Freitag, 15. November 2019

Zeitungsstreik: SolidaritÀt? Wieso, weshalb, warum?

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Zeitungsredakteure fordern SolidaritĂ€t ein. Denn ihnen drohen LohnkĂŒrzungen und schlechtere Arbeitsbedingungen. Doch ist deren „Empörung“ wirklich nachvollziehbar? Haben sie sich „SolidaritĂ€t“ verdient?

Von Hardy Prothmann

Es gibt sie noch, die sehr guten Redakteure. Vereinzelt. Aber deren Einfluss ist gering. Sie haben schon lĂ€ngst keine Lobby mehr und im Zweifel finden die, die kritisch berichten und die Folgen tragen mĂŒssen, keine SolidaritĂ€t bei den „Kollegen“. Der Gesamtzustand der Branche ist desolat.

Ob der Kommentar jemals frei geschaltet wird? Knapp acht Stunden nach dem Erstellen auf der MM-Streikseite wartet er immer noch auf "Freischaltung".

Es gibt genau eine Perspektive, unter der man die Empörung der streikenden Zeitungsredakteure verstehen kann: Noch verdienen die meisten Verlage satte Renditen, hÀufig im zweistelligen Bereich. Wenn die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund bis zu 25 Prozent unter dem bisherigen Tarif BerufsanfÀnger beschÀftigen wollen, dann ist das skandalös und grob sittenwidrig. Damit endet die eine Perspektive.

Honorardumping ist der Normalzustand

Die anderen sehen so aus:

Skandalöse „AuftragsverhĂ€ltnisse“ sind der „Normalzustand“, mit dem man die Einkommensituation von vielen freien Journalisten oder „Mitarbeitern“ beschreiben kann.

Deswegen hat es sich auch schon mit meiner SolidaritĂ€t gegenĂŒber den Zeitungsredakteuren. Ich werfe den meisten von ihnen Kumpanei, MittĂ€terschaft, Honorar-Dumping, Untertanentum, Eitelkeit, ÃƓberheblichkeit, WeltentrĂŒcktheit und Respektlosigkeit vor. Sie sind Teil eines mafiosen Systems und haben solange still gehalten, solange sie ihren Teil der Beute abbekommen haben. Jetzt sind sie im Streik, weil ihnen ihr „Anteil“ zu klein scheint.

Und ich weiß, wovon ich rede. Denn ich bin seit 20 Jahren freier Journalist und meine „Abnehmer“ waren ĂŒber 18 Jahre lang Redakteure. Mit vielen davon habe ich sehr gut zusammengearbeitet. FrĂŒher. Doch die Zeiten haben sich geĂ€ndert. Die Zusammenarbeit wurde immer schwieriger – nicht unbedingt, aber auch inhaltlich. Vor allem aber wirtschaftlich.

HorrorHonorargeschichten

1994 bin ich nach drei Jahren mit meinem UniversitĂ€tsabschluss vom lokalen in den ĂŒberregionalen Journalismus gewechselt. Denn nur dort waren einigermaßen gute Honorare zu erwirtschaften.

Was ich niemals erlebt habe, war ein „Bonus“ fĂŒr eine außergewöhnlich gute Arbeit, der mir einfach angeboten oder ĂŒberwiesen worden wĂ€re. Was ich ab und an erleben durfte, waren ein klein wenig höhere Honorare, wenn ich diese mit guten Argumenten nachgefordert hatte. Was ich meistens erlebt habe, waren „Honorare“ die ihrem Namen keine Ehre machten. Die Zeilen- oder Beitragshonorare waren niemals ĂŒppig, selten gut, oft „gingen sie grad so“, meist waren sie nicht akzeptabel. Jedenfalls, wenn man davon leben wollte.

Beim Mannheimer Morgen habe ich 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile „verdient“. Brutto. Ein mittlerer zweispaltiger Bericht mit 80 Zeilen ergab demnach 44 Deutsche Mark. Rechnete man im Schnitt eine Stunde Wegstrecke, 1,5 Stunden Schreiben, 1,5 Stunden vor Ort, eine Stunden Vor- und Nachbereitung, kam man auf einen Stundenlohn von 8,80 Deutsche Mark.

In den drei Jahren beim MM habe ich rund 1.000 Artikel geschrieben. Ich war als „freier Mitarbeiter“ damit ganz gut „im GeschĂ€ft“. Einwandfreie QualitĂ€t wurde selbstredend immer erwartet. Alle Artikel wurden veröffentlicht. Manchmal waren 100 Zeilen bestellt, 70 wurden abgedruckt und nur 70 wurden zunĂ€chst bezahlt. Weil ich gut war und gebraucht wurde, hatte meine Intervention Erfolg – ich bekam die bestellten und abgelieferten Zeilen bezahlt, sollte dazu aber gegenĂŒber anderen Mitarbeitern stillschweigen.

In diesen drei Jahren ist es mir in einem einzigen Monat gelungen, 1.700 Deutsche Mark zusammenzuschreiben. Der Grund: Viele Redakteure waren in Urlaub, also gab es mehr als sonst zu tun und es gab ein paar spannende Themen und viele Vereinsfeste. Damals war ich 25 Jahre alt. Im Schnitt habe ich rund 800 Mark mit meinem freien Journalismus verdient. Brutto.

„Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Davon musste ich ein Auto unterhalten, ein BĂŒro, Computer, Telefon. Irgendeine „Kostenpauschale“ stand nicht zur Disposition. Ein paar Redakteure bestellten ab und an zehn Zeilen mehr als sie fĂŒr den Abdruck vorgesehen hatten. Die 5,5 Mark waren sowas wie ein „Anerkennung“, weil ich immer einsatzbereit war.

Termine kamen aus der Redaktion, die meisten ThemenvorschlĂ€ge von mir. Meist wurden sie angenommen, aber immer wieder hörte ich den Satz: „Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Ab 1994 Ă€nderten sich meine VerhĂ€ltnisse mit einem Artikel fĂŒr Die Zeit. Dort erhielt ich 2,8 Mark die Zeile und sogar ein Fotohonorar von 150 Euro. Zusammen waren das fĂŒr einen „Job“ 430 Euro. Das war sensationell. Fortan konzentrierte ich mich auf grĂ¶ĂŸere Zeitungen, Wochenzeitungen, Magazine sowie ĂŒberwiegend den ARD-Hörfunk, der am lĂ€ngsten ganz gut bezahlte und auch heute noch akzeptable Honorare bietet.

Und ich habe oft „Angebote“ ausgeschlagen, die immer wieder angefragt wurden, weil ich den „Markt“ nicht kaputt machen wollte. Unter 350 Mark habe ich keine Magazinseite geschrieben. Niemals unter einer Mark eine Zeile (außer fĂŒr die taz, die 70 Pfenning die Zeile zahlte).

Dazu habe ich an Zeitschriftenentwicklungen mitgewirkt, das brachte am meisten Geld, Redaktionsvertretungen gemacht, VortrÀge und Seminare gehalten.

Um auf das Einstiegsgehalt eines Zeitungsredakteurs von damals rund 4.000 Mark Brutto zu kommen, musste ich rund 6.000 Mark verdienen und zusĂ€tzlich Geld fĂŒr die „Infrastruktur“ wie Auto, Telekommunikation, Computer, Kamera. Manchmal hat das funktioniert, manchmal nicht.

Nochmal zur Verdeutlichung: Bei 55 Pfenning pro Zeile und 150 Zeilen tÀglich wÀre ich bei einer 5-Tage-Woche auf 1.650 Mark gekommen. Rechnet man noch sechs Wochen Urlaub ein, wÀren rund 1.440 Mark brutto geblieben. Krank durfte man nicht werden, Nein sagen auch nicht. Und es gab damals Zeitungen, die nur 25 Pfenning pro Zeile zahlten.

Durch meinen Wechsel in die „höhere Honorarliga“ war ich in der glĂŒcklichen Lage, nicht jeden Mist machen zu mĂŒssen, sondern mir Themen und AuftrĂ€ge aussuchen zu können.

Die meisten Kollegen versuchten, irgendwie eine Festanstellung zu bekommen. Nicht, um journalistisch interessanter arbeiten zu können, sondern um versorgt zu sein.

Doch die „Töpfe“ fĂŒr „Honorare“ wurden zunehmend geringer. Viele Kollegen klagten nur noch, schlugen sich mehr schlecht als recht durch, auch ich hatte Einbußen, aber es ging noch ganz gut.

FAZ: 70 Cent pro Zeile sind „normal“

Als ich 2003 einen exklusiven Text mit einem enormen Rechercheaufwand geschrieben hatte, bekam ich 70 Euro ĂŒberwiesen. FĂŒr einen 100-zeiligen Artikel. Also 70 Cent pro Zeile. Ich habe mich daraufhin beim Herausgeber Nonnenmacher beschwert, der mir zurĂŒckgeschrieben hat, dass dies einem „durchaus ĂŒblichen Honorar“ entsprĂ€che, ich aber eine Nachzahlung von 90 Euro erhielte. Eine weitere Zusammenarbeit war nicht mehr gewĂŒnscht.

Als ich 2004 zufĂ€llig zum Tsunami auf der thailĂ€ndischen Insel Phuket war, berichtete ich 18 Tage lang fĂŒr mehrere deutsche Medien. Darunter Spiegel, Spiegel Online, Spiegel TV, Focus, Handelsblatt, Zeit, tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Welt, SWR und noch ein paar andere. In knapp drei Wochen habe ich rund 15.000 Euro Umsatz gemacht.

Ich war 16-20 Stunden im Einsatz, habe am Tag nach der Katastrophe 600 Leichen gezĂ€hlt, um die Zahl der Opfer abschĂ€tzen zu können, habe unter anderem eine Reportage ĂŒber die Arbeit der DVI-Teams (Desaster Victims Identification) geschrieben, Tage im Krankenhaus verbracht und ĂŒber das Leid und die Hoffnung berichtet.

5.000 Euro die Woche? Kein schlechtes „Honorar“. Doch zu welchem Preis? FĂŒr welchen Einsatz? HĂ€tte ich ein „psychologisches“ Problem bekommen, einen Unfall erlitten – wer hĂ€tte fĂŒr mich gesorgt? Es gibt fĂŒr freie Journalisten selten eine Kostenerstattung und so gut wie nie eine Absicherung durch die „Auftraggeber“. Aber es gibt noch Jobs fĂŒr alle die, die „gut“ verdienen wollen – ĂŒberall da, wo es gefĂ€hrlich ist. Denn da gehen die Redakteure nicht hin.

TagessÀtze von unter 250 Euro habe ich niemals akzeptiert. Mein Normalsatz waren 350 Euro. Heutzutage sind 75 Euro kein Ausnahmefall.

Lokalberichterstattung ist Ausbeutung auf höchstem Niveau

Im „Lokalen“ sieht es am bittersten aus. Da bleiben fĂŒr Freie meist nur die „Krumen“. Feste und Vereine. Eben alles das, wofĂŒr sich die Redakteure meist zu schade sind. Plus Abend- und Wochenendtermine, weil die meisten Redakteure dann frei haben. HĂ€ufig sind das Rentner, die nicht unbedingt dazu verdienen mĂŒssen oder Hausfrauen. Oder ehemalige Praktikanten wie ich, die dann fĂŒr Hungerlöhne Zeilen schinden und anfangen, irgendwas blumig zu erdichten.

Zeitungsredakteure geben das in Auftrag, nehmen es ab und veröffentlichen diesen Schund. Diese Bratwurstberichterstattung ĂŒber Wettergötter, allgemeine Zufriedenheit, kĂŒhlen Gerstensaft und leckere BratwĂŒrste. Sie suchen die NĂ€he der „MĂ€chtigen“ und schreiben den meisten nach dem Maul – außer, der Herr Verleger oder der Chefredakteur haben jemand „auf dem Kieker“ – der wird dann „runtergeschrieben“. Ansonsten dient man sich an.

Redakteure bilden den unsolidarischst-vorstellbaren Haufen

Es gibt keinen unsolidarischeren Haufen als diese Zeitungsredakteure, die sich einen Dreck drum scheren, wie es „ihren“ freien Mitarbeitern geht. Meist erlebt man Arrogantlinge, die vor SelbstĂŒberheblichkeit kaum noch laufen können und mit ihrer Schere im Kopf stĂ€ndig bemĂŒht sind, keinen Ärger zu bekommen, statt „Anwalt des Lesers“ zu sein und „MissstĂ€nde aufzudecken“. Sie halten sich fĂŒr „unabhĂ€ngig“ – wie wenig sie das sind, zeigt ihr Streik.

Redakteure, die es genießen, hoffiert zu werden, die selbstverstĂ€ndlich immer ihre „Extra-Wurst“ einfordern, sich auf Reisen einladen lassen, sich beschenken lassen und „Presserabatte“ einfordern. Und ihr SalĂ€r gerne mal mit einer „Moderation“ aufarbeiten und gar nicht so selten in ihrer Freizeit „Berichte“ fĂŒr Unternehmen oder Politiker schreiben, die sie als „Pressemitteilung“ dieser Unternehmen oder Politiker dann als „Grundlage“ fĂŒr ihre „journalistischen Berichte“ verwenden.

Sie agieren dabei genauso, wie viele Chefredakteure und Redaktionsleiter, die in teure Hotels zu wichtigen Konferenzen eingeladen werden, wo Unternehmen, Politiker, VerbĂ€nde und Lobbyisten dann „Themenstrecken“ und Anzeigenbuchungen aushandeln. Und vor allem, ĂŒber was nicht berichtet wird.

Man kann vermuten, dass einige Redakteure bei Tageszeitungen journalistisch auch einfach zu inkompetent sind, um dieses ZusammenhÀnge verstehen zu wollen, geschweige denn zu sehen. Man liegt aber auch richtig, wenn man annimmt, dass viele dies schweigend zur Kenntnis nehmen und wissen, was sie und was sie nicht zu berichten haben.

Transparenz ĂŒber die HintergrĂŒnde ihrer Arbeit findet man von den Redakteuren in den Zeitungen so gut wie niemals.

Und diese Leute fordern nun SolidaritÀt. Also einen Zusammenhalt, eine Haltung?

Arrogante Verlogenheit

Wer sich und andere ĂŒber Jahrzehnte selbst belĂŒgt, kann wahrscheinlich die eigene Verlogenheit irgendwann nicht mehr erkennen.

Mit dem Blick von außen sehe ich aber keinen Grund, mich mit diesen Leuten zu solidarisieren, von denen ich und die allermeisten freien Journalisten in Deutschland niemals „SolidaritĂ€t“ erfahren haben.

Und wenn Leserinnen und Leser wĂŒssten, wie respektlos und despektierlich sich „Redakteure“ oft ĂŒber ihre Kunden auslassen – sie wĂ€ren entsetzt. „Die da draußen“ sind fĂŒr viele Redakteure einfach nur dumme Leute. Solange es kaum eine Möglichkeit gab, die „Kontrolleure“ zu kontrollieren, mussten die Leute „glauben, was in der Zeitung steht“.

Das Internet hat das verĂ€ndert – heute gibt es so viele Quellen und so viele Möglichkeiten sich per email, Facebook oder anderen Medien zu informieren und auszutauschen. Und es gibt viele Redakteure, die ihre Verachtungshorizont auf das Internet ausgeweitet haben, wo man angeblich „nur Dreck findet“. Und es gibt nicht wenige, die stolz darauf sind, dass sie das Internet nicht benutzen.

Darin unterscheiden sie sich nicht von denen, gegen die sie gerade streiken – die Verleger als Arbeitsgeber.

Nachtrag:
Alle Redakteure, mit denen ich gut zusammengearbeitet habe und dies weiterhin tue, schließe ich selbstverstĂ€ndlich aus und hoffe, dass sie ihren schweren Stand weiter halten können.

Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?

Guten Tag!

Heddesheim, 09. September 2010. Heute berichtet der Mannheimer Morgen unter der ÃƓberschrift „Die Sanierung geht weiter“ ĂŒber den Ammoniak-Unfall an der Eisbahn vom Montag. Angeblich hat der Redakteur Hans-JĂŒrgen Emmerich einen vierspaltigen Bericht geschrieben. Doch das ist eine TĂ€uschung.

Von Hardy Prothmann

Die Zeitungsbranche ist bundesweit in der Krise – mehrere hundert festangestellte Redakteure haben allein im vergangenen Jahr ihre Jobs verloren. Der Grund: Verluste im AnzeigengeschĂ€ft und vor allem die stetigen Abo-RĂŒckgĂ€nge stetzen den Zeitungen massiv zu – und dafĂŒr gibt es GrĂŒnde.

Im Anzeigenbereich haben die Zeitungen die frĂŒheren „Goldgruben“, die so genannten „RubrikenmĂ€rkte“ Auto, Jobs, Immobilien lĂ€ngst an Internetangebote verloren. Und auch im Nachrichtenbereich habe es die Zeitungen zunehmend schwerer, gegen die Internetkonkurrenz anzugehen. Fast jede Nachricht gibt es schon am Vortag meist viel ausfĂŒhrlicher und kostenfrei im Internet – sei es Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur.

Qualitatives Problem bei der Berichterstattung.

Hinzu kommt ein qualitatives Problem in der Berichterstattung. Statt eigene Recherche zu leisten und eigene Gedanken zu verarbeiten, transportieren Zeitungen immer hÀufiger vorgefertigte Berichte. Und tun so, als sei das eine eigene Leistung.

emmerich

Umgeschriebene Pressemitteilung wird als "eigener Bericht" ausgegeben. Quelle: MM

So auch heute im Mannheimer Morgen. Der Bericht unter der ÃƓberschrift „Die Sanierung geht weiter“ ist angeblich durch den Redakteur Hans-JĂŒrgen Emmerich geschrieben worden. Vierspaltig mit großem Aufmacherfoto. TatsĂ€chlich handelt es sich bei dem „Redakteursbericht“ um eine umgeschriebene Pressemitteilung der Gemeinde Heddesheim.

Ist das Umschreiben einer Pressemitteilung eine „journalistische“ Leistung, die es rechtfertigt, dass ein Redakteur dies als eigene, unabhĂ€ngige Berichterstattung ausgibt? Immerhin steht er fĂŒr seinen Namen damit ein.

Mogelpackung.

Oder kann oder muss man das nicht eher als eine gedruckte BankrotterklĂ€rung verstehen? Journalismus lebt vor allem von der GlaubwĂŒrdigkeit. Dazu gehört, dass Journalisten die von ihnen veröffentlichten Informationen sorgfĂ€ltig prĂŒfen, nachrecherchieren und ihre Quellen belegen. Dazu gehört, dass wo „MM“ oder „Emmerich“ draufsteht, das auch drin sein sollte. Alles andere ist eine Mogelpackung.

Hans-JĂŒrgen Emmerich benennt mehrfach seine „Quelle“, die Gemeinde Heddesheim. Soweit in Ordnung. Dass aber der ĂŒberwiegende Teil des Textes 1:1 ĂŒbernommen ist und nur hier und da ein wenig umgeschrieben wurde – darĂŒber informiert er die LeserInnen nicht. Eine Information hat er tatsĂ€chlich nachrecherchiert, die nicht in der Pressemitteilung vorhanden war: 20.000 Euro sind fĂŒr die Sanierungsarbeiten im Gemeindehaushalt 2010 eingestellt.

