Dienstag, 12. Dezember 2017

Polizei: Sieben neue auf einen Streich


Ladenburg/Edingen-Neckarhausen/Heddesheim/Ilvesheim/Seckenheim, 04. Mai 2011. (red) Beim Polizeirevier Ladenburg arbeiten sieben neue Polizeibeamte. F├╝nf davon wurden gestern im Rathaus vom B├╝rgermeister empfangen – zwei ruhten sich von der Nachtschicht aus. Die „Neuzug├Ąnge“ erwartet ein spannendes Revier – nicht so sehr, weil es hier so viele „b├Âse Buben“ g├Ąbe, sondern, weil es vielf├Ąltige Aufgabenstellungen gibt. Und dazu ein modern gef├╝hrtes Revier.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Rainer Ziegler empfing gestern eine Polizistin und vier Polizisten im Rathaus – stellvertretend f├╝r die anderen B├╝rgermeister des Einzugsgebiets des Ladenburger Polizeireviers (Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ladenburg, Seckenheim, Ilvesheim). Zwei der insgesamt sieben „Neuzug├Ąnge“ hatten Nachtschicht gehabt und waren deshalb nicht zugegen.

Gute Zusammenarbeit

Der B├╝rgermeister betonte die enge und gute Zusammenarbeit der Stadt, dem kommunalen Vollzugsdienst, der Jugendarbeit und der Polizei und deren wichtige Aufgabe innerhalb der Kommunen.

Im Vergleich zu einer Gro├čstadt wie Mannheim ist der Revierbereich eher „ein ruhiges Pflaster“ (siehe Kriminalit├Ątsbericht). Aber nat├╝rlich gibt es f├╝r die Polizisten hier vielf├Ąltige Aufgaben zu erledigen, angefangen beim Verkehr, ├╝ber Eins├Ątze bei den vielen Veranstaltungen in Ladenburg bis hin zur Aufkl├Ąrung von Straftaten, die nat├╝rlich auch in Ladenburg und anderen Kommunen begangen werden.

Die neuen Beamten ersetzen Kollegen, die pensioniert worden sind oder nun in anderen Dienststellen arbeiten. Unterm Strich verst├Ąrken sie aber das Revier mit einer Stelle. Aktuell gibt es 68 besetzte Haushaltsstellen im Revier (zuvor 67, bei 71 Sollst├Ąrke). Zus├Ątzlich sind beim Revier auch immer Praktikanten t├Ątig, aktuell drei.

F├╝nf der sieben neuen Kollegen wurden durch den "Chef", Frank Hartmannsgruber (2. v. r.) vorgestellt und von B├╝rgermeister Ziegler (1.v.r.) empfangen.

„Die neuen Beamten kommen ausnahmslos aus dem Raum“, sagt Revierleiter Frank Hartmannsgruber. Das erleichtert f├╝r die neuen nat├╝rlich „die Orientierung“. Alle waren auch beim vergangenen Einsatz zur „Walspurgisnacht“ beteilgt.

Einige haben bereits am 01. M├Ąrz begonnen, die meisten am 01. April 2011. „Mich freut pers├Ânlich, dass die Kollegen jung sind, das wird sich positiv auswirken“, sagt Herr Hartmannsgruber. Das Alter liegt zwischen Ende 20 und Mitte 30.

Frank Hartmannsgruber bei seinem Amtsantritt 2009. Archivbild: ladenburgblog.de

Junge Kollegen – junger Chef.

Das k├Ânnte er auch ├╝ber sich sagen. Als Frank Hartmannsgruber Ende 2009 das Revier als Leiter ├╝bernommen hat, war er 35 Jahre alt. Er hat im „mittleren Dienst“ begonnen und sich „hochgeschafft“, zwei Studien absolviert und ist heute Polizeirat. Ein Leistungstr├Ąger, der viel von sich und mit Sicherheit auch von seinen Kollegen erwartet.

Kein Gro├čeinsatz findet ohne seine Beteiligung statt. Oft leitet er die Eins├Ątze, gibt aber auch die Verantwortung ab, beispielsweise zur Zeit h├Ąufig an seinen Stellvertreter Steffen Hildebrand, der im Rahmen seiner Ausbildung als F├╝hrungskraft noch bis September 2011 in Ladenburg Erfahrung sammeln soll, bis der eigentliche Stellvertreter, Walter Berka, zur├╝ckkommt. Herr Berka verst├Ąrkt zur Zeit die Pressestelle des Polizeipr├Ąsidiums in Mannheim.

Modern gef├╝hrtes Revier.

Die Neuzug├Ąnge werden ein modern gef├╝hrtes Revier vorfinden. Pr├Ąsenz, Pr├Ąvention und Information sind drei Schwerpunkte, die Revierleiter Frank Hartmannsgruber konsequent eingef├╝hrt und umgesetzt hat. Aus Sicht der Polizeibeamten eine positive Entwicklung, denn die Aufgaben sind „vielf├Ąltiger“ geworden, die hohe Pr├Ąsenz und Ansprechbarkeit hat den direkten, positiven Kontakt zu Bev├Âlkerung gest├Ąrkt. Die Pr├Ąvention greift ebenfalls und wird sich in der Statistik sicherlich positiv niederschlagen.

Insgesamt, so h├Ârt man allerorten, kommt der F├╝hrungsstil sehr gut an und als jemand, der h├Ąufig beruflich mit der Polizei zu tun hat, kann ich das nur best├Ątigen. Der Umgang ist immer korrekt und dar├╝ber hinaus sehr freundlich – mit allen Beamten. Nach zwanzig Jahren Berufserfahrung als Journalist kann ich mich auch an andere Zeiten und Erfahrungen erinnern – zwar nicht in Ladenburg, daf├╝r an vielen anderen Orten.

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet f├╝r sechs Monate als Stellvertreter das Revier Ladenburg. Bild: Polizei

Positive Entwicklung.

Diese Entwicklung, die die Polizei durchmacht, ist sehr positiv. Selbst die, die sich „h├Ąufiger“ durch „Kontrollen gest├Ârt“ f├╝hlen k├Ânnten, also Jugendliche, scheinen auf den „neuen Stil“ gut anzusprechen – zumindest h├Âren wir das im Kontakt mit der Jugend.

Freundlichkeit mit „Nachl├Ąssigkeit“ zu verwechseln, w├Ąre ein Fehler. Frank Hartmannsgruber ist Polizist durch und durch: „Wer sich korrekt verh├Ąlt, bekommt auch keinen ├âÔÇ×rger„, hat er mal in einem Interview mit uns gesagt. Umgekehrt hei├čt das: Wer „├âÔÇ×rger“ sucht, bekommt den auch. Mit Sicherheit. Doch das ist keine Drohung, sondern nur eine freundlich gemeinte Feststellung. Und es ist ein offener Umgang mit Kritik, die zuvor am Verhalten der Polizei ge├Ąu├čert worden war. Statt Kritik abzuweisen, wird diese ernst genommen und man setzt sich damit auseinander. Das ist vorbildlich.

Sicherheit ist das Hauptanliegen von Herrn Hartmannsgruber – f├╝r die Bev├Âlkerung, aber auch f├╝r die Beamten. Bei der Pr├Ąsentation der neuen Kleidung hat er sich sichtbar mit den Kollegen ├╝ber die schicken neuen Uniformen gefreut. Ebenso ├╝ber den Tragekomfort, denn das ist Arbeitskleidung und noch mehr ├╝ber Sicherheitsfunktionen wie zahlreiche Reflektoren, durch die die Beamten bei schlechter Sicht zus├Ątzlich (pr├Ąventiv) im Stra├čenverkehr gesch├╝tzt werden. Frank Hartmannsgruber selbst wurde mal im Dienst Opfer eines Unfalls und wei├č „ganz praktisch“, warum er sich um die Sicherheit der Beamten sorgt.

Landeseinheitlicher Schichtdienst – vielf├Ąltige lokale Aufgaben.

Den Dienstplan kennen die neuen Kollegen – der hei├čt „landeseinheitlicher Schichtplan“ und funktioniert so. Der Einsatz beginnt mit dem Sp├Ątdienst. Der dauert von 12:00 Uhr Mittag bis 19:00 Uhr am Abend. Dann hat man bis zum kommenden Morgen frei. Um 06:00 Uhr beginnt die Fr├╝hschicht, die um 12:00 Uhr endet. Dann hat man wieder frei bis zur Nachtschicht um 19:00 Uhr, die um 6:00 Uhr endet. Den Rest des Tages, sowie die zwei Folgetage haben die Beamten frei. Dann geht es wieder von vorne los.

Damit w├╝rde man nicht auf 41 Wochenarbeitsstunden kommen – Trainings und Fortbildungen kommen au├čerhalb des Schichtdienstes dazu. Insgesamt gibt es in einem Revier f├╝nf Dienstgruppen, die auf diese drei Schichten verteilt werden.

Dazu kommt der Tagesdienst, beispielsweise auf den Posten wie in Heddesheim. Dort beginnt die Dienstzeit f├╝r die Beamten um 06:00 Uhr und endet meist um 16:00 Uhr. In der Realit├Ąt m├╝ssen die Beamten aber „h├Ąufiger ran“ – Sonderdienste, beispielsweise auch zu Stuttgart21 erh├Âhen die ├â┼ôberstundenzahl. Sicher auch interessant f├╝r die neuen Beamte: Die revier├╝bergreifende Zusammenarbeit wird verst├Ąrkt. Hier ein Videobericht ├╝ber eine Kontrolle zur Fasnachtszeit 2011.

Sicher freut die Beamten im Revier Ladenburg, dass der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl, Polizeiexperte bei der neuen Gr├╝n-Roten Landesregierung, sich f├╝r eine moderne Polizei stark machen will und gestern Abend in Weinheim bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags bereits einige hundert Neueinstellungen angek├╝ndigt hat und die Position der Polizei als Dienstleister f├╝r die Gesellschaft st├Ąrken will.

Von Seiten der Redaktion aus w├╝nschen wir den „Neuzug├Ąngen“ einen guten Start und eine gute Zeit mit ihrer Arbeit im Revier Ladenburg.

Die neuen Polizeibeamten hei├čen (PM=Polizeimeister, PK=Polizeikommissar):

PM Marc Braun, PK Thorsten Hohenedel, PK Sabine Huber, PK Stephan Kau, PK Sven Kohlm├╝ller, PK Mario Notheisen, PM Jens Schlendwein.

Steffen Hildebrand ist stellvertretender Revierleiter f├╝r ein halbes Jahr


Guten Tag!

Ladenburg/Heddesheim, 16. Februar 2011. Das Polizeirevier in Ladenburg hat einen neuen stellvertretenden „Chef“ – Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet im Rahmen seiner Qualifizierung f├╝r den h├Âheren Dienst zusammen mit Frank Hartmannsgruber das Revier f├╝r sechs Monate. Heddesheim geh├Ârt zum Polizeirevier Ladenburg.

Von Hardy Prothmann

Damit Steffen Hildebrand (33) Erfahrungen als F├╝hrungskraft sammeln kann, hat der eigentliche Stellvertreter Walter Berka Platz gemacht und ist f├╝r diese Zeit zum Polizeipr├Ąsidium Mannheim gewechselt, wo er in der ├ľffentlichkeitsarbeit t├Ątig ist.

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet f├╝r sechs Monate als Stellvertreter das Revier Ladenburg. Bild: Polizei

Steffen Hildebrand wohnt im pf├Ąlzischen Jockrim: „Wenns gut l├Ąuft brauche ich 40 Minuten einfach f├╝r die Fahrt“, sagt er. Der Familienvater hat einen f├╝nfzehn Monate alten Sohn. Auch seine Frau ist im Polizeidienst.

Die Station Ladenburg hat eine „Vorgeschichte“. Wer sich f├╝r den h├Âheren Dienst qualifizieren will, nimmt an einem so genannten Umlaufverfahren teil. Steffen Hildebrand wurde 2008 beim Polizeipr├Ąsidium Karlsruhe „gesichtet“ und hat wie Polizeirat Frank Hartmannsgruber an der Hochschule f├╝r Polizei in Villingen-Schwenningen studiert und 2005 dort seinen Abschluss gemacht. Au├čerdem hat er in der Landespolizeidirektion Karlsruhe bereits Erfahrungen gesammelt.

Die kommenden zw├Âlf Monate sind aus zwei Bausteinen zusammengesetzt: Aktuell f├╝r sechs Monate qualifiziert er sich als „Leiter einer F├╝hrungsgruppe“ in der Funktion als stellvertretender Revierleiter als F├╝hrungskraft. Dann folgen ab August sechs Monate als „Lehrkraft“ bei der Bereitschaftspolizei Bruchsal, wo er als Ausbilder t├Ątig sein wird.

„Hier in Ladenburg werde ich mein „theoretisches“ Wissen in die Praxis umsetzen“, sagt Steffen Hildebrand. Das ist wenig geflunkert – schlie├člich ist der Mann ein erfahrender Polizist im 13. Dienstjahr. „Mit der neuen Aufgabe ist die Verantwortung nat├╝rlich enorm gewachsen“, sagt er und man merkt ihm an, dass er sich darauf freut. Dynamisch, konzentriert und sehr aufgeschlossen pr├Ąsentiert sich der neue Stellvertreter.

Eine erste „Bew├Ąhrungsprobe“ wird die Organisation einer Alkoholkontrolle in der Faschingszeit sein: „Die Ausbildung ist anspruchsvoll, aber auch sehr reizvoll, weil man alle Bereiche polizeilicher Arbeit kennenlernt“, sagt Steffen Hildebrand.

Mitte 2012 gibt es zum Abschluss ein Assessment-Center: Die letzte H├╝rde, die nicht alle werden nehmen k├Ânnen. Wer die schafft, qualifiziert sich beispielsweise als Revierleiter. Steffen Hildebrand ist fest entschlossen auch hier weiterzukommen.

Daf├╝r darf man ihm viel Erfolg w├╝nschen.