei Lkw sich in der Ortsmitte treffen.

„Wir fordern den Ausbau des ├Âffentlichen Personennahverkehrs, zum Beispiel durch die Einrichtung einer Verbindung Viernheim-Heddesheim-Ladenburg. Die Buslinie zur Bergstra├če sollte auch an Wochenenden und in den Abendstunden regelm├Ą├čig verkehren.“
Hm. Die Viernheimer fahren also nach Ladenburg wegen der sch├Ânen Altstadt und die Ladenburger nach Viernheim wegen des RNZ.
Und wer liegt in der Mitte? Richtig, Heddesheim. Die Viernheimer und die Ladenburger sorgen hier also f├╝r viel Durchgangsverkehr. Die geforderte Buslinie w├╝rde die Situation entsch├Ąrfen. Das ist ein echt guter Vorschlag.

Wichtig f├╝r Die Gr├╝nen ist die Demokratie.
Sie fordern: „Mehr Transparenz bei Beschl├╝ssen des Gemeinderats und deren Ver├Âffentlichung im Ortsblatt geh├Âren dazu!“

Das hei├čt, Obama hat auch Heddesheim erreicht, zumindest die Gr├╝nen. Der „Change“ ist nahe.

Die Gr├╝nen wollen nicht mehr „nicht-├Âffentlich“ abstimmen und sie wollen im Amtsblatt keine 6-Seiten-Postulation des B├╝rgersmeisters, sondern These und Antithese. Ob die Forderung so weit geht, dass auch B├╝rgerinitiativen hier zu Wort kommen sollten, kann man leider nicht herauslesen.

Das ist noch nicht alles:
„Natur und Umwelt brauchen unseren Schutz. Deswegen hat die Bewahrung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt f├╝r uns h├Âchste (!, d. Verf.) Priorit├Ąt. Wir stehen f├╝r Klimaschutz, einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen und die konsequente Begr├╝nung (!, d. Verf. ) der Gemeinde Heddesheim.“

Damit l├Âst sich das R├Ątsel. Es ist n├Ąmlich so:
Die Gr├╝nen haben die Pfenning-Ansiedlung unterst├╝tzt. Warum? Weil Pfenning dann f├╝r Ausgleichsfl├Ąchen sorgen muss. Also f├╝r eine „konsequente Begr├╝nung“ Heddesheims.
Wenn dann alles „konsequent begr├╝nt“ wurde, erreichen die Gr├╝nen die Mehrheit im Gemeinderat, setzen sofort die Transparenz im Gemeinderat durch, jagen alle Klimakiller zum Teufel und siedeln in den Hallen Schwalben und Bienen an.
Die Schwalben siedeln au├čen, die Bienen innen. Heddesheim wandelt sich von der Tabakgemeinde zur Logistikgemeinde und dann zur Honiggemeinde.

Warum die Gr├╝nen ernst meinen, was sie meinen, lesen wir hier nach:
„Gewerbeentwicklung muss – wo sie angebracht ist – stets schonend erfolgen und darf nicht auf Kosten Heddesheims oder seiner B├╝rgerinnen und B├╝rger gehen.“

Diese Aussage hat es in sich. Sie erinnern sich: Die Gr├╝nen-Fraktion hat sich geschlossen f├╝r eine Pfenning-Ansiedlung ausgesprochen. Das hei├čt, sie muss „angebracht“ gewesen sein, denn darauf achten Die Gr├╝nen.
Sie wird „schonend“ erfolgen, dass hei├čt, die Gr├╝nen werden darauf pochen, dass die Bauarbeiten mit Schalld├Ąmpfern erfolgen und die Lkw mit ger├Ąuschfreien Reifen und mit Bio-Gas, besser noch Elektro-Motoren fahren oder wenigstens Bio-Diesel tanken.

Aber die wichtigste Information ist: Das alles „darf nicht auf Kosten Heddesheims oder seiner B├╝rgerinnen und B├╝rger gehen“.

Noch mal zur Erinnerung, weil das wirklich nicht vergessen werden sollte: Die Gr├╝nen fordern in ihrem Wahlprospekt genau das Gegenteil von dem, was Die Gr├╝nen-Fraktion beschlossen hat.

Wer soll das verstehen? Fragt:

Das Heddesheim-Blog

Interview mit Pfenning-Gesch├Ąftsf├╝hrer Uwe Nitzinger: Wir kommen sicher nach Heddesheim!

