Mittwoch, 13. November 2019

Heute wird das Urteil zur Klage gegen den "Pfenning"-Bebauunsplan verk√ľndet

Der gläserne Journalist: Die Entscheidung des VGH wird Wellen schlagen

Heddesheim/Rhein-Neckar, 18. September 2012. (red/pro) Wie wird der Mannheimer Verwaltungsgerichtshof (VGH) entscheiden? Folgt er der Klage des Anliegers B. und benennt M√§ngel des Bebauungsplanverfahrens „Pfenning“? Oder folgt er der Sicht des Anwalts der Gemeinde, alles sei „rechtens zugegangen“? Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand, hei√üt es. Tats√§chlich ist man nicht auf hoher See und Gott spielt keine Rolle. Ein Gericht entscheidet. Nicht mehr und nicht weniger. Ob und wie das die √∂ffentliche Meinung ver√§ndert, muss man abwarten. Der Journalist Hardy Prothmann zieht unabh√§ngig vom Gerichtsurteil seine Bilanz und die f√§llt positiv aus. Trotz aller Probleme.

Von Hardy Prothmann

Im Februar 2009 habe ich als Heddesheimer B√ľrger zum ersten Mal von den „Pfenning“-Pl√§nen geh√∂rt. Der Mannheimer Morgen jubelte und schrieb √ľber einen strahlenden B√ľrgermeister Michael Kessler, einen zufriedenen regional-verwurzelten Unternehmer Karl-Martin Pfenning. Von bis zu 1.000 Arbeitspl√§tzen und traumhaften Gewerbesteuerzahlungen wurde berichtet. Die Zukunft Heddesheims war angeblich durch die Ansiedlungsentscheidung „gerettet“ – dabei hatte vorher niemand Sorge, dass die Zukunft des wohlhabenden Ortes gef√§hrdet sein k√∂nnte.

Verst√∂rt √ľber die vollst√§ndig unkritische Berichterstattung habe ich als B√ľrger zun√§chst privat recherchiert. Und das gemacht, was jeder Journalist sehr fr√ľh lernt. Ich bin ins Archiv gegangen. In das des Mannheimer Morgens – online. Um mich zu informieren, was es dort √ľber „Pfenning“ zu lesen gibt. Und das war durchweg negativ. „Pfenning“ und der Chef sind eine durch und durch problematische Firma. Und mit einem Mal sollte alles eitel Sonnenschein sein?

B√ľrger – Blogger – Journalist – Gemeinderat

Hardy Prothmann, verantwortlicher Journalist f√ľr das Heddesheimblog, im Interview mit dem ARD-Morgenmagazin. (Archivbild)

Ich habe meine Recherchen als B√ľrger im Internet ver√∂ffentlicht – freilich auf Basis meiner beruflichen, journalistischen Kompetenz. (Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?) Erst sp√§ter hatte ich verstanden: Das „Heddesheimblog.de“ war in der Welt. Und damit ein Vorbild f√ľr neue journalistische Angebote.

Sechs Wochen sp√§ter war Kommunalwahl in Baden-W√ľrttemberg. Meine Schwiegereltern hatten mich Ende 2008 gefragt, ob ich mich als Gemeinderat zur Wahl stellen w√ľrde. Ich habe mir das lange √ľberlegt und aus der √úberzeugung heraus, ehrenamtlich f√ľr die Gemeinschaft t√§tig sein zu k√∂nnen, zugesagt. Allerdings nur unter der Bedingung, kein Parteimitglied sein zu m√ľssen und als freier Kanditat auf der Liste der FDP anzutreten. Die FDP war f√ľr mich auch fr√ľheren Zeiten „in Ordnung“. Heute sch√§me ich mich daf√ľr.

Der Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring umschw√§rmte mich, sicherte mir einen „tollen Platz“ zu. Also Platz 11 auf einer Liste von 22 Kandidaten. Drei hatte die FDP aktuell im Gemeinderat, drei wollte sie wieder haben. Die bescheidene Hoffnung auf einen Platz mehr gab es auch. Wer sich mit (fr√ľherer) Kommunalpolitik auskennt, hat mir keine Chance gegeben. Ich mir auch nicht. F√ľnf Jahre im Ort. In keinem Verein. In keiner Partei. Keine nennenswerten anderen „Bindungen“. 150 Stimmen w√§ren da schon ein Achtungserfolg.

Die W√§hlerinnen und W√§hler haben das anders gesehen und mich mit 1.400 Stimmen zum Gewinner der FDP-Liste gemacht-¬† 20 Prozent mehr Stimmen als der Listenplatzerste Hasselbring habe ich erhalten und die alteingesessene Ingrid Kemmet, die im „Pfenning“-Verfahren „befangen“ war, konnte auch nur soviele Stimmen holen wie Herr Hasselbring. Seit sie im Gemeinderat ist, hat sie so gut wie nie etwas gesagt. Wenn sie jemandem auffallen sollte, dann nur durch einen angestrengten Gesichtsausdruck, der vielleicht ein L√§cheln sein k√∂nnte.

Ein kurzes Gespr√§ch mit Herrn Hasselbring hatte ergeben, dass ich sicher kein Mitglied dieser Fraktion sein konnte und damit als partei- und fraktionsloser Gemeinderat t√§tig sein musste und wollte. Diese Aufgabe hat mir leider keinen Spa√ü gemacht – denn es war insgesamt sehr aufreibend. Fragen zu stellen, sich kritisch mit den Themen auseinanderzusetzen und dies vor allem √∂ffentlich in der Sitzung, damit die B√ľrgerinnen und B√ľrger an einer „Beratung“ teilhaben k√∂nnen – das wurde und wird nicht gew√ľnscht und im Zweifel mit allen Mitteln bek√§mpft.

Diese Erfahrung war ersch√ľtternd. Vor allem die Fraktionssprecher, Dr. Josef Doll (CDU), J√ľrgen Merx (SPD) und Frank Hasselbring (FDP) waren sich keines verabredeten „Zugs“ zu schade, um einen einzelnen, unabh√§ngigen Gemeinderat in seine Schranken zu weisen zu versuchen. Keine Sorge – ich meine das nicht weinerlich. Ich stelle fest, was ich als „politische Realit√§t“ erfahren habe.

Interesse an inhaltlichen Argumenten? Ringen um das beste Wohl f√ľr die Gemeinde? Kritisches Pr√ľfen, ob die Verwaltung auch wirklich unabh√§ngig gearbeitet hat? Fehlanzeige auf weiter Flur. Stattdessen mussten ich und die B√ľrger/innen ein Andienen und Durchwinken erleben, das fassungslos macht.

Andererseits: Mit bis zu 140 Besuchern bei einer Gemeinderatssitzung schl√§gt Heddesheim alle Gemeinden und St√§dte in der Region, was das politische Interesse angeht. Die „√ľblen“ Umst√§nde haben f√ľr eine enorme Politisierung des Ortes gesorgt. Das ist fast beispiellos in Deutschland.

Ersch√ľtternde Kommunalpolitik

Gewisse Personen im Gemeinderat waren sich nicht zu schade, auch noch die sch√§bigsten „Argumente“ als Wohltat zu verkaufen. Das war ersch√ľtternd. Aber viel mehr hat mich immer das Schweigen der gro√üen Mehrheit im Rat geradezu geschockt. Gew√§hlte Vertreter der B√ľrgerschaft, von denen man erwartet, dass sie sich einbringen. Und die seltenst in der Lage waren, bis auf verabredete Auftritte auch nur einen Pieps zu sagen. Die Schweiger sind oft schlimmer als die Wortf√ľhrer. Niemand kennt ihre Meinung. Niemand wei√ü, was sie denken. Die Wortf√ľhrer kann man fassen, sich mit ihnen wie auch immer auseinandersetzen. Aber die Schweiger, beispielsweise eine 1. B√ľrgermeisterstellvertreterin Ursula Brechtel, sitzen da und sagen nichts. Verschweigen sich jedem Austausch. Also dem demokratischen Meinungsfindungsprozess und sind doch angeblich Repr√§sentaten dieser Demokratie. Wie bitter. Wie besch√§mend. Wie im wahrsten Sinne des Wortes verantwortungslos.

Und schaut man sich die Abh√§ngigkeiten und Verbindungen an, dann wird es noch bitterer. Da gibt es Gemeinder√§te, die angeblich nur √ľber die Runden kommen, weil ihnen die Gemeinde Auftr√§ge zuschanzt. Da gibt es personelle Mehrfachfunktionen, die eindeutig an einer „unabh√§ngigen“ Repr√§sentanz zweifeln lassen.

Und dann gibt es auch eindeutige Drohungen. Beispielsweise durch den B√ľrgermeister Michael Kessler selbst. Als Gemeinderat wurde ich zu gewissen Themen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ein krasser Widerspruch zu meiner journalistischen Arbeit, √Ėffentlichkeit herzustellen und die B√ľrger/innen zu informieren. Als ich einmal nichts aus „nicht-√∂ffentlichen“ Sitzungen wissen wollte, um nicht „zur Verschwiegenheit verpflichtet zu werden“, drohte mir der B√ľrgermeister vor Zeugen ein „Ordnungsgeld“ an. Das kann bis zu 1.000 Euro betragen. Und die Drohung war ernst gemeint. B√ľrgermeister Michael Kessler war fest entschlossen, eine m√∂gliche Unterrichtung der √Ėffentlichkeit mit „rechtstaatlichen Mitteln“ zu unterbinden. Es ging dabei um die Pl√§ne der Edeka-Erweiterung. Das kann ich jetzt benennen, weil das mittlerweile √∂ffentlich ist. Das war eine sehr krasse Erfahrung.

Presse- und Meinungsfreiheit?

Ebenfalls krass ist die bis heute vors√§tzliche Behinderung unserer Redaktion. Ein einmaliger Vorgang. Ganz sicher verfolgen andere B√ľrgermeister auch „ihre“ Interessen und vermutlich auch die der Gemeinden. Aber was in Heddesheim abl√§uft, ist beispiellos.

Und immer mit einem Namen verkn√ľpft: Michael Kessler. Ob der Ukas an alle Verwaltungsangestellten, nicht mit uns reden zu d√ľrfen. Ob der Versuch einer Abmahnung auf Steuerzahlerkosten. Ob die fortgesetze Bevorzugung der gleichgeschalteten unkritischen Medien. Der aktuell amtierende Heddesheimer B√ľrgermeister zeigt sich durchweg als Feind einer freien Presse und einer freien √Ėffentlichkeit.

Aktuell wird auch das von ihm durchweg gef√ľhrte „Pfenning“-Verfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof verhandelt. Man k√∂nnte jetzt Herrn Doll, Herrn Merx, Herrn Hasselbring mit daf√ľr verantworlich machen. Das sind sie auch. Ebenso wie die schweigenden Abnicker. Aber es geht vor allem um Michael Kessler, der „Pfenning“ zu seinem Schicksal gemacht hat.

Zur gro√üen Chance, der „100-Millionen-Euro“-Kessler zu werden. Zu einem Provinz-B√ľrgermeister, der das gro√üe Rad dreht. Nur ist ist vom Ruhm leider nichts √ľbrig. Daf√ľr ist die Wahrheit in Zement gegossen. 1.000 Arbeitspl√§tze? Wird es nicht geben. Erhebliche Gewerbesteuerzahlungen? Wird es nicht geben. Gleisanschluss? Fehlanzeige. Regionales Unternehmen trifft Generationeninvestition? Sp√§testens mit dem noch ausstehenden Verkauf an einen Immobilienfonds erledigt.

Der VGH entscheidet nun, ob auch Zusagen des Unternehmens, Pl√§tze f√ľr Auszubildende und die Verlagerung des Firmensitzes von „Pfenning“ von Viernheim nach Heddesheim unzul√§ssig sind und somit gestrichen werden. Auch das w√§re ein Verlust.

Vielleicht folgt der VGH der Klage auch nicht und befindet „alles f√ľr in Ordnung“.

Dann liegt eine richterliche Entscheidung vor. Aber keine √ľber die Meinung der Menschen. Die wissen l√§ngst, dass die „Kessler-Show“ die Gemeinde sehr viel Geld gekostet hat. Unsummen f√ľr Anw√§lte und „Spin-Doctor“-Unternehmen. Und vor allem hat Michael Kessler mit Unterst√ľtzung seiner willf√§hrigen Abnicker den Unfrieden in die Nachbarschaften der Gemeinde gebracht. Mit Nachbarschaften sind die in Heddesheim gemeint und die zu den Nachbarorten – Hirschberg ist stinksauer und Ladenburg wird es werden.

Schadensmeldungen

Das ist der allergr√∂√üte Schaden und der gr√∂√üt anzunehmende Unfall f√ľr einen B√ľrgermeister. Michael Kessler wird mit Sicherheit in die Geschichte Heddesheims eingehen. Als Spalter.

Andererseits hat die Entwicklung auch eine positive Wendung genommen. Das Heddesheimblog.de ist bundesweit durch seine kritische Lokalberichterstattung bekannt geworden und hat gezeigt, dass Lokaljournalismus wichtig f√ľr die Demokratie ist. Es gibt mittlerweile √ľber 400 Berichte zu unserer Arbeit, dutzende von wissenschaftlichen Arbeiten haben unser Modell untersucht – an dieser Stelle m√∂chte ich allen Beteiligten danken. Ob Mitarbeitern, Unterst√ľtzern oder Informanten. Und interessierten Kollegen sowie Wissenschafttlern, die sich mit der Funktion un den M√∂glichkeiten von Lokalblogs auseinandergesetzt haben.

Nach dem Vorbild Heddesheimblog.de sind andere lokaljournalistische Projekte entstanden, ob die Tegernseerstimme.de oder die Prenzlauerberg-Nachrichten.de (um nur ein sehr s√ľdliches und n√∂rdliches Angebot zu nennen). Es gibt in vielen Orten den Versuch, engagierten Journalismus zu etablieren. √úberwiegend bringen sich hier sehr gewissenhafte Menschen ein, die wollen, dass unser Gemeinwesen funktioniert.

Und zwar nicht durch Lobhudelei und unkritische „Berichterstattung“ wie sich das der Mannheimer Morgen als Beispiel f√ľr viele Lokalzeitungen zu eigen gemacht hat. Sondern durch einen kritischen, lebendigen Austausch zwischen der √Ėffentlichkeit, also den Menschen und den Medien, welche auch immer, die ihre „Ergebnisse“ anderen Menschen zur Verf√ľgung stellen.

Mehr Transparenz

Und auch die Gerichte werden lernen m√ľssen, wenn sie das nicht schon tun, dass sie ihre Entscheidungen transparent machen. Bei der Entscheidung vor dem VGH, Klage des Anwohners B. gegen den Bebauungsplan „Pfenning“ der Gemeinde Heddesheim, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Richter unseren Rechtsstaat repr√§sentieren.

Wir leben aber auch in einem Rechtsstaat, der die freie Meinung grundgesetzlich garantiert und sch√ľtzt. Und auch dieses Recht kann man unabh√§ngig von formaljuristischen Entscheidungen nutzen.

Meine Meinung ist: B√ľrgermeister Michael Kessler ist mit seinem Unterst√ľtzerkreis aus nicht mehr frei agierenden Mandatstr√§gern, egal ob plappernd oder schweigend, verantwortlich f√ľr den Unfrieden im Ort und einen voraussichtlich immensen Schaden f√ľr die Gemeinde.

Mitverantwortlich daf√ľr sind die „etablierten“ Medien im Raum, die ebenfalls unkritisch und journalistisch verantwortungslos ihre Kontrollfunktion nicht ausge√ľbt haben.