Diese Praxis, sich fremde Inhalte anzueignen und so zu tun als ob, ist allerdings gang und gĂ€be bei vielen Zeitungen, denen der journalistische Anstand lĂ€ngst abhanden gekommen ist. Diese Praxis lĂ€uft meist nach einem einfachen Muster ab. Es gibt eine Textvorlage, eine Presseinformation, einen PR-Artikel oder eine dpa-Meldung, man „recherchiert“ ein, zwei Fakten zusĂ€tzlich und schwupsdiwups tut man so, als sei das eine eigenstĂ€ndige Leistung und schreibt seinen Namen drĂŒber. Damit macht sich der MM selbst zum journalistischen Sanierungsfall.

Nicht immer ist eine PrĂŒfung und Nachrecherche fĂŒr Redaktionen einfach. Der BĂŒrgermeister Michael Kessler hat zum Beispiel wegen der intensiven Recherchen und der aus seiner Sicht missliebigen Berichte im heddesheimblog seinen Mitarbeitern einen Maulkorb verpasst – sie dĂŒrfen dem heddesheimblog keine Auskunft erteilen (was viele aber doch tun und dabei wissen, dass wir unsere Quellen schĂŒtzen). Der Mannheimer Morgen hat dieses Problem nicht, denn der berichtet meist so, wie sich der BĂŒrgermeister das vorstellt.

GrĂŒnde der Kritik.

Unsere Kritik an der Arbeit des Mannheimer Morgen hat verschiedene GrĂŒnde: Ganz klar stehen wir mit der Zeitung in Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Journalistisch betrachten wir den MM schon lange nicht mehr als Konkurrenz, weil dessen Lokalberichterstattung ĂŒberwiegend frei von eigener Recherche und journalistischer Kompetenz ist. Ganz im Gegenteil findet hier hĂ€ufig eine „interessierte“ Berichterstattung statt und noch viel schlimmer: ÃƓber Dinge, die der Redaktion und den „guten Verbindungen“ nicht passen, wird erst gar nicht berichtet.

Es gibt aber noch einen viel gewichtigeren Grund, warum wir ĂŒber die aus unserer Sicht mangelhafte Berichterstattung informieren: Wir nehmen unsere LeserInnen ernst, genauso, wie unsere Aufgabe, die BĂŒrgerInnen umfassend, wahrhaftig und vor allem unabhĂ€ngig zu informieren. Dabei verweisen wir auch auf die Arbeit von anderen Redaktionen, wenn diese einen „Mehrwert“ an Informationen fĂŒr die LeserInnen haben. Denn keine Redaktion dieser Welt hat immer alle Informationen und setzt jedes Thema immer am besten um – wer das behauptet, lĂŒgt.

Verlorene ExklusivitĂ€t. Verlorene GlaubwĂŒrdigkeit.

ZurĂŒck zum Internet. Die Lokalberichterstattung war bis vor einiger Zeit der einzig „exklusive“ Inhalt, den Lokalzeitungen noch hatten. Doch auch hier verliert die Zeitung an „ExklusivitĂ€t“, also an Wert, in dem Maß, in dem eine solide Lokalberichterstattung auch im Internet stattfindet.

Schneller, hintergrĂŒndiger, transparenter, sind drei Eigenschaften von Internet-Angeboten, die den Zeitungen bundesweit zu schaffen macht. Es gibt löbliche Ausnahmen wie die Stuttgarter Zeitung oder die Rhein-Zeitung in Koblenz, die mit journalistischem Ehrgeiz ausgestattet sind.

Der Mannheimer Morgen gehört definitiv nicht dazu. Ein Beispiel? Im „Fall“ Kachelmann ist es der Zeitung wieder einmal nicht gelungen, journalistisch der bundesweiten Konkurrenz voraus zu sein. ÃƓberall in der Republik konnte man meist exklusivere Nachrichten zur Sache lesen, als im „MM“. Das war auch so beim „Peter Graf“-Prozess oder dem „Flowtex“-Skandal, um nur zwei weitere prominente Beispiele zu nennen.

Stattdessen feiert die Zeitung Vereine, Fasching, Feste ab. Dabei handelt es sich um „Terminjournalismus“. Zu den Terminen werden „Reporter“ geschickt, die schreiben auf, was man ihnen sagt oder wie im Fall Emmerich, schreiben sie einfach mal eine Pressemitteilung um und tun so, als sei das eine eigene Leistung.

Dem Anspruch, als „4. Gewalt“ Behörden, Ämter, Institutionen, Firmen und andere im Sinne der Öffentlichkeit zu kontrollieren, kommt eine solche Presse lĂ€ngst nicht mehr nach. Und da es immer noch viele (vor allem Ă€ltere) Menschen gibt, die sich nur aus einer Quelle, der Zeitung, „informieren“, hat das auch nachteilige Wirkungen auf unser demokratische Gesellschaft.