Uwe Nitzinger, Gesch├Ąftsf├╝hrer der KMP Holding GmbH, erkl├Ąrt im Gespr├Ąch mit dem Heddesheim-Blog, wann Pfenning nach Heddesheim kommt, was das Unternehmen dort vor hat und welche Folgen die Ansiedlung f├╝r Heddesheim haben wird.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Nitzinger, die Pfenning Gruppe will in Heddesheim 100 Millionen Euro in ein Logistik-Zentrum investieren. K├Ânnen Sie aufschl├╝sseln, aus welchen Posten diese enorme Summe besteht?
Uwe Nitzinger: Zum jetzigen Zeitpunkt ist das noch zu fr├╝h, um ihre Frage detailliert zu beantworten. Unsere Planer haben nat├╝rlich zusammengerechnet, was sie an Kosten erwarten. Wie teuer oder g├╝nstig was am Ende ist, h├Ąngt von der Konjunktur, dem Einkauf der Leistungen und ├Ąhnlichem ab. 100 Millionen ist die angenommene Summe. Wenn es uns weniger kostet, sind wir nat├╝rlich damit zufrieden.

Bis 2013 soll erst die H├Ąlfte gebaut worden sein. Warum?
Ich wei├č nicht, woher Sie diese Zahl haben.

2. Bauabschnitt ab 2016

Aus der Zeitung.
Dann ist da etwas missverstanden worden. Bis 2013 wollen wir mit dem 1. Bauabschnitt fertig sein. Ein 2. Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgel├Ąnde kann fr├╝hestens ab 2016 realisiert werden. Dieser Bauabschnitt wird auf jeden Fall nicht so gro├č ist, wie der erste.

Aber ab 2013 wird der Firmensitz von Viernheim nach Heddesheim verlegt?
Sobald wir dort unser neues Verwaltungsgeb├Ąude beziehen k├Ânnen.

So sieht Pfenning perspektivisch das geplante Logistik-Zentrum, wenn der 1. Bauabschnitt 2013 fertig ist. Bild: Pfenning-Gruppe

So sieht Pfenning perspektivisch das geplante Logistik-Zentrum, wenn der 1. Bauabschnitt 2013 fertig ist. Bild: Pfenning-Gruppe

Sie vergr├Â├čern sich auf einen Schlag ganz enorm. Bauen Sie das Gesch├Ąft mit bestehenden Kunden aus oder haben Sie neue Kunden, die ihre Kapazit├Ąten ben├Âtigen?
Wir haben ein starkes Bestandsgesch├Ąft und sind intensiv dabei, neue Kunden zu gewinnen. Unser Gesch├Ąftsmodell ist die Logistik, wir bieten Kunden Lagerfl├Ąche mit entsprechender Organisation, die Verpackung und den Transport von Waren an.

Diese Waren m├╝ssen ja irgendwie zu Ihnen kommen?
Sicher. Mit dem Lkw und zunehmend mit der Bahn. Nehmen Sie beispielsweise internationale Waschmittelhersteller, die gerade Werbung damit machen, dass sie den Transport ihrer Produkte um bis zu zwei Drittel von der Stra├če auf die Schiene bringen. Deswegen sind wir auch in Heddesheim, wegen des Gleisanschlusses.

„Wir haben zu wenig Platz“, Uwe Nitzinger

Und wegen der Fl├Ąche.
Ganz klar. Wir mussten in der Vergangenheit Auftr├Ąge absagen, weil wir zu wenig Platz hatten. Und wie oft habe ich geh├Ârt: „Ich w├╝rde euch den Auftrag geben, ihr seid daf├╝r kompetent, aber ihr habt die Kapazit├Ąt nicht.“ Kennen Sie einen Kaufmann, der gerne auf Gesch├Ąfte verzichtet? Wir verbessern in Heddesheim unsere Produktionsstrukturen und unsere Wettbewerbsf├Ąhigkeit.

Beschreiben Sie bitte, wie Sie und ihre Kunden zusammenkommen?
Oft ├╝ber Ausschreibungen. Ein Produzent, eine Handelskette hat ein Logistik-Problem und gibt die Daten in den Markt. Dann bewirbt man sich darum. Das k├Ânnen kurzfristige Aufgaben sein, wir sind nat├╝rlich an langfristigen Vertr├Ągen interessiert. Wie wir das regeln, ├╝berl├Ąsst uns der Kunde, er will sich darauf verlassen, dass seine Waren zuverl├Ąssig dahin kommen, wo er sie braucht.

