Sonntag, 19. November 2017

In eigener Sache: Wir sagen Danke!

√úber 6.700 Leserinnen und Lesern gefallen unsere Facebook-Seiten

freundeskreis logoRhein-Neckar, 04. November 2013. (red) Mittlerweile verzeichnen wir √ľber 6.700 „Gef√§llt mir“-Angaben unserer Facebook-Seiten durch Leserinnen und Lesern f√ľr die Ortsblogs und das Regionalblog unseres Blognetzwerks. Das gef√§llt uns nat√ľrlich auch sehr und wir sagen: Danke f√ľr die Aufmerksamkeit. [Weiterlesen…]

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Rhein-Neckar, 11. Dezember 2010. (red) Gewerbetreibende, Dienstleister und Freiberufler k√∂nnen aktuell bei uns Werbeleistungen in H√∂he von 7.700 Euro gewinnen. Ohne jegliche Verpflichtung. Unsere Aktion richtet sich an alle Neukunden, die vorw√§rts denken und realisieren, dass √ľberteuerte Print-Werbung der Vergangenheit angeh√∂rt und Online-Werbung die Zukunft ist. Wir bieten eine hohe Aufmerksamkeit durch eine fundierte und kritische Berichterstattung. Daf√ľr werden wir von unseren Leserinnen und Lesern gesch√§tzt. Die Aufmerksamkeit erarbeiten wir uns hart mit klassischem Journalismus. Unsere Werbekunden profitieren davon – denn heutzutage muss sich jeder der Kritik der √Ėffentlichkeit stellen und wo kann man das besser als bei einem konstruktiv-kritischen Online-Medium?

Von Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (46), Gr√ľnder und Chefredakeur der Rheinneckarblogs. Foto: sap

Wir bieten aktuell eine Verlosung an, die sich an Neukunden richtet. Die Regeln sind ganz einfach. Sie schicken uns eine Email, gewinnen mit etwas Gl√ľck einen unserer Preise und profitieren von unserem Werbeumfeld. Sie gehen keinerlei Verpflichtungen ein. (Hier sehen Sie die Werbeleistungen, die Sie gewinnen k√∂nnen und wie Sie an der Verlosung teilnehmen.) Es gibt kein Abo, keine versteckten Kosten. Es gibt kein Risiko f√ľr Sie. Daf√ľr haben Sie die M√∂glichkeit, unverbindlich unsere Werbem√∂glichkeiten zu testen.

Und wenn Sie das interessiert, dann lesen Sie bis zum Ende weiter.

Glaubw√ľrdigkeit ist Trumpf

Wir bieten dieses „Spiel“ an, weil wir √ľberzeugt sind, dass Sie als Gewinner weiter mit „uns spielen wollen“. Wer ist „uns“? Wir sind eine unabh√§ngige, journalistische Redaktion, die sich der Information der √Ėffentlichkeit verschrieben hat. Wir berichten kritisch. Wir informieren aktuell. Wir sind ehrlich.

Das unterscheidet uns in erheblichem Ma√ü von den „etablierten Medien“, die seit Jahren mehr und mehr an Glaubw√ľrdigkeit verlieren. Am dramatischsten l√§sst sich dieser Glaubw√ľrdigkeitsverlsut bei den Zeitungen erkennen. Die Auflagen sinken und sinken. Die Werbeums√§tze noch drastischer, weil die Preise unversch√§mt sind und die „Werbeleistung“ auch nicht im Ansatz erbracht wird. Zudem wird h√§ufig tendenzi√∂s berichtet.

Im Vergleich zu den Zeitungen, zum Radio und zum Fernsehen sind unsere Blogs, so nennen wir unsere Vor-Ort-Onlinezeitungen, noch relativ klein. Aber im Unterschied zu den anderen Medien verlieren wir keine Reichweite, sondern gewinnen dazu.

Engagierter Journalismus

Wir sind ein kleines Team von rund zehn Journalisten, die mit viel Herzblut und gro√üer √úberzeugung f√ľr die demokratische Aufgabe ihren Job machen. Wir werden von sehr vielen B√ľgerinnen und B√ľrgern unterst√ľtzt, die uns mit Informationen beliefern. Diese Quellen und ihre Bed√ľrfnisse nehmen wir ernst. Ebenso unsere Anzeigenkunden und ihre W√ľnsche. Dabei halten wir uns allerdings strikt an das Gebot der Trennung von Redaktion und Vermarktung.

Denn wir sind √ľberzeugt davon, dass unsere Anzeigenkunden in erheblichem Ma√ü von dieser Trennung und der damit verbundenen Glaubw√ľrdigkeit profitieren. Selbstverst√§ndlich sind unsere Werbekunden f√ľr uns erste Ansprechpartner: Ob es um Finanzen geht, um Hochzeiten, um Bauangelegenheiten, ums Auto, um Bildung, um Freizeit oder Sport oder Demografie. Unsere Kunden sind Experten, auf die wir gerne in unserer Berichterstattung zur√ľckgreifen – aber trotzdem Quellen wie jede andere auch. Und wenn bei einem Kunden etwas schief l√§uft, werden wir auch hier wie gewohnt kritisch berichten. Daf√ľr gab es schon einige Beispiele und bis auf das Logistikunternehmen Pfenning hat keiner der Kunden¬† uns das bislang √ľbel genommen, was f√ľr die gro√üe Souver√§nit√§t unserer Werbepartner spricht.

Bei „etablierten Medien“ ist das erkennbar anders. √úber „gute Kunden“ wird nur Gutes berichtet. Kritik findet nicht statt. Damit besch√§digen „traditionelle“ Medien seit Jahren ihre Glaubw√ľrdigkeit und die ihrer Kunden gleich mit.

Informationsorientierte Leserinnen und Leser

Unser Leserinnen und Leser sind √ľberwiegend zwischen 25 und 50 Jahren alt, sehr interessiert am lokalen Geschehen, an Politik, Gesellschaft und Kultur. Wir erreichen im Gegensatz zu Tageszeitungen auch Leser unter 25 Jahren, die selbstverst√§ndlich elektronische Medien benutzen. Und wir freuen uns, dass immer mehr √ú50-Leser sich aktiv im Netz informieren.

Unsere Nachrichtenangebote machen immer wieder auch √ľberregional Schlagzeilen. Wir bieten Dokumentationen, investigative Stories, hintergr√ľndige Berichte und Service-Informationen f√ľr die Bev√∂lkerung vor Ort. Unser lokaljournalistisches Konzept ist Vorbild f√ľr eine Reihe von anderen Lokalmedien, die in den vergangenen zwei Jahren √ľberall in Deutschland entstanden sind.

Wir finanzieren uns ausschlie√ülich √ľber Werbeeinnahmen. Unsere Kunden sehen wir deshalb als Partner – denn sie unterst√ľtzen und st√ľtzen unsere journalistische Arbeit. Von unserem sehr guten Image profitieren die Partner nat√ľrlich ebenfalls. Wenn Sie sich vorstellen k√∂nnen, Werbepartner bei uns zu werden, freuen wir uns sehr und beraten Sie unverbindlich. Wir bieten mehr als nur die Schaltung von Anzeigen – wir beraten Sie umfassend zu klassischer Image- oder Aktionswerbung und zu Social Media-Kampagnen. Unsere Preise sind fair und passen zu Kleinunternehmern, Dienstleistern bis hin zu gro√üen Firmen aus dem Mittelstand. Unsere renommierten Werbepartner sch√§tzen unser qualitativ hochwertiges Werbeumfeld bereits.

Probieren Sie es einfach aus. ūüôā

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Wenn Sie uns direkt erreichen möchten, wählen Sie 0621/ 437 458 30 oder schicken eine email an anzeigen (at) rheinneckarblog.de

Ihr

Twitter-Dokumentation der Gemeinderatssitzung


Guten Tag!

Heddesheim, 26. Mai 2011. (red) Der partei- und fraktionslose Gemeinderat Hardy Prothmann twittert seit einiger Zeit aus den Gemeinderatssitzungen. Das kann jeder live mitverfolgen oder nachlesen, weiterleiten und kommentieren.

Um die Notizen auf Twitter zu lesen, m√ľssen Sie diese Adresse eingeben http://twitter.com/prothmann. Dann sehen Sie die Eintr√§ge, die Hardy Prothmann versendet hat. Hinweis: Die neuesten Eintr√§ge stehen immer oben, die √§lteren unten – das kennen Sie aber schon aus unserem Blog.

Die Ver√∂ffentlichung der Beitr√§ge wurde aber in Facebook vorgenommen. Sobald ein Eintrag abgeschlossen ist, schickt Facebook diesen Eintrag als Kopie zu einem verkn√ľpften Twitter, wo er ebenfalls ver√∂ffentlicht wird. Allerdings bietet Twitter nur 140 Zeichen an, sodass l√§ngere Eintr√§ge abgek√ľrzt werden und einen Link enthalten, der zur√ľck zum Original in Facebook f√ľhrt. Um diesen lesen zu k√∂nnen, m√ľssen Sie bei Facebook ein Konto haben.

Facebook ist das weltweit gr√∂√üte soziale Netzwerk mit weit √ľber 600 Millionen Nutzern (andere hei√üen Myspace, wer-kennt-wen oder schuelerVZ). Ein kostenloses Internetangebot, bei dem man sich registrieren muss und danach Freundschaften mit anderen Nutzern kn√ľpfen und Daten austauschen kann. Facebook funktioniert so √§hnlich wie ein Blog. Man kann Texte schreiben, Texte kommentieren, Links einf√ľgen, Videos und Bilder.

Die Facebook-Seite von Hardy Prothmann lautet http://www.facebook.com/pages/Geprothmannt/182239598481504. Dort k√∂nnen Sie, nachdem Sie den „Gef√§llt-mir“-Button gedr√ľckt haben, selbst auch die dortigen Eintr√§ge kommentieren.

Twitter ist ein Online-Dienst, der √§hnlich einer SMS funktioniert. Man tr√§gt einen Text ein, schickt ihn ab und er wird an Twitter gesendet, wo er √∂ffentlich sichtbar ist. So genannte „Follower“ (Folger), die einen Twitter-Nutzer abonniert haben, sehen dann, was dieser geschrieben hat und k√∂nnen die Meldung selbst an ihre „Follower“ weitersenden. Nachrichten k√∂nnen sich so rasend schnell verbreiten. Auch Steffen Seibert, Regierungssprecher von Kanzlerin Merkel, twittert Mitteilungen an die √Ėffentlichkeit und die Presse.

Die Verkn√ľpfung von Facebook und Twitter hat folgenden Sinn: Da es immer noch viele Menschen gibt, die Facebook noch nicht nutzen, k√∂nnen diese die dort gemachte Eintr√§ge nicht lesen. Anders bei Twitter. Wenn Sie den Twitternamen eines Nutzers kennen, k√∂nnen Sie auch unangemeldet mitlesen.

