Donnerstag, 21. September 2017

Gro├čeinsatz in Ladenburg

90-j├Ąhrige Frau nach Rettung verstorben

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Was gibt es da zu glotzen?

 

Ladenburg/Heddesheim/Ilvesheim, 30. Juli 2013. (red) Die 90-j├Ąhrige Heddesheimerin, die heute vormittag von der Feuerwehr in Ladenburg aus dem Neckar gerettet worden war, ist im Krankenhaus verstorben. Die Polizei geht von einer verzweifelten Lage aus, in der sich die Person befunden hat. [Weiterlesen…]

Das Medienblog pushthebutton.de rangiert unter den 50 Top-Blogs

Heddesheim, 18. September 2011. (red) Der Dienst Virato.de hat die Top-50-Blogs in Deutschland nach dem SMQ-Index ver├Âffentlicht. SMQ├é┬á(Social-Media-Quotient) ist die durchschnittliche Social-Media-Verbreitung (Facebook, Twitter) pro Artikel/Blogbeitrag einer Quelle.

„Diese Top 50 zeigen somit deutsche Blogs (oder blog├Ąhnliche Websites) an, die sehr beliebt sind und deren Content sehr oft von Usern ├╝ber soziale Netzwerke geshared wird. Andere bekannte Blogs, die man evtl. auch unter diesen Top 50 erwarten k├Ânnte, haben wahrscheinlich einen niedrigeren SMQ, da sie auch Artikel publizieren, die nicht so oft geshared werden und somit den Durchschnitt f├╝r die jeweilige Quelle herunterziehen“, schreibt Virato.de.

Das Blog pushthebutton.de des Journalisten Hardy Prothmann liegt deutschlandweit auf Platz 32, eingebettet zwischen dem lawblog.de von Udo Vetter, der dieses Jahr den Grimmepreis gewonnen hat und Ulrike Langer mit medialdigital.de, einer der renommiertesten Medienjournalistinnen in Deutschland. Auf Platz eins liegt der-postillon.com, Platz zwei belegt der Blog von Extra3 (NDR) und Platz drei das Nachrichtenportal gulli.com.

Hardy Prothmann betreibt sein Medienblog seit 2010, fr├╝her bei posterous.com, seit Fr├╝hjahr 2011 als eigenst├Ąndiges Blog. Die eingesetzte Software ist WordPress, das angepasste Theme „Magazine Premium“ des kanadischen Entwicklers C. Bavota.

Vor allem die medienkritischen Beitr├Ąge in Bezug auf Zeitungen werden in der Branche intensiv diskutiert und sich mehrfach von bildblog.de empfohlen worden. Zuletzt sorgte ein Artikel ├╝ber Leichenbilder des Regionalsenders Rhein-Neckar-Fernsehen f├╝r gro├čes Aufsehen.

Hardy Prothmann betreibt in Nordbaden und S├╝dhessen insgesamt sechs Lokalblogs f├╝r St├Ądte und Gemeinden sowie das Regionalblog rheinneckarblog.de. Bundesweit findet sein Projekt gro├če Beachtung und ist schon dutzendfach nachgeahmt worden. Im Dezember 2009 wurde er von der gr├Â├čten unabh├Ąngigen Fachzeitschrift f├╝r Journalisten unter die Top 100 auf Platz 3 in der Kategorie „Regionales“ gew├Ąhlt.

Zusammen mit dem Gmunder Kollegen Peter Posztos (tegernseerstimme.de) gr├╝ndet er zur Zeit das Unternehmen istlokal.de, das Lokaljournalisten bei ihrer Arbeit unterst├╝tzen wird. Die Beratungsgebiete sind Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht. Im Netzwerk von istlokal.de befinden sich zur Zeit rund 70 lokale und regionale Internetzeitungen und Blogs, darunter die prenzlauerberg-nachrichten.de, regensburg-digital.de, ruhrbarone.de und pottblog.de.

Auszug aus der Top-50-Liste des Social Media Quotient (SMQ) bei virato.de

 

Faktencheck: RNF zeigte nicht nur einmal Leichenbilder als „Rohmaterial“


Mannheim/Rhein-Neckar, 12. September 2011. (red) Am Freitag haben wir das Rhein-Neckar-Fernsehen kritisiert, weil der├é┬áRegionalsender unbearbeitete Aufnahmen von einer Leichenbergung nach einem Unfall auf der A5 im Online-Portal rnf.de ver├Âffentlicht hat. RNF-Projektleiter Ralph K├╝hnl hat sich umfassend durch Kommentare dazu ge├Ąu├čert und behauptet, es handle sich um einen Fehler. Unsere Recherche zeigt, dass es wohl kein Fehler war. Die Ver├Âffentlichung wurde sogar angek├╝ndigt. Und es ist kein Einzelfall.

Von Hardy Prothmann

Am Donnerstag hat der Regionalsender Rhein-Neckar-Fernsehen „Rohmaterial“ von fast 12 Minuten L├Ąnge im Internet ver├Âffentlicht. Also die Bilder, die ein Kameramann vor Ort nach einem Unfall auf der A5 aufgenommen hat.