Welchen Vorlauf ben├Âtigt ein langfristiges Gesch├Ąft?
Oft bis zu einem Jahr. Das f├Ąngt mit dem Regalbau an, hier haben Sie einen Vorlauf von bis zu zw├Âlf Wochen, das sind Spezialanfertigungen. Wenn das steht, muss die EDV f├╝r die Warenwirtschaft installiert werden, Sicherheitsanlagen, Bewachung f├╝r hochwertige G├╝ter. Je nach Produkt m├╝ssen gewisse Auflagen erf├╝llt und Genehmigungen erteilt werden.
Wir stehen beispielsweise gerade in Verhandlungen mit einem Lebensmittelkunden. Der braucht ab 2011 Kapazit├Ąten und ist sehr an uns interessiert.

„Privatinvestoren investieren in das Gel├Ąnde

Das Gel├Ąnde, auf dem Sie in Heddesheim bauen wollen, geh├Ârt nicht der Firma, sondern wird von der Phoenix 2010 GbR, an der Herr Karl-Martin Pfenning beteiligt ist, gekauft. Warum?
Das ist ein ganz normaler Vorgang. Privatinvestoren investieren in das Gel├Ąnde und Unternehmen mieten das dann. Das finden Sie ├╝berall.

Wird sich die Firmierung der KMP Holding GmbH ├Ąndern, beispielsweise in eine Aktiengesellschaft?
Nein. Wir bleiben eine GmbH. Die KMP Holding ist die Mutter f├╝r mehrere Unternehmen die Lagerhaltung, Kommissionierung, Transport und Verpackung von Waren sowie Mehrwertdienstleistungen betreiben.

Was sind Mehrwertdienste?
Ich gebe Ihnen ein Beispiel: In Mannheim haben wir ein Kompetenzzentrum Stahl. Hier kaufen wir Stahl und Bleche und bearbeiten diese f├╝r einen Kunden. Wir sind dort Teil der Fertigungskette, wenn Sie so wollen „eine verl├Ąngerte Werkbank“.

Werden auf dem Gel├Ąnde in Heddesheim nur Pfenning t├Ątig sein oder auch andere Unternehmen?
Prinzipiell nur wir. Dass wir die Konkurrenz nicht aufs Gel├Ąnde lassen, werden Sie verstehen. Vorstellbar ist, dass ein Unternehmen Hallen mietet, aber selbst betreibt, beispielsweise, wenn der Umgang mit den eigenen Produkten nur durch eigene Mitarbeitern erfolgen soll.

Erl├Ąutern Sie das bitte.
Es gibt vielf├Ąltigste Anforderungen in der Logistik- branche. Wenn beispielsweise ein Pharmahersteller Waren in die USA liefert, ist er automatisch der ├Ąu├čerst strengen Kontrolle der FDA (der Lebensmittelkontrollbeh├Ârde Food and Drug Administration, Red.) unterworfen. Es k├Ânnte sein, dass diese einen l├╝ckenlosen Nachweis verlangt, dass nur das produzierende Unternehmen Kontakt zur Ware hat.

Andere Firmen auf dem Pfenning-Gel├Ąnde

Sie planen also die Vermietung?
Nein, ich habe Ihnen ein Beispiel gegeben, was vorstellbar ist, wenn wir zum Beispiel mit unserem Gesch├Ąft die Hallen tempor├Ąr nicht ausf├╝llen k├Ânnen sollten. Oder sollen wir die dann leer stehen lassen?

Sie arbeiten f├╝r mehrere Kunden. W├Ąre eine Spezialisierung nicht besser?
Auf keinen Fall. ├â┼ôberlegen Sie mal, wo wir in der momentanen Krisensituation st├╝nden, h├Ątten wir uns zum Beispiel nur auf das Automobilgesch├Ąft konzentriert? Wir haben ein Multi-User-Konzept. Fr├╝her wurden wir gefragt, was wir mit dem „Bauchladen“ wollen, heute gucken die, denen die Auftr├Ąge wegbrechen, mit Neid auf uns.

Gef├Ąhrliche G├╝ter

In ihrem „Bauchladen“ finden sich auch gef├Ąhrliche G├╝ter. Beispielsweise ist Waschpulver an sich harmlos, in einer gro├čen Menge aber nicht.
Genau. Wir haben gro├če Waschmittelmengen. Dabei unterliegen wir aber auch einer strengen Kontrolle und erf├╝llen alle notwendigen Auflagen – sonst w├╝rden wir ja unsere Existenz aufs Spiel setzen. Was wir definitiv nicht lagern werden, sind radioaktives Material und Sprengstoffe. Zum Verst├Ąndnis: Haarspray wird von vielen Menschen benutzt, typischerweise in einer Druckgasverpackung. In gro├čen Mengen ist das ein Gefahrstoff, wir wissen aber, wie wir damit umgehen, sonst bek├Ąmen wir die Auftr├Ąge nicht.