Im Sinne der Transparenz und um Menschen die „Teilnahme“ zu erm√∂glichen, die nicht vor Ort sein k√∂nnen, teilt Hardy Prothmann diese Informationen mit anderen. Die Eintr√§ge haben keinen Anspruch auf Vollst√§ndigkeit und sind im Zweifel als subjektive Eintr√§ge zu werten.

Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler w√ľrde das Twittern gerne verbieten, allerdings gibt es keine Vorschrift dazu. Allerdings hat er dem partei-und fraktionsfreien Gemeinderat Hardy Prothmann deswegen schon eine R√ľge erteilt und wird nicht m√ľde, die „Missachtung“ des Gemeinderats zu betonen. Tats√§chlich ist in anderen, moderner orientierten Gemeinder√§ten, Twittern l√§ngst per Hauptsatzung erlaubt. In Passau d√ľrfen sogar Gemeinderatssitzungen (zumindest versuchsweise) gefilmt werden.

B√ľrgermeister Michael Kessler hat Hardy Prothmann auch durch den Hauptamtsleiter Julien Christof „geheim“ beim Twittern schon beobachten lassen – eine bedenkliche Haltung.

In anderen Gemeinder√§ten twittert Hardy Prothmann als Journalist aus den Sitzungen – ebenfalls nach dem Prinzip: Eintrag in Facebook, automatische Weiterleitung an Twitter. In Hirschberg, Ladenburg und Weinheim ist man weiter als in Heddesheim – kein B√ľrgermeister noch ein Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen. Die Twitter-Accounts unseres Netzwerkes hei√üen jeweils heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog, weinheimblog, viernheimblog und rheinneckarblog.

Auszug der Twittermeldungen von Gemeinderat Hardy Prothmann aus der Sitzung vom 26. Mai 2011. Klicken Sie auf das Bild, um alle Meldungen zu sehen. Quelle: Twitter

 

Heddesheims Hauptamtsleiter Julien Christof ist Freizeitjournalist, Blogger, Wahlkämpfer. Mit dem Segen seines Chefs


Heddesheim/Osterburken, 24. M√§rz 2011. (red) B√ľrgermeister Michael Kessler hat ein Problem mit neuen Medien: „Twitterei“ und Blogs sind ihm suspekt. Auch Journalisten sind im suspekt. Journalisten, die neue Medien benutzen, findet er gar „ekelhaft„. Sein Hauptamtsleiter Julien Christof hingegen ist ein Experte. Er nutzt die neuen Medien rege – als √ľberzeugter CDU-Parteimann, Mitglied des Kreisvorstands, Pressesprecher, Internetbeauftragter und aktiver Wahlk√§mpfer im Landtagswahlkampf. Und bet√§tigt sich dann und wann auch noch als Journalist. Das macht er selbstverst√§ndlich alles in seiner Freizeit.

Julien Christof findet es gut, die Gr√ľnen als "Dagegen-Partei" zu benennen. Quelle: JU NOK Facebook

Als Hauptamtsleiter gibt Julien Christof immer den neutralen Beamten in Diensten der Gemeinde. Sobald er Freizeit hat, ist er aber ein gl√ľhender Parteisoldat in Diensten der CDU.

Nicht einfach ein Mitglied, auch nicht einfach ein aktives Mitglied√ā¬† – nein, Julien Christof mischt ganz vorne mit.

Ausgef√ľllte Freizeit als Journalist und Blogger

In seinem Heimatort Osterburken ist er stellvertretender Vorsitzender, er ist im Vorstand der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis aktiv und Pressesprecher der agilen Truppe. Die betreiben verschiedene CDU-Blogs, inklusive Twitter und Facebook. Herr Christof benutzt beim Twittern auch gerne mal Pseudonyme, „Mephjizzo“ beispielsweise.

Au√üerdem ist er im Kreisvorstand der CDU Neckar-Odenwald-Kreis, dort als „Beauftragter f√ľr Presse und √Ėffentlichkeitsarbeit.“

Die erledigt er flei√üig. So schreibt er unter anderem f√ľr die Rhein-Neckar-Zeitung und f√ľr die Fr√§nkischen Nachrichten. Die Fr√§nkischen Nachrichten wiederum geh√∂ren zur Dr. Haas-Gruppe, zu der auch der Mannheimer Morgen geh√∂rt. Und sogar in der S√ľdwestpresse Ulm ist ein „Julien Christof“ mit journalistischen T√§tigkeiten zu finden – vielleicht gibt es aber auch mehrere „Julien Christof“, die zuf√§llig in der selben Gegend als Journalisten t√§tig sind.

Herr Christof beschreibt seine journalistische Tätigkeit auf Anfrage so:

„Ich habe im Jahr 2001 als 16-J√§hriger ein gymnasiales Schulpraktikum bei der
Lokalredaktion Buchen der Rhein-Neckar-Zeitung absolviert. Seitdem bin ich
dort unregelm√§√üig als freier Mitarbeiter t√§tig. Dabei war ich bereits f√ľr
den Lokalteil, die Jugendseite und die Fußballberichterstattung im Einsatz.

Mit Aufnahme meines Studiums an der FH Kehl im Jahr 2005 habe ich die
journalistische Tätigkeit reduziert. Momentan schreibe ich gelegentlich
Artikel f√ľr die Lokalteile des Bereichs Buchen. Es gibt f√ľr meinen Heimatort
Osterburken einen freien Mitarbeiter, den ich ab und an vertrete. Der
neueste Artikel war vergangene Woche √ľber die Vereinsehrungen der Stadt
Osterburken, insgesamt hat die T√§tigkeit nat√ľrlich auch aus Zeitgr√ľnden
geringen Umfang.“

Wahlkämpfer Julien Christof (3. von links) am Parteistand in Sennfeld. Quelle: JU NOK Facebook

Einen „geringen Umfang“ also. Also so eine Art kleiner Nebenjob. Den erledigt er trefflich – als Pressesprecher der CDU schreibt er gleichzeitig auch gerne als Journalist √ľber die CDU. Die frohen Botschaften erscheinen dann in der Zeitung. In diesem Fall aber unter dem K√ľrzel JC.

Christof ist mal Pressesprecher, mal Journalist, mal beides.

Eventuell k√∂nnte es sein, dass man als Leser einfach nicht verwundert sein soll, wenn Julien Christof √ľber sich selbst und seine CDU und deren Erfolge in einem „journalistischen“ Medium schreibt. Denn √ľber die CDU schreibt Herr Christof dann doch schon h√§ufiger, was er aber als „geringen Umfang“ versteht.

Eine solche T√§tigkeit muss genehmigt werden, wenn beispielsweise nach √ā¬ß62 Absatz 2, Nr. 2 des Landesbeamtengesetz folgendes zu bef√ľrchten ist:

(2) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn zu besorgen ist, dass durch die Nebentätigkeit dienstliche Interessen beeinträchtigt werden. Ein solcher Versagungsgrund liegt insbesondere vor, wenn die Nebentätigkeit

  1. die Beamtin oder den Beamten in einen Widerstreit mit den dienstlichen Pflichten bringen kann oder
  2. die Unparteilichkeit oder Unbefangenheit der Beamtin oder des Beamten beeinflussen kann oder

Herr Christof beantwortet und Anfrage aber mit einem anderen Paragrafen und best√§tigt, dass B√ľrgermeister Michael Kessler √ľber die journalistischen Nebent√§tigkeiten informiert ist und diese genehmigt hat (sonst d√ľrfte er diese ja nicht aus√ľben).

Eine journalistische T√§tigkeit muss nach √ā¬ß 63 Abs. 1 und 2 des Landesbeamtengesetzes angezeigt werden, in bestimmten F√§llen nach Abs. 3 auch nicht. Diese ist meinem Dienstvorgesetzten bekannt.

Absatz 3 betrifft „schriftstellerische, wissenschaftliche, k√ľnstlerische oder Vortragst√§tigkeiten“, all das ist Journalismus nicht. Journalismus ist ein sogenannter freier Beruf, der nach √ā¬ß 63, Absatz 1, Nr. 1 a) genehmigungspflichtig ist.

Ausgef√ľllte Freizeit als engagierter Pro-Stuttgart21-Demonstrant und CDU-Wahlk√§mpfer

Als w√ľrde ihn der Job als junger und noch gar nicht so lange im Amt befindlicher Hauptamtsleiter kaum auslasten, reichen diese Freizeitbet√§tigungen aber noch lange nicht. Hauptamtsleiter Privatmann Julien Christof ist mitten im Landtagswahlkampf – als Mitglied des „AK Wahlkampf“ von Kandidat Peter Hauk, der im Neckar-Odenwald-Kreis antritt. Der Ex-Minister gilt mit seiner Funktion als CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag als Nummer 2 hinter Ministerpr√§sident Mappus und gilt als rabenschwarzer CDU-Hardliner.

Julien Christof (rechts vorne) vor einer Pro-Stuttgart21-Demo zusammen mit Peter Haus (2. von links). Quelle: JU NOK Facebook

Als aktiver Wahlk√§mpfer und Mitglied des „Team Hauk“ kommt Julien Christof in seiner Freizeit viel rum. Er f√§hrt zur Pro-Stuttgart21-Demo nach Stuttgart, hilft am Wahlkampfstand aus und plant mit anderen zusammen in der „Arbeitsgruppe Wahlkampf“ die Auftritte des „Schwarzen Peter“, wie sich Peter Hauk gerne nennen l√§sst.

Christof und der Schwarze Peter

Auch die Website „Der schwarze Peter“ wird durch die Junge Union Neckar-Odenwald-Kreis betrieben, bei dem Herr Christof im Vorstand t√§tig ist.

Der wiederum hatte im Herbst in Hirschberg verk√ľndet, dass es „dem Land Baden-W√ľrttemberg Wurscht sein kann, ob Stuttgart 21 jetzt zehn oder f√ľnfzehn Milliarden Euro kostet“ – damit ist er der Zeit voraus. Im Moment liegen die Sch√§tzungen bei sechs bis sieben Milliarden Euro, nachdem Stuttgart21 urspr√ľnglich mal zwei Milliarden kosten sollte.

Selbstverst√§ndlich muss man annehmen, dass Julien Christofs diverse Nebent√§tigkeiten und Engagements nicht die „Unparteilichkeit und Unbefangenheit des Beamten beeinflussen k√∂nnen“, denn sonst d√ľrfte er diese T√§tigkeiten ja nicht aus√ľben, m√ľsste also sein Dienstherr, Michael Kessler, ihm diese untersagen.

„Es ist nicht verboten, sich politisch zu engagieren“, sagt Christof.

Julien Christof sieht keine Befangenheit, ganz im Gegenteil antwortet er auf unsere Anfrage:

„Seit einigen Jahren bin ich Mitglied der Jungen Union Adelsheim/Osterburken im Neckar-Odenwald-Kreis. Dort bin ich stellvertretender Ortsvorsitzender sowie im Kreisvorstand. Einer meiner Beweggr√ľnde f√ľr die Mitgliedschaft war mein Interesse f√ľr die Kommunalpolitik und Politik allgemein. Generell halte ich es f√ľr gut, wenn sich junge Menschen f√ľr Politik interessieren und auch politisch engagieren, egal ob und in welcher (demokratischen) Partei; zum Auftrag der Parteien vgl. √ā¬ß 1 des Parteiengesetzes.

Nach den Beamtengesetzen ist es Beamten nicht verboten, sich politisch zu engagieren oder Parteimitglied zu sein, denn das Grundgesetz und hier speziell die Meinungsfreiheit gelten auch f√ľr Menschen, die im √∂ffentlichen Dienst t√§tig sind. Auch erstreckt sich die Mitgliedschaft nicht auf Heddesheim oder den Rhein-Neckar-Kreis, sondern den Nachbarkreis.“

Julien Christof (links) demonstriert in seiner Freizeit f√ľr Stuttgart21. Quelle: JU NOK Facebook

Engagement ist gut und richtig, ebenso die Sache mit der Meinungsfreiheit. Herr Christof verweist vollkommen zu recht auf das Grundgesetz – auch wenn er es sonst nicht so damit h√§lt und beispielsweise auf Anordnung oder freiwillig (das ist nicht bekannt) in √∂ffentlichen Gemeinderatssitzungen Gemeinder√§te observiert und aus seiner Sicht „problematische“ Meinungs√§u√üerungen sofort seinem Chef, dem B√ľrgermeister Kessler meldet, der sich dann jedesmal unter Verwendung von Worten wie „unanst√§ndig“, „w√ľrdelos“ und „respektlos“ ereifert.

Christof „gef√§llt“ die CDU-Seite: Die-dagegen-Partei

Vielleicht verstehen Herr Kessler und Herr Christof „Unparteilichkeit“ und „Unbefangenheit“ ja auch nur sehr eindimensional und nicht so ganz allgemein.

Wiederum vermutlich nur in seiner Freiheit ist Herr Christof auch bei Facebook aktiv. Hier kann man durch Klicken der Schaltfl√§che „Gef√§llt mir“ seine Stimmung zum Ausdruck bringen (siehe erstes Bild). Herrn Christof gef√§llt unter anderem ein Eintrag mit Hinweis auf die Website „Die-dagegen-Partei“ – eine Website die von der „CDU Deutschlands“ unter Vorsitz von Frau Bundeskanzelerin Merkel verantwortet wird.

Die Facebook-Seite wiederum ist eindeutig von der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis verantwortet und man darf vermuten, dass Herr Christoph hier in seiner Freizeit auch aktiv mitwirkt. Auf der CDU-eigenen-Seite „Die-dagegen-Partei“ schlie√üt sich dann der Kreis zu Heddesheim – auch hier wird ein Dagegen-Projekt der Gr√ľnen aufgef√ľhrt:

„Gewerbeansiedlung

In Heddesheim bei Mannheim sind die Gr√ľnen gegen die Ansiedlung eines Logistikunternehmens. Mit dem Projekt k√∂nnten bis zu 1.000 neue Arbeitspl√§tze entstehen. Bei einer B√ľrgerbefragung hatte sich eine Mehrheit f√ľr die Ansiedlung ausgesprochen.
(Demo-Aufruf der Gr√ľnen Heddesheim f√ľr den 06.11.2010)“

Jetzt k√∂nnte man vermuten, dass die Berliner CDU entweder sehr gute Rechercheure hat, um herauszubekommen, zu welcher Demo die „Gr√ľnen Heddesheim“ am 06. November 2010 aufgerufen haben. Oder man k√∂nnte vermuten, dass die CDU auch Rechercheure vor Ort hat – Herrn Christof ist das Recherchieren als Nebenerwerbsjournalist sicher nicht g√§nzlich fremd.

Ob den Heddesheimer Gr√ľnen dieses „Engagement“ gef√§llt und sie k√ľnftig glauben, Herr Christof sei „unparteilich“, ist mal dahin gestellt. Aber vielleicht hat ja auch ein anderer CDU-Mann, beispielsweise der Internet-Experte Reiner Hege oder gar die stellvertretende B√ľrgermeisterin Ursula Brechtel den Tipp gegeben.

Auch Heddesheim ist in der Dagegen-Kartei der CDU

Interessant ist der Konjunktiv „k√∂nnten entstehen“ und der Ausdruck „Mehrheit“ f√ľr einen Stimmenvorsprung von 40 Stimmen bei einer „B√ľrgerbefragung„. Auch so bringt man komplexe kommunalpolitische Vorg√§nge und „Interesse f√ľr Kommunalpolitik“ auf ein kurzes Karteikartenformat.

Gut vernetzte CDU - sogar Heddesheim hat es ins "Dagegen-Angebot" der "CDU Deutschlands" geschafft. Quelle: die-dagegen-partei.de

Offen ist nun die Frage, wie mit der Aussage umzugehen ist, dass Herr Christof sich nur „im Nachbarkreis“ politisch so massiv engagiert, wenn sein Kandidat auch in diesem Kreis auftritt – dazu noch in Hirschberg, dem Nachbarort von Heddesheim, der ebenfalls von einer „Gewerbeansiedlung“ betroffen sein wird.

Julien Christof als "Beauftragter f√ľr Presse und √Ėffentlichkeitsarbeit" des CDU-Kreisverbands Neckar-Odenwald. Quelle: CDU NOK

Und seine vielf√§ltigen Aktivit√§ten im Internet schlie√üen diese „Kreise“ oder heben sie vielmehr auf, weil diese Informationen nicht an Kreisgrenzen halt machen, sondern wie gezeigt selbst bis nach Berlin reichen und von dort wieder zur√ľck.

Parteiliche Freizeit vs. unparteiliche Arbeitszeit?

Herr B√ľrgermeister Michael Kessler wiederum wird sich die Frage gefallen lassen m√ľssen, ob er das „freizeitliche Treiben“ seines Hauptamtsleiters weiterhin so genehmigt oder nicht eventuell etwas „unversch√§mt“ und „respektlos“ findet – mal ganz abgesehen von der Frage, ob man tats√§chlich davon ausgehen kann, dass Herr Christof seine „Freizeitbesch√§ftigungen“ und seine Pflicht zur Unparteilichkeit als Beamter sauber trennen kann.

Insgesamt muss Herr Christof viel Freizeit haben, denn als Anschrift gibt er die Mauritiusstra√üe in Osterburken an. Zwischen seinem Wohnort und seinem Arbeitsort im Rathaus am Fritz-Kessler-Platz liegen je nach gew√§hlter Fahrtstrecke 105-120 Kilometer – die schnellste Strecke dauert einfach 1 Stunde 17 Minuten. Aber das ist theoretisch – denn es geht √ľber die A6 und die ist st√§ndig zu.

Wer vermutet, dieses „freizeitliche Engagement“ diene nur dem „Interesse f√ľr die Kommunalpolitik und Politik allgemein“, wie Herr Christof uns geschrieben hat, muss respektvoll anerkennen, welch „herausragenden“ Einsatz dieser junge Mann doch so bringt. Und das alles in der Freizeit.

Wer vermutet, dieses Engagement k√∂nne vielleicht der „Bef√∂rderung“ auf h√∂here Weihen dienen ebenso wie der Hauptamtsleiterposten, der nur ein Zwischenjob f√ľr den ehrgeizigen CDU-Mann sei, naja, der wird sich mit ziemlicher Sicherheit vom B√ľrgermeister Kessler sagen lassen m√ľssen, dass das eine „unerh√∂rte Vermutung“ ist.

Julien Christof (rechts) beim Gruppenbild. Quelle: JU NOK Facebook


Gastbeitrag: Grobe Bespitzelung in Heddesheim


Guten Tag!

Heddesheim, 03. M√§rz 2011. Richard Landenberger hat als B√ľrger von Heddesheim und Vorsitzender des Regionalverbandes Rhein-Neckar-Odenwald des BUND die Berichterstattung zum Thema „grobe Ungeb√ľhr“ verfolgt und einen Gastbeitrag geschrieben.

Von Richard Landenberger

Wegen „grober Ungeb√ľhr“ sei Gemeinderat Prothmann aus dem Saal geflogen, berichtet der MM und macht dies zu seiner √ÉŇďberschrift.

Man kann der Meinung sein, twittern oder SMS-Schreiben w√§hrend einer Gemeinderatsitzung sei nicht in Ordnung. Dann mu√ü dieser Ma√üstab aber auch f√ľr die Bundeskanzlerin gelten, die das st√§ndig zelebriert und nicht nur f√ľr einen unfolgsamen Gemeinderat.

Auch ein Herr Hauptamtsleiter kann Twitternachrichten verfolgen wie er will. Wenn er dies aber während einer Gemeinderatssitzung zum Bespitzeln einsetzt und dies sofort seinem Vorgesetztem meldet, dann ist dies der Skandal in der Angelegenheit.

Eine freie Presse mu√ü diesen √ÉŇďbergriff thematisieren und nicht den sp√§ter erfolgten Hinauswurf des Bespitzelten. Ein solcher √ÉŇďbergriff durch die Obrigkeit darf nicht hingenommen werden.

Leider ist dieser Vorfall keine Einzelfall in unserer Gesellschaft. Der BUND Regionalverband wurde illegalerweise √ľberwacht, weil er 2010 die Umzingelung des AKW Biblis mitorganisiert hat und zu den Blockaden der Castortransport aufruft und sich daran beteiligt.

Der Polizeispitzel konnte allerdings enttarnt werden. √ÉŇďberhaupt kann man erkennen, da√ü derzeit in Baden-W√ľrttemberg eine neues Spitzelnetz der Beh√∂rden aufgebaut wird. Denn junge Menschen werden aktiv, das alte √ÉŇďberwachungsnetz taugt nichts mehr.

In anderen L√§ndern wird der Obrigkeits- und √ÉŇďberwachungsstaat bek√§mpft. Lassen wir es bei uns erst nicht soweit kommen. Wir m√ľssen uns schon bei jeder ‚Kleinigkeit‘ wehren.

Gläserner Gemeinderat: Mit Verlaub, Herr Kessler, Sie sollten sich besinnen

Guten Tag!

Heddesheim, 25. Februar 2011. In einem offenen Brief wendet sich der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann an den B√ľrgermeister Michael Kessler. Der Inhalt benennt Sch√§den und hat zum Ziel, diese zu begrenzen, denn im Sinne der Gemeinde ist von einer weiteren „Eskalation“ dringend abzuraten.

Sehr geehrter Herr B√ľrgermeister Kessler,

ich darf Ihnen zu Anfang meines Schreibens den Paragrafen √ā¬ß 32 „Rechtsstellung der Gemeinder√§te“, Absatz 3 in Erinnerung rufen:

„Die Gemeinder√§te entscheiden im Rahmen der Gesetze nach ihrer freien, nur durch das √∂ffentliche Wohl bestimmten √ÉŇďberzeugung. An Verpflichtungen und Auftr√§ge, durch die diese Freiheit beschr√§nkt wird, sind sie nicht gebunden.“

Ich erlaube mir diese Erinnerung, weil ich bedauerlicherweise den Eindruck habe, dass Sie die Gemeindeordnung nicht wirklich verinnerlicht haben.

Gestern wurde dieser Eindruck leider wieder best√§tigt, weil Sie nicht zum ersten Mal ihren Hauptamtsleiter bem√ľhen mussten, der hektisch in dem B√ľchlein gebl√§ttert hat, um alles zu pr√ľfen, was Ihren „Auftr√§gen“ dient.

Ihr Auftrag an die Gemeindebediensteten ist in der Sitzung vom 24. Februar 2011 √∂ffentlich geworden. Mindestens einer war eindeutig damit beauftragt, meine Kommunikation √ľber den Internet-Dienst Twitter w√§hrend der Sitzung zu „√ľberwachen“.

Sicherlich war es kein „Zufall“, dass Sie wortgenaue „Zitate“ aus diesen w√§hrend einer Sitzung verfassten Kurznachrichten „√ľbermittelt“ bekommen haben, die Sie dann in einer √∂ffentlichen Stellungnahme zitiert haben.

W√§hrend der Sitzung und au√üerhalb der Tagesordnung haben Sie dann eine Stellungnahme zu meiner Person und meinem „Kommunikationsverhalten“ abgegeben (nicht zum ersten Mal) und mir eine direkte Erwiderung im Anschluss verweigert.

Sie sind laut Gemeindeordnung Leiter der Sitzungen des Gemeinderats und haben dort eine gleichberechtige Stimme. Nicht weniger und auch nicht mehr.

Sie sind aber kein Gemeinderat und Sie sind verpflichtet, die Sitzungen ordentlich und nicht nach Ihrem Gutd√ľnken zu f√ľhren.

Sie d√ľrfen keine Meinungshoheit √ľber den Rat haben, Sie sind kein Richter und Sie sollten es tunlichst vermeiden, anderen das „Richten“ zu erlauben. Man muss von Ihnen erwarten k√∂nnen, dass Sie souver√§n die Sitzung leiten – und zwar im demokratischen Sinne.

Das Recht, die Sitzung zu f√ľhren ist mindestens die Pflicht, dies angemessen umzusetzen. Das ist mitunter eine schwere Aufgabe, aber als politischer Beamter haben Sie sich diese Aufgabe gew√§hlt und die √Ėffentlichkeit muss von Ihnen erwarten k√∂nnen, dass Sie dieser Aufgabe souver√§n nachkommen.

Tats√§chlich missbrauchen Sie, nicht nur nach meiner Auffassung, die Ihnen kraft Gemeindeordnung √ľbertragene Aufgabe f√ľr „pers√∂nliche“ Stellungnahmen.

Sie haben √∂ffentlich behauptet, ich w√ľrde den Rat missachten und andere Gemeinder√§te beleidigen. Das steht Ihnen nicht zu. Damit √ľberschreiten Sie Ihre Kompetenzen.

Sie k√∂nnen eine Meinung √§u√üern, m√ľssen dann aber auch andere zulassen. Als guter Demokrat sollten Sie das beherzigen.

Sie haben mir noch mehr unterstellt, was ich gar nicht wiederholen möchte.

Besonders emp√∂rt bin ich aber √ľber die von Ihnen angeordnete Form der „Observierung“.

Ich fordere Sie auf, im Sinne der W√ľrde Ihres Amtes und in Anerkennung des Grundgesetzes sowie der Gemeindeordnung und der Stellung von frei und demokratisch gew√§hlten Gemeinder√§ten, Ihr mehr als „bedenkliches“ Verhalten umgehend einzustellen.

Sie haben kein Recht, die Mitarbeiter der Verwaltung mit „Observierungen“ zu beauftragen. Sie √ľberschreiten Ihre Kompetenzen in einer Art und Weise, die unertr√§glich f√ľr alle demokratisch gesinnten Menschen ist.

Als freier und unabh√§ngiger Kandidat habe ich den B√ľrgerinnen und B√ľrgern von Heddesheim ein Wahlversprechen gegeben (Sie k√∂nnen das gerne nachlesen):

„Mein Wahlversprechen ist, dass ich mich f√ľr mehr Transparenz einsetze. Freier Zugang zu Informationen wird die Zukunft unserer Gesellschaft bestimmen.

Kl√ľngel und b√ľrokratisches Denken f√ľhren in den Abgrund. Es darf kein Meinungsmonopol geben, f√ľr niemanden.

Artikel 5 des Grundgesetzes ist f√ľr mich ein zentraler St√ľtzpfeiler unserer Demokratie.

Ich bin sehr froh, in Deutschland zu leben, weil es nirgendwo auf der Welt so viele Freiheiten gibt und nirgendwo auf der Welt so viele Menschen, die sich dieser verpflichtet f√ľhlen.“

Mit Verlaub, Herr Kessler, Sie sollten sich besinnen. Auf unseren Rechtsstaat, auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und auf Ihre Pflichten.

Diese Pflichten sind, wie f√ľr alle Gemeinder√§te, so auch f√ľr Sie, der Gemeinde zu dienen, ihr Wohl zu f√∂rdern und Schaden vor der Gemeinde abzuwehren.

Ihr Kleinkrieg gegen einzelne Gemeinderäte, insbesondere gegen meine Person, ist kontraproduktiv.

Ich werfe Ihnen vor, dass Sie selbstherrlich der Gemeinde und ihrem Ansehen Schaden zuf√ľgen, indem Sie sich verhalten, wie Sie es tun.

Kommen Sie zur Besinnung und realisieren Sie, dass nicht Sie die Gemeinde sind.

Unsere Gemeinde Heddesheim hat √ľber 11.000 kleine und gro√üe B√ľrgerinnen und B√ľrger. Der Gemeinderat hat die Aufgabe, zum Wohl aller zu wirken und nicht nur zum Wohl derer, die Ihnen gefallen.

Daf√ľr m√ľssen Entscheidungen getroffen werden, die nicht immer allen gefallen. Manchmal sind die Mehrheiten gro√ü und die Minderheiten klein, manchmal halten sich Zustimmung und Ablehnung fast die Waage.

In allen F√§llen halte ich es f√ľr eine unbedingte Pflicht, der „unterlegenen“ Minderheit Ehre und Respekt zu erweisen, denn je kleiner die Minderheit ist, umso schwerer hat sie es, ihre „Position“ zu vertreten.

Die Anerkennung von Minderheiten, deren Achtung und F√∂rderung ist das, was meiner Auffassung nach Demokratien stark und gegen√ľber Diktaturen √ľberlegen macht.

Es ist keine Kunst, Minderheiten zu unterdr√ľcken. Es ist ganz im Gegenteil Zeichen von St√§rke, Minderheiten zu achten und ernst zu nehmen.

Im Heddesheimer Gemeinderat bin ich die kleinste vorstellbare Minderheit. Ich bin der einzige partei- und fraktionsfreie Gemeinderat.

Ich bin jederzeit präsent, bin immer gut vorbereitet auf die Sitzungen und in Bezug auf die Wortbeiträge sicher nach Ihnen und Herrn Dr. Doll ganz vorne mit dabei.

Und ich respektiere, dass es viele Gemeinder√§te gibt, die so gut wie nichts sagen. Und ich halte das f√ľr sehr problematisch. Aber ich habe noch niemals behauptet, dass diese stummen Gemeinder√§te den Gemeinderat durch Schweigen missachten.

Obwohl das nahe liegt, denn Demokratie lebt von der Debatte und nicht vom schweigenden Abnicken.

Was ich an Argumenten vorbringe, mag Ihnen und anderen nicht gefallen. Aber ich äußere mich öffentlich und verantwortlich und habe das Recht dazu. Ob Ihnen oder anderen das gefällt oder nicht.

Und ich h√∂re anderen im Rat zu und nehme deren √É‚Äěu√üerungen zur Kenntnis, ob mir das gef√§llt oder nicht.

Dass Sie mir vorwerfen, ich missachtete den Rat, weil ich mich mit „etwas anderem besch√§ftige“ ist so unverhohlen unversch√§mt, wie die Frage des Herrn Hasselbring, ob ich nun gut oder schlecht h√∂re.

Herr B√ľrgermeister Kessler, ich habe eine k√∂rperliche Behinderung, weil ich auf einem Ohr taub bin. Ich habe Sie darum gebeten, mir die Teilnahme an den Sitzungen zu erleichtern, indem ich mich umsetzen darf.

Das haben Sie mir verweigert. Außerdem Herr Dr. Doll, Herr Merx und Herr Hasselbring.

Herr B√ľrgermeister Kessler, ich habe Sie darum gebeten, mich ebenso zu informieren wie die Fraktionen, da ich keiner Fraktion angeh√∂re und damit einen Nachteil gegen√ľber anderen „gleichen“ Gemeinder√§ten habe.

Das haben Sie mir verweigert.

Herr B√ľrgermeiser Kessler, ich habe mich in der Sitzungsunterbrechung am 24. Februar 2011 pers√∂nlich an Sie gewandt und Ihnen mitgeteilt, dass eine von Ihnen aufgefasste „Beleidigung“ nicht Ihnen gegolten hat. Ich habe mehrmals versucht, Ihnen pers√∂nlich das Missverst√§ndnis zu erl√§utern und davon abzusehen, dass zu tun, was Sie letztlich getan haben.

Das haben Sie mir verweigert.

Ganz im Gegenteil haben Sie mehrmals mit einer „hau-ab-Gestik“ darauf reagiert und w√∂rtlich gesagt: „Verschwinden Sie hier.“ Begleitet von einer Handbewegung, als w√ľrden Sie einen „Fiffi“ oder eine l√§stige Fliege davonjagen wollen.

Sie waren auch nicht im Ansatz bereit, eine Deeskalation anzustreben.

Ihre Gestik und Haltung waren mehr als eindeutig. Und beides war mehr als beleidigend.

Ich erinnere mich gut an die nicht-√∂ffentliche Sitzung, im Schutz einer „geschlossenen Gesellschaft“, in der Sie mich als „ekelhaft“ bezeichnet haben, was Sie dann auch sp√§ter √∂ffentlich zugeben mussten.

Angeblich haben Sie sich w√§hrend dieser Sitzung f√ľr Ihren Ausfall entschuldigt.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie sich pers√∂nlich und ehrlich f√ľr diese klar und explizit ge√§u√üerte Ausf√§lligkeit mir gegen√ľber entschuldigt h√§tten. Andere im Gemeinderat haben das so „interpretiert“.

Ich habe weder den Rat noch sonstige Instanzen bem√ľht, Ihre Ausf√§lligkeit zu best√§tigen. Ich bin davon ausgegangen, dass Sie sich daf√ľr gesch√§mt haben und dass es damit „gut ist“.

Sie k√∂nnen aber gerne eine abschlie√üende Best√§gigung vornehmen. Gerne erwarte ich dazu die von Ihnen veranlasste Ver√∂ffentlichung des „nicht-√∂ffentlichen“ Protokolls.

Sie hingegen haben in der Sitzung vom 24. Februar 2011 eine dahingezischte Bemerkung meinerseits als „pers√∂nliche Beleidigung“ Ihrer Person „interpretieren wollen“ und trotz meiner mehrfach vorgebrachten Distanzierung darauf bestanden, pers√∂nlich von mir als „Arschloch“ bezeichnet worden zu sein.

Weiter haben Sie diese „Interpretation“ zum Anlass genommen, um Ihren Kleinkreig gegen mich voranzutreiben.

Ich stelle hiermit nochmals in dieser Form eines öffentlichen Briefes fest, ebenso wie in der öffentlichen Sitzung, dass meine Bemerkung außerhalb der Sitzung gefallen ist und definitiv nicht Ihnen gegolten hat.

Und ich ersuche Sie dringendst, dass Sie diese Bemerkung nicht auf sich beziehen sollten, wenngleich ich leider den Eindruck habe, dass Sie diese dringend auf sich bezogen haben wollen.

Was ich Ihnen bestätigen kann und wozu ich öffentlich stehe, ist, dass ich Ihre Form der Sitzungsleitung ablehne.

In meinen Augen ist Ihr Verhalten selbstherrlich, unausgewogen und nicht akzeptabel.

Ich habe schon mehrfach kritisiert, dass Ihre Informationspolitik vollkommen unzureichend ist. Und es ist eine Zumutung, dass wir ehrenamtlichen R√§te erst in Sitzungen mit Informationen konfrontiert werden, √ľber die man vor einer „Abstimmung“ nachdenken m√ľsste, aber keine Chance dazu hat.

Wenn ich mich deshalb schon mehrfach „enthalten“ habe, dann vor allem deshalb, weil mir eine Meinungsbildung aufgrund der von Ihnen unzureichend gelieferten Informationen nicht m√∂glich war.

Ich habe gestern nach meinem Ausschluss aus der Sitzung eine Beschwerde an das Kommunalrechtsamt mit der Bitte um Pr√ľfung verfasst.

Gem√§√ü dem Ausspruch: „Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“, m√ľssen Sie und ich den Ausgang abwarten.

Es gibt aber noch eine andere L√∂sung, die ich sofort akzeptieren w√ľrde.

Sie informieren die anderen Mitglieder des Gemeinderats, dass der von Ihnen gestern gestellte Antrag √ľbereilt war und mit Einverst√§ndnis der Fraktionen als nichtig erkl√§rt werden soll.

Dann g√§be es von meiner Seite keinen Grund mehr auf eine „√ľbergeordnete“ Kl√§rung.

Vielleicht gelingt es Ihnen, sich zu besinnen.

Das w√§re sicherlich von enormen Vorteil f√ľr alle Beteiligten, f√ľr die Gemeinde und das Ansehen des Gemeinderats in Heddesheim und auch au√üerhalb unserer Gemeinde.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen

Dokumentation: Streit um Twitter & co – oder die Angst vor der Transparenz und Meinungsfreiheit

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 25. Februar 2011. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler, die CDU, die SPD und die FDP haben ein Problem mit dem „Verhalten“ des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann. Der Vorwurf: Durch „Twittern“ missachte GR Prothmann den Rat. Der Streit um Twitter & co ist nicht auf Heddesheim begrenzt.

In Augsburg gab es Ende 2009 Zoff ums Twittern. Erst im Sommer 2010 wurde es wieder erlaubt. Quelle: Augsburger Allgemeine

Der „Streit“ um den „Anstand“ zwischen konservativen B√ľrgermeistern, ihren jeweiligen „Rats-Mehrheiten“ und progressiven Gemeinder√§ten wird landauf, landab gef√ľhrt. Im Kern geht es um die Kontrolle der „Deutungshoheit“. Einzelne Gemeinder√§te oder kleine Fraktionen sollen sich der „Mehrheit“ unterordnen. Meinungsfreiheit ist dabei eher ein gering geachtetes Gut.

Wutentbrannte Reaktion

Am 18. Dezember 2009 berichtet beispielsweise die Augsburger Allgemeine Zeitung unter der √ÉŇďberschrift: „Debatte um Kommunikationsdienst – √É‚Äěrger um Twitter-Nachrichten aus dem Augsburger Stadtrat“ √ľber den damals 26-j√§hrigen Stadtrat Christian Moravcik (Gr√ľne). Moravcik hatte getwittert und andere Stadtr√§te f√ľhlten sich dadurch angeblich „gest√∂rt“.

Lange Zeit allerdings nicht – es war laut Bericht „seit Monaten bekannt“, dass der junge Mann den Internet-Dienst nutzt. Doch bei einer Sitzung verfolgte eine CSU-Stadtr√§tin am Notebook, was der „Kollege“ denn da so an Nachrichten verbreitet.

Eine Bemerkung √ľber den CSU-Fraktionschef f√ľhrte zum Eklat. Die Augsburger Allgemeine, ebenfalls eher eine konservative Zeitung, berichtete: „Kr√§nzle reagierte wutentbrannt.“

Es folgten monatelange Diskussionen um ein Verbot und schlie√ülich eine „Selbstverpflichtung“, wie Twitter zu benutzen sei. Die Augsburger Allgemeine berichtet am 24. August 2010: „Augsburger Stadtrat: Twittern wieder erlaubt.

Die Th√ľringische „Goethe- und Universit√§tsstadt“ Ilemnau (rund 26.000 Einwohner) ist da weiter. Sie achtet die Meinungfreiheit.

Hier ist Twittern sogar ins Ortsrecht aufgenommen worden.

In Ilmenau ist Twittern per Ortsrecht erlaubt

In der „Gesch√§ftsordnung f√ľr den Stadtrat und die Aussch√ľsse sowie die Ortsteilr√§te der Stadt Ilmenau vom 5. November 2009“ hei√üt es unter Paragraf 3 „√Ėffentlichkeit der Sitzungen“:

„(5) Tonbandaufzeichnungen sowie Filmaufnahmen durch Dritte sind nur mit einstimmiger
Zustimmung des Stadtrates zul√§ssig. Die Zustimmung gilt als erteilt f√ľr Fotoaufnahmen,
wenn sie durch Journalisten vom Presseplatz aus erfolgen.
(6) Elektronische Informationen aus der öffentlichen Sitzung (z. B. Twittern) heraus sind
erlaubt. Dies gilt nicht f√ľr die nicht√∂ffentliche Sitzung. Nur derjenige, der die elektronische
Information in das Internet eingibt, ist f√ľr die Rechtsfolgen der Verbreitung der
elektronischen Kurzinformation verantwortlich.“

Dort darf also die Presse sogar vom Platz aus fotografieren und bei Zustimmung des Stadtrates sogar filmen oder Tonbandaufnahmen machen.

In Weinheim ist die CDU Vorreiter

Im Weinheimer Gemeinderat gibt es ebenfalls Stadträte, die sich sozialer Netzwerke bedienen, darunter mindestens ein Stadtrat der CDU.

Die St√§dte Ladenburg und Weinheim sowie die Gemeinde Hirschberg, √ľber die unsere Redaktion auch berichtet, sind dar√ľber informiert, dass wir vom Pressetisch aus w√§hrend der Sitzung twittern, Eintr√§ge bei Facebook vornehmen und sogar aus der Sitzung heraus nach Beschlussfassung Artikel sofort ver√∂ffentlichen.

Die Gemeinder√§te und B√ľrgermeister dieser Kommunen haben nichts dagegen einzuwenden und verhalten sich in dieser Hinsicht vorbildlich in bezug auf Meinungsfreiheit und Transparenz.

Verboten sind dort wie in vielen Gemeinder√§te Ton-, Film- und Fotoaufnahmen, au√üer, sie werden ausdr√ľcklich gebilligt.

In Heddesheim l√§sst der B√ľrgermeister „observieren“

In Heddesheim hingegen r√ľgte der B√ľrgermeister Michael Kessler den partei- und fraktionsfreien Gemeinderat Hardy Prothmann zum wiederholten Male, „Twittern“ sei eine Missachtung des Gemeinderats.

Hier hat Hardy Prothmann einen von "kooptech" Tweet "retweetet", was man am vorgestellten RT erkennt. "kooptech" ist die renommierte IT-Journalistin Christiane Schulzi-Haddouti. Quelle: twitter.com

Der B√ľrgermeister Kessler l√§sst dazu die Twitter-Aktivit√§t des Gemeindrats Prothmann w√§hrend der Sitzung durch Gemeindebeamte beobachten. Die Arbeitsanweisung scheint klar zu sein. Sobald eine Nachricht auftaucht, in die man aus Sicht der Verwaltung eine „Missachtung“ hineininterpretieren kann, unterbricht der B√ľrgermeister die Sitzung, um eine „Stellungnahme“ vorzunehmen.

Die Frage, inwieweit es sich um eine Missachtung des Gemeinderats durch die Verwaltungsmitarbeiter und den B√ľrgermeisters handelt, wenn diese w√§hrend der Sitzung im Internet Twittermeldungen lesen, ist in der Sitzung vom 24. Febraur 2011 nicht gekl√§rt worden.

Angst vor „Kontrollverlust“

Der Hintergrund f√ľr Auseinandersetzungen in Augsburg, Heddesheim oder anderswo ist sicherlich mit der Angst vor „Kontrollverlust“ zu begr√ľnden.

Obwohl es sich um √∂ffentliche Gemeinderatssitzungen handelt, war man es lange gewohnt, dass sich die Fraktionen und Verwaltungen im Vorfeld der Sitzungen absprechen. Man kann das auch „Hinterzimmerdemokratie“ nennen oder „Gemauschel“ oder wie auch immer.

Die wenigen B√ľrger, die bei solchen Sitzungen anwesend sind, erhalten keine Hintergrundinformationen, erleben keine tats√§chliche Debatte. Die „√Ėffentlichkeit“ wird im Nachgang h√§ufig √ľber Monopolzeitungen informiert. Politikverdrossenheit ist da vorprogrammiert.

Eigene Meinungen und Sichtweisen und eine zeitnahe Verbreitung (ver-)st√∂ren da viele „Traditionalisten“, die sich weder einer kritischen √Ėffentlichkeit und schon gar nicht kritischen Gemeinderatsmitgliedern, die alle demokratisch gew√§hlt wurden, stellen wollen.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Reaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f√ľr das heddesheimblog und ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim.

Dokumentation: Was der B√ľrgermeister „unanst√§ndig“ findet – die Tweets von GR Prothmann

Guten Tag!

Heddesheim, 24. Februar 2011. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler hat in der heutigen Sitzung das Verhalten des Gemeinderats Hardy Prothmann ger√ľgt. Dessen „Twittern“ sei eine Missachtung des Gemeinderats.

Dar√ľber hinaus monierte B√ľrgermeister Kessler, den „Tweet“ von 17:53 Uhr, in dem GR Prothmann schreibt: „SPD-Sprecher J√ľrgen Merx erinnert irgendwie an einen Leguan. Er macht immer dieselbe Kopfbewegung.“

B√ľrgermeister Michael Kessler bezeichnete das als „Beleidigung“ und kritisierte die „unangemessene Wortwahl“ des GR Prothmann. Weiter warf er GR Prothmann vor, die Sitzungen nicht ernst zu nehmen und die Aufgaben eines GR nicht zu verstehen. Zudem k√∂nne er nicht zwischen seiner Funktion als Gemeinderat und Journalist unterscheiden.

Vorbemerkung:
Twitter (englisch f√ľr „Gezwitscher“) ist eine Plattform im Internet, √ľber die Kurznachrichten in SMS-L√§nge ver√∂ffentlicht werden k√∂nnen. Wer „twittert“, schreibt eine Nachricht, die auf der Plattform Twitter erscheint.

Alle Personen, die einem bestimmten Twitterer „folgen“ (Follower), bekommen kurz nach dem Schreiben der Nachricht diese angezeigt. Solche Nachrichten k√∂nnen von den Followern weiter getwittert werden, √§hnlich einer email, die man weiterleitet. Die Follower dieser Follower erhalten die Nachricht dann ebenfalls.

Man kann aber auch nach Twitterern oder einzelne Tweet-Nachrichten suchen und diese weiterleiten. Selbst wer nicht bei Twitter angemeldet ist, kann Nachrichten und Twitter per Suchfunktion finden. Um zu twittern braucht man keinen Computer, sondern kann das √ľber internetf√§hige Handys wie das iPhone oder andere „Smartphones“ machen.

Auch das Landratsamt twittert

Twitter wird in Deutschland √ľberwiegend von internetaffinen Menschen genutzt. Aber auch von Journalisten, Politikern, Wissenschaftlern oder Institutionen. St√§dte wie Weinheim oder Mannheim nutzen Twitter, selbst das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises twittert seit einigen Wochen.
Twitter geh√∂rt zu den so genannten „Social Media“-Anwendungen.

Wir dokumentieren alle „Tweets“ des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann, die dieser in der heutigen Sitzung versendet hat.

Hinweis: Da die neuesten „Tweets“ sich vor die davor gesendete Nachricht setzen (√§hlich wie bei Blogs), m√ľssen Sie die „Tweets“ „von hinten“ lesen, wenn Sie sie chronologisch verfolgen m√∂chten. Also vom Ende der Seite bis zum Anfang. Sie erkennen das an der Urhzeit.

Nach 18:30 Uhr versendete „Tweets“ wurden nicht aus der Sitzung gesendet, da GR Hardy Prothmann durch Beschluss des Gemeinderats aus der Sitzung ausgeschlossen wurde.

Alle „Tweets“ von Hardy Prothmann k√∂nnen Sie finden, wenn Sie die Seite von http://twitter.com besuchen und im Suchfeld „prothmann“ eingeben. Dabei werden auch „Tweets“ angezeigt, die „retweetet“ wurden oder den Namen „prothmann“ enthalten.

Dokumentation:

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Schwerer Unfall w√§hrend ZDF-Sendung „Wetten, dass…“

Guten Tag

Rhein-Neckar/D√ľsseldorf, 04. Dezember 2010. W√§hrend der heutigen ZDF-Sendung „Wetten, dass…“ ist es offenbar zu einem schweren Unfall bei einer Wette gekommen. Kurz darauf wurde die Sendung unterbrochen.

zdfunfall

"Saalwetten"-Kandidat bleibt regungslos liegen.

Im Internet √ľberschlagen sich zur Zeit die Meldungen – verifizierte Informationen hat aber so gut wie niemand.

Soviel ist klar: Der 23-j√§hrige Wettkandidat Samuel Koch ist nach einem waghalsigen Sprung √ľber Autos mit „Sprungfedern“ √ľber Autos „liegengeblieben. Kurz darauf wurde die Sendung unterbrochen und „Archivmaterial“ ausgestrahlt.

Sofort kamen via des Kurznachrichtendienst „Twitter“ hunderte von Meldungen.

Erste Videos wurden bei youtube.de Videos hochgeladen, zu denen das ZDF „L√∂schaufforderungen“ sendete.

Wir berichten weiter auf „weinheimblog.de

Die Redaktion

Gabis Kolumne

Die Normalität von sozialen Netzwerken

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Guten Tag!

Heddesheim, 22. November 2010. Soziale Netzwerke sind voll im Trend. So gut wie alle Kinder und Jugendlichen haben damit zu tun. Fragt sich nur, was man selbst damit zu tun hat, ob man alles versteht und wie man den Kindern den Umgang damit beibringt, meint Gabi.

Vor ein paar Wochen habe ich geschrieben, dass ich mich den Sozialen Netzwerken annähere. Vorsichtig habe ich mich herangetastet. Ich muss gestehen, dass ich mich der Fazination kaum erwehren konnte. Ich habe gechattet, sogar mal was gepostet, wie es so schön heißt. Mein Freundeskreis ist stetig gewachsen. Das zu mir.

snfacebook

Facebook. Aus einem Studentenjahrbuch-Verzeichnis wurde die größte Online-Community der Welt.

Auch meine Kinder sind in sozialen Netzwerken unterwegs: Sch√ľlerVZ und Facebook und wer-kennt-wen. Nat√ľrlich haben wir es zu Hause thematisiert, auf die Gefahren hingewiesen und davor gewarnt, Bilder zu ver√∂ffentlichen.

Die Gefahren im Netz sind subtiler.

Auch wei√ü ich von Freunden und Bekannten, dass deren Kinder hier „unterwegs“ sind. Letztendlich sehen wir es aber recht locker, was kann hier schon passieren? Ist es nicht rein virtuell und nichts gegen die Gefahren, denen unsere Kinder im tats√§chlichen Leben ausgesetzt sind?

Doch die Gefahren, die hier lauern, sind viel subtiler. Wie erkennt man, was wer ernst meint? Wo hört der Spaß auf? Ist ein Freund wirklich ein Freund?

Jugendliche berichten √ľber Saufgelage, stellen davon Bilder ins Netz, nehmen politische Haltungen ein, provozieren. Um cool zu sein, aufzufallen, sich abzugrenzen. Dass sie sich damit auch inszenieren und von au√üen nicht immer erkennbar ist, wo der Spa√ü aufh√∂rt und der Ernst anf√§ngt – ist ihnen das klar? Wirklich bewusst?

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Twitter – ein Kurznachrichtendienst im Internet.

Was man im Internet ver√∂ffentlicht, daf√ľr ist man letztendlich verantwortlich. Und man stellt eine √Ėffentlichkeit her. Denn, wer teilweise einige hundert Freunde und mehr sein eigen nennt, wird kaum noch ein √ÉŇďberblick dar√ľber haben und kann nicht davon ausgehen, dass alles nur im „stillen K√§mmerlein“ passiert.

„Ich habs nicht so gemeint“, gilt nicht.

Lockere, coole Spr√ľche sind an der Tagesordnung. Was passiert, wenn cool nicht mehr cool ist, sondern rassistisch? „Ich hab‚Äôs nicht so gemeint“, ist schnell gesagt. Aber letztendlich kann man ja nur an den eigenen Worten gemessen werden. Vor allem dann, wenn man es √∂ffentlich macht.

Soll ich meinen Kindern die Netzwerke jetzt verbieten? Gilt es nicht eher mit ihnen dar√ľber zu reden und sie aufzukl√§ren?

Wir wissen heute alle, dass sich Personalchefs gerne im Facebook oder Studi-VZ tummeln. Welches Bild möchte man dann hier nach Außen abgeben?

Wer rechts- oder auch linksextreme Aussagen t√§tig, muss damit rechnen, dass man ihn oder sie f√ľr Ernst nimmt. Und wollen das Jugendliche nicht eigentlich?

Andererseits geh√∂rt zum jung sein, auch √ľber das Ziel hinaus zu schie√üen. Das habe ich getan, das machen immer wieder meine Kinder. Wichtig ist dabei immer wieder Grenzen zu erkennen. Sich betrinken tut sich fast jeder mal in seiner Jugend (oder auch sp√§ter), l√§sst man sich aber volllaufen und besch√§digt sich, andere oder Dinge, hat das eine ganz andere Brisanz.

snfbgroß

Die Frage ist meist nicht, ob man oder ob man nicht, sondern wie man mit Facebook umgeht.

Wie können wir unseren Kinder, in einer Welt, die so zwischen Virtualität und Realität hin- und herspringt, begreiflich machen, wo hier die Gefahren liegen, wo wir doch selbst in dieser Welt meist Fremde sind?

Quatsch ist erlaubt – aber auch ein sauberes Image.

Ich kann meinen Kindern nur den Rat geben, dass sie nur das veröffentlichen, zu dem sie wirklich stehen können. Und wenn es Quatsch ist, muss es auch als Quatsch erkennbar bleiben.

Klar ist, dass soziale Netzwerke f√ľr unsere Kinder normal sind. Klar ist aber auch, dass es darin normal zugehen sollte.

F√ľr mich sind soziale Netzwerke noch neu und ich n√§here mich an. Vorsichtig. Das versuche ich auch meinen Kindern beizubringen.

Und klar Рdie sozialen Netzwerke bieten auch jede Menge Vorteile. Einer ist gerade der, der auch problematisch sein kann: Der öffentliche Austausch mit anderen.

***

Und eine F√ľlle von Informationen, die man f√ľr das echte Leben nutzen kann, warten im Internet neben all dem Schrott, den es dort auch gibt. Damit unterscheidet sich das Internet nicht wirklich vom realen Leben.