Sie können sich meiner Meinung anschließen, Sie können sie ablehnen oder Teile davon verwenden. Über Ihre Meinung entscheiden Sie selbst. Und kein Gericht kann Sie daran hindern. Allerdings sollten Sie eine Gerichtsentscheidung ernst nehmen und in Ihren Meinungsbildungsprozess verantwortlich miteinbeziehen. Und zwar unabhängig, ob diese Ihnen gefällt oder nicht.

Ich habe als Gemeinderat versucht, mehr Transparenz zu schaffen. Weil das mein Beruf als Journalist ist. Das ist mir in Teilen gelungen – kaum im Rat, umso mehr auf dem Heddesheimblog.de.

Ich war aber auch als „Einzelk√§mpfer“ im Gemeinderat sehr alleine, wenngleich die Fraktion der Gr√ľnen oft unterst√ľtzt hat, manchmal auch nicht. F√ľr die Zukunft sehe ich allerdings beste Chancen auf mehr Transparenz, weil diese allerorten gefordert wird. √úberall in Deutschland gr√ľnden sich lokale Blogs, suchen Journalisten neue Wege.

Und ich muss nach meinem Wegzug aus Heddesheim und der damit verbundenen Aufgabe des Mandats keine „nicht-√∂ffentlichen“ Geheimnisse mehr mit mir rumtragen. Ich kann frei berichten. Beispielsweise exklusiv √ľber den „Pfenning-Deal“.

Herr Kessler und seine Abnickerfraktionen werden es stellvertretend f√ľr andere Seilschaften in anderen Orten in Zukunft immer schwerer haben, Hinterzimmerentscheidungen durchzusetzen. Egal ob in Heddesheim oder sonstwo. Und das ist gut so. Und wir B√ľrger sollten daran interessiert sein, einen offenen Meinungsaustausch zu suchen und journalistische Arbeit zu unterst√ľtzen. Erz√§hlen Sie es weiter. Machen Sie Werbung f√ľr unabh√§ngige journalistische Angebote. Sie helfen damit als B√ľrger/innen der Demokratie und letztlich sich selbst. Machen Sie ungeniert Gebrauch von diesem egoistischen Recht.

Als Journalist agiere ich professionell so gl√§sern wie als Gemeinderat: Meine Mitarbeiter und ich informieren Sie, damit Sie¬† sich eine m√∂glichst unabh√§ngige Meinung bilden k√∂nnen. Wir decken auf, wir machen Informationen transparent, wir helfen Ihnen, sich Ihre Meinung zu bilden. Und wir freuen uns dabei auf Ihre Unterst√ľtzung.


Alle Texte des „Gl√§sernen Gemeinderats“ lesen Sie hier.

"Ent"täuschende "Berichterstattung"

Geprothmannt: Bagatell- vs. Kollateralschaden

Bleiben am Ende nur noch Tr√ľmmer? Journalismus war mal ein angesehener Beruf - heute ist das Image besch√§digt. Archivbild

 

Mannheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 18. Juni 2012. (red) Es gibt einen Brand, die Feuerwehr l√∂scht diesen schnell. Der Schaden bleibt eigentlich √ľberschaubar und doch nicht. Das „Opfer“ ist das „Scheck In-Center“ in Viernheim. Aber es kommt noch ein weiteres hinzu, dass mit allem gar nichts zu tun hat: Die Bev√∂lkerung. Der Schadensverursacher: Journalisten. Der Schaden: Glaubw√ľrdigkeitsverlust in unbekanntem Ausma√ü.

Von Hardy Prothmann

Der Ruf von Journalisten ist nicht der beste. Vollkommen zurecht. Sie fragen sich jetzt, wieso ein Journalist dem eigenen Berufsstand ein schlechts Zeugnis ausstellt? Die Antwort ist ganz einfach: Nur wenn man sich nach vorne verteidigt, kann man hoffen, weitere Sch√§den zu verhindern. Das ist durchaus egoistisch gedacht. Denn ich und meine Mitarbeiter achten sehr auf bestm√∂gliche Qualit√§t unserer Informationen – egal, ob wir √ľber leichte Themen wie Feste und Aktivit√§ten berichten oder √ľber anspruchsvolle wie Kultur und Wirtschaft oder Politik und Sport.

Ganz klar machen auch seri√∂se Journalisten Fehler. Wenn diese passieren, sollten die Leserinnen und Leser aber dar√ľber informiert werden. Doch das tun die meisten Medien nicht. Auch klar: Wenn wir einen Rechtschreibfehler entdecken oder auf Fehler hingewiesen werden, verbessern wir den auch ohne eine Korrekturmeldung, wenn es sich um eine Bagatelle handelt. Berichte mit kapitalen Fehlern legen wir in der Kategorie „Korrektur“ ab, damit Leserinnen und Leser sofort und ohne lange Suche eine zun√§chst fehlerhafte Berichterstattung sowie die Korrektur finden k√∂nnen. Auf dem Heddesheimblog sind dort seit dem Start vor drei Jahren „nur“ acht von √ľber 2.500 Berichten als fehlerhaft gekennzeichnet. Wir √§rgern uns √ľber jeden Fehler und haben diese korrigiert.

Falscher Eindruck vermittelt

Der Mannheimer Morgen hat aktuell √ľber einen Brand im Viernheimer Scheck In-Center „berichtet“. Der „Bericht“ ist mit dem K√ľrzel „bhr“ gekennzeichnet. Der unbedarfte Leser denkt jetzt: „Ok, jemand, dessen Namen mit bhr abgek√ľrzt wird, war vor Ort oder nach sich zumindest telefonisch oder auf anderem Weg die Informationen besorgt, gepr√ľft und dann seinen Bericht verfasst.“ Doch dieser naheliegende Gedanke ist in diesem Fall und leider viel zu oft ein Fehler. Denn kein Journalist des MM war vor Ort und es wurde auch sonst nichts recherchiert.

Tats√§chlich wurde also keine „journalistische Leistung“ erbracht. Durch das geschickte Setzen von An- und Abf√ľhrungszeichen liest sich der Text, als habe „bhr“ mit dem Pressesprecher der Feuerwehr Viernheim gesprochen, denn er zitiert ihn ja „w√∂rtlich“. Tats√§chlich ist dieser Eindruck aber eine T√§uschung. Auf Nachfrage best√§tigte uns der Pressesprecher Andreas Schmidt, dass er mit niemandem vom MM in dieser Sache gesprochen hat:

Die haben automatisch eine email mit dem Pressetext bekommen, wie alle Redaktionen, die das wollen.

Ist die Nachricht aber falsch? Ja und nein. Sie erweckt den falschen Eindruck, als habe der Journalist mit dem Pressesprecher gesprochen. Und sie erweckt den Eindruck, der Journalist habe selbst√§ndig recherchiert und den Bericht selbst verfasst. Die Fakten sind aus Sicht der Feuerwehr sicher zutreffend. Die Mutma√üung √ľber die Schadensh√∂he ist es nicht.

Die Originalmeldung der Feuerwehr. Quelle: FFW Viernheim

 

Die geguttenbergte Version im Mannheimer Morgen. Quelle: SHM

Geguttenbergter Journalismus ist Betrug am Leser

Diese Form „journalistischer“ Arbeit ist g√§ngig in vielen Redaktionen: Bei Zeitungen, Magazinen, im Radio und Fernsehen und im Internet. Man nimmt frei zug√§ngliche Informationen, „etikettiert“ sie ein wenig um und schon hat man einen „eigenen“ redaktionellen Bericht. Das ist und bleibt Betrug am Leser.

Sie fragen sich, warum das passiert? Warum andere Redaktionen so verfahren? Warum es nicht alle ehrlich und transparent wie wir mit unseren Blogs berichten? Fragen Sie die Redaktion Ihres Vertrauens. Ich versichere Ihnen, man wird Sie nicht sonderlich ernst nehmen. Erst, wenn Sie das Abo k√ľndigen wollen.

Wir tun das, was eigentlich eigentlich selbstverst√§ndlich sein sollte. Wir benennen n√§mlich immer deutlich die Quelle, wie auch in diesem Fall ist der Text mit „Information der Feuerwehr Viernheim“ klar gekennzeichnet worden. Das hat mehrere Gr√ľnde. Der wichtigste: Wir respektieren die Arbeit von anderen. Wir schm√ľcken uns nicht mit „fremden Federn“. Der n√§chste Grund ist: Wo bei uns „Redaktion“ draufsteht, ist auch Redaktion drin. Daf√ľr sind wir verantwortlich. Und ein ebenfalls sehr wichtiger Grund ist: Wir k√∂nnen nur daf√ľr einstehen, was wir selbst recherchiert haben. Wir wollen uns weder fremde Inhalte aneignen, noch darin enthaltene Fehler.

Der Einsatzbericht der Feuerwehr beispielsweise ist √ľberwiegend korrekt – hat aber den Eindruck eines gro√üen Schadens hinterlassen. Viele Kunden blieben heute deswegen dem Markt fern. Wir haben die Meldung ebenso gebracht, waren aber bis 14:00 Uhr das einzige Medium, das einen Reporter vor Ort hatte, um sich ein Bild zu machen und haben danach umgehend berichtet, dass es f√ľr Kunden keine Einschr√§nkungen gibt und der Schaden eher √ľberschaubar ist.

Au√üerdem konnten wir recherchieren, dass in diesem Fall wohl eine „Klarstellung“ in der morgigen Ausgabe der Zeitung folgen soll – man darf gespannt sein. Denn die Scheck In-L√§den geh√∂ren zur Edeka-Gruppe. Und dort ist man „not amused“ √ľber den scheinbar redaktionellen Bericht im Mannheimer Morgen. Die Edeka selbst ist ein sehr gro√üer Kunde der Zeitung und d√ľrfte pro Jahr Anzeigen im Wert von einigen Millionen Euro bei der Zeitung schalten. Ich versichere Ihnen, dass man bei der Zeitung in diesem Fall den √Ąrger sehr ernst nimmt. Aber nicht, weil man „journalistisch“ besser oder wenigstens „korrekt“ arbeiten will, sondern um den Umsatz nicht zu gef√§hrden.

Bagatell- vs. Kollateralschaden

Nach dem Brand ist im Scheck In – anders als im Feuerwehrbericht gemutma√üt – nur ein „Bagatellschaden“ entstanden. Dieser Schaden wurde unn√∂tig durch Umsatzausf√§lle f√ľr das Unternehmen vergr√∂√üert. Der gro√üe Kollateralschaden entsteht aber durch den allt√§glichen Guttenberg-Journalismus, bei dem nach Lust und Laune geklaut und abgekupfert, umetikettiert und abgeschrieben wird. Sie halten diesen „Fall“ f√ľr eine Bagatelle? Ist er nicht, weil er nur ein Beispiel f√ľr eine systematische T√§uschung vieler Mediennutzer ist. (Haben Sie die „Jogi“-F√§lschung bei der EM mitbekommen? Das ZDF zeigte eine „Live-Berichterstattung“, in die Aufnahmen hineingeschnitten wurden, die vor dem Spiel, also nicht „live“ entstanden sind. Das hat zu heftiger Kritik gef√ľhrt. FAZ: „Die Regie spielt falsch„)

Einen Brandschaden kann man beseitigen – eine besch√§digte Glaubw√ľrdigkeit ist nur schwer wieder zu bereinigen.

Darunter leiden aber nicht nur die Schummler, sondern auch alle, die sich gr√∂√üte M√ľhe geben, einen herausragende oder zumindest ehrlichen Journalismus zu bieten. Leider tun das immer weniger und der f√ľr die Gesellschaft und Demokratie so wichtige Journalismus verliert weiter an Ansehen. Da k√∂nnen sich Politiker und Journalisten die Hand geben – aber es gibt auch in der Politik „anst√§ndige“ Leute.

Die Leserinnen und Leser können ebenso wie Unternehmen aber deutlich machen, ob sie Qualität wollen oder nicht.

Bei einer Wahl macht macht das mit einer Stimme. Im Markt hat man auch Macht: Minderwertige Produkte kann man abbestellen oder muss sie nicht kaufen. Und Werbung kann man im glaubw√ľrdigen Umfeld schalten, wo sie auch am besten wirkt.

Weitere Informationen:

Wie aus einer gemeindlichen Pressemitteilung ein Redakteursbericht wird, lesen Sie hier: „Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?

Wie die RNZ einen PR-Text eines Politikers zu einem Redakteursbericht macht, lesen Sie hier: „Nachgefragt: Wie wird aus einer politischen PR-Meldung ein redaktioneller Text in der RNZ?

In Sachen Guttenberg war die mediale Emp√∂rung gro√ü. Dabei sind viele Medien selbst sehr erfahren in Plagiaten. „Plagiator-Formel: Dreist, dreister, Journalist ‚Äď wie Tageszeitungen tagt√§glich ‚Äúbeschei√üen‚ÄĚ

Ein unabh√§ngiger Reporter berichtet √ľber eine SPD-Hauptversammlung. Weit gefehlt. Der Reporter ist selbst Mitglied im Ortsverein. „Was von der Berichterstattung der RNZ unter dem K√ľrzel ‚Äústu‚ÄĚ zu halten ist

Auch wir machen Fehler – und reagieren angemessen: „Urheberrecht vermutlich missachtet

 

Anm. d. Red.: Um Missverst√§ndnissen vorzubeugen: Die Freiwillige Feuerwehr wird ausdr√ľcklich nicht kritisiert. Die hat wie so oft ihren Job gemacht und einen gr√∂√üeren Schaden verhindert.

Warum Spenden und Sponsoring Transparenz brauchen

Geprothmannt: Uneigenn√ľtzige Wohlt√§tigkeit? Von wegen! Spenden und Sponsoring sind Werbung

100 Euro sind viel Geld - manche zahlen das aber aus der "Porto-Kasse" und machen daraus ein Vielfaches an "Image"-Gewinn. Quelle: 100-Euro-Schein

Rhein-Neckar, 12. Dezember 2011. (red) Zur Zeit jagt eine Spenden√ľbergabe die n√§chste – so wie vergangenes Jahr auch und n√§chstes Jahr wieder. Besonders in der Vorweihnachtszeit laden viele Firmen und Gemeinden ein, √ľber mildt√§tige Spenden f√ľr den guten Zweck zu „berichten“. Klares Ziel dieser Aktionen: Die Spender und Sponsoren wollen sich damit ein gutes Image verschaffen – dabei ist das nichts anderes als Werbung.

Von Hardy Prothmann

Die Redaktion f√ľr die Lokalblogs in Nordbaden hat eine strikte Regel: Wir berichten nicht √ľber Spenden, egal wie gro√üz√ľgig diese sind. Denn hinter fast jeder Spende steckt immer ein „Kalk√ľl“, ein Hintergedanke und der ist nicht „mildt√§tig“, sondern egoistisch: Die spendende Firma oder Institution will sich damit ein gutes Image verschaffen.

Das ist auch absolut erlaubt – nur machen wir uns nicht zum Handlanger und zur erweiterten Pressestelle der Spender und Sponsoren. Wer aus √úberzeugung spendet oder unterst√ľtzt, braucht seine Haltung nicht an die „gro√üe Glocke“ zu h√§ngen.

Millionen von privaten Spendern halten das so – sie geben Geld f√ľr alle m√∂glichen Hilfsorganisationen und hoffen, dass damit anderen geholfen wird. Die allermeisten Spenderinnen und Spender bleiben „anonym“ – es geht ihnen um die Hilfe und nicht um eine √∂ffentliche Nennung.