Auf welchen Zeitraum ist ihr Engagement in Heddesheim ausgelegt?
Das ist eine Generationsentscheidung. Wir investieren eine Menge Geld und werden dementsprechend lang bleiben. Au├čerdem sind wir ein Familienbetrieb. Der zieht nicht einfach weiter, wie das mit Standorten von Konzernen passiert.

Bevor Sie Heddesheim gew├Ąhlt haben, hatten Sie sich f├╝r einen Standort in Viernheim an der A6/61 interessiert. Stimmt es, dass Sie nur deswegen nicht dorthin gegangen sind, weil die Verhandlungen mit den Eigent├╝mern zu lange gedauert h├Ątten? Das ist doch mit Geld zu l├Âsen.
Nein. Das war nicht der entscheidende Grund. Sicherlich h├Ątte die Gemeinde uns unterst├╝tzen k├Ânnen. Die m├Âgliche Nutzung des Gel├Ąndes ist aber nicht so gut wie in Heddesheim, das liegt am Grundst├╝ckszuschnitt. Au├čerdem wurde uns vermittelt, dass wir uns von politischer Seite keine gro├če Hoffnung machen sollten, dass es schnell zu einem Bebauungsplan kommen k├Ânnte. Wir wollen und m├╝ssen aber expandieren und sind deshalb nach Heddesheim gegangen.

Schweigende Mehrheit

Sie gehen fest davon aus, dass Sie sich in Heddesheim ansiedeln werden?
Ja.


Uwe Nitzinger Bild:Pfenning-Gruppe

Trotz der Proteste gegen ihre Ansiedlung und der kritischen Stimmung in Heddesheim?
Die Interessengemeinschaft (IG) macht in unseren Augen ordentlich Wind, aber es gibt auch den Begriff der schweigenden Mehrheit. Ich glaube nicht, dass sich die Mehrheit der Heddesheimer von bewusst falsch verbreiteten Informationen irritieren l├Ąsst.

Sie bezeichnen die Mitglieder der IG neinzupfenning als F├Ąlscher?
Das habe ich nicht gesagt. Sie haben falsche Zahlen verbreitet und Behauptungen aufgestellt, die nicht zutreffen, wovon sich die Heddesheimer auch durch die Gutachten auf der B├╝rgerinformation ├╝berzeugen konnten.

Was steht im st├Ądtebaulichen Vertrag?

Die Zahlen stimmen nicht. Woher h├Ątte die IG aber die echten Zahlen nehmen sollen? Es wurde ja alles geheim gehalten.
Das ist so nicht richtig. B├╝rgermeister, Gemeinderat und wir haben vertraulich verhandelt. Das ist unser Recht und absolut ├╝blich, damit man im gegenseitigen Vertrauen zu einem Ergebnis kommen kann.

Ein Teil des Ergebnisses ist ein ebenfalls als vertraulich eingestufter „st├Ądtebaulicher Vertrag“. Was steht da drin?
Darin ist festgelegt, wie Gemeinde und Unternehmen das Grundst├╝ck entwickeln werden, wer welche Aufgaben und Kosten ├╝bernimmt.

Sind dort auch Vertragsstrafen definiert, falls es nicht zu einer Bebauung kommt?
Davon ist mir nichts bekannt.

„Chance genutzt“

Im Mannheimer Morgen hie├č es, Sie seien auf die Heddesheimer Gemarkung aufmerksam geworden, weil Edeka das geplante Fleischwerk nun doch nicht dort, sondern in Rheinstetten ansiedelt. Soll man das glauben, dass Sie nicht schon l├Ąnger alle geeigneten Fl├Ąchen im Blick hatten?
Die korrekte Darstellung ist: Als klar wurde, dass Edeka dieses sehr gute Gel├Ąnde doch nicht in Anspruch nimmt, hat sich f├╝r uns eine Chance ergeben. Die haben wir genutzt. Und wir schaffen Arbeitspl├Ątze.