Der entscheidende Unterschied ist der der Dokumentation – was im Internet gepostet wird, kann man zwar wieder l√∂schen. Ob es damit aus der Welt ist? H√§ufig nicht. Denn Informationen werden kopiert, an anderer Stelle wieder eingef√ľgt.

Auch ich muss lernen, Herrin √ľber die Informationen zu bleiben, die ich pflege und die andere √ľber mich haben. Das ist eine ganz sch√∂n verantwortliche Aufgabe, die ich wie meine Kinder erst gerade lerne.

gabi

Gläserner Gemeinderat: Ich bin ein Twitterer

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Oktober 2010. In der Gemeinderatssitzung vom 28. Oktober 2010 konfrontierte B√ľrgermeister Michael Kessler den partei- und fraktionsfreien Gemeinderat Hardy Prothmann mit der Frage, ob er aus der Sitzung heraus twittere? Nat√ľrlich wusste B√ľrgermeister Michael Kessler, das dies der Fall ist, wie sonst h√§tte er auf die Frage kommen k√∂nnen?

Von Hardy Prothmann

Jetzt ist es amtlich – B√ľrgermeister Kessler l√§sst einzelne Gemeinder√§te in ihrem Kommunikationsverhalten beobachten.

Was soll das?

Und was soll die Einsch√§tzung, wenn Herr B√ľrgermeister Kessler sagt: „Das ist unanst√§ndig.“

Was bitte ist daran unanst√§ndig, dass ich √ľber eine „soziale Netzwerk“-Plattform wie Twitter die √Ėffentlichkeit dar√ľber informiere, was zur Zeit in einer √∂ffentlichen Gemeinderatssitzung wie verhandelt wird? Sind eine Firma wie SAP oder andere Unternehmen alle unanst√§ndig, weil sie twittern, um √Ėffentlichkeit herzustellen?

Nachfolgend sehen Sie das, was aus Sicht von Herrn Kessler unanständig war:

twitter

Twitter - ein Kurznachrichtendienst im Internet.

Ich muss leider vermuten, dass jede Form von Transparenz von Herrn Kessler als „unanst√§ndig“ betrachtet wird. All der √∂ffentliche Kram ist ihm ein Greuel. Er hasst nichts mehr als eine √∂ffentliche Auseinandersetzung – das merkt man an seinem Kommunikationsverhalten.

„unversch√§mt“, „unanst√§ndig“, „w√ľrdelos“, „stillos“, „unerh√∂rt“

W√§hrend er ihm gewogene Gemeinder√§te reden und reden l√§sst, schneidet er mir und den Gemeinder√§ten der Fraktion B√ľndnis90/Die Gr√ľnen regelm√§√üig das Wort ab: „Ihre Behauptung ist falsch“, ist sein Lieblingskommentar. Wahlweise spricht er gerne von „unversch√§mt“, „unanst√§ndig“, „w√ľrdelos“, „stillos“, „unerh√∂rt“ und so weiter.

Denn alles was nach kritischen Fragen oder Stellungnahmen klingt, ist f√ľr Herrn Kessler nicht nur eine Zumutung, er empfindet das anscheinend sogar als pers√∂nliche Beleidigung. Dieses Verhalten ist bei Menschen, die sich f√ľr „unfehlbar“ halten, leider immer so.

In einer geregelten Sitzungsleitung kommt jeder Gemeinderat in der Reihenfolge der Meldungen dran – ich werde regelm√§√üig √ľbergangen. Dazwischen nutze ich die Zeit und twittere ab und zu.

Ausspäh-Kessler sucht den Konflikt.

Herr Kessler stellt nicht ohne Grund fest, dass ich twittere. Und er stellte in der Sitzung auch fest, dass mir das (leider) nicht verboten werden kann, weil es dazu „keine Regelung“ in der Gemeindeordnung und der Hauptsatzung der Gemeinde gibt. (Man darf gespannt sein, ob das ein Anlass f√ľr Herrn Kessler sein wird, die Hauptsatzung zu √§ndern…)

Warum stellt er das dann fest? Ich habe ihm in der Sitzung die Antwort gegeben – weil er vermutlich darauf aus ist, mir eine „Befangenheit“ zu unterstellen. Also einen Konflikt zwischen meinem Ehrenamt als Gemeinderat und meinem Beruf als Journalist.

Das soll Herr Kessler gerne versuchen. Er w√ľrde damit ein neues Kapitel aufmachen, dass des Aussp√§h-Kesslers. Eines B√ľrgermeisters, der als Leiter der Verwaltung Mitarbeiter (oder jemand anderen?) anweist zu √ľberpr√ľfen und zu dokumentieren, wie das Kommunikationsverhalten eines Gemeinderats ist.

In meinem Fall kann ich sagen, es ist √∂ffentlich und transparent – ich versende √ľber das Medium Twitter Nachrichten, von denen ich m√∂chte, dass sie gelesen werden. So gesehen mache ich sogar Werbung f√ľr die Sitzungen des Gemeinderats. Denn sollte das jemand spannend finden, kommt er vielleicht beim n√§chsten Mal selbst dazu. Sollte jemand keine Zeit daf√ľr haben oder durch andere Gr√ľnde nicht k√∂nnen, kann er zumindest die Sitzungen verfolgen.

Nat√ľrlich sind solche Meldungen, die systembedingt nur 140 Zeichen lang sein k√∂nnen, subjektiv verfasst. Das d√ľrfen sie auch, denn Artikel 5 unseres Grundgesetzes erlaubt subjektive Meinungs√§u√üerungen nicht nur, er garantiert dieses Recht sogar.

Was Herr Kessler sich nicht vorstellen kann…

Herr Kessler begr√ľndete die mir von ihm vorgeworfene „Unanst√§ndigkeit“ damit, dass ich nicht der Diskussion folgen w√ľrde und meiner Arbeit nicht nachk√§me. Tats√§chlich kann ich sowohl twittern als auch zuh√∂ren. Ich kann sogar gleichzeitig noch denken – das scheint f√ľr Herrn Kessler nicht vorstellbar zu sein.

Ich w√ľrde sogar behaupten, dass ich eventuell von allen Gemeinder√§ten am meisten zu den Diskussionen beitrage, vielleicht liege ich auch nur auf Platz zwei, drei oder vier. In der L√§nge der Traktate ist sicher Herr Dr. Josef Doll der unangefochtene Spitzenreiter – kein Wunder, darf er doch in beliebiger L√§nge und ohne Zeitbeschr√§nkung vor sich hinplappern.

Ich versende also Nachrichten, von denen ich m√∂chte, dass sie gelesen werden. Was ich nicht m√∂chte, ist das Gef√ľhl zu haben, dass ein selbstherrlicher B√ľrgermeister Kessler versucht, mit daraus einen Strick zu drehen. Ich vermute mal, dass Herr Kessler das versuchen wird und sehe dem gelassen entgegen.

Herr Kessler sollte dringend aufpassen, eine Art Restw√ľrde zu bewahren. Sonst droht ihm, als Mr. Big-Brother-Kessler in die Geschichte Heddesheims einzugehen.

Tats√§chlich komisch war eine Art „Spiegelkommunikation“ an diesem Abend: Als ich in der Aprilsitzung Herrn Kessler fragte, ob er die Gemeinde sei, was dieser mit ja beantwortete, wurde hier auf dem heddesheimblog daraus eine √ÉŇďberschrift: „Ich bin die Gemeinde“. Gegen dieses „falsche“ Zitat setzte sich Herr Kessler mit enormen Aufwand zu Wehr.

Aktuell hat er mich gefragt, ob ich twittere, was ich mit „Ja“ beantwortet habe. Ich setzte mich nicht zur Wehr, sondern bekenne mich zu dem, was ich tue: „Ja, ich bin ein Twitterer.“

Ich bin nur einer von gesch√§tzt 300.000 in Deutschland – alle „Twitterer“ nutzen das Medium, um sich √∂ffentlich auszutauschen.

B√ľrgermeister Michael Kessler ist einer von knapp 12.000 B√ľrgermeistern oder Ortsvorst√§nden in Deutschland.

Der Unterschied zwischen uns beiden ist: Ich nehme als einer unter vielen an einem „sozialen Netzwerk“ Teil und bin √ľberzeugt davon, dass das gut f√ľr den Meinungsaustausch ist. Herr Kessler ist √ľberzeugt davon, dass er ist die Gemeinde ist.

hardyprothmann

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist partei- und fraktionsfreier Gemeinderat und verantwortlich f√ľr das heddesheimblog.

Namen, unter denen Hardy Prothmann twittert:

http://twitter.com/prothmann
http://twitter.com/heddesheimblog
http://twitter.com/hirschbergblog
http://twitter.com/ladenburgblog
und ab November 2010
http://twitter.com/weinheimblog

Gabis Kolumne

Ich bin in Facebook und es ist spannend

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Guten Tag

Heddesheim, 11. Oktober 2010. Social Media – soziale Medien. Irgendwie ist das dauernd ein Thema – die Kinder machens schon und seit neuestem auch Gabi – die war erst skeptisch und findet es nun richtig spannend.

Eine gute Bekannte ist f√ľr ein Jahr nach Amerika gezogen. Bisher haben wir es weder geschafft miteinander zu telefonieren noch zu mailen. Dennoch wei√ü ich alles √ľber sie. Ich wei√ü, was sie am letzten Wochenende gemacht hat und dass sie endlich den Mann ihrer Tr√§ume gefunden hat.

Sie fragen sich jetzt sicher woher? Aus dem sozialen Netzwerk Facebook. Das ist das erfolgreichtste Social Media-Angebot der Welt und bald vielleicht wichtiger als Google.

Bislang hatte ich das Gef√ľhl, relativ m√ľhelos dem Zeitgeist folgen zu k√∂nnen. Ich bin fr√ľh auf die digitale Kamera umgestiegen, benutze seit 1993 email im Beruf und im privaten Bereich geh√∂ren die auch schon lange zu meinem Alltag, auch wenn ich das Briefeschreiben lange vermisst habe. SMSen finde ich eine absolut praktische Sache und das Navigationssystem im Auto ist wirklich ne tolle Sache.

socialmedia

Auch das heddesheimblog ist bei Facebook: Die erfolgreichste Social-Media-Plattform der Welt. Zur Zeit kommt gerade der Film "The Social Network" in die Kinos.

So weit, so gut, aber womit ich wirklich Probleme hatte, war das Social Networking im Web.

Wer-kennt-wen, Facbook, Twitter, Sch√ľlerVZ…

Vor zwei Jahren h√∂rte ich im Freundeskreis zum ersten Mal von WKW („Wer kennt wen“). Eine Bekannte war vollends begeistert: „Ich habe jetzt wieder Kontakt zu Freunden aus meiner Schulzeit und habe insgesamt schon √ľber 300 Kontakte.“

Und mir wurde schnell klar, viele Kontakte haben ist gut, wer viele Kontakte hat, genießt in diesen Netzwerken ein hohes Ansehen. Auch, wenn ich mich innerlich dagegen wehrte, ein wenig neugierig war ich schon.