In einer Szene, die fast zwei Minuten dauert, sieht man, wie die Bestatter die Leiche eines Unfallopfers in einen Sarg hieven. Der nachrichtliche Aussagegehalt ist gleich Null – kein seri├Âser Sender w├╝rde eine solche Szene in dieser L├Ąnge ausstrahlen, wenn ├╝berhaupt nur ein „Schnittbild“ von ein paar Sekunden L├Ąnge.

Wir haben daraufhin einen kritischen Kommentar geschrieben und diesen Vorgang als eine Art Trash-TV bezeichnet – weil es gegen jeden journalistischen Standard verst├Â├čt, unbearbeitetes Material, egal, ob Ton, Text oder (Bewegt-)Bild zu ver├Âffentlichen.

Erhebliche Zweifel an der Glaubw├╝rdigkeit der Darstellung

F├╝r den Sender hat Projektleiter Ralph K├╝hnl den Vorgang umfangreich kommentiert (siehe Kommentare hier am Ende des Artikels) und hat uns wiederum vorgeworfen, wir h├Ątten unzureichend journalistisch gearbeitet – eine einfache R├╝ckfrage h├Ątte die Vermutung entkr├Ąftet, dass das Rhein-Neckar-Fernsehen das „rohe“ Material absichtlich ins Netz gestellt h├Ątte. Es liege ein Fehler vor. Ein nicht-redaktioneller Mitarbeiter habe eine „Nummer“ vertauscht, dadurch sei das Material ohne Absicht ver├Âffentlicht worden und zudem nur f├╝r rund 2,5 Stunden sichtbar gewesen.

Wir haben erhebliche Zweifel an dieser Darstellung, denn die von uns recherchierten Fakten ergeben ein anderes Bild.

Rekonstruktion des Ablaufs:

Wir schildern den Ablauf, soweit wir diesen rekonstruieren k├Ânnen:

Am 08. September kommt es gegen 05:00 Uhr auf der A5 zu einem Unfall (siehe Bericht auf unserem Rheinneckarblog.de). Irgendwann sp├Ąter treffen Reporter ein. Auch das RNF ist vor Ort und macht Aufnahmen. Der Kameramann kehrt in den Sender nach Mannheim zur├╝ck und ├╝berspielt die Aufnahmen von der Kamera ins Redaktionssystem.

Am 08. September 2011 „sendet“ RNF eine erste Meldung auf Facebook:

Erste Hinweis auf das "Rohmaterial" auf der Facebook-Seite vom RNF.

Ein knappe Stunde sp├Ąter schreibt Ralph K├╝hnl selbst, erkennbar am K├╝rzel ^rk, einen Beitrag, mit dem Hinweis:

„Die Fakten vom Unfall├é┬á auf der A5 haben wir bereits auf rnf.de gestellt.“

"Fakten zum Unfall"?

Die „Fakten“ zum Unfall also. Was meint er damit wohl? Hat er nichts von den „ersten Bildern bei rnf.de“ gewusst? Soll man ihm das glauben?

Hatte die Redaktion keine Kenntnis von dem Rohmaterial?

Um 12:46 Uhr schreibt Andreas Etzold, wie K├╝hnl „Projektleiter“ und zudem Jugendschutzbeauftragter (sic!) einen Hinweis auf den „Sendebeitrag“, der in der Abendsendung ausgestrahlt werden soll. Hat auch er ├╝bersehen, dass das Rohmaterial online auch f├╝r Kinder und Jugendliche (es ist Ferienzeit) einsehbar ist?

Ralph K├╝hnel kommentiert sp├Ąter unseren Bericht, am 10. September 2011 um 00:30 Uhr:

„Das Material, das im obigen Artikel beschrieben ist, stand am Donnerstag Morgen f├╝r ca. zweieinhalb Stunden auf der Startseite von rnf.de. Das h├Ątte nicht passieren d├╝rfen.“

Diese Information konnten wir nicht ├╝berpr├╝fen. Denn wir erfahren erst am Abend des 08. September 2011 durch einen Hinweis vom „Rohmaterial“, klicken auf den Link und sehen uns das Material an.

Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache: Redaktionell unbearbeitetes Material wird uns gezeigt – wir sehen die Leichenszenen, pr├╝fen die Erreichbarkeit und gehen von der Homepage auf das Videoportal bei rnf.de und k├Ânnen den Beitrag dort aufrufen. Wir leeren den Cache unseres Computer und machen den Versuch an einem zweiten Computer – tats├Ąchlich l├Ąsst sich der Beitrag hier wie dort abrufen.

Stellt sich eine Recherchefrage wie Herr K├╝hnl das einfordert? Und ob wir gegen 21:00 Uhr abends noch jemandem im Sender erreicht h├Ątten, wissen wir nicht. Wir meinen nicht, dass eine „Recherche“ notwendig ist – der Vorgang ist eindeutig, wir stellen diesen dar und ordnen ihn als das ein, was er ist, skandal├Âs. Am 9. September 2011, um 00:21 Uhr geht unser Text online.

Unser Artikel zu den „Leichenbildern“ bei RNF findet immer mehr Interesse

Am folgenden Tag wird unser Beitrag von Bildblog.de verlinkt – die Zugriffe steigen rasant an. Bundesweit lesen medieninteressierte Menschen unseren Artikel. Am Vormittag ist das „Rohmaterial“ immer noch bei rnf.de zu finden, auch am Nachmittag. Wir wundern uns ├╝ber die Kaltbl├╝tigkeit des Senders. Sp├Ąter best├Ątigen uns Leserinnen und Leser, dass der Film auch noch am fr├╝hen Freitagabend an diesem 09. September zu sehen war, ein Leser sah ihn auf seinem Handy.