Ist das so? Soweit ich verstanden habe, wechseln rund 400 Mitarbeiter von Viernheim nach Heddesheim, 250 weitere kommen aus der Region hinzu. Macht 650. Sie sprechen von bis zu 1000 Arbeitspl├Ątzen, davon sind je 250 Subunternehmer und Leiharbeiter, verbleiben 500. Wo sind die fehlenden 150 hin?
Es ziehen ├╝ber 500 Mitarbeiter um. Vor Ort werden neue Arbeitspl├Ątze geschaffen, weil eine Reihe von Mitarbeitern, beispielsweise im Stahl- Kompetenzzentrum nicht nach Heddesheim wechseln. Das w├Ąre Unsinn, weil die am Ort des Kunden t├Ątig sind. Deswegen ist auch die Annahme falsch, wir w├╝rden st├Ąndig Lkw von Heddesheim nach Mannheim und zur├╝ck schicken. Von Hallen, die wir nur gemietet haben, ziehen wir Mitarbeiter am neuen Standort zusammen. Wie genau die Mitarbeiterzahlen sind, werde ich Ihnen nicht sagen, weil die Konkurrenz sich daf├╝r auch interessiert.

Zum Verkehr kommen wir bitte gleich. In den Jahren 2000-2002 standen ihre Firma und Sie pers├Ânlich stark in der Kritik, wie Sie mit ihren Mitarbeitern umgehen. Auch heute noch werden Sie von der Gewerkschaft verdi ├Ąu├čerst kritisch betrachtet. Der Vorwurf lautet, ihre Leute m├╝ssten mehr f├╝r weniger Geld arbeiten und es g├Ąbe keine ├â┼ôberstundenregelungen.
Das ist Unfug und eine unversch├Ąmte Behauptung. Es trifft zu, dass wir uns nicht an die Tarifvertr├Ąge binden. Aber wir haben Boni und Pr├Ąmien und bezahlen unsere Mitarbeiter nach Leistung. Schauen Sie sich nur mal die Zahlen zu unserer Betriebszugeh├Ârigkeit an: Viele sind 10, 20, 30 Jahre im Unternehmen.

Weshalb besch├Ąftigen Sie dann im Verh├Ąltnis gesehen eine so gro├če Zahl von Leiharbeitern?
Die brauchen wir je nach Zyklus. Das sind Leiharbeiter, die wir leihen, wenn wir sie ben├Âtigen. Mit den Zeitarbeitsfirmen, die uns diese Leute stellen, arbeiten wir langfristig zusammen.

Und ihre Subunternehmer? Sind das Deutsche oder Ausl├Ąnder?
Haben Sie was gegen Ausl├Ąnder?

Absolut nicht. Die Frage zielt auf die Vertr├Ąge. Ausl├Ąndische Subunternehmer sind sicherlich g├╝nstiger als deutsche.
Dazu m├╝ssen Sie wissen, dass diese im innereurop├Ąischen Verkehr bis jetzt noch nicht fahren d├╝rfen. Viele Fahrer haben tats├Ąchlich einen Migrationshintergrund, sind aber bei den Subunternehmern angestellt, die mit uns die Vertr├Ąge haben.

Das hei├čt, nicht jeder Laster, der den Schriftzug Pfenning tr├Ągt, ist auch ein solcher?
Wir haben viele eigene Fahrzeuge und achten bei unseren Subunternehmern darauf, dass die Zugmaschinen zu uns passen. Die H├Ąnger sind meist von uns.

„Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapitel“, Uwe Nitzinger

Sie werben mit ihren Auszubildenden. Wie viele Stellen bieten Sie f├╝r welche Berufe an?
Weit ├╝ber 20. Vom Fachlageristen, ├╝ber Kaufleute f├╝r Speditions- und Logistikdienstleistungen bis hin zum BA-Studium f├╝r Logistik.

Die meisten Ausbildungspl├Ątze sind im Lagerbereich?
Ja. Da brauchen wir auch die meisten Leute.

Die man leicht ersetzen kann?
Daran ist uns ├╝berhaupt nicht gelegen. Unser gr├Â├čtes Kapital sind unsere Mitarbeiter, deswegen wollten wir auch in der Region bleiben, die gleichzeitig aber auch ein idealer Standort wegen der EU-Osterweiterung ist. Es dauert, bis ein Mitarbeiter mit den komplexen Abl├Ąufen in einem Logistik-Zentrum vertraut ist. Das ist qualifizierte Arbeit, die dort geleistet wird.

