Dienstag, 14. Juli 2020

Das Medienblog pushthebutton.de rangiert unter den 50 Top-Blogs

Heddesheim, 18. September 2011. (red) Der Dienst Virato.de hat die Top-50-Blogs in Deutschland nach dem SMQ-Index ver├Âffentlicht. SMQ├é┬á(Social-Media-Quotient) ist die durchschnittliche Social-Media-Verbreitung (Facebook, Twitter) pro Artikel/Blogbeitrag einer Quelle.

„Diese Top 50 zeigen somit deutsche Blogs (oder blog├Ąhnliche Websites) an, die sehr beliebt sind und deren Content sehr oft von Usern ├╝ber soziale Netzwerke geshared wird. Andere bekannte Blogs, die man evtl. auch unter diesen Top 50 erwarten k├Ânnte, haben wahrscheinlich einen niedrigeren SMQ, da sie auch Artikel publizieren, die nicht so oft geshared werden und somit den Durchschnitt f├╝r die jeweilige Quelle herunterziehen“, schreibt Virato.de.

Das Blog pushthebutton.de des Journalisten Hardy Prothmann liegt deutschlandweit auf Platz 32, eingebettet zwischen dem lawblog.de von Udo Vetter, der dieses Jahr den Grimmepreis gewonnen hat und Ulrike Langer mit medialdigital.de, einer der renommiertesten Medienjournalistinnen in Deutschland. Auf Platz eins liegt der-postillon.com, Platz zwei belegt der Blog von Extra3 (NDR) und Platz drei das Nachrichtenportal gulli.com.

Hardy Prothmann betreibt sein Medienblog seit 2010, fr├╝her bei posterous.com, seit Fr├╝hjahr 2011 als eigenst├Ąndiges Blog. Die eingesetzte Software ist WordPress, das angepasste Theme „Magazine Premium“ des kanadischen Entwicklers C. Bavota.

Vor allem die medienkritischen Beitr├Ąge in Bezug auf Zeitungen werden in der Branche intensiv diskutiert und sich mehrfach von bildblog.de empfohlen worden. Zuletzt sorgte ein Artikel ├╝ber Leichenbilder des Regionalsenders Rhein-Neckar-Fernsehen f├╝r gro├čes Aufsehen.

Hardy Prothmann betreibt in Nordbaden und S├╝dhessen insgesamt sechs Lokalblogs f├╝r St├Ądte und Gemeinden sowie das Regionalblog rheinneckarblog.de. Bundesweit findet sein Projekt gro├če Beachtung und ist schon dutzendfach nachgeahmt worden. Im Dezember 2009 wurde er von der gr├Â├čten unabh├Ąngigen Fachzeitschrift f├╝r Journalisten unter die Top 100 auf Platz 3 in der Kategorie „Regionales“ gew├Ąhlt.

Zusammen mit dem Gmunder Kollegen Peter Posztos (tegernseerstimme.de) gr├╝ndet er zur Zeit das Unternehmen istlokal.de, das Lokaljournalisten bei ihrer Arbeit unterst├╝tzen wird. Die Beratungsgebiete sind Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht. Im Netzwerk von istlokal.de befinden sich zur Zeit rund 70 lokale und regionale Internetzeitungen und Blogs, darunter die prenzlauerberg-nachrichten.de, regensburg-digital.de, ruhrbarone.de und pottblog.de.

Auszug aus der Top-50-Liste des Social Media Quotient (SMQ) bei virato.de

 

Illegale Filmseite kino.to geschlossen – mutma├čliche Betreiber verhaftet – Strafverfolgung der Nutzer?


M├╝ssen Privatleute nun mit Strafverfolgung rechnen?

Rhein-Neckar, 08. Juni 2011 (red) Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen die mutma├člichen Betreiber von kino.to. In vier L├Ąndern habe es zeitgleich 20 Razzien gegeben, berichtet Spiegel online. Angeblich m├╝ssen auch Nutzer der Filme-Plattform mit Strafverfolgung rechnen.

Rund 250 Ermittler seien nach monatelangen Ermittlungen im Einsatz gewesen, um gegen die mutma├člichen Betreiber der Seite kino.to vorzugehen. Der Vorwurf lautet „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsm├Ą├čigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“.

Bei dem Angebot konnte man Filme online anschauen – die Seite hatte Millionen Nutzer und lag im Werberanking bei Google unter den Top 70 Seiten in Deutschland.

Zun├Ąchst war tags├╝ber eine angebliche Information der Polizei zu sehen – jetzt ist der Server gar nicht mehr zu erreichen.

Angeblich m├╝ssten sich auch Nutzer der vermutlich illegalen Plattform auf eine Strafverfolgung einstellen – so die Aussage des Banners.

Tats├Ąchlich sei das eher wenig wahrscheinlich, sagen die Anw├Ąlte Udo Vetter und Thomas Stadler. Die beiden Juristen betreiben Blogs und informieren die ├ľffentlichkeit kontinuierlich ├╝ber ihre Rechtsauffassung zu aktuellen F├Ąllen.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das rheinneckarblog

Interview: Rechtsanwalt Udo Vetter zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag


Guten Tag!