Am 10. September, um 12:02 Uhr kommentiert Herr K├╝hnl: „H├Ątten wir, wie uns in dem Hauptartikel vorgeworfen wird, mit dem langen Video einen Effekt erzielen wollen, dann h├Ątten wir es entsprechend promoted und es nicht im Video-Portal versteckt. Dann h├Ątten wir vielleicht in Hauptsendung „RNF Life“ in der Moderation gesagt: „Wenn Sie mehr spektakul├Ąre Bilder von dem Unfall bei Heppenheim sehen wollen, dann klicken Sie jetzt ins Video-Portal auf rnf.de. Dort haben wir den gesamten Rohschnitt f├╝r Sie hinterlegt.“ Das haben wir aber nicht.“

RNF weist Sensationslust zur├╝ck

Anscheinend wei├č Herr K├╝hnl nicht mehr, was er selbst noch vor Fertigstellung des „Sendebeitrags“ in Facebook gepostet hat: „Die Fakten zum Unfall haben wir bereits auf rnf.de gestellt. ^rk“

Herr K├╝hnl erkl├Ąrt weiter irgendwas von „im Cache-Speicher“ und anderes Zeugs. Tatsache ist, dass wir und alle unsere Kontakte den Film nicht bei youtube oder ├╝ber Google gesehen haben, sondern direkt ├╝ber die rnf.de-Seite.

Es entwickelt sich eine lange Debatte mit vielen Kommentaren zu unserem Artikel.

Behauptungen werden aufgestellt

Darin behauptet Ralph K├╝hnl erst einen technischen Fehler, dann soll ein „nicht-redaktioneller Mitarbeiter“ im ├â┼ôbereifer das „Rohmaterial“ online gestellt haben. Sehr schnell versucht sich Herr K├╝hnl darin, unsere Arbeit zu kritisieren, um vom eigentlichen Thema, dem skandal├Âsen Zur-Schau-Stellung eines Unfalltoten abzulenken.

Auch auf direkten Weg nimmt er Kontakt zu uns auf und teilt uns mit, dass ein Mitarbeiter den Fehler gemacht hat. Die sehr lange email, in der es auch um andere Dinge geht, sollen wir aber „vertraulich“ behandeln.

Wir sichern keine Vertraulichkeit zu, beantworten die email und damit war der Fall f├╝r uns erledigt.

Am folgenden Tag, den 11. September 2011, erhebt Herr K├╝hnl wieder massive Vorw├╝rfe gegen unsere Arbeit. Wir antworten entsprechend.

Rohes Material: Beitr├Ąge mit „(no comment)“ sind Originalaufnahmen

Dann surfen wir nochmals auf der Seite von rnf.de, um eine Information zu ├╝berpr├╝fen.

Wir trauen unseren Augen nicht. Im Videoportal von rnf.de stehen zwei weitere Beitr├Ąge direkt untereinander, wieder ist einer mit „(no comment)“ gekennzeichnet. Der erste Beitrag ist ein Sendebeitrag vom 07. September 2011, wenn auch durch Amateurvideoaufnahmen von schlechter Qualit├Ąt.

F├╝r jeden Geschmack etwas: Sendebeitrag und "Rohmaterial" stehen untereinander.

Der zweite Film zeigt wiederum in der L├Ąnge von 01:34 Minuten nichts anderes als Bestatter, die in ein Haus gehen, mit der Leiche wieder herauskommen, diese verfrachten und davonfahren. Man h├Ârt vermutlich den Kameramann, der vermutlich telefoniert, als die Leiche aus dem Haus getragen wird: „Moment, jetzt kommen sie gerade. Ich kann nicht.“

„Moment, jetzt kommen sie gerade. Ich kann nicht.“

Angeblich dient dieses „Rohmaterial“ als Angebot an andere Sender, die dem Rhein-Neckar-Fernsehen die Bilder abkaufen k├Ânnen. Tats├Ąchlich verwendet das RNF im Beitrag zu dem t├Âdlichen Schusswechsel im Mannheimer Stadtteil Neckarau selbst gerade mal zehn Sekunden. Und auch diese wohl entweder in Ermangelung anderen Bildmaterials oder eben in vollem Bewusstsein, so etwas der ├ľffentlichkeit zeigen zu wollen. Beides ist journalistisch eine Bankrotterkl├Ąrung.

(Siehe unseren Beitrag dazu hier.)

Klicken Sie auf das Bild, um den Film zu sehen.

Angeblich kann man dieses „Rohmaterial“ nicht sehen – vermutlich, folgt man Herrn K├╝hnl, hat der „nicht-redaktionelle Mitarbeiter“ auch hier eine „Zahl verwechselt“. Eventuell hat sich auch dieser Beitrag in irgendeinem „Cache“ (Zwischenspeicher) verfangen und ist nun in den unendlichen Untiefen des Internet noch erreichbar. Ob Herrn K├╝hnl wohl noch eine andere Erkl├Ąrung einf├Ąllt?

F├╝r unseren Geschmack ist das ein wenig viel „angeblich, vermutlich, eventuell“.