Kommen wir zum Verkehr. Sie sagen, der ├╝berwiegende Teil der Waren kommt aus und geht in die Ferne. Wie definieren Sie Ferne?
Das ist alles, was weiter als die Region ist. Beispielsweise kommt Waschmittel aus D├╝sseldorf, das dann f├╝r ein Handelslager in Offenburg weiter transportiert wird. Das wird das Hauptgesch├Ąft.

Lkw-Verkehr durch Heddesheim

Sind Sie bereit, eine Vereinbarung mit der Gemeinde zu schlie├čen, dass m├Âglichst wenig Verkehr durch Heddesheim l├Ąuft?
Dar├╝ber sind wir gerade im Gespr├Ąch. Seri├Âserweise kann ich nicht ganz ausschlie├čen, dass einige Lkws durch Heddesheim fahren. Nur nicht ann├Ąhernd in der Gr├Â├čenordnung, wie von der IG behauptet. Die wollen das einfach nicht verstehen.

Im Mannheimer Morgen zu sehen, wurde mitten in der Diskussion ein Pfenning-Laster in der Ortsmitte fotografiert├óÔéČ┬Ž
Dann schauen Sie sich den mal an: Das ist ein „City-Sattel“ gewesen. Solche Lkw werden f├╝r die Nahversorgung eingesetzt. Die Leute wollen doch auch im Laden was kaufen k├Ânnen, oder?

K├Ânnen Sie denn die Zahl von 3 Lkw pro Stunde in Spitzenzeiten ├╝ber die Ringstra├če halten, wenn die 2. Ausbaustufe fertig ist oder sind es dann doppelt so viele?
Es werden nicht doppelt so viele sein, weil sich die Bebauung und damit die gelagerten Waren nicht verdoppeln. Aber es werden mehr sein, hier auch wieder im Fernverkehr. Seri├Âs kann ich das heute noch nicht sagen, wir reden gerade vom Jahr 2016.

Pfenning-Lkw vor Edeka Tiefk├╝hl-Zentrum Bild:pro

Pfenning-Lkw vor Edeka Tiefk├╝hl-Zentrum Bild:pro

Wie steht es mit den Verhandlungen mit der Bahn? Dauern die an oder stehen Sie vor einem Abschluss?
Die sind in trockenen T├╝chern. Die Bahn hat da ganze Arbeit geleistet. Sie k├Ânnen sich vorstellen, wie kompliziert eine L├Âsung ist, wenn Sie wissen, dass immer nur kurze Zeitfenster bleiben, um die Z├╝ge auf die Strecke zu bringen, weil auf der Linie der ICE entlang rauscht. Wir werden drei Gleise haben, eins zu den Hallen, eins f├╝r die leeren Waggons und eins f├╝r die Loks zum Rangieren.

Wer bezahlt das und wie teuer ist der Bau?
Wir. Das kostet uns rund 2,5 Millionen Euro.

„Sch├Ânheit liegt im Auges des Betrachters“, Uwe Nitzinger

Zum Bau: Herr Fleckenstein hat im Mannheimer Morgen die Monstrosit├Ąt der Hallen kritisiert. Finden Sie Lagerhallen sch├Ân?
Das h├Ąngt vom Auge des Betrachters ab. Es gibt aber durchaus interessante Architekturen. Abgesehen davon findet hier ein Gesch├Ąft statt, das den Leuten Arbeit gibt. Das finde ich sch├Ân.

Man k├Ânnte ja auch K├╝nstler dran setzen, die die Hallen versch├Ânern.
Dazu gibt es Ãœberlegungen.

Zur├╝ck zum Anfang: Wer ist denn auf wen zugegangen, B├╝rgermeister Kessler auf das Unternehmen oder umgekehrt?
Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich das nicht mehr wei├č. Wir haben aber nach Aufnahme der Verhandlungen sp├Ąter auch den Gemeinderat bei uns gehabt, dem wir das Projekt vorgestellt und erl├Ąutert haben, dass gerade der Gleisanschluss f├╝r uns einen enormen Vorteil bietet.

Kritischer Gemeinderat?

Wurden kritische Fragen gestellt?
Selbstverst├Ąndlich haben die Gemeinder├Ąte uns Fragen gestellt, beispielsweise zur Verkehrsbelastung, das war ein zentraler Punkt.

In Heddesheim wundert man sich, dass die Gr├╝nen geschlossen zugestimmt haben. Mussten Sie bei den Gr├╝nen eine st├Ąrke ├â┼ôberzeugungsarbeit leisten als bei den anderen?
Wenn Sie mir sagen, wie man einen Gr├╝nen erkennt? Ich habe an den Fragen nicht unterscheiden k├Ânnen, wer zu welcher Partei geh├Ârt.