Es gibt noch mehr GrĂŒnde, warum der Mannheimer Morgen durch das heddesheimblog hĂ€ufig kritisiert wird. Ich habe als Student meine ersten journalististischen Erfahrungen bei dieser Zeitung gesammelt und war von 1991-1994 freier Mitarbeiter dieser Zeitung, die einstmals einen wirklich guten Ruf hatte und bekannte Journalisten hervorgebracht hat, beispielsweise Hugo MĂŒller-Vogg, der spĂ€ter langjĂ€hriger Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war und heute als Kolumnist fĂŒr die Bild-Zeitung tĂ€tig ist. FrĂŒher habe ich gerne diese Zeitung als Referenz genannt, heute muss man sich schon fast dafĂŒr schĂ€men.

Journalistische Ehre

Der Hauptgrund aber ist und bleibt die journalistische Haltung: Die Menschen haben ein Recht darauf, ordentlich und transparent informiert zu werden.

Es ist auch eine Frage der journalistischen Ehre: Sie, liebe Leserinnen und Leser, können sich beim heddesheimblog darauf verlassen, dass, wo heddesheimblog drauf steht, auch heddesheimblog drin ist.

Auch wir ĂŒbernehmen hin und wieder fremde Berichte und Pressemitteilungen – so auch zum aktuellen Thema „Ammoniak-Unfall“ an der Eisbahn. Aber wir ordnen die Information so ein, dass unsere LeserInnen wissen, wer diese Information verfasst hat.

Anmerkung der Redaktion: Wer sich die MĂŒhe machen will, kann die Pressemitteilung der Gemeinde mit dem Bericht des Mannheimer Morgen vergleichen.

„Eines Morgens musste er ein Ventil öffnen, weil es ihn sonst verrissen hĂ€tte.“

Guten Tag!

Heddesheim/Stuttgart, 30. Januar 2010. Das heddesheimblog ist ein lokales Medium. Was in Stuttgart oder in Berlin oder in Washington passiert, interessiert uns erstmal nicht. Weil wir ĂŒber das Hier und Jetzt berichten. Wir interessieren uns aber fĂŒr Washington, Berlin oder aktuell Stuttgart, wenn „das da draußen“ uns genau hier einholt. Das ist am 25. Januar 2010 eingetreten. Mit einem PortrĂ€t in der Stuttgarter Zeitung: „Rudi macht nicht mehr mit.“

Kommentar: Hardy Prothmann

Bis gestern wusste ich nicht, wer Michael Ohnewald ist.

Das weiß ich bis heute auch nicht so genau, weil ich Herrn Ohnewald nicht persönlich kenne.

Was ich weiß: Er wurde in der Kategorie „Regionales, Autoren“ von einer Journalisten-Jury zum Top-Regionaljournalisten 2009 gekĂŒrt. Warum ich das weiß? Weil mich diese Jury auf Platz 3 wĂ€hlte. (Hier finden Sie alle Platzierungen.)

Diese Auszeichnung hatte ich zunĂ€chst ĂŒberhaupt nicht mitbekommen: ÃƓber zwei Wochen lang lag diese Zeitschrift schon auf einem Stapel anderer Zeitschriften. ZufĂ€llig entdeckte ich meinen Namen bei Google und las etwas von einer „Platzierung“.

Google brachte die „Erkenntnis“.

In Deutschland gibt es je nach VerbandsschĂ€tzung 30-50.000 Journalisten, die mit Journalismus ihr Geld verdienen. Es gibt viele Preise, WĂŒrdigungen, Stipendien. Wenn man sich nicht darum kĂŒmmert, ist es schwer, einen ÃƓberblick zu behalten.

Ein Klick brachte die Erkenntnis: Wochen zuvor wurde ich in der Kategorie „Regionales, Autoren“ als einer von „100 Journalisten des Jahres 2009“ bestimmt, als „GrĂŒnder heddesheimblog.de“.

Dazu haben mir viele Leserinnen und Leser nach einer Nachricht hier ihre GlĂŒckwĂŒnsche ĂŒbermittelt, wofĂŒr ich mich gerne herzlich bedanke.

Doch, was heißt das?

Weder die Redaktion noch die Jury des Mediummagazins haben mich darĂŒber informiert, dass ich zur erlauchten Runde gehöre. Sondern Google.

Das heißt viel.

Dort habe ich zufĂ€llig einen Link angeklickt, der mir zeigte, dass ich unter die Top 10 Journalisten 2009 in der Kategorie „Regionales“ gewĂ€hlt wurde.

Ich war erstaunt, weil ich mit allem, nur nicht damit gerechnet habe. Deshalb habe ich mich erstmal gefreut.

Es ist meine erste „Jury“-Auszeichnung.

Ich habe mich noch nie um Preise bemĂŒht, sondern irgendjemand anderes hat mich vorgeschlagen und dieser Vorschlag hat es tatsĂ€chlich aufs „Treppchen“ geschafft.

Als ehrgeiziger Mensch wollte ich natĂŒrlich sofort wissen, warum ich nur auf Platz 3 gelandet bin. Das ist vermessen, man möge es mir verzeihen.

Jede Menge Ärger.

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Michael Ohnewald hat ein brilliantes PortrĂ€t ĂŒber den "Schulrebell" Rudolf Bosch geschrieben. Bild: Stuttgarter Zeitung

Ich wollte trotzdem gerne wissen, wer da zwei PlÀtze vor mir auf dem Siegertreppchen steht.