Wer hingegen der „√Ėffentlichkeit“ seine „Gro√üz√ľgigkeit“ mitteilen m√∂chte, kann eine Anzeige schalten. Das ist, wie gesagt, absolut erlaubt.

Hirschberg: Bericht √ľber eine Spende? Ja, gerne. Schleichwerbung? Nein, danke.

Aktuell haben wir √ľber die Spende einer Interessengemeinschaft „Storchenkerwe“ in Hirschberg berichtet:¬†Die Einladung erschien frei von „Firmenwerbung“ – denn die Initiative des Ortsfestes spendete Geld f√ľr gemeinn√ľtzige Zwecke. Deshalb haben wir den Termin wahrgenommen.

Vor Ort präsentierte man aber Spendenschecks mit Logo und Schriftzug einer regionalen Bank. Diese Werbung haben wir aus dem Foto herausretuschiert (weiße Fläche).

Das ist die einzige „saubere“ L√∂sung – alles andere ist eine Form von Schleichwerbung, untergr√§bt die Glaubw√ľrdigkeit von Journalismus (sofern die bei gewissen Medien nicht sowieso schon „six feed under“ ist) und schadet letztlich auch dem „Werbekunden“ – muss der doch ganz besonders an einem glaubw√ľrdigen Umfeld interessiert sein.

Penetrant wird es – und das ist zunehmend der Fall – wenn die Sponsoren und Spender sogar die Berichterstattung vorschreiben wollen. Dagegen hilft nur konsequente Aufkl√§rung und konsequente „Nicht-Berichterstattung“ bei „H√§rtef√§llen“.

Penetrantes Sportsponsoring

Selbst in der Provinz treibt dieses Sponsorenunwesen nicht nur seltsame, sondern v√∂llig inaktzeptable „Bl√ľten“. Ein lokaler Tennisverein wollte uns beispielsweise nur Fotos gestatten, wenn das Sponsorlogo mit im Bild ist.

Das Ergebnis kann man hier nachlesen:¬†„Kein Gruppenfoto ohne Sponsor“

Sehr krass ist dieses Beispiel: Eine Apotheke wird von einem „Marketing-Verband“ ausgezeichnet, nicht etwa weil die Apotheke am meisten Geld gespendet hat, sondern deren Kunden. Wir wollten dar√ľber berichten – und wurden vermutlich (aus Sorge) wegen unserer bekannten, kritischen Haltung nicht eingeladen. Wir haben trotzdem berichtet: Kein Kinderlachen f√ľr das Heddesheimblog.

taz verpixelt Sportfotos und stellt die Aktion anscheinend klammheimlich wieder ein.

Die taz hatte im August angek√ľndigt, ab sofort alle Sportfotos zu verpixeln. Die Begr√ľndung:

Die Werbung im Fu√üball, Biathlon oder Handball ist mit den Jahren der Kommerzialisierung einfach zu aufdringlich, zu omnipr√§sent geworden. Da m√ľssen intelligentere L√∂sungen her. Zum Beispiel: Weg mit dieser Flimmerbande.

Und:

Wir sind nicht mehr bereit, Eure Werbebotschaft auf Trikots und Werbebanden zu verbreiten. Es kann ja auch nicht Aufgabe einer Zeitung sein, die mit kritischer Distanz √ľber Sport berichtet, t√§glich kostenlose Werbung von Vereinen und deren Sponsoren ins Blatt zu heben. Wir wollen durch die Verpixelung journalistisch noch unabh√§ngiger werden.

Guter Ansatz Рleider scheint die taz das nicht durchgehalten zu haben. Vielleicht wars auch nur ne Sommerloch-Saure-Gurken-Zeit-Meldung. Eine Erklärung, warum nicht mehr verpixelt wird, konnte ich nicht finden (Anfrage ist gestellt, der Artikel wird gerne nach einem Hinweis ergänzt).

Wir werden das in Zukunft weiter so halten: Wenn Spender und Sponsoren mit Ihren Logos genannt und abgebildet werden wollen, erhalten Sie ein Angebot zum Schalten einer gewerblichen Anzeige. Solche „Berichte“ werden wir entsprechend als Anzeige kennzeichnen.

Andernfalls werden wir konsequent Spender und Logos aus Texten und Bildern entfernen Рdenn es  geht doch um Mildtätigkeit? Oder geht es doch um etwas anderes? Sollten wir deshalb nicht mehr zu solchen Anlässen eingeladen werden, können wir gerne darauf verzichten.

Trennungsgebot

Gut und richtig w√§re, wenn vor allem Zeitungen diesem Beispiel folgen w√ľrden – das aber darf man tats√§chlich bezweifeln, denn dort gibt es schon l√§ngst kein Trennungsgebot zwischen Redaktion und Anzeigen mehr, sondern nur noch die Haltung, dass man Anzeigenkunden nicht „verprellen“ will.

Die Masse der Leserinnen und Leser zahlt zwar insgesamt viel und bedeutendes Geld f√ľrs „Abo“ – unterm Strich sind das aber knapp 30 Euro und was bedeutet so ein Betrag, wenn an anderen „Auftr√§gen“ ein paar mehr Nullen dranh√§ngen, also 3.000, 30.000 oder gar 3.000.000 Euro? Es wird anhand der „Nullen“ schnell klar, auf wen man „R√ľcksicht“ nimmt und f√ľr welche „Nullen-Informationen“ man sich entscheidet.

"Redaktionelles" Foto ab Spendenhöhe von 500 Euro - bitte Text mitschicken.

Allerdings gibt es auch hier „Regeln“ – die h√§ngen von der H√∂he der Spende ab. Der Mannheimer Morgen macht zum Beispiel „grunds√§tzlich“ erst ab 500 Euro Spendensumme ein Foto. Warum, wieso, weshalb? Dar√ľber gibt es keine uns bekannten Informationen.

Ethisches Handeln

Ganz grunds√§tzlich verantwortet jedes Medium die eigenen redaktionelle Ethik und die Art seiner „Informationen“ im Rahmen der gesetzlichen M√∂glichkeiten selbst – und auch die daraus resultierende Glaubw√ľrdigkeit.

Mal schauen, wie Spender und Sponsoren mit unserer transparenten Haltung umgehen – dazu wird es, sofern interessant, einen Nachbericht geben.

Soviel sei noch angemerkt: Unternehmen, die mindestens zehn Prozent ihres Gewinns spenden, werden wir sofort lobend erw√§hnen, weil das tats√§chlich Spenden sind, die „bemerkenswert“ sind. Keine Sorge – es gibt vermutlich kein einziges Unternehmen, das so verf√§hrt.

Vereine sollten sich nicht zu jedem Preis „kaufen“ lassen

Vereine, die sich f√ľr ein paar Euro „Spendengeld“ oder „Sponsoring“ als Vermarktungsfl√§che missbrauchen lassen, sollten tats√§chlich dar√ľber nachdenken, worum es geht.

Um F√∂rderung von Kultur, Jugend oder Sport oder darum, dass die ehrenamtlichen Helfer wirklich sehr viel Arbeit aufbringen und sich von Firmen durch im Vergleich minimale „F√∂rderung“ dann die hier „erwirtschaftete“ Aufmerksamkeit abkaufen lassen? Das kann nicht im Sinne von Kultur, Jugend und Sport sein – und auch nicht im Sinne der Unternehmen.

Und ein besonders Geschmäckle bekommen solche Spenden dann, wenn die Spenderfirmen nicht nur beim Image die Nutznießer sind, sondern durch Aufträge und Geschäfte mit den Vereinen wiederum einen ganz klaren geschäftlichen Vorteil suchen.

Dann haben Spenden sogar eher die Funktion einer Bestechung und sind vollends pervertiert. Und auch das ist leider oft schon fast „√ľblich“.

Spendenziele m√ľssen transparent sein

Gemeinden m√ľssen Spenden beispielsweise l√§ngst √∂ffentlich machen und transparent darstellen – das sieht das Geldw√§schegesetz so vor. Und daf√ľr gibt es ganz sicher Gr√ľnde.

Damit Sie mich richtig verstehen: Spenden sind gut und wichtig. Und jeder Euro hat seinen Wert.

Spenden sollten aber das sein, was sie sein sollen: Ein Beitrag zu einer besseren Welt. Ganz privat, ganz individuell nach den Möglichkeiten.

Wer Spenden und „Sponsoring“ auch nur im Ansatz f√ľr eigene „Zwecke“ einsetzt, muss sich moralisch selbst verpflichten, seinen Anteil an Eigennutz klar darzustellen – damit keine „Missverst√§ndnisse“ aufkommen.

Wenn ein Gro√ükonzern beispielsweise 1 Million Euro spendet, ist das vielen Medien eine Nachricht wert. Zeitungen wie der MM berichten mit Bild erst ab 500 Euro. F√ľr den Konzern bedeutet 1 Million vielleicht nur einen 0,000-irgendwas Anteil an seinen M√∂glichkeiten. F√ľr eine Initiative sind 500 oder 1.000 Euro hingegen alles, was man „aufbieten“ kann.

Wer ist nun „gro√üz√ľgiger“? Wer verdient mehr Aufmerksamkeit? Wor√ľber sollte man dankbarer sein? Wor√ľber berichten?

Denken Sie mal dr√ľber nach – eine Meinung zu dem Thema ist gar nicht so einfach zu finden.

Ist halt alles immer „relativ“ – daf√ľr muss man kein Einstein sein.

Ihr

Anmerkung: Wir haben anf√§nglich auch √ľber Spenden berichtet und vor kurzem noch im Weinheimblog √ľber eine Aktion zu Defibrilatoren in der Stadt. Dabei wurde auch eine spendende Bank genannt. K√ľnftig werden wir das kompromisslos handhaben.

Klems R√ľckblick: Das Internet vor zehn Jahren – was man damals schon so alles wusste…


Wie war das vor zehn Jahren? Datenbankprofi Michael Klems informiert uns bis Weihnachten √ľber "wichtige" Schlagzeilen zum Internet aus der Vergangenheit. Bild: infobroker.de

Rhein-Neckar, 22. Oktober 2011. (red/infobroker.de) Der renommierte Datenexperte Michael Klems hat es sich zur Aufgabe gemacht, einfach mal Schlagzeilen von vor zehn Jahren zu recherchieren. Teils sind die Ergebnisse urkomisch, teils stimmen sie, teilweise haben sich Ansichten und Meinungen nach heutiger Sicht widerlegt.

Recherche: Michael Klems – infobroker.de

16.10.2001
Internet wird hörbar РDas Internet kann hörbar werden. Dies verspricht eine Voice-Portal-Plattform, der Clarity AG РHandelsblatt

16.10.2001
Grimmas Ordnungsh√ľter nutzen Internet f√ľr ihren Pr√§ventionskatalog im Kampf gegen Kinder- und Jugendkriminalit√§t – Polizei geht f√ľr Partnerschaft mit Schulen neue Wege – Leipziger Volkszeitung

16.10.2001
Prince nur im Net: Das neue Album „The Rainbow Children“ ist fertig, wird aber nur im Internet ver√∂ffentlicht. – Hamburger Morgenpost

17.10.2001
B2B-Plattform im Hafen von Barcelona – Warenumschlag wird per Internet kontrolliert – Handelbslatt

17.10.2001
T-Online beteiligt sich mit 50 Prozent an Interactive Media des Axel Springer Verlages – DIE WELT

17.10.2001
Städtische Ausschreibungen via Internet РMainz akzeptiert Angebote mit digitaler Signatur РDer Postweg bleibt weiterhin im Angebot РRhein Main Zeitung

18.10.2001
AOL Time Warner √ľbertrifft reduzierte Prognosen – Zuwachs bei Abonnentenzahlen / Kabelfernsehen und Internet gleichen flauen Werbemarkt aus – F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

18.10.2001
Internet-Magazin erhielt den OnlineStar 2001 – Sparkasse.de ist die beste Finanz-Webseite des Jahres – Nur sechs Monate nach ihrem Start wurde die Web-Seite „Sparkasse.de“ von √ľber 800 000 Nutzern… – DIE WELT

18.10.2001
Macht das Surfen im Internet s√ľchtig? – Tagung befasste sich mit den Gefahren der digitalen Welt f√ľr Kinder – Frankfurter Rundschau

19.10.2001
Ausdr√ľcklich verbieten. Privates Surfen im Internet ist im B√ľro nicht automatisch untersagt. Ein Chef muss das private Internetsurfen am Arbeitsplatz ausdr√ľcklich verbieten. – Der Tagesspiegel

19.10.2001
Wireless LAN – Europ√§ischer Markt f√ľr √∂ffentliche Internet-Zug√§nge – Die Service-Ums√§tze mit √∂ffentlichen Wireless LAN-Internetzug√§ngen werden in Europa in diesem Jahr 4,1 Millionen Dollar erreichen. – FAZ.NET

19.10.2001
Internet: Bald nicht mehr alles kostenlos? Verlage dr√§ngen auf geb√ľhrenpflichtige Inhalte – „Keine Gefahr f√ľr Zeitungen“ – Passauer Neue Presse

20.10.2001
E-Bay РRekorde auf dem Internet-Marktplatz РDas Online-Auktionshaus E-Bay wächst rasant weiter. РFrankfurter Rundschau

20.10.2001
Wettstreit um Internet-Kunden entbrannt РVom Wettbewerb auf dem Multimedia-Markt in Köln und Bonn wird vor allem der Kunde profitieren. РKölner Stadtanzeiger

20.10.2001
Kinder fragten Bundesfamilienministerin Bergmann per Internet – Gibt es den Dritten Weltkrieg? – Berliner Morgenpost

21.10.2001
Brite befreit sich per Internet – Ein in einer Gartenh√ľtte eingesperrter Brite hat sich mit einem Hilferuf √ľber das Internet befreit – WELT AM SONNTAG

21.10.2001
Internet-News gegen Geld?. Viele Leser, wenig Geld – – DER TAGESSPIEGEL

21.10.2001
Tricksen im Internet wird schwieriger – FRANKFURT. Eine sichere Methode: Alle Wege f√ľhrten zu DocMorris, einer niederl√§ndischen Internet-Apotheke – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

22.10.2001
Bekanntheit der Handy-Portale im Internet steigt – Fast die H√§lfte der Mobilfunknutzer kennt die Angebote – Herunterladen von Logos und Klingelt√∂nen – Das Mobiltelefon wird zur Informations- und Unterhaltungszentrale f√ľr unterwegs. – FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

22.10.2001
US-Moratorium f√ľr Internet-Steuern l√§uft aus – Der US-Kongress hat es vers√§umt, ein Moratorium f√ľr Internet-Steuern zu verl√§ngern, das gestern abgelaufen ist. – DIE WELT

22.10.2001
Internet keine Konkurrenz f√ľr Tageszeitungen – M√ÉŇďNCHEN. Das Internet wird den Tageszeitungen nach Ansicht der bayerischen Verleger auch in Zukunft keine… – Berliner Zeitung

23.10.2001
China blockiert Nachrichtenseiten im Internet РDie chinesische Regierung hat erneut ausländische Nachrichtenangebote im Internet blockiert РHandelsblatt

23.10.2001
Internet-Zugang/Telekom stellt k√ľnftig/kein DSL-Modem mehr – Vor dem schnellen Weg ins Internet wird vom kommenden Jahr an eine zus√§tzliche Investition stehen – Frankfurter Rundschau

23.10.2001
Markt mit Internet РStudentinnen testen eine bislang in Deutschland einmalige Internetsäule auf dem Marktplatz in Leipzig. РLeipziger Volkszeitung

Michael Klems ist Informationsprofi und recherchiert weltweit in elektronischen Datenbanken. Als Betreiber des Informationsdienstes infobroker.de ist er seit 1991 am Markt.