In Heddesheim wird mittlerweile hitzig ├╝ber das F├╝r und Wider ihrer Ansiedlung gestritten. Gab es Fehler in der Kommunikation?
Das m├╝ssen Sie die fragen, die sich so aufregen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen bei der Kommunikation. Die Stimmung ist nicht von uns aufgeheizt worden. Wir w├╝nschen uns einen konstruktiven Dialog mit den Heddesheimer B├╝rgern. Das heutige Gespr├Ąch mit Ihnen ist hierf├╝r ein Beispiel.

Dann hat der B├╝rgermeister Fehler gemacht?
Ich war noch nie B├╝rgermeister und bin in der Kommunalpolitik nicht zuhause. Das kann und will ich nicht beurteilen. Ich kann aber nicht erkennen, dass der B├╝rgermeister in der Kommunikation Fehler gemacht h├Ątte.

Nachgefragt

Die Umgehungsstra├če kommt – fr├╝hestens 2016

Heddesheim, 07. Mai 2009. (red) In der Diskussion um das Pfenning-Projekt wird immer wieder die Umgehungsstra├če genannt, die Heddesheim entlasten soll. B├╝rgermeister Kessler sagt: „Wir sind auf einem guten Weg.“┬á Ins Detail geht B├╝rgermeister Kessler dabei nicht. Das Heddesheim-Blog wollte es genau wissen und hat beim Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe nachgefragt.

Harald Protz, Leiter des Referats Stra├čenplanung, erkl├Ąrt im Interview die einzelnen Schritte und welche Bedingungen erf├╝llt sein m├╝ssen, bis die Umgehungsstra├če tats├Ąchlich fertig sein wird.

Was Harald Protz im Gespr├Ąch mit dem Heddesheim-Blog nicht kl├Ąren kann, ist die Finanzierung und die Bauzeit, weil das zum jetzigen Zeitpunkt unw├Ągbare Faktoren sind. Der Abschluss des Planfestellungsverfahrens f├Ąllt in die Zeit der Landtagswahlen – danach gibt es einen neuen Landeshaushalt, wie dort welche Mittel verteilt sein werden, ist unklar. Die Bauzeit der Umgehungsstra├če d├╝rfte etwa drei Jahre betragen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Protz, wie ist denn der Stand der Dinge bei der Landesstra├če L541 S├╝dwest-Umgehung Heddesheim?
Zur Zeit l├Ąuft eine Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung. Wir werden hierzu diesen Sommer, sobald die Baustelle in Hirschberg abgeschlossen sein wird und repr├Ąsentative Verh├Ąltnisse vorliegen, eine Verkehrsbefragung durchf├╝hren.
Die Fertigstellung des Verkehrsgutachtens soll bis zum Ende des Jahres erfolgen.

Sind weitere Studien anh├Ąngig?
Wir haben noch eine Umweltvertr├Ąglichkeitsstudie erstellt, in der zun├Ąchst eine Raumanalyse und danach in einem zweiten Schritt die mit den angedachten Varianten verbundenen Eingriffspotentiale nach verschiedenen Schutzg├╝tern (Wasser, Boden, Klima, Naherholung, Flora, Fauna…) genau untersucht wurden.
In der Folge haben wir uns f├╝r die Variante „ortsferne S├╝dumgehung“ entschieden. Derzeit f├╝hren wir noch eine artenschutzrechtliche Untersuchung durch. Die technische Planung liegt soweit vor. Der landschaftspflegerische Begleitplan, in dem die Kompensationsma├čnahmen f├╝r die mit dem Stra├čenbau einhergehenden Eingriffe festgelegt werden, ist bereits in Bearbeitung.

Was folgt als n├Ąchster Schritt?
Sobald uns die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vorliegen, werden wir die vorhandenen Unterlagen zu einem sogenannten Vorentwurf zusammenstellen und diesen dem Innenministerium in Stuttgart zur (verwaltungsinternen) Genehmigung vorlegen. In einem n├Ąchsten Schritt geht es darum, f├╝r das Projekt das Baurecht zu erlangen. Hierzu werden wir als Vorhabenstr├Ąger bei der Planfeststellungsbeh├Ârde die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens beantragen.