„Das versendet sich.“ – Aber nicht mehr in Zeiten des Internet

Fr├╝her, also vor dem Internet, sagten TV- und Radio-Journalisten bei solchen „Fehlern“: „Das versendet sich.“ Man rechnete damit, dass nur wenige Menschen einen Beitrag speichern konnten, am n├Ąchsten Tag neue Themen das Interesse bestimmten und man somit fein raus war, weil die fehlerbehaftete Arbeit vergessen wurde.

Das Internet bietet aber gute Kontrollm├Âglichkeiten. Und die werden Herrn K├╝hnl und seinen Aussagen nun zum Verh├Ąngnis – denn durch unsere Recherche gibt es begr├╝ndete Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen.

Mal untertellt, dass der Sender diese Beitr├Ąge nicht absichtlich ver├Âffentlicht, dann ist es ein Schlamperladen, dem zu viele Fehler passieren. Tats├Ąchlich muss man davon ausgehen, dass es absichtlich „passiert“ – wieso sonst w├╝rden die Redakteure „Bilder und Fakten“ anpreisen, bevor der Sendebeitrag fertig ist?

Wir werden den Sender wiederum nicht dazu befragen – wir sparen uns die M├╝he, denn wir gehen davon aus, dass wir keine vertrauensw├╝rdigen Antworten erhalten.

Die Verwendung der Leichenbilder im Beitrag ├╝ber die Schie├čerei in Neckarau zeigt, dass der Sender selbst keine Skrupel hat, solches „Material“ zu verwenden und auch im Fernsehen in ungeb├╝hrlicher L├Ąnge ├╝ber die absolut notwendige „Dokumentation“ hinaus zu zeigen. Einen Nachrichtenwert haben solche Bilder nicht. In der l├Ąnge auch keinen dokumentarischen. Sie dienen einzig und allein dazu, die Sensationsgier zu stillen.

Bedauerlich ist, dass das Rhein-Neckar-Fernsehen vermutlich davon ausgeht, dass dessen Zuschauerinnen und Zuschauer solche Bilder sehen wollen.

Was das Rhein-Neckar-Fernsehen vom eigenen Publikum denkt – dar├╝ber kann sich jeder selbst seine Meinung bilden.

 

Das Rhein-Neckar-Fernsehen zeigt ungeschnittene Opferbilder und diskreditiert sich damit zum Trash-TV


Fast zwei Minuten lang zeigt das Rhein-Neckar-Fernsehen, wie Bestatter einen Sarg bereitstellen, die Leiche des Opfers hineinwuchten, den Sarg schlie├čen und Rausstehendes reinstopfen. Muss das sein? Quelle: RNF

Mannheim/Heppenheim/Rhein-Neckar, 09. September 2011. (red) Ein schwerer Unfall auf der A5 bei Heppenheim fordert ein Todesopfer. Medien berichten. Die ├ľffentlichkeit will wissen, was passiert. Das Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) zeigt fast zw├Âlf Minuten lang ungeschnittenes Videomaterial – darunter fast zwei Minuten die Leiche, die von Bestattern in einen Sarg gewuchtet wird. Ist das noch „Journalismus“ oder nur noch voyeuristischer Trash? Die Frage muss man nicht stellen – wer so verantwortungslos handelt, hat mit verantwortlichem Journalismus l├Ąngst nichts mehr zu tun. Noch nicht einmal der Anschein wird noch gewahrt. Man h├Ąlt ohne Sinn und Verstand drauf und hofft auf „Quote“.

Erg├Ąnzung:

Der RNF-Mitarbeiter Ralph K├╝hnl hat gegen├╝ber unserer Redaktion den Vorgang folgenderma├čen erkl├Ąrt: „Mit dem Einstellen des Rohschnitts ins Netz ist einem nicht-redaktionellen Mitarbeiter der Gaul durchgegangen. Dar├╝ber gab es hier im Sender bereits gestern Diskussionen, die sicherlich dazu f├╝hren, dass ein solcher Fall nicht mehr eintritt.“ Weiter hat Herr K├╝hnl erkl├Ąrt, man habe nach Kenntnis des Fehlers das „Rohmaterial“ um einen ausf├╝hrlichen Text erg├Ąnzt und damit best├Ątigt, dass die Redaktion auch nach Kenntnis der Ver├Âffentlichung das Rohmaterial nicht sofort gel├Âscht hat. Es bleibt jedem selbst ├╝berlassen, welche Meinung man sich aus diesen Informationen bilden mag.
Der Sender hat mittlerweile (wie von uns vorgeschlagen, siehe Kommentar 10. September 2011 um 16:56 Uhr) eine Entschuldigung unter dem Sendebeitrag ver├Âffentlicht.
In den Kommentaren finden Sie weitere Informationen.

Von Hardy Prothmann

Als ich die Bilder vom Unfall auf der A5 vom Donnerstag auf dem Internet-Portal von RNF sehe, bin ich fassungslos. Nicht dar├╝ber, dass ich eine Leiche sehe. Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich viel Leid sehe, Zerst├Ârung und auch den Tod sehen muss. Hinschauen muss. Auch Polizisten, ├âÔÇ×rzte, Sanit├Ąter, Feuerwehrleute, Gutachter sind damit leider immer wieder konfrontiert.

Aber wir arbeiten professionell, jeder tut, was er tun muss. Und als Journalist berichtet man f├╝r die ├ľffentlichkeit dar├╝ber, was passiert ist. Aber als verantwortlicher Journalist achtet man darauf, zwischen dem ├Âffentlichen und dem privaten Interesse zu unterscheiden.

Es ist absolut zul├Ąssig, in Bild, Ton oder Schrift ├╝ber Opfer zu berichten. Es ist aber geboten, dies im Zweifel mit dem geb├╝hrenden Abstand zu tun. Auch wir haben ├╝ber den Unfall auf der A5 berichtet, bei dem ein Mann ums Leben gekommen ist. Auch auf unseren Bildern sieht man, dass eine Leiche am Boden liegt und von einem Tuch abgedeckt wird. Unser Bilder sind aus der Distanz aufgenommen und dokumentieren den tragischen Unfall, das „Ereignis“.

Die Bewegtbilder, die beim RNF zu sehen sind, zeigen, wie Bestatter einen Sarg herbeitragen und das Opfer versuchen, ihn dahin zu hieven. Das klappt nicht beim ersten Mal. Der Leichnam st├Â├čt an den Sarg, die Anstrengung der Bestatter ist deutlich zu sehen. Als es endlich gelingt, die Leiche in den Sarg zu hieven, l├Ąsst sich der Deckel nicht schlie├čen. Der Leichensack wird reingestopft. Die M├Ąnner transportieren Sarg und Leiche ab.

Man k├Ânnte nun aus Sicht des RNF argumentieren: „Wir zeigen, wie es ist.“ Aber ist das ein Argument? Was ist mit der W├╝rde des Toten? Was mit den Gef├╝hlen der Familie?

„Vollkommen egal“, k├Ânnte man als Hardcore-Dokumentarfilmer sagen: „Wir zeigen, wie es ist.“

Zeigen, was man vor die Linse bekommt. Was sagt dieses Bild aus? Quelle: RNF

Aber auch die h├Ąrtesten Hardcore-Dokumentarfilmer stellen sich immer die Frage, ob das, was sie zeigen, gezeigt werden „muss“. Was ist der Erkenntnisgewinn? Was tragen die Bilder zur Aufkl├Ąrung der ├ľffentlichkeit bei? Warum sind sie wichtig? Tragen sie zur F├Ârderung der Meinungsfreiheit bei?

Die Bilder des RNF sind ersch├╝tternd. Sie zeigen, dass der Sender ├╝berhaupt keinen Wert auf journalistische Selbstkontrolle legt. Hier wird nur Voyeurismus bedient, irgendwelche redaktionell-journalistische Gedanken oder auch nur ein Rest von Anstand sind auch im Ansatz nicht zu erkennen.

Das ist Trash-TV in Reinkultur – mit der Kamera auf alles draufhalten, was die H├Ąarchen auf den Armen aufstellen l├Ąsst. Klar – RNF ist ein dr├Âger Provinzsender, der eher nicht durch guten, kritischen Journalismus auff├Ąllt. Aber mit diesem Film zeigt der Sender eine Verantwortungslosigkeit, die die zust├Ąndige Lizenzbeh├Ârde auf den Plan rufen muss.

Selbst die Spritze muss gro├č im Bild erscheinen - warum? Quelle: RNF

Auch Privatsender haben Standards der Berichterstattung zu erf├╝llen und m├╝ssen die Lizenz verlieren, wenn sie diese nicht einhalten. Ein Privatsender, der ungeschnittenes Videomaterial ├╝ber eine menschliche Trag├Âdie ├╝ber zw├Âlf Minuten L├Ąnge einfach so ins Internet stellt, ist daf├╝r ein Kandidat.

Ob Herr Bert Siegelmann die Gr├Â├če hat, sich im regul├Ąren Programm f├╝r diese Verfehlung zu entschuldigen und daf├╝r zu sorgen, dass der Sender journalistische Standards einzuhalten, darf getrost bezweifelt werden.

Muss man die Arbeit der Bestatter in voller L├Ąnge zeigen? Quelle: RNF

Einen sp├Ąter zusammen geschnittenen „Beitrag“ spricht der lispelnde Senderchef selbst ein – wieder sind Bilder zu sehen, die man nicht zeigen muss, au├čer, wenn man es „n├Âtig“ hat.

Was das RNF hier zeigt, macht mich fassungslos. Als Mensch. Als Journalist macht es mich w├╝tend, weil diese miese Form von „Journalismus (No comment)“ auch mich und andere Kollegen besch├Ądigt, die ihren Beruf mit der gebotenen Verantwortung aus├╝ben.

Mir geht es wie jedem anst├Ąndigen Menschen. F├╝r eine solche „Arbeit“ empfinde ich nur Verachtung – die einzig richtige Reaktion, weil man keine Spur von Achtung bei diesem „Bericht“ des RNF feststellen kann.

Es ist besch├Ąmend, wie das RNF im Wunsch nach Aufmerksamkeit jegliche Selbstkontrolle verliert. Tats├Ąchlich habe ich kein Mitleid mit diesen „Kollegen“ – die m├╝ssen selbst in den Spiegel schauen und man darf nur hoffen, dass sie bei dem, was sie sehen, eventuell noch eine Spur von Scham empfinden.