Internet: Infobroker.de
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Klems R√ľckblick: Das Internet vor zehn Jahren – was man damals schon so alles wusste…


Wie war das vor zehn Jahren? Datenbankprofi Michael Klems informiert uns bis Weihnachten √ľber "wichtige" Schlagzeilen zum Internet aus der Vergangenheit. Bild: infobroker.de

Rhein-Neckar, 15. Oktober 2011. (red/infobroker.de) Der renommierte Datenexperte Michael Klems hat es sich zur Aufgabe gemacht, einfach mal Schlagzeilen von vor zehn Jahren zu recherchieren. Teils sind die Ergebnisse urkomisch, teils stimmen sie, teilweise haben sich Ansichten und Meinungen nach heutiger Sicht widerlegt.

Recherche: Michael Klems – infobroker.de

09.10.2001
Deutsche zahlen Internet-Einkäufe selten per Karte РBeim Einkaufsbummel im Internet zahlen die Deutschen einer Studie zufolge wesentlich seltener per Kreditkarte РHandelsblatt

09.10.2001
Der Weg ist frei f√ľr Musik aus dem Internet – Die Musikwelt ordnet sich, der Weg ist frei – DIE WELT

09.10.2001
INTERNET/“Home-Banking bleibt unsicher“ Das Risiko, beim Home-Banking Opfer einer Hackerattacke zu werden, ist offenbar nach wie vor gro√ü. – Hamburger Abendblatt

10.10.2001
Kein Lesefehler: Kabel NRW hei√üt nun Ish Unter einem Phantasienamen will der Kabelnetzbetreiber der Telekom Kunden abjagen / Breitband-Internet und Telefonie √ľber das Fernsehkabel – F.A.Z. – Frankfurter Allgemeine Zeitung

10.10.2001
IP-Anonymisierung verschleiert das Nutzerverhalten РUnerkannt im Internet surfen РMit einer neuen Software ist es möglich, im Internet zu surfen, ohne Spuren zu hinterlassen. РHandelsblatt

10.10.2001
Ergo gr√ľndet im Januar neuen Internet-Versicherer – Traditioneller Au√üendienst soll Hauptvertrieb bleiben. – Financial Times Deutschland

11.10.2001
Internet-Magazine in Schwierigkeiten – „Red Herring“ und „Salon“ leiden unter der Branchenschw√§che – F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

11.10.2001
Kaufhof nimmt neuen Anlauf im Internet/Handelskonzern gibt Online-Phantasiemarke Zebralino auf – Financial Times Deutschland

11.10.2001
Die Angst vor dem Computer-Terror / Die USA r√ľsten sich gegen Angriffe via Internet – Allgemeine Zeitung Mainz

12.10.2001
USA pr√ľfen den Bau eines sicheren Regierungsnetzes/Neues Internet f√ľr Beh√∂rden soll mehr Schutz bieten. – Financial Times Deutschland

12.10.2001
Browserspaß nur mit Nummer und Reisepass/Cybercafé in Havanna РAllgemeine Zeitung Mainz

12.10.2001
Immobilien im Netz Bei der Objektsuche und der Finanzierung der eigenen vier Wände leistet das Internet gute Dienste РHandelsblatt

13.10.2001
Lastwagen im Internet finden – TruckScout24 vermittelt das Nutzfahrzeug – Der M√ľnchner Internetanbieter AutoScout24 erweitert mit TruckScout24 sein Angebot um Lastwagen, Transporter, Sattelz√ľge, Busse und Baumaschinen. F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

13.10.2001
Spar gibt Verkauf √ľber das Internet auf – Der Handelskonzern Spar zieht sich aus dem Gesch√§ft mit der Bestellung von Lebensmitteln zur√ľck – Stuttgarter Zeitung

13.10.2001
B√ľcher beliebteste Ware im Internet – B√ľcher sind die beliebteste Ware im Internethandel. – Darmst√§dter Echo

14.10.2001
Internet-Verkauf von Lebensmitteln lohnte sich nicht – Aus f√ľr Spar 24 – Berliner Morgenpost

14.10.2001
Urteil gegen T-Online – Hamburg/tj/- Bislang hie√ü es in der Werbung des Telekom-Onlinedienstes: „T-Online ist der gr√∂√üte Internet-Provider – WELT AM SONNTAG

14.10.2001
Systems 2001 – IT-Branche sucht Wege aus der Krise – Rund 15 Prozent weniger Teilnehmer werden auf der diesj√§hrigen Systems erwartet, die am Montag in M√ľnchen ihre Toren √∂ffnet. FAZ.NET

15.10.2001
Beratungsfirma Gartner stellt IT-Trends vor – Internet-Dienste bleiben Top-Thema f√ľr Unternehmen – DIE WELT

15.10.2001
Das mobile Internet bleibt vorerst eine Vision – Financial Times Deutschland

15.10.2001
ARD erweitert Internet-Angebot. Die ARD wird das Internet-Angebot der „Tagesschau“ erweitern. – Der Tagesspiegel

16.10.2001
Internet wird hörbar РDas Internet kann hörbar werden. Dies verspricht eine Voice-Portal-Plattform, der Clarity AG РHandelsblatt

16.10.2001
Grimmas Ordnungsh√ľter nutzen Internet f√ľr ihren Pr√§ventionskatalog im Kampf gegen Kinder- und Jugendkriminalit√§t – Polizei geht f√ľr Partnerschaft mit Schulen neue Wege – Leipziger Volkszeitung

16.10.2001
Prince nur im Net: Das neue Album „The Rainbow Children“ ist fertig, wird aber nur im Internet ver√∂ffentlicht. – Hamburger Morgenpost

Michael Klems ist Informationsprofi und recherchiert weltweit in elektronischen Datenbanken. Als Betreiber des Informationsdienstes infobroker.de ist er seit 1991 am Markt.

Internet: Infobroker.de
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Klems R√ľckblick: Das Internet vor zehn Jahren – was man damals schon so alles wusste…


Wie war das vor zehn Jahren? Datenbankprofi Michael Klems informiert uns bis Weihnachten √ľber "wichtige" Schlagzeilen zum Internet aus der Vergangenheit. Bild: infobroker.de

Rhein-Neckar, 8. Oktober 2011. (red/infobroker.de) Der renommierte Datenexperte Michael Klems hat es sich zur Aufgabe gemacht, einfach mal Schlagzeilen von vor zehn Jahren zu recherchieren. Teils sind die Ergebnisse urkomisch, teils stimmen sie, teilweise haben sich Ansichten und Meinungen nach heutiger Sicht widerlegt.

Recherche: Michael Klems – infobroker.de

01.10.2001
Telekom baut Video√ľbertragung per Internet aus/Kooperation mit Servecast zielt auf Unternehmenskunden. – Financial Times Deutschland

01.10.2001
Internet-Supermärkte liefern häufig falsche Ware РDIE WELT

01.10.2001
Intershop schlägt nach Umsatzwarnung Sparkurs ein РDas E-Commerce-Unternehmen Intershop reduziert seine Belegschaft um 25 Prozent auf 790 Mitarbeiter. РFAZ.NET

02.10.2001
1&1 Internet AG startet neue DSL-Flatrate РDie 1&1 Internet AG bietet seit Montag eine neue DSL-Flatrate ohne Zeit oder Volumenbeschränkung РHandelsblatt

02.10.2001
Internet als Patent – nein danke – Das W3C will k√ľnftig patentierte Internet-Technologien zulassen. – netzeitung.de

02.10.2001
Besserer Verbraucherschutz im Internet – EU-Kommission kritisiert geringen Anteil des E-Commerce / Gr√ľnbuch – F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

03.10.2001
Streit um .biz-Domains sorgt f√ľr Verz√∂gerungen – Zwei neue Internet-Adressendungen, .biz und .info, erg√§nzen ab diesem Monat den Namensraum im Netz. – FAZ.NET

03.10.2001
Internet-Apotheken in den Startl√∂chern – Deutscher Markt ist sehr interessant f√ľr Medikamenten-Versand – Darmst√§dter Echo

03.10.2001
Sch√ľler-Projekt/Internet bringt Ost und West zusammen/Bundespr√§sident Rau startet Initiative – Mitteldeutsche Zeitung

04.10.2001
Edu-Commerce: Wie Unternehmen die Kunden im Internet einfangen – Weiterbildung als Instrument der Kundenbindung im Internet / Edu-Commerce wird zum Geheimtip f√ľr erfolgreiches Marketing – F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

04.10.2001
Hamburg bleibt trotz Pleiten starker Internet-Standort – Hamburg wird trotz der j√ľngsten Pleiten von Internet-Firmen wie PopNet und Kabel New Media ein wichtiger Standort – DIE WELT

04.10.2001
Stunde der Sieger/Internet. Trotz Krisenstimmung setzen die meisten Unternehmen weiter auf/E-Commerce. – CAPITAL

05.10.2001
Attacken aus dem Internet/Der digitale Krieg besteht in erster Linie aus Desinformation – DIE WELT

05.10.2001
Hohe Schulden zwingen KPN zum Verkauf der Internet-Tochter – Financial Times Deutschland

05.10.2001
Hamburg: Lotto auch per Internet РHamburger Lottospieler können ihre Tipps von sofort an auch im Internet abgeben. РHamburger Abendblatt

06.10.2001
Verb√§nde kritisieren Internet-Gesetz „Herkunftslandprinzip verankern“ / Versto√ü gegen EU-Recht – F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

06.10.2001
Dresdner Bank b√ľndelt ihre Internet-Aktivit√§ten Bis 2006 Zahl der Online-Nutzer verdoppeln – B√∂rsen-Zeitung

06.10.2001
Kienbaum erwartet keine Rezession – Bewerber-Suche im Internet soll ausgebaut werden – DIE WELT

Aus aktuellem Anlass eine R√ľckschau. Steve Jobs vor 10 Jahren im Jahr 2001

19.06.2001
Die neue Geradlinigkeit – Wenn man der Nase von Apple-Chef Steve Jobs trauen kann, ist Purismus der neue Trend im Computerdesign. – Berliner Zeitung

26.05.2001
Steve Jobs verk√ľndet Qualit√§tssprung – Steve Jobs verk√ľndet dies am 21. Mai auf einer Entwickler-Konferenz in San Jose (Kalif.) – Mitteldeutsche Zeitung

23.03.2001
Firmen-Gr√ľnder Steve Jobs ruft das „Dritte goldene Zeitalter“ des PC aus – Apple bringt neues Betriebssystem gegen Windows XP in Stellung – Handelsblatt

13.01.2001
Apple geht in die Offensive/Mac OS X endlich fertig – Einmal hat Steve Jobs den Computerhersteller Apple schon gerettet. – Mitteldeutsche Zeitung

12.01.2001
Ein goldenes Zeitalter im Zeichen von Titan /Apple zeigt schnellere Desktop-Rechner und ein schlankes Notebook – Steve Jobs – Neue Z√ľricher Zeitung

07.10.2001
Billiger Pauschaltarif auf Mallorca – Bald k√∂nnen auch Deutsche auf einen g√ľnstigen Pauschaltarif (Flatrate) f√ľr den Zugang ins Internet hoffen. Allerdings m√ľssen sie dazu nach Spanien – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

07.10.2001
„Ich w√ľrde sehr gern in Hamburg bleiben“ – Der scheidende Wirtschaftssenator Thomas Mirow, SPD, √ľber die Krise der Hamburger Internet- Wirtschaft – DIE WELT AM SONNTAG

07.10.2001
Nasebohren mit Harald Schmidt. Hunderte Geschichten der „h√∂flichen Paparazzi“ sammeln sich im Internet. – Der Tagesspiegel

Michael Klems ist Informationsprofi und recherchiert weltweit in elektronischen Datenbanken. Als Betreiber des Informationsdienstes infobroker.de ist er seit 1991 am Markt.

Internet: Infobroker.de
Facebook: http://www.facebook.com/infobrokerklems
Google Plus: http://gplus.to/infobroker

Klems R√ľckblick: Das Internet vor zehn Jahren – was man damals schon so alles wusste…


Wie war das vor zehn Jahren? Datenbankprofi Michael Klems informiert uns bis Weihnachten √ľber "wichtige" Schlagzeilen zum Internet aus der Vergangenheit. Bild: infobroker.de

Rhein-Neckar, 24. September 2011. (red/infobroker.de) Der renommierte Datenexperte Michael Klems hat es sich zur Aufgabe gemacht, einfach mal Schlagzeilen von vor zehn Jahren zu recherchieren. Teils sind die Ergebnisse urkomisch, teils stimmen sie, teilweise haben sich Ansichten und Meinungen nach heutiger Sicht widerlegt.

Recherche: Michael Klems – infobroker.de

26.09.2001
DocMorris baut sein Angebot deutlich aus/Internet-Apotheke kann nur mit breiterem Sortiment bestehen. – Financial Times Deutschland

26.09.2001
Schreiben f√ľr das Internet – Der Bereich „Neue Medien“ boomt in jeder Hinsicht. Unternehmen, Verb√§nde, Agenturen, Zeitschriften… – K√∂lner Stadtanzeiger

26.09.2001
mailto:president√ā¬łwhitehouse.gov. Tausende von deutschen Internet-Nutzern mahnen George W. Bush zu Besonnenheit – Der Tagesspiegel

27.09.2001
√Ėffentlich-rechtliche Internet-Auftritte bleiben umstritten – Wissenschaftler sehen aber Notwendigkeit f√ľr F√∂rderung nichtkommerzieller Internet-Angebote / Neue Studie – F.A.Z. – Frankfurter Allgemeine Zeitung

27.09.2001
Popnet meldet Insolvenz an – Commerzbank k√ľndigte Kredite des Internet-Dienstleisters – F.A.Z. – Frankfurter Allgemeine Zeitung

27.09.2001
Bund versteigert √∂ffentliche Auftr√§ge im Internet -In Zukunft sollen Auftr√§ge der √Ėffentlichen Hand auch per Internet vergeben werden. – netzeitung.de

28.09.2001
EU-Regierungen einigen sich √ľber Richtlinie zum Fernabsatz von Finanzdienstleistungen – Mehr Verbraucherschutz f√ľr Finanzgesch√§fte im Internet
– Handelsblatt

28.09.2001
Die Geschicke von Bertelsmann werden immer stärker vom Internet bestimmt РF.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

28.09.2001
Millionen neue Internet-Nutzer. „Bild“ startet Web-Offensive. – „Jeden Tag lesen elf Millionen Menschen die ,Bild‘-Zeitung, aber zu wenige davon nutzen bereits das Internet“ – Der Tagesspiegel

29.09.2001
Stellenabbau bei Handelsblatt-Gruppe – Rund 150 Stellen in Gefahr / Schwierige Lage der Wirtschaftspresse – F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung

29.09.2001
Michael Jackson fehlt/Internet-Vertrieb MusicNet will in sechs Wochen online gehen / St√ľcke nicht kopierbar – Berliner Zeitung

29.09.2001
Moorhuhn 3 kommt ins Internet РBochum РBald können Moorhuhn-Fans wieder das virtuelle Federtier am Bildschirm erlegen РHamburger Abendblatt

30.09.2001
Popnet Internet bricht nach Insolvenzantrag ein – Mit sofortiger Wirkung hat die Commerzbank der Popnet Internet AG den Geldhahn zugedreht – WELT AM SONNTAG

30.09.2001
Internet-Pionier Excite vor Insolvenz – Excite@home, der f√ľhrende Anbieter breitbandiger Internet-Anschl√ľsse in den Vereinigten Staaten, stellt Antrag auf Gl√§ubigerschutz nach Kapitel 11 – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

30.09.2001
Der Staat surft mit. Terroristen m√ľssen auch im Internet gejagt werden. Darin sind alle sich einig. – Der Tagesspiegel

Michael Klems ist Informationsprofi und recherchiert weltweit in elektronischen Datenbanken. Als Betreiber des Informationsdienstes infobroker.de ist er seit 1991 am Markt.