Planfestellungsentwurf bis 2011

Jetzt werden auch die B├╝rger einbezogen?
Genau. Der Planfeststellungsentwurf wird in der Gemeinde offen gelegt und den betroffenen Tr├Ągern ├ľffentlicher Belange zugesandt, das hei├čt, der ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich gemacht. Jetzt hat jeder Betroffene die M├Âglichkeit, das Projekt zu pr├╝fen und Einw├Ąnde vorzubringen oder Anregungen zu machen. Dann folgt ein Er├Ârterungstermin, bei dem die eingegangenen Stellungnahmen besprochen werden.

Je nach Einw├Ąnden muss der Entwurf dann also ge├Ąndert werden?
Das kommt auf die Art der der Einwendungen an. M├Âglicherweise erhalten wir in der Folge des Er├Ârterungstermins zun├Ąchst├é┬á „Hausaufgaben“, d.h. die Auflage, bestimmte Sachverhalte zus├Ątzlich oder noch eingehender als bisher zu ├╝berpr├╝fen. Werden die Einw├Ąnde seitens der Planfeststellungsbeh├Ârde als berechtigt erachtet, werden wir unsere Planungen selbstverst├Ąndlich entsprechend anpassen. Sofern sie nicht berechtigt sind, werden sie verworfen.

Wenn aber jemand denkt, dass seine Einw├Ąnde doch berechtigt sind, kann er klagen?
Sollte sich ein Betroffener in seinen Rechten verletzt sehen, dann hat er grunds├Ątzlich die M├Âglichkeit, den Planfeststellungsbeschluss zu beklagen.

Was gibt es bei der Ausf├╝hrungsplanung zu beachten?
Hier wird die vorhandene Planung (Vorentwurf bzw. Planfeststellungsunterlagen) noch weiter verfeinert, so dass auf der Grundlage dieser Pl├Ąne die Stra├če ausgeschrieben und gebaut werden kann. Sobald die erforderlichen Haushaltsmittel bereit stehen, wird dann unser Baureferat das Stra├čenbauprojekt ausschreiben, und nach Pr├╝fung und Auswertung der eingegangenen Angebote den Zuschlag erteilen.

Jede Menge Arbeit. Bis wann rechnen Sie mit der Einleitung des Planfestellungsverfahrens?
Wir werden, sofern alles nach Plan verl├Ąuft, im vierten Quartal 2010 den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens stellen. Bei optimalem Verlauf k├Ânnte das Verfahren dann bis Ende 2011 abgeschlossen sein.

Finanzierung noch offen

Jetzt stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Steht die schon?
Nein. Dazu kann ich derzeit noch keine ├âÔÇ×u├čerung treffen. Die Finanzierung wird zum einen von dem insgesamt zur Verf├╝gung stehenden Budget und zum anderen von der Anzahl und den jeweiligen Kosten der sonstigen dann anh├Ąngigen Landesstra├čenprojekte
abh├Ąngen.

Wenn das Projekt abgeschlossen sein wird, was passiert dann mit der ehemaligen L541, die durch Heddesheim f├╝hrte?
Im Rahmen eines Umstufungskonzeptes wird noch gekl├Ąrt, in welche Kategorie diese Stra├če dann abzustufen sein wird. Die Umstufungen werden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens fixiert werden. Es ist bislang vorgesehen, die vorhandene├é┬á Ortsdurchfahrt im Zuge der L 541 zur Gemeindestra├če abzustufen.

Durchfahrtverbot unrealistisch

In Heddesheim fordern viele Durchfahrtverbote f├╝r Lkw ├╝ber 7,5 Tonnen. K├Ânnten Sie ein solches Verbot auch f├╝r Landesstra├čen erlassen?
Ein solches Verbot w├╝rde eine verkehrsrechtliche Anordnung darstellen und k├Ânnte nur durch die Verkehrsbeh├Ârde beim Landratsamt erlassen werden. Eine solche Sperrung ist prinzipiell zwar m├Âglich, sie h├Ąngt aber von den Randbedingungen des jeweiligen Einzelfalls ab.
Grunds├Ątzlich ist aber zu bedenken, dass Landesstra├čen in erster Linie ├╝berregionale Verkehre abwickeln sollen. Diese Funktion ist oftmals ausschlaggebend, weswegen dann auch bei nachvollziehbarem Anliegen der B├╝rger keine abweichende Verkehrsbeschr├Ąnkungen verf├╝gt werden k├Ânnen.

Info:

Harald Protz ist Leiter des Referats Stra├čenplanung beim Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe.