Donnerstag, 21. November 2019

„UnumgĂ€ngliches“ Chaos: Berufspendler in Richtung Heidelberg „stinksauer“

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Heidelberg, 19. Oktober 2010. Eine Verkehrsbefragung hat heute morgen auf der A 5 zu mindestens fĂŒnf Kilometern Stau in beiden Richtungen gefĂŒhrt. Auch die B 3 war zeitweise „dicht“. Auf der B 37 (A 656) an der Stadteinfahrt Heidelberg hatte die Polizei von zwei auf eine Fahrspur verengt: Der „Geschwindigkeitstrichter“ sorgte fĂŒr Stau und großen Unmut.

Von Hardy Prothmann

Bis gegen 09:00 Uhr gingen rund ein Dutzend Anrufe in der Redaktion ein – bei der Polizei in Heidelberg ein Vielfaches: „Wir haben gefĂŒhlt an die 100 Beschwerdeanrufe erhalten“, sagt der Heidelberger Polizeisprecher Harald Kurzer auf Anfrage. Darunter auch sehr aufgeregte GeschĂ€ftsleute, die mit Klagen drohten, weil ihre Angestellten teils ĂŒber eine Stunde zu spĂ€t zur Arbeit kamen und damit der GeschĂ€ftsbetrieb empfindlich gestört wurde.

Die Polizei ist fĂŒr das Chaos nicht verantwortlich, sondern ist nur Hilfeleister: „Nur die Polizei darf Autofahrer anhalten“, erklĂ€rt Harald Kurzer. Und das tat sie: Rund jeder zehnte Autofahrer in Richtung Heidelberg wurde heute Morgen „herausgewunken“. Wer ĂŒber das Radio oder Mobiltelefone vom Stau erfahren hatte, versuchte sein GlĂŒck ĂŒber die B 3: „Ab Hirschberg und Schriesheim stand hier dann auch alles.“

Die Stadt Heidelberg fĂŒhrt diese Verkehrsbefragung durch. Gestern gab es in Heidelberg dazu eine Pressekonferenz – viel zu kurzfristig aus Sicht der Autofahrer. „Wir können und wollen das nicht großartig ankĂŒndigen, weil sonst das wissenschaftliche Ergebnis verfĂ€lscht wĂŒrde“, sagte Bert-Olaf Rieck vom Amt fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg. „Wir wissen, dass die B 37 eine problematische Stelle ist und haben mit RĂŒckstau gerechnet, aber nicht in diesem Umfang.“

Die Befragung wurde abgebrochen und könnte im Lauf des Tages weitergefĂŒhrt werden, sagte Sebastian Gieler vom Amt fĂŒr Verkehrsmanagement auf Anfrage: „Das ist sicher fĂŒr die Autofahrer nicht schön, aber wir benötigen diese Daten eines möglichst unbeeinflussten Verkehrsverhaltens.“ Das sei die einzig denkbare Möglichkeit, um an gute Daten zu kommen, „die schließlich der Allgemeinheit zu gute kommen“. Man habe im Vorfeld intensiv ĂŒber die Maßnahme diskutiert, dieses Verfahren sei „unumgĂ€nglich“.

ZusĂ€tzlich gibt es noch Haushaltsbefragungen und VerkehrszĂ€hlungen. Die Stadt rechnet damit, dass bis Januar die Daten von einem Berliner IngenieurbĂŒro ausgewertet sein werden und im Februar öffentlich gemacht werden können.

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