Internet: Infobroker.de
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Es sieht b√∂se aus mit dem „Journalismus“


Journalismus? Haha. Quelle: Kontext

Rhein-Neckar/Stuttgart, 08. Juni 2011 (red) In Stuttgart erscheint seit ein paar Wochen die kostenlose Zeitung „Kontext„. 200.000 Euro haben private Spender bereit gestellt, um das Projekt mindestens ein Jahr zu finanzieren. Einer der Spender ist Edzard Reuter. F√ľr Kontext arbeiten „altgediente“ Zeitungsjournalisten. Aktuell rechnet Bruno Bienzle, bis 2007 Lokalchef der Stuttgarter Nachrichten, mit dem „Pressewesen“ ab.

Der Artikel im „Kontext“ ist eigentlich weit weg – in Stuttgart. Aber er ist f√ľr unsere Region sehr wichtig, weil er ein systematisches Problem beschreibt.

Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt werden √ľber Medien transportiert. Soweit die Theorie.

In den klassischen Medien findet zur Zeit ein radikaler Umbruch statt – als Leserin und Leser, als Abonnentin und Abonnent einer Tageszeitung sollten Sie wissen, wie „pannenanf√§llig“ das Produkt ist, dass Sie teuer bezahlen.

Journalismus ist nicht „gottgegeben“, sondern basiert auf unserem Grundgesetz. Auf Artikel 5 √ľber die Meinungsfreiheit. Professionell betriebener Journalismus ist aber auch ein Gesch√§ft. Der Journalismus liefert „interessante“ Inhalte – die Werbung nutzt das f√ľr sich.

Jeder, der ein Zeitungsabo f√ľr rund 30 Euro im Monat hat, muss das eigentlich wissen. Nachrichten bekommt man √ľber die Zeitung nicht „umsonst“. Man zahlt das Abo und wird mit Werbung „zugeballert“ – ganz kostenlos. Scheinbar. Die Verlage halten daf√ľr aber die Hand auf.

Im Internet sind viele Nachrichten „kostenlos“ – die Frage ist, wie viel diese Nachrichten wert sind. Die Frage ist, wieviel die Menschen bereit sind, f√ľr solche Nachrichten zu zahlen. S√§mtliche Modelle f√ľr „beliebige“ Nachrichten konnten sich nicht „durchsetzen“.

Die „Nachrichten“, also das lokale Zeitungswesen, sind per Lizenz vor rund 60 Jahren vergeben worden. Die Lizenzverlage haben daraus Traumrenditen erwirtschaften k√∂nnen.

Das Internet bedroht dieses „Gesch√§ftsmodell“. Denn was fr√ľher nur im „Abo“ erh√§ltlich war, gibt es jetzt „for free“.

Unsere Angebote f√ľr Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Weinheim, Viernheim und Rhein-Neckar sind frei zug√§nglich – mit hohem Einsatz aller Mitarbeiter und zun√§chst geringer Erwartung von Einnahmen. Ganz in der Tradition der Marktwirtschaft – wir bieten ein Produkt an und hoffen, dass es gef√§llt.

Ob wir es verkaufen k√∂nnen, muss der Markt zeigen. Wie wir es verkaufen k√∂nnen, wissen wir noch nicht. Aber wir hoffen darauf, dass es genug Menschen gibt, die unsere Leistung „honorieren“. Dazu werden wir bald ein Angebot machen.

Der alte Markt gerät zunehmend unter Druck Рdie gewohnten Gewinnerwartungen und keineswegs das Ideal eines guten Journalismus geraten unter Druck.

Dar√ľber schreiben „alte Hasen“ in Kontext – und die erfahrenen Journalisten wissen, dass es ernst ist. Mit dem Gesch√§ft und mit der Meinungsfreiheit.

Wir empfehlen deshalb gerne und dringlich diesen Text.

Herren im Haus

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das rheinneckarblog.de

Geprothmannt: Gr√ľn-Rot hat gewonnen – und zwar einen Haufen Probleme


Rhein-Neckar/Stuttgart, 28. M√§rz 2011. (red) Noch im Abgang haben verschiedene CDU- und FDP-Vertreter demonstriert, warum sie abgew√§hlt worden sind. Wer W√§hlerinnen und W√§hler als „emotionalisiert“ verunglimpft, zeigt, dass er nicht mehr ganz bei Verstand ist und zu recht in eine f√ľnfj√§hrige Nachdenkpause geschickt wird.

Von Hardy Prothmann

Die Arroganz der Macht hat die Wahl entschieden.

Mit pauschalen Urteilen ist das immer so eine Sache – man tut garantiert jemandem Unrecht. Denn es gibt sie nicht, die homogene Gruppe, in der alle gleich sind. Genausowenig wie es „die“ L√∂sung gibt, die alle Probleme beseitigt.

Wo Du auch hingehst, ist schon ein Schwarzer da

Doch das haben CDU und FDP den Menschen lange vorgegaukelt. Sie haben gelogen und betrogen, was das Zeug hält. Heute gesagt, was morgen nicht mehr gilt. Interessen bedient, die selten die der ganz allgemeinen Wählerinnen und Wähler waren, so wie Du und ich.

Sondern die von m√§chtigen Konzernen. Und nat√ľrlich die des einzigartigen Netzwerkes, das sie gestrickt haben. „Wo Du auch hingehst, ist schon ein Schwarzer da“, hei√üt ein gefl√ľgeltes Wort.

Wichtige √É‚Äěmter und Posten sind mit strategischen Parteibuchinhabern besetzt, „damit’s l√§uft in Baden-W√ľrttemberg“. Nat√ľrlich gibt es nur ein richtiges Parteibauch, naja und eins, das man auch akzeptiert. Rot oder gr√ľn durfte es auf keinen Fall sein.

Parteibuch-Karrieren

So entschied oft nicht die Kompetenz, wer einen Job erhählt, sondern die Parteifarbe und der Wille, sich in dieses System einzugliedern.

Mit der Zeit degeniert so ein System. Bis die Menschen das merken, dauert es. Aber irgendwann merken sie es. „Alles super im L√§ndle“, hat schon l√§ngst niemand mehr wirklich geglaubt.

Wem da der Glaube abhanden gekommen ist, der wurde mit der Angst bei der Stange gehalten. Die Kommunisten-Angstmache geht immer. Gleich darauf folgt die Verarmungs-Angstmache. Dann die Bedeutungs-Angstmache. Dann die Bedrohungs-Angstmache.

Diffamierungsbrauchtum

Als Argument war jedes Mittel recht. Noch der hohlste Vergleich wurde als Beweis herangezogen. Und die grundanständigen CDU-ler waren sich niemals zu fein, um zu diffamieren, was das Zeug hält.

Die Diffamierung der Gr√ľnen als „Dagegen-Partei“ war so etwas wie die Quintessenz des Schmutzwerfens.

Und sicher glauben die „Anstandstr√§ger“ qua Parteibuch noch nach der Wahlschlappe, dass das irgendwas mit der „Unanst√§ndigkeit“ der anderen zu tun hat. Und wenn die es nicht waren, dann sind es eben die W√§hler.

Zu doof zum Denken

Und die waren angeblich „emotionalisiert“ – sprich: Zu doof zum Denken und nur ihren tempor√§ren Gef√ľhlswallungen unterworfen, hei√üt das. Wer so √ľber Menschen redet, die nicht mit dem einverstanden sind, was man tut, der will diese Menschen auch nicht regieren und geh√∂rt – richtig: abgew√§hlt.

Die Alternative hat Winfried Kretschmann geboten: Er hat sich dazu bekannt, wo gegen er ist. Und er hat den Spie√ü einfach umgedreht und auch gesagt „wof√ľr er ist“. Und der Ausstieg aus der Kernkraft ist das, was die Mehrheit im Land will.

Geradezu ekelerregend ist das „Argument“, Fukushima sei den Gr√ľnen doch „gerade recht gekommen“: „Des hawwe die doch schamlos ausgenutzt“, hat man nicht von wenigen geh√∂rt. Wer so schamlos solch dumme Behauptungen aufstellt, hat l√§ngst jedes Schamgef√ľhl verloren.

Gr√ľner Glaubw√ľrdigkeitsvorteil

Die Gr√ľnen haben einen absoluten Glaubw√ľrdigkeitsvorteil – sie fordern den Ausstieg schon seit 30 Jahren. Jetzt sind sie gew√§hlt und m√ľssen sich ihrer Verantwortung stellen.

Und das wird eine schwere Aufgabe. Denn sie m√ľssen den Dreck wegr√§umen, den andere ihnen hinterlassen haben. Das wird dauern und derweil werden die, die den Dreck verursacht haben, wieder ihre H√§me aussch√ľtten, weil die, die den Dreck nicht haben wollten, ihn nicht schnell genug beseitigen k√∂nnen.

Ein Haufen Drecksprobleme

Da sind zum einen die Atomkraftwerke von EnBW, die Baden-W√ľrttemberg „geh√∂ren“. Der EnBW-Aktienr√ľckkauf ist √ľber Schulden finanziert, die Atomenergie ist eine Cash-Cow f√ľr EnBW. Werden sie abgeschaltet, fehlen gut 400 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das dr√ľckt die Dividende empfindlich – mit der sollten aber die Schulden abgebaut werden. Wie man aus diesem Dilemma rauskommt, hat noch keiner nachvollziehbar erkl√§ren k√∂nnen.

Die Gr√ľnen haben nun einen Haufen Probleme zu beseitigen, sagt Hardy Prothmann. Bild: sap

Da ist Stuttgart21. Die Gr√ľnen wollen das Volk entscheiden lassen. So paradox es klingt. Das k√∂nnte f√ľr die Gr√ľnen eine „saubere L√∂sung“ sein. Sollte es stimmen, dass mittlerweile eine Mehrheit daf√ľr ist, machen die Gr√ľnen mit der SPD zusammen den Volksentscheid, das Volk sagt ja und man ist fein raus. B√ľrgerbeteiligung versprochen, gehalten, akzeptiert.

Doch was, wenn es anders kommt? Dann drohen wieder enorme Schäden, durch bereits ausgegebene Gelder und Prozesse. Dann gibt es das Projekt nicht, kosten wird es aber trotzdem.

Die Schulreform ist ein Murks – die Reform zu reformieren wird wieder Geld kosten. Und die schon arg strapazierten Nerven aller Beteiligten. Und die Kommunen m√ľssen dringend entlastet werden – das wird ein ganz enorme Kraftanstrengung.

Und ob es mit der Wirtschaft in nächster Zeit gut läuft Рwer weiß? Fukushima hat Japan gelähmt, die Auswirkungen sind immer noch nicht ganz klar.

Und als w√§re das alles noch nicht genug, wird viel im gut geschmierten Baden-W√ľrttemberg nicht mehr „laufen“ – denn √ľberall, wo „Schwarze“ sitzen, wird es Widerstand geben. Au√üer, man legt den Sumpf trocken. Auch das wird kosten.

Die gr√ľn-rote Regierung wird dabei enormen Gegenwind bekommen. Denn die vierte √∂ffentliche Macht, die Presse, ist eindeutig Teil des schwarzen Systems und muss Angst haben, als n√§chstes „dran zu sein“. N√§mlich dann, wenn die Menschen im Land erkennen, wie sie √ľber Jahrzehnte Informationen vorenthalten bekommen haben und an der Nase herumgef√ľhrt wurden.

Mehr Transparenz muss her

Deshalb muss nicht nur die Energieversorgung ver√§ndert werden – auch die Infrastruktur der Meinungsbildung braucht einen Umbau. Hin zu mehr Transparenz und Ehrlichkeit. Und B√ľrgerbeteiligung.

Unsere Blogs bieten das. Aber nicht, um ein „gr√ľnes System“ mit denselben Methoden zu st√ľtzen, wie das vorher „im schwarzen System“ gelaufen ist. Wir bleiben kritisch, freuen uns aber auf eine Zusammenarbeit. Denn eigentlich kann es nur besser werden.

Unsere Redaktion wird den Gr√ľnen genauso auf die Finger schauen, wie wir das mit allen Parteien machen. Es gibt allerdings einen Vorteil – bislang haben die Gr√ľnen sich sehr transparent und gespr√§chsbereit gezeigt. Auch kritikbereit. Mal schauen, ob das so bleibt.

Denn die Arroganz der Macht kann jeden √ľberw√§ltigen, der nicht aufpasst.

Gastbeitrag: Grobe Bespitzelung in Heddesheim


Guten Tag!

Heddesheim, 03. M√§rz 2011. Richard Landenberger hat als B√ľrger von Heddesheim und Vorsitzender des Regionalverbandes Rhein-Neckar-Odenwald des BUND die Berichterstattung zum Thema „grobe Ungeb√ľhr“ verfolgt und einen Gastbeitrag geschrieben.

Von Richard Landenberger

Wegen „grober Ungeb√ľhr“ sei Gemeinderat Prothmann aus dem Saal geflogen, berichtet der MM und macht dies zu seiner √ÉŇďberschrift.

Man kann der Meinung sein, twittern oder SMS-Schreiben w√§hrend einer Gemeinderatsitzung sei nicht in Ordnung. Dann mu√ü dieser Ma√üstab aber auch f√ľr die Bundeskanzlerin gelten, die das st√§ndig zelebriert und nicht nur f√ľr einen unfolgsamen Gemeinderat.

Auch ein Herr Hauptamtsleiter kann Twitternachrichten verfolgen wie er will. Wenn er dies aber während einer Gemeinderatssitzung zum Bespitzeln einsetzt und dies sofort seinem Vorgesetztem meldet, dann ist dies der Skandal in der Angelegenheit.

Eine freie Presse mu√ü diesen √ÉŇďbergriff thematisieren und nicht den sp√§ter erfolgten Hinauswurf des Bespitzelten. Ein solcher √ÉŇďbergriff durch die Obrigkeit darf nicht hingenommen werden.

Leider ist dieser Vorfall keine Einzelfall in unserer Gesellschaft. Der BUND Regionalverband wurde illegalerweise √ľberwacht, weil er 2010 die Umzingelung des AKW Biblis mitorganisiert hat und zu den Blockaden der Castortransport aufruft und sich daran beteiligt.

Der Polizeispitzel konnte allerdings enttarnt werden. √ÉŇďberhaupt kann man erkennen, da√ü derzeit in Baden-W√ľrttemberg eine neues Spitzelnetz der Beh√∂rden aufgebaut wird. Denn junge Menschen werden aktiv, das alte √ÉŇďberwachungsnetz taugt nichts mehr.

In anderen L√§ndern wird der Obrigkeits- und √ÉŇďberwachungsstaat bek√§mpft. Lassen wir es bei uns erst nicht soweit kommen. Wir m√ľssen uns schon bei jeder ‚Kleinigkeit‘ wehren.