Heddesheim, 04. Dezember 2010. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sorgt f├╝r Aufregung. Mit seinen f├╝nf Buchstaben („JMStV“) h├Ąlt er die gesamte Blogosph├Ąre seit einigen Tagen in Atem. Dabei betrifft der Staatsvertrag ab 01.01.2011 alle Telemedien. Im ung├╝nstigsten Fall also auch ihre Homepage. Was der JMStV ├╝berhaupt ist und was er f├╝r Sie bedeuten kann, haben wir im Interview mit Udo Vetter, Fachanwalt f├╝r Strafrecht gekl├Ąrt.

Von Christian M├╝hlbauer und Hardy Prothmann

cartajmstv

Felix Neumann meint bei Carta: Klagen statt Sperren!

Auf einschl├Ągigen Seiten ist der JMStV bereits seit mehreren Monaten ein wichtiges Thema. Immer wieder Flammen Zensur-Vorw├╝rfe auf. Mit diesem vermeintlich neuen Gesetz wolle man das Internet kontrollieren. Fakt ist: Der JMStV ist nicht neu. Er wird ab dem 01.01.2011 lediglich in aktualisierter Form in Kraft treten. Vorausgesetzt alle fehlenden Bundesl├Ąnder unterzeichnen ihn noch.

Wie der Name schon sagt, geht es um den Schutz der Jugendlichen gegen├╝ber Medien – oder vielleicht auch umgekehrt. Der Jurist Udo Vetter kann die Hysterie um den JMStV nicht teilen. Am 01. Dezember 2010 verdeutlichte er das auch in seinem Weblog. Der Beitrag „Blogger k├Ânnen leidlich gelassen bleiben“ war mehr oder weniger eine Reaktion auf die Ank├╝ndigung diverser Blogger, ihre Angebote ab dem 01.01.2011 einzustellen. So beispielsweise das „VZLog„.

Die Einsch├Ątzungen des Juristen zum JMStV sorgten binnen k├╝rzester Zeit f├╝r wahre Massen an weiteren Blogeintr├Ągen. Zustimmende, wie auch ablehnende Beitr├Ąge sprudelten f├Ârmlich hervor. Das Pottblog zeigte sich angriffsfreudig: Rechtsanwalt Vetter w├╝rde sich irren.

Das juristische Blog „Telemedicus“ besch├Ąftigte sich mit der Frage, ob das „Nachrichtenprivileg“ des JMStV auch f├╝r Blogs gelten w├╝rde. Der Jurist Thomas Stadler betonte, dass sein Blog online bleiben werde – auch ohne Alterskennzeichnung. Der Rechtsprofessor Dr. Thomas Hoeren bittet gar darum, dass man den Unsinn namens JMStV lassen solle.

Wir haben Rechtsanwalt Vetter kontaktiert, um mehr Details zu erfahren. Ist der JMStV nur Humbug oder tats├Ąchlich eine ernste Gefahr f├╝r alle Betreiber einer Webseite?

Miserables Wischwaschi

Herr Vetter, es gibt Aufregung um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Warum?


Udo Vetter: „Das Problem ist die grunds├Ątzlich schlechte, weitgehend unverst├Ąndliche Formulierung des Gesetzes. Die Schwammigkeit l├Âst zu recht Bef├╝rchtungen aus. Selbst einer der Verfasser, Staatssekret├Ąr Martin Stadelmaier, ├Ąu├čert sich zum Text heute so, dass man fast annehmen kann, er versteht ihn selbst nicht mehr.

Was hei├čt „schlechte Formulierung“?

Vetter: „Salopp ausgedr├╝ckt, B├╝rokratendeutsch und Wischiwaschi von der ersten bis zur letzten Zeile. Selbst Juristen diskutieren nun sehr kontrovers, was da wie genau geregelt ist. Letztlich erzeugen die miserablen Formulierungen Unsicherheit und damit Aufregung und auch Angst.“

„Glaube nicht an Abmahnwelle.“

Innerhalb der Bloggerszene wird Ihr Beitrag dazu kritisiert, denn Sie geben sich „entspannt“.

Das pottblog teilt die Einsch├Ątzung von Rechtsanwalt Vetter nicht

Das pottblog teilt die Einsch├Ątzung von Rechtsanwalt Vetter nicht

Vetter: „Bin ich auch. Ich glaube weder, dass es eine gro├če Abmahnwelle geben wird, noch glaube ich, dass die strikten Regelungen durchgesetzt werden k├Ânnen. Was ich aber dringend richtig verstanden wissen will: Ich unterst├╝tzte dieses Gesetz nicht. Ich halte es f├╝r ├╝berfl├╝ssig, weil es nichts f├╝r den Jugendschutz bringt. Das best├Ątigen auch namhafte Medienp├Ądagogen.“

Die Politik scheint Ihnen f├╝r diese Einsch├Ątzung geradezu dankbar zu sein, wie man h├Ârt.

Vetter: „Ich habe verwundert festgestellt, wie man mich vereinnahmt. Dass mit dem Gesetz nicht das Internet untergehen wird, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass wir die Regelung brauchen. Im Gegenteil: Der Entwurf ist weltfremd und er verbessert nicht den Jugendschutz.“

„Vermeintliche Sachzw├Ąnge und Eitelkeiten.“

Irgendwie aber doch erstaunlich, welche „Auswirkungen“ der JMStV so hat.

Vetter: „Erstaunlich finde ich die Haltung der SPD und der Gr├╝nen, die in NRW von Sachzw├Ąngen sprechen und deswegen bereits sind, ein anerkannt schlechtes Gesetz durchzuboxen, „blo├č weil es schon so weit fortgeschritten“ ist. Und in anderen L├Ąndern, wo zum Beispiel die SPD in der Opposition ist, lehnt diese das Gesetz als untauglich ab. Hier regiert nicht mehr der Verstand, sondern vermeintliche Sachzw├Ąnge und Eitelkeiten.“

Lassen Sie uns doch mal ├╝ber das Ziel des Gesetzes reden. Ist es nicht n├Âtig, die Jugend zu sch├╝tzen?

Vetter: „Sicher ist das ein hehrer Anspruch. Nur wird mit diesem Gesetz kein einziger Jugendlicher besser gesch├╝tzt werden. Der JMStV ist ein organisatorisches Monster, dass nur einen Zweck erf├╝llt: Es ist ein „Schaut-her-wir-tun-was“-Gesetz.“

Trotzdem bef├╝rchten viele Blogger Abmahnungen und Probleme.

Vetter: „Die kann es im Einzelfall geben, das muss man abwarten. Tats├Ąchlich glaube ich nicht daran. Gerichte m├╝ssten erst einmal davon ausgehen, dass eventuelle Verst├Â├če gegen den JMStV wettbewerbsrechtlich relevant sind. Das ist l├Ąngst nicht ausgemacht.“

Was ist mit redaktionell-journalistischen Blogs?

Vetter: „Die sind privilegiert. Das hei├čt, wer eine an die Allgemeinheit gerichtete, periodische, politische und gesellschaftliche Berichterstattung anbietet, f├Ąllt unter die „Lex Bildzeitung“, die hier eingearbeitet worden ist.“

„Lex Bildzeitung.“

Lex Bildzeitung? Erkl├Ąren Sie das doch genauer.

Vetter: „Na, wenn das Gesetz ernst gemeint w├Ąre, m├╝ssten bild.de und andere Boulevardmedien am 1. Januar 2011 ihr mit einer Altersfreigabe 16 oder vielleicht sogar 18 Jahren versehen. Nacktfotos und Ratgeber ├â┬í la „10 Tipps f├╝r tollen Sado-Maso-Sex“ sind nach den Ma├čst├Ąben des JMStV „desorientierend“ und beeintr├Ąchtigen die Entwicklung junger Menschen.“

Und Sie meinen, der Axel-Springer-Verlag…

Rechtsanwalt Udo Vetter

Rechtsanwalt Udo Vetter

Vetter: „… hat ein W├Ârtchen mitgeredet? Das ist m├Âglich. Die Boulevardpresse will ihre freiz├╝gigen Inhalte weiter anbieten. Sex sells, das gilt insbesondere f├╝r sie. Aber ebenso f├╝r die Softporno-Portale. Diese m├╝ssen zwar eine Altersklassifizierung durchf├╝hren, daf├╝r d├╝rfen sie aber k├╝nftig ihre Angebote auch tags├╝ber „senden“.“

„Der gesunde Menschenverstand wird’s richten.“


Nochmal: Nicht alle Blogger sehen das so entspannt wie Sie. Was tun?

Vetter: „Der Jurist sagt jetzt, das h├Ąngt vom Einzelfall ab. Meine pers├Ânliche Einsch├Ątzung ist: Der gesunde Menschenverstand wirdÔÇÖs richten. Wer mit Google-Anzeigen die Serverkosten reinholen will, betreibt noch lange kein „Gewerbe“ und kann deshalb von jedermann abgemahnt werden. Abmahnfalle Nr. 1 w├Ąre ohnehin der fehlende Jugendschutzbeauftragte. Den kann man aber nun wirklich einfach ins Impressum aufnehmen, denn einen Qualifikationsnachweis muss der Beauftragte nicht erbringen.“

Und sonst?

Vetter: „Verweise ich auf die Impressumspflicht und die Welle, die darum gemacht wurde. Soweit mir bekannt ist, ist nicht viel passiert. Auch die erste Fassung des JMStV, die ja bereits viele ├Ąhnliche Regelungen wie etwa die „Sendezeiten“ verbindlich anordnet, h├Ątte eigentlich schon viel Potenzial f├╝r „Abmahnungen“ haben m├╝ssen, wenn man alles sehr eng sind. Tats├Ąchlich ist nicht viel passiert.“

Weiterf├╝hrende Links:

Zur Person:
Udo Vetter ist Fachanwalt f├╝r Strafrecht in D├╝sseldorf. Unter „Lawblog“ schreibt er ├╝ber die verschiedensten Themen. Meist sind diese juristischer Natur oder aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung. Einer seiner bekanntesten Vortr├Ąge ist „Sie haben das Recht zu Schweigen„.