Michael Ohnewald?

Nie gehört.

Stuttgarter Zeitung. Aha. Was fĂ€llt mir dazu ein? Wichtig, alteingesessen, Medien-Union, ÃƓbernahme SĂŒddeutsche Zeitung. Meine Gedanken fetzten. Wie ordne ich den ein, den ich nicht kenne?

Ich suche bei Google, was oft mit Recherche verwechselt wird.

Da finde ich wenig. Ich gehe auf die Seite der Stuttgarter Zeitung. Und dort finde ich Texte.

Ich klicke einen an: „Der Rudi macht nicht mehr mit“.

DarĂŒber steht: „Ein passionierter PĂ€dagoge.“

Darunter ein gut fotografiertes Bild. Viel Schatten. Aber klare SchÀrfen. Vor allem auf die Augen.

Unter dem Bild steht: „Rudolf Bosch mischt sich in die Bildungspolitik ein. Das gefĂ€llt nicht jedem.“

Diese Text-Bild-Kombination manipuliert sofort mein Interesse.

Das ist interessant.

Dieser Typ.

Rudi.

Der macht nicht mehr mit.

Dabei sieht er gar nicht so aus, wie jemand, „der nicht mehr mit macht“.

Sein Blick ist klar und doch schaut er in die Ferne.

Die Konturen sind scharf, doch gibt es Schatten.

Schatten der Vergangenheit?

Rudi hat Falten. Rudi hat viel gesehen.

Rudi braucht eine Brille – anscheinend sieht er gut mit der.

Seine Augen sind klar.

Ein wenig wirkt er gar wie Paul Newman auf mich.

Ich will wissen, wer Rudi ist. Rudi, „der nicht mehr mit macht“.

Dabei weiß ich schon viel ĂŒber den „Rebell aus Schwaben“. ÃƓber einen, der es gewagt hatte, seine eigene Meinung zu sagen.

Warum ich ĂŒber ihn wusste? Ganz einfach: Auch in Heddesheim soll die Johannes-Kepler-Hauptschule in eine Werkrealschule umgewandelt werden.

Ich habe zur Frage Hauptschule-Werkrealschule recherchiert. Wer das tut, stĂ¶ĂŸt unweigerlich auf „Rudi“ – den Rebell.

Am Anfang vieler Recherchen steht google, dann habe ich telefoniert. Dann habe ich mich mit Menschen getroffen. Niemand von diesen kannte Rudi persönlich, aber alle, die mit Hauptschule zu tun haben, wussten von Rudi.

Oder dem, was Rudi sagt.

Das heddesheimblog hat viel ĂŒber die Problematik Hauptschule-Werkrealschule berichtet.

Michael Ohnewald erzĂ€hlt mir in seinem PortrĂ€t davon, wer Rudi ist. Und erklĂ€rt, warum der Experte Rudi die Werkrealschule ablehnt. Und fĂŒr was Rudi sich einsetzt.

Und warum Rudi „nicht mehr mitmacht“.

„Man kann sich das vorstellen, als wĂŒrde jemand mit einer stumpfen Nadel gegen einen Luftballon drĂŒcken, der bis zum Äußersten gespannt ist. Das geht eine Weile gut. Irgendwann droht das Ding zu platzen.“

Das „Ding“, also alles, was es zu erzĂ€hlen gibt, ist Rudi.

Der mit dem klaren Blick. Rudi „Newman“.

Und dann folgen SÀtze, die ein grandioses PortrÀt einleiten:

„Es hat sich ganz langsam angestaut bei Rudolf Bosch, der bis vor kurzem ein braver Beamter war, den nur wenige kannten, ein Hauptschullehrer mit Leib und Seele, der seinem Tagwerk leise murrend nachging. Eines Morgens musste er ein Ventil öffnen, weil es ihn sonst verrissen hĂ€tte. Seitdem hat der Rektor der Ravensburger Kuppelnauschule eine Menge Ärger und landesweit einen Ruf wie Donnerhall.“

Michael Ohnewald portrÀtiert einen Mann, der das Schulsystem kennt.

Jahrelang war Rudi das Schulsystem.

Jetzt ist Rudi ein Mann, der sich dagegen auflehnt. DafĂŒr hat dieser Mann „mĂ€chtig viel Ärger“ bekommen.

In Heddesheim gibt es keinen Schul-Rudi wie diesen.

Aber auch in Heddesheim gibt es Auflehnung.

Gegen eine desolate Schulpolitik.

Viele Lehrer sind gegen die Reform – sie dĂŒrfen als Beamte aber nichts sagen. Sonst droht Ärger.

In Heddesheim gibt es aber den kesslerischen Wunsch, eine „gemeinsame Werkrealschule“ als Lösung aller Probleme zu verkaufen.

Intransparent. Schön geredet. Unehrlich.