Tödlicher Stich ins Herz Рweitere Waffen gefunden

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 19. Februar 2010. Gegen den 23-j√§hrigen Mann, der gestern in Ludwigshafen einen 58-j√§hrigen Lehrer niedergestochen hatte, erging heute Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggr√ľnden. In der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler weitere Waffen und Chemikalien, die eventuell f√ľr einen Bombenbau vorgesehen waren.

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Frankenthal und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz:

„Nach der noch gestern durchgef√ľhrten Obduktion bei der Rechtsmedizin in Mainz liegt das vorl√§ufige Obduktionsergebnis vor. Danach f√ľgte der 23-j√§hrige ehemalige Sch√ľler der BBS II seinem Opfer mehreren Messerstiche zu. T√∂dlich verletzt wurde der 58-J√§hrige durch einen Stich in die Brust, der das Herz verletzte.

Der 23-J√§hrige wurde heute um 11.30 Uhr dem Haftrichter vorgef√ľhrt. Die Vorf√ľhrung erfolgte beim Polizeipr√§sidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Auf Antrag der zust√§ndigen Staatsanwaltschaft Frankenthal erging Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggr√ľnden.
Im Rahmen seiner richterlichen Vernehmung machte der Beschuldigte keine weiteren Angaben.

Bei der zwischenzeitlich erfolgten Durchsuchung seiner Wohnung in Ludwigshafen wurden 16 Schusswaffen, darunter Schreckschuss-, Luftdruck- und Gotcha-Waffen sichergestellt. Weiterhin entdeckte der Entsch√§rfungsdienst des Landeskriminalamtes Chemikalien, die zum Bau von Sprengs√§tzen geeignet sein k√∂nnen. Sie werden zurzeit beim LKA untersucht. Zus√§tzlich wertet die Polizei derzeit schriftliche und elektronische Aufzeichnungen des Tatverd√§chtigen aus. Diese deuten darauf hin, dass er sich mit vorangegangen Amoktaten befasst und m√∂glicherweise bereits vor einiger Zeit mit der Planung einer eigenen Gewalttat begonnen hat.“

Mord aus niedrigen Beweggr√ľnden – Ex-Sch√ľler t√∂tet Lehrer mit Messer

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim ist heute ein Lehrer von einem ehemaligen Sch√ľler get√∂tet worden. Als Tatmotiv hat der 23-j√§hrige mutma√üliche T√§ter „Wut“ angegeben.

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Die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) und der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig. Bild: hblog

Die Teilnehmer der Pressekonferenz im Ludwigshafener Polizeipr√§sidium waren sichtlich ersch√ľttert √ľber die Tat: „Wir gehen von einer Tat aus niedrigen Beweggr√ľnden aus“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig gegen√ľber der Presse.

Rund 70 Reporter filmten, fotografierten und schrieben mit. Noch gibt es wenige Details: Alles deutet darauf hin, dass es kein Amoklauf war, sondern eine gezielte Attacke auf den getöteten 58 Jahre alten Lehrer, der seinen Wohnsitz in Hessen hat.

Verletzt wurden ein weiterer Lehrer und der Schulleiter Walter Lautwein. Beide konnten sich aber in Sicherheit bringen. Die Schule wurde umgehend geräumt, Spezialkräfte der Polizei verhafteten kurz darauf den Tatverdächtigen.

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Die Berufsbildende Schule Technik II in Ludwigshafen. Bild: hblog

Dieser soll strafrechtlich bislang nicht auff√§llig gewesen sein und habe nach eigenen Angaben die Schule bereits 2004 verlassen. „Wut“ √ľber die schlechte Benotung sei angeblich das Tatmotiv gewesen.

Hinweis:
Der f√ľr dieses blog verantwortliche Journalist Hardy Prothmann auf Focus online: Trostlose Lebenssituation

Redaktion

Amoklauf an Berufsschule in Ludwigshafen? Lehrer getötet

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim soll es am Vormittag zu einem Amoklauf gekommen sein. Dabei wurde ein Lehrer getötet. Der mutmaßliche Täter soll gefasst sein.

Die Nachrichtenlage ist d√ľnn. Laut Polizei soll sich die Tat gegen 10:00 Uhr ereignet haben. Angeblich soll ein bereits gefasster 23-j√§hriger der mutma√üliche T√§ter sein, der mehrere Personen angegriffen haben soll. Ein Lehrer starb an seinen Verletzungen.

Welche Waffe der Täter benutzte, ist auch noch nicht klar. Vermutlich ein Messer.

Die Schule ist nach Angaben der Polizei durch ein Gro√üaufgebot der Polizei schnell ger√§umt worden. Eltern und Sch√ľler werden nach Angaben der Beh√∂rden psychologisch betreut.

Die Berufsbildende Schule Technik II im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim hat 3.200 Sch√ľler und 130 Lehrer.

Redaktion

Dokumentation: Eine Recherche bei der Gemeinde

Guten Tag!

Heddesheim, 30. Januar 2010. Beispielhaft dokumentiert das heddesheimblog, wie eine Recherche bei der Gemeinde Heddesheim abl√§uft. B√ľrokratischer geht es kaum. Aber das ist so gewollt.

Sie lesen nachfolgend die Dokumentation der Recherche-Kontakte des freien Journalisten Horst P√∂litz mit der Gemeinde zum Artikel: Gemeinde sieht √ľber Streusalzverbot hinweg.

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Fußwege nach Muckensturm: Geräumt oder gesalzen? Bild: hblog

Das heddesheimblog ver√∂ffentlicht am 27. Januar 2010 einen Bericht des freien Journalisten Horst P√∂litz: „Heddesheim ist auf Jennifer gut vorbereitet.

Eine Leserin schreibt daraufhin der Redaktion und macht diese darauf aufmerksam, dass das Streuen mit Salz laut der „Streupflichtsatzung“ der Gemeinde verboten ist und sie mit ihrem Hund schon zwei Mal zum Tierarzt musste, weil das Salz auf den Gehwegen dessen Pfoten gereizt hatte. Wir beschlie√üen daraufhin, der Sache nachzugehen.

Herr Pölitz bekommt von uns den Auftrag, bei der Gemeinde nachzufragen, wie es sich mit dem Verbot verhält. Herr Pölitz versucht am Donnerstag, den 28. Januar 2009 den Hauptamtsleiter Julien Christof zu erreichen.

Um 09:23 Uhr wird Herr P√∂litz von Herrn Christof zur√ľckgerufen.

Herr Pölitz erklärt den Hintergrund seiner Anfrage und Herr Christof notiert die Fragen:

  • Was hei√üt verboten?
  • Wird das kontrolliert?
  • Wer kontrolliert?
  • K√∂nnen umweltbewusste B√ľrger eine Anzeige machen?
  • Welche Strafe droht?
  • Ist in den vergangenen Jahren kontrolliert worden?
  • Welche Bu√ügelder wurden verh√§ngt?

Gegen 10:00 Uhr erscheint Herr P√∂litz im Rathaus, um sich das aktuelle Mitteilungsblatt zu besorgen. Herr P√∂litz will sich mit seinem Presseausweis legitimieren. Eine Angestellte sagt: „Das ist nicht n√∂tig. Herr Christof hat mich angewiesen Ihnen das Mitteilungsblatt zu geben“, und h√§ndigt ihm ein Exemplar aus.

Herr Pölitz fragt, ob Herr Christof zu sprechen sei. Nach kurzer Wartezeit kommt Herr Christof.

Herr P√∂litz informiert Herrn Christof dar√ľber, dass er als freier Journalist f√ľr das heddesheimblog arbeitet. Er wolle nicht in die Probleme hineingezogen werden, die der B√ľrgermeister mit dem Medium hat, sondern nur seine Arbeit tun. Herr Christof sagte zu, dass Herr P√∂litz sich bei journalistischen Fragen jederzeit an ihn wenden k√∂nne.

Am sp√§ten Nachmittag erh√§lt Herr P√∂litz folgende email aus dem Sekretariat des B√ľrgermeisters:

„Datum: Thu, 28 Jan 2010 17:42:23
Sehr geehrter Herr Pölitz,
zu Ihrer Anfrage bzgl. der Streupflichtsatzung teilen wir Ihnen mit:
Die Gemeinde ist nach √ā¬ß 41 des Stra√üengesetzes f√ľr Baden-W√ľrttemberg r√§um- und streupflichtig f√ľr die Stra√üen in der Ortslage. Durch die Streupflichtsatzung wird diese Pflicht f√ľr die Gehwege etc. an Privatgrundst√ľcken den jeweiligen Eigent√ľmern bzw. Nutzern √ľbertragen.
Auftausalze sollen aus Gr√ľnden des Umweltschutzes nur bei Glatteis verwendet werden. Da man davon ausgehen kann, dass bei Schneefall oftmals Schneegl√§tte durch Befahren von Autos oder Abdr√ľcke von Fu√üg√§ngern entsteht und dann der Schnee anfriert, ist die Verwendung von Streumitteln aus Gr√ľnden der Verkehrssicherungspflicht oftmals nicht vermeidbar.
Wir sind darauf bedacht, Gef√§hrdungen durch Schneegl√§tte f√ľr die Verkehrsteilnehmer soweit wie m√∂glich zu vermeiden. Unsere Mitarbeiter werden bei den aktuellen Witterungsbedingungen prim√§r zum R√§umen der Stra√üen f√ľr die Verkehrsteilnehmer eingesetzt und nicht, um unsere B√ľrger zu kontrollieren.
Im √ÉŇďbrigen verwendet die Gemeinde Feuchtsalz, was zu einer Reduzierung der Salzmenge bzw. der Umweltbelastung sowie zu schnellerem Tauen f√ľhrt.
Sie erw√§hnten auch eine Anfrage einer B√ľrgerin. Sollte jemand einen Schaden durch ein gemeindliches Fahrzeug erlitten haben, bitten wir denjenigen, sich bei uns zu melden.
Mit freundlichen Gr√ľ√üen“

Daraufhin antwortet Herr P√∂litz sp√§t nachts, weil er vorher auf einer Veranstaltung und erst gegen 01:00 Uhr nach Hause zur√ľckgekehrt war.

„Datum: Fri, 29 Jan 2010 01:35:11 +0100
Hallo Herr Christof,
gerade hatten wir eine Vereinbarung getroffen und jetzt bekomme ich diese Antwort.
Das finde ich enttäuschend.
Dass die Eigent√ľmer/Nutzer die Pflicht habe, steht ja in der Verordnung.
Und ich habe gar nichts zum Streuen der Straßen gefragt, sondern zu den Gehwegen.
Ich frage mich auch, was der Hinweis auf die Mitarbeiter soll: Hei√üt das, die B√ľrger k√∂nnen getrost gegen die Streusalzordnung versto√üen, weil die Mitarbeiter besseres zu tun haben?
Es geht auch nicht um einen Schaden durch ein Fahrzeug der Gemeinde, sondern um wunde Pfoten eines Hundes durch Streusalz auf den Gehwegen.
Ich habe das nochmal kopiert und f√ľge meine Fragen nochmals bei:

Bei Schnee- und Eisgl√§tte haben die Stra√üenanlieger die Gehwege und die weiteren in √ā¬ß 3
genannten Flächen sowie die Zugänge zur Fahrbahn rechtzeitig so zu bestreuen, daß sie
von Fußgängern bei Beachtung der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt möglichst ge-
fahrenlos ben√ľtzt werden k√∂nnen. Die Streupflicht erstreckt sich auf die nach √ā¬ß 5 Abs. 1 zu
räumende Fläche.
2. Zum Bestreuen ist abstumpfendes Material wie Sand, Splitt oder Asche zu verwenden.
3. Die Verwendung von auftauenden Streumitteln ist verboten. Sie d√ľrfen ausnahmsweise bei
Eisregen und Glatteis verwendet werden; der Einsatz ist so gering wie möglich zu halten.
4. √ā¬ß 5 Abs. 3 und 4 gelten entsprechend.

Was heißt verboten?
Wird das kontrolliert?
Wer kontrolliert?
K√∂nnen umweltbewusste B√ľrger eine Anzeige machen?
Welche Strafe droht?
Ist in den vergangenen Jahren kontrolliert worden?
Welche Bußgelder wurden verhängt?

Viele Gr√ľ√üe

Horst P√∂litz“

Außerdem bittet er um Aufnahme in den Presseverteiler.

Datum: Fri, 29 Jan 2010 01:50:21
Hallo Herr Christof,
bitte um Aufnahme in den Presseverteiler der Gemeinde Heddesheim. Sollte Presseausweiskopie erforderlich, bitte ich um Nachricht.
Mit freundlichen Gr√ľ√üen
Horst Pölitz

Am darauf folgenden Tag erhält Herr Pölitz zunächst diese email.

Datum: Fri, 29 Jan 2010 11:54:05
Sehr geehrter Herr Pölitz,
in den Verteiler f√ľr Pressemitteilungen des Rathauses werden Sie aufgenommen.
Entgegen der gestrigen Auskunft erhalten nur Redaktionen unser Mitteilungsblatt kostenlos. Sie k√∂nnen sich dieses zuk√ľnftig von der Redaktion des Heddesheimblogs geben lassen. Alternativ erhalten Sie anbei ein Bestellformular.
Mit freundlichen Gr√ľ√üen

Eine Minute später folgt diese email.

„Datum: Fri, 29 Jan 2010 11:55:13
Sehr geehrter Herr Pölitz,
uns ist nicht bekannt, dass unsere B√ľrger bei Gl√§ttegefahr nicht sparsam mit Streusalz umgehen. Beim Einsatz von Streusalz muss zwischen Gefahren f√ľr die Umwelt durch Salzeintrag und Gefahren f√ľr den Menschen durch Glatteis und die damit verbundene Verkehrssicherungspflicht sorgsam abgewogen werden. Es l√§uft aktuell niemand durch die Stra√üen und kontrolliert aktiv die Art und die eingebrachte Streumittelmenge auf den Gehsteigen. Bisher sind uns von den B√ľrgern keine F√§lle von √ľberm√§√üigem Streumitteleinsatz gemeldet worden.
Im √ÉŇďbrigen bitten wir Sie, schriftliche journalistische Anfragen k√ľnftig an die Adresse gemeinde@heddesheim.de zu senden, damit sie von dort zentral bearbeitet werden k√∂nnen.
Mit freundlichen Gr√ľ√üen“

Wir veröffentlichen daraufhin diesen Bericht.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Betreff: Presseeinladungen und Berichterstattung

Guten Tag!

Heddesheim, 08. August 2009. Nachdem einige Leser nachgefragt haben, wie genau das mit der Pflicht zu den Presseeinladungen zu verstehen ist, erl√§utert das heddesheimblog gerne die Hintergr√ľnde.


Grundsätzlich muss man erst einmal zwischen privat und öffentlich unterscheiden.

Fast jedes Unternehmen und jede √∂ffentliche Stelle hat heutzutage einen „Pressesprecher“. Eigentlich m√ľssten die „Medien“-Sprecher hei√üen, da nicht nur mit der Presse, sondern auch mit Radio, Fernsehen, Internetredaktionen „gesprochen“ wird.

Private Personen oder Firmen sind √ľberwiegend nicht gesetzlich verpflichtet, der Presse Auskunft zu erteilen oder die Presse zu informieren – gleichwohl wird das von der √Ėffentlichkeit erwartet.