Medien brauchen Informanten – manche aber nur f├╝r die Sensation

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 06. Juli 2010. Kreisbrandmeister Peter Michels ist sauer – zu Recht. Entweder haben Angeh├Ârige der Feuerwehr widerrechtlich Informationen an Medien weitergegeben und/oder die Feuerwehr wurde abgeh├Ârt – beides ist nicht in Ordnung. Die Antwort auf die Frage, warum das passiert, ist einfach: Es geht um die Sensationsgier bei manchen Medien.

Kommentar: Hardy Prothmann

Man darf gespannt sein, ob die Zuschauer des Rhein-Neckar-Fernsehens (RNF) dar├╝ber informiert werden, dass der Provinzsender entweder „Informanten“ bei der Feuerwehr hat oder die Feuerwehr selbst abh├Ârt.

Man darf vermuten, dass dies eher nicht passiert, denn entweder h├Ątte der Sender durch das Abh├Âren eine strafbare Handlung begangen oder sich systematisch informieren lassen, was eine Anleitung zu einer Straftat sein k├Ânnte.

Die Integrierte Leitstelle der Feuerwehren in Ladenburg jedenfalls hat sich gewundert, wie schnell gewisse Medien, das Rhein-Neckar-Fernsehen und gro├če Tageszeitungen der Region, bei Eins├Ątzen vor Ort waren.

Deshalb setzte die Integrierte Leitstelle in Ladenburg einen fingierten, also falschen Einsatzbefehl, ab und wenige Minuten sp├Ąter meldete sich das RNF telefonisch und wollte weitere Informationen haben, kurz darauf meldete sich eine Zeitung.

Damit war klar: Entweder waren die betreffenden Medien aus den Reihen der Feuerwehr informiert worden oder h├Âren ab.

Medien und Journalisten sind oft auf „Hinweise“ von Informanten angewiesen. Durch das Zeugnisverweigerungsrecht haben sie die M├Âglichkeit, diese „Informationsquellen“ zu sch├╝tzen.

Das macht dann Sinn, wenn solche „Hinweise“ Recherchen ausl├Âsen, durch die Hintergr├╝nde ans Licht der ├ľffentlichkeit kommen, die sonst niemals bekannt geworden w├Ąren. Jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt, baut sich solche Netzwerke auf, die ihn mit Informationen versorgen.

Auch in unserem Fall sind wir durch einen Informanten auf das Thema aufmerksam geworden. Uns wurde der interne Brief des Kreisbrandmeisters an die Feuerwehren zugespielt.

Die Motivation, Informationen weiterzugeben, kann vielf├Ąltig sein. Manchmal sind die Motive Rache, Eifersucht, Missgunst. In den meisten F├Ąllen, in denen mir Informationen zugespielt wurden, ist die Motivation der Informanten aber eine ehrenhafte gewesen: Sie wollten Missst├Ąnde ├Âffentlich machen – aus Sorge um die Firma, die Beh├Ârde, das Allgemeinwohl.

In der Branche nennt man Informanten „Whistleblower“. Leider werden Informanten immer noch als „Petzen“ oder als „Verr├Ąter“ verunglimpft. Je brisanter die Information, je gr├Â├čer die Folgen f├╝r „bestimmte“ Personen, umso gr├Â├čer ist der Hass und die Wut auf die vermeintlichen „Verr├Ąter“. Selbst dann, wenn der „Verrat“ dazu dient, Systeme der Korruption, Mobbing, Geldw├Ąsche oder andere schlimme Sachen aufzudecken, bleibt in den Augen vieler Menschen eine Schuld beim „Verr├Ąter“ haften. Deswegen ist es gut und richtig, dass Journalisten ihre Informanten sch├╝tzen k├Ânnen, damit diese keine Nachteile erfahren.

Im vorliegenden Fall geht es aber nicht um Fragen des Allgemeinwohls oder der Integrit├Ąt einer Firma oder einer Beh├Ârde.

Im vorliegenden Fall geht es schlicht und einfach um Sensationsgier.

Es geht darum, die besten Bilder von lodernden Flammen zu machen. Oder Opferbilder, Blut, Chaos, Zerst├Ârung exklusiv zu haben, um damit Auflage zu machen.

Das Kalk├╝l ist einfach: Je sensationeller die Bilder, umso gr├Â├čer wird das Interesse sein.

Wenn Medien sich nur noch um die Sensation bem├╝hen und nicht mehr um die Information, muss sich kein Journalist und keine Redaktion wundern, wenn es viele Menschen gibt, die das anekelt. Die das nicht mehr wollen. Auch wenn es genug Menschen gibt, die gerade diese Sensation interessiert.

Journalisten und Redaktionen entscheiden selbst ├╝ber ihre Haltung, ihren Umgang mit den Themen. Und ├╝ber ihre Methoden.

Der Kreisbrandmeister Peter Michels ist an einem offenen Umgang mit den Medien interessiert – auch im vorliegenden Fall war er noch nach Dienstschluss f├╝r uns erreichbar. Aber er ist zu recht sauer.

Weil er sich hintergangen f├╝hlt – vielleicht denkt er gerade dar├╝ber nach, was es bedeutet, dass er an einem guten Verh├Ąltnis zu den Medien interessiert ist, manche Medien aber das gute Verh├Ąltnis zu ihm egal ist.