Zumal meine Kinder selbstverst√§ndlich das Sch√ľlerVZ nutzen und mein Mann von WKW √ľber Xing bis zu Facebook in allen Netzwerken vertreten ist und auch fr√∂hlich twittert.

Also meldete ich mich bei WKW an und tatsächlich, nach kurzer Zeit tauchten alte Bekannte auf, aber auch welche, die ich nicht kennen oder nicht mehr kennen wollte.

Kaum hatte ich mich ein wenig mit WKW auseinandergesetzt, redeten alle im Bekanntenkreis, und da vor allem die J√ľngeren von Facebook. Also habe ich mir auch da einen Account angelegt.

Dieser Tage habe ich nun das erste Mal gechattet. Mein Mann war auf Geschäftsreise und wir hatten ein Chat-Date (kann man das so sagen?)

Aufregender Anfang.

Ich war h√∂llisch aufgeregt, ich sa√ü vorm Computer starrte auf meine Facebook-Seite und wartete darauf, dass ein gr√ľner Punkt mit seinem Namen erschien.

Es erfolgte ein „Pling“ und es erschien „Hallo Schatz √Ę‚ā¨¬¶.“

Schon nach kurzer Zeit war mir klar, die Antworten und Fragen m√ľssen kurz und schnell ausfallen, damit eine vern√ľnftige(?) Kommunikation stattfinden kann. Bastelt man zu lange an dem Response ist das Thema beim Chat-Partner vielleicht schon wieder durch.

Mit dieser neuen Erfahrung nahm ich auch mutig das Chat-Angebot eines Bekannten an, der sich pl√∂tzlich mit dem „Pling“ und einem „Hi√Ę‚ā¨¬¶“ meldete. Diesmal ging es schon leichter.

Verstehen? Einfach drauf los und siehe da, es klappt.

Der n√§chste Schritt war das Kommentieren von Eintr√§gen und Bildern. Eindeutig Neuland f√ľr mich.

Ich versuchte System und Form zu verstehen. Hoffnungslos! Also einfach drauf los. Und siehe da, es klappte und machte Spa√ü. Und wie von allein wird das Netz immer engmaschiger, das hei√üt es kommen neue Freundschaftsanfragen hinzu. Man wird schnell aufgenommen in der Community der Kommentierenden. Man ist „on“.

Werden wir uns zuk√ľnftig also immer mehr in den Sozialen Netzwerken bewegen, hier unsere Freunde besuchen, an ihrem Leben teilnehmen. Durch Anklicken unseren Freundeskreis erweitern und beim Chatten unsere Probleme besprechen.

Ich muss zugeben, meine Meinung schwankt: Hatte ich vor kurzem diese virtuelle Welt noch verdammt, verstehe ich langsam auch als Bereicherung. Aber nicht als Ersatz f√ľr echte soziale Netzwerke.

gabi

Anmerkung der Redaktion: Sie finden uns bei facebook unter Redaktion heddesheimblog.

In eigener Sache: Zugriffsrekord auf das heddesheimblog

Guten Tag!

Heddesheim, 12. Januar 2010. Der Artikel „Was Meinungsfreiheit bedeutet oder wie der MM die Meinung manipuliert“ verzeichnet die bislang h√∂chste Zugriffszahl auf einen Artikel innerhalb eines Tages: Der Text wurde bislang 3.360 3.555 Mal innerhalb eines Tages abgerufen.

Am Anfang eines Monats bringen wir die Vormonatsstatistik. Heute machen wir eine Ausnahme, denn der 12. Januar 2010 ist aus Sicht der Redaktion ein Rekordtag.

regional

Verteilung der Hauptzugriffe vom heutigen Tag. Klicken Sie f√ľr eine gr√∂√üere Darstellung. Quelle: 1&1

√ÉŇďber 3.360 Mal (Stand: 22:00 Uhr) wurde unser Kommentar √ľber die manipulative Berichterstattung des Mannheimer Morgens angeklickt. Die Top-Regionen sind laut unserem Statistik-Server:

  1. Mannheim
  2. Heidelberg
  3. Kaiserslautern
  4. Karlsruhe
  5. Heilbronn
  6. Hamburg
  7. Berlin
  8. Darmstadt
  9. Aschaffenburg
  10. Stuttgart

Von hier kamen zwischen mehr als sieben bis gut zwei Prozent der Zugriffe, insgesamt addieren sich die Zugriffe der Top 10 auf gut 40 Prozent. Der Rest verteilt sich nahezu √ľber „ganz“ Deutschland.

Die Meldung √ľber unseren Artikel auf Bildblog.de ist ganz eindeutig der „Verursacher“ f√ľr die √ľberw√§ltigende Resonanz. Wer im Rest der Republik interessiert sich sonst schon f√ľr Heddesheim/Nordbaden mit seinen 11.500 Einwohnern?

Wir haben etwas mitgeholfen und den außergewöhnlichen Zugriff auf Twitter, Facebook sowie Wer-kennt-wen kommuniziert.

Insgesamt hat unser Statistikserver heute 46.000 Zugriffe gez√§hlt – durchschnittlich haben wir mit steigender Tendenz 20.-25.000 Zugriffe am Tag. T√§glich haben wir im Schnitt √ľber 2.000 Besucher. Das ist die Zahl, die wir unseren Werbekunden kommunizieren. Tats√§chlich geht es in Richtung 2.500 Besucher/Tag, diese Zahl verwenden wir aber erst, wenn der t√§gliche Zugriff deutlich dar√ľber liegt. Heute waren es √ľber 7.200 Besucher.

Sehr erfreut sind wir √ľber das enorme Interesse vor allem aus folgenden Gr√ľnden: Berichte √ľber „guten“ und „schlechten“ Journalismus √ā¬†sorgen f√ľr eine hohe Aufmerksamkeit. Das hei√üt, viele Menschen in Deutschland besch√§ftigen sich mit diesem Thema, was wir sehr begr√ľ√üen.

Viele emails von anderen anderen lokalen blogs zeigen uns, dass dort sehr genau studiert wird, was das heddesheimblog als professionelle, journalistische Plattform so treibt. Denn viele der lokalen blogs werden von Nicht-Journalisten gemacht. Und die meisten befinden sich in einer ähnlichen Situation: Zeitungsmonopolisten bieten unkritischen Bratwurstjournalismus statt einer ordentlichen Berichterstattung. Durch das Internet und die Vernetzungsmöglichkeiten haben es diese Meinungsmonopolisten nun schwerer.

Ganz egoistisch freuen wir uns dar√ľber, dass nun sehr, sehr viele Menschen in Deutschland das heddesheimblog kennen und gerne eingeladen sind, ab und an vorbeizuschauen. Auch beim hirschbergblog und demn√§chst beim ladenburgblog.

Wir freuen uns aber auch f√ľr die Gemeinde Heddesheim, die vollkommen unentgeltlich nun bundesweit bekannt ist – ohne dass ein Massaker oder ein anderes schlimmes Ereignis f√ľr eine zweifelhafte Bekanntheit sorgte. Wer im Sommer auf der Durchreise ist: Wir haben einen wundervollen Badesee. Und einen herrlichen Vogelpark. Der ist zwar unter Vogelliebhabern schon sehr bekannt – verdient aber eine noch gr√∂√üere Fan-Gemeinde. Und 2010 feiert der Verein der Vogelfreunde 50-j√§hriges Jubil√§um. Es ist das Jahr der „Heddesheimer V√∂gel“.

Ganz besonders freuen wir uns f√ľr den MGV 1847 e.V. Denn kurioserweise wurde der Text √ľber den Ball des M√§nnergesangsvereins im Zuge des anderen Artikels 1.856 Mal angeklickt. So viel Aufmerksamkeit auf einen Schlag d√ľrfte der Verein in seiner 163-j√§hrigen Geschichte noch nie gehabt haben.

Und wir freuen uns f√ľr den neuen Kollegen Horst P√∂litz, der den Text √ľber den MGV geschrieben hat. Unser freier Mitarbeiter ist im wohlverdienten Ruhestand, lernt aber seit ein paar Monaten das journalistische Handwerk und ist, wie er gerade per Mail mitgeteilt hat, fassungslos √ľber die Aufmerksamkeit, die sein Text gefunden hat. Wir sagen: Qualit√§t setzt sich durch! ūüėČ

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Das heddesheimblog

Twitter-„Live-Berichterstattung“ aus dem Bundesverfassungsgericht

Guten Tag!

Heddesheim, 15. Dezember 2009. Die Internetseite netzpolitik.org sammelt „Twitter„-Meldungen dreier Journalisten, die die heutige Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung verfolgen.

Film-, Foto- und Audioaufnahmen sind nach √ā¬ß 169 S.2 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) nicht erlaubt. Die Frage ist, ob „Twittern“, also kurze Textnachrichten, die √ľber das Handy ins Internet und umgekehrt geschickt werden k√∂nnen, erlaubt ist.

Eine eindeutige Rechtssprechung in der Sache gibt es noch nicht. Verschiedene Juristen argumentieren, dass es der Presse und interessierten B√ľrgern erlaubt ist, sich im Gerichtssaal Notizen zu machen. Damit m√ľsse auch Twittern (oder SMS) erlaubt sein, da dies weder eine Film-, Foto- noch Audioaufnahme sei, sondern eine elektronische Notiz.

Wie auch immer: Wer „live“ verfolgen will, wie die Verhandlung in Karlsruhe l√§uft, schaut auf netzpolitik.org.

Die von der Bundesregierung geplante „Vorratsdatenspeicherung“ w√ľrde alle B√ľrger, also auch Heddesheimer betreffen. Sechs Monate lang sollen alle Verbindungsdaten der Telekommunikation gespeichert werden – Gegner des Gesetzes waren vor einem Missbrauch der Daten und sehen keine Verh√§ltnism√§√üigkeit gegeben.

Link:
Die Zeit: „Jeder ist verd√§chtig.“
Focus online: M√ľndliche Verhandlung „Vorratsdatenspeicherung“

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Das heddesheimblog

Das heddesheimblog „zwitschert“

Guten Tag!

Heddesheim, 21. August 2009. Seit heute „zwitschert“ das heddesheimblog.

Alle Welt twittert (zwitschert), da kann das heddesheimblog nicht fehlen. Vor allem bei all den interessanten Sachen, die im Ort passieren.

Ab sofort sind alle Leserinnen und Leser eingeladen mitzutwittern.

Das heddesheimblog auf Twitter: heddesheimblog is using twitter

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