Eine Ausnahme gilt beispielsweise f√ľr b√∂rsennotierte Unternehmen, die wichtige Meldungen, die sich auf den Aktienkurs auswirken k√∂nnen, als „Adhoc“-Nachricht den Medien zur Verf√ľgung stellen m√ľssen. Und zwar nicht jeder Redaktion in Deutschland, aber allen, die diese Informationen verlangen.

Amtliche Stellen sind zur Auskunft gegen√ľber den Medien verpflichtet

Amtliche Stellen, also Beh√∂rden, √É‚Äěmter, √∂ffentlich-rechtliche Einrichtungen sind nach den Inhalten des jeweiligen Landespressegesetzes zur Auskunft gegen√ľber den Medien verpflichtet.

Dazu gibt es unterschiedliche Organisationsformen. Viele √∂ffentliche Instituten besch√§ftigen einen Pressesprecher oder √Ėffentlichkeitsarbeiter. Oft wird auch ein Angesteller oder Beamter zus√§tzlich mit dieser Aufgabe betraut. Er oder sie soll die Arbeit mit der Presse organisieren. Ansonsten ist grunds√§tzlich der Beh√∂rdenleiter der Ansprechpartner f√ľr die Presse.

Welche Presse regelm√§√üig informiert wird, h√§ngt von der Bedeutung der √∂ffentlichen Einrichtung ab. Der Bundestag beispielsweise informiert werkt√§glich hunderte von Redaktionen. Andere √É‚Äěmter und Beh√∂rden haben vielleicht nie oder nur sehr selten mit den Medien zu tun.

Landespressegesetze regeln die Gleichbehandlung der Medien

Sobald eine √∂ffentliche Stelle aber von sich aus die Medien informiert, k√∂nnen zum Beispiel in Baden-W√ľrttemberg andere Medien verlangen, dass sie „gleichbehandelt“ werden, also zur selben Zeit diesselbe Information oder Einladung wie andere Medien erhalten. Das regelt √ā¬ß4 Landespressegesetz. Der Sinn des Gesetzes ist einfach zu verstehen: Dadurch soll verhindert werden, dass nur Redaktionen mit Informationen und Terminen beliefert werden, die dem Absender „passen“, die also vermutlich unkritisch √ľber ihn berichten.

Eine Redaktion, die diese Gleichbehandlung nicht verlangt hat, kann sich auch nicht √ľber eine fehlende Information beschweren. Besteht aber eine Redaktion auf dieser Gleichbehandlung, muss die √∂ffentliche Stelle diese Redaktion informieren. Tut sie es nicht, verst√∂√üt sie gegen dieses Gesetz.

Dieser Auskunftsanspruch ist beispielsweise auf dem Presseausweis dokumentiert, den journalistische Berufsverb√§nde ausstellen d√ľrfen und der auf einer Einigung der Landesinnenministerkonferenz beruht.

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Die R√ľckseite des Presseausweises mit der Erkl√§rung der Landesinnenministerkonferenz. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergr√∂√üern. Um zum Text zur√ľckzukehren, klicken Sie den Zur√ľck-Button. Bild: hblog

Da Firmen untereinander konkurrieren, aber ebenso auch √É‚Äěmter und Beh√∂rden, sind normalerweise alle darauf bedacht, einen guten Kontakt zu den Medien zu finden und zu halten. Denn √ľber die Medien erf√§hrt die √Ėffentlichkeit von deren Aufgaben, der Arbeit und den Erfolgen. Nur, wer in den Medien „stattfindet“, den „gibt“ es auch. Eine hohe Medienresonanz hei√üt meistens eine hohe Bedeutung.

Bei kritischen Nachrichten wird oft „gemauert“

Immer dann, wenn allerdings kritische Nachrichten drohen, wird es problematisch: Professionelle „Medienarbeiter“ versuchen durch einen weiterhin guten Kontakt zu den Medien den „Schaden zu begrenzen“. Andere mauern. Wieder andere drohen mit dem Entzug von Anzeigen (der Haupterl√∂squelle der Medien) oder dem Ausschluss von Pressekonferenzen oder der Verweigerung von Informationen.

Solche Reaktionen r√§chen sich meist. Ein Beispiel aus der j√ľngsten Zeit war die Deutsche Bahn AG, die f√ľr einen Anzeigenboykott „b√∂se Pr√ľgel“ bezog. Die √Ėffentlichkeit reagiert meist sehr ungehalten darauf, wenn sie von Informationen abgeschnitten wird. Und auch die Medien selbst, die sich mit der Konkurrenz solidarisch erkl√§ren.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Wie Herr Kessler journalistische Anfragen beantwortet


Guten Tag!

Heddesheim, 07. August 2009. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler selektiert bei der Information der √Ėffentlichkeit bewusst in „gute“ und „schlechte“ Presse.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wenn der Herr B√ľrgermeister zum Pressegespr√§ch l√§dt, dann wei√ü er, was er sagen will und er wei√ü auch, was „die Presse“ aufschreiben soll. N√§mlich das, was er sagt. Und auch, wem er das sagt. Doch das ist ein eklatanter, undemokratischer Versto√ü gegen das Pressegesetz.

Da Herr Michael Kessler als Verwaltungsfachwirt das wei√ü, muss er sich daf√ľr verantworten.

Sein bewusster Versto√ü wird heute durch den Mannheimer Morgen dokumentiert: „…waren Presse… eingeladen.“ Leider nur ein Teil der „Presse“ und leider nicht der, der kritisch nachfragt.

Herr Kessler f√ľhlt sich wahrscheinlich im Recht, wenn er nur die ihm gewogene Presse einl√§dt, auch wenn die in der Vergangenheit nicht immer nett zu ihm war (sonst h√§tte sie sich noch l√§cherlicher gemacht).

Aber so dreist und wiederholt gegen besonders wichtige Gesetze zu versto√üen, entehrt die W√ľrde und das Ansehen, die eigentlich jedem B√ľrgermeister gut zu Gesicht stehen sollten.

Herr Kessler und sein Dilemma


Guten Tag.

Heddesheim, 07. August 2009. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler ist ein Mensch, von dem viele glauben, dass er wei√ü, was er will. Und viele glauben, dass das, was er will, zum Wohle aller ist. Das ist aber nicht der Fall. Und das ist ein Problem.

Kommentar: Hardy Prothmann

Der B√ľrgermeister einer Gemeinde verdient eine besondere Achtung. Denn er ist schlie√ülich f√ľr seine B√ľrger verantwortlich, die ihm diese Verantwortung zutrauen.

Das ist selbstverständlich.

Das Besondere, die Achtung und die Selbstverst√§ndlichkeit funktionieren aber nicht nur in eine Richtung: von den B√ľrgern zum B√ľrgermeister. Im Gegenteil muss der B√ľrgermeister besonders achtsam und selbstverst√§ndlich das Wohl (m√∂glichst aller) seiner B√ľrger im Auge haben.

Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler will das nicht. Nicht zum ersten Mal verst√∂√üt er gegen das „Gesetz √ľber die Presse“ des Landes Baden-W√ľrttemberg.

Darin heißt es:
√ā¬ß 4 Informationsrecht der Presse
(4) Der Verleger einer Zeitung oder Zeitschrift kann von den Behörden verlangen, daß ihm deren amtliche Bekanntmachungen nicht später als seinen Mitbewerbern zur Verwendung zugeleitet werden.

Herr Kessler hat dieses Gesetz wiederholt missachtet – was nachweisbar ist.

Herr Kessler hat dieses Gesetz auch zur aktuellen Berichterstattung missachtet. Zitat MM:

„In Hinsicht auf die geplante Ortsumgehung der L541, die rund 3,5 Kilometer lang s√ľdlich um Heddesheim herum verlaufen soll, waren Presse und Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen zu einer Informationskonferenz eingeladen.“

Das heddesheimblog war definitv nicht eingeladen, obwohl die Redaktion mehrfach gefordert hat, mit „der Presse“ gleichgesetzt zu werden.

Im Gesetzestext hei√üt es „die Presse“, damit sind selbstverst√§ndlich auch Medien wie der SWR, RPR oder andere wie Spiegel online gemeint und auch das heddesheimblog.

B√ľrgermeister Michael Kessler wei√ü das. Er wei√ü, dass er bewu√üt und vors√§tzlich und wiederholt gegen das Landespressegesetz verst√∂√üt.

Und er rechnet damit, dass diese Verst√∂√üe „durchgehen“.

Warum eigentlich?

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Bewegt euch!

Guten Tag!

Heddesheim, 05. August 2009. Haben Sie den Mannheimer Morgen noch abonniert? Sch√∂n. Dann lesen Sie heute wieder hart recherchierte Informationen und d√ľrfen sich hintergr√ľndig und topaktuell informiert f√ľhlen: „Pfenning“ l√§dt die IG neinzupfenning ein. Klingt gut, ist aber b√∂se gemeint: Gegen die IG neinzupfenning.


Kommentar: Hardy Prothmann

Das Spiel ist ein abgekartetes. Die IG neinzupfenning hat sich dem „Dialog“ verweigert. Die Gr√ľnde kann man gut verstehen – denn der „Dialog“ ist eine Zumutung.

Die IG neinzupfenning hat den B√ľrgermeister zum Gespr√§ch eingeladen – mehrfach. Und der B√ľrgermeister hat immer wieder zum „Dialog“-Gespr√§ch gebeten.

F√ľr die IG ist das eine Sackgasse. Sie muss verstehen, dass man einem noch handlungsf√§higen B√ľrgermeister keine Bedingungen dieser Form stellen kann (worauf man bei einem nicht mehr handlungsf√§higen B√ľrgermeister getrost verzichten k√∂nnte).

Der B√ľrgermeister f√ľhrt wieder

Soweit ist es nicht. B√ľrgermeister Michael Kessler ist voll handlungsf√§hig, hochkonzentriert und verantwortlich f√ľr sein Wirken.

Der B√ľrgermeister hat sich nach anf√§nglichen Schwierigkeiten geschickt zur√ľckgezogen und versucht nun, sich zum Vorreiter der B√ľrgerfront zu machen.

Solange die IG sich einem Gespräch verweigert, kann er die Unschuld in Person mimen Рund die IG wird seine neue Rolle stärken, wenn sie sich weiter verweigert. Und sie wird ihre schwächen Рunvermeidlich.

Denn der „Dialog“ ist nichts anderes als ein Potemkinsches Dorf, also etwas, dem alle Substanz fehlt – ein angeblich b√ľrgernahes Forum, in dem allerdings nur√ā¬†ein B√ľrger und 19 Interessenvertreter (die „Kirchenvertreter“ eingeschlossen) sitzen.

F√ľr diese √∂ffentlichkeitswirksame Ma√ünahme hat die Gemeinde schlie√ülich auf viel Geld bezahlt – zu wenig, um ein wirklich gutes Ergebnis zu bekommen, aber genug, um ihre Interessen zu vertreten.

Moderiert von einer PR-Agentur, die f√ľr viel Geld angeblich neutral ist.

Es wird Theater gespielt – die IG verliert die Hauptrolle

Die IG neinzupfenning hat vordergr√ľndig vollkommen Recht, diesem Theater fern zu bleiben.

Aber das Theater wird benutzt werden und Wirkung zeigen: „Die von der IG sagen doch blo√ü „Nein“ und sonst nichts.“

Gestern war ein erster kleiner Leserbrief eines nicht im Heddesheimer Telefonbuch stehenden „Huub Avoird, Heddesheim“ im MM zu lesen: „Macht mal etwas Vern√ľnftiges“. Geht es noch deutlicher?

Der MM, der in j√ľngster Vergangenheit einige gro√üe Anzeigen von „Pfenning“ buchen konnte, der B√ľrgermeister, der etwas angefangen hat, was er zu Ende bringen will (alles andere w√§re ein Misserfolg) und daf√ľr trotz erwartet klammer Kassen die IFOK engagiert und die „Pfenning-Gruppe“, die Anzeigen schaltet und sp√§ter mal „der gr√∂√üte Gewerbesteuerzahler Heddesheims“ werden soll (und Investitionen wie in die IFOK „refinanziert“) stehen als Block (nicht als blog ūüôā ) einer B√ľrgerbewegung entgegen.

Die bewegt sich aber seit Wochen nicht Рals wäre sie gelähmt.

Die IG ist dabei, sich selbst abzuschreiben.

Der neuste Coup ist die Einladung der IG durch die Firmengruppe Pfenning – lanciert √ľber den willigen Mannheimer Morgen.

Die Firmengruppe Pfenning bittet geradezu um einen (letzten) Schritt: Sie will, nachweislich der Berichterstattung im Mannheimer Morgen, „eine gesunde Basis f√ľr ein Zusammenleben in der Gemeinde wiederherstellen“, das ist „in ihrem Sinne“, sie wei√ü, dass die Heddesheimer in punkto Verkehr „√§u√üerst sensibel reagieren“, sie will „Garantien in geeigneter Form“ geben und sie will, so der MM, „das Gespr√§ch mit interessierten B√ľrgern suchen“ und sie will „erm√∂glichen“, so der MM, „sich ein objektives Bild von unserem Projekt zu verschaffen“.

Wenn die IG dieser PR-Maschine nichts wirklich Eigenes und zwar sofort entgegensetzen kann – ist sie abgeschrieben.

Dann hat die IG die „Einladung“ des B√ľrgermeisters nicht angenommen, auch nicht die der IFOK und nicht die von „Pfenning“. Danach wird es von keinem mehr eine „Einladung“ geben.

Am Ende wird die IG als störrisches Verweigererteam dastehen. Das ist das Ziel der Strategie.

Egal, ob die „Einladungen“ ernst zu nehmen sind oder nicht. Das „abgekartete“ Spiel geht so.

Die IG hat einen Joker – die Sympathie in der Bev√∂lkerung…

Die IG hat aber etwas, was weder der B√ľrgermeister, noch die IFOK, noch „Pfenning“ in den Pot werfen k√∂nnen: die gro√üe Sympathie in der Bev√∂lkerung.

Sie sollte noch einmal dar√ľber nachdenken, warum ca. 1.400 Menschen bei der IG neinzupfenning unterschrieben haben.

Diese Unterschriften hat die IG sich verdient, weil deren Mitglieder sich √ľber Wochen hingestellt haben, bekannt haben, mutig waren und Informationen forderten.

Das ist ein gutes Blatt – das durchaus zeigen kann, dass auf der anderen Seite falsch gespielt wird. Die IG kann den Publikumsjoker ziehen – aber nur, wenn sie die Rolle einnimmt, f√ľr die diese Menschen unterschrieben haben: Als „Interessengemeinschaft“.

…den sie aber durchaus verspielen kann

Daf√ľr muss die IG verstehen, was sie im Begriff war zu werden, aber noch nicht ist: Eine B√ľrgerbewegung. Wenn sie das sein will, werden ihr die Herzen zufliegen. Wenn sie einem B√ľrgermeister Bedingungen stellen will oder „wichtig“ genommen werden will, ist sie am Ende.

Die IG hat mit dem Gespräch bei Pfenning die Chance, wieder voll zu trumpfen. Durch Fragen und durch Präsenz.

Weil die IG einen Sympathiebonus in der Bev√∂lkerung hat, wird man ihr sicher zugestehen, dass sie als loser Bund Unterst√ľtzung in Anspruch nehmen kann, beispielsweise durch die Medien.

Die B√ľrger erwarten, dass die IG sich und sie „bewegt“.