Es w├Ąre bedauerlich, wenn sich bei Herrn Michels das Gef├╝hl einschleicht, dass er Medien nicht mehr vertrauen kann. Denn das Ergebnis w├Ąre eine „verbrannte Erde“, ein gest├Ârtes Verh├Ąltnis. Weil einzelne sich schlecht verhalten, m├╝ssen oft alle darunter leiden. Den gr├Â├čten Schaden nimmt dabei die ├ľffentlichkeit, die nicht mehr offen informiert w├╝rde. Vor allem Boulevardmedien sind bekannt daf├╝r, „verbrannte Erde“ zu hinterlassen.

Winnenden und Erfurt sind daf├╝r leider „eindr├╝ckliche“ Beispiele.

Der Kritik, dass die Feuerwehren Daten unverschl├╝sselt ├╝bertr├Ągt, wird sich der Kreisbrandmeister stellen. Zur Ehrenrettung der Feuerwehren muss man feststellen, dass der „Datenschutz“ bei der Einf├╝hrung der Systeme noch keine wahrgenommene Bedeutung hatte.

Heute ist das anders. Der Datenschutz ist ein zu recht wichtiges Thema. Von den Feuerwehren kann und muss man erwarten, dass sie das Manko der unverschlüsselten Ãœbertragung schnell beheben.

Und von manchen Medien sollte man erwarten k├Ânnen, dass sie innehalten und ├╝berlegen, ob das, was sie tun, tats├Ąchlich „in Ordnung“ ist.

Leider kann man davon ausgehen, dass sich die „├╝blichen Verd├Ąchtigen“ dar├╝ber keine Gedanken machen werden. Ihr Gesch├Ąft ist die Sensation. Was anderes kennen sie nicht und wollen es auch nicht kennen.

Das beste Korrektiv daf├╝r sind die Menschen selbst. Sie sind mit daf├╝r verantwortlich, welche Medien sie nutzen. Fehlt die Akzeptanz f├╝r die Sensationsgier, dann werden die Medien sich neu orientieren oder wegen Misserfolgs eingestellt.

Ungesch├╝tzter Datenverkehr: Datenschutzskandal bei Feuerwehr und Rettungsdiensten

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 06. Juli 2010. In einem „Brandbrief“ weist der Kreisbrandmeister Peter Michels die Feuerwehren darauf hin, dass „Informationen zu den Rettungseins├Ątzen abgefangen werden und per SMS an Personen au├čerhalb der Feuerwehr“ weitergeben werden. Auf eine fingierte Meldung hin meldete sich als erstes das Rhein-Neckar-Fernsehen.

Von Hardy Prothmann

Der interne Brief hat es in sich: Die Feuerwehr vermutet „Lecks“ in den eigenen Reihen. Sprich: Mitglieder der Feuerwehr informieren „Dritte“, also Medien, aktuell und exklusiv ├╝ber Eins├Ątze. Vielleicht sogar gegen Geld oder andere Gef├Ąlligkeiten.

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Kreisbrandmeister Michels ist stinksauer. Entweder gibt es Informanten innerhalb der Feuerwehren oder der Datenfunk wird abgeh├Ârt. Bild: Feuerwehr

Kreisbrandmeister Michels schreibt: „Dieser Tage haben wir die Information erhalten, dass Alarmierungen f├╝r die Kreisf├╝hrung abgefangen werden und per SMS letztlich auch an Personen au├čerhalb der Feuerwehr weitergeben werden. Dies war der Anlass, dass wir ├╝ber die Leitstelle einen fingierten Alarm haben aussenden lassen. Bereits innerhalb der ersten f├╝nf Minuten, gab es eine erste R├╝ckmeldung in der Integrierten Leitstelle. Ca. weitere f├╝nf Minuten sp├Ąter meldete sich eine weitere Person aus dem Bereich der Presse.“

Ein Skandal erster G├╝te, denn es wird gleich gegen mehrere Gesetze versto├čen und Schutzpflichten werden verletzt, wie der Kreisbrandmeister auflistet: ├é┬ž 201 StGB (Verletzlichkeit der Vertraulichkeit des Wortes), ├é┬ž 203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen), ├é┬ž 331 StGB (Vorteilsnahme), ├é┬ž 332 StGB (Bestechlichkeit), ├é┬ž 353 b StGB (Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht), ├é┬ž 358 StGB Nebenfolgen.

Kreisbrandmeister Peter Michels best├Ątigt uns das Problem auf Nachfrage und sagt: „Wir haben mit unserem Schreiben die Feuerwehren auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam gemacht. Bei weiteren Verst├Â├čen solcher Art m├╝ssen die Betroffenen mit einer Strafanzeige rechnen.“

Pikant: Als erstes meldete sich das Rhein-Neckar-Fernsehen bei der Einsatzstelle und wollte weitere Informationen ├╝ber den Einsatz haben: „Das kann ja wohl gar nicht sein“, emp├Ârt sich Michels: „Ich habe ├╝berhaupt nichts gegen die Arbeit der Medien, aber ich habe sehr wohl etwas dagegen, dass Informationen, die an die Feuerwehr gerichtet sind, an Dritte weitergegeben werden.“

Ob das „Leck“ in den eigenen Reihen zu finden ist oder der Funkverkehr durch das Rhein-Neckar-Fernsehen abgeh├Ârt wurde, konnte die Integrierte Leitstelle bislang nicht herausfinden. Nach Informationen der Redaktion hat sich auch eine gro├če Zeitung aus dem Raum diese Informationen beschafft.