In Heddesheim gibt es auf offizieller Seite keinen Rudi, der sagt: „Sie (Anm. d. Red.: Werkrealschule) ist ein Etikettenschwindel und ein flĂ€chendeckendes Schulschließungsprogramm, bei dem Kommunen, Schulen und Lehrer gegeneinander ausgespielt werden.“

Denn ein Rudi zu sein bedeutet „mĂ€chtig viele Probleme zu bekommen“.

In Heddesheim gibt es keinen Rudi. DafĂŒr aber einen Michael Kessler.

Der ist BĂŒrgermeister, Beamter auf Zeit und weit davon entfernt, ein Rudi zu sein.

Wie Rudi das Schulsystem sieht, beschreibt Michael Ohnewald in einem grandios-nĂŒchternem PortrĂ€t, das einem die TrĂ€nen in die Augen treibt.

Ich kenne den Journalisten-Kollegen Michael Ohnewald nicht.

Sein Text „Rudi macht nicht mehr mit“ aber ist ein herausragendes StĂŒck.

Ein Beispiel fĂŒr QualitĂ€tsjournalismus.

Eines, das berĂŒhrt und nachdenklich macht und sicher ĂŒber die Region hinausreichen wird.

Sofern eine Jury darauf stĂ¶ĂŸt, wird er damit mit Sicherheit wieder einen Preis oder eine Platzierung gewinnen.

Sicherlich keinen Preis bekommt die Schulpolitik im Lande. Da gilt es „Mauern einzureißen“.

Und alle, die es „besser“ wissen wollen, also die Vertreter von SPD, CDU und FDP in Heddesheim, sollten erst diesen Text lesen, bevor sie weiter irgendetwas zu einem Thema sagen, von dem sie keine Ahnung haben.

Stuttgarter Zeitung, Michael Ohnewald: Der Rudi macht nicht mehr mit.

In eigener Sache: 3. Platz fĂŒr Hardy Prothmann bei „Journalisten des Jahres 2009“

Guten Tag!

Heddesheim, 29. Januar 2010. Die Jury des Mediummagazins wĂ€hlt zum Jahresende den „Journalisten des Jahres“ sowie in zehn Kategorien je zehn Top-Journalisten, die durch besondere Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Der Betreiber des heddesheimblogs, Hardy Prothmann, wurde auf Platz 3 in der Kategorie „Regionale Autoren“ gewĂ€hlt.

Zum Jahresende wĂ€hlt eine 60-köpfige Jury fĂŒr das Mediummagazin 100 Journalisten aus, die durch besondere Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Außerdem wird der „Journalist des Jahres“ gewĂ€hlt. In der Jury sitzen ebenfalls herausragende Journalisten wie Claus Kleber (heute-journal ZDF), Michael JĂŒrgs (Publizist) oder Beate Wedeking (Ex-Chefin Bunte).

PreistrĂ€ger fĂŒr das Jahr 2009 ist der ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, dessen Vertrag auf die Intervention des Hessischen MinisterprĂ€sidenten Roland Koch hin nicht verlĂ€ngert wurde.

Der Ehrenpreis 2009 „Lebenswerk“ wurde an den Focus-GrĂŒnder und langjĂ€hrigen Chefredakteur Helmut Markwort vergeben. Den Sonderpreis fĂŒr politische Berichterstattung erhielt Stefan Kornelius, SĂŒddeutsche Zeitung.

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Hardy Prothmann, 3. Platz, "ñ€©weil er mit seinen Blog die kritische Öffentlichkeit in seiner Heimat schafft, die der alteingesessene Lokaljournalismus nicht mehr durchgehend zu leisten vermag." Bild: sap

Hardy Prothmann, verantwortlich fĂŒr heddesheimblog und hirschbergblog, wurde in der Kategorie „Regionales, Autoren“ auf Platz 3 gewĂ€hlt. Die Jury-Frage war: „Welche lokalen Autoren hatten 2009 besonders gute und engagierte Ideen?“

In der BegrĂŒndung der Jury heißt es:ñ€©weil er mit seinen Blog die kritische Öffentlichkeit in seiner Heimat schafft, die der alteingesessene Lokaljournalismus nicht mehr durchgehend zu leisten vermag.

Der Aufbau der lokalen Informationsangebote von Hardy Prothmann findet seit Monaten eine große Aufmerksamkeit in der Medienbranche, siehe Berichte ĂŒber das heddesheimblog.

Den 1. Platz in dieser Kategorie machte Michael Ohnewald, Reporter bei der „Stuttgarter Zeitung“, den 2. Platz teilen sich Lisa Imhoffen, Rita Klein, Florian Ludwig, Wolfgang Wiedlich, alle vom Bonner „General-Anzeiger“.

Das Mediummagazin erscheint seit 25 Jahren und ist die grĂ¶ĂŸte unabhĂ€ngige Journalistenfachzeitschrift Deutschlands.

Die Redaktion sitzt in Frankfurt unter Leitung der Chefredakteurin Annette Milz.
Der Verlag ist der Johann-Oberauer-Verlag in Salzburg.

jdj2009

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