Deswegen: Bewegt Euch. Geht hin und stellt Fragen. Sonst geben andere Antworten.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

IG neinzupfenning erneuert Gesprächsangebot

Die IG neinzupfenning ist eine Interessengemeinschaft von Heddesheimer B√ľrgern und Gewerbetreibenden, die sich gegen eine Ansiedlung der Unternehmensgruppe Pfenning in Heddesheim aussprechen.
Die Redaktion des
heddesheimblog dokumentiert deren Brief an den B√ľrgermeister.
F√ľr den Inhalt ist die IG neinzupfenning verantwortlich, nicht die Redaktion des heddesheimblogs
.

Sehr geehrter Herr B√ľrgermeister Kessler,

Sie werfen der IG „neinzupfenning“ st√§ndig Gespr√§chsverhinderung, Verweigerung, Nein-Sager-Tum usw. vor. Dagegen verwehren wir uns deutlich. Alle bisherigen Versuche, auch √ľber Ihre Verwaltung, mit Ihnen zum Thema Pfenning in Kontakt zu treten, verliefen bisher erfolglos.

Nur die Mitglieder von B√ľndnis90/Die Gr√ľnen, sowie Herr Bowien von der SPD und Herr Prothmann haben nach der Wahl Gespr√§che mit uns gef√ľhrt.

Die Fraktionsf√ľhrungen haben, trotz vieler M√∂glichkeiten, ebenfalls keinen Versuch unternommen, mit uns in einen Dialog einzutreten.

Lediglich Anw√ľrfe, die IG w√ľrde mit falschen Fakten operieren, waren zu vernehmen. Aber nichts Konkretes. Die CDU hat sich hier besonders mit falschen Argumenten hervorgetan, verbreitet von Herrn Dr. Doll.

Unrichtiges und Verfälschtes wird durch ständiges Betonen nicht besser, es bleibt nun mal falsch. Die dazu richtig stellenden Fakten (z.B. Arbeitslosenzahlen) konnten im Mannheimer Morgen nachgelesen werden.

Das Wahlergebnis hat √ľberdies die Meinung der B√ľrger deutlich gemacht.

Wir bedauern außerordentlich, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist.

Sie, Herr B√ľrgermeister Kessler, hatten ja im Mannheimer Morgen best√§tigt, nicht mit der IG neinzupfenning sprechen√ā¬†zu wollen.

Weiterhin versuchten Sie in mehreren Schreiben zwar unsere Pflicht zur Beteiligung an Gesprächen aufzeigen, gleichzeitig aber haben Sie auf keine unserer Einladungen, auch nur ansatzweise positiv reagiert.

Wir hatten, mit unserer letzten Aktion, an Sie, die Fraktionen, wie auch die B√ľrger, eine Einladung in die Gastst√§tte Luftschiff auszusprechen, deutlich gemacht, dass nicht die IG-Mitglieder „Vortragende“ sein wollten.

Wir wollten von Ihnen Informationen erhalten, zu Fragen, die wir seit Monaten stellen.
Damit hatten wir eine öffentliche Plattform gewählt, die neutral und einer Einladung zu einer Vereinsveranstaltung, der Sie häufig folgen, gleichzusetzen war. Dort werden Sie auch eingeladen und laden nicht selbst ein. Es folgte Ihre konsequente Absage.

Wir haben deutlich gemacht, dass wir es nicht einsehen, mit einer Firma IFOK, die √ľber einen ausgesprochen differenzierten Ruf verf√ľgt, mit Steuergeldern bezahlt wird und somit in einem Abh√§ngigkeitsverh√§ltnis zur Gemeindeverwaltung steht, Gespr√§che zu f√ľhren. Dazu noch Einzelgespr√§che ohne jegliche √Ėffentlichkeitsbeteiligung.

Normale Umgangsformen mit einer Gruppe, die sich deutlich im Gemeindegeschehen positioniert hat, sehen anders aus. Es kann unter demokratischer Betrachtungsweise nicht zu einer Gespr√§chsverweigerung zwischen dem gew√§hlten B√ľrgermeister und einer anerkannten Interessengemeinschaft kommen. Eine solche Vorgehensweise hat mit Demokratieverst√§ndnis nichts gemein.

Stellt sich die Frage woher Sie, Herr B√ľrgermeister Kessler, so auf die Schnelle eigentlich die IFOK hergezaubert haben?

Welche Mitbewerber von IFOK wurden zur Leistungserbringung angefragt?

Welche Kosten entstehen der Gemeinde Heddesheim durch diese Aktivität?

Es stellt sich zusätzlich die Frage, weshalb Sie die Behauptung aufgestellt haben, der Vorschlag IFOK wäre aus dem Gemeinderat gekommen? Sie wissen, dass Sie selbst den Vorschlag unterbreitet haben.

Wir verf√ľgen √ľber gewichtige Unterlagen zur Vorgehens- und Arbeitsweise der Firma IFOK und werden diese in K√ľrze vorstellen.

Damit werden die B√ľrger in Kenntnis gesetzt, mit welchem Unternehmen Sie, Herr B√ľrgermeister, und der (teilbeschlie√üende) Gemeinderat sich umgibt.

Wie richtig unsere Entscheidung, nicht mit IFOK zu sprechen, war, hat sich zwischenzeitlich gezeigt. Der „angeblich ergebnisoffene Dialog“, hat durch diverse Presseerzeugnisse und Aktivit√§ten Ihres Partners Pfenning wohl schon am Anfang sein Ende gefunden. Ergebnisoffen, setzt ein offenes Ergebnis voraus, Wortspiele ausgeschlossen.

Machen Sie, Herr B√ľrgermeister Kessler, die im Gemeinderat getroffenen Entscheidungen √∂ffentlich.

Legen Sie die Verträge auf den Tisch.

Beantworten Sie alle Fragen die am√ā¬†25. Juni 2009 in der Gemeinderatssitzung zur

Thematik Pfenning und Phoenix GBR angesprochen wurden.

Erinnern Sie sich dabei auch an den Amtseid, den die einzelnen Gemeinderäte zum Wohle der Gemeinde geleistet haben.

Bringen Sie niemanden in Gewissenskonflikte zu seinem Amtseid.

Gerne erwarten wir Ihre öffentlichen Antworten.

Gleichzeitig d√ľrfen wir unser Gespr√§chsangebot an Sie pers√∂nlich, auch mit den Fraktionen, erneuern.

Mit freundlichen Gr√ľssen

IG „neinzupfenning“

H. Karnasch, R. Breitwieser, M. Arnold, M. Jörder, H. Weber

„Offene T√ľren“ und andere „Mysterien“ oder die Frage nach dem „Herrn des Verfahrens“

Die Welt in Heddesheim steht Kopf. Es werden „nicht-√∂ffentliche“ Gespr√§che mit dem B√ľrgermeister, auf dessen kurzfristige Einladung hin gef√ľhrt, und am n√§chsten Tag steht das „nicht-√∂ffentliche“ in der Zeitung. Nachdem es schon „nicht-√∂ffentlich“ als „Verdachtsberichterstattung“ hier im heddesheimblog ver√∂ffentlicht wurde.

Kommentar: Hardy Prothmann

Wenn man mit der „Presse“ spricht, sucht man die „√Ėffentlichkeit“.

In Heddesheim besteht die „√Ėffentlichkeit“ aus der Person Anja G√∂rlitz und ihrem arbeitgebendem Zentralorgan, dem Mannheimer Morgen – zumindest aus Sicht des Heddesheimer B√ľrgermeisters Michael Kessler, der selbstherrlich entscheidet, wer „Presse“ ist und wer nicht.

Und das „Organ“ tut, was es tun muss, es berichtet im Sinne des BM. Nachzulesen hier.

Dieser Bericht allerdings ist ein Skandal! Warum? Das lesen Sie hier (ohne Link, einfach weiterlesen).

Wenn die „Presse“ einen exklusiven Termin bekommt und etwas „heraus findet“, ist die Bewunderung durch die Kollegen sicher – manchmal auch der Neid.

Und keiner beschwert sich, dass er nicht „offiziell“ eingeladen war, sondern alle wundern sich, wie der „Kollege=Wettbewerber“ das „hingekriegt hat“.

Wenn sich aber ein B√ľrgermeister bewusst √ľber das Pressegesetz hinweg setzt und nur die √Ėffentlichkeit sucht, die ihm „gewogen“ ist, reagieren „echte“ Journalisten auf ein solches „missliebiges“ Angebot in der Regel nur mit „Verachtung“ desselben. Sie nehmen solch ein „durchsichtiges“ Verfahren nicht an. Das hat etwas mit „Berufsehre“ zu tun,

Außer, sie verachten sich selbst in einem hohen und wahrscheinlich irreparablem Maße und nehmen jede Gelegenheit der Eigendarstellung wahr. Oder sie sind in höchster Not.

Das trifft auf die Journalistin Anja Görlitz und ihren Arbeitgeber Mannheimer Morgen zu.

W√ľrden beide, Frau G√∂rlitz und der „MM“ einem Kodex folgen, der die Meinungsfreiheit √ľber „gesch√§ftliche Interessen“ stellt, w√§re der vorliegende Bericht nie entstanden.

Dem ist aber nicht so, was die Frage nach den geschäftlichen und publizistischen Interessen eindeutig beantwortet.

Frau G√∂rlitz ist seit Jahren mit dieser Gemeinde befasst und hat zumindest in den vergangenen drei bis vier Monaten auch nicht einen Bericht vorgelegt, der eine von Terminen oder dem aktuellen Geschehen unabh√§ngige Berichterstattung nachweisen k√∂nnte. Das ist schade, f√ľr Frau G√∂rlitz, f√ľr die Leser des MM und f√ľr die √∂ffentliche Meinung.

Ein sehr interessantes und aktuelles Thema ist die Missachtung der Pressefreiheit. Weil Frau G√∂rlitz eine neue Konkurrenz hat, n√§mlich das heddesheimblog, ist sie derma√üen befangen, dass es ihr noch nicht einmal gelungen ist, das Wort heddesheimblog in einem ihrer Berichte zu erw√§hnen, w√§hrend es dem heddesheimblog √ľberhaupt keine Probleme bereitet, Nachl√§ssigkeiten des MM zu dokumentieren und zu verlinken.

Dar√ľber ist im heddesheimblog umfangreich berichtet worden – solange niemand den Rechtsweg vor dem Verwaltungsgericht beschreitet, geht also der MM oder Herr Michael Kessler unbeirrt diesen, seinen Weg – den der wie auch immer interessierten und l√ľckenhaften Berichterstattung

Dieser Weg ignoriert alle dazu relevanten Gesetze. Einfach so. Im Vorbeigehen sozusagen.

Ganz nebenbei wird auch die Gemeindeordnung mal eben einfach so „kessleriert“.

Der B√ľrgermeister ruft dazu eine Runde ein, die es gar nicht gibt, die der Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats.

Diese Runde hat Herr Kessler erfunden und die Fraktionsvorsitzenden der √∂rtlichen Parteien sind ihm auf dem Leim gegangen, weil sie erschienen sind und sich in der „Presse“, also „√∂ffentlich“ zitieren lassen.

Dieser Bericht in der „Presse“, also im MM, ist nicht ohne Brisanz.

Diese „Runde“ tagte „nicht-√∂ffentlich“ im Beisein der „Presse“, die heute dar√ľber berichtet.

„Man“ w√§hrt sich wie in einem falschen Film. Sind doch „nicht-√∂ffentliche“ Sitzungen des Gemeinderats (der in diesem Fall keiner ist, aber so erscheinen soll oder in Person der Fraktionsvorsitzenden irgendwie doch „erschienen“ ist, also dem „Schein“ nach )√ā¬†der „Schweigepflicht“ unterworfen.

Was also war das jetzt?

Eine „nicht-√∂ffentliche“ Sitzung des Gemeinderats, vertreten durch die Fraktionsvorsitzenden, die allesamt aus dieser „Sitzung“ heraus zitiert wurden und damit ihre „Schweigepflicht“ verletzt haben?

Die Konsequenz w√§re klar: √ā¬†Ordnungsgelder in H√∂he bis zu 1000 Euro w√§ren angebracht f√ľr diese Gemeinder√§te, die gegen die „Schweigepflicht“ versto√üen, indem sie sich in einer „nicht-√∂ffentlichen“ Sitzung vor der anwesenden Presse √§u√üern, die √ľber ihre √É‚Äěu√üerungen schreibt.

Waren die Fraktionsvorst√§nde aber gar nicht zum „Schweigen verpflichtet“, sondern im Gegenteil zum „Reden“ aufgerufen, weil es sich ja nicht um eine „Gemeinderatsitzung“ handelt, sondern nur um eine „interessierte Stellungnahme“ des B√ľrgermeisters, unterst√ľtzt durch die CDU und die FDP.

Trotzdem „nicht-√∂ffentlich“, also fernab jeder Kritik der B√ľrger oder der „anderen“ Presse?

Verwirrt ob des Vorgangs zeigte sich die SPD, deutlich irritiert die Gr√ľnen, die aber trotzdem teilnahmen.

Beiden, den Gr√ľnen und der SPD kann daraus kein Vorwurf und muss daraus ein Vorwurf gemacht werden: Der „gute“ Wille ist l√∂blich, das Warten auf „das Gute“ angesichts der Situation hingegen ist „naiv“ – milde ausgedr√ľckt.

Diese „nicht-√∂ffentliche“ Zusammenkunft des B√ľrgermeisters und der vier Fraktionsvorsitzenden im Beisein der „Presse“, die selektiv nur aus dem Verlautbarungsorgan Mannheimer Morgen bestand, ist jedenfalls h√∂chst suspekt.

Besonders interessant sind aber die Zitate. B√ľrgermeister Kessler „betont“ nach Darstellung des MM, dass „es keinen Grund g√§be, von dem „klar definierten Verfahren, das der Gemeinderat beschlossen hat“, abzuweichen“. „Und: Die T√ľren stehen der IG weiterhin offen. Aber Herr des Verfahrens ist die Gemeinde.“

An dieser Stelle der Lekt√ľre des Artikels des MM muss man fragen: „Wie sieht dieses „klar definierte Verfahren“ aus?“ Weder im MM noch an anderer Stelle wurde jemals „Klarheit“ √ľber dieses „definierte Verfahren“ geschaffen!

Im MM war davon, au√üer dieser nicht gegen-recherchierten Aussage, nichts zu lesen. Daf√ľr aber die Verlautbarung: „Herr des Verfahrens ist die Gemeinde.“

Das sagt Herr Kessler. Der MM leidet ebenso wie Herr Kessler unter einem zumindest temporärem Realitätsverlust.

Es geht ganz klar um „Herrschaften“, die l√§ngst aber nicht mehr durch Verordnung durch Herrn Kessler definiert werden und l√§ngst auch nicht mehr durch Verordnung des MM.

Denn was hier berichtet wird, wird seit dem 28. April 2009 durch das heddesheimblog kritisch begleitet.

Ganz klar „herrscht“ in Heddesheim der Zweifel: Ob Herr Kessler, wie er behauptet, tats√§chlich noch „Herr des Verfahrens“ ist oder nur noch seine Sturheit und sein Machtwille oder eine Fernsteuerung durch die Unternehmensgruppe Pfenning.

Seine Souveränität hat Herr Kessler längst verloren und er tut alles, um auch noch letzte Reste zu beseitigen.

Der Mannheimer Morgen hingegen bestätigt durch seine konkurrenzlos ignorante Berichterstattung sein Monopol: Was wir drucken, ist so. Basta.

Ob das auf Dauer ein erfolgreicher Weg sein wird, m√ľssen sich der BM und sein Zentralorgan, der MM, mit dem heutigen Abdruck eines „unm√∂glichen“ Artikels allerdings fragen lassen.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
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