Das Problem: Die sensiblen Daten k├Ânnten verschl├╝sselt ├╝bertragen werden, wenn alle Beteiligten ├╝ber dieselben Ger├Ąte verf├╝gen w├╝rden. Tun sie aber nicht – damit man sich „versteht“, muss unverschl├╝sselt ├╝bertragen werden.

Deswegen ist es auch ein Datenschutzskandal der Rettungsdienste und Feuerwehren. Denn die Funkdaten werden ├╝berwiegend unverschl├╝sselt ├╝bertragen und k├Ânnen mit geringem Aufwand von jedem „mitgeh├Ârt“ werden – das verst├Â├čt zwar gegen das Gesetz, aber diesen Versto├č erm├Âglichen die Rettungsdienste selbst durch die ungesch├╝tzte ├â┼ôbertragung der Daten. Eine koordinierte Anschaffung der Ger├Ąte h├Ątte dies verhindert.

Was das in der Konsequenz bedeutet, zeigt ein Beispiel aus ├ľsterreich. Auf der Internetseite heise.de wird die Problematik der ungesch├╝tzten Daten├╝bertragung eindr├╝cklich geschildert:

„Ein ├ľsterreicher hatte in der Gegend von Tirol einen handels├╝blichen Funkscanner mit der Soundkarte seines Rechners gekoppelt und mit frei im Internet erh├Ąltlicher Software das v├Âllig unverschl├╝sselte POCSAG-Signal der Pager in einer Datenbank mitprotokolliert. Bei rund 400.000 Eins├Ątzen pro Jahr im Bundesland Tirol kamen innerhalb weniger Tage unz├Ąhlige Datens├Ątze mit zum Teil sehr sensiblen Informationen zusammen.

Ein Alarmierungsdatensatz der Tiroler Leitstelle umfasst nicht nur den Namen der jeweiligen Einheit und ein Einsatzstichwort, wie es im analogen BOS-Funknetz ├╝blich war, sondern die Leitstelle ├╝bertr├Ągt bei Rettungseins├Ątzen auch den vollst├Ąndigen Namen des Patienten, den genauen Einsatzort, das etwaige Transportziel sowie einen Code f├╝r eine detaillierte Erstdiagnose, der sich anhand einer von der Leitstelle ver├Âffentlichten Liste, problemlos entschl├╝sseln l├Ąsst. So steht etwa Code 26A22 f├╝r ein Penisproblem, 25A2 f├╝r eine Selbstmordgef├Ąhrdung, 23C5 f├╝r eine Kokainvergiftung, 4B2S f├╝r eine starke Blutung nach Sexualdelikt, 12C1E f├╝r eine schwangere Epileptikerin mit Krampfanfall und so weiter. Die Feuerwehr verwendet ├Ąhnlich detaillierte Codes.“

Auch im Rhein-Neckar-Kreis werden Adresse, Name sowie Einsatzstichworte ├╝bermittelt: Dabei erf├Ąhrt man, ob es sich beispielsweise um ein internistisches, gyn├Ąkologisches Problem handelt, erf├Ąhrt Informationen zur Dringlichkeit. BET hei├čt beispielsweise Behandlung (BE) und „T“ steht f├╝r „terminiert“. Oft werden hier auch weitere Informationen ├╝bertragen.

Ob die verungl├╝ckte Person damit einverstanden ist, dass medizinische Details und andere Informationen an die ├ľffentlichkeit gelangen, interessiert dabei nicht. Es geht darum, als erster vor Ort zu sein und „exklusive Bilder“ machen zu k├Ânnen, es geht um Sensationsjournalismus.

Auch bei den Feuerwehren werden diese Informationen im Klartext ├╝bermittelt. Noch – zur Zeit laufen vorbereitende Arbeiten zur Digitalisierung des Funks, der dann k├╝nftig verschl├╝sselt ├╝bertragen werden soll. Auf dem K├Ânigsstuhl wird eine Station auf dem ehemaligen AFN-Mast errichtet, weitere Basisstationen werden im Gebiet Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg und Mannheim im Laufe des n├Ąchsten Jahres errichtet.

Bis das neue System l├Ąuft, ist es offen – dass hei├čt, jeder, der technisch ein wenig versiert ist, kann mit einer Investition unter 100 Euro in entsprechende Ger├Ąte mith├Âren.

Absurd: Zwar wird k├╝nftig irgendwann, voraussichtlich in eineinhalb bis zwei Jahren, die Kommunikation der BOS, also der Beh├Ârden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, verschl├╝sselt ├╝bertragen. Aber im Gegensatz zu Hessen, wo eine Alarmierung ├╝bers digitale Funknetz angestrebt wird, bleibt Baden-W├╝rttemberg beim POCSAG – das kann theoretisch auch verschl├╝sselt werden, aber nur, wenn alle Empf├Ąnger darauf abgestimmt w├Ąren. Das ist nur bedingt m├Âglich, deshalb m├╝ssten neue Ger├Ąte angeschafft werden, das kostet Geld – ob es zur Verf├╝gung gestellt wird, bleibt abzuwarten.