Dienstag, 12. Dezember 2017

Gabis Kolumne

Wie WohlfĂŒhlen und Lust zusammenpassen

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Guten Tag

Heddesheim, 20. September 2010. Unsere Kolumnistin Gabi ist aus dem Urlaub zurĂŒck und schreibt ĂŒber die zweitschönste Sache der Welt: Essen. Und darĂŒber, wie Lust und WohlfĂŒhlen zusammen.

Wo haben Sie Ihren Urlaub verbracht? In Italien, Spanien oder in der TĂŒrkei? Haben Sie Ihre Pasta und Pizza, ihre Tapas und Mezze genossen? Oder haben Sie dabei Kalorien gezĂ€hlt und sich ĂŒber die mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren des Olivenöls den Kopf zerbrochen?

Ich kann nur sagen, ich habe jede Nudel geliebt, die Pizza mit Leidenschaft verspeist und die in Öl gebratenen Zucchinis und Auberginen haben mich zutiefst beglĂŒckt.

Was angeblich alles ungesund ist.

Wer kennt sie nicht die Schlagzeilen, die uns immer wieder erschrecken und uns das VergnĂŒgen am Essen so richtig verderben: Essen nach 18 Uhr ist ungesund und macht dick, Eier sind eine Cholesterinfalle, HĂŒhnerbrĂŒste sind mit Hormonen angereichert, Schweinefleisch ist sowieso ungesund, im Rindfleisch lauert BSE, in Fisch Schwermetalle und in Nudeln die dick machenden Kohlenhydrate..

Was bleibt ist Rohkost, die wiederum ihre Vitamine nur mit Fett entfaltet. Dann wĂ€ren wir wieder bei dem leidigen Thema Fette. Die gute Butter ist schon lange auf der Abschussliste, also nahmen wir Olivenöl, aber auch das ist in Verruf gekommen und jetzt heißt es. Rapsöl sei das gesĂŒndeste.

Vor nicht allzu langer Zeit waren fĂŒnf kleinere Mahlzeiten am Tag angesagt, doch die neueste Erkenntnis lautet, höchstens alle vier Stunden soll man eine Mahlzeit zu sich nehmen, damit sich der Blutzuckerspiegel wieder abbauen kann.

Eigentlich esse ich richtig gerne, ich liebe Pasta, Fleisch und Saucen – alles ein No-Go, wenn man gesund und kalorienbewusst leben möchte.

Was fĂŒr’s Essen gilt, gilt natĂŒrlich auch fĂŒr alles FlĂŒssige. Nicht mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee tĂ€glich, am besten nicht nach 15 Uhr und dazu reichlich viel Mineralwasser, denn der deutschen liebster Muntermacher entziehe dem Körper FlĂŒssigkeit.

Studien ĂŒber Studien.

„Gott sei dank gibt es neue Erkenntnisse“, erzĂ€hlte mir eine Freundin ganz erleichtert. Denn Kaffee ist viel besser als sein Ruf, auch 5 bis 7 Tassen tĂ€glich seien nicht schĂ€dlich, ganz im Gegenteil, so meine Freundin, habe man festgestellt, dass Kaffeetrinker seltener an Krebs erkranken. Ob das wirklich so ist, kann ich Ihnen nicht sagen, aber so schmeckt auch die 8. Tasse gleich noch mal besser.

Ein weiteres Streitthema ist seit Jahren der tĂ€gliche Genuss von Alkohol. So las ich kĂŒrzlich: „Im Rotwein enthaltene Polyphenole wirken entzĂŒndungshemmend und beugen Krebs und Herzerkrankungen vor.“ Na, prima, dann kann das tĂ€gliche Viertele ja kaum schaden. Suchtexperten dagegen warnen davor, denn das regelmĂ€ĂŸiges Trinken und sei’s auch nur ein Glas, fĂŒhre zur AbhĂ€ngigkeit.

Aber auch unter den Teetrinkern gibt es die unterschiedlichsten Erkenntnisse, denn schließlich ist Tee nicht gleich Tee. So hat vor allem der GrĂŒne Tee in den letzten Jahren einen Siegeszug angetreten und alle, die ihrem Körper etwas Gutes tun wollten, haben ihn konsumiert und den Schwarzen Tee verpönt.

Schokolade macht dick und verursacht Pickel, aber sie ist nun mal auch verdammt lecker, beruhigt die Nerven und von der glĂŒcklich machenden Wirkung der Kakao-Bohnen haben schon die Azteken gewusst.

Von Negativ-Schlagzeilen lange unbehelligt waren die GummibĂ€rchen. Ganz im Gegenteil, die Gelatine schĂŒtzt sogar vor Gelenkrheuma und Osteoporose und das alles fettfrei. In Verruf kamen die bunten Fruchtgummis in Zeiten des Rinderwahns, denn plötzlich war man sich nicht sicher, ob in der Gelatine auch tierische Abfallprodukte und damit BSE lauert.

Essen, worauf man Lust hat.

Und dann endlich: Vor Kurzem habe ich einen Artikel in einer Frauenzeitschrift gelesen, der das thematisiert hat, was ich so lange schon gehofft habe zu hören: Man soll das essen, worauf man Lust hat, so oft und so viel. Wichtig sei es dabei nur auf den Körper zu hören und nicht auf die neuesten ErnĂ€hrungsratgeber. Alles sei erlaubt, so lange sich unser Körper dabei wohl fĂŒhle.

Ich war am vergangenen Wochenende auf zwei Geburtstagen eingeladen und habe mit Genuss und Freude meinen Nachtisch und Kuchen verspeist – und vor allem ohne schlechtes Gewissen und das kann nur gut tun